Ich habe zu Hause zu Linux DHCP Server laufen. Ich habe ein Router mit
Internetanschluss, ein Managed-Switch an dem der Server und feste
Peripherie hängt. Desweiteren habe ich einen zusätzliche WLAN AP der per
Kabel an dem Switch hängt.
Was ich möchte:
Ich möchte die Rechner, welche über den separaten AP welcher an dem
Switch hängt. Nach einer gewissen Uhrzeit vom Internet umleiten /
trennen.
Gibt es da Möglichkeiten? Wenn ja, wo beginne ich meine Suche? Was
braucht Ihr für Infos von mir wegen der Konfiguration?
Wäre es auch möglich, den WLAN AP welcher an dem Switch hängt, komplett
und ausschließlich über den Server zu routen? So das der Server als
Router zum Internet fungiert und nicht die Fritzbox? Was benötige ich da
als Hardware?
Im AP per Schedule den Funk abdrehen? Manche APs können pro SSID eine
Zeitsteuerung, mache ich mit WAP1750 so.
Alternativ: Zeitschaltuhr = Strom weg = Funk/LAN weg?
Evtl. kann man mit cron auch noch irgendwas an der Route machen o.ä.,
aber dazu bin ich zuwenig Linuxer.
Wenn du da vom Linux-Server was drehen willst, wäre es natürlich das
sinnvollste, diesen auch komplett das Netz verwalten zu lassen, also ihn
Router, DHCP-Server, Nameserver etc. spielen zu lassen.
Früher™ konnte man so'ne Fritzbox noch als pures DSL-Modem betreiben,
weiß nicht, ob das noch geht.
Natürlich hast du damit insgesamt erstmal initial etwas Aufwand, dafür
bist du dann viel freier im Aufsetzen von Firewallregeln etc. pp.
Ansonsten fiele mir noch ein, den Switch via SNMP zu bestimmten Zeiten
so umzukonfigurieren, dass er halt das entsprechende VLAN an- oder
abschaltet. Aber unbedingt die SNMP-Passwörter dann neu setzen, die
Standardpasswörter sind Scheunentore … Auch wäre es sinnvoll, wenn du
für das Management des Switches ein komplett eigenes VLAN vorsiehst und
der Switch nur darüber konfigurierbar ist. Dann hat man an allen anderen
Ethernetports zumindest keine Möglichkeit, den Management-Traffic
mitzuhören oder zu faken. (Wer natürlich an den Switchport physisch
rankommt, kann diese simple Zugriffsbremse immer überspringen.)
Draco schrieb:> Wäre es auch möglich, den WLAN AP welcher an dem Switch hängt, komplett> und ausschließlich über den Server zu routen? So das der Server als> Router zum Internet fungiert und nicht die Fritzbox? Was benötige ich da> als Hardware?
Wenn der switch managed ist, dann hast du schon alle Hardware.
Dem Linux-Server kannst du dann beibringen, als (Zeitabhängige)
Firewall/Router zwischen den Vlans zu hängen (auch wenn er nur eine
Netzwerkkarte hat, der Managed Switch muss die vlans am server-Port nur
"tagged" rausgeben können)
Jörg W. schrieb:> Wenn du da vom Linux-Server was drehen willst, wäre es natürlich das> sinnvollste, diesen auch komplett das Netz verwalten zu lassen, also ihn> Router, DHCP-Server, Nameserver etc. spielen zu lassen.
Aktuell arbeitet der Server als DHCP und Nameserver für die
Netzwerkverwaltung. Hauptsächlich aber als Web- und SMB-Server.
Angebunden an den Switch (DGS-1224T von D-Link) ist er über 4x GBit im
Bond für SMB und WEB und 1xGBit (gleiches LAN) für DHCP und DNS.
Aktuell ist der Router (Fritzbox 7590) über den Switch mit dem Netzwerk
verbunden. Auch der separate AP (Missbrauchter Speedport W 724V) ist
direkt mit dem Switch verbunden.
Aktuell läuft dieser AP noch nicht in einem separatem VLAN.
Jörg W. schrieb:> Früher™ konnte man so'ne Fritzbox noch als pures DSL-Modem betreiben,> weiß nicht, ob das noch geht.>> Natürlich hast du damit insgesamt erstmal initial etwas Aufwand, dafür> bist du dann viel freier im Aufsetzen von Firewallregeln etc. pp.
Das ist richtig, dies würde auch viele weitere nützliche Funktionen mit
sich bringen - Filter, Sniffer etc... (Was aktuell aber natürlich völlig
hinten ansteht)
Jörg W. schrieb:> Auch wäre es sinnvoll, wenn du> für das Management des Switches ein komplett eigenes VLAN vorsiehst und> der Switch nur darüber konfigurierbar ist.
Ist er schon, ich habe vom Server eine direkt Verbindung zum switch -
der Switch hat für die Serviceseite eine feste IP in einem anderen
Netzbereich. Auf die Einstellungen komme ich ausschließlich über den
Server, und nur ich habe Zugriff auf diesen. Ein physisches Eingreifen
ist ohne Aufwand auch nicht möglich, da das alles in einem
abgeschlossenen Raum steht.
Εrnst B. schrieb:> (auch wenn er nur eine> Netzwerkkarte hat, der Managed Switch muss die vlans am server-Port nur> "tagged" rausgeben können)
Wie gesagt, an Schnittstellen mangelt es zum Glück nicht - ich könnte
auch zur Not noch eine weitere Nic dazuhängen.
Er kann 802.1Q - also tagged und untagged Ports.
Draco schrieb:> Aktuell ist der Router (Fritzbox 7590) über den Switch mit dem Netzwerk> verbunden.
Klar, über den Switch ja irgendwie sowieso. ;-) Die Zeiten, wo man 4fach
Ethernetkarten gebraucht hat, sind dank 802.1Q eigentlich vorbei.
Wenn du halt den Schritt noch weiter gehst, und die Fritzbox zum puren
Modem degradierst, dann ist dein Server auch der PPPoE-Endpunkt für das
Internet und der zentrale Router. Dann bestimmt der auch, wer wie wann
was machen darf.
Ich habe eine einigermaßen ähnliche Konstellation, nur keine Fritzbox,
sondern der Glasfaserabschluss kommt da von draußen rein. Logisch
gesehen ist das aber nichts anderes als ein DSL-Modem: da kommt Ethernet
raus, und zumindest bei der Telekom redet man darüber das gleiche PPPoE
wie zuvor am DSL-Modem (VLAN7). Allerdings laufen da bei mir wirklich
nur Firewall- und netzwerkrelevante Dienste drauf; "richtige"
Serverdienste habe ich separat. Allerdings könnte man das mittlerweile
auch dadurch recht brauchbar separieren, dass man auf einem Hypervisor
zwei komplett verschiedene Systeme für Server und Firewall/Netzwerk
laufen lässt.