Frage zu Zählrohr SBT10-A

OP #6692076
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Hallo,
ich habe mir das Zählrohr SBT10-A bestellt und an meiner Testschaltung 
angeschlossen. Es funktioniert sehr gut, nur ist mir nicht ganz klar 
warum haben die Hersteller die 10 Anoden einzeln heraus geführt? In den 
Internetschaltungen sind wie bei mir alle Anoden mit einem eigenen 
4,7Mohm Anodenwiederstand extern ausgestattet. Ich schätze mal das es 
nicht am Platz gelegen hat denn die Vorwiederstände würden in das 
Bakelit Gehäuse passen. Es muss also noch einen anderen Grund gegeben 
haben. Empfindlichkeitseistellung? Je mehr zugeschaltet sind desto 
empfindlicher?

P. S.
Wäre es sinnvoller jede Zählkammer einzeln zu beschalten und 
auszuwerten, und dann als Summe auszugeben oder ist es vielleicht so 
gewollt das alle Kammern an der Kathode gezählt werden?
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Gast #6692264
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nach jedem Impuls ist eine Zelle solange "taub" bis die entstandenen 
Ionen wieder rekombiniert bzw. von der Spannung abgezogen sind. Dabei 
wird die auf einige  hundert V aufgeladene Zelle entladen.

Markus R. schrieb:
> Wäre es sinnvoller jede Zählkammer einzeln zu beschalten und
> auszuwerten, und dann als Summe auszugeben oder ist es vielleicht so
> gewollt das alle Kammern an der Kathode gezählt werden?

In dem einen Fall wird das Einzelrohr die Spannung der Nachbarzellen 
auch benutzen. Da alle Zellen über die gezündete Zelle entladen werden 
wird die Impulshöhe und die empfindliche Fläche größer. Die max. 
Zählrate wird aber nicht vergrößert.

Im zweiten Fall, getrennte Arbeitsweise, sind die Impulse schwächer, 
dafür aber die mögliche Zählrate höher. und evtl könnte eine 
Richtungserkennung möglich sein.
OP #6692347
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Peter R. schrieb:
> Im zweiten Fall, getrennte Arbeitsweise, sind die Impulse schwächer,
> dafür aber die mögliche Zählrate höher. und evtl könnte eine
> Richtungserkennung möglich sein.

Danke für den Hinweis.

Ich habe im Dunkeln beobachtet das wenn ich nur Zelle 1 und 8 anschließe 
(die ja weit voneinander getrennt sind) es auch Entladungen über den 
Rand zwichen den beiden Zellen gibt. Bzw. Wenn Zelle 8 zündet es meist 
auch in Zelle 1 eine Entladung gibt.

P. S. Arbeitsspannung 310V bei 15uA
#6692540
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Markus R. schrieb:
> es auch Entladungen über den
> Rand zwischen den beiden Zellen gibt. Bzw. Wenn Zelle 8 zündet es meist
> auch in Zelle 1 eine Entladung gibt.

Das könnte evtl. schon durch kapazitive Kopplung  entstehen, 
möglicherweise zwischen den Zuleitungen der Kammern.

Aber, nicht vergessen: Das aktive Teilchen beim Geigerzähler ist nur die 
Zündung, es zieht evtl. eine längere Spur, die durch mehrere Kammern 
führen kann.    (Denk an die Bilder einer Nebelkammer)

Der Trick beim Gz ist, dass durch die Plateauspannung die Kammern kurz 
vor der Glimmentladung stehen. Das aktive Teilchen selbst ist nur der 
Zündimpuls, der die Entladung des (300V-) Kondensators aus Innendraht 
und Mantel auslöst, in Form einer lawinenförmigen Entladung.
 Damit wird ein Verstärkungseffekt erzielt: Ein Teilchen lässt eine 
Entladung entstehen, an der Tausende von Ionen beteiligt sind, die dann 
erst einen deutlichen Impuls bilden.

 Das hier genannte Leuchten im Rohr wird nicht vom Teilchen stammen, 
sondern von den zahlreichen Ionen der von ihm gezündeten Gasentladung.

Und wenn eine Entladung in einer Kammer läuft, können andre Kammern auch 
gezündet werden. Entweder auch durch das Teilchen oder durch kapazitive 
Kopplung.
OP #6692945
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Hugo H. schrieb:
> Mal eine ganz blöde Frage: Warum hast Du Dich das nicht vor dem Kauf
> gefragt?

Weil ich nur die einfache Zählrohrtechnik gekannt habe und mir ein 
Fensterzählrohr immer zu teuer war um damit mal bißchen zu spielen. Um 
zu sehen wie es aufgebaut ist, was es messtechnisch für Unterschiede 
gibt, sind Kammern einzeln voneinander getrennt oder nicht es gibt viele 
Fragen die, die Russische Anleitung unzureichend beantwortet.
OP #6694161
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Ok vielen Dank, das war sehr hilfreich👍🏻.
Ich habe dennoch eine Frage an die Profis. Welche Größe sollte der 
Ausgangs-koppelkondensator an jeder Anode haben? Ich habe 1n verwendet, 
im Test hat sich gezeigt das diese kammer stärker zu hören ist aber man 
hört halt auch die anderen 9 Kammern leise knacken. Auf Pribyat.de habe 
ich folgende Beschaltung gefunden.
Quelle: Pribyat.de
Angehängte Dateien:
Gast #6696713
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Forist schrieb:
> Im einen Fall misst du die zusammengebrochene Anodenspannung, im anderen
> Fall den Entladestrom.

In beiden Fällen misst Du die durch den Nachladestrom entstehende 
Spannung.

Die Entladung spielt sich zwischen den Platten ab: diesen Strom kann man 
außen garnicht direkt messen, der geht nur von Pluspol zum Minuspol der 
Röhre.

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