Forum: Platinen SMD-Löten für Dummies


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von Flets G. (flets)


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Hallo zusammen,
ich möchte mich ans SMD-Löten heranwagen, dabei muss ich auch einen 
QFN-Chip löten, und die (einzige)/einfachste Möglichkeit solche Chips zu 
befestigen scheint mit Heißluft zu sein. Da ich nicht im Besitz einer 
Heißluftlötstation bin, wollte ich fragen, ob es eine gute Idee ist mit 
folgender Heißluftpistole von Steinel in Kombination mit einer 9mm 
Reduzierdüse zu arbeiten:
https://www.steinel.de/de/werkzeuge/produkte/heissluft/heissluftgeblaese/pistolengeraete/hl-2020-e-008192.html

Ist die angegebene Luftmenge von 150 – 500 l/min auf so einen kleinen 
Durchmesser viel zu stark oder kann das funktionieren?
Und ist es gescheiter mit Lötpaste zu arbeiten oder die Pads zuerst 
mittels Lötkolben vorzuverzinnen und dann den Chip draufzusetzen und mit 
der Pistole draufzuheizen?

Es werden so viele verschiedene Methoden im Internet aufgeführt, dass 
ich hier nicht sicher bin, welche am ehesten für Unerfahrene am 
Praktikabelsten ist

von MaWin (Gast)


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Flets G. schrieb:
> ob es eine gute Idee ist mit folgender Heißluftpistole von Steinel in
> Kombination mit einer 9mm Reduzierdüse zu arbeiten:

Nein, pustet dir das Teil weg.

40 EUR tun's besser

https://www.ebay.de/itm/183843865947

Es kann sinnvoll sein, die Platine vorzuwärmen.

https://www.ebay.de/itm/363040745890

Das kostet mehr.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Flets G. schrieb:

> Da ich nicht im Besitz einer
> Heißluftlötstation bin, wollte ich fragen, ob es eine gute Idee ist mit
> folgender Heißluftpistole von Steinel in Kombination mit einer 9mm
> Reduzierdüse zu arbeiten:

Damit pustest du deinen Chip durch die Kante, fürchte ich.

Kauf dir so einen Atten 858 Clone.

https://www.ebay.de/itm/393373937885?hash=item5b96e9f0dd:g:0P0AAOSwyaNfRMhu

Deren elektrische Sicherheit ist zwar fragwürdig, aber um mal 
gelegentlich einen Chip auf- oder abzulöten, tun sie's.

> Und ist es gescheiter mit Lötpaste zu arbeiten oder die Pads zuerst
> mittels Lötkolben vorzuverzinnen und dann den Chip draufzusetzen und mit
> der Pistole draufzuheizen?

Die Pads sind doch eh schon verzinnt oder vergoldet (sofern du deine 
Platine nicht gerade selbst ätzt).

Bei ziemlich allen PCB-Anbietern bekommst du mittlerweile auch recht 
preiswert Schablonen; das wäre die elegante Methode.

Ansonsten geht es auch, einfach eine dünne "Wurst" Lötpaste quer über 
die Pinreihen zu ziehen. Den IC dann vorsichtig mit 'ner Pinzette da 
drauf, und erstmal sachte mit Heißluft ran. Dabei wird die Paste schon 
ein bisschen fest, sodass dein Chip nicht mehr gleich wegfliegt, wenn du 
danach näher mit der Heißluftdüse rangehst. Dann pustest du gleichmäßig 
rundrum, bis das Lot überall sauber geschmolzen ist.

Lötbrücken kannst du danach mit feiner Entlötlitze entfernen.

von Mladen G. (mgira)


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Heissluftpistolen sind ungeeignet IMO, viel zu viel Leistung, keine 
Temperaturregelung.

Würde für den Anfang auch zum einem 858D Model raten, recht günstig zu 
haben.

von Schlaumaier (Gast)


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Ich löte SMD mit eine ZD937 für 40 Euro und feiner Spitze.

