Forum: Offtopic Wenn der Horror mit dem Update kommt


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Robert U. (Gast)


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Hi,

eben in den Nachrichten: Neuer Cyberangriff auf ein IT-Unternehmen in 
den USA (Kaseya). Nun sind in Schweden Eisenbahn, Apotheken und 
Lebensmittel platt ...

Da wird doch den Leuten pausenlos eingetrichtert, sie sollen immer die 
neuesten Updates durchführen, das schütze vor Angriffen. Und nun kommt 
der Angriff mit einem Update.

Was muss noch passieren, damit man endlich begreift, dass die globale 
Digitalisierung ein Irrweg ohne Beispiel ist?

Robert

: Verschoben durch Moderator
von Udo S. (urschmitt)


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Robert U. schrieb:
> Was muss noch passieren, damit man endlich begreift, dass die globale
> Digitalisierung ein Irrweg ohne Beispiel ist?

Richtig! Es lebe der Speer mit dem Feuersteinkopf und das Lagerfeuer

von Tom (Gast)


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Was soll denn dieser unsinnige Post?
Robert U. schrieb:
> Hi,
>
> eben in den Nachrichten: Neuer

von Programmierer (Gast)


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Robert U. schrieb:
> Und nun kommt
> der Angriff mit einem Update.

Es wurde bestimmt schon mal jemand mit einem Feuerlöscher erschlagen. 
Daher: Verbietet Feuerlöscher, die sind gefährlich!

Robert U. schrieb:
> Was muss noch passieren, damit man endlich begreift, dass die globale
> Digitalisierung ein Irrweg ohne Beispiel ist?

Das kann nur jemand sagen der nicht in Prä-Digitalisierter Zeit gelebt 
hat und die gewaltigen neuen Möglichkeiten nicht schätzen kann. z.B. in 
diesem Forum zu posten...

von Programmierer (Gast)


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Robert U. schrieb:
> Da wird doch den Leuten pausenlos eingetrichtert, sie sollen immer die
> neuesten Updates durchführen

PS: Den Leuten wird auch eingetrichtert, Backups zu machen, da Updates 
alleine natürlich bei Weitem kein kompletter Schutz sind. Und wenn man 
Backups hat, ist Ransomware harmlos. Keine Sicherheitsmaßnahme ist 
alleine ausreichend, und Sicherheit muss bei allen Tätigkeiten des 
Betriebs mitgedacht werden, die kann nicht "extern drangeflanscht" 
werden.

von Johannes S. (jojos)


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Programmierer schrieb:
> Das kann nur jemand sagen der nicht in Prä-Digitalisierter Zeit gelebt
> hat und die gewaltigen neuen Möglichkeiten nicht schätzen kann.

und eine halbe Stunde in der Schlange in der Bankfiliale angestanden hat 
um ein paar Überweisungen abzugeben und dann nochmal warten um an der 
Kasse ein paar DM abzuholen. Ja, früher war alles besser.

von MaWin (Gast)


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Robert U. schrieb:
> endlich begreift, dass die globale Digitalisierung ein Irrweg

Na ja, wie oft wäre deren Kassensystem ausgefallen, wenn Helden wie du 
ein eigenes System aufgesetzt und verwaltet hätten ?

von Andreas B. (bitverdreher)


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Udo S. schrieb:
> Richtig! Es lebe der Speer mit dem Feuersteinkopf und das Lagerfeuer

Im Prinzip hat er schon Recht. Man muß nicht jedes AKW oder Krankenhaus 
mit dem Internet verbinden. Zumindest sollten es schon mal für solche 
Einrichtungen 2 physikalisch völlig getrennte Netzwerke sein.

von Udo S. (urschmitt)


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Andreas B. schrieb:
> Im Prinzip hat er schon Recht. Man muß nicht jedes AKW oder Krankenhaus
> mit dem Internet verbinden. Zumindest sollten es schon mal für solche
> Einrichtungen 2 physikalisch völlig getrennte Netzwerke sein.

