Farbartefakte TV Karos

OP #6746527
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Hi,
finde den Fachausdruck für die Farbartefakte nicht, die bei älteren 
Röhrenfernsehern gelegentlich auftreten, wenn zum Beispiel ein karierter 
oder gestreifter Gegenstand gezeigt wird. Beim Zoomen treten diese 
Effekte auf und verschwinden bei einem bestimmten Abstand der Kamera 
wieder.
Ein Beispiel im Bild.
Und es sind fast immer so ein Rosa und ein Bläulich-Gelb.
Danke für Tips.

ciao
gustav
Angehängte Dateien:
#6746926
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Wolfgang schrieb:
> Das passiert, wenn die Größe der Musterstrukturen und der Pixelraster
> das Abtasttheorem verletzen

ist bekannt, deswegen hatte das abendliche Testbild ja auch diese 
Streifen
SW
https://www.butenunbinnen.de/bilder/testbild-sw-100~_v-1280x720_c-1594546669515.jpg

"in Farbe"
https://www.butenunbinnen.de/bilder/testbild-radio-bremen-fernsehen-108~_v-2560x1440_c-1594546688278.jpg
Gast #6747005
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Moire trat bereits bei reinen Schwarzweiss-Bildröhren auf. Bildröhren 
die gar keine Farben darstellen konnten. Wellenmuster...

Wenn aber aus feinen, regelmässigen Luminanzmustern ein Übersprechen in 
den Farbkanal stattfand, wurde diese Störung farbig dargestellt. Auch 
wenn das zu übertragende Farbbild nur schwarz-weiss war, eben das eng 
karierte Sakko des Sprechers. Da es sich um ein Übersprechen des 
Luminanzkanals in den Farbkanal handelt (Crosstalk), wurde es gleich 
Cross-Color genannt.

Und eben nicht Moire.
Gast #6747033
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Joachim B. schrieb:
> 100% nicht in meinem Sprachraum nicht in meiner Ausbildung. Wenn das
> anderswo zu anderen Zeiten so genannt wurde mag das sein.

Das Gegenteil, Übersprechen des Farbkanals in den Luminanzkanal hiess 
dann Cross-Luminance. Auch in Deinem Sprachbereich.

Du brauchst nur mal nach Cross Color effect zu gugeln und wirst 
reichhaltige Ergebnisse finden. Mit dem Aufkommen der Kammfilter wars 
damit fast vorbei, mit der Abschaltung analoger PAL-Übertragungen 
völlig.
OP #6747139
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Hi,
danke für die Antworten.
Habe nämlich im
ISBN 3790720410
und
ISBN 3790720402
keine Abbildung gefunden, die das näher erläutern würde.
Unter Moire findet sich auf Seite 88:
Zitat:
"...Wie wirkt sich bei einem Schwarz-Weiß-Gerät ein geringes Verstimmen 
des Tuners aus? Zur einen Seite wird das Bild zunehmend unscharf, wobei 
der Ton gleich laut bleibt..Zur anderen Seite wird das Bild überscharf, 
und man bekommt die bekannte Ton-Moire-Störung. (Ein Wellenmuster)..."
/Zitat

ciao
gustav
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OP #6748106
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Hi,
die bis jetzt erwähnten Definitionen sind IMHO auch nicht ganz richtig.
Wenn ich über Scart einen alten Röhrenfernseher "RGB" bzw. "FBAS" 
ansteuere, dürften diese Artefakte ja garnicht auftreten, es sei denn, 
diese wären schon in der Aufnahme vorher drin. Denn dabei werden die 
ganzen HF-Stufen, die das PAL-Fernsehsignal vom Sender kommend 
zurückgewinnen, überhaupt nicht verwendet.
Somit fallen die damit verbundenen Fehlerquellen weg.
Oder sehe ich das falsch?
Tatsächlich treten diese genannten "Farbmuster" beim Kabelfernsehen 
extrem selten auf. Nehme an, die sind dann in der Videoeinspielung auf 
der alten "MAZ" schon drauf. Auch das "Fahnenziehen".

ciao
gustav
Gast #6748129
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Karl B. schrieb:
> Wenn ich über Scart einen alten Röhrenfernseher "RGB" bzw. "FBAS"
> ansteuere

Soso. Dann entscheide Dich mal für Zweites, also FBAS. Das ist eine 
einzige Leitung, also ein zusammengesetztes, "kombiniertes" Signal. Da 
ist Dein Farbartträger enthalten, mit seinen 
quadratur-amplitudenmodulierten U und V Kanälen. Die einzelnen Signale 
musst Du erst mal wieder auseinanderzwirbeln, in den Luminanz- gleich 
Leuchtdichtekanal Y, und den Farbkanal C. Y geht von 0 bis 5 MHz, C 
symmetrisch um den Farbträger 4,433.MHz herum gelagert. Ineinander 
verzahnte Spektrallinien.