1.) Pad mit Flussmittelstift anpinseln. (Da gibt es so ein 
Eding-änliches Teil von Stanol).

dann  PAD verzinnen.

Bauteil mit Pinzette auf das Pad legen. (ich bevorzuge eine mit 45° 
Winkel).

An der Kontaktstelle mal kurz den Lötkolben gegen halten

FERTIG.

Meine Augen brauchen eine Vorhänge-Brille aus China (20-40 Euro bei 
Amazon) gibt es hier einige Thread zu.


Was das Heißluftteil angeht. Das kaufe ich mir demnächst.

Aber NICHT zum löten, sondern zum Entlöten. Ich habe das neulich bei 
einen Bekannten gesehen. Der hat die gelöteten Bauteile einfach von der 
Platine damit geblasen. Das ging ruck-Zuck.

Das ich aber nur sehr wenige Bauteile auslöte, liegt es nicht sehr weit 
vorne auf meiner "will-Haben"-Listen. ;)

von Jens M. (schuchkleisser)


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Was mach ich eigentlich falsch, das ich seit Jahren ab und an mal QFPs, 
SOs und QFNs mit so einem uralten Steineldings mit 3 Heiz- und 3 
Gebläsestufen ein- und auslöte? Und ja, da kommt die kleine Vorsatzdüse 
drauf, Heizung Stufe 3, Gebläse auf 2 und los geht's.
War halt da, wurde probiert, klappt. Da brauch ich mir keine 858 zu 
kaufen.
Gut, muss man ein wenig üben, immer schön kreisen, aber schwer oder 
unmöglich oder dir pustets die Teile weg ist was anderes. Man muss ja 
nicht 3mm Flughöhe einhalten...

Frisch kommt da am besten mit der Schablone Paste drauf, zur Reparatur 
geht's auch mit verzinnten Pads, wenn man ordentlich Fluxer draufmacht.

Kann man aber auch alle mit einer feinen Keil- oder Kehlspitze löten, 
nur QFN-EP mit dem Unterpad natürlich nicht.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Mladen G. schrieb:
> Heissluftpistolen sind ungeeignet IMO, viel zu viel Leistung, keine
> Temperaturregelung.

Die Steinel-Pistole ist schon nicht schlecht und die hat 'ne 
Temperaturregelung.

Um ganze PC-Mainboards abzulöten, eignet sie sich hervorragend. :-)

Jens M. schrieb:
> Gut, muss man ein wenig üben

Genau das ist der Punkt. Mit so einer 858 macht man das "aus der Kalten 
heraus", und für jemanden, der sich selbst als absoluten SMD-Anfänger 
einstuft, ist der Frustrationsfaktor damit auf jeden Fall geringer.

> Kann man aber auch alle mit einer feinen Keil- oder Kehlspitze löten

Bei QFN-Gehäusen wird im Allgemeinen eine Lötbarkeit nur für die 
Unterseite garantiert. Ich habe da schon Teile mit stark korrodiertem 
Kupferbelag an den Seitenflächen gesehen. Da wird's mit dem Lötkolben 
schwierig.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Jörg W. schrieb:
> Bei QFN-Gehäusen wird im Allgemeinen eine Lötbarkeit nur für die
> Unterseite garantiert. Ich habe da schon Teile mit stark korrodiertem
> Kupferbelag an den Seitenflächen gesehen. Da wird's mit dem Lötkolben
> schwierig.

Das zieht da normal drunter, Kapillareffekt und so. Wenn genug 
Flussmittel vorhanden ist.
Die Seiten sind fesch gesägt, das lötet sich so gut wie nie.
Sieht halt immer ein wenig scheiße aus, wenn draußen noch Gnubbel sind, 
muss aber so.

