Forum: Haus & Smart Home Geräte reparieren


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von Thorsten O. (Firma: mechapro GmbH) (ostermann) Benutzerseite


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Ich bin gestern durch Zufall an einem Beitrag im WDR hängen geblieben, 
in dem es um die Reparatur von Elektrogeräten und die Energiebilanz 
(Einsparung durch längeren Betrieb vs. höherer Verbrauch von Altgeräten) 
ging. Meiner Meinung nach ein sehr sehenswerter Beitrag.

WDR Mediathek - Reparieren statt wegwerfen:
https://www.ardmediathek.de/video/reparieren-statt-wegwerfen/wdr-fernsehen/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWQzZDBhODI0LWI3MTAtNDc2Ni04ZWJlLWE4MjI2NjhkYmQzNg/

Der "Hauptdarsteller" im Beitrag ist Herr Jung von "Blitzblume 
Ingelsheim", der seit Jahrzehnten Elektrogeräte repariert und dabei 
interessante Statistiken zusammengestellt hat:
http://www.blitzblume-ingelheim.de/

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Gut 👍

von Johannes S. (jojos)


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gut ist da auch der neue Reparaturbonus, aber leider nur in Thüringen. 
Sowas sollte es Bundesweit geben.
https://www.reparaturbonus-thueringen.de/

von Helge (Gast)


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Leider ist Unsatz und nicht Wohlstand das wichtigste Maß der jeweiligen 
Regierungen. Dazu komen die Effekte der Globalisierung. Aus der halben 
Sache von Brüssel (CO2-Handel für manche) wird in den Mtgliedsländern 
nur das allermindeste umgesetzt. Der sinnvolle weg wäre die Bepreisung 
aller Stoffe, incl. Herstellung und Transport. Zum Beispiel 300€ je 
Tonne verbrauchtem bzw. enthaltenem Kohlenstoff. Erst dann wird der 
Fußabdruck der Waschmaschine oder des Telefons am Preisschild sichtbar. 
Solange "die Wirtschaft" das erfolgreich weglobbyiert, verlieren wir 
alle.

von Maik .. (basteling)


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Der Bericht war wirklich sehenswert.

Da kommt mir wieder ein seit langem vorhandener Wunsch auf:

Grundsätzlich wäre ich ja für eine Zwangszugänglichmachung von 
Schaltungsunterlagen nach z.B. 10 Jahren. Für alles - vom Fön bis zum 
Industrie - Frequenzumrichter. z.B. über eine Art zentrale 
Hinterlegungsstelle.
Geschäftsgeheimnis lasse ich diesbezüglich nicht gelten. Der 
kopierwillige Konkurrent nimmt die Schaltpläne halt selbst auf,
durch Nichtveröffenlichung werden vor allem die Käufer und 
Gelegenheitsreparierer und die Ressourcen geschädigt.

von Ralf X. (ralf0815)


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Thorsten O. schrieb:
> Der "Hauptdarsteller" im Beitrag ist Herr Jung von "Blitzblume
> Ingelsheim", der seit Jahrzehnten Elektrogeräte repariert und dabei
> interessante Statistiken zusammengestellt hat:
> http://www.blitzblume-ingelheim.de/

Ich habe diverse Medienbeiträge von und über "Blitzblume-Ingelheim, 
Heinrich Jung" gesehen.
Zumindest medial sehr gut, aber manches glänzt etwas weniger, wenn man 
versucht, genaueres zu erfahren.
Da er sich alle naslang öffentlich darstellt, stellt sich mir die Frage, 
warum er seine Statistik ausschliesslich für den Zeitraum zwischen 1991 
und 1994 darstellt.
Geräte sind prinzipiell billiger geworden, Arbeitszeit und Ersatzteile 
oft  teurer, MwSt höher..
Und Reparaturen auch immer schwieriger bis unmöglich.
Irgendwelche Statistiken, wieviele Prozente vor rund drei Jahrzehnten 
noch rentabel durch sein Unternehmen instandgesetzt werden konnten, 
spielen heute nicht mehr die geringste Rolle.
Ebensowenig, wieviele Geräte mit erster Anfahrt vor Ort repariert werden 
konnten.

