Mein Hausvoreigentümer hat mir einen Stapel Doppelglasscheiben hier
gelassen und meinte die hätte er als Ersatz für die Scheiben des
Wintergartens gekauft und er könne sie da lassen wenn ich will. Ich
dachte das kann nichts schaden da etwas passendes auf Reserve zu haben,
also habe ich zugestimmt. Nachdem ich Jahre später den Stapel mal
genauer angesehen habe, ist mir aufgefallen, dass er mich angelogen hat:
die Maße passen nicht und noch dazu sind das Doppelglasscheiben. Also
wollte ich die jetzt mal entsorgen.
Mir fiel dann aber auf, dass der Rand aus Metall ist. Die Frage ist
jetzt nur: welches? Das Zeug ist weich wie Blei, kann man an den dünnen
Stellen mit dem Cuttermesser schneiden. Bei Wikipedia steht, dass früher
Fensterränder gelötet wurden. Ich kann aber nirgends eine Info finden
womit. Habe ich da jetzt Sondermüll zu entsorgen? Oder einen
zusätzlichen Baustein für meine Rentenvorsorge? Wie erkenne ich was es
ist? Blei? Zinn? Irgendeine Legierung?
Wenn Du es anritzen kannst und die blanke Fläche leicht bläulich
erscheint, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit Blei. Zinn wäre eher
silbern.
Für Zinn würde der geringe Schmelzpunkt sprechen, der die Handhabung mit
Glas einfacher machen würde. Könnte auch eine Legierung aus beidem sein,
löten kann man beides.
Bläulich sieht das nicht aus. Ob es eine Legierung ist, weiß ich
natürlich nicht. Aber das Thema Zinnpest beschreibt ziemlich gut wie es
aussieht. Oberflächlich weißes Pulver, innen silberfarbig wenn man es
aufschneidet, was es auch bleibt.
Das sieht auch aus wie eine Art Strangprofil mit quadratischem
Querschnitt, der mit etwas gefüllt ist, was wie Sand aussieht.
Vielleicht hab ich ja tatsächlich Glück und Zinn im Wert von ein paar
hundert Euro. Wenn es nicht mit Kleberrückständen verunreinigt wäre und
ich einen passenden Topf hätte, könnte ich glatt auf die Idee kommen das
einzuschmelzen. Da müsst der Sand dann ja an der Oberfläche schwimmen.
Stephan S. schrieb:> Bei Wikipedia steht, dass früher> Fensterränder gelötet wurden. Ich kann aber nirgends eine Info finden> womit.Stephan S. schrieb:> Das sieht auch aus wie eine Art Strangprofil mit quadratischem> Querschnitt, der mit etwas gefüllt ist, was wie Sand aussieht.
In Blei gibt es da schon einiges in der Art. Z.B.:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Bleirute
- http://www.glas-per-klick.de/bleitechnik/index.html
Das "sandige" könnte irgend ein Kit sein der einfach seine beste Zeit
hinter sich hat.
Stephan S. schrieb:> Bläulich sieht das nicht aus. Ob es eine Legierung ist, weiß ich> natürlich nicht. Aber das Thema Zinnpest beschreibt ziemlich gut wie es> aussieht. Oberflächlich weißes Pulver, innen silberfarbig wenn man es> aufschneidet, was es auch bleibt.
Das hat nix mit Zinnpest zu tun, wenn es nur oberflächig ist. Ist nur
eine handelsübliche Oberflächenkorrosion.
Von Zinnpest sehe ich da nichts. Zinnpest durchdringt das komplette
Material und tritt nicht nur an der Oberfläche auf. Durch die
Volumenänderung bei diesem Prozess zerbröselt nach und nach der
komplette Zinn-Körper.
Ja wenn sich das Zinn bei Zinnpest komplett durch umwandeln würde, ist
es was anderes.
Das Sandige könnte auch Glas- oder Perlit oder sowas sein, irgendein
Granulat. Da sind auch winzige Löcher im Profil Richtung
Scheibenzwischenraum.
