Hallo,
ich habe vor etwas mehr als einem Jahr LED Leisten mit WS2812b Stripes
an unserem Dachüberstand verbaut. Mir war klar, dass das nicht halten
muss ... etwas enttäuscht bin ich dann aber doch. Trotz Dauerbetrieb mit
unter 50% Helligkeit ist jetzt eine LED von 118 defekt und damit kann
ich nur noch die unteren 89 verwenden. Darüber blitzt und blinkt es wie
verrückt.
Es sind ALU Winkelprofile, in die ich die Stripes mit Epoxy vergossen
habe. Sie sind so angebracht, dass Regen nur unter sehr ungünstigen
Bedingungen (Wind) überhaupt dran kommen kann. Wenn überhaupt, der muss
von unten kommen.
Ein typischer WS2812 Fehler.... nun gut. Musste ich mit rechnen.
Gibt es denn irgendwelche Alternativen, die als stabiler gelten? Ich
würde natürlich gerne die vorhandene Verkabelung weiter verwenden. Der
Tausch wird aufwändig (Gerüst oder mobile Arbeitsplattform). Da sollte
also was dran was dann hoffentlich länger hält!
ist das vielleicht ein mechanisches Problem? Das die LED trotz oder
wegen des Epoxy Vergusses keinen richtigen Kontakt mehr? Hast du an der
Stelle mal kräftig auf die LED gedrückt?
Peter H schrieb:> Ein typischer WS2812 Fehler
Kaum.
Ein typischer Konstruktionsfehler. Eine Metallschiene saugt quasi
Luftfeuchtigkeit an, Epoxy ist nie dicht.
Es gibt viele Alternativen, aber ob eine davon deine Konstruktion
überlebt ?
APA102, APA104 (SPI), SK6805, SK6812, LPP8803, LPP8806, LPP8809, PL9813,
PL9823.
Mechanisch könnte durchaus sein. Ich hatte erstmal an Bonddrähte
gedacht, es scheint auch Temperaturabhängig zu sein. Der Fehler tritt
erst nach einer gewissen Zeit auf. Ich könnte ja einfach diese eine LED
nicht mehr bespielen ;-)
Schwer zu sagen, was das genaue Problem ist. Ich kann die Leiste nur aus
dem Fenster in etwa 5m Entfernung begutachten. Für alles andere ist wie
gesagt größer Aufwand notwendig. Das war mir klar und habe ich in Kauf
genommen...
Bevor ich jetzt also ein Gerüst über drei Stockwerke aufstellen lasse,
würde ich gerne eine bessere Lösung vorbereiten.
WS2813 hatte ich auch schon gesehen, wäre dann wohl eine gute
Möglichkeit. Was wäre denn die Empfehlung für Mechanik? Epoxy ist dann
wohl nicht optimal, irgendwas mit einer flexiblen Vergussmasse? Den
fertigen Stripes mit IPXX hatte ich mit am wenigsten getraut!
Ich würde das Thema gerne nochmal hoch bringen...
Auch wenn mein Epoxy Verguss vermutlich nicht die beste Lösung ist,
vermute ich mittlerweile eher das mich hier die problematischen
Bonddrähte quälen. Beim Einkleben habe ich mit Sicherheit auch frontal
auf die "Linse" der LEDs gedrückt. Ich hatte da natürlich absolut kein
Problembewusstsein.
WS2813 ist auf jeden Fall auf meiner Liste, gibt es da praktische
Erfahrungen mit der Backup Dataline? Meine Sorge ist: So viele Ausfälle
wie ich mit WS2812 und SK6812 hatte ... wie lange dauert es bis doch
zwei hintereinander Aussteigen?
Was ist von den Varianten im Silikonschlauch und die selbstklebenden mit
Verguss zu halten? Hat da jemand Langzeiterfahrungen? Bei den
Vergossenen soll es ja durchaus zum Vergilben gekommen sein.
Generell zeigt sich hier für mich, wie schwierig die Beschaffung von
Teilen mit einem gewissen Qualitätsanspruch ist. Für Preis x3 ist das
bei den DS18B20 ja noch machbar. Aber "Neopixel" Stripes aus
vertrauenswürdiger Quelle? Z.B. BTF-Lighting taugen eher als
Abschreckung als als Vertrauensnachweis ..
Peter H schrieb:> Trotz Dauerbetrieb mit> unter 50% Helligkeit ist jetzt eine LED von 118 defekt und damit kann> ich nur noch die unteren 89 verwenden. Darüber blitzt und blinkt es wie> verrückt.
[...]
> Ein typischer WS2812 Fehler....
Nein, ganz sicher nicht. Wenn die WS2812B sterben, dann sterben sie
richtig. D.h.: hinter der toten passiert garnix mehr. Und dabei ist es
egal, ob sie wegen Überspannung an DIN, Überlast an DOUT oder zuviel
Wärme sterben.
Sprich: du hast das ziemlich sicher ein Problem in der Versorgung oder
ein Fast-Kurzschluß von der Datenleitung zu einer Versorgungsleitung.
