Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Magnetventilspule tauschen (AVS E22)


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von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Hallo,

bei einem Magnetventil muss ich die defekte Spule tauschen. Diese ist 
auf eine Achse aufgesteckt und eigentlich nur mit einer Mutter 
befestigt. Die Spule lässt sich auch sehr leicht auf der Achse drehen 
und hat sogar ein kleines Spiel in Achsrichtung. Dennoch lässt sie sie 
auch mit grober Gewalt nicht entfernen. Anhand der 
Konstruktionszeichnungen lässt sich erkennen, dass die Achse mit einer 
kleinen Nut versehen ist, in der offenbar ein Federring o.ä. eingerastet 
ist.

Nun die Frage:
Wie bekommt man die alte Spule entfernt?

1. Noch mehr Gewalt; mögliche Folge: verbogene oder abgebrochene Achse
2. Betätigen des von mir noch unentdeckten Entriegelungsmechanismus
3. Hinunterfeilen

Produkttyp:
- AVS Römer EGV Baureihe 100 o.ä.
- alte Spule AVS E22-220/50-MO, Artikelnr. 720011

Datenblatt:
https://www.avs-roemer.de/media/produkte/ventiltechnik/-AVS-Roemer-GAMMA-Membran-Magnv.pdf

: Bearbeitet durch User
von venitillator (Gast)


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Merkwürdig, fällt bei anderen Ventilen normalerweise von allein ab 
(wenns andersrum montiert wäre).
Wenn von oben kein Seegerring erkennbar ist, vielleicht mal vorsichtig 
von zwei Seiten mit zwei Schlitzschraubendrehern zwischen Ventilkörper 
und Spule hebeln?

von Ingolf G. (koermit) Benutzerseite


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Genau! Habe schon sehr viele Spulen dieser Art (verschiedene andere 
Hersteller) gewechselt, immer Mutter ab, Spule abziehen, fertig.
Alles andere wäre ja auch unsinnig.
Viel Erfolg!

von Udo S. (urschmitt)


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Gut aufgelöstes Bild von oben?

von Kurt A. (hobbyst)


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Könnte sein, dass die Kunststoffisolation durch Hitze aufgequollen ist. 
Diese dann in der Nut festhängt.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Du hast Doch genug massives Material unter der Spule: Schraubenzieher 
rein, beherzt drehen und raushebeln.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Andreas B. schrieb:
> Du hast Doch genug massives Material unter der Spule: Schraubenzieher
> rein, beherzt drehen und raushebeln.

Das habe ich natürlich schon ausprobiert. Bei noch mehr Kraft befürchte 
ich, dass die Achse verbiegt oder bricht.

von turboholics (Gast)


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Wenn es sich um eine massive Achse handelt: ventilkörper mit 
Wasserpumpenzange quetschen, bis das Gehäuse aufplatzt. Dann in 
Einzelteilen runterpulen.

VG

von Andreas B. (bitverdreher)


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Udo S. schrieb:
> Gut aufgelöstes Bild von oben?
+1
Mach mal.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Andreas B. schrieb:
> Udo S. schrieb:
>> Gut aufgelöstes Bild von oben?
> +1
> Mach mal.

Das Foto kann ich erst heute Abend machen. Auf der Oberseite erkennt man 
einen Metallring, der offenbar zum Spulenkörper gehört. Er ist leicht 
vertieft, so dass die (auf dem Foto entfernte) Mutter darin teilweise 
versinkt. Es befindet sich an der Oberseite kein Sprengring o.ä., und 
man kann auch nicht in den Spalt zwischen Achse und Spule hineinschauen. 
Das minimale mechanische Spiel kann man nur fühlen, aber kaum sehen.Das 
spricht auch dagegen, dass der Spulenkörper geschmolzen ist und auf der 
Achse festklebt. Allerdings kann ich nicht ausschließen, dass irgendein 
Material in die Nut gelaufen und dort erstarrt ist.

Hier ist ein Foto einer sehr ähnlichen Spule, bei der die Vertiefung an 
der Oberseite zu erkennen ist:

https://az343058.vo.msecnd.net/productlargeimages/c1766b9b0c124a52bfca5b970b094621.jpg

In den nächsten Tagen wird (hoffentlich) die Ersatzspule geliefert, so 
dass ich dort schauen kann, ob bzw. was in die Nut einrastet. 
Möglicherweise hat der Hersteller zwischenzeitlich auch bemerkt, dass 
der ursprüngliche Sprengring vielleicht doch etwas zu fest in der Nut 
sitzt, und bei neueren Modellen dann ein anderes Material verwendet. 
Oder die Nut ist bei meinem Ventil etwas zu tief, so dass der Sprengring 
tiefer an den halben Drahtdurchmesser hineinrutscht und deswegen immer 
tiefer hineingedrückt wird.

: Bearbeitet durch User
von ventillator (Gast)


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turboholics schrieb:
> Wenn es sich um eine massive Achse handelt:

Normalerweise sitzt die Spule auf einer recht dünnwandigen Hülse in der 
sich der eigentliche Anker bewegt. Deshalb mit zwei Schraubendrehern 
simultan hebeln um seitliche Kräfte zu minimieren.

So in etwa sieht ein Ventil ohne Spule aus:
https://www.mader-shop.de/shop/de/ventile/elektromagnetisch-betaetigte-ventile/32-wege-magnetventil-mini-monostabil-mit-federrueckstellung.html

Eventuell kann (und muß) man auch das ganze Teil raus schrauben. Habe 
ich aber noch nie erlebt und wäre auch eine reichlich sinnlose 
Konstruktion, da dabei im allgemeinen das Medium austritt.
Worum handelt es sich eigentlich? Hart gelötetes Kupferrohr sieht man 
häufig bei Propan oder Erdgas.

von Udo S. (urschmitt)


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Andreas S. schrieb:
> In den nächsten Tagen wird (hoffentlich) die Ersatzspule geliefert, so
> dass ich dort schauen kann, ob bzw. was in die Nut einrastet.
> Möglicherweise hat der Hersteller zwischenzeitlich auch bemerkt, dass
> der ursprüngliche Sprengring vielleicht doch etwas zu fest in der Nut
> sitzt, und bei neueren Modellen dann ein anderes Material verwendet.
> Oder die Nut ist bei meinem Ventil etwas zu tief, so dass der Sprengring
> tiefer an den halben Drahtdurchmesser hineinrutscht und deswegen immer
> tiefer hineingedrückt wird.

Wenn man nicht mehr sieht wie du sagst dann brauch man auch kein Bild.

Ich gehe jetzt mal davon aus du meinst einen Runddraht-Sprengring nach 
DIN-7993.
Eigentlich sollte der so sitzen, dass er beim Abziehen etwas 
zusammengedrückt wird.
Ich würde ggf. da mal Ein Rostlösespray draufsprühen und dann wie schon 
gesagt wurde von unten vorsichtig symmetrisch hebeln, so dass die Hülse 
möglichst nicht quer belastet wird.

: Bearbeitet durch User
von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Anbei ein Foto von oben in voller Größe. Ich habe mittlerweile mit zwei 
mittelgroßen Schraubendrehern symmetrisch an der Spule herumgehebelt, 
was man mittlerweile auch an den glänzenden Stellen des Ventilkörpers 
sieht. Die Spule hat ordentlich Spiel und lässt sich sehr leicht drehen, 
aber entfernen lässt sie sich nicht. Zwischenzeitlich habe ich die 
Versandbestätigung für die Ersatzspule erhalten und werde mir diese mal 
genauer anschauen, sobald sie eingetroffen ist. Und dann geht es der 
alten Spule an den Kragen. Zuerst werde ich wohl mit dem Multimaster ein 
paar Schlitze einbringen und sie anschließend mit einem Schraubendreher 
spalten. Ich bin gespannt, ob sie innen ein Metallrohr hat oder nur die 
Metallschreibe an der Stirnseite.

Trotzdem schon einmal vielen Dank an die Diskutanden. Zwar war leider 
kein "Geheimtipp" dabei, aber jetzt weiß ich wenigstens, dass rohe 
Gewalt wohl doch der richtige Weg ist.

von Udo S. (urschmitt)


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Andreas S. schrieb:
> Zuerst werde ich wohl mit dem Multimaster ein
> paar Schlitze einbringen und sie anschließend mit einem Schraubendreher
> spalten.

So ähnlich hätte ich als letzte Möglichkeit auch vorgeschlagen.
Flex/Dremel/Multimaster und Gefühl
Es wäre nett wenn du Ursache und Lösung des Problems hier dann posten 
könntest.

Viel Erfolg

von Udo S. (urschmitt)


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Einen Universal-Abzieher der passen würde hast du nicht?
Diese "Hülse" / Achse auf der die Spule sitzt sieht oben so aus als 
könnte da die Kugel/Kegel eines Abziehdorns draufpassen

Du könntest ggf. auch bei Roemer mal nachfragen was beim Tausch zu 
beachten ist
Hier im Link kann man Anfragen senden:
https://www.avs-roemer.de/de/produkte/ventiltechnik/zubehoer-ventiltechnik

von Nichtverzweifelter (Gast)


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Andreas S. schrieb:
> Anbei ein Foto von oben in voller Größe.

>Und dann geht es der
> alten Spule an den Kragen. Zuerst werde ich wohl mit dem Multimaster ein
> paar Schlitze einbringen und sie anschließend mit einem Schraubendreher
> spalten. Ich bin gespannt, ob sie innen ein Metallrohr hat oder nur die
> Metallschreibe an der Stirnseite.
>
> Trotzdem schon einmal vielen Dank an die Diskutanden. Zwar war leider
> kein "Geheimtipp" dabei, aber jetzt weiß ich wenigstens, dass rohe
> Gewalt wohl doch der richtige Weg ist.

Grobian, Du!

von Andreas B. (bitverdreher)


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Evtl. Ist da auch ein festgerosterer Federring drin. Mal WD40 
reinsprühen und wackeln.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite



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Zwischenzeitlich habe ich eine ausführliche und sehr kompetente Antwort 
eines Mitarbeiters von AVS Römer erhalten, inklusive einer 
hochaufgelösten Konstruktionszeichnung der relevanten Teile. Dieser 
Kundensupport ist als wirklich vorbildlich zu beschreiben!

Eine schon von Vorrednern und mir vermutete Ursache wurde von AVS 
bestätigt, nämlich dass der Wickelkörper der Spule angeschmolzen sein 
könne. Ich habe daher die Spule mit einem Multimaster und roher Gewalt 
zerlegt, was sich als wesentlich schwieriger als erwartet erwies, da 
sich die Spule in einem Käfig aus zwei punktgeschweißten Blechen befand.

Auf einem der Fotos ist sehr gut der geschmolzene Wickelkörper zu sehen, 
genauer gesagt der Teil, der die Nut fast vollständig ausfüllte. Auf 
einem Foto ist zudem zu erkennen, wie großvolumig die Windungen der 
Spule miteinander untrennbar verschmolzen sind.

Ich erspare es mir, im Stil der Bravo eine Fotodokumentation der Montage 
der neuen Spule vorzunehmen, sobald sie hoffentlich in Kürze 
eingetroffen sein wird.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Andreas S. schrieb:
> Ich erspare es mir, im Stil der Bravo eine Fotodokumentation der Montage
> der neuen Spule vorzunehmen,
Brauchst Du nicht: Spule reinfallen lassen und zuschrauben. ;-)

Was die Nut da allerdings für einen konstruktiven Sinn hat, erschließt 
sich mir irgendwie nicht (Außer verbrannte Spulen festzuhalten).

von Udo S. (urschmitt)


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Andreas S. schrieb:
> Auf einem der Fotos ist sehr gut der geschmolzene Wickelkörper zu sehen,
> genauer gesagt der Teil, der die Nut fast vollständig ausfüllte. Auf
> einem Foto ist zudem zu erkennen, wie großvolumig die Windungen der
> Spule miteinander untrennbar verschmolzen sind.

Danke für die Bilder.

Andreas B. schrieb:
> Was die Nut da allerdings für einen konstruktiven Sinn hat, erschließt
> sich mir irgendwie nicht

Ich könnte mir nur vorstellen, dass das Teil noch für andere Arten der 
Betätigung genutzt wird.
Ist aber so nicht glücklich gelöst, wie Andreas S. erleben musste.

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