4-Pin Potentiometer

OP (Firma: tsx89) Persönliche Seite #6757474
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Hallo, ich habe ein paar Potentiometer mit einem vierten Pin. Es ist die 
Mittenanzapfung des Schleif-Rings. Was macht man damit? Kann man da den 
"Logarithmus" einstellen?  Schließt man den vierten Pin mit 
Vorwiderstand auf Masse um das einzustellen? Die sind mir (vor allem 
früher) heufig in Highend-Audio-(Master-)Lautstärkereglern begegnet. Ich 
wollte ein ausgebautes gebrauchtes dieser Potis wiederverwenden (zum 
Test, wegen anderem Projekt, siehe unten): Hat aber nicht gleich 
geklappt und hatte ein komisches Regel/Stell-Verhalten. Hab es wohl 
falsch angeschlossen... Wie macht man das richtig?

Ich habe die Achsen von 2 neuen 4-Fach Potis mit je vier Pins aneinander 
verbunden um ein Achtfach-Poti zu haben (7.1 Audio) und bevor ich nun 
den Rest verbinde Frage ich lieber nochmal was man nun mit dem vierten 
Pin machen darf oder 'Fachmännisch' machen sollte...

Liebe Grüße tsx
Gast #6757488
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H. H. schrieb:
> Gehörrichtige Lautstärkeanpassung.

Wurde in den 80er - 90er Jahren auch oft "Loudness" genannt. Ich hatte 
mal ein Röhrenradio von Loewe, da nannten sie es schmeichelhaft "Luna 
Plastik 3D Klang". Plastik war damals wohl was ganz besonders tolles. 3D 
und Mono, tssss
OP (Firma: tsx89) Persönliche Seite #6757898
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Dankeschön für die Infos. Also ich kenne diese Log.Potis wegen 
Lautstärkeregler. Wenn ich den Pin - wie 'zum Anfang' beschrieben - mit 
Vorwiderstand an Masse hänge, könnte man den "Leise-Bereich" bis zur 
Mittelstellung etwas präziser Einstellen. (Praktisch wie beim Log.-Poti. 
Ist das so richtig?) Naja das hatte nicht auf Anhieb bei mir geklappt. 
Es war wohl zu niedrrohmig und irgendwie grundlegend falsch verbunden.

Gibt es da ne Faustformel oder Richtwerte? Z.B. bei einem 50k Poti 25k 
nach Masse? Hat da jemand ne Idee (bevor ich nur rumspiele)?
Gast #6757920
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Tim S. schrieb:
> Hat da jemand ne Idee

Ja, erstmal das Poti ausmessen, vermutlich ist es logarithmisch.
Ausmessen, bei welchen Werten der Anzapf ist.

> (bevor ich nur rumspiele)?

Schaltplan malen, wie das Gebilde mit zusätzlichem Widerstand aussieht: 
Einer ist fest, die zwei anderen ändern sich gegenläufig.

Diese Werte als Reihe in eine Tabellenkalkulation tippen und schauen, 
was für Teilerverhältnisse sich dabei ergeben.
Gast #6757952
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Tim S. schrieb:
> Gibt es da ne Faustformel oder Richtwerte? Z.B. bei einem 50k Poti 25k
> nach Masse? Hat da jemand ne Idee (bevor ich nur rumspiele)?

Nein!
Denn die wurden abgestimmt auf die eingebauten Lautsprecher.
Und nur da hat es funktioniert.
Mit dem Aufkommen ext. Lautsprecher/Boxen ging das nicht mehr.

Und es werden auch keine Widerstände eingesetzt, sondern Kondensatoren.
Um bei niedrigen Lautstärken den Bass anzuheben.
Hängt mit dem menschlichen Ohr zusammen.

Üblich waren auch Potis mit 2 od. 3 zusätzlichen Anschlüssen.
Gast #6757993
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GeraldB schrieb:
> Auch Loudness genannt.

Ich bezweifle das. LOUDNESS ist ein (ggfs. verstellbares) Audio-Filter 
zur Bass- und Höhenanhebung. Wie das mit "Mittenanzapfung nach Masse" 
funktionieren soll, sei dahingestellt.

Üblicherweise sind das, 4-pin, wie schon erwähnt, "Balance-Potis" , Die 
kann man/wurden sowohl als Balance- als auch -üblicher- als reine 
Lautstärkeregler eingesetzt. Der Grund liegt darin, daß so LINKS+RECHTS 
gleichzeitig geregelt werden. Als Miniatur-Regler waren die in den alten 
Walkmans eingebaut. Diese seltsamen Stereopoti -Dinger gibts heute noch, 
unlängst mal auf ama gesehen (10er-Packs)
Gast #6757999
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Rudi Ratlos schrieb:
> Üblicherweise sind das, 4-pin, wie schon erwähnt, "Balance-Potis" , Die
> kann man/wurden sowohl als Balance- als auch -üblicher- als reine
> Lautstärkeregler eingesetzt.

Zeig mal Schaltung.

Ich kenne da nur einfache Poti (billig), oder lin. Doppelpoti 
(hochwertig teuer).
Gast #6758088
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Rudi Ratlos schrieb:
> Ich bezweifle das. LOUDNESS ist ein (ggfs. verstellbares) Audio-Filter
> zur Bass- und Höhenanhebung. Wie das mit "Mittenanzapfung nach Masse"
> funktionieren soll, sei dahingestellt.

Die Theorie dahinter war, dass das Ohne die ganz tiefen und die ganz 
hohen Frequenzen bei niedrigen Lautstärken besonders schlecht wahrnimmt. 
Deswegen hat man sie nicht einfach immer gleich angehoben, wie das ein 
Bass/Höhen Regler tun würde, sondern in die Mitte der Schleifbahn 
eingespeist. So hängt die Wirkung der Anhebung von der Position des 
Schleifers (also der Lautstärke) ab. Bei niedrigen Lautstärken hat man 
stark angehoben, bei hohen Lautstärken weniger bis gar nicht.

Daher auch der name "Gehörrichtige Lautstärkeanpassung".

Der Anhang zeigt einen entsprechenden Schaltplan von Jogis Röhrenbude. 
Die Bauteile ganz links am 300k Lautstärkepoti sind hier die relevanten.
Angehängte Dateien:
#6758165
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Diese Potis gab es auch mit 3 Anzapfungen und daran 3 RC-Beschaltungen.
Die Potis waren logarithmisch und hatten typisch 1,3MΩ.

Mit der Einführung des privaten Rundfunks und damit verbunden, daß sich 
niemand mehr an Normpegel hält, sind diese Schaltungen wieder 
verschwunden. Ohne definierten Bezugspegel ist sowas sinnlos.
Gast #6758166
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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Die Theorie dahinter war, dass das Ohne die ganz tiefen und die ganz
hohen Frequenzen bei niedrigen Lautstärken besonders schlecht wahrnimmt.

Korrektur:

Die Theorie dahinter war, dass das Ohr die ganz tiefen und die ganz
hohen Frequenzen bei niedrigen Lautstärken besonders schlecht wahrnimmt.
Gast #6758742
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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Daher auch der name "Gehörrichtige Lautstärkeanpassung".
>
> Der Anhang zeigt einen entsprechenden Schaltplan von Jogis Röhrenbude.
> Die Bauteile ganz links am 300k Lautstärkepoti sind hier die relevanten.

Dein Anhang zeigt keine "Gehörrichtige Lautstärkeanpassung", sondern 
einen "Klangregler". Das Lautstärkepoti ist rechts davon 1M log und hat 
keine Anzapfung.
Gast #6758816
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michael_ schrieb:
> Nein!
> Denn die wurden abgestimmt auf die eingebauten Lautsprecher.
> Und nur da hat es funktioniert.
> Mit dem Aufkommen ext. Lautsprecher/Boxen ging das nicht mehr.
>
> Und es werden auch keine Widerstände eingesetzt, sondern Kondensatoren.
> Um bei niedrigen Lautstärken den Bass anzuheben.
> Hängt mit dem menschlichen Ohr zusammen.
>
> Üblich waren auch Potis mit 2 od. 3 zusätzlichen Anschlüssen.

Du redest von etwas völlig anderem, wie ich zumindest vermute.
Denn das, was Hinz meint, funktioniert sehr wohl mit versch.
LS, auch wenn sich die Relationen bei sehr viel hochohmigeren
etwas verschieben.
Gast #6758959
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Stefan ⛄ F. schrieb:
> sondern in die Mitte der Schleifbahn eingespeist.
> So hängt die Wirkung der Anhebung von der Position des
> Schleifers (also der Lautstärke) ab. Bei niedrigen Lautstärken hat man
> stark angehoben, bei hohen Lautstärken weniger bis gar nicht.

Ich hab einen Yamaha-Receiver, der hat dasselbe -Glump-- drauf ...

> Die Bauteile ganz links am 300k Lautstärkepoti sind hier die relevanten.
Ja, RC-Glied - Tieftonabsenkung.

...alles was passiert ist, daß, wenn du den Regler raufdrehst, also mehr 
"Loudness" willst, die Lautstärke gleichzeitig rapide  a b n i m m t. 
Man muß also vorher die Loudness einstellen und danach -nochmal- die 
Lautstärke nachregeln. Ein größeres Glump hab ich noch nie gesehen . Ein 
Unfaßbar dämliches Regel-GLUMP !

Noch früher gabs einfach eine Taste, die hat man gedrückt und der Bass 
hat -sofort- anständig ordentlich gewummert. Egal bei welcher 
Lautstärke,
SO! wie sich das bei anständigen -gehörgeschädigten- Jugendlichen 
gehört. Also die (gehör-) technisch bessere Lösung.


Strenggenommen ist es auch keine Bass-Treble-'Anhebung' sondern eine 
Mitten-Absenkung.
Gast #6758966
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Früher reichte eben 1 Taste plus 2 Regler (Loudness, Bass + Treble).
Damals konstruierte man aber auch deutlich besser abgestimmte 
"gehörrichtige" Filter. .
Heute braucht man für diesen 'warmen Klang' extra Röhrenvorverstärker .
Gast #6758989
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In den Grundig Concertboys z.B. 206 oder 208 (Ende 60er Jahre) sind 
LS-Potis drin, die 2-fach angezapft sind. Bei meinem Gerät ist das ein 
100k linear mit Anzapfungen bei 25 und 75%. Die Anzapfungen sind mit 
verschiedenen RC-Netzwerken verbunden.
Gast #6759162
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Schmidtchen Schleicher schrieb:
>> Üblich waren auch Potis mit 2 od. 3 zusätzlichen Anschlüssen.
>
> Du redest von etwas völlig anderem, wie ich zumindest vermute.
> Denn das, was Hinz meint, funktioniert sehr wohl mit versch.
> LS, auch wenn sich die Relationen bei sehr viel hochohmigeren
> etwas verschieben.

Nö! Vermutest falsch.
Es geht um die akustische Abstimmung der Klangkurve.

Natürlich kann man technisch alles anschließen, vom 2cm Quieker bis zu 
30cm Box.

Oben mal eine typische Anwendung von REMA mit 3 Anzapfungen.
Angehängte Dateien:

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