AN4616, "Migrating from STM32F401/411 lines to STM32L4 Series"
beantwortet viele Fragen, wobei "L4 Series" übertrieben ist. Die
diversen L4-Typen unterscheiden sich genau wie diversen F4-Typen. Die F3
sind etwas besonderes, vor allem vom Analogteil her, und den Cortex-M3
gibt es in "L" eigentlich nicht. L3 gibt es garnicht und die L1-Typen
finde ich veraltet und ungepflegt.
Pepe schrieb:
> Gibt es irgendetwas Besonderes an den L-Typen? (Außer dem
> offensichtlichen "Low-Power")
So offensichtlich ist das garnicht. Bei den kleineren ist die
Stromaufnahme im normalen Betrieb nicht soo unterschiedlich. Bei hohen
Temperaturen sind die L allerdings mindestens eine Klasse besser.
Hauptsächlich wird durch flexiblere Konfiguration Strom gespart, z.B.
gibt es ein halbes Dutzend Stop-Betriebsarten.
Die interne Takterzeugung und -Verteilung ist zum Ausgleich viel
komplexer, z.B. kann ein RC-Oszillator (MSI) einen externen 32kHz-Takt
als Referenz benutzen. Die HSI sind viel stabiler geworden, bei den
besseren Chips reicht es für UART über den vollen Temperaturbereich.
Mit vielen neuen Möglichkeiten gibt es natürlich viele neue Bits zu
programmieren. Das wäre ja ok, aber immer wieder trifft man Bits oder
Register, die einfach umbenannt wurden. Das LPUART z.B. ist für den
Benutzer ein ganz normales UART wie die alten, aber stellenweise doch
wieder völlig anders.
> Z.B. besonders störanfällig wegen des Low-Powers?
Tja, das muss man wohl befürchten. In den Datenblättern gibt es unter
Operating conditions -> EMC characteristics ein paar Zahlen. Danach sind
die L4 allerdings eher robuster bei Bursts und ESD. Also tendenziell,
gute F4-Typen sind nicht schlechter als schlechte L4. Bei den erzeugten
Störungen ist die Tendenz viel deutlicher, halbe Taktfrequenz weniger
Strom machen doch einen Unterschied. Zu diesen Tabellen gibt's die
AN1709, "EMC characterization of microcontrollers"