Im Rahmen meiner Möglichkeiten habe ich mal die Dichte ermittelt und
komme auf etwa 8,9 g/cm³. Blei hat 11,3 und Zinn 7,3. Also wohl doch
irgendeine Legierung, aber auf jeden Fall kein reines Zinn, weil zu
schwer.
Die Profile für Doppelglasfenster enthalten feuchteabsorbierendes
Granulat, da mit der Zeit eingedrungenes Wasser zum Beschlagen der
Innenseite der Scheiben führte. Wenn das Zeug Keramik ist, Brrrr, die
Brösel sind beim Öffnen gleich überall und machen eine Mordssauerei.
besonders dumm dabei ist aber, dass das Keramikgranulat beim
Wieder-Einschmelzen des Glases sehr stört. Die Entsorgung solches
Verbundglases dürfte recht teuer sein. Daher wohl das "Geschenk".
Anhand des Bildes wäre aber auch Silica-Gel möglich. Die Flamme eines
Brenners könnte da Klarheit schaffen.
Blei oder Zinn oder Legierung? Ein Lötkolben mit Temperaturanzeige
könnte da Klarheit schaffen. Die Schmelztemperaturen findet man im
Tabellenbuch oder im net.
Teo D. schrieb:> Hab ne Kunstglaser in der Familie.> 100% Blei und Kitt.
Hast Recht, hab mal nen größeren Brocken eingeschmolzen und nochmal
gemessen und komme damit ziemlich genau auf die Dichte von Blei. Da war
wohl doch bei meiner ersten Messung ein Fehler drin. Auch das EDX hat es
bestätigt. Fast reines Blei, nur ganz wenig Kohlenstoff und Sauerstoff
waren auch dabei.
Peter R. schrieb:> Blei oder Zinn oder Legierung? Ein Lötkolben mit Temperaturanzeige> könnte da Klarheit schaffen. Die Schmelztemperaturen findet man im> Tabellenbuch oder im net.
Die Idee hatte ich vorher auch schon und das schon auch mit meiner JBC
probiert. Aber man weiß nie so genau ob es nun am zu langsamen
Wärmeübergang liegt oder weil die Masse an Blei die Wärme ableitet dass
es noch nicht schmilzt, oder ob die Temperatur wirklich noch zu niedrig
ist.
Verwundert hat mich halt die silbrig helle Oberfläche. Aber einen Tag
später hat sichs bei meinem geschmolzenen und dann gegossenen
Halbkiloklumpen dann auch wieder mit der silbrige Oberfläche und man
glaubt sofort dass es Blei ist.
Jetzt bleibt noch die Frage was man alles schönes mit 30 kg Blei
anfangen kann. Gegen 5G und andere böse Strahlen von Leuten die unsere
Gedanken steuern wollen abschirmen? Ein sicheres Zimmer für den nächsten
Atomkrieg oder leckes AKW bauen? Den Vorschlag des Kollegen es in ne
Kuchenform zu gießen und dann Schokoglasur und Streußel drüber zu machen
und dann den Kollegen hinzustellen fand ich nicht so toll. Das ist
höchstens beim Ersten der sich ein Stück abschneiden will witzig, dann
ist das Überraschungsmoment schon weg...
Stephan S. schrieb:> Jetzt bleibt noch die Frage was man alles schönes mit 30 kg Blei> anfangen kann. Gegen 5G und andere böse Strahlen von Leuten die unsere> Gedanken steuern wollen abschirmen?
Ergibt eine Menge Geschosse, wenn man es von der offensiveren Seite
betrachtet.
Richard H. schrieb:> Stephan S. schrieb:>> Jetzt bleibt noch die Frage was man alles schönes mit 30 kg Blei>> anfangen kann. Gegen 5G und andere böse Strahlen von Leuten die unsere>> Gedanken steuern wollen abschirmen?>> Ergibt eine Menge Geschosse, wenn man es von der offensiveren Seite> betrachtet.
Warum nich gleich, in den Wald schmeißen.....
Beim Schrotthändler gibts 30-35€ für. Da dreht das sicher noch ein paar
Runden mehr, bis es auf dem Teller landet.
Witzige... Nee, gebrochene Zehen, sind alles andere als 'Witzig'.