Ich stimme dir völlig zu dass an vielen Stellen unnötigerweise bei dem 
Sicherheitskonzepten und der Umsetzung geschlampt wird, aber der TO 
wollte ja nur pauschal über die böse neue Welt herziehen.

Deshalb auch mein erster saskastischer Post.

von Jan H. (j_hansen)


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Andreas B. schrieb:
> Im Prinzip hat er schon Recht. Man muß nicht jedes AKW oder Krankenhaus
> mit dem Internet verbinden. Zumindest sollten es schon mal für solche
> Einrichtungen 2 physikalisch völlig getrennte Netzwerke sein.

Der Traum eines jeden Systemadministrators. "In a perfect world, nobody 
would be able to do anything."

Das hört sich ja erst einmal alles schön und sinnvoll an. Aber wenn dann 
plötzlich auf vielen Arbeitsplätzen zwei Geräte stehen, für Wartung 
wieder die Trupps aus dem Ausland persönlich anrücken müssen, jeder 
Mitarbeiter am Tag eine halbe Stunde Mehraufwand hat, Fehler beim 
manuellen Übertragen zwischen den Welten passieren, der administrative 
Aufwand deutlich größer wird etc. - dann sind ein paar Tage Downtime in 
einer Klinik von sehr vielen alle zehn Jahre plötzlich gar nicht mehr so 
schlimm.

von Gustav K. (hauwech)


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Robert U. schrieb:
> Was muss noch passieren, damit man endlich begreift, dass die globale
> Digitalisierung ein Irrweg ohne Beispiel ist?

Kein Irrweg, sondern der einzig richtige Weg, um künftig viele 
Todesopfer durch Kriege zu vermeiden. Keine (Atom)Bomben, Raketen, 
Bodentruppen, heimtückische Anschläge usw.

Sondern man sorgt dafür, dass der gegnerische Staat im Chaos versinkt.
Ein Mausklick genügt.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Jan H. schrieb:
> Aber wenn dann
> plötzlich auf vielen Arbeitsplätzen zwei Geräte stehen,

Warum muß jeder Arbeitsplatz die Möglichkeit haben, auf kritische 
Infrastruktur zuzugreifen? Ebenso auf das Internet?

Jan H. schrieb:
> Fehler beim
> manuellen Übertragen zwischen den Welten passieren
Genau das sollte man eben nicht tun! Und wenn, sind das immer Ausnahmen.

von Frank M. (ukw) (Moderator) Benutzerseite


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Programmierer schrieb:
> Und wenn man Backups hat, ist Ransomware harmlos.

Irrtum: Mittlerweile verschlüsselt die Ransomware nicht nur die Platten, 
sondern kopiert auch vorher die firmeninternen Daten des Unternehmens.

Zahlt das Unternehmen nicht, weil die Backups zurückgespielt werden 
können, werden die kopierten Firmendaten im Darknet veröffentlicht bzw. 
verscherbelt.

: Bearbeitet durch Moderator
von Sebastian E. (der_andere_sebastian)


