Kennt jemand ein 4-Tor Modell für ein Semi Rigid Koaxialkabel mit
Ferritkernen um den Äußeren Metallmantel zur Formung eines Baluns. Was
ich also brauche ich ein Modell mit 4 Anschlüssen, damit man Kern und
Mantel auf der einen Seite und Kern und Mantel auf der Anderen Seite
hat. Ich suche so ein Modell um es in Qucs zu implementieren, um Baluns
dieser Art zu simulieren.
Koax & Konus schrieb:> 'Sonderfall' klingt nach, brauchen wir nicht zu betrachten, weil nur zu> 0,015 vorkommend
Nein. Die Aussage "ein Kreis ist ein Sonderfall der Ellipse" beschreibt
kein Regel-Ausnahme-Verhältnis. So auch hier. Allerdings sind echte
Teilmengen notwendig weniger mächtig als ihre Obermengen.
Wenn es Dir lieber ist, kannst Du auch von "Spezialfall" reden.
Würde mich auch interessieren, um z.B. den "Kabel-Inverter" HP-15116A zu
modellieren, den HP vor ewigen Zeiten als Zubehör vertrieben hat, im
Pulse bis =< 500 ns zu invertieren (quasi ein elektrisches Pendant zum
Bowdenzug beim Fahrrad).
Bei Semirigid hat man den Vorteil, dass im Gegensatz zu schlecht
bedeckten Koax-Schirmen erst mal nichts außen vom Innenleiter her
durchgekoppelt fließt.
Günter R. schrieb:> Würde mich auch interessieren, um z.B. den "Kabel-Inverter"> HP-15116A zu> modellieren, den HP vor ewigen Zeiten als Zubehör vertrieben hat, im> Pulse bis =< 500 ns zu invertieren (quasi ein elektrisches Pendant zum> Bowdenzug beim Fahrrad).>> Bei Semirigid hat man den Vorteil, dass im Gegensatz zu schlecht> bedeckten Koax-Schirmen erst mal nichts außen vom Innenleiter her> durchgekoppelt fließt.
Ich bin auf den Thread aufmerksam gemacht worden. Mich würde mal
interessieren wie man diese Ferrite um den Schirm auswählt und wonach
man den Abstand zwischen Außendurchmesser des Kabels und
Innendurchmesser des Ferrits bemisst. Ich vermute mal je weniger desto
besser.
Abdul K. schrieb:> Du meinst eine Multimode-Sim eines Koaxkabels?
nein, ich meine Verluste, die durch einen minderwertigen "Schirm"
(unten) resultieren, also Ein- oder Abstrahlung. Belege ich den
Außenleiter dann mit Ferrit und seinen frequenzabhängigen Verlusten
wegen µ' und µ" zusätzlich, ergibt sich gegenüber Semirigid ein völlig
anderes Bild.
Andere Effekte entstehen durch Eigenresonanzen und Zusatzverluste der
Gleichtaktinduktivität durch die Suszeptibilität der Ferritmaterialien.
Von Potter gibt es z.B. ein altes (1944, R.K. Potter, 'Antenna System',
Nr. 2 485 457) Patent, was für eine Antenne eine abstimmbare
Gleichtaktdrossel vorsieht.
BTW/OT: Ich nehme für meine Fälle meist mehrere Kerne unterschiedlicher
Bereiche nach dem Prinzip 'Hoffnung und Nachmessen mit dem VNWA'. Keller
mit seinem gleichnamigen Balun setzt auf mehrere Einzellösungen
hintereinander. a(uf meiner website etwas ausführlicher).
Günter R. schrieb:> Abdul K. schrieb:>> Du meinst eine Multimode-Sim eines Koaxkabels?>>> BTW/OT: Ich nehme für meine Fälle meist mehrere Kerne unterschiedlicher> Bereiche nach dem Prinzip 'Hoffnung und Nachmessen mit dem VNWA'. Keller> mit seinem gleichnamigen Balun setzt auf mehrere Einzellösungen> hintereinander. a(uf meiner website etwas ausführlicher).
Hast du eventuell Erfahrung zur Auswahl der Ferrite für sehr
breitbandige Baluns im Bereich 1MHz bis 6Ghz? Die meisten toroiden
Ferritkerne sind höchstens bis 2GHz spezifiziert.
Christoph B. schrieb:>> Abdul K. schrieb:>>> Du meinst eine Multimode-Sim eines Koaxkabels?
nein, betrachte (vorerst) nur TEM-Ausbreitung auf dem Kabel.
Ferrite:
Brauchbare Ferrit-Spezifikationen weit über 100 MHz sind ziemlich
heikel. U60 bzw XO60 war früher® für höhere Güten die Wahl. Über 2 GHz
ist mir auch nichts bekannt. Das µ" wird zu dominant und das
transformatorisch erforderlich µ' zu klein. Auch Konstruktionen à la
Guenella werden kritisch, wenn es so breitbandig werden soll. Im
GHz-Bereich sind meist nur noch Leitungsstrukturen üblich. Was in der
Messtechnik noch gerade geht, ist bei höheren Leistungen eh nur schwer
machbar (vgl bei mir die Betrachtungen zur SWR-Brücke).
Günter R. schrieb:> Ferrite:>> Brauchbare Ferrit-Spezifikationen weit über 100 MHz sind ziemlich> heikel. U60 bzw XO60 war früher® für höhere Güten die Wahl. Über 2 GHz> ist mir auch nichts bekannt. Das µ" wird zu dominant und das> transformatorisch erforderlich µ' zu klein. Auch Konstruktionen à la> Guenella werden kritisch, wenn es so breitbandig werden soll. Im> GHz-Bereich sind meist nur noch Leitungsstrukturen üblich. Was in der> Messtechnik noch gerade geht, ist bei höheren Leistungen eh nur schwer> machbar (vgl bei mir die Betrachtungen zur SWR-Brücke).
Ok mal als Beispiel diesen Koppler.
https://www.mikrocontroller.net/attachment/482240/GHz-Directional-Bridge.pdf
Da werden Ferrite genommen, die nicht für diese Frequenzen spezifiziert
sind und das scheint zu funktionieren. Ich habe das natürlich nicht
geprüft.
Abdul K. schrieb:> Streifenleitungsrichtkoppler gibt es doch mit mehr als 100W> Belastbarkeit für den GHz- Bereich.
Aber wie breitbandig bekommt man die hin?
Das funktioniert mit Abstrichen. Ich habe z.B. damals die Brücke nach
DJ7VY mit ordinären Ferrit-Dämpfungsperlen gebaut und bis 1,8 GHz
(konnte szt. nicht weiter messen) recht gute Ergebnisse erreichen
können. Im qrpforum.de finden sich in diesem Zusammenhang viele weitere
Beiträge diesbezüglich zum Thema SWR-Brücke. Sind das die Baluns, die du
modellieren willst?
Wobei hier die Ferrit-Eigenschaften durch die Symmetrie des Aufbaus
etwas in den Hintergrund treten, wichtiger ist eben die Symmetrie der
Zweige. IM Übrigen werden die Hersteller (habe hier Brücken von z.B. HP
und Wiltron in der Schublade) wohl auch Zugang zu besonderen
Ferrit-'Gebäcken' haben ;-)
Ferrite funktionieren auch jenseits ihrer Grenzfrequenz, die Verluste
werden dann nur immer größer bis es irgendwann einfach nicht mehr genug
zu messen gibt.
Günter R. schrieb:> Abdul K. schrieb:>>> Ferrite funktionieren auch jenseits ihrer Grenzfrequenz>> OK, wie ist diese Frequenz definiert?
Ich ziele eher auf den Bau eines kopplers ab. Der link auf den 300khz
bis 13ghz Koppler sieht schon ganz vielversprechend aus nur ist mir
nicht ganz klar wie sich solche ferrite eben bei hohen Frequenzen
verhalten. Der Sinn ist ja Strom auf dem äußeren Mantel zu sperren nur
weiß man nicht ob die ferrite das bei z.B. 4ghz immer noch machen.
Die umschließenden Ferrite entkoppeln die beiden Enden des Koaxkabel, so
daß das Potenzial des linken Zweiges der Brücke nicht gegen Masse
kurzgeschlossen wird. Das Kabel wird dadurch zum differential zu single
ended -Wandler.
Man kann auch einfach einen ADC mit differentiellen Eingängen direkt
ohne diesen Koaxkabelwandler an die Brücke hängen. Im N1201SA ist das
glaub so gemacht.
Falls ich Blödsinn schreibe, einfach korrigieren. Bin mit diesem Gebiet
auch noch nicht durch.
Günter R. schrieb:> Ich habe z.B. damals die Brücke nach DJ7VY mit ordinären> Ferrit-Dämpfungsperlen gebaut
Kannst du dieses Konstrukt mit den beiden Leitungen erklären? Ich kenne
die Verschaltung nämlich anders.
Abdul K. schrieb:> Vermutlich Realanteil gleich Blindanteil.
Tumma leid, 'vermutlich' bringt garnix. Dann müsstest du dir eine
definierte Anordnung dazudenken, mit einem Prüfkörper aus dem
DUT-Ferrit. Hättest du nicht noch was Genaueres in petto?
------------------
Ein freies Leitungstück geringen Durchmessers bzw. großen Abstands zu
anderen Leitern hätte nun mit ca. 1 nH/mm auch wirksame (wenn auch sehr
kleine) Eigeninduktivität. Es liefe darauf hinaus, mit einem
breitbandigen Analyzer auf so einem Durchgangsstück an/neben so einer
Leitung die zu untersuchenden Ferrite zu plazieren und deren
Eigenschaften aus den veränderten s-Parametern zu extrahieren. Für 50
Ohm unsymmetrisch habe ich für solche Zwecke einen Jig (auf Rogers) zur
Hand. (die schmale Trennung in der Mitte der Leitung ist gerade
zugelötet)
Für die Ferrite gibt es Kurven in Datenbüchern, da schaue ich einfach
nach. Als Faustformel gilt: Für ein Ferritmaterial Resonanter
Schwingkreis Anwendung mit hoher Güte bei Frequenz f und bei 10facher
Frequenz als Dämpfungsmaterial.
Snelling Soft Ferrites für die Härtner.
Günter R. schrieb:> Abdul K. schrieb:>> Du meinst eine Multimode-Sim eines Koaxkabels?>> nein, ich meine Verluste, die durch einen minderwertigen "Schirm"> (unten) resultierenGünter R. schrieb:> Christoph B. schrieb:>>> Abdul K. schrieb:>>>> Du meinst eine Multimode-Sim eines Koaxkabels?>> nein, betrachte (vorerst) nur TEM-Ausbreitung auf dem Kabel.
Glückwunsch, du hast den Thread zur 4-PORT MODELLIERUNG IN DER
SIMULATION einer Leitung mit Ferrit als Gleichtaktsperre erfolgreich
gekapert und auf ein ganz anderes Themenfeld geführt.
Volker M. schrieb:>> Glückwunsch, du hast den Thread zur 4-PORT MODELLIERUNG IN DER> SIMULATION einer Leitung mit Ferrit als Gleichtaktsperre erfolgreich> gekapert und auf ein ganz anderes Themenfeld geführt.
Das war jetzt keine absichtlich böse Handlung hier irgendwas zu kapern.
Ich denke aber die Simulation eines solchen Baluns könnte auch helfen
ein Modell zu entwickeln.