Ist das Quellsignal allerdings vom Typ "schön unscharfes Bild", so sind 
keine höherfrequenten Anteile im Y-Kanal enthalten und sprechen daher 
auch nicht in den Farbkanal über.

Hier schliesst sich der Kreis, das engkarierte Sakko des 
Nachrichtensprechers, anno dunnemal live allabendlich empfangen, und 
nicht aus der Bandkonserve des Heimrecorders, der alles über 3 MHz 
abschnitt.
Gast #6748134
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Bei der RGB-Ansteuerung gibt es keinerlei Probleme, nur woher nehmen und 
nicht stehlen?

Jegliche empfangene, analoge Ausstrahlung waren geträgerte, mit 
Subträgern versehene, "combined"-Signale, statt "seperate". Y/C konnten 
dann eben nur eigene Quellen, S-VHS-Kameras oder Hi8. Seit DVD gibts 
dann Y/U/V, auch schon Geschichte.
OP #6748176
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Hi,
an SCART Pin 20 steht bei meinem TV von der Settopbox kommend, wohl kein 
vollständiges FBAS-Signal an.
Sondern nur Sync-Impulse.
Denn, wenn ich am Skartstecker bewusst einen Wackelkontakt produziere, 
ist Bild synchron, aber mal rot fehlt, grün fehlt etc.
Würde Farbinformation-Rückgewinnung ausschließlich über das "echte" 
FBAS-Signal erfolgen, dann wäre das wohl nicht so.

ciao
gustav
Gast #6748230
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Karl B. schrieb:

> an SCART Pin 20 steht bei meinem TV von der Settopbox kommend, wohl kein
> vollständiges FBAS-Signal an.
> Sondern nur Sync-Impulse.

Deine Settop-Box empfängt ein digitales Signal. Also Zahlenwerte. Aus 
denen berechnet sie ein Bild, und gibt das als RGB-Signal aus. In dieser 
Signalverarbeitungskette kommt zumindest empfängerseitig keine 
PAL-Codierung mehr vor, und damit auch keine Überlagerung von Helligkeit 
und Farbträger.

Es kann natürlich sein, dass die Box zusätzlich ein PAL-Signal erzeugt 
und an einer gelben Chinchbuchse ausgibt, aber darum geht es hier nicht.


Allerdings ist es durchaus möglich, dass senderseitig das digital 
ausgestrahlte Fernsehprogramm irgendwann mal analog PAL-codiert 
aufgezeichnet wurde. Dann hättest Du ggf cross-color-Effekte drin, auch 
wenn alles kammgefiltert durch den A/D-Wandler geschoben wurde.
Gast #6748236
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> an SCART Pin 20 steht bei meinem TV von der Settopbox kommend, wohl kein
vollständiges FBAS-Signal an.

Vermutlich doch.

FBAS kommt immer heraus, als kleinster gemeinsamer Nenner mit dem jedes 
Gerät klar kommen muß.

Zusätzlich gibts dann aber auch noch die drei einzelnen RGB-Signale und 
den Eintastimpuls auf Stift 8. Wenn der kommt dann wird vom FBAS nur 
noch der S-ync verwendet und der eigentliche Bildinhalt über die 
RGB-Leitungen genommen
#6748237
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Nichtverzweifelter schrieb:
> Von D2-MAC blieb letztlich nur die mit reichlichen EU-Subventionen
> entwickelte 16:9-Format Bildröhre, die auch schon Geschichte ist.

Schon verrückt, im Nachhinein hat sich die CCIR-Norm - später dann mit 
dem kompatiblen PAL - echt lange gehalten.

Ich bedauerte die Einführung von DVB-T, weil es nun umständlicher wurde, 
meine alten Röhrenfernseher zu speisen.

Seitdem es aber DVB-T2 gibt, möchte ich das nicht mehr missen.
#6748361
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A-Freak schrieb:
> Zusätzlich gibts dann aber auch noch die drei einzelnen RGB-Signale und
> den Eintastimpuls auf Stift 8.

Nicht Pin 8, der soll das Empfangsgerät dazu bewegen den Input Select 
auf diese Scartbuchse zu schalten (egal ob CVBS, Y/C oder RGB darüber 
angeboten werden). Schnelle RGB Eintastung war Pin 16 wenn ich mich 
richtig erinnere.
Beitrag #6748684 wurde von einem Moderator gelöscht.

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