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Gab es da nicht mal den Spruch "Nur ein isoliertes System ist ein 
sicheres System"? Warum muß Vernetzung immer heißen, mit dem Internet 
verbunden? Als ob man nicht lokale Unternehmensnetze in diesen 
relevanten Bereichen betreiben könnte.
Ich bin alt genug, um die Zeit vor der Digitalisierung zu kennen. Für 
eine Überweisung hat man nicht in der Bank angestanden, dafür gab es 
einen Briefkasten. Nicht alles wird durch die Digitalisierung einfacher. 
Sicherheit und Datenschutz fallen oft hinten runter. Zudem waren die 
"analogen" Lösungen oft pragmatisch und mit Augenmaß, die digitalen 
Gegenstücke lassen das oft vermissen, bei bisweilen zweifelhaftem 
Zusatznutzen. Und ich sehe diese Dinge nicht etwa deswegen kritisch, 
weil ich ein Luddit oder Maschinenstürmer wäre, sondern weil ich in der 
Branche arbeite und das Elend oft genug auch von innen sehe.
Die Softwarequalität hat abgenommen im Vergleich zu den "alten Zeiten"; 
man hat gar keine Zeit, unüberschaubar komplexe Systeme vor Auslieferung 
vollständig zu testen; um Entwicklungszeit zu sparen, werden 
Bibliotheken verwendet, deren Sicherheitslücken man zwangsläufig mit 
importiert; vielen kommerziellen Entwicklern sind neue Funktionen - oft 
nur kosmetisch - lieber als die Behebung alter Fehler, und über längere 
Zeit konstante APIs kennt man wohl nur noch in ganz speziellen Branchen.
Das alles zusammen trägt den Keim des Niedergangs in sich, fast wie die 
Blasen am Finanzmarkt. Software ist in weiten Teilen inflationär 
geworden. Online ist ein Muß, Kundendaten will man sowieso, und Updates 
werden einem als unbedingte Notwendigkeit und Heilmittel allen Übels 
verkauft, dabei sind sie in Wirklichkeit Flickwerk und Folge schlampiger 
Arbeitsmethoden und prinzipiell falscher Ansätze.
Nicht viele in der Industrie stören sich dran, denn diese Mechanismen 
bedeuten Produkte kurzer Lebensdauer, ständig was zu tun, und Profit. 
Aber von einer neutralen Perspektive betrachtet, erhärtet sich der 
Verdacht, daß vieles davon ein Fehler ist, der uns mit jedem 
vergleichbaren Zwischenfall Stück für Stück auf die Füße fällt.

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Programmierer schrieb:
> Und wenn man Backups hat, ist Ransomware harmlos.

Komplettrestore der Server und danach Neuinstallation der Clients ist 
etwas, was verdammt lang dauern kann.

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Andreas B. schrieb:
> Warum muß jeder Arbeitsplatz die Möglichkeit haben, auf kritische
> Infrastruktur zuzugreifen? Ebenso auf das Internet?

Die Gauner adressieren heute Ziele, bei denen potentiell sehr viel zu 
holen ist, und arbeiten sich dort tief hinein. Erst Analyse, wo der 
Schaden maximal ist. Also nicht einfach beim ersten PC losschlagen, 
sondern den nur als Ausgangsstation nutzen.

von Richard H. (richard_h27)


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Sebastian E. schrieb:
> ....

und alles muss natürlich auf die Smartphons der hypermobilen 
Digitaldeppen angepasst sein.

von (prx) A. K. (prx)


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Sebastian E. schrieb:
> "Nur ein isoliertes System ist ein sicheres System"?

... wenn man die USB-Anschlüsse zuklebt.

von Reinhard S. (rezz)


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Frank M. schrieb:
> Programmierer schrieb:
>> Und wenn man Backups hat, ist Ransomware harmlos.
>
> Irrtum: Mittlerweile verschlüsselt die Ransomware nicht nur die Platten,
> sondern kopiert auch vorher die firmeninternen Daten des Unternehmens.
>
> Zahlt das Unternehmen nicht, weil die Backups zurückgespielt werden
> können, werden die kopierten Firmendaten im Darknet veröffentlicht bzw.
> verscherbelt.

Wieso sollte das nicht sowieso passieren? Weil die Ransomware-Betreiber 
ehrliche Leute sind?

von (prx) A. K. (prx)


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Reinhard S. schrieb:
> Wieso sollte das nicht sowieso passieren? Weil die Ransomware-Betreiber
> ehrliche Leute sind?

Weil viel Geld süchtig nach noch viel mehr Geld macht. Das geht aber 
nicht, wenn der nächste Kunde weiss, dass er sowieso nackt dasteht, egal 
was er macht.

von (prx) A. K. (prx)


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Gustav K. schrieb:
> Sondern man sorgt dafür, dass der gegnerische Staat im Chaos versinkt.
> Ein Mausklick genügt.

Das sollte man aber nur machen, wenn der eigene Staat die 
Digitalisierung verschlafen hat. Also noch mit Aktenordner, Fax und 
Bargeld arbeitet, statt mit Cloud, Mail und Handyzahlung.