Daher bevorzue ich Paste, aus der Schablone wenn's geht. Kann man aber 
für eins auch ohne.

von Ralf X. (ralf0815)


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MaWin schrieb:
> Flets G. schrieb:
>> ob es eine gute Idee ist mit folgender Heißluftpistole von Steinel in
>> Kombination mit einer 9mm Reduzierdüse zu arbeiten:
>
> Nein, pustet dir das Teil weg.
>
> 40 EUR tun's besser
>
> https://www.ebay.de/itm/183843865947

Das Angebot ist noch einiges besser:
https://www.ebay.de/itm/373670833325

Letzte Woche Mittwoch ein solches "Konvolut" für 29,80€ incl. VSK 
bestellt, war bereits am Freitag da.
Kurz alles getestet und für gut befunden und direkt eins nachbestellt, 
das kam heute morgen an.

Positiv, dass da direkt ein Ersatz-Heiz-/Thermoelement bei ist, sowie 
der zwischen 200° und 450°C regelbare Lötkolben mit Ersatzspitze.
Auch wenn es heute schon wieder knapp 6,-€ teurer ist, kann man da an 
sich gar nichts falsch machen.

von Mladen G. (mgira)


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Jörg W. schrieb:
> Die Steinel-Pistole ist schon nicht schlecht und die hat 'ne
> Temperaturregelung.
>
> Um ganze PC-Mainboards abzulöten, eignet sie sich hervorragend. :-)

Hehe.. muss wohl in Zukunft dazu schreiben dass ich damit nicht umgehen 
kann, bzw. was für Anfänger besser geeignet ist ;)

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jens M. schrieb:
> Das zieht da normal drunter, Kapillareffekt und so.

Da sind meine Erfahrungen nicht so gut. (Hab' mal 'ne Weile in 'ner 
Firma gearbeitet, die QFN-ICs hergestellt hat, die hatte ich dann öfter 
mal auch privat in den Fingern.)

> Daher bevorzue ich Paste, aus der Schablone wenn's geht.

Ebenso.

von Flets G. (flets)


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Ralf X. schrieb:
> Das Angebot ist noch einiges besser:
> Ebay-Artikel Nr. 373670833325

Das Angebot scheint ja wirklich unschlagbar zu sein. Da werd ich wohl 
ohne zu Zögern zuschlagen müssen.^^

Und Dankeschön für die ganzen Tipps, werd mir parallel dazu auch gleich 
Lötpaste und einen Stencil besorgen und es alsbald ausprobieren!

von Ralf X. (ralf0815)


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Flets G. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Das Angebot ist noch einiges besser:
>> Ebay-Artikel Nr. 373670833325
>
> Das Angebot scheint ja wirklich unschlagbar zu sein. Da werd ich wohl
> ohne zu Zögern zuschlagen müssen.^^
>
> Und Dankeschön für die ganzen Tipps, werd mir parallel dazu auch gleich
> Lötpaste und einen Stencil besorgen und es alsbald ausprobieren!

Unschlagbar ist es nicht, da ich es ja letzte Woche noch zweimal unter 
30,-€ wahrnehmen konnte (war aber ein anderer Händler, der es mit 33% 
Rabatt auf seinen Preis anbot, wobei sein normaler Preis jetzt wieder 
über 40,-€ liegt.
Den zweiten Versuch hatte ich auch nur wieder mit einem Teil gemacht, um 
einen zweiten Vergleich zu haben.
Hätten heute die 29,80 noch gegolten, hätte ich direkt noch einige 
mehr nachbestellt. :-)
ABER Bei den Chinateilen ist niemals gesichert, die gleiche Ware zu 
erhalten, auch wenn das gleiche drauf steht!
Meine Empfehlung zu meinen Lieferungen können sich also von Deinen 
unterscheiden.
Also gut prüfen!

Tatsache ist, dass die Preise in permanenter Bewegung sind und man 
vieles bei Amazon oder ebay mit etwas Suchroutine billiger bekommt, als 
selbst über Aliexpress.

von Olaf (Gast)


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> Ist die angegebene Luftmenge von 150 – 500 l/min auf so einen kleinen
> Durchmesser viel zu stark oder kann das funktionieren?

