Forum: HF, Funk und Felder Paralellschaltung 2x 100 Ohm Wiederstände mittels 100 Ohm Koax


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von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Hallo!

Ich baue mir eine Dummyload für Leistungen bis 1kW und Frequenzen bis 
500 MHz. Dafür schalte ich zwei 100 Ohm Widerstände (je 800W) parallel. 
Da die Bauformen bei dieser Leistung schon sehr groß sind, stellt sich 
mir die Frage, wie man diese Widerstände am besten miteinander 
verbindet, ohne dass man durch die Verbindung unnötig viel 
induktive/kapazitive Anteile dazu bekommt. (Auch aus thermischer Sicht 
wäre es besser, wenn die Wiederstände weiter auseinander sind)

Theoretisch sollte es ja möglich sein, beide Widerstände über je ein 100 
Ohm Koaxialkabel an einer N-Buchse anzuschließen. 100 Ohm Parallel 100 
Ohm sind 50 Ohm, soweit ich weiß auch in diesem Fall. werden die 100 Ohm 
Koaxialkabel richtig abgeschlossen, wird da auch nichts transformiert. 
Leider gibt es auf dem Markt kaum 100 Ohm Koaxialkabel (Ich konnte 
bisher nur 95 oder 93 Ohm finden).

Könnte man in so einem Fall auch 100 Ohm Twinaxialkabel verwenden? Ich 
glaube zwar nicht, dass das funktioniert, aber ich kenne mich da einfach 
zu wenig aus.

Für Tipps wäre ich dankbar.

Danke SG Sebastian

Edit: Fehler korrigiert

: Bearbeitet durch User
von Michael M. (michaelm)


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Moin,

Bilder, besonders von den Widerständen und ggf. Einbauort verfügbar? 
Oder soll das Ganze dann luftgekühlt bleiben?

Michael

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Michael M. schrieb:
> Moin,
>
> Bilder, besonders von den Widerständen und ggf. Einbauort verfügbar?
> Oder soll das Ganze dann luftgekühlt bleiben?
>
> Michael
Ein Bild ist angehängt.

Die Widerstände werden auf eine Kupferplatte als Heatspreader und dann 
auf einen großen Kühlkörper montiert.

von Michael M. (michaelm)


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Hast du den KK bereits? Wenn JA, Bild?

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Michael M. schrieb:
> Hast du den KK bereits? Wenn JA, Bild?

https://www.fischerelektronik.de/web_fischer/de_DE/K%C3%BChlk%C3%B6rper/D04/L%C3%BCfteraggregate%20mit%20Axiall%C3%BCfter/VA/LA625012/index.xhtml

Der KK ist ca 2cm breiter als die Widerstände lang sind.

Vorerst ist es dieser KK. Ich habe momentan nicht vor die Dummyload über 
längere Zeit zu belasten. Sollte es notwendig sein, werde ich einen 
größeren verwenden.

Mir geht es momentan aber eher um den elektrischen teil ...

SG

von Michael M. (michaelm)


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So aus dem Stegreif würde ich das mit einem Eigenbau-Koax 100 R aus 
Rund-Halbzeugen mit Luft-Dielektrikum lösen. Das wird sich allerdings 
nur "geradeaus" anfertigen lassen.
Ein NWA oder VNWA leistet bei dem Bastelfortschritt sicherlich gute 
Hilfe, um die Anpassung ordentlich hinzubekommen.

Michael

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Wäre es vielleicht sinnvoller, zwei oder besser vier Widerstände 
ringförmig auf einer Platte anzuordnen, so dass sich deren "heißen" 
Anschlüsse in der Mitte treffen? Dieser Mittelpunkt wäre dann 
gleichzeitig der Innenleiteranschluss der N-Buchse oder des Kabels. Wenn 
die Platte hinreichend gut wärmeleitend wäre, d.h. z.B. 1 cm Kupfer, 
dann ließen sich doch noch Kühlkörper rund um die Widerstände anordnen. 
Das ließe sich auch mit dem gewünschten Lüfteraggragat von Fischer 
kombinieren.

Oder man kann auf die Trägerplatte verzichten und die N-Buchse direkt 
auf der Kühlrippenseite des Kühlkörpers montieren, so dass der 
Innenleiter durch ein Loch auf der planen Seite zugänglich ist.

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Michael M. schrieb:
> So aus dem Stegreif würde ich das mit einem Eigenbau-Koax 100 R aus
> Rund-Halbzeugen mit Luft-Dielektrikum lösen. Das wird sich allerdings
> nur "geradeaus" anfertigen lassen.
> Ein NWA oder VNWA leistet bei dem Bastelfortschritt sicherlich gute
> Hilfe, um die Anpassung ordentlich hinzubekommen.
>
> Michael

Zur Not müsste ich dass mal probieren ... handwerklich bin ich leider 
nicht allzu begabt

Andreas S. schrieb:
> Wäre es vielleicht sinnvoller, zwei oder besser vier Widerstände
> ringförmig auf einer Platte anzuordnen, so dass sich deren "heißen"
> Anschlüsse in der Mitte treffen? Dieser Mittelpunkt wäre dann
> gleichzeitig der Innenleiteranschluss der N-Buchse oder des Kabels. Wenn
> die Platte hinreichend gut wärmeleitend wäre, d.h. z.B. 1 cm Kupfer,
> dann ließen sich doch noch Kühlkörper rund um die Widerstände anordnen.
> Das ließe sich auch mit dem gewünschten Lüfteraggragat von Fischer
> kombinieren.
>
> Oder man kann auf die Trägerplatte verzichten und die N-Buchse direkt
> auf der Kühlrippenseite des Kühlkörpers montieren, so dass der
> Innenleiter durch ein Loch auf der planen Seite zugänglich ist.

Wäre natürlich auch eine möglichkeit, wobei ja nicht nur die "heißen" 
anschlüsse so kurz wie möglich sein sollten ...

wie sieht es mit einem Twinaxialkabel aus?

von Michael M. (michaelm)


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Sebastian E. schrieb:
> ...handwerklich bin ich leider nicht allzu begabt...

Hilft aber ungemein, wenn du dir das aneignest. :-)

> wie sieht es mit einem Twinaxialkabel aus?

Ich meine, da bist du mit der koaxialen Lösung "näher dran". 
Zwillingsleitungen (z.B. Luft-Diel.) werden unter 200 R schon mechanisch 
kritisch. Mit fertigen Produkten in diesem Imp.-Bereich kenne ich mich 
nicht aus; vlt. wirst du fündig, kann sein.
Bedenke jedoch die Belastbarkeit (Spannung)!

Michael

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Eine andere möglichkeit wäre natürlich, die Widerstände "Kopf auf Kopf" 
übereinander zu legen. Dann braucht man 2 Kühlkörper. 
DieVerbindungsleitungen zwischen den Widerständen sind dann auch sehr 
kurz.

: Bearbeitet durch User
von Michael M. (michaelm)


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Hatte ich auch überlegt; aber dann bekommst einen regelrechten hot spot. 
:-(

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Sebastian E. schrieb:

> Leider gibt es auf dem Markt kaum 100 Ohm Koaxialkabel (Ich konnte
> bisher nur 95 oder 93 Ohm finden).

Wenn du nicht gerade ein hochgenaues Messgerät damit abschließen willst, 
ist das doch pupsegal.

> Könnte man in so einem Fall auch 100 Ohm Twinaxialkabel verwenden?

Das wirst du kaum für deine Leistungsklasse bekommen.

Für Kurzwelle mag so ein Aufbau gehen, für 2 m vielleicht gerade noch, 
darüber hinaus wirst du kaum kommen damit.

von Ralf (Gast)


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2x 50 Ohm Koax in Reihe ist doch am einfachsten
aber aufpassen  je nach Frequenz und Länge kann sich da  was unpassendes 
Transformieren
(ob das  ganze bis 500Mhz ohne Kompensation geht  ist sowieso ne  andere 
Frage)

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Ralf schrieb:
> 2x 50 Ohm Koax in Reihe

???

Das sind doch keine Widerstände, die man einfach in Reihe schalten kann.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jörg W. schrieb:
> Für Kurzwelle mag so ein Aufbau gehen, für 2 m vielleicht gerade noch,
> darüber hinaus wirst du kaum kommen damit.

Um das mal praktisch zu zeigen, ich habe sowas vor einiger Zeit auch mal 
aufgebaut, aus 2 100-Ω-Widerständen zu je 500 W Belastbarkeit. Man sieht 
recht gut, dass das bis 2 m mit dem Aufbau noch recht ordentlich geht, 
70 cm ist grenzwertig, darüber hinaus kann man das vergessen.

(Sorry fürs miese Photo, aber dort wo die Kiste mit dem 
Abschlusswiderstand steht, kann ich den NWA leider nicht an einen 
Computer klemmen.)

von Wolfgang (Gast)


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Sebastian E. schrieb:
> 
https://www.fischerelektronik.de/web_fischer/de_DE/K%C3%BChlk%C3%B6rper/D04/L%C3%BCfteraggregate%20mit%20Axiall%C3%BCfter/VA/LA625012/index.xhtml

Hoffentlich nicht nur einen. Bei 1kW Dauerstrich kannst du da sonst gut 
deine Spiegeleier drauf garen. Lieber zwei als einen langen, i.e. zwei 
100er kühlen mehr weg als ein 250er - der Preis ist nur ein zusätzlicher 
Lüfter

von Ralf (Gast)


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von Gondo (Gast)


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Sebastian E. schrieb:
> Ich konnte
> bisher nur 95 oder 93 Ohm finden

5% Abweichung bei der Leitungsimpedanz ist ja nicht sooo schlecht.
2%-5% Fertigungstoleranz ist bei günstigem Koax m.W. üblich.

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Danke für die Antworten. Ich probiere es mal mit dem 95 Ohm Koax und den 
parallel/serienschaltungen von 50 Ohm Koax. Mal schauen was besser geht.

Bezüglich der Kühlung: 1kW Dauerstrich wird sich nicht ausgehen, 
zumindest kurzzeitig wäre es aber schön. Sollte es sich nicht ausgehen, 
kommt ein anderer KK (oder mehrere) drann. Den, der ich jetzt habe, 
konnte ich günstig auf Ebay bekommen. Solche Kühlkörper sind leider 
sündhaft teuer.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Ralf schrieb:
> div. reihen/parallel Varianten von Koax Kabeln

Allein die Überschrift klingt alles andere als praxistauglich …

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Jörg W. schrieb:
> Ralf schrieb:
>> div. reihen/parallel Varianten von Koax Kabeln
>
> Allein die Überschrift klingt alles andere als praxistauglich …

DK7ZB passt seine Yagis so an. Eine Viertelwellenleitung mit einem 
Wellenwiderstand von um die 37 Ohm ( 2x 75 Ohm Koax) zum Anpassen einer 
28 Ohm Yagi an 50 Ohm. Scheint auch in der Praxis gut zu funktionieren 
;)

von blubb (Gast)


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Sebastian E. schrieb:
> DK7ZB passt seine Yagis so an. Eine Viertelwellenleitung mit einem
> Wellenwiderstand von um die 37 Ohm ( 2x 75 Ohm Koax) zum Anpassen einer
> 28 Ohm Yagi an 50 Ohm. Scheint auch in der Praxis gut zu funktionieren

Fuer ein paar MHz Bandbreite ist sowas machbar, aber nicht um eine 
Dummyload breitbandig fuer alle Baender anzupassen.

Und 1/4 Labda bei 80m sind auch nciht gerade handlich..
:D

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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blubb schrieb:
> Sebastian E. schrieb:
>> DK7ZB passt seine Yagis so an. Eine Viertelwellenleitung mit einem
>> Wellenwiderstand von um die 37 Ohm ( 2x 75 Ohm Koax) zum Anpassen einer
>> 28 Ohm Yagi an 50 Ohm. Scheint auch in der Praxis gut zu funktionieren
>
> Fuer ein paar MHz Bandbreite ist sowas machbar, aber nicht um eine
> Dummyload breitbandig fuer alle Baender anzupassen.
>
> Und 1/4 Labda bei 80m sind auch nciht gerade handlich..
> :D

Ich muss ja auch nichts anpassen. Die Länge des Koax ist auch vollkommen 
unproblematisch in dieser Hinsicht, weil es mit dem Wellenwiderstand 
abgeschlossen wird.
Das war nur ein Beispiel um zu zeigen, dass man Koaxkabel parallel/in 
serie schalten kann, um den Wellenwiderstand zu ändern. Wie sich zeigt, 
kann man den entstehenden Vierpol wie ein "normales Koax" verwenden.

SG

von Michael M. (michaelm)


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Sebastian E. schrieb:
> ...Ich habe momentan nicht vor die Dummyload über
> längere Zeit zu belasten....

Grundsätzliche Frage nach deiner Einschätzung dazu:
Welche Zeiten voraussichtlich?
Abstimmen im regulärem Sendebetrieb? ->Sekundenbereich, vlt. mal 10-20 s 
max., und das doch mit verminderter Leistung, wenn du nicht gerade eine 
5kW-PA hast. ;-)
Längere Abgleich-Arbeiten? ->Auch nur unwesentlich länger, Dauertest mal 
ausgenommen.

Michael

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Michael M. schrieb:
> Sebastian E. schrieb:
>> ...Ich habe momentan nicht vor die Dummyload über
>> längere Zeit zu belasten....
>
> Grundsätzliche Frage nach deiner Einschätzung dazu:
> Welche Zeiten voraussichtlich?
> Abstimmen im regulärem Sendebetrieb? ->Sekundenbereich, vlt. mal 10-20 s
> max., und das doch mit verminderter Leistung, wenn du nicht gerade eine
> 5kW-PA hast. ;-)
> Längere Abgleich-Arbeiten? ->Auch nur unwesentlich länger, Dauertest mal
> ausgenommen.
>
> Michael

Prinzipiell sollte das ding 1kW auf dauer aushalten. Mit diesem KK geht 
das nicht. Zumindest 10-20s "ooooola" mit 1 kW in SSB sollten aber drinn 
sein.

von Michael M. (michaelm)


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Seit wann wird mit einem Dummy auf Sendung gegangen? Den brauchst du 
doch nur zum kurzen Abstimmen und da beginnt das Prozedere nicht mit 1 
kW, sondern einem Bruchteil der Max.-Leistung. Und wenn du zum Schluss 
mit 100% Ansteuerung dreimal "Oooola" dem Dummy gibst, dauert das 
höchstens 10 s.

Eine 1 kW-Dauerprüfung machst du besser an der Antenne mit einer 
Dauerstrich-Betriebsart (z.B. RTTY). ;-)

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Sebastian E. schrieb:
> Eine Viertelwellenleitung mit einem Wellenwiderstand von um die 37 Ohm
> ( 2x 75 Ohm Koax) zum Anpassen einer 28 Ohm Yagi an 50 Ohm.

Beim Parallelschalten hast du zumindest noch eine brauchbare Abschirmung 
- bei einer Reihenschaltung nicht.

Aber es wurde doch oben schon geklärt: 93 oder 95 Ohm sind für einen 
Nennwert von 100 Ohm allemal gut genug. Die Kabel sind doch eh eher im 
Bereich +/-10 %.

von Henrik V. (henrik_v)


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So als Idee:
Gar kein extra Kabel.
Beide Rs mit Keramik aufeinander legen.
Center der Zuleitung an die beiden Kontakte der einen Seite.
Kupferblech als U um die Widerstände, beide Seiten an den Schirm (U mit 
Serifen, als Ring) und Mitte an die verbleibenden Kontakte. Blech 
zwischen den Montageflanschen.

Abstandshülsen zwischen die Kühllaschen(bohrungen) und beidseitig 
Kühlkörper (KK) drauf.
Weitere Abstandsbolzen oder n Unterlegscheiben je nach größe der KK an 
den Ecken, :)

ggf bei ordendlicher Zuleitung noch Rillen in die KK, wenn passgenau ist 
das gleich Zugentlastung , wenn nicht eine Buchse an den Rand des KK 
kommt.

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Habe vor einiger Zeit mal mit jemandem gemailt, der Dummyload-Module 
kommerziell vertreibt. Er empfahl, die Widerstände aufzulöten, alles 
andere hätte zu schlechten Wärmekontakt. Außerdem sind die Dinger wohl 
extrem pingelig zu behandeln hinsichtlich Überspannung, das können sie 
gar nicht ab.

von Mikrowilli (Gast)


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Die Empfindlichkeit gegen Überspannung kann ich aus leidvoller Erfahrung 
bestätigen. Also: Modulationsart berücksichtigen und neben der mittleren 
auch die Spitzenleistung im Auge behalten!

von Gerald K. (geku)


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Sebastian E. schrieb:
> Ein Bild ist angehängt.

 Um ein Gefühl  für die Größe zu bekommen wäre eine Münze neben dem 
Widerstand im Foto hilfreich.

: Bearbeitet durch User
von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Mikrowilli schrieb:
> Die Empfindlichkeit gegen Überspannung kann ich aus leidvoller Erfahrung
> bestätigen. Also: Modulationsart berücksichtigen und neben der mittleren
> auch die Spitzenleistung im Auge behalten!

Da es zwei 100 Ohm Widerstände sind, wird die Spannung eher weniger das 
Problem sein. U=Wurzel(P*R) ...bei 800W und 100 Ohm sind das ca 283V 
(zumindest das sollten die Rs können), bei 50 Ohm und 1000W sind es 
224V. Da hat man noch etwas Luft nach oben ....

Henrik V. schrieb:
> So als Idee:
> Gar kein extra Kabel.
> Beide Rs mit Keramik aufeinander legen.
> Center der Zuleitung an die beiden Kontakte der einen Seite.
> Kupferblech als U um die Widerstände, beide Seiten an den Schirm (U mit
> Serifen, als Ring) und Mitte an die verbleibenden Kontakte. Blech
> zwischen den Montageflanschen.
> Abstandshülsen zwischen die Kühllaschen(bohrungen) und beidseitig
> Kühlkörper (KK) drauf.
> Weitere Abstandsbolzen oder n Unterlegscheiben je nach größe der KK an
> den Ecken, :)
> ggf bei ordendlicher Zuleitung noch Rillen in die KK, wenn passgenau ist
> das gleich Zugentlastung , wenn nicht eine Buchse an den Rand des KK
> kommt.

So ähnlich habe ich mir das auch schon überlegt, es ist mechanisch etwas 
Aufwändige. Naja, ich warte erst mal ab, bis das bestellte Koax da ist, 
und dann schau ich mal wie gut das geht.

SG

von Mikrowilli (Gast)


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Sebastian E. schrieb:
> Mikrowilli schrieb:
>> Die Empfindlichkeit gegen Überspannung kann ich aus leidvoller Erfahrung
>> bestätigen. Also: Modulationsart berücksichtigen und neben der mittleren
>> auch die Spitzenleistung im Auge behalten!
>
> Da es zwei 100 Ohm Widerstände sind, wird die Spannung eher weniger das
> Problem sein. U=Wurzel(P*R) ...bei 800W und 100 Ohm sind das ca 283V
> (zumindest das sollten die Rs können), bei 50 Ohm und 1000W sind es
> 224V. Da hat man noch etwas Luft nach oben ....

Bei einem HF-Signal mit zeitlich konstantem Leistungsverlauf ist das 
richtig; aber denke mal an z.B. einen SSB-Sender mit Zweitonaussteuerung 
- da ist die Hüllkurven-Spitzenleistung deutlich größer als die mittlere 
Leistung - und damit auch die HF-Spitzenspannung deutlich größer als der 
für die mittlere Leistung berechnete Spannungswert. Das ist natürlich in 
diesem Fall kein Problem, solange man sich im Rahmen der in DL 
zulässigen Leistungsgrenzen für Amateurfunksender bewegt. (Mein 
verstorbener Leistungswiderstand war leider nur eine 250W-Version.)

von Volker M. (antennensimulation)


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Jörg W. schrieb:
> Um das mal praktisch zu zeigen, ich habe sowas vor einiger Zeit auch mal
> aufgebaut, aus 2 100-Ω-Widerständen zu je 500 W Belastbarkeit. Man sieht
> recht gut, dass das bis 2 m mit dem Aufbau noch recht ordentlich geht,
> 70 cm ist grenzwertig, darüber hinaus kann man das vergessen.

Du kannst versuchen, den Innenleiter mit einer Kupferfolie zu 
verbreitern, um die 50 Ohm in der Zuführung zu erhalten. Ohne den Schirm 
ist es an dieser Stelle sonst zu induktiv, geschätzt 4-5nH, bzw. zu 
wenig Shunt C. Daher Kompensation mit mehr C = breiterer Leitung.

Für eine Optimierung hilft es auch, die Referenzebene bei der Messung an 
das ENDE des Coax zu legen. Mit der Phasendrehung der Zuleitung (wie 
hier im Bild) ist das sonst im Smithchart schwer auswertbar.

Viele Grüße
Volker

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Volker M. schrieb:

> Du kannst versuchen, den Innenleiter mit einer Kupferfolie zu
> verbreitern, um die 50 Ohm in der Zuführung zu erhalten. Ohne den Schirm
> ist es an dieser Stelle sonst zu induktiv, geschätzt 4-5nH, bzw. zu
> wenig Shunt C. Daher Kompensation mit mehr C = breiterer Leitung.

Ja, ein Stück dreieckiger Cu-Folie könnte da helfen.

Als ich das damals aufgebaut habe, hatte ich keinen Analyzer > 160 MHz 
greifbar, und bis dahin sieht es ja auch so schon ganz gut aus. ;-)

> Für eine Optimierung hilft es auch, die Referenzebene bei der Messung an
> das ENDE des Coax zu legen. Mit der Phasendrehung der Zuleitung (wie
> hier im Bild) ist das sonst im Smithchart schwer auswertbar.

Naja, die Zuleitung ist ja auch ansonsten inhärenter Teil des Systems, 
d.h. der Abschluss kann nur mit dieser betrieben werden.

Das alles nochmal aufzupopeln bin ich jetzt fast zu faul ... für 2 m 
funktioniert er gut, für 70 cm brauchbar, mehr brauchen wir eigentlich 
gar nicht.

von Volker M. (antennensimulation)


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Jörg W. schrieb:

> Naja, die Zuleitung ist ja auch ansonsten inhärenter Teil des Systems,
> d.h. der Abschluss kann nur mit dieser betrieben werden.

Klar, aber mit VNA könnte man sehen ob die Fehlanpassung am Eingang der 
Dummyload durch die Verdrahtungseffekte induktiv oder kapazitiv ist und 
dann GEZIELT gegensteuern, anstatt trial & error. Dazu muss aber die 
Phasendrehung der Zuleitung rausgerechnet sein, sonst nutzt das 
Smithchart nicht viel.

: Bearbeitet durch User
von Mikrowilli (Gast)


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Ein fast identisches Projekt habe ich vor einigen Jahren angefaßt. 
Darüber ist eine bebilderte Beschreibung entstanden, die vielleicht noch 
einige Anregungen liefern kann. Mit ein wenig Rechnerei bin ich zu einer 
Lösung gekommen, die eine Zusammenschaltung der Widerstände mit 
50-Ohm-Koax erlaubt, bei 145 MHz noch über 30dB Rückflußdämpfung hat und 
einen Meßausgang mit 50dB Dämpfung bereitstellt.

Das PDF-Dokument ist leider 3MB groß, aber hier hat hoffentlich niemand 
mehr ein Analogmodem...

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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"Das simple Parallelschalten der beiden 100Ω-Widerstände führt bereits 
im oberen Kurzwellenbereich zu einem Absinken der Rückflußdämpfung auf 
unter 30dB."

Entspricht nicht ganz meiner Erfahrung (s.o.).

Allerdings: die Idee mit dem Messausgang hatte ich dann irgendwann 
fallen gelassen. Die gezeigten Widerstände mit dem durchgeführten Pad 
sind dafür natürlich nicht schlecht, sowas hatte ich nicht.

Vielleicht realisiere ich aber Volkers Idee mit dem Kupferblechstreifen 
noch.

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Hallo Zusammen.

Das 95 Ohm Koax ist mittlerweile angekommen (RG180). Im Anhang ein Bild 
vom (Test-)Aufbau.

Das was der NanoVNA ausspuckt ist überraschen gut. Kürzere Leitungen 
werden warscheinlich eine weitere Verbesserung bringen.

SG

von Bänz (Gast)


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Sebastian E. schrieb:
> Kürzere Leitungen
> werden warscheinlich eine weitere Verbesserung bringen.

Für höhere Frequenzen sollte auch darauf geachtet werden, dass der 
Übergang vom Koax auf den Widerstand einigermassen 100 Ohm Impedanz 
behält. So wie auf dem Foto sind es wohl mehrere hundert Ohm.

von Hp M. (nachtmix)


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Sebastian E. schrieb:
> Kürzere Leitungen
> werden warscheinlich eine weitere Verbesserung bringen.

Mach sie Lambda/2 für 500MHz lang. Dann werden, -unabhängig vom 
Wellenwiderstand des Kabels-, die 100 Ohm perfekt an den 
Verbindungspunkt transformiert.
Unterhalb von 500MHz entsteht dann zwar eine Fehlanpassung, die sich bei 
bei 93 Ohm Kabeln aber im Rahmen halten sollte, und bei niedrigen 
Frequenzen überhaupt verschwindet.

P.S.: Ich weiss aber nicht, ob deine 93 Ohm Kabel 400W aushalten...

: Bearbeitet durch User
von dfIas (Gast)


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Darf ich hierauf mal verlinken?
http://www.fukowa.de/Dummyload_1650W.html
http://www.fukowa.de/Dummyload_3000W.html
Sind äußerst preiswert und m. E. lohnt hier Eigenbau deshalb gar nicht 
mehr. Es sei denn, des Bastelns wegen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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dfIas schrieb:
> Darf ich hierauf mal verlinken?

Von ihm war übrigens der Tipp mit dem Auflöten der Widerstände. ;-)

von dfIas (Gast)


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... mit so wenig wie möglich Lötzinn durch hohen Anpressdruck während 
des Lötvorgangs.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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dfIas schrieb:
> ... mit so wenig wie möglich Lötzinn durch hohen Anpressdruck während
> des Lötvorgangs.

Naja, so extrem viel macht es auch nicht aus.

Gerade mal nachgerechnet, wenn man mal 3 cm² Grundfläche und Reinzinn 
annimmt, dann hat man bei 1 mm Schichtdicke und 500 W (pro Widerstand in 
meinem Fall) ca. 25 K Temperaturdifferenz. Real wird die Schicht sicher 
selbst ohne Anpressdruck einiges dünner werden, also bei vielleicht 0,2 
mm sind es noch 5 K.

Bleihaltiges Lot ist übrigens in der Beziehung schlechter, da Blei nur 
etwa die halbe Wärmeleitfähigkeit von Zinn hat.

von dfIas (Gast)


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OM Henrik Bufe betont das mit dem Anpressdruck ausdrücklich. Im 
Idealfall werden nur noch Hohlräume gefüllt. Wie dauerhaft die 
Verbindung steht und ob eine gute Wärmeleitpaste da nicht heran kommt, 
vermag ich nicht abzuschätzen. An einigen Punkten wird die Schichtdicke 
möglicherweise gegen Null gehen. (Oder schafft man das wegen der 
Kapillarwirkung nicht?) Vielleicht ist zuwenig Medium bzgl. mechanischem 
Stress (Temperaturgradienten bzw. dauernde -wechsel) auch nachteilig. 
Vorherige Oberflächenbehandlung (Schleifen/Polieren) hat sicher 
Einfluss. Auf die Verschraubung würde ich beim Verlöten aus diesen 
Gründen nicht verzichten.
In der nächsten Stufe der Wärmeabgabe sehe ich ein größeres Manko. Statt 
einem großen Heatspreader wären Heatpipes angesagt. Der Wärmetransport 
ist damit um Größenordnungen besser. Auf dem Markt vermisse ich 
vorgefertigte Angebote, wie es sie z. B. für CPU-Kühler (Arctic Ice & 
Co.) gibt, nur halt mal in der Größenordnung 2 kW statt 200 W. Das 
sollte sich doch skalieren lassen (doppelt breit, doppelt lang, doppelt 
hoch). Andererseits hat ein großer Cu-Heatspreader auch eine ganz 
ordentliche Speicherfähigkeit, so dass Kurzzeitbelastungen abgefangen 
werden.
Falls es einen Tipp bzgl. großer Kühlaggregate mit Heatpipes gibt, wäre 
ich dankbar. Damit ließen sich einige Druckluft-KK samt Lüftergetöse 
aussortieren, wenn auch die gesamte Aperatur durch den Lamellenblock 
sperriger (aber jedenfalls leichter und leiser) ausfällt.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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dfIas schrieb:
> Statt einem großen Heatspreader wären Heatpipes angesagt.

Die dürften aber für 1 kW auch schon recht heftig groß ausfallen.

Ist halt die Frage, ob man 1 kW Dauerstrich braucht oder ob es auch 5 
Minuten tun.

von Hp M. (nachtmix)


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Sebastian E. schrieb:
> Das 95 Ohm Koax ist mittlerweile angekommen (RG180)

Wie ich schon befürchtete: Das RG-180 hält bei 1GHz nur 250W aus.
Bei 400MHz sind 370W zulässig. Bei 500MHz wird das entsprechend weniger 
sein, jedenfalls nicht die benötigten 400W pro Zweig.

Ausserdem besteht die Seele aus 0,3mm versilberten Staku, welches bei 
niedrigeren Frequenzen Probleme bereiten kann, wenn der Skineffekt nicht 
mehr reicht um den Stromfluss in der Kupferschicht zu halten.
Dann kann der stählerne Kern den Wellenwiderstand verändern und bei 
höheren Leistungen auch PIM verursachen.
https://youtu.be/AX4xer_P6jI

von Sebastian E. (sebi33_sev)


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Hp M. schrieb:
> Sebastian E. schrieb:
>> Das 95 Ohm Koax ist mittlerweile angekommen (RG180)
>
> Wie ich schon befürchtete: Das RG-180 hält bei 1GHz nur 250W aus.
> Bei 400MHz sind 370W zulässig. Bei 500MHz wird das entsprechend weniger
> sein, jedenfalls nicht die benötigten 400W pro Zweig.
>
> Ausserdem besteht die Seele aus 0,3mm versilberten Staku, welches bei
> niedrigeren Frequenzen Probleme bereiten kann, wenn der Skineffekt nicht
> mehr reicht um den Stromfluss in der Kupferschicht zu halten.
> Dann kann der stählerne Kern den Wellenwiderstand verändern und bei
> höheren Leistungen auch PIM verursachen.
> https://youtu.be/AX4xer_P6jI

Es ist tatsächlich extrem dünn .... zum ausprobieren reichts ;)

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