Hmm. Da fällt mir doch ein Staat ein, dem solche Rückständigkeit dauernd 
vorgehalten wird. Ist das in Wahrheit eine weise vorausschauende 
Strategie?

von (prx) A. K. (prx)


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Richard H. schrieb:
> und alles muss natürlich auf die Smartphons der hypermobilen
> Digitaldeppen angepasst sein.

... weil die Chose ja überhaupt nichts mit deinen geliebten Hassobjekten 
zu tun hat.

von (prx) A. K. (prx)


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Robert U. schrieb:
> Was muss noch passieren, damit man endlich begreift, dass die globale
> Digitalisierung ein Irrweg ohne Beispiel ist?

Womit würdest du diesen Rant schreiben, wäre es nicht so? Und wer würde 
es lesen?

von Jan H. (j_hansen)


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Andreas B. schrieb:
> Jan H. schrieb:
>
>> Aber wenn dann
>> plötzlich auf vielen Arbeitsplätzen zwei Geräte stehen,
>
> Warum muß jeder Arbeitsplatz die Möglichkeit haben, auf kritische
> Infrastruktur zuzugreifen? Ebenso auf das Internet?

Habe ich nie behauptet. Schlecht gelesen oder versuchte 
Diskussionszerstörung.

> Jan H. schrieb:
>
>> Fehler beim
>> manuellen Übertragen zwischen den Welten passieren
>
> Genau das sollte man eben nicht tun! Und wenn, sind das immer Ausnahmen.

Beispiel Krankenhaus: Befunderstellung aus Daten medizinischer Geräte, 
Speicherung in der digitalen Krankenakte, Weiterleitung an einen 
externen Arzt. Sicher kein Ausnahmefall.

Wartung von Geräten durch externes Personal. Keine Ausnahme.

Nutzung digitaler Nachschlagewerke im Internet zur Befundung. Kein 
Ausnahmefall.

Usw. Ich kenne das eher aus der Produktion. Da wird die Trennung auch 
oft gemacht aber immer stärker aufgeweicht. Die Integration zur 
Außenwelt hat einfach zu viele Vorteile.

von (prx) A. K. (prx)


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Vielleicht führt die aktuell hochblubbernde Problematik zu innigerer 
Wahrnehmung der Sicherheitsthematik auch bei jenen, die Dollars statt 
Bits in den Augen tragen. Bisher war Sicherheit allzu oft nur ein 
Kostenfaktor ohne erkennbarem Nutzen, materiell und personell.

Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zeitlich passend zum 
aktuellen Desaster kam vor ein paar Tagen die frohe Botschaft, die 
Schweiz wolle ihre staatlichen Daten bei Alibaba in China deponieren, 
neben den üblichen Verdächtigen in den USA. Vermutlich redundant, also 
jeder kriegt eine Kopie. Eine recht rasante Entwicklung, vom einstmals 
vielbeschworenen strengen Schweizer Bankgeheimnis zu Open Data.

Eigentlich fehlt in der Sache nur noch, dass jemand wie REvil die 
ergaunerten Mäuse in Cloud-Store anlegt, in den dann die nächste 
Generation von Kundschaft ihre Daten ganz freiwillig reinstellt.

: Bearbeitet durch User
von Thorsten M. (pappkamerad)


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(prx) A. K. schrieb:
> Reinhard S. schrieb:
>> Wieso sollte das nicht sowieso passieren? Weil die Ransomware-Betreiber
>> ehrliche Leute sind?
>
> Weil viel Geld süchtig nach noch viel mehr Geld macht. Das geht aber
> nicht, wenn der nächste Kunde weiss, dass er sowieso nackt dasteht, egal
> was er macht.

Hier der O-Ton aus einer (generischen) Erpressermail:
1
P.S. You are not my single victim. so, I guarantee you that I will not disturb you again after payment!
2
 This is the word of honor hacker

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Richard H. schrieb:
> und alles muss natürlich auf die Smartphons der hypermobilen
> Digitaldeppen angepasst sein.