Also mit den Chinateilen geht es etwas einfacher, es geht aber auch mit 
den Steinelteilen. Voraussetzung ist eine Duese die an der Seite ein 
Loch hat und einen Teil des Luftstroms ableitet. Es bedarf aber Uebung. 
Erwarte nicht das es beim ersten Versuch klappt.

Olaf

von Schlaumaier (Gast)


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Ralf X. schrieb:
> Unschlagbar ist es nicht, da ich es ja letzte Woche noch zweimal unter
> 30,-€ wahrnehmen konnte (

Ok. 35 Euro sind weniger als 50 Euro. Aber dafür bekomme ich bei Pollin 
eine rechtliche Sicherheit. Umtauschrecht etc :

https://www.pollin.de/p/heissluft-loetstation-mit-led-display-daytools-ls-8908-500-0c-840262

Und auch die passenden extra "Hülsen"

Wäre als Alternative vielleicht eine Idee. Ist jedenfalls das Gerät was 
ich oben erwähnt auf der "will-haben"-Liste stehen hab.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Schlaumaier schrieb:
> Und auch die passenden extra "Hülsen"

Die üblichen Düsen sind auch bei den ebay-Teilen mit dabei.

Irgendwelche obskuren quadratischen Hülsen für TQFP oder sowas braucht 
man absolut nicht. Bei größeren Bauteilen kreist man mit der Düse um 
alle Pins herum.

Was mir bei dem Pollin-Gerät gerade nicht klar ist, ob da das Gebläse 
tatsächlich wie bei den 858 im Handstück ist oder eine fette Luftpumpe 
im Basisgerät. Sowas habe ich selbst, aber ich würde mittlerweile das 
Design dieser 858-Clones allemal vorziehen (auch wenn die elektrische 
Sicherheit der Dinger haarsträubend ist, weil bspw. der Schutzleiter zum 
Handstück viel zu dünn ist).

: Bearbeitet durch Moderator
von Schlaumaier (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Was mir bei dem Pollin-Gerät gerade nicht klar ist,

Ich kann da nicht mitreden. Mich erfreut nur der Preis.

Und ich habe den Lötkolben aus der selben China-Familie. ;) Und bin 
super zufrieden damit. Das Gerät ist super Regelbar. Hat einen 
Ausschalter und ich ziehe eh den Stecker raus. Für den Rest habe ich ein 
Rauchmelder.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Schlaumaier schrieb:
> Für den Rest habe ich ein Rauchmelder.

Gegen abbrennende Schutzleiter (weil zu dünn) werden Rauchmelder nicht 
so sehr viel helfen.

von Uli S. (uli12us)


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Sieht man doch bei dem Pollin Teil, der Knubbel ganz hintem am Griff ist 
das Gehäuse für den Lüfter. Allerdings geben die nur 300W an, die 
gängigen 858 Klone haben meistens um die 700W.

von Cyblord -. (cyblord)


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Also ich habe meine erste und bisher einzige 858 Station jetzt seit ca 
12 Jahren. Ich nutze sie viel fürs SMD Aus- und Einlöten und fürs 
Schrumpfen. Das Ding ist unverwüstlich. Hat damals glaube 40 EUR 
gekostet. Wenn die stirbt, hole ich mir sofort iene neue 858. Vergiss 
die Daytools.

von Mladen G. (mgira)


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Uli S. schrieb:
> die
> gängigen 858 Klone haben meistens um die 700W.

Diese Angaben sind IMO oft komplett erfunden, die meisten haben nicht 
mal ein 600W Heizelement.

Jörg W. schrieb:
> Was mir bei dem Pollin-Gerät gerade nicht klar ist, ob da das Gebläse
> tatsächlich wie bei den 858 im Handstück ist oder eine fette Luftpumpe
> im Basisgerät

Der Schlauch sieht zwar grösser aus als bei den meisten 858D Varianten, 
aber IMO nicht gross genug um den Luftfluss zu garantieren, das 
Handstück sieht dagegen genauso aus wie bei 858D, inkl. 
"Luftansaugschlitze", die Basisstation ist sehr klein, denke nicht dass 
da ein Gebläse drinsteckt.