Ich würde auf letzteres tippen. Irgendein ein Stück Blatt oder ein
Insekt. Das zusammen mit Wasser (das aus der Luftfeuchtigkeit reicht).
Der allzu oft naheliegende Gedanke des Eingießens von Elektronik
gestaltet sich wesentlich komplexer, als man es zunächst vermuten mag.
Kapillarwirkung von Feuchtigkeit wurde ja schon benannt. Das Folgende
auch schon, aber ich gehe nochmal darauf näher ein. Bei SMD-Bauteilen
und Verguss hat man mit unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten zu
kämpfen. Ich habe schon Fälle gehabt, wo die Vergussmasse Bauteile
regelrecht von der Platine gelöst hat. Manchmal sogar so, dass diese
Bauteile bei Raumtemperatur bei der Fehleranalyse wieder Kontakt hatten
und man den Fehler nicht so einfach eingrenzen konnte. Es gibt
speziellen SMD-Verguss, das ist aber nicht durchsichtig.
Ich würde einen Aufbau in einem Rohr versuchen, dessen Enden hermetisch
dicht sind, allerdings mit Goretex-Membranen belüftet wird. Feuchtigkeit
kommt kapillar oder Feuchtluft durch Unterdruck sowieso rein, mit der
Membran verhindert man, dass die Feuchtigkeit nachhaltig kondensiert.
Weiterhin kann die angereicherte Luft durch die Membran entweichen.
Dabei darauf achten, dass die Membran unter keinen Umständen durch einen
evtl. angesammelten Wassertropfen verdeckt werden kann, dann geht nichts
mehr. Und es darf KEINE offenen Stellen für Nebenluft geben, dann kann
man die Membran gleich weglassen.
Weiterhin entnehme ich deinem Erstbeitrag, dass Du Stripes verwendest.
Wenn Du damit die üblichen käuflichen Stripes meinst, kannst Du die
Sache gleich vergessen. Natürlich kannst Du Glück haben und der konkrete
Stripe ist ordentlich verlötet und wurde anschließend ausgiebig
endgeprüft, am besten in verschiedenen Temperaturbedingungen. Ist aber
eher unwahrscheinlich. Meine Lösung wäre ein eigener Stripe, z.B. auf
dünner Platine 1m lang oder so und dann professionell gefertigt und
getestet. Womit wir beim Bauteil wären. Ich persönlich bevorzuge die
APA102. Aber nicht von der Resterampe sondern vom Originalhersteller.
Alles, was Du außerhalb des Shops des Herstellers kaufen kannst, ist
gefühlt zu 99% nicht original sondern das SKxxxx Zeugs aus Shenzhen,
gerne auch als APA102 angeboten. APA liefern auch einzelne Rollen. Am
besten dann die APA102 mit der verbesserten Kühlfahne unter dem Gehäuse,
die bauen nämlich auch nur die und kein chinesischer Nachbauer. Ich
verwende die auch in Industrieprodukten, die haben bisher kein Heimweh
bekommen.
Ach ja, zum Thema käufliche vergossene Stripes: Nur weil der Chinese
vergossene Stripes anbietet heißt das nicht gleichzeitig, dass er das
Thema Verguss auch beherrscht. Der reagiert vielmehr auf die Wünsche des
Marktes.
Wie gesagt, alles nur meine Gedanken zu dem Thema. Wer es anders sieht,
nur zu.
http://neon-world.com/en/product_detail.php?cid=59&id=114
Oder auch die kleineren 3535 oder 2020 Versionen.
Peter H schrieb:> Aber "Neopixel" Stripes aus> vertrauenswürdiger Quelle? Z.B. BTF-Lighting taugen eher als> Abschreckung als als Vertrauensnachweis ..
Aus eigener Erfahrung: SK6812B werden von Shenzhen LED Color Co. in RGBW
hergestellt.
Dafür haben die einen Nachfolger, nämlich LC8812B-5050RGBWW.
Kannst du reelweise direkt bei denen ab Werk kaufen und zu einem
PCB-Fertiger deiner Wahl schicken lassen. 2 Reels (=2000 Stück) inkl.
Versand zu ALLPCB haben $132 gekostet.
ALLPCB hat dann 50 Stück Flex-PCBs draus gemacht. Jeweils 1 Meter lang
mit 50 LEDs und jeweils einem 100-nF-Kerko (Kostenpunkt ca §1k).
Funktionstest steht noch aus (Ansteuerungsmodul noch nicht da).
Musst halt damit leben, dass echtes weiß mit drauf ist. Ich sehe das
aber jetzt nicht unbedingt als Nachteil, eher als Vorteil, vor allem,
weil das Weiß mit CRI>90 eigentlich ganz gut aussehen müsste.
Vorteil ist, dass die LEDs vermutlich nicht uralte Lagerware sind und
zweitens einigermaßen ordentlich reflow-gelötet wurden und nicht nur
schnell-schnell auf einen Streifen gepappt wurden. Und du kannst
breitere PCBs machen lassen (in meinem Fall sind die Teile 30 mm breit).
Für Kühlung und Stromversorgung sicher kein Nachteil.