Er berechnet Anfahrtspauschalen zwischen 30,- und 75,-€ (letzteres bei 
rund/gut 25km Entfernung) und 64,-€/h zzgl. ET.
Absolut fair, aber auch halbwegs normal für Haushaltsgeräte, wenn man 
sich keinen Kundendienst von Miele & Co oder den "Notdienst" aus den 
gelben Seiten oder Google bestellt.

Aber mal ehrlich:
Es gibt jede Menge Verbraucher, die der Meinung sind, dass der Monteur 
für umme anreisen und erst einmal einen ebenfalls kostenlosen 
Kostenvoranschlag erstellen soll, bevor man sich entscheidet, ne neue 
WaMa für 199,-€ online zu ordern, ggf. über Saturn mit Entsorgung der 
alten und für 9,99€ Anschluss der neuen...
2 Jahre Garantie und noch nen Zehner obendrauf, ach noch 
Garantieverlängerung.

Nichts gegen den mediengeilen "Heinrich Jung", aber es gibt abertausende 
Betriebe in DE, die ihre Kunden genauso gut und fair bedienen.
Und das auch ohne dreizig Jahre alten Werbe-Statistiken, die heute 
keinen Wert haben.
Ausser dem medialen..

von Roland (Gast)


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Mit etwas Fachwissen, Geschick und Kreativität lässt sich grundsätzlich 
fast alles reparieren, nicht nur Elektrogeräte.
Ich mache es nicht wegen Umweltschutz, sondern weil es mir zu schade ist 
etwas gutes wegzuwerfen wenn man es reparieren und weiter benutzen kann.

von Nautilus (Gast)


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Johannes S. schrieb:
> gut ist da auch der neue Reparaturbonus, aber leider nur in Thüringen.

Aber nur wenn eine Firma das repariert. Wenn ich selber Hand anlege 
bekomme ich nichts.
Wenn ich eine Firma beauftrage fallen erst einmal Kosten an (Anfahrt, 
Kostenvoranschlag). Dann muss ich entscheiden, ob die Reparatur auch von 
den Kosten rentabel ist.
Leider sind die Herstellungstechnologien und Reparaturtechnologien mit 
der technischen Entwicklung immer unterschiedlicher geworden. Kleben ist 
eben billiger als Schrauben.
Die Nebenkosten einer Firma sind ein weiterer Grund für hohe 
Reparaturkosten, die berechnet werden.

von Uli R. (Gast)


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Nautilus schrieb:
> Dann muss ich entscheiden, ob die Reparatur auch von den Kosten
> rentabel ist.

Genau DAS ist der zentrale Denkfehler. Denn es ist IMMER billiger, die 
Welt zu zerstören, als die Welt zu erhalten. Und genau deswegen werden 
wir weiter unseren Lebensraum und die Zukunft unserer Kinder zerstören.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Uli R. schrieb:
> Nautilus schrieb:
>> Dann muss ich entscheiden, ob die Reparatur auch von den Kosten
>> rentabel ist.
> Genau DAS ist der zentrale Denkfehler.

Die Mehrzahl der Leute muss mit dem Einkommen auskommen und ob das von 
den Kosten rentiert, ist zentrale Notwendigkeit so zu denken.

von Tobias C. (tobias_claren)


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Bei "Statistiken" hatte Ich eher eine Datenbank der Fehlerursachen 
erwartet.
So etwas sollte per Gesetz verpflichtend werden.
Dass dort im Detail zu sehen ist welche Bauteile bei welchen Geräten der 
Grund war. Die Service-Center sollten das in eine zentrale Datenbank 
eintragen müssen.
Evtl. mit einer Abfrage der Fehler und dann dem Ursachen nach 
Wahrscheinlichkeit.
Es gibt eine medizinische Selbstdiagnose-App, die macht genau das.
Ist glaube ich sogar offiziell vom Dt. Staat.


Was die Reparatur angeht, ist die Frage ob es sich lohnt.
Wenn Ich die Informationen zu der Ursache bekäme, mache Ich es lieber 
selbst.
Der Monitor auf dem ich das schriebe hatte auch bei Kauf einen defekte 
Spule der Hintergrundbeleuchtung, hat ein paar Euro gekostet.
Was hätte der Profi dafür genommen?
Wenn man  überhaupt einen findet...
Diese Aktion, auch auf Dauer und Bundesweit rettet bestimmt nicht die 
Radio/TV-Techniker.
Und dann ist bei Fernsehern die Frage, ist die Reparatur des internen 
Netzteil teurer als Ersatz auf Ebay...

Ich habe gestern mit einem Gefrierbeuten mit 70° heißen Wasser und einer 
angeschliffenen alten Kreditkarte die Rückseite eines Samsung Note 9 
entfernt.
Dann den USB gewechselt, den alten Kleber runter gepiddelt, und mit 
T-7000 wieder verklebt.
Kam mir vertrauenswürdiger vor als diese doppelseitigen Klebeeinlagen.
Soll ja wieder wasserdicht sein.

Man sollte auch gesetzlich etwas gegen Serienmangel machen.
Es sollte nicht der Hersteller entscheiden was einer ist.
Die Teile sind Wasserdicht und haben einen Feuchtigkeitssensor.
Ausgerechnet der schaltet nach Feuchte gerne mal auf Dauer-Feucht.
Auch wenn es trocken ist. Laden ist dann nur noch kabellos möglich...
Wenn Ich die Arbeit für jemand ausführen sollte, keine Ahunng was man 
nimmt.
Evtl. 35-45 Euro (plus Anfahrt und USB-Port). Lange dauert es nicht.
Mal abgesehen von den evtl. 15min warten bis es warm ist.

Und anderes Thema, ein Gesetz wie in Dubai, dass nur noch Lampen mit 
hohem Wirkungsgrad verkauft werden dürfen. Z.B. ab 200 Lumen. Ist ja 
technisch möglich. Auch mit den gleichen LEDs, schwächer betrieben und 
ein paar mehr pro Leuchte/Birne.

Schlecht ist allerdings, wenn seit April oder März wirklich nur noch TV 
mit einem bestimmten Stromverbrauch verkauft werden dürfen.
Denn das las sich so, als wäre das eine feste Grenze pro Diagonale ohne 
zu bedenken dass die bis zu 20.000 Lumen die HDR bzw. Dolby Vision für 
die Zukunft des Kino UND TV zuhause wohl nicht mit der Grenze möglich 
sind.

: Bearbeitet durch User
von Karl B. (gustav)


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Hi,
habe die Sendung auch gesehen.
Und dass er sich neben den Container stellt und Sachen abfischt, ist 
hier beim Bauhof verboten. So jemand bekommt Hausverbot.
Der Grund: Die Leute haben sich vormals wie die hungrigen Wölfe über die 
Recycling-Container hergemacht und sich gegenseitig um die best 
erhaltenen Sachen gekloppt. Dem musste die Verwaltung einen Riegel 
vorschieben.
Aber er nimmt ja selber auch Geld für Reparatur. Für lau ist bei ihm 
auch nichts.
Die Aussage ist aber klar rübergekommen: für 10% Defekt muss ich 100% 
neu kaufen. Und das in immer kürzeren Produktzyklen.
Und eine persönliche Beziehung zu meiner Waschmaschine als Quasi- 
Familiemnitglied kann ich schon garnicht mehr aufbauen, wenn sie nach 
einem Jahr schon kaputt ist.

ciao
gustav

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