Persönlich bin ich mit meiner Quick TR1300A hochzufrieden (1kW 
Heizelement, auch hier sind die Bezeichnungen oft falsch mit 1300W 
usw.), nachdem ich jahrelang eine 858D hatte.

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Schlaumaier schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Unschlagbar ist es nicht, da ich es ja letzte Woche noch zweimal unter
>> 30,-€ wahrnehmen konnte (
>
> Ok. 35 Euro sind weniger als 50 Euro.

Und die 5,95€ VSK bei Pollin unterschlägst Du einfach?
Und das weitere Konvolut, das bei dem ebay-Angebot dabei und einzeln 
beim billigsten Dealer schon über 20,-€ kosten würde?
Oder das Pollin die 300W-Version verkauft, der ebayer aber die mit 
(angeblichen) 700W?

> Aber dafür bekomme ich bei Pollin
> eine rechtliche Sicherheit. Umtauschrecht etc :

Pollin bietet 14 Tage Widerrufsrecht an, der ebay-Händler einen Monat..

> Und auch die passenden extra "Hülsen"

Klar, zu absoluten Wucherpreisen!
Die Handteile und Grundtechnik ist bei allen diesen 858 Chinaclonen 
quasi identisch, ausser dass es Versionen gibt, die mit 700W angegeben 
sind und andere mit 300W, wobei die Leistung aber ausschliesslich vom 
Grundgerät und nicht vom Handgerät bestimmt wird.
Mein Leistungsmessgerät zeigt mir während der Aufheizphase um 600W an, 
zum Erreichen der eingestellten 350°C braucht es bei vollem Luftstrom 
und ohne Düse um 12 Sekunden.
Mir gefällt diese schnelle Aufheizung, auch wenn das ggf. auf die 
Lebensdauer des Heizelementes geht.
Aber dafür habe ich ja jetzt genügend Ersatz. :-)

Aber auch der/die mitgelieferte regelbaren Lötkoben nebst verschiedener 
Lötspitzen ist/sind nicht zu verachten.
Handlicher und bedeutend funktioneller als meine alten Ersa-Teile, die 
ich sonst immer mobil dabei habe.
Und dann passen die Spitzen und Schraubhülse auch noch auf meinen 
ELV/Atten AT80D.

Beim Pollingerät würde mich neben der geringen Leistung übrigens auch 
noch der auf der Rückseite liegende Netzschalter stören, da meine 
Lötstationen aneinander gereiht stehen und man schlecht dahintergreifen 
kann.
Ebenso das Spritzgussgehäuse mit technisch völlig unnötigen 
"Ausformungen" und Stufen.

von Ralf X. (ralf0815)


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Mladen G. schrieb:
> Uli S. schrieb:
>> die
>> gängigen 858 Klone haben meistens um die 700W.
>
> Diese Angaben sind IMO oft komplett erfunden, die meisten haben nicht
> mal ein 600W Heizelement.

Wie schon weiter oben geschrieben zieht mein 858er 700W-Clone während 
der Aufwärmphase um 600W.
Kommt auch völlig hin, die Ersatz-Heizelemente weisen einen Widerstand 
von ~88 Ohm auf.
Aber bedeutend besser, als (wahre?) 300W. :-)

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Ralf X. schrieb:

> Und die 5,95€ VSK bei Pollin unterschlägst Du einfach?

So, wie Pollin mit Versandgutscheinen um sich wirft, kannst du die 
getrost unterschlagen. Bei den meisten davon ist der Mindestbestellwert 
39 Euro, die wären hier überschritten.

> Und das weitere Konvolut, das bei dem ebay-Angebot dabei und einzeln
> beim billigsten Dealer schon über 20,-€ kosten würde?

Was, wenn man diesen Neuschrott gar nicht braucht?