... die dann auch meistens noch aus den oberen Etagen der 
Geschäftsführung kommen.
'Hach, so ein Kabel am Computer ist ja lästig' - 'Warum komme ich mit 
meinem Laptop nicht ins Internet' - 'Ist das immer so kompliziert, sich 
ins Firmennetz einzuloggen, das Passwort kann sich ja niemand merken' - 
'Da mache ich mir eine Notiz und hänge sie an den Bildschirm' - quer 
durchs Büro gerufen: 'Hey Lisa, sag mir mal schnell mein Passwort'

Alles Sprüche aus meiner Zeit als Admin - und du sollst dann Löcher ins 
ehemals sichere Firmennetz bohren. Gut, bei mir warens nur 
Werbeagenturen...

von Rick M. (rick-nrw)


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Matthias S. schrieb:
> ...
> 'Hey Lisa, sag mir mal schnell mein Passwort'
>
> Alles Sprüche aus meiner Zeit als Admin - und du sollst dann Löcher ins
> ehemals sichere Firmennetz bohren. Gut, bei mir warens nur
> Werbeagenturen...

Mein Ex-Chef hatte ein Passwortbuch, von allen Mitarbeitern, in seiner 
Schublade liegen.
Ein Admin hat da einen Schock bekommen.

Klar Chef - mein Passwort lautet xxx - war natürlich nicht mein 
richtiges.
Chef war zufrieden, keinen Stress, keine Diskussion.

von Joerg W. (joergwolfram)


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... wenn man die USB-Anschlüsse zuklebt.

Dafür gibt es usbguard :-)

Falls es jemanden interessiert, laut

https://www.huntress.com/blog/rapid-response-kaseya-vsa-mass-msp-ransomware-incident

sieht es ja so aus, dass jemand einen "vergifteten" Screenshot auf einen 
Server von Kaseya hochgeladen und den dort versteckten Code via POST auf 
eine .asp Seite dann zum Ausführen gebracht hat.

Wenn der Angreifer Kontrolle über den Update-Server hat, ist es 
praktisch nur schwer möglich, ein bösartiges Update zu erkennen. Hier 
muss meiner Meinung nach der Anbieter Maßnahmen ergreifen, um die 
Integrität der Updates sicherzustellen. Man könnte z.B. den Build auf 
einem getrennten System signieren und auch Update und Signatur nicht vom 
gleichen System ausliefern lassen. Das gibt zwar keine absolute 
Sicherheit, macht es aber dem Angreifer schwerer. Aber es ist halt erst 
mal mit Aufwand verbunden und wird deswegen wohl nicht gemacht. Und so 
ist es nur eine Frage der Zeit, wann es an der nächsten Ecke "kracht".

Jörg

von (prx) A. K. (prx)


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Rick M. schrieb:
> Mein Ex-Chef hatte ein Passwortbuch, von allen Mitarbeitern, in seiner
> Schublade liegen.
> Ein Admin hat da einen Schock bekommen.

Lieber in der Kladde im Schreibtisch als in einem harmlos 
verschlüsselten Excel auf Google. An Papier vor Ort ist aus Russland 
schwerer ranzukommen ;-)

Für die Mitarbeiter ist das ein Vorteil: Die können sich rausreden, wenn 
mit ihrem Zugang Schindluder getrieben wurde.

: Bearbeitet durch User
von Sebastian E. (der_andere_sebastian)


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(prx) A. K. schrieb:
> Rick M. schrieb:
>> Mein Ex-Chef hatte ein Passwortbuch, von allen Mitarbeitern, in seiner
>> Schublade liegen.
>> Ein Admin hat da einen Schock bekommen.
>
> Lieber in der Kladde im Schreibtisch als in einem harmlos
> verschlüsselten Excel auf Google. An Papier vor Ort ist aus Russland
> schwerer ranzukommen ;-)
>
> Für die Mitarbeiter ist das ein Vorteil: Die können sich rausreden, wenn
> mit ihrem Zugang Schindluder getrieben wurde.

Richtig. Passwortbücher sind - außer bei Militär und Geheimdiensten - 
genauso ungefährlich wie offene USB-Ports. Die Art von Angriff, um die 
es hier geht, kommt nie von innen, sondern immer aus der Ferne. Ein 
solcher Erpresser wäre ja auch verrückt - und nicht lange im Geschäft - 
wenn er irgendeine physische Beziehung zu seinem Zielobjekt hätte.
Zwar kann ich es durch keine Statistik beweisen, aber es ist eigentlich 
davon auszugehen, daß durch vergessene Passwörter regelmäßig erheblicher 
wirtschaftlicher Schaden entsteht; es redet bloß keiner drüber. Man kann 
ein Passwortbuch ja auch in den Tresor legen, als Unternehmen.

von Gustav K. (hauwech)


Angehängte Dateien:

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Robert U. schrieb:
> eben in den Nachrichten...

Obwohl Experten von der umfangreichsten sogenannten Ransomware-Attacke 
überhaupt reden, am gleichen Tag abends (Tagesthemen) schon kein Wort 
mehr davon. Zig tausend betroffene System in 17 Ländern - nicht wirklich 
wichtig.

Da lassen also Kunden ihre (Kassen)Systeme von IT-Dienstleistern 
fernwarten, die alle die gleiche Software aus den USA benutzen. Wenn man 
also "ganz oben" einen Dominostein zu Fall bekommt, dann rasselt es in 
Windeseile einmal rund um die ganze Welt. Sehr intelligent! Schon bei 
dem Wort "Fernwartung" rollen sich mir die Fußnägel auf.

Wie man weiter lesen kann, zahlt man einfach. Die Zahlungen übernehmen 
am Ende die Versicherungen. Also alles im Lot und das Ganze kann so 
weiter gehen.

(prx) A. K. schrieb:
> An Papier vor Ort ist aus Russland schwerer ranzukommen ;-)

Stimmt. Ebenso konnte man die gute alte Ladenkasse (nur echt mit der 
Kurbel) nicht aus der Ferne platt machen, so dass man seinen Laden 
schließen musste. Selbst ohne Strom funktionierte das Teil noch. 
Hochgelobt sei hier die Kurbel.

Aber nein, so was wollten wir heute nicht mehr. Wir wollen die volle 
Abhängigkeit und das volle Risiko, und das immer und überall.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Gustav K. schrieb:
> Da lassen also Kunden ihre (Kassen)Systeme von IT-Dienstleistern
> fernwarten, die alle die gleiche Software aus den USA benutzen. Wenn man
> also "ganz oben" einen Dominostein zu Fall bekommt, dann rasselt es in
> Windeseile einmal rund um die ganze Welt. Sehr intelligent! Schon bei
> dem Wort "Fernwartung" rollen sich mir die Fußnägel auf.

Ist aber Gang und Gäbe und auch sicher, wenn man weiss, was man tut.
Unsere Kunden in der chem. Industrie würden sich bedanken, wenn wir 
wegen jedes Runterfahrens einer Anlage persönlich antanzen müssten, um 
die Durchflussmesser neu zu kalibrieren. Da sind dann auch mehrere 
Sicherheitsstufen eingebaut (bspw. ein sehr enges Zeitfenster von 
wenigen Sekunden, das manuell(!) an unseren Geräten freigegeben werden 
muss). Und da nur wir und der Techniker vor Ort wissen, wann wir per 
Telefon "Go!" sagen und wir den Schlüssel/Hash bidirektional nach der 
Übertragung per Telefon durchgeben, ist das schon sehr sicher.

> Aber nein, so was wollten wir heute nicht mehr. Wir wollen die volle
> Abhängigkeit und das volle Risiko, und das immer und überall.

Ja. Vor allem wollten wir endlich von den Bäumen runter - dass da 
Raubtiere lauern können, wussten wir :-}

: Bearbeitet durch Moderator
von Gustav K. (hauwech)


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Chris D. schrieb:
> ... wenn man weiss, was man tut.

Das ist das übliche Totschlagargument, das man bei Kritik hört. Wenn ich 
so um mich herum schaue, weiß niemand so genau, was er da tut. Am Ende 
schaltet man die Firewall ab und es tut wieder. Und man wird von seinem 
Umfeld als Medizinmann gefeiert und auf den Sockel gestellt.

> Vor allem wollten wir endlich von den Bäumen runter - dass da
> Raubtiere lauern können, wussten wir :-}

Wir gingen aber eher von kleinen Mietzekätzchen aus, die einem ab und zu 
mal eine tote Maus vor die Füße legen. Sicher ging man nicht davon aus, 
dass man mal mit einem Mausklick ganze Nationen ausknipsen kann. 
Momentan füllen sich ja nur ein paar Vollprofis die Taschen mit 
Bitcoins.

In Zeiten der Globalisierung muss man vorne mit dabei sein. Und wenn 
die vorderen Kühe aufs Eis gehen, dann geht man selbstverständlich mit. 
Sollten die Kühe im Eis einrechen, ruft man wieder nach dem braven 
Bürger, denn der ist dann mal wieder mit zahlen dran.

von (prx) A. K. (prx)


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Gustav K. schrieb:
> Am Ende schaltet man die Firewall ab und es tut wieder.

Microsoft scheint Firewalls und kontrolliertes Networking als 
natürlichen Gegner zu betrachten, denn es zu vernichten gilt. Besonders 
nett ist der Betrieb einer Firewall, wenn man wie gerade en vogue auf 
Microsoft 365 in die Cloud geht. Da heisst es öffnen und öffnen und ...

Es reicht aber auch schon, wenn man sich auf dem Handy ansieht, was 
Microsoft-Apps alles an Verbindungen nach Hause betreiben. Da kommen bei 
einer harmlosen App 10-20 laufende Verbindungen zustande.

Aber was solls. Wenn eine Supply Chain Attack über Microsoft ins Haus 
schneit, ist sowieso alles zu spät. Dann klettern wir wieder zurück auf 
die Bäume.

: Bearbeitet durch User
von Andre M. (andre1597)


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Die Geräte sind so komplex geworden, 99 Prozent der Anwender wissen 
nicht wie die Smartphone oder sonstigen Geräte (wirklich) funktionieren. 
Letztlich (denke ich) ist das auch das Ziel, macht die Leute davon 
abhängig, später zahlen sie alles um es zu behalten und zu benutzen.

von (prx) A. K. (prx)


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Andre M. schrieb:
> 99 Prozent der Anwender wissen
> nicht wie die Smartphone oder sonstigen Geräte (wirklich) funktionieren.

99% der Anwender wussten auch nicht, wie deren unsmarte Vorgänger 
funktionierten. Und auch beim simplen elektrischen Telefon, dem mit 
Kabel und Kohle, darf man getrost davon ausgehen, dass es weitaus mehr 
nutzten, als deren Technik kannten. Obwohl unendlich viel simpler. Und 
was besagt das? Nichts.

Wenn es das Ziel sein sollte, dass jeder Mensch in einigem Detail über 
Wesen, Technik und Prinzipien der Dinge seines täglichen Umgangs 
Bescheid weiss, die er zu deren Anwendung aber nicht zu wissen braucht, 
dann haben wir dieses Ziel schon vor abertausend Jahren mit der 
Arbeitsteilung aus den Augen verloren.

Andersrum ausgedrückt: Wenn nur jene Leute technische Geräte nutzen 
dürfen, die recht genau über deren Aufbau und Funktionsweise Bescheid 
wissen, dann werden einige schon am Bleistift scheitern, weil nicht aus 
Blei sondern mit Graphit.

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Johannes S. schrieb:
> und eine halbe Stunde in der Schlange in der Bankfiliale angestanden hat
> um ein paar Überweisungen abzugeben und dann nochmal warten um an der
> Kasse ein paar DM abzuholen. Ja, früher war alles besser.

