Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Empfehlung Elektronik-Baukasten für Kind 8 Jahre


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von Michael W. (michael_w459)


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Hallo zusammen,

ich hoffe, das passt hier ins Forum. Unser Sohn hat sich zu Weihnachten 
einen Elektrobaukasten gewünscht. Wir hatten vor einiger Zeit schonmal 
zusammen am Breadboard ein wenig gebastelt, da ist er auf den Geschmack 
gekommen.

Ich hab mich mal ein wenig umgeschaut. Neben diversen China-Kram hab ich 
vor allem die Kästen von Kosmos gesehen. Die haben zwar gute 
Bewertungen, scheinen mir aber nicht besonders umfangreich und für den 
gelieferten Inhalt auch überteuert.

Ich selbst hatte als Kind so einen "Polytronic ABC". Den habe ich sogar 
noch und bin beeindruckt, wie umfangreich der im Vergleich zu den 
"modernen" Kästen war. Allerdings ist der schon arg bespielt (incl. 
diverse Umbauten der Teile) und sicher auch nicht mehr zeitgemäß.

Kann mit jemand einen modernen, kindertauglichen Kasten als Einstieg 
empfehlen? Idealerweise sogar einen, der später in Richtung 
Arduino-Programmierung und sowas erweiterbar ist...

Lieben Dank,
Michael.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Ich halte auch nicht viel von den Kosmos Produkten.

8 Jahre ist auch noch sehr früh. Bis er gut genug englisch kann, um 
Datenblätter zu lesen wird es noch einige Jahre dauern.

Mein Sohn hatte mit 10 Jahren Spaß an Löt-Übungen. Also fertige Bausätze 
zusammenfügen, deren Funktion man nicht unbedingt verstehen muss, 
solange sie funktionieren.

Und er hat sich eine ganze Weile mit Relais beschäftigt.
Schau hier: http://stefanfrings.de/klippklapp/index.html
Das hat er bis zum Elektroschocker durch gearbeitet, danach wurde es ihm 
zu kompliziert.

Seit dem hat er sich auf Lego spezialisiert. Elektronik war wohl nicht 
sein Ding.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Denke mal Du kennst die Seite:
https://www.elektronik-labor.de/

Würde Dir als erstes die Adventskalender näher bringen:
https://www.b-kainka.de/Weblog/Logbuch211026.html
https://www.elektronik-labor.de/Lernpakete/Kalender21/Conrad21.htm
https://www.elektronik-labor.de/Lernpakete/Kalender21/Franzis21.htm

Damit würde ich anfangen. Und später noch einen weiteren zu Weihnachten.

Er hat auch einige interessante Elektronik-Baukästen vorgestellt. Gut 
sind die Details zu dem was damit gemacht werden kann. Das hilft bei der 
Auswahl.

Suche dort unter "Baukasten":
https://www.elektronik-labor.de/last.html


Auch interessant finde ich folgendes Produkt zum Experimentieren, 
insbesondere die Prototypenadapter:

https://de.elv.com/elv-komplettbausatz-experimentier-steckboard-exsb-mini-155555

https://de.elv.com/technik-fuer-elektronik-projekte/bausaetze/experimentierboards-prototypenadapter/prototypenadapter-module/

Diese sind vor allem interessant, wenn es in der Familie fast täglich 
greifbare Personen gibt, die sich mit Elektronik auskennen oder für den 
Filius als Nachfolge zum Elektronik-Baukasten.

: Bearbeitet durch User
von oszi40 (Gast)


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Michael W. schrieb:
> kindertauglichen Kasten als Einstieg

In meiner frühen Jugend habe ich selten gescheite Kästen gefunden. Heute 
würde ich dem Filius ein paar bunte LEDs und Widerstände als 
Startkapital geben. Den Rest kann er bei Interesse im 
Elektronik-Kompendium ansehen. https://www.elektronik-kompendium.de/

von Jobst M. (jobstens-de)


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In dem Alter habe ich diesen Kasten bekommen:

http://norbert.old.no/kits/ee2000/ee2003.html
(Das Buch mit den Bastelanleitungen gibt es dort auch zum Download)

Allerdings hatte ich kurze Zeit später trotz Widerwillen meiner Eltern 
einen Lötkolben, da ich merkte, dass man mit dem Kasten nur sehr 
eingeschränkt ist.

Gruß
Jobst

von MAHWE (Gast)


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Hatte selber vor mehr als 20 Jahren den kompletten Kosmos Kasten.
Hat mir damals durchaus geholfen.
Heute würde ich versuchen über Arduino Set gehen z.B. Fundoino
https://www.funduinoshop.com/epages/78096195.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/78096195/Categories/Kits-fuer-Arduino/%22Lernsets%202019/2020%22/Mit_MEGA_Mikrocontroller
usw. dazu eventuell die Buch Reihe 3xx Schaltungen
https://de.book-info.com/isbn/3-89576-217-2.htm
und dazu dann ein paar Logic Gatter(Multiplex, XOR, AND, OR,... )  und 
OP, Kondensatoren und Spulen.

von PC-Freak (Gast)


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Hallo We3ihnachtsmann,

so schlecht würde ich jetzt diese Elektronik-Kästen nicht schimpfen.
Ich hatte diesen - Link:http://norbert.old.no/kits/ee2000/ee2003.html