Ich würde so'n Teil vermutlich auch in der Bucht kaufen und nicht bei 
Pollin, aber ich würde dann ein Angebot nehmen ohne all den 
Schnickschnack, den ich nicht haben will. Im Grunde genommen genügt 
selbst eine Luftdüse komplett.

von Ralf X. (ralf0815)


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Jörg W. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>
>> Und die 5,95€ VSK bei Pollin unterschlägst Du einfach?
>
> So, wie Pollin mit Versandgutscheinen um sich wirft, kannst du die
> getrost unterschlagen. Bei den meisten davon ist der Mindestbestellwert
> 39 Euro, die wären hier überschritten.

Ok, da ich nicht bei Pollin bestelle, fehlen mir dort die 
Erfahrungswerte.

>> Und das weitere Konvolut, das bei dem ebay-Angebot dabei und einzeln
>> beim billigsten Dealer schon über 20,-€ kosten würde?
>
> Was, wenn man diesen Neuschrott gar nicht braucht?
>
> Ich würde so'n Teil vermutlich auch in der Bucht kaufen und nicht bei
> Pollin, aber ich würde dann ein Angebot nehmen ohne all den
> Schnickschnack, den ich nicht haben will. Im Grunde genommen genügt
> selbst eine Luftdüse komplett.

Sagen wir mal so:
Es gibt Teile, die ich mir auf eine Liste mit "könnte ich gut 
gebrauchen" gebrauchen gesetzt habe (teilweise auch durch Beiträge in 
diesem Forum ausgelöst), wenn ich sie zu einem an sich unmöglich 
niedrigen Preis ergattern kann.
Und dazu habe ich mir eine Liste mit Links und Suchfunktionen erstellt, 
die ich ab und zu aktiviere.
Und da stand eben die 858d mit einem Limit von 30,-€ einschl. VSK drin.
Und damit wurde ich dann vor einer Woche bei ebay fündig und hab 
getestet und direkt noch einen Nachschlag gemacht.

Ok, diese Woche gibt es das Angebot nicht mehr, aber das gesamte 
Konvolut für 35,59€, dass ich oben verlinkt hatte, ist für neu und 
einschl. VSK immer noch billiger, als alle anderen 858d auf ebay, auch 
billiger als alle ohne den zusätzlichen "Neuschrott".
Wer den Rest nicht braucht, kann damit doch bestimmt jemand anderes eine 
kleine Freude machen. :-)

von Flets G. (flets)


Angehängte Dateien:

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So heute ist die 858D angekommen.
Ich hab mal ne Frage an euch, wie ihr diese Innenleben empfindet: Ist 
das sicher? Oder brauch ich mir da keine Sorgen machen?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Das sieht nicht so grundverkehrt aus, wenngleich natürlich eine 
Schutzleiterschraube auf einem lackierten Blech nicht so der Bringer 
ist.

Das größere Problem zumindest bei dem Teil, was ich in den Fingern 
hatte: die Heizung sitzt im Griffstück und wird direkt mit 230 V 
versorgt, aber der Schutzleiter, der zum Griffstück geht, ist nur ein 
dünnes Stück Litze, bei dem ich die Befürchtung hätte, dass es 
hoffnungslos abfackelt, wenn es wirklich mal Fehlerstrom ableiten soll.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Immerhin ist das Metallgehäuse geerdet, das ist doch schon was und keine 
Selbstverständlichkeit bei China-Geräten.

von Axel R. (axlr)


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"Gebläse im Griff". Meine hat so ne Membranpumpe im Gehäuse und einen 
Schlauch zum Handteil hin. Mega-Laut. ganz furchtbar. Ist die denn jetzt 
wenigstens so leise, dass man abends basteln kann, ohne die 
Nachbarschaft aus dem Schlaf zu schrecken?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Axel R. schrieb:
> Meine hat so ne Membranpumpe im Gehäuse und einen Schlauch zum Handteil
> hin. Mega-Laut. ganz furchtbar

Meine auch, und ja, diese 858-Clones sind in der Hinsicht deutlich 
angenehmer.

