Zum Spannen und Ausrichten auf manchen Schweiss-, Montage- und
Holzbearbeitungstischen ist ein Raster von Bohrungen eingebracht.
Wie kann man so ein Raster möglichst präzise selber herstellen, also
ohne CNC oder Schablonen?
Dabei ist das Rastermaß sekundär, die "Rechtwinkligkeit" ist wichtiger.
Der rechte Winkel lässt sich konstruieren.
Mit zwei identischen Distanzstücken könnte in beiden Achsen dann mit
parallelen Linien das Raster erzeugt werden.
Dann kommt es "nur" noch auf die Genauigkeit beim Bohren an. Das ist bei
20 mm Löchern in Holz nicht ohne. Evtl. doch eine Bohrschablone
anfertigen (Genauigkeit vom Laserdrucker/Augenmaß) und zur Zentrierung
benutzen.
Geht's geometrisch/praktisch noch einfacher bzw. genauer?
Statt CNC reicht schon ein Bohrständer mit XY Kreuztisch.
Aber bei 20mm Löchern wird wohl die Gesamtfläche recht gross.
Mit einer Schablone, wie bei den 32mm Löchern in Schrankseitenwänden,
addieren sich Fehler wenn die Schablone zu kurz ist.
Man sollte also auf dem Kreuztisch in Metall eine möglichst grosse
Schablone lochen, und dann auf dem Brett nur jeweils um 1/2 seiner
Breite versetzen (mit Dübeln in den schon gebohrten Löchern) damit der
Fehler möglichst gering bleibt.
Wenns rechtwinklig werden soll, einen großen Flachwinkel verwenden.
Keinen zweiteiligen Baumarktwinkeln trauen, die sind teilweise schief.
Es gibt sehr große Zimmermanswinkel (800 mm langer Schenkel). Den Winkel
an einer geraden Kante prüfen, also von zwei Seiten an einen Punkt an
der Kante anlegen und am anderen Ende einen kleinen Bleistiftstrich
setzen.
Damit bekommst du ein sauberes "L" auf deine Platte. Dem L verpasst du
dann auf der gegenüberliegenden Seite einen weiteren senkrechten
Schenkel. An den beiden parallelen Seiten könntest du jetzt deine
Distanzstücke verwenden, dann addiert sich der Fehler aber immer weiter
auf. Ich würde persönlich einen Zirkel verwenden. Rechtwinkliger wird es
normalerweise wenn du die Skala vom Winkel oder von einem langen Lineal
verwendest, dann addiert sich nämlich der Fehler deiner einzelnen Punkte
nicht auf.
Schöner gehts natürlich mit einer Oberfräse mit Führungsschiene und
Lochraster. Ich würde mir eher Sorgen um die Genauigkeit beim Bohren
machen.
wenn man Ø20mm Löcher - also ein Raster von vermutet ~60mm - nicht
hinreichend genau anzeichnen und Bohren kann... Dann sollte man jegliche
mechanische Bearbeitung einfach sein lassen und Briefmarken sortieren,
Fahrradfahren oder Blumen züchten.
Oder es als Herausforderung ansehen und das üben, ein paar billige
Platten aus dem Baumarkt kaufen und üben, üben üben.
Moin zusammen,
für die Rechtwinkliglichkeit sorgt das schon erwähnte kleinste
Pythagoräische Tripel 3 4 5 mit allen seinen Vielfachen.
Da du keine Angaben zum Winkelfehler machst, ist es schwer hier
vernünftig zu antworten. Es ist aber nicht falsch mindestens mit einer
Ständerbohrmaschine und/oder Bohrlehre zu arbeiten und das Raster vorher
mit möglichst geringer Zeichenungenauigkeit herzustellen.
Vom Gefühl her wollte ich auch lieber mit 20 mm Einsätzen arbeiten, bis
ich mich dann bei feinewerkzeuge.de habe beraten lassen.
Wenn du mit 19 mm löchern und Einsätzen (gleich dreiviertel Zoll)
arbeitest, hast du vermutlich mehr Tools zur Verfügung die du hinter im
Loch-Raster einsetzen kannst.
Und die Preise sind auch nicht so exorbitant wie bei FestTool.
Herzliche Grüße Georg
MaWin schrieb:> Mit einer Schablone, wie bei den 32mm Löchern in Schrankseitenwänden,> addieren sich Fehler wenn die Schablone zu kurz ist.>> Man sollte also auf dem Kreuztisch in Metall eine möglichst grosse> Schablone lochen, und dann auf dem Brett nur jeweils um 1/2 seiner> Breite versetzen (mit Dübeln in den schon gebohrten Löchern) damit der> Fehler möglichst gering bleibt.
Das Rastermaß soll ca. 100 mm betragen. Das Rastermaß ist jedoch nicht
entscheidend, es geht um die Winkelgenauigkeit.
Wenn mit Schablonen in einem Rasterabstand gearbeitet wird, macht es
nichts, wenn es einen Fehler gibt, solange der Fehler immer gleich ist.
Aber mit einer "wandernden" Schablone, die an der vorhergehende Bohrung
referenziert, addiert sich der Fehler, der bei der Bohrung entsteht.
Deswegen denke ich auch, dass erst das Raster konstruiert werden sollte,
und dann gebohrt.
Joachim B. schrieb:> https://youtu.be/AdDeuY-dzqA?t=253
LOL, "Sieht mega gut aus mit den ganzen Löchern" - siehe Anhang.
Und um das zu vermeiden, muss der Bohrer sicher zentriert werden; ich
weiß nicht, ob ein Bohrständer dabei hilft.
Ich brauch auch erstmal nur drei Löcher zum Kappen mit 90°, der Rest bei
Bedarf.
tdr783 schrieb:> An den beiden parallelen Seiten könntest du jetzt deine> Distanzstücke verwenden, dann addiert sich der Fehler aber immer weiter> auf. Ich würde persönlich einen Zirkel verwenden. Rechtwinkliger wird es> normalerweise wenn du die Skala vom Winkel oder von einem langen Lineal> verwendest, dann addiert sich nämlich der Fehler deiner einzelnen Punkte> nicht auf.
Solange die Distanzstücke identisch sind und in beiden Achsen verwendet
werden, sollte daraus kein Winkelfehler entstehen.
Welche Vorteile hat der Zirkel? Es muss in jedem Rasterpunkt
eingestochen werden (OK, das muss für die Zentrierbohrung sowieso
passieren), und der Fehler addiert sich.
Mit Distanzstücken und Lineal sehe ich dieses Problem nicht.
rubble schrieb:> Joachim B. schrieb:>> https://youtu.be/AdDeuY-dzqA?t=253>> LOL, "Sieht mega gut aus mit den ganzen Löchern" - siehe Anhang.
woher hast du den Anhang?
ich finde das sieht gut aus aus dem Video und selbst 0,5mm Versatz stört
nur die Ästhetik und nicht die Funktion
Joachim B. schrieb:> 0,5mm Versatz stört> nur die Ästhetik und nicht die Funktion
Für's Spannen ist es egal. Als Winkelreferenz (Kappen mit Säge auf
Schiene) ist es nicht egal.
0,5 mm auf 100 mm sind 0,29°. Den Fehler schätze ich aber größer.
rubble schrieb:> Wie kann man so ein Raster möglichst präzise selber herstellen, also> ohne CNC oder Schablonen?
Winkel, dabei muss es kein großer sein, denn man kann ihn auf der
anderen Seite anlegen und dann die beiden Lienen verbinden.
Sich viel Mühe geben und dann den guten Pythagoras bemühen.
Beim Bau (Maurer sind nicht unbedingt Rechenkünstler, aber auch nicht
blöd) heißt es einfach "60,80,100".
Das ist ein rechter Winkel.
Man kann alles entsprechend vergrößern oder verkleinern. Wenn man immer
vom selben Bezugspunkt misst, wird der Fehler verschwindend gering.
Dann muss man nur exakt bohren.
Für's Bohren gibt's auch jede Menge Tipps.
Hier, ab 7:28 bis zum Ende:
https://www.youtube.com/watch?v=RBGJPXXDsCA
Muss allerdings gleich vorwarnen: Wenn du das ganze verwendete Werkzeug
nicht sowieso schon hast, ist es erheblich günstiger, sich einen Betrieb
mit CNC zu suchen, der dir das anfertigt.
Schon die Führungsschienen mit Lochsystem sind über meiner persönlichen
Schmerzgrenze für Hobby, von Bosch würde ich die vielleicht noch kaufen,
aber auch mit Bauchschmerzen. Die dritte Führungsschiene kann auch jeder
andere gerade Bezug sein, ich hätte z.B. dafür einen passenden
Richtscheit.
Daran kann man dann - falls man hat - eine Oberfräse andocken (den
Bohrständer glaube ich nicht) und lässt als nächstes Geld für den 19
oder 20 mm Fräser mit Grundschneide liegen.
Den parallelen Versatz stellt er mit einem Kombiwinkel ein. Und die
großen Exemplare, um über den halben Tisch zu kommen, sind schon wieder
jenseits meiner Schmerzgrenze. tdr783 hat völlig recht: Vorsicht vor den
Baumarktdingern. Der im Video müsste von Starrett sein. Das ist nun
vielleicht etwas übertrieben ...
Dass er nicht durch Siebdruck Buche druchfräsen will, kann ich
verstehen: Nachschleifen ist bei den Fräsern nur begrenzt möglich, weil
die Maßhaltigkeit leidet. Also kommt als nächstes der Bohrständer mit
Kunstbohrer (im Gegensatz zum Forstner hat der Vorschneider, der
Unterschied ist wirklich signifikant, vor allem wenn man in Famag oder
Fisch o.ä. investiert) zum Einsatz und die Verlängerung fällt dann kaum
noch ins Gewicht.
NP (online) der eingesetzten Werkzeuge schätze ich auf ca. 2000 €,
wohlgemerkt ohne das ganze Zeug für die anderen Arbeitsschritte, ohne
das Material und ohne das Zubehör für die Benutzung des Tischs. Wer
beruflich feinere Holzarbeiten macht (das ist ein Klavierbauer), wird
das Werkzeug sowieso haben, höchstens ein paar Bohrer oder Fräser
nachkaufen müssen und ansonsten eben die eigene Arbeitszeit investieren.
Ansonsten lohnt sich das nicht.
Es gibt ja noch die Möglichkeit den Abstand mit einem schräg zur
eigentlichen
Linie liegenden Massstab und nem Winkel zu übertragen,so kann man bei
entsprechender Lage z.B aus 58 mm, 100 mm machen. Die lassen sich schon
mal genauer messen. Dann vielleicht noch mit ner Menge immer gleicher
Distanzen,
von denen man immer eine wegnimmt oder dazugibt.
Ein Zirkel hat den Vorteil, dass du weniger Fehlerquellen hast. Eine
Schablone legst du am Rand der Linie an. Die Spitze eines Zirkels kannst
du wirklich sauber im "Kreuz" setzten. Wenn hier angekörnt ist, sucht
sich der Zirkel seine Position fast selbst. An einer Kante eine Linie
mit einem Bleistift zu machen, gibt immer eine variable Abweichung. Die
Spitze des Bleistifts, in welchem Winkel hältst du ihn etc.
Bei der Skala eines Lineals addiert sich der Fehler halt nicht. Jetzt
ist nur die Frage wie genau du deinen Strich neben dem auf dem Lineal
setzt.
Bei einer Siebdruckplatte kann man durchaus einen Zirkel mit zwei
Spitzen verwenden. Die kleine "gekratzte" Linie ist wesentlich feiner
als ein Bleistiftstrich. Mit Bleistiftstrichen bleibt man mit Sorgfalt
innerhalb von einem Millimeter Fehler, vielleicht schafft man einen
Halben. Mit Anreißen mit Nadel und Zirkel übertrifft man den halben
meistens (nutzerabhängig ;) ). Ist auch eine Frage der Anzahl die
hintereinander gemacht wird und in welcher Reihenfolge. bei 5 x 5
Löchern ist der Zirkel schneller und gut genug. Bei 20 x 20 würde ich
auch eher die Skala von einem Lineal verwenden.
Als Winkel gibts z.B. HOLEX Zimmermanns-Winkel, ca. 30 Euro sind nicht
übertrieben (wie gut das Exemplar ist, das man bekommt würde ich aber
trotzdem prüfen). Da die aus einem Stück sind, sind die meistens besser
wie alles günstige zweiteilige. Ein guter Kombiwinkel kostet leider wie
Heiner gesagt hat ein kleines Vermögen. Ein Flachwinkel DIN 875/1 für
eine Holzwerkbank mit Löchern ist ein bisschen übertrieben, für einen
Schweiss- oder Montagetisch kanns durchaus angebracht sein, das bohrt
man aber auch nicht mit einer Handmaschine, dafür gibts NC/CNC oder
notfalls eine Magnetbohrmaschine. Mann kann sich seinen "großen Winkel"
auch selber als Dreieck bauen, aber dann müsste man gerade Sägen und
anzeichnen können.
rubble schrieb:> Für's Spannen ist es egal. Als Winkelreferenz (Kappen mit Säge auf> Schiene) ist es nicht egal.> 0,5 mm auf 100 mm sind 0,29°. Den Fehler schätze ich aber größer.
Kein Mensch nimmt zwei direkt nebeneinander liegende Löcher mit nur 10cm
Abstand um eine Führungsschiene anzuschlagen.
Statt dessen nimmt man den weitestmöglichen Abstand, also bei so einem
Tisch eher 70 oder 80cm.
damit wird dein Fehler so gering, daß er unrelevant wird.
rubble schrieb:> Sieht nicht so aus, als wäre vorgebohrt worden.
Bei Holz bohrt man nicht vor. Man kann höchstene mit einem
Zentrierbohrer ein kleines Loch für die Zentrierspitze des
Forstnerbohrers vorbohren.
rubble schrieb:> Aber mit einer "wandernden" Schablone, die an der vorhergehende Bohrung> referenziert, addiert sich der Fehler, der bei der Bohrung entsteht.
Deshalb macht man die Schablone nicht nur von einem Punkt zum nächsten
sondern über so viele Punkte wie möglich.
Bei Dir also z.b. 5 oder 8 oder 10.
tdr783 schrieb:> An einer Kante eine Linie> mit einem Bleistift zu machen, gibt immer eine variable Abweichung. Die> Spitze des Bleistifts, in welchem Winkel hältst du ihn etc.
Das Zeichnen halte ich für reproduzierbarer als das Anlegen bzw. Körnen
an Linien/Kreuzungspunkten nach Augenmaß.
Deswegen würde ich für das Umsetzen der Schiene auch eine weitere
Schiene bzw. temporäre Anschläge einsetzen:
- Lineal ausrichten
- Linie zeichnen
- Distanzstücke anlegen
- 2. Schiene/Anschläge anlegen und fixieren
- Distanzstücke entfernen
- Schiene bis zum Anschlag verschieben und fixieren
- ...
tdr783 schrieb:> Jetzt> ist nur die Frage wie genau du deinen Strich neben dem auf dem Lineal> setzt.
Ja, deswegen lieber mit Distanzstück.
Das Problem besteht aber auch beim Zirkel, sofern nicht ordentlich
angerissen werden kann (so dass die Spitze "einrastet").
Udo S. schrieb:> Kein Mensch nimmt zwei direkt nebeneinander liegende Löcher mit nur 10cm> Abstand um eine Führungsschiene anzuschlagen.
Das Werkstück muss auch irgendwo anliegen.
Udo S. schrieb:> Bei Holz bohrt man nicht vor.> Man kann höchstene ... vorbohren.
OK, meines Wissens ist die Zentrierspitze aber kein Bohrer..
Danke für die Tipps, ich werde Versuche machen.
F. F. schrieb:> Für diejenigen, die das nicht auf die Reihe bekommen, gibt es das auch> fertig.
Hatte ich schon vorgestern vorgeschlagen. Nur die pfiffigere Version mit
der man jeden Winkel in 1° Schritten machen kann
rubble schrieb:> Das Werkstück muss auch irgendwo anliegen.
Auch das macht man über mehrere Löcher. Wenn es so kurz ist dann legt
man es an eine Leiste an die länger ist und entsprechend genau.
Oder man hat einen Seitenanschlag am Tisch der genau genug ist.