Röhrenheizung bei Kopfhörerverstärker seltsam

OP #6840589
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Hallo,

seit Jahren benutze ich den Kopfhörerverstärker der auch als RKV Mark ii 
bekannt ist.

http://www.jogis-roehrenbude.de/Verstaerker/PCL805-KH-Amp/PCL805-KH.htm

Zusammen mit einem 600 Ohm Kopfhörer unschlagbar (für mein 
Hörempfinden).
Die Heizung der Röhren verhält sich jedoch seltsam.
Wenn die Röhren kalt sind, glühen die Heizdrähte in jeder Röhre beim 
Einschalten sehr hell auf.
Nach 2 Sekunden geht das in das übliche warme orange Glühen über.

Sicher sind die Röhrenheizungen im kalten Zustand niederohmiger als im 
Betrieb (so wie bei einer Glühlampe).
Ich kenne ein so helles aufglühen aber nicht, bzw. habe es z.B. bei 
Röhrenradios noch nie beobachtet.
Die Beschaltung der Heizung lässt keine Besonderheiten erkennen.
Ist das bei diesem Röhrentyp also evtl. normal?

PCL805 18VA Heizspannung 300mA.
Gast #6840599
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Ja, das ist normal, dass die Heizung beim Einschalten kurz hell (bis 
weißlich) aufblitzt.
Bedingt durch die Konstruktion sieht man das bei manchen Röhren besser 
(z.B. ECC85) als bei anderen (EL84).

Bei P-Röhren könnte dieser Effekt ausgeprägter sein, da diese für 300 
mA-Serienheizung ausgelegt sind und man in der Regel irgendwo einen 
strombegrenzenden Widerstand (NTC) hatte.

Leider geben die meisten Röhrendatenblätter keine Auskunft über den 
zulässigen Inrush-Current (so nennt man den Einschaltstrom).

Ich würde mir da also keine besonderen Gedanken machen. Röhren werden 
doch immer als so robust gehyped ;-)
#6840604
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Das ist normal, und m.E. auch nicht gefährlich für die Röhren. Selbst 
wenn, PCL805 sind billig wie Sand am Meer, da kannst du dir einfach 10 
auf Halde legen. Wenn man bedenkt, bis in einem Serienheizkreis eines 
alten Fernsehers alle dicken Röhren, PL504, PY88, PD510 etc heiß waren, 
floss da ein ordentlicher Strom durch den ganzen Heizkreis, und auch die 
kleinen Röhren wie die PC92 oder PC900 haben das relativ problemlos 
weggesteckt.

Sollte dich das stören, kannst du die Röhren ja über einen Widerstand 
vorheizen, und diesen dann überbrücken. Alternativ kannst du die Röhren 
mit DC heizen, und für jede Heizung eine LM317 Konstantstromquelle 
verwenden. Dann ist die Anzeizzeit zwar höher, aber die Röhre bekommt 
nie mehr als 300mA zu sehen, Außerdem hat man bei DC Heizung keine 
Brummprobleme :)
#6840639
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Lukas E. schrieb:

> in einem Serienheizkreis eines
> alten Fernsehers alle dicken Röhren, PL504, PY88, PD510 etc heiß waren,
> floss da ein ordentlicher Strom durch den ganzen Heizkreis, und auch die
> kleinen Röhren wie die PC92 oder PC900 haben das relativ problemlos
> weggesteckt.

Normalerweise war die Summe der Heizspannungen aber kleiner als
220VAC, sodas ein zusätzlicher strombegrenzender Widerstand im
Heizkreis lag.
Gast #6840655
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von Stefan M. schrieb
>Wenn die Röhren kalt sind, glühen die Heizdrähte in jeder Röhre beim
>Einschalten sehr hell auf.

Das sind die Zuführungsdrähte zu den Heizdrähten die da
hell aufleuchten. Der Heizdraht selbst befindet sich ja im
Kathodenröhrchen und erwärmt sich träge weil das Röhrchen
ja noch kalt ist. Das helle aufleuchten ist nicht gut
für die Röhre und wurde früher durch eine Reihenschaltung
mit einem Heißleiter NTC verhindert. Wenn man keinen Heißleiter
hat, würde ich einen Zweiebenen-Zweistufen-Einschalter benutzen.
Also einen Widerstand im Heizstromkreis einfügen, den der
Einschalter in der zweiten Stufe kurzschließt.
Mann könnte das auch automatisieren, zum Beispiel mit einem
Thermorelais oder andere Verzögerungsschaltungen.
#6840670
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Harald W. schrieb:
> Normalerweise war die Summe der Heizspannungen aber kleiner als
> 220VAC, sodas ein zusätzlicher strombegrenzender Widerstand im
> Heizkreis lag.

Und ein Heißleiter, der langsam niederohmiger wurde.
Für Heizung ohne Einschaltstrombegrenzung waren die P-Röhren generell 
nicht gedacht. Die Zahl der Einschaltzyklen wird also deutlich reduziert 
sein.
Nur die E-Röhren konnten direkt an den Trafo angeschlossen werden.
#6840738
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Stefan M. schrieb:
> Wenn die Röhren kalt sind, glühen die Heizdrähte in jeder Röhre beim
> Einschalten sehr hell auf.

Hi,
habe am Netztrafo meines DYI Röhrenamps primärseitig einen 30 Ohm NTC, 
der nach ca. 3 Sekunden durch eine transistorisierte Timerschaltung per 
Relaiskontakt überbrückt wird. Habe weder bei den 4 EL84 noch bei den 
mit seprater Heizwicklung am Trafo versehenen 4 ECC81 an den Heizfäden 
irgenein Aufblitzen beim Einschalten gesehen. Besser ist eine Allround 
Inrushcurrentverringerung doch zu empfehlen. Mehr schaden kann nur eine 
längere Unterheizung bei voller Anodenspannung.

ciao
gustav
OP #6840779
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Rainer V. schrieb:
> Finde schon interessant, dass du diesen Verstärker schon seit
> Jahren
> benutzt und erst jetzt das aufglühen beim Einschalten bemerkst. Hörte
> sich nach dem ersten Lesen nach einen "echten" Problem an. War aber wohl
> nicht :-)
> Viel Spass beim Hören und Gruß, Rainer

Natürlich ist mir das gleich aufgefallen.
Irgendwie war der Leidensdruck nie hoch genug, um die Sache mal zu 
erfoschen...:-)
Persönliche Seite #6840788
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Helge schrieb:
> Wäre das mein Gerät, würde ich einen Heißleiter vor den Netztrafo
> setzen.

Ohne zusätzliches Relais wirst du keinen guten Kompromiss bekommen:
Solange Röhren kalt: kein Anodenstrom -> muss sehr hochohmig sein,
Später wenn Anodenstrom gezogen wird, muss er sehr niederohmig sein.

Wenn NTC, dann nur für Heizung. Wenn die erdsymmetrisch ist, dann zwei 
für beide Enden.
#6840832
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Stefan M. schrieb:
> Natürlich ist mir das gleich aufgefallen.
> Irgendwie war der Leidensdruck nie hoch genug, um die Sache mal zu
> erfoschen...:-)

Na ja, Leidensdruck kann ich jetzt nicht erkennen oder willst du jetzt 
endlich mal dafür (Vor)sorgen, dass die Röhren doch nicht demnächst 
einfach kaputt gehen? Oder hast du einfach nur Langeweile...
Gruß Rainer

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