Chip gesucht: magischer Rauch in Beckhoff EL2124

OP #6715577
Lesenswert?

Hallo zusammen,

ein Beckhoff SPS-Modul vom Typ EL2124 habe ich leider falsch behandelt, 
was zu weißem Rauch geführt hat. Details zu dem Klemmenmodul findet man 
hier:

https://www.beckhoff.com/de-de/produkte/i-o/ethercat-klemmen/el2xxx-digital-ausgang/el2124.html

Es soll sich um eine Ausgang dieser Art: "±20 mA (kurzschlussfest) je 
Kanal, Typ CMOS-Ausgang/Push-pull" handeln.

Das Gehäuse habe ich sanft aufgehebelt und es scheint der Chip im Foto 
durchgebrannt zu sein. Leider kann ich mit der Beschriftung nicht viel 
anfangen. Hat jemand eine Idee was das sein könnte?

Danke

Viele Grüße

Mebus
Angehängte Dateien:
Gast #6715611
Lesenswert?

Ganz links könnte sogar das Logo von NXP oder Nexperia sein.

Ist auf der Platine eigentlich nichts weiter drauf als das 
Schieberegister und ein Kerko am Ausgang? Irgendwie hätte ich mir 
Industrie-Elektronik robuster vorgestellt, also wenigstens mit ein paar 
Schutzdioden oder so...
OP #6715630
Lesenswert?

Hallo zusammen,

vielen Dank! Der 74HCT245 hört sich plausibel an und der Schriftzug 
könnte gut passen. Daneben sind glaube ich noch ADuM3210/ADuM3211. 
Sollte ich die mit tauschen?

Anbei noch ein paar Bilder. Ich weiß nicht genau, was ich falsch gemacht 
habe. Vielleicht ist der Ausgang irgendwie mit 24V in Kontakt gekommen 
:-P

Viele Grüße

Mebus
Angehängte Dateien:
Gast #6715877
Lesenswert?

Wahnsinn, die trauen sich was bei Beckhoff. Der Ausgang des HCT245 ist 
ohne weitere Schutzmaßnahmen direkt an den Ausgang geführt. Mal 
abgesehen von der ESD-Maßnahme mit dem Kondensator.

Merlin B. schrieb:
> Vielleicht ist der Ausgang irgendwie mit 24V in Kontakt gekommen

Das wird es wohl gewesen sein.

Merlin B. schrieb:
> Daneben sind glaube ich noch ADuM3210/ADuM3211. Sollte ich die mit tauschen?

Schwierig zu sagen, je nach Schadensbild im 245 könnten die in 
Mitleidenschaft gezogen worden sein, muss aber nicht. Liegt dran, wo Du 
Ersatzteile bestellen willst. Wenn die Versandkosten hoch sind vlt. 
vorsichtshalber mitbestellen.
Die galvanische Trennung hat jedenfalls sichergestellt, dass kein 
weitergehender Schaden möglich ist. Nach dem Auslöten noch prüfen, ob 
das lokale 5V Netzteil I.O. ist. Dazu nur von außen versorgen, 
Busanbindung nicht notwendig.
Gast #6716292
Lesenswert?

Mucky F. schrieb:
> Leider nicht nur an dieser Klemme. Dafür funzt der Support ganz gut.

Das mit dem Support habe ich auch schon gehört, alles supi.

Allerdings könnten sich - angesichts der Bilder - hier eine ganze Reihe 
von Entwicklern von Industrieelektronik fragen, warum man den ganzen Tag 
über bullet-proof Konzepte nachdenkt. Einfach den Ausgang vom uC an die 
Klemme klatschen und fertig isses. Schutz gegen Fremdspannung? Wozu? 
Geht doch auch mal was kaputt! Anwenderfehler? Vertrieb freut sich!
Gast #6716300
Lesenswert?

H. schrieb:
> Geht doch auch mal was kaputt! Anwenderfehler? Vertrieb freut sich!

Bei einer Anlage von xxx k€ freut man sich dann besonders über die 
Stillstandszeiten pro Stunde. Eigentlich sollten Entwickler wissen, dass 
das meiste Übel von AUßEN kommt und dem vorbeugen.
Gast #6716318
Lesenswert?

das ist ja auch eher eine Klemme für Sonderfälle mit 'Digital Ausgang 5 
V DC' und damit nur für interfacing mit Digitalschaltungen gedacht, und 
da hat der Bustreiber doch schon einen passenden Ausgang. Ansonsten 
setzt man eher die 24 V Klemmen ein die Optopkoppler oder spezielle 
Treiber enthalten, die sind aber typischerweise langsamer.
Gast #6716324
Lesenswert?

