Hallo, gibt es eine vorgegebene Größe ab der ein Hochofen sinnvoll
betrieben werden kann?
Wenn man die beliebig verkleinern kann und sie immer noch funktionieren,
dann würde ich mir einen bauen wollen.
Habt ihr sinnvolle Tipps für mich?
"Hydrogen blast furnace" -- Zur Zeit laufen verschiedene Experimente,
Eisenoxyd mit Wasserstoff statt Kohle reduzieren. Aber auch diese
kleinen experimentellen Anlagen passen nicht in eine Garage.
Ist alles eine Frage der Temperatur.
Damals konnte man Emaile-Öfen kaufen die mit Strom funktionierten. Hatte
jedes Bastelgeschäft.
z.b. https://www.ebay.de/itm/231987551699
Das Teil da geht bis 1100 °C
Habe ich aber auch schon bis 2000 °C gesehen. Aber dann war der Preis 4
Stellig.
…———… schrieb:> Wenn man die beliebig verkleinern kann und sie immer noch funktionieren,> dann würde ich mir einen bauen wollen.
Du solltest auch daran Denken, das aus einem Hochofen kein Stahl,
sondern nur Roheisen herauskommt.
Im Mao-China zu Zeiten des Großen Sprungs nach vorn wurden massenhaft
(vorsicht: Wortspiel) Hinterhof-Hochöfen mit 3 bis 4 Metern Höhe
betrieben.
Vor 40 Jahren hätte dir im Pott jeder Erstklässler erklären können, dass
ein Hochofen keinen Stahl erzeugt.
Schlaumaier schrieb:> Damals konnte man Emaile-Öfen kaufen die mit Strom funktionierten. Hatte> jedes Bastelgeschäft. Das Teil da geht bis 1100 °C
Oh Mann, der vollkommen Ahnungslose gibt wieder sein Unwissen zum
Besten.
Bei den Öfen sind die Heizwendeln selber aus Eisen, die können sicher
kein Eisen schmelzen.
> Habe ich aber auch schon bis 2000 °C gesehen. Aber dann war der Preis 4> Stellig.
Grad Fahrenheit.
Ja, im Hochofen hat es um 2000 GradC. Nicht mal
Siliziumcarbid-Heizelemente halten das aus. Daher funktioniert kein
Widerstandsheizen. Entweder klassisch als chemischer Prozess (neben Koks
mit Heissluft auch Acetylenflamme), oder Induktionsheizen oder
Elektro(Siemens-Martin) mit dem Eisen als Heizwiderstand, oder
gebündeltes Sonnenlicht.
https://www.enargus.de/pub/bscw.cgi/d4926-2/*/*/Hochofen.html?op=Wiki.getwiki
Aber der sos-Troll ist sicher derselbe der glaubt mit geschmolzenem
Gusseisen 3d-drucken zu können in vollkommener Ahnungslosigkeit der
chemisch-physikalischen Grundlagen.
MaWin schrieb:> Ja, im Hochofen hat es um 2000 GradC. Nicht mal> Siliziumcarbid-Heizelemente halten das aus. Daher funktioniert kein> Widerstandsheizen.
Ich weiß was ich gelesen habe.
https://german.alibaba.com/product-detail/1kg-2000-degree-c-easily-operational-induction-melting-furnace-1600129976108.html
Aber ich habe weder ihn noch das 1200°C oben aus den 1. Link jemals
gemessen.
ABER damals mal in der Bastelstunde in der Schule mit den aus den 1.Link
gearbeitet.
Allerdings gebe ich zu, das ich 0 Ahnung habe wie die Teile innen
aussehen. Ich hatte die das Vergnügen mal einen auf zu schrauben.
…———… schrieb:> Wenn man die beliebig verkleinern kann und sie immer noch funktionieren,> dann würde ich mir einen bauen wollen.
Es wird mit abnehmender Größe schnell immer schwieriger, da die
Oberfläche im Vergleich zum Volumen drastisch zunimmt. Und damit auch
die Wärmestrahlungsverluste.
So eine Metallverhüttung nach Bronzezeitart war gerade in einer
TV-Sendung zu sehen. Mehrere bunt bemalte Vorfahren saßen um das Feuer
und bliesen mit Blasrohren in die Flammen, die Spitze aus Ton geformt.
Das soll dann mehrere Stunden so gedauert haben und das Ergebnis sah aus
wie ein kleiner Kartoffelpfannkuchen. Daraus mussten dann einzelne
Metallkrümel herausgesucht werden und nochmal eingeschmolzen. Ich meine,
es ging nur um Kupfer.
Christoph db1uq K. schrieb:> Mehrere bunt bemalte Vorfahren
Ähhämm, Fantasievoll bemalte Schauspieler....
Und die haben das sicher nur ein, zweimal gemacht, bis einer aus
Tierhäuten nen simplen Blasebalg gebastelt hat. Ich mein, wer will schon
alle 5min. halb bewusstlos umkippen.....
Richard H. schrieb:> Wahrscheinlich haben sie nur noch tätowierte Hipster in der Datenbank.
Nee, den Wissenschaftlern geht gerne mal die Fantasie durch und
vergessen zu erwähnen, das es nur Vermutungen sind. Der Rest wird dann
von scheinbar völlig bildungsfernen, arg Künstlerisch angehauchten
Filmschafenden "erledigt".
Zusammen schaffen sie es sogar, aus einem handtellergroßen Bruchstück
eines Rückenwirbels, nicht nur die Fellfärbung, sonder auch die
detaillierte Lebensweise eines Dinosauriers herauszulesen. Da waren die
echt mächtig stolz drauf! :DDD
Ich habe vergeblich die TV-Sendung gesucht, erst ein paar Tage her,
könnten Lesch oder Terra X gewesen sein.
Aber auf Youtube gibt es mehrere Videos zur "experimentellen
Archäologie" zur Kupferverhüttung. Die blasen alle mit Holzrohren in die
Glut, die vorn durch Ton geschützt sind. Das scheint möglich zu sein,
ohne nach kurzer Zeit ohnmächtig zu werden.
https://www.youtube.com/results?search_query=kupferverh%C3%BCttung
Cu-Schmelzpunkt laut Wikipedia 1084,62 °C"
PS. da hat youtube gedacht, ich hätte ein t zu viel geschrieben
"Hormonfrei - Das Wichtigste zur Kupferspirale"
Christoph db1uq K. schrieb:> Kupferverhüttung
Noch einer, der den Unterschied zwischen Stahl und Kupfer nicht
versteht, und nicht weiss, warum nach der Bronzezeit die Eisenzeit noch
1500 Jahre auf sich warten liess.
Drum habe ich den Schmelzpunkt von Kupfer angegeben, wir hatten es schon
weiter oben davon. Wikipedia sagt "Der Schmelzpunkt von reinem Eisen
liegt bei 1536 °C...liegt bei 2 % Kohlenstoff nur noch bei 1400 °C."
Die ersten Metalle der Geschichte waren Gold und Meteor-Eisen, beide
liegen in gediegener Form vor. Kupfer war eines der nächsten, noch vor
der Bronzezeit. Da Bronze aus zwei Metallen legiert wird, musste man für
beide eine Lagerstätte kennen, damit begann gleichzeitig der Fernhandel.
Vielleicht könnte der TO auch etwas kleiner anfangen und es mit Kupfer
und Bronze versuchen.
So einen Emaillierofen hatte ich auch mal. Innen weiße
Schamottsteinauskleidung, da legte man ein Stück Kupferblech hinein, das
man zuvor mit Emaillepulver bestreut hatte. Das schmolz dann auf und
wurde zu buntglänzender Emaillierung.
Zur frühen Stahlherstellung noch ein Stichwort
https://de.wikipedia.org/wiki/Puddelverfahren
das muss eine fürchterlich schweißtreibende Arbeit gewesen sein, das
flüssige Eisen mit langen Stangen umzurühren.