Allerdings sollte man gut darauf acht geben, dass das Handstück beim 
Ablegen auch wirklich so in der Halterung sitzt, dass die Kiste die 
Heizung ausschaltet. Ansonsten kann es bei vielleicht auch noch leicht 
verdeckten Luftansaugschlitzen schon mal anfangen, das Gehäuse des 
Handstücks zu verschmoren. Ist uns bei meinem früheren Brötchengeber mal 
so passiert.

Beitrag #6821921 wurde vom Autor gelöscht.
von Flets G. (flets)


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Jörg W. schrieb:
> bei dem ich die Befürchtung hätte, dass es
> hoffnungslos abfackelt, wenn es wirklich mal Fehlerstrom ableiten soll.

Okay dann werd ich dem Teil einfach mal mein Leben anvertrauen und 
hoffen das was Gutes dabei rumkommt^^

von Flets G. (flets)


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Axel R. schrieb:
> Ist die denn jetzt
> wenigstens so leise, dass man abends basteln kann, ohne die
> Nachbarschaft aus dem Schlaf zu schrecken?

Ja die ist superleise

von Schlaumaier (Gast)


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Flets G. schrieb:
> Okay dann werd ich dem Teil einfach mal mein Leben anvertrauen und
> hoffen das was Gutes dabei rumkommt^^

Man sollte so Geräte grundsätzlich wie ein Toaster handhaben.

Also es nur betreiben solange man es im Auge hat.

Und was ich bei so Geräten (Heißluftpistole / Lötkolben etc) immer mache 
= ausschalten wenn möglich und IMMER Stecker ziehen wenn ich fertig bin.

Das Risiko das ein Gerät mich umbringt während ich damit arbeite halte 
ich persönlich für sehr gering.

Nebenbei bemerkt: Der Toaster ist lt. Statistik das Küchengerät was die 
meisten Brände in der Küche verursacht.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Flets G. schrieb:
> Okay dann werd ich dem Teil einfach mal mein Leben anvertrauen und
> hoffen das was Gutes dabei rumkommt^^

Du solltest einfach nur im Hinterkopf behalten, wenn da irgendwas 
unvorhergesehenes "Elektrisches" passiert: Handstück schnell abwerfen 
und Netzkabel rausziehen oder zur Sicherung gehen. Lieber einen leicht 
angeschmorten Tisch vom weggeworfenen noch heißen Handstück als einen 
Elektro-Unfall riskieren.

von Thomas W. (twust)


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Rainer Z. schrieb:
> Immerhin ist das Metallgehäuse geerdet, das ist doch schon was und keine
> Selbstverständlichkeit bei China-Geräten.

Nützt nichts wenn bei Kontaktstellen der Lack/Beschichtung in der Regel 
so dick ist (und sogar ins Schaubengewinde gekrochen ist), dass keine 
oder schlecht leitende Verbindung besteht. Hier unbedingt vorher mit 
einem Ohmmeter nachmessen und ggf. die Kontakstellen nacharbeiten 
(Lack/Beschichtung entfernen).

: Bearbeitet durch User
von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Jörg W. schrieb:
> Du solltest einfach nur im Hinterkopf behalten, wenn da irgendwas
> unvorhergesehenes "Elektrisches" passiert: Handstück schnell abwerfen
> und Netzkabel rausziehen oder zur Sicherung gehen. Lieber einen leicht
> angeschmorten Tisch vom weggeworfenen noch heißen Handstück als einen
> Elektro-Unfall riskieren.

Rainer sagt: Gebäudeversicherung abschließen.

Thomas W. schrieb:
> Nützt nichts wenn bei Kontaktstellen der Lack/Beschichtung in der Regel
> so dick ist (und sogar ins Schaubengewinde gekrochen ist), dass keine
> oder schlecht leitende Verbindung besteht. Hier unbedingt vorher mit
> einem Ohmmeter nachmessen und ggf. die Kontakstellen nacharbeiten
> (Lack/Beschichtung entfernen).

Rainer sagt: Lebensversicherung abschließen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Rainer Z. schrieb:
> Rainer sagt: Lebensversicherung abschließen.

Und die sichert einem ewiges Leben zu? ;-)

Manche Dinge kann man pragmatisch angehen, wenn man sich der Gefahr 
bewusst ist, die entstehen kann.

von W.S. (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Und die sichert einem ewiges Leben zu?

Das wird eher von anderer Seite geregelt.

Da fällt mir ein Bildchen ein: die frisch gestorbene Seele klopft am 
Himmelstor (das Lenkrad noch in der Hand), Petrus schaut aus der Luke 
und fragt: "Sind Sie geimpft?"...

Anstelle des Lenkrades hier bitte den Lötkolben setzen.

W.S.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


Angehängte Dateien:

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Ach ja, das mit der Impfung habe ich nicht bedacht.

Muss vor Inbetriebnahme von China-Elektronik auf jeden Fall sein.

Jörg W. schrieb:
> Und die sichert einem ewiges Leben zu? ;-)

Das nicht, aber es freut die Erben/Begünstigten der Lebensversicherung.

: Bearbeitet durch User
von Schlaumaier (Gast)


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Rainer Z. schrieb:
> Das nicht, aber es freut die Erben/Begünstigten der Lebensversicherung.

Wenn das das Gerät nicht noch unsicherer macht :)

von Flets G. (flets)


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Rainer Z. schrieb:
> Das nicht, aber es freut die Erben/Begünstigten der Lebensversicherung.

Na Gott sei Dank bin ich erst 21 und hab noch nicht viel zu vererben, 
außer eine 858D vielleicht

von Johannes S. (Gast)


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wenn man soviel Angst hat, dann sollte man vielleicht etwas mehr in eine 
originale Quik 861DW investieren. Hat eine bessere Temperaturregelung 
und ist deutlich leiser.
Von der Quik gibt es aber auch Nachbauten zum halben Preis, die sind 
vermutlich auch nicht besser als die Atten(Nachbauten).
Alternativ funktioniert auch die Bügeleisen/Heizplattenmethode für SMD 
ganz gut, oder auch Dampfphase mit Galden im 3L Glaszylinder auf kleiner 
Kochplatte. Heissluft zum Einlöten finde ich nicht optimal, zum Auslöten 
ist es gut.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Schlaumaier schrieb:
> Rainer Z. schrieb:
>> Das nicht, aber es freut die Erben/Begünstigten der Lebensversicherung.
>
> Wenn das das Gerät nicht noch unsicherer macht :)

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. :)

von Jörg (Gast)


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von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jörg schrieb:
> Fang hiermit an

Oder mit Elektroschrott: die Elektronik einer alten Festplatte bietet 
zwar vielleicht keine QFN-Chips, aber sie enthält allerlei Kram, bei dem 
man mit der Heißluft versuchen kann, das ab- und wieder anzulöten. Man 
wird auch schnell merken, dass sich das Teil schwer tut mit gut 
gekühlten ICs wie dem Motortreiber, der mit seinem Pad großflächig 
aufgelötet ist – um sowas sinnvoll zu handhaben, macht sich ein 
Vorheizen von unten gut.

von idefix (Gast)


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Meine Steinel Heissluftpistole geht zum Löten ganzer Platinchen, 
niedrigste Luftgeschwindigkeit, also keine Düse, mit ordentlich Abstand 
anfangen. Habe (nach 8 Monaten schon eingetrocknete) Lotpaste mit 
Bismuth. Das wichtigste ist eigentlich, nicht zu viel Paste zu nehmen. 
Spielzeugmikroskop und Zahnstocher helfen. Bei Stückzahlen lohnt sich 
Schablone und rakeln.
Nacharbeit mit Flussmittelpaste und Bleistiftspitze, geht bequem bei 
QFN.
Isopropanol und harte (Zahn)bürste zum reinigen. Pinzette nicht 
vergessen, und ein altes Brett als Unterlage.
Viel Erfolg! Und nicht einatmen..

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