Da ist richtig, allerdings habe ich selbst auch schon bullet-proof 
Digitalausgänge gebaut. Mit Hilfe von NTC und TVS kann man da schon was 
relativ kostengünstiges bauen, was gegen 30v Fremdspannung ankommt.
Gast #6716580
Lesenswert?

Johannes S. schrieb:
> das ist ja auch eher eine Klemme für Sonderfälle mit 'Digital Ausgang 5
> V DC' und damit nur für interfacing mit Digitalschaltungen gedach

Einmal falsch geklemmt und das Teil ist hinüber.    Auf Breadboard mag 
das ja gehen, in einer Industrieklemme hat das nichts zu suchen.

H. schrieb:
> Mit Hilfe von NTC und TVS kann man da schon was relativ kostengünstiges
> bauen, was gegen 30v Fremdspannung ankommt

Hab ich schon  2kV ESD fest gebaut, ist auch kein Hexenwerk.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #6716659
Lesenswert?

H. schrieb:
> Da ist richtig, allerdings habe ich selbst auch schon bullet-proof
> Digitalausgänge gebaut. Mit Hilfe von NTC und TVS kann man da schon was
> relativ kostengünstiges bauen, was gegen 30v Fremdspannung ankommt.
Ich bekomm diesen kugelsicheren Eingang mit dem nächsten freien Draht 
kaputt. Wetten?

Ich bin inzwischen auch so weit, dass ich Ausgänge und Eingänge gegen 
EMV/ESD schütze. Aber nicht gegen Fehlbedienungen. Und was sage ich: 
kein Problem. Es beklagt sich keiner bei mir, wenn er mit 230V meine 
24V-Steuerung oder einen Port davon abgefackelt hat.

Du kannst einen Port nicht vor Fehlbedienungen schützen (schon allein, 
weil einer es immer schafft, die Netzspannung falsch anzuklemmen). Und 
wenn du es versuchst, dann bestrafst du die, die die Bedienungsanleitung 
lesen und beachten, mit zu teurer, weil unnötiger Hardware.

Mucky F. schrieb:
> in einer Industrieklemme hat das nichts zu suchen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die immer noch funktionieren wurde, 
wenn sie nicht falsch bedient und die Anleitung beachtet worden wäre.
Gast #6716663
Lesenswert?

Mucky F. schrieb:
> Einmal falsch geklemmt und das Teil ist hinüber.

Dann klemmt man es halt richtig. Beckhoff baut vieles was nicht 0815 SPS 
ist, und wenn man solche Klemmen plant dann hat das auch einen Grund. 30 
V Schutz ist gut, und was macht es falsch aufgelegt in ein einer 48 V 
Installation? Und 24 V Klemmen fangen bei 230 V auch an zu stinken.
Gast #6716667
Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Ich bin mir ziemlich sicher, dass die immer noch funktionieren wurde,
> wenn sie nicht falsch bedient und die Anleitung beachtet worden wäre.

Eine Binse, aber ne SPS sollte wenigstens ihre eigene Standardspannung 
an den Klemmen überleben. Kann man sicher anders sehen, ist halt meine 
Meinung. Die reine Lehre nützt auch nichts mitten auf nem See im 
nirgendwo morgens um sieben.

Bei so was hat mich übrigens der Beckhoff Support mal rausgehauen. Um 
die Zeit ohne Kunden- und Hotlinenummer, Ansprechpartner etc. pp. , War 
nicht mal deren Fehler.

Versuch das mal bei der SAG, da findest du nicht mal den für den Fehler 
zuständigen raus weil du nicht weißt welcher das sein könnte.
Gast #6716704
Lesenswert?

Mucky F. schrieb:
> Eine Binse, aber ne SPS sollte wenigstens ihre eigene Standardspannung
> an den Klemmen überleben. Kann man sicher anders sehen, ist halt meine
> Meinung.

Danke, genau so meinte ich das auch.

Lothar M. schrieb:
> Ich bekomm diesen kugelsicheren Eingang mit dem nächsten freien Draht
> kaputt. Wetten?

Johannes S. schrieb:
> und was macht es falsch aufgelegt in ein einer 48 V
> Installation? Und 24 V Klemmen fangen bei 230 V auch an zu stinken.

Es gibt IMMER irgendwo die nächst höhere Spannung, mit der man alles 
kaputt bekommt (230v, 6kV, 110kv, 380kV, Blitzschlag, EMP, 
Weltuntergang).

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren