Forum: PC Hard- und Software Kriterien für Spam bei den Anbietern


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von michael_ (Gast)


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Nach was sortieren die Anbieter etwas als Spam ein?

Ich habe jetzt auf einem neuen Gerät ein e-mail eingerichtet.
Und wollte testen.
Ziel war GMX, Quelle Google..

Was schreibt man in so ein Test-mail an sich selbst?
Irgend was sinnloses.

Überschrift: Blubbtest
Inhalt : Quark

Kam in den Spam-Ordner.

- Wird da die Sinnhaftigkeit der Überschrift analysiert?
- Wird der Inhalt analysiert?
- Ist es die Kürze der Mail?
- Erstes Auftreten der Mail-Adresse im Netz?
- ...

Gleiches Mail zur Telekom kein Problem.
Und auch von Deutschland nach Deutschland.

von Percy N. (vox_bovi)


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michael_ schrieb:
> Nach was sortieren die Anbieter etwas als Spam ein?
> Ziel war GMX, Quelle Google..
> Was schreibt man in so ein Test-mail an sich selbst?

> Wird da die Sinnhaftigkeit der Überschrift analysiert?
> Wird der Inhalt analysiert?
> Ist es die Kürze der Mail?
> Erstes Auftreten der Mail-Adresse im Netz?
> ...
>
> Gleiches Mail zur Telekom kein Problem.
> Und auch von Deutschland nach Deutschland.

Wie wäre es, wenn Du einfach mal diesen Deinen Beitrag kopierst und Dir 
als Emil sendestest?

von Bernd (Gast)


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Percy N. schrieb:
> michael_ schrieb:
>> Nach was sortieren die Anbieter etwas als Spam ein?
>> Ziel war GMX, Quelle Google..
>> Was schreibt man in so ein Test-mail an sich selbst?
>
>> Wird da die Sinnhaftigkeit der Überschrift analysiert?
>> Wird der Inhalt analysiert?
>> Ist es die Kürze der Mail?
>> Erstes Auftreten der Mail-Adresse im Netz?
>> ...
>>
>> Gleiches Mail zur Telekom kein Problem.
>> Und auch von Deutschland nach Deutschland.
>
> Wie wäre es, wenn Du einfach mal diesen Deinen Beitrag kopierst und Dir
> als Emil sendestest?

^

Und schon hast du wieder etwas mehr Inhalt.

von Εrnst B. (ernst)


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michael_ schrieb:
> Nach was sortieren die Anbieter etwas als Spam ein?

Wenn diese Info allgemein verfügbar wäre könnten die Versender jede 
SPAM-Mail exakt so formulieren, dass sie die Filter umgeht.

von (prx) A. K. (prx)


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michael_ schrieb:
> - Wird da die Sinnhaftigkeit der Überschrift analysiert?
> - Wird der Inhalt analysiert?
> - Ist es die Kürze der Mail?
> - Erstes Auftreten der Mail-Adresse im Netz?
> - ...

Vielleicht nicht so sehr der erste Punkt, es sei denn man setzt auch KI 
dafür ein, dafür umso mehr der fünfte. Aber es ist eigentlich von allem 
etwas.

Ein beliebter und auch brauchbarer Open Source Spamfilter ist 
SpamAssassin. Siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Apache_SpamAssassin

: Bearbeitet durch User
von Mladen G. (mgira)


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michael_ schrieb:
> Nach was sortieren die Anbieter etwas als Spam ein?

GMX/web.de sind am schlechtesten, da sie die email nicht lesen..
GMail scheint mir am besten bei der Spamerkennung, warum wohl..

von (prx) A. K. (prx)


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Mladen G. schrieb:
> GMX/web.de sind am schlechtesten,

So richtig schlecht ist GMX nicht gerade. Sogar ziemlich gut, wenn ich 
meine GMX-Adresse betrachte.

> da sie die email nicht lesen..

Wie darf ich das verstehen? Fehlt dir der menschliche Zensor, d.h. es 
reicht dir nicht, wenn der Inhalt von einem Automaten gelesen wird?

Auch SpamAssassin liest den Inhalt und benotet ihn.

von Oliver R. (Gast)


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Es wird mit einer Kombination verschiedener Möglichkeiten gearbeitet.

Spam zeichnet sich vor allem durch massenhaften Versand an viele 
Adressen aus, Daher wird z.B. versucht festzustellen, ob gleichartige 
Mails mehrfach versendet werden. Der exakte Inhalt spielt keine Rolle, 
weil Spammer diesen seit geraumer Zeit leicht pro Mail variieren.

Eine weitere Strategie ist die Verwendung von Honeypots und Blacklisten.

von (prx) A. K. (prx)


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Beispiel für SpamAssassin:
1
        * -0.7 RCVD_IN_DNSWL_LOW RBL: Sender listed at https://www.dnswl.org/,
2
        *       low trust
3
        *      [aaa.bbb.ccc.ddd listed in list.dnswl.org]
4
        *  1.7 RCVD_IN_MSPIKE_L4 RBL: Bad reputation (-4)
5
        *      [aaa.bbb.ccc.ddd listed in bl.mailspike.net]
6
        *  0.1 AK_RELAY_BAD Erstes Relay ausserhalb DE,CH,AT,EU,US
7
        * -0.0 SPF_HELO_PASS SPF: HELO-Name entspricht dem SPF-Datensatz
8
        *  0.5 SUBJ_ALL_CAPS Betreff enth=e4lt nur Gro=dfbuchstaben
9
        *  1.1 DCC_CHECK Als Massen-E-Mail erkannt von DCC (dcc-servers.net)
10
        *  0.1 GAPPY_SUBJECT Betreff enth=e4lt Text mit "L.=fc.c.k.e.n"
11
        *  0.0 RCVD_IN_MSPIKE_BL Mailspike blacklisted
12
        *  0.0 LOTS_OF_MONEY Huge... sums of money
13
        *  2.5 MONEY_NOHTML Lots of money in plain text
14
        *  2.2 MONEY_FREEMAIL_REPTO Lots of money from someone using free
15
        *      email?
16
        *  0.1 FREEMAIL_FORGED_REPLYTO Freemail in Reply-To, but not From
17
        *  0.0 FILL_THIS_FORM Fill in a form with personal information
18
        *  2.0 FILL_THIS_FORM_LONG Fill in a form with personal information
19
        *  0.0 MONEY_FORM Lots of money if you fill out a form
20
        *  1.1 ADVANCE_FEE_3_NEW_FRM_MNY Advance Fee fraud form and lots of
21
        *      money
22
        *  2.7 MONEY_FRAUD_3 Lots of money and several fraud phrases?=

: Bearbeitet durch User
von michael_ (Gast)


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Oliver R. schrieb:
> Spam zeichnet sich vor allem durch massenhaften Versand an viele
> Adressen aus,

In meinem Fall sicher nicht.
Deshalb ja meine Frage.
Eher die Kürze und ob die Überschrift im Wörterbuch des Anbieters 
vorhanden ist.

Auch diese Forensoft verlangt manchmal eine bestimmte Anzahl Zeichen.

von Manfred (Gast)


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michael_ schrieb:
> Nach was sortieren die Anbieter etwas als Spam ein?

In Deinem Fall eindeutig: Sie lesen mikrocontroller.net und befördern 
Deine Texte sachgerecht nach dev-nul.

--- mal ernsthaft: ---
Es gibt jemanden (t-online), mit dem ich (freenet) seit gut drei Jahren 
alle paar Monate oder Wochen Mails schreibe, Plaintext, keine bunten 
Anhänge. Auf einmal finde ich eine Mail von ihm im SPAM-Ordner, ohne 
eine Idee zu haben, was an dieser auffällig gewesen sein könnte.

Die Kantine aus der Nachbarstadt schickt alle 2..3 Wochen die 
Speisepläne als Anhang pdf, an sich selbst mit diversen Empfängern im 
BCC, da musste ich eine Ausnahmeregel anlegen.

Irgendwelch offensichtlicher Dreck "Hallo Manfred, schön, dass ich Dich 
endlich gefunden habe ..." kommt leider sporadisch bei mir an.

Als Abonnent und registrierter Benutzer hat mir heise einen monatlichen 
Newsletter ungefragt aufgeschaltet, das Ding habe ich genau einmal als 
SPAM markiert und nie wieder zu sehen bekommen.

Du hast mitbekommen, dass Mails dieses Forums bei gewissen Mailprovidern 
niemals ankommen?

Ich kann keine Logik erkennen, aber zumindest funktioniert es 
einigermaßen.

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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(prx) A. K. schrieb:
> Mladen G. schrieb:
>> GMX/web.de sind am schlechtesten,
>
> So richtig schlecht ist GMX nicht gerade. Sogar ziemlich gut, wenn ich
> meine GMX-Adresse betrachte.

Immerhin weisen sie die meisten µC.net-Mails automatisch automatisch als 
Spam ab...

von (prx) A. K. (prx)


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Soul E. schrieb:
> Immerhin weisen sie die meisten µC.net-Mails automatisch automatisch als
> Spam ab...

Leider kenne ich den genauen Grund nicht. Ich habe allerdings den 
Eindruck bekommen, dass GMX besondere Kriterien an den sendenden 
Mailserver anlegt. Mails direkt durch Drittfirmen versenden zu lassen 
führte trotz der üblichen SPF/... Massnahmen zu Problemen, die bei 
Routing über die eigene Mail-Infrastruktur nicht mehr auftraten.

: Bearbeitet durch User
von Percy N. (vox_bovi)


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Soul E. schrieb:
> Immerhin weisen sie die meisten µC.net-Mails automatisch automatisch als
> Spam ab...

Das kann ich für web.de nicht bestätigen. Neulich kamen hier haufenweise 
Löschmails in rascher Folge an, als Andreas den e-Auto-Thread 
vertikutiert hat.

von Mladen G. (mgira)


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(prx) A. K. schrieb:
> So richtig schlecht ist GMX nicht gerade. Sogar ziemlich gut, wenn ich
> meine GMX-Adresse betrachte.

Sehe ich ganz anders, und zwar schlecht, richtig schlecht was die 
Erkennung von Spam angeht, im Vergleich mit anderen wie zB. GMail.

(prx) A. K. schrieb:
> Wie darf ich das verstehen? Fehlt dir der menschliche Zensor, d.h. es
> reicht dir nicht, wenn der Inhalt von einem Automaten gelesen wird?

GMX/web.de scannen nur den Titel.
GMail scant alles, u.a. deswegen haben die auch die bessere 
Trefferquote.

Ich hab mein alte GMX Addresse nur noch als nostalgie bzw. als 
generellen Spam Account.

Seit über 10 Jahren ist meine GMail Adresse die primäre, kann viel mehr 
& besser, muss mich nicht ständig neu einloggen und es gib t auch keinen 
nervigen Hinweis das ich "vergessen" habe mit abzumelden, hab ich nicht, 
war Absicht.
Was die Werbung betrifft sind GMX/Web.de nicht gerade dezent.

Als Google nach D kam mit GMail, wurden GMX/Web.de über Nacht 
irrelevant, da wird auch nix mehr wirklich entwickelt, sind ja nur noch 
komplementär Produkte zu den andren Angeboten die 1&1 so hat, da macht 
man kein Geld mehr mit, dementsprechend sind die Investitionen minimal, 
sieht man ja an der UI dass man da vor sehr langer Zeit aufgehört hat 
wirklich dran zu arbeiten.

: Bearbeitet durch User
von Philipp K. (philipp_k59)


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michael_ schrieb:
> Kam in den Spam-Ordner.

in dem Headerquelltext steht wieso ;)

von Schlaumaier (Gast)


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Ich kenne nur das sogenannte Bayessche Filter Verfahren.

Dieses bewertet eine Email nach Punkten. Je nach Software kann man diese 
Bewertungen verstellen.

Einfach erklärt.

50 Punkt wenn die Email nur einen Anhang und kaum Text hat.
500 Punkte wenn die Email eine EXE ist.
200 Punkt wenn der Anhang mehr als 1 Punkt im Dateinamen hat.
100 Punkt wenn zuviel im CC stehen
.
.
.
Die Liste ewig lang.

Der User (damals ich) musste nur den Grenzwert (meiner war bei 400 
Punkten) einstellen, und entscheiden was mit der Email passiert. Ich 
habe die damals zu mir umgeleitet, und dort von Hand geprüft.


Dazu kommen noch die Blacklist (Die Absender sind per so Geschichte) Bei 
mir ist *@holmail.com in der Blacklist bei GMX ;)

Und die Whitelist. Die Emails müssen nur den Virenscanner überleben, 
deren Punkte Wert ist egal.


Die "sogenannte" KI , ist nix anderes als eine Entscheidung nach klaren 
Regeln. Das Problem dabei ist, die Regeln in die richtige Reihenfolge zu 
bringen.

von Rüdiger B. (rbruns)


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Oftmals reicht es auch wenn die Mail direkt von einer Dynamischen IP 
Kommt, also nicht über eien Mail-Server

von (prx) A. K. (prx)


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Schlaumaier schrieb:
> Ich kenne nur das sogenannte Bayessche Filter Verfahren.

Ein Bayes Filter untersucht in der Mail genutzte Begriffe auf 
statistischer Basis, indem man ihn anlernt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bayesscher_Spamfilter

> Einfach erklärt.

Diese Liste hat nichts mit Bayes zu tun, sondern ist eine Sammlung von 
Kriterien, wie sie auch in SpamAssassin genutzt werden.

Ein Bayes Filter ist eine optionale Komponente in der Liste gewichteter 
Kriterien von SpamAssassin,

: Bearbeitet durch User
von Schlaumaier (Gast)


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(prx) A. K. schrieb:
> Ein Bayes Filter ist eine optionale Komponente in der Liste gewichteter
> Kriterien von SpamAssassin,

Ich gebe dir völlig recht.

Aber normalerweise reicht eine Black-/Whitelist und ein gutes 
Analyseverfahren völlig aus.

Ich persönlich habe ein Filtersystem in mein Email-Prg. eingestellt was 
bisher keine Fehler gemacht hat.  (letzte falsch einsortierte Mail ist 
ca. 18 Monate her)

Da ist der GMX-Filter schlimmer. Der hat die letzten 6 Monate 4 GUTE 
Mails in den Spamfilter geschmissen.

ICH HASSE DEREN NEUES SYSTEM.

Davon abgesehen halte ich Spamfilter bei einen Provider für Illegal. 
Aber in der IT zählen ja keine geltenden Gesetze.  Falls jemand wissen 
will warum, schon mal was vom Postgeheimnis gehört.

von Percy N. (vox_bovi)


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Schlaumaier schrieb:
> Falls jemand wissen will warum, schon mal was vom Postgeheimnis gehört.

Selbst wenn man das zu einem grammatisch vollständigen Satz der 
deutschen Sprache ergänzte, bliebe es gleichwohl sinnfrei: in der IT ist 
das Postgeheimnis gegenstandslos. Möglicherweise kämst Du mit dem 
Fernmeldegeheimnis weiter

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Schlaumaier schrieb:
> Davon abgesehen halte ich Spamfilter bei einen Provider für Illegal.

Er wäre es, wenn er die Mail löschen würde. Tut er aber nicht, sondern 
er sortiert nur. Ausserdem steht es dir mindestens bei GMX frei, ihn 
abzuschalten.

: Bearbeitet durch User
von Schlaumaier (Gast)


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(prx) A. K. schrieb:
> Ausserdem steht es dir mindestens bei GMX frei, ihn
> abzuschalten.

Erkläre mir mal wie. ??

Das meine ich ernst. !!

Ich habe ein Bezahl-Acc und das einzige was ich bekomme ist jeden Tag 
eine E-Mail mit "Anzahl der Mails in Spamverdacht".

GMX soll mir JEDEN Mist zustellen. Das haben die damals besser gemacht 
und nach meinen Wunsch den Betreff "ein Brief" in "*** Spamverdacht *** 
ein Brief" geändert.

Aber das neue System ist nix anderes wie "braune Biomasse".

Ich will keine doofe Email die mir sagt ich soll ein Ordner durchsuchen 
sondern automatisch die Mails die da drin sind.

von Εrnst B. (ernst)


Angehängte Dateien:

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Schlaumaier schrieb:
> Ich habe ein Bezahl-Acc und das einzige was ich bekomme ist jeden Tag
> eine E-Mail mit "Anzahl der Mails in Spamverdacht".

Einstellungen -> "Spam- und Virenschutz".
Das was du weghaben willst, ist wohl der "Automatische Spam Report"?

Schlaumaier schrieb:
> GMX soll mir JEDEN Mist zustellen.

Dazu noch die obere und die unterste Checkbox deaktivieren.

Ist doch echt nicht so schwer, oder?

Schlaumaier schrieb:
> Davon abgesehen halte ich Spamfilter bei einen Provider für Illegal.
> Aber in der IT zählen ja keine geltenden Gesetze.  Falls jemand wissen
> will warum, schon mal was vom Postgeheimnis gehört

Auch das kannst du umstellen, Selbes Menu, ein Punkt weiter unten, 
"Spam-Erkennung". Da kannst du angeben, ob dein Mail-Inhalt zum 
Trainieren der Spam-Filter verwendet werden darf oder nicht.

von Schlaumaier (Gast)


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Hm.

Werde die Einstellungen mal testen.

Die alten gefielen mir trotzdem besser.

Aber VIELEN DANK.

von Markus E. (markus_e176)


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Gmx sendet netterweise eine Antwortmail an den Absender einer als Spam 
eingestuften Mail (zumindest in meinem Fall, ausgehender Mailserver mit 
dynamischer IP).

Die Kriterien umfassen (soweit ich mich erinnere):
- statische IP
- gültigen reverse-DNS-Eintrag für die absendende Domain
- Absender-Domain nicht auf der Liste von spamhaus
- bestimmte Mails/Zeit nicht überschritten

von (prx) A. K. (prx)


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Markus E. schrieb:
> Gmx sendet netterweise eine Antwortmail an den Absender einer als Spam
> eingestuften Mail

Wenn ein MX Host des Empfängers eine Spam-Mail erst entgegen nimmt, dann 
aber er oder ein anderer Host eine automatische Antwort sendet, droht 
Ärger durch Backscatter bei gefälscher Mailadresse. Obacht!

Wenn ein MX Host eine einlaufende Mail ablehnt, ist das hingegen kein 
Problem. Jedenfalls nicht für den Zuständigen des MX Hosts. Wenn dabei 
eine Mail ausgelöst wird, dann nicht vom MX Host, sondern von dem Host 
davor, der sie nicht loswurde. Der gehört normalerweise zum Absender, 
oder eben zum Spammer.

Was also geht: Wenn du über den authentifizierten Mailzugang von GMX 
eine Mail sendest, die von GMX kontrolliert wird, kann GMX dich darüber 
informieren. Auch dann wenn GMX deine Mail nicht ans Zielsystem 
zustellen kann. GMX wird aber wohl kaum routinemässig für jede Spam-Mail 
eine Antwort senden, die von Drittsystemen reinkam, es sei denn, GMX ist 
sich sicher genug, dass der Antwortadresse stimmt.

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Markus E. schrieb:
> - Absender-Domain nicht auf der Liste von spamhaus

Die meisten und wichtigsten Blacklists von Spamhaus betrachten 
IP-Adressen, nicht Domains.

von Manfred (Gast)


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Mladen G. schrieb:
> Seit über 10 Jahren ist meine GMail Adresse die primäre, kann viel mehr
> & besser,

Du musst verdammt schmerzfrei sein oder daddelst nur mit Android durch 
die Gegend. Mein GMail-Account liefert seit ein paar Jahren eine 
automatische Antwort "Because of some fucking issues, this account is no 
longer in use".

Dieser übertriebene Benutzerschutz hat mich regelmäßig ausgesperrt, die 
"Mail-App" ist nicht freigegeben, Zugriffe von einer fremden IP, nicht 
vertrauenswürdiger Rechner. Ausführbare Anhänge lassen sich nicht 
versenden, verschlüsselte Zipfiles wurden blockiert - ein Drecksladen 
erster Güte.

Ich kenne eine deutsche Firma, die ihre Mail von Google hosten lässt - 
da gibt es nur Ärger, wenn man Dateien austauschen muß. Dann beschweren 
sie sich, dass sie keine Antwort bekommen hätten oder die zugesagte 
Software nicht versendet worden sei - auf die Idee, einen anständigen 
Mailserver aufzusetzen, kommen sie nicht.

(prx) A. K. schrieb:
> Wenn ein MX Host des Empfängers eine Spam-Mail erst entgegen nimmt, dann
> aber er oder ein anderer Host eine automatische Antwort sendet, droht
> Ärger durch Backscatter bei gefälscher Mailadresse. Obacht!

Das ist doch lustig - oder auch nicht: Ein Geschäftspartner wurde 
gehackt und ich bekam dutzende eMails, was alles nicht zustellbar sei. 
Toll nur, dass ich keine dieser Mails je versandt hatte, die haben 
Mailadressen der Partner abgezogen und als Absender für SPAM mißbraucht.

(prx) A. K. schrieb:
> Die meisten und wichtigsten Blacklists von Spamhaus betrachten
> IP-Adressen, nicht Domains.

Diesen Schwachsinn betreiben auch andere Blacklists, sowas einzubinden 
bedeutet, per Vorsatz keine Mails bekommen zu wollen.

von (prx) A. K. (prx)


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Manfred schrieb:
> Diesen Schwachsinn betreiben auch andere Blacklists, sowas einzubinden
> bedeutet, per Vorsatz keine Mails bekommen zu wollen.

Wer gerne selbst Spamfilter spielt, der mag das tun. Im Unternehmen 
ziehen es die Anwender aber vor, damit nicht geplagt zu werden. Spamhaus 
ist nur ein echtes Problem, wenn man selber drauf landet.

von Εrnst B. (ernst)


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Markus E. schrieb:
> Gmx sendet netterweise eine Antwortmail an den Absender einer als Spam
> eingestuften Mail (zumindest in meinem Fall, ausgehender Mailserver mit
> dynamischer IP).

Die lehnen die Mail direkt im SMTP-Dialog ab, die Fehlermeldung enthält 
einen Link zu einer Seite, die die Gründe erläutert.

Den SPAM-Versender interessiert nicht, der macht einfach mit der 
nächsten Million anderer Mailadressen weiter. Ein "echter" Mailsverver 
informiert den Absender per NDN.

Macht auch rechtlich einen wichtigen Unterschied (bei geschäftlich 
genutzter Mailadresse):
Wenn der Mailserver die Mail erstmal akzeptiert, dann liegt es in der 
Verantwortung des Empfängers, diese auch zu lesen.
Egal ob dein SPAM-Filter die dann irgendwo in den Junk-Ordner 
wegsortiert.

Gerichtsurteil NeuLand-Gericht Bonn, 2014, AZ 15 O 189/13:

> Es liegt im Verantwortungsbereich des Beklagten, wenn er eine
> Emailadresse zum Empfang von Emails zur Verfügung stellt, dass ihn die
> ihm zugesandten Emails erreichen. Bei der Unterhaltung eines
> geschäftlichen Email-Kontos mit aktiviertem Spam-Filter muss der
> Email-Kontoinhaber seinen Spam-Ordner täglich durchsehen, um
> versehentlich als Werbung aussortierte Emails zurück zu holen.

https://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/bonn/lg_bonn/j2014/15_O_189_13_Urteil_20140110.html

Wer also nicht jeden Tag Stunden mit dem Prüfen von SPAM verbringen 
will, sollte, wie GMX, eingehende Mail während der Zustellung prüfen und 
Unerwünschtes gleich nicht annehmen.

von Manfred (Gast)


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(prx) A. K. schrieb:
> Manfred schrieb:
>> Diesen Schwachsinn betreiben auch andere Blacklists, sowas einzubinden
>> bedeutet, per Vorsatz keine Mails bekommen zu wollen.
> Wer gerne selbst Spamfilter spielt, der mag das tun. Im Unternehmen
> ziehen es die Anwender aber vor, damit nicht geplagt zu werden.

Unternehmen haben meist auch ein Interesse, alle Mails zu bekommen.

> Spamhaus ist nur ein echtes Problem, wenn man selber drauf landet.

Spamhaus und andere haben das Problem, dass gerne mal die IPs der 
Postausgangsserver einzelner Provider auf die Liste kommen, geht 
garnicht.

Εrnst B. schrieb:
> Wer also nicht jeden Tag Stunden mit dem Prüfen von SPAM verbringen
> will, sollte, wie GMX, eingehende Mail während der Zustellung prüfen und
> Unerwünschtes gleich nicht annehmen.

Im wahren Leben gibt es Firmen, die alles annehmen, die Mail aber 
niemals ankommt. Wäre nett, wenn sie stattdessen den passenden 
Fehlercode liefern würden, in dem Sinne 'Postfach unbekannt' oder 
'Server überlastet', eine dieser diversen dreistelligen Codes. Aber egal 
wie, alles kann irgendwelche ungewollten Nebeneffekte zur Folge haben.

von (prx) A. K. (prx)


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Manfred schrieb:
> Unternehmen haben meist auch ein Interesse, alle Mails zu bekommen.

Beides. Es wird geklagt, wenn Spams nicht erkannt werden, und es wird 
geklagt, wenn normale Mails als Spam einsortiert werden.

Bei solchen Gelegenheiten sieht man auch, wieviele Mails defekt gesendet 
werden, sich also nicht an die Konventionen halten.

: Bearbeitet durch User

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