LTE Antennen für MIMO auch übereinander möglich?

OP #6704734
Lesenswert?

Hallo ich würde gerne zwei Wittenberg LAT54 Richtantennen für den MIMO 
Empfang von 1800MHz LTE nutzen.
Gibt es einen Grund, dass die beiden Antennen nebeneinander angebracht 
werden und nicht untereinander? Immerhin wäre das ja mechanisch 
einfacher, wenn die an einem Mast befestigt werden.

Gruß Thomas
Gast #6705073
Lesenswert?

Meiner Meinung nach sprichts nichts dagegen, die übereinander 
anzuordnen. Die Entkopplung der beiden MIMO-Kanäle ist über die 
Antennenpolarisation realisiert, die Antennen selbst sind als 
Vormastantennen geeignet um direkt am Mast montiert zu werden.
#6705121
Lesenswert?

Hp M. schrieb:
> Ich sehe da nur, dass durch diesen Träger ein definierter Abstand
> zwischen den beiden Antennen erzwungen wird, die ja senkrecht zueinander
> polarisiert sind und somit wohl eine zirkular polarisierte Welle
> erzeugen sollen.

Eine Zirkularpolarisation wird dabei jedoch nur dann erreicht, wenn die 
eine der beiden Antennen über eine phasenverschiebende L/4-Leitung 
gespeist wird und die andere direkt.

https://dk7zb.darc.de/Download/zirkular.pdf

Michael
Gast #6705183
Lesenswert?

Spielt bei MIMO die Polarisation überhaupt eine Rolle?
MIMO lebt doch von Mehrwegeausbreitung, damit jede Antenne eine 
unterschiedliche Kanalimpulsantwort "sieht".
Bei statistisch verteilten Streuzentren ist die Polarisation jedoch 
gleichverteilt durch die Reylight-Streuung.
Gast #6705232
Lesenswert?

Auch bei Mimo kann eine Entkopplung bei zwei Antennen durch 
unterschiedliche Polarisation von Vorteil sein, gerade wenn gerichtete 
Antennen eingesetzt werden, da diese die Reflexionen aus anderen 
Richtungen durch den geringeren Öffnungswinkel ausblenden. Zumindest 
gilt das bei Quasi-Sichtverbindung mit einer gewissen Höhe über Grund.
Gast #6705243
Lesenswert?

Auch von der Sendeseite ist es bei OFDM-MIMO zu bevorzugen, wenn die 
beiden lokalen Antennen möglichst wenig verkoppeln, wegen der 
erforderlichen Linearität (Verschiebung Arbeitspunkte bzw. 
Linearisierungsysteme).
OP #6705568
Lesenswert?

Hp M. schrieb:
> Thomas L. schrieb:
>> Gibt es einen Grund, dass die beiden Antennen nebeneinander angebracht
>> werden und nicht untereinander?
>
> Ich sehe da nur, dass durch diesen Träger ein definierter Abstand
> zwischen den beiden Antennen erzwungen wird, die ja senkrecht zueinander
> polarisiert sind und somit wohl eine zirkular polarisierte Welle
> erzeugen sollen.

Der Abstand zwischen den beiden Antennen ist durch diesen Träger nur ca. 
35cm. Sollte der nicht größer sein?
Ich hatte es so verstanden, je größer der Abstand, desto besser. 
Jedenfalls lese ich immer etwas von einem Mindestabstand und nicht von 
einem festen Wert.
Habe leider gar keine Ahnung von HF Technik und je mehr ich im Internet 
dazu lese, je mehr unterschiedliche Aussagen lese ich.
Gruß Thomas
#6705616
Lesenswert?

MiMi schrieb:
> Spielt bei MIMO die Polarisation überhaupt eine Rolle?

Je nach dem, ob eine Raum- oder Polarisations-Diversität angestrebt 
wird. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Antennendiversität

Thomas L. schrieb:
> Der Abstand zwischen den beiden Antennen ist durch diesen Träger nur ca.
> 35cm. Sollte der nicht größer sein?
> Ich hatte es so verstanden, je größer der Abstand, desto besser.
> Jedenfalls lese ich immer etwas von einem Mindestabstand und nicht von
> einem festen Wert.

Hier wird wohl das Mikro-Diversityverfahren (=M.-D.) genutzt (im 
Gegensatz zu Makro-D.).
Der Abstand der Antennen soll beim M.-D. "einige" Wellenlängen betragen, 
bei Makro.-D. wären es etliche zig Meter.

Um bei dieser Antennenanordnung die nicht gewünschte gegenseitige 
Beeinflussung auszuschließen, braucht man diesen Mindestabstand. 
Zusammen mit der anderen Polarisation erreicht man die gewünschte 
Entkopplung.
Es ist nicht verwerflich, diesen Abstand etwas zu vergößern; weniger 
wäre jedoch nicht empfehlenswert. Ob nebeneinander oder übereinander ist 
gesprungen wie gehoppst... :-)

Michael
Gast #6839996
Lesenswert?

Danke für diese interessanten Konversation. Die hat mir sehr 
weitergeholfen, da ich am Wochenende meine neu erworbenen Wittenberg LAT 
54 übereinander anbringen möchte und mir nicht sicher war, wieviel 
Mindestabstand eingehalten werden muss oder ob die Übereinandermontage 
überhaupt sinnvoll ist.
Gast #6840032
Lesenswert?

Michael M. schrieb:
> Eine Zirkularpolarisation wird dabei jedoch nur dann erreicht, wenn die
> eine der beiden Antennen über eine phasenverschiebende L/4-Leitung
> gespeist wird und die andere direkt.

Bei nebeneinander montierten Antenne hat man die Phasenverschiebung 
schon, wenn man mit der Gegenstation nicht exakt auf der Mittellinie 
sitzt. Zudem wird die Phasenverschiebung auch noch entfernungsabhängig.
Kurz: Die Umlenkleitung kann man sich sparen, solange die 
Antennenelement für V- und H-Polarisation nicht auf dem selben Boom 
sitzen.
Egal wie man es dreht - die Anordnung ist für Zirkularpolarisation 
ungeeignet.
Gast #6841770
Lesenswert?

Ich hab die LAT54 jetzt installiert und auf einen andere Mast mit 
1800MHz Band 3 ausgerichtet. Aber auch nach einem Routerneustart 
(Speedport Hybrid 1) wird nur 800MHz empfangen, obwohl die LAT54 doch 
nur 1710 - 1825MHz verstärken soll.

Scheinbar bucht sich der Router weiterhin am "alten" Mast ein, denn wenn 
ich die Antennen in dessen Richtung drehe, wird das Signal wieder 
stärker.

Was mache ich falsch?

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren