Forum: PC-Programmierung komplizierte Schreibweise in Javascript / node.js


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von Aua (Gast)


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Ich brauche wohl ein bisschen Starthilfe: Ich möchte gerne diese 
Notation verstehen (Quelle: 
https://www.tutorialkart.com/nodejs/create-http-web-server-in-node-js/ ) 
Das ist mir irgendwie zu komprimiert:
1
// include http module in the file
2
var http = require('http');
3
 
4
// create a server
5
http.createServer(function (req, res) {
6
    // code to feed or request and prepare response
7
}).listen(9000); //the server object listens on port 9000

Also verstehe ich das richtig, außer dass ein http-Objekt erzeugt wird:
1) ich rufe eine Methode "createServer" auf. Argument dieser Methode ist 
eine Funktion
2) die Funktion hat 2 Argumente req und res (request, response) - wobei 
response ja eher ein Rückgabewert einer Funktion ist?
3) der Inhalt der Funktion wird in den {} Klammern gleich vor Ort 
definiert
4) wohin gehört das .listen(9000)? zu http oder zu createServer? 
Sinnvoll wäre wohl ersteres, also das ein Event-listener an das 
http-Objekt gebaut wird

Könnte man diese Punkte auch einzeln / auseinander schreiben? (wie?)

von Ralf (Gast)


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1
// include http module in the file
2
var http = require('http');
3
4
 
5
6
// create a server
7
var server = http.createServer(function (req, res) {
8
    // code to feed or request and prepare response
9
});
10
server.listen(9000); //the server object listens on port 9000

Ich denke: createServer erstellt ein Server-Objekt, welches die Methode 
listen bereitstellt.

von Εrnst B. (ernst)


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1) Dein Tutorial ist sehr sehr sehr alt.
Faustregel: Wenn Variablen mit "var" statt "let"/"const" definiert 
werden, wegwerfen, Neues suchen.

2) Weiter auseinandergedröselt:
1
  const http = require('http');
2
3
  // Wird für jeden HTTP-Request aufgerufen
4
  function requestHandler(req, res) {
5
     //...
6
     res.end("Hallo Welt");
7
  }
8
9
  // HTTP-Server anlegen, der "requestHandler" benutzt
10
  const server = http.createServer(requestHandler);
11
12
  // Server an Port binden, starten:
13
  server.listen(9000);

Ist so getrennt, weil man z.B. ein zweites, z.b. "https"-Server Objekt 
gleichzeitig offen haben kann, was denselben Requesthandler benutzen 
könnte.

von Aua (Gast)


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ja, so verstehe ich es besser, vielen Dank!

Εrnst B. schrieb:
> Dein Tutorial ist sehr sehr sehr alt.

Mein Auto auch, aber es fährt und macht keine Zicken :-)

von Aua (Gast)


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Εrnst B. schrieb:
> Dein Tutorial ist sehr sehr sehr alt.

Ich fand es thematisch ganz ok für meinen Bedarf - kannst Du ein Neueres 
empfehlen?

von Εrnst B. (ernst)


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Aua schrieb:
> Mein Auto auch, aber es fährt und macht keine Zicken

Musst die jeweilige Entwicklungsgeschwindigkeit berücksichtigen.

An der Javascript/ECMA-Script-Entwicklungsgeschwindigkeit bemessen ist 
der tutorial-Code eher ein Pferdefuhrwerk. Klar, das kann auch auf 
heutigen Straßen noch fahren, und es ist durchaus interessant wie man 
z.B. die Eisen-Laufflächen auf die Holzräder kriegt, aber wenn du nicht 
Historiker sondern KFZ-Mechaniker werden willst, dann fang mit was 
zumindest halbwegs aktuellem an.

von Εrnst B. (ernst)


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Aua schrieb:
> Ich fand es thematisch ganz ok für meinen Bedarf - kannst Du ein Neueres
> empfehlen?

erster Google-Treffer:

https://www.digitalocean.com/community/tutorials/how-to-create-a-web-server-in-node-js-with-the-http-module

Schaut auf den ersten Blick viel besser aus, vor allem hätte sich deine 
Eingangs-Frage damit erst garnicht gestellt.

von Aua (Gast)


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Ja, das ist besser. Nochmal danke.

von Georg A. (georga)


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Εrnst B. schrieb:
> An der Javascript/ECMA-Script-Entwicklungsgeschwindigkeit bemessen ist
> der tutorial-Code eher ein Pferdefuhrwerk. Klar, das kann auch auf
> heutigen Straßen noch fahren, und es ist durchaus interessant wie man
> z.B. die Eisen-Laufflächen auf die Holzräder kriegt, aber wenn du nicht
> Historiker sondern KFZ-Mechaniker werden willst, dann fang mit was
> zumindest halbwegs aktuellem an.

... was in zwei Jahren von den hippen Experten dann auch schon wieder 
als völlig veraltet bezeichnet wird ;)

von Dennis S. (eltio)


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Aua schrieb:
> Ich fand es thematisch ganz ok für meinen Bedarf - kannst Du ein Neueres
> empfehlen?

Zwar nicht an mich gerichtet, aber da ich beruflich Berührungspunkte 
damit habe... die beiden Seiten sind sehr gut, ersteres auch als 
Print-Version verfügbar.

https://eloquentjavascript.net/

https://javascript.info/

Und ja: es macht durchaus Sinn sich mit der modernen Programmierung 
auseinanderzusetzen wenn man mehr will als "irgendwie geht es". Dazu 
auch gleich der Verweis auf TypeScript wenn man mehr Typensicherheit 
möchte: https://www.typescriptlang.org/

Viele Grüße,
Dennis

von Sven L. (sven_rvbg)


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Georg A. schrieb:
> Εrnst B. schrieb:
>> An der Javascript/ECMA-Script-Entwicklungsgeschwindigkeit bemessen ist
>> der tutorial-Code eher ein Pferdefuhrwerk. Klar, das kann auch auf
>> heutigen Straßen noch fahren, und es ist durchaus interessant wie man
>> z.B. die Eisen-Laufflächen auf die Holzräder kriegt, aber wenn du nicht
>> Historiker sondern KFZ-Mechaniker werden willst, dann fang mit was
>> zumindest halbwegs aktuellem an.
>
> ... was in zwei Jahren von den hippen Experten dann auch schon wieder
> als völlig veraltet bezeichnet wird ;)

Naja, nichts ist so beständig wie die Änderung, aber gerade das macht es 
doch Anfängern, aber auch Experten immer schwerer das richtige Werkzeug 
für die Richtige Aufgabe zu finden.

Mittlerweile gibt es so viele Frameworks, Liberarys usw... teilweise mit 
Abhängigkeiten untereinander.

Es ist aber schon krass, das ein Buch nach 5 Jahren nicht mehr das 
Papier wert ist, auf dem es gedruckt wurde.

von Noch ein Kommentar (Gast)


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Der Grund warum wir jedes Jahr neue Frameworks und neue Werkzeuge 
bekommen?

Wahrscheinlich liegt das Problem ganz woanders.

Bis 2000 herum war Softwareentwicklung ein Kunsthandwerk. Die 
Prozessoren waren zu langsam und der Speicher zu klein. Wir mussten mit 
allen Tricks auf Geschwindigkeit und Speicherbedarf optimieren.

Unsere Intuition und die Objektorientierung funktionierten aber nur mit 
Megabyte. Seit wir in Gigabyte rechnen, ist die Software einfach zu 
umfangreich geworden.

Diese komprimierte Schreibweise, ohne Variablenzuweisung, stammt aus 
einer vergangenen Epoche. Eigentlich müssten wir die Vorgehensweise 
übernehmen, mit denen Verkehrsflugzeuge oder Atomkraftwerke entwickelt 
werden.

von MaWin (Gast)


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Noch ein Kommentar schrieb:
> die Objektorientierung funktionierten aber nur mit Megabyte

Käse.

von Noch ein Kommentar (Gast)


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Ok, zu flapsig ausgedrückt.

Kunsthandwerk funktionierte mit Kilobyte.

Die Kombination aus Kunsthandwerk und Objektorientierung funktionierte 
mit Megabyte.

Heutzutage sind die Programme so umfangreich, dafür brauchen wir eine 
Kombination aus Objektorientierung und eine Arbeitsteilung zwischen 
Erfindern, Ingenieuren, Facharbeitern und Bürokraten.

Erster Schritt: Die genialen Erfinder nutzen eine Schreibweise, die 
jeder Facharbeiter versteht. Nicht so einen genial komprimierten 
Einzeiler, den nur andere geniale Entwickler auf Anhieb verstehen.

von Experte (Gast)


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Sven L. schrieb:
> Es ist aber schon krass, das ein Buch nach 5 Jahren nicht mehr das
> Papier wert ist, auf dem es gedruckt wurde.

Überhaupt nicht. Das war in der Software-Branche schon immer so. Das 
Wissen verdoppelt sich dort etwa alle 13 Monate. Völlig normal. Kenne es 
nicht anders.

Schau doch mal an, wie kurzlebig z.B. Windows-Versionen waren/sind:

  Windows 95: 3 Jahre
  Windows 98: 2 bis 3 Jahre
  Windows NT 4: 3 Jahre
  Windows 2000: 1 Jahr, haha...
  Windows XP: 6 Jahre, lief ewig
  Windows Vista: 2 Jahre
  Windows 7: 3 Jahre
  Windows 8 und 8.1: 3 Jahre
  Windows 10: Volle 7 Jahre, wird jetzt endlich durch 11 ersetzt.

Bei den Server-Varianten ist keine länger als 3 Jahre gelaufen.

5 Jahre sind in der IT nun mal eine Ewigkeit.

von Noch ein Kommentar (Gast)


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Na ja, Windows ist nicht so das ideale Beispiel. Besser wäre gewesen, 
Microsoft wäre bei XP geblieben, hätte 20 Jahre nur Bugfixes gemacht und 
diese ganze Bloatware mit Kacheln und Sharepoint Generve einfach 
weggelassen.

Aber auf anderen Gebieten verdoppelt sich das Wissen alle paar Jahre. 
Selbstfahrende Autos, autonome Kampfdrohnen, selbstständig lernende 
Haustechnik...

Wir haben doch eher den Effekt - Technologien wie Grafischen 
Benutzeroberflächen oder Desktop Publishing sind nach 20 Jahren 
ausgereift. Danach nerven nur mehr die Marketingabteilungen mit 
irgendeinem Krempel, den keiner haben will.

Gleichzeitig kommen aber neue Ideen auf, die 10 mal so viel Wissen und 
100 mal so viel Rechenleistung brauchen.

Zurück zum Beispiel: Früher benutze ein Hobbybastler ein paar TTL 
Gatter, Taster und Leuchtdioden. Heutzutage nimmt man dafür eine Linux 
Platine einen node.js Webserver und ein Smartphone mit Touchscreen. Ein 
Webserver mit allen Seiten und Scripten ist heutzutage ein Bauteil wie 
ein Taster. Nur leider bracht man dafür 100 mal so viel Wissen.

Wie können wir die Sache so weit vereinfachen, dass wir einen Webserver 
genau so einfach benutzen könne, wie einen Taster?

von Luanlord (Gast)


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Dennis S. schrieb:
> Zwar nicht an mich gerichtet, aber da ich beruflich Berührungspunkte
> damit habe... die beiden Seiten sind sehr gut, ersteres auch als
> Print-Version verfügbar.
>
> https://eloquentjavascript.net/
>
> https://javascript.info/

Hast du auch Tutorials in einer richtigen Sprache? Die sind leider nur 
in Englisch.

von Dennis S. (eltio)


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Luanlord schrieb:
> Hast du auch Tutorials in einer richtigen Sprache? Die sind leider nur
> in Englisch.

Englisch ist eine richtige Sprache. Und da es keine Einschränkung gab, 
habe ich zwei sehr hochqualitative Seiten ausgewählt. Auf deutsch ist 
mir nichts bekannt, weil für mich bisher nicht notwendig gewesen.

Übrigens sind die verlinkten Seiten durchaus mehr als Tutorials, sondern 
fundierte Lehrwerke.

Und nein, ich kenne die Betreiber nicht und empfehle die Seiten aus 
voller Überzeugung. ;-)

von Experte (Gast)


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Luanlord schrieb:
> Hast du auch Tutorials in einer richtigen Sprache? Die sind leider nur
> in Englisch.

Ein Metzger arbeitet mit rohem Fleisch. Ein Feuerwehrmann hat mit Feuer 
zu tun. Ein Chirurg sieht (und riecht) ständig Blut. Ein Taucher 
arbeitet unter Wasser.

Und ein Programmierer ließt und schreibt fast alles in Englisch.

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