M.G. schrieb:
> Wie sieht das bei den ADC-Eingängen aus, ich finde da konkret nichts
> dazu.
Solche Dinge stehen leider nur selten in den Internet-Datenblättern. Oft
gibt es die Unterlagen nur gegen NDA.
Ob eine Diode gegen VDD vorhanden ist oder nicht kannst Du selber
rausmessen.
Der Hersteller schreibt in seinen Absolute Maximum Ratings VDD + 0,5 V
für alle Pins. 0,5 ist knapp unter 0,6, das spricht für Dioden.
> Warum ich frage? Mein ADC könnte im Fehlerfalle >5V abbekommen und dafür
> möchte ich gerüstet sein.
Wenn Deine Eingangsspannung höher ist als VDD, dann fließt ein Strom
("injection current") durch die ESD-Struktur in die VDD. Den musst Du
durch einen Reihenwiderstand auf ein ungefährliches Maß begrenzen. Der
Reihenwiderstand ist oft als Bestandteil eines RC-Filters ohnehin
vorhanden. Auf welches Maß der Strom begrenzt werden muss steht im
Datenblatt. Leider nur selten im öffentlichen, meist brauchst Du die
komplette Produktspezifikation. Die gibt's mit Entwicklungsvertrag und
NDA.
Typische Werte sind 100 - 200 µA ohne Beeinflussung analoger
Schaltungsteile, und 1-2 mA ohne Schädigung des Controllers. Durch den
Injection Current erhöht sich der Meßfehler des ADC, die PLL bekommt
mehr Jitter, Komparatorschwellen können sich verschieben, etc. Was genau
passiert und welche Pins dahingehend kritischer sind als andere steht in
der Spezifikation des Controllerlieferanten, so er diese denn rausrückt.
Pins ohne ESD-Dioden machen oft komische Dinge wenn man Überspannung
anlegt. Dann geht der Chip in irgendwelche Testmodi, High Voltage
Progamming oder ähnliches. Da kann man sich beim BCI-Test auch schonmal
was einfangen.