Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Ersatzplatine für eine Schutzschaltung


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von Anita (Gast)



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Hallo,

meine Einbaumikrowelle von Miele M694 ist kaputt gegangen. Dort ist eine 
Schutzschaltung verbaut, siehe Anhang Schaltplan, welche durchgebrannt 
ist. Kennt jemand ähnliche Schutzschaltungen, die man fertig kaufen 
kann? Oder hat jemand andere Ideen oder Lösungen? Würde ungern die ganze 
Mikrowelle entsorgen.

Schöne Grüße

von Peter E. (Firma: S&P) (eosangel)


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Ich gehe davon aus das nicht kaputt ist. Der Stecker hat eine schlechte 
Lötstelle. Man könnte den ganz rausnehmen und die Drähte der Gegenstelle 
direkt anlöten.

von Karl B. (gustav)


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Hi,
sieht eher nach Lötstellenfehler am Konnektor aus.
Es ist keine Schutzschaltung sondern die bekannte Funkentstörung.
X2 Kondensator 0,1µF netzparallel, je ein Y2 oder Y1 Kondensator 2,2 nF
von L nach PE bzw. N nach PE.
Und Drossel.
Diese Bauteile sind nicht auf den Gerätetyp festgenagelt.
Man kann auch welche von anderen Herstellen nehmen, oder selber bauen.

ciao
gustav

von Ingo Less (Gast)


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Ich denke, wenn du Platine reinigst, defekte Bauteile ersetzt und neu 
mit Lack versiegelst kannst du die einfach weiter verwenden. Ich würde 
pauschal die Kondensatoren mal tauschen, aber sieht nicht so aus, als 
käme der Schmauch von einem zerstörten Bauteil, eher von Dreck der dann 
zum Überschlag führte

von Ingo Less (Gast)


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Die Lötstelle sieht tatsächlich kalt aus. Reinigen, neu einlöten und 
dann sollte es wieder gehen

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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von Karl B. (gustav)


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Hi,
findet man auch in PC-Netzteilen zum Beispiel.
Nur die Drossel sollte den benötigten Strom abkönnen. Die sieht aber im 
Bild
https://www.mikrocontroller.net/attachment/preview/524134.jpg
noch recht gut aus und kann wohl wiederverwendet werden.
VDR ist nicht drin, und Sicherung 8A ist auf Platine.
ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von RT (Gast)


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Ingo Less schrieb:
> Die Lötstelle sieht tatsächlich kalt aus.

Definitiv. Und vermutlich war das sogar die Ursache für alles.

Ist eine Lötstelle auch nur partiell nicht ok, kann die am erhöhtem 
Übergangswiderstand anfallende Leistung das restliche Lot wegschmelzen.

Und das kann dann (wg. Hitze) evtl. genau so aussehen.

Weswegen "reinigen und richtig verlöten" das Problem tatsächlich aus
der Welt schaffen könnte.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Am besten mit Glasradierstift reinigen und neu verlöten. Wer dem Frieden 
nicht traut, kann auch noch verstärkenden Draht zur Öse biegen, 
verlöten, zum nächsten Bauteil führen und damit die Platine entlasten.

von H. H. (hhinz)


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Ingo Less schrieb:
> Die Lötstelle sieht tatsächlich kalt aus. Reinigen, neu einlöten
> und
> dann sollte es wieder gehen

ACK!


Die Welle ist schon mindestens 30 Jahre alt, da kann schon mal eine 
Lötstelle nachgeben.

von Anita (Gast)


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Vielen Dank für die vielen schnellen und nützlichen Antworten.
Es scheint tatsächlich kein Bauteil, außer der 8 A Sicherung, kaputt 
gegangen zu sein. Ich habe eine Drahtbrücke zu dem frei gebrannten Pin 
gelegt, siehe Anhang, und die Sicherung ausgetauscht. Jetzt geht sie 
wieder (:

Tausend Dank euch für den Tipp mit der Drahtbrücke.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Anita schrieb:
> Tausend Dank euch für den Tipp mit der Drahtbrücke.

Allerdings solltest du wirklich eine Öse biegen und die um den Kontakt 
rumlegen. Den anderen Kontakt der Steckverbindung bitte auch mal 
nachlöten, der sieht angefressen aus.

von GeGe (Gast)


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Die Lötstelle ist nur ein Sekundärfehler.
Die Ursache dafür ist aber noch nicht behoben!
Durch den Übergangswiderstand am Steckkontakt wurde der Pin heiß, hat 
anschließend das Lötzinn geschmolzen und da die Anbindung 
Leiterplatte>Steckerpin beinträchtigt. Da ist dann auch deshalb das 
Kupfer weggebrannt.
Man sieht deutlich am Bild der Bestückungsseite die Verdunklung des 
Pins.
Bitte mal das Gegenstück genau anschauen, da ist der Kontakteinsatz 
sicherlich auch dunkel. Oft sieht man schon, daß dort auch der 
Kunststoff auf einer Seite dunkel ist oder gar geschmolzen.

von Karl B. (gustav)


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Hi,
btw:
Finde im Schaltplan
https://www.mikrocontroller.net/attachment/preview/524132.jpg
keinen Kompensationskondensator.
Also afaik liegen die bei den Geräten so im Bereich von 4-5 µF parallel 
zur Primärwicklung des Netztrafos.
Kann sein, dass Blindleistung + Wirkleistung die Kontaktierung zu stark 
belasten.
Nachrüsten?

ciao
gustav

von H. H. (hhinz)


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Karl B. schrieb:
> Also afaik liegen die bei den Geräten so im Bereich von 4-5 µF parallel
> zur Primärwicklung des Netztrafos.

Nein.

von Karl B. (gustav)


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Hi,
hat mich bei der Demontage eines defekten "Magnetrons" auch gewundert.
Dann war's der Motorkondensator.

ciao
gustav

von H. H. (hhinz)


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Karl B. schrieb:
> Dann war's der Motorkondensator.

In einer Mikrowelle? Wohl kaum.

von Karl B. (gustav)


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Hi,
vielleicht der für den Ventilator.

ciao
gustav

von H. H. (hhinz)


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Karl B. schrieb:

> vielleicht der für den Ventilator.

Ehr unter 1µF.

von RT (Gast)


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Karl B. schrieb:
> Kompensationskondensator.
> Also afaik liegen die bei den Geräten so im Bereich von 4-5 µF parallel
> zur Primärwicklung des Netztrafos

@Anita: Du brauchst primärseitig sicher keinen C.

von Karl B. (gustav)


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RT schrieb:
> @Anita: Du brauchst primärseitig sicher keinen C.

Hi,
tschuldigung, dass hier meine Anfrage gründlich missverstanden wurde.
Aus dem oben angegebenen Schaltplan geht alles hervor.
Wenn der Hersteller meint, es wäre kein C nötig, dann ist das so.
Wieso ich drauf komme?
Hatte einmal ein Magnetron in der Firmenküche unbrauchbar gemacht, weil 
der Boden durchgerostet war. Bei Demontage fiel mir eben so ein C auf.
Kann ich jetzt leider nicht mehr nachvollziehen, da Gerät schon längst 
weg ist.
Dann könnt Ihr das vergessen.
Fazit:
Parallelkompensation mit C bei Mikrowelle unüblich.

ciao
gustav

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