Opa musste sich noch beeilen um den Wochenlohn, ausgezahlt in bar, in 
ein Brot beim Bäcker tauschen zu können bevor der Wochenlohn nicht mehr 
reichte!
Heute hat man noch die Chance das gleich online zu ordern bevor es zu 
teuer wird, WENN das Netz nicht gerade ausfällt oder der Rechner in 
einen Updatewahnsinn versinkt.

: Bearbeitet durch User
von Richard H. (richard_h27)


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Joachim B. schrieb:
> Opa musste sich noch beeilen um den Wochenlohn, ausgezahlt in bar, in
> ein Brot beim Bäcker tauschen zu können bevor der Wochenlohn nicht mehr
> reichte!

Die Ehefrau von so manchem Opa musste sich beeilen, das Geld für das 
Brot rechtzeitig zu beschlagnahmen, bevor der Wochenlohn in einer 
anderen Art von Laden umgesetzt wurde.

von Anselm 6. (anselm68)


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Das Hauptproblem ist dass die Anwender eine fix-und-fertig Lösung 
brauchen.
Fernwartung ist aus deren Sich toll, Sie müssen sich um nichts kümmern.
Dass Sie dadurch sehr angreifbar sind, liegt ausserhalb des Horizonts.

Wie of habe ich gehört: "dass muss einfach funktionieren", "Wieso, 
funktioniert doch" usw....

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Man kann nur hoffen, das gerade diese Geiselnahme dazu führt, das 
Schweden nochmal seine Geldpolitik überdenkt, Bargeld komplett 
abzuschaffen.
Wenn du nicht mal mehr in der Lage bist, was zu futtern zu kaufen, 
wandelt sich ein Wohlfahrtsstaat schnell in einen Notfallstaat.

von Mani W. (e-doc)


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Robert U. schrieb:
> Was muss noch passieren, damit man endlich begreift, dass die globale
> Digitalisierung ein Irrweg ohne Beispiel ist?

Ich denke, die Schiene die viele gelegt haben für Digitalisierung
und damit auch Datenverluste und Hackerangriffe entstehen, diese
Schiene ist ohne
Entgleisung nicht mehr zu verlassen...

"Sie stolpern auf einer Straße dahin, die sie selbst gepflastert
haben" - Indianerspruch...

von Mani W. (e-doc)


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Gustav K. schrieb:
> Kein Irrweg, sondern der einzig richtige Weg, um künftig viele
> Todesopfer durch Kriege zu vermeiden. Keine (Atom)Bomben, Raketen,
> Bodentruppen, heimtückische Anschläge usw.
>
> Sondern man sorgt dafür, dass der gegnerische Staat im Chaos versinkt.
> Ein Mausklick genügt.

Und so Mausklicks können auch falsche Überwachungsbilder aktivieren
auf Bildschirmen - die Raketen fliegen nun - oder 99 Luftballons...

von M. W. (elektrowagi78) Benutzerseite


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Udo S. schrieb:
> Robert U. schrieb:
>> Was muss noch passieren, damit man endlich begreift, dass die globale
>> Digitalisierung ein Irrweg ohne Beispiel ist?
>
> Richtig! Es lebe der Speer mit dem Feuersteinkopf und das Lagerfeuer

Es geht nicht um die Steinschleudern, sondern den Irrweg, alles zu 
vernetzen und aus Kostengründen zu zentralisieren. Würde man lokale 
Server ohne Clouds mit wechselnden (LANGSAMEM) update fahren, die eben 
etwas brauchen um sich zu synchen, dann gäbe es das Problem nicht.

Ausserdem kann man updates auch erst einmal auf einem Server einspielen 
und testen. Aber die IT bügelt ja rücksichtslos und bequem alles 
automatisch drüber.

Und einige Firmen sollten sich vlt. auch von der Nutzung des 
Spielzeugwindows verabschieden, mit all seinen vielen 
Multiblödiafunktionen, die wöchentliche Aktualisierungen nach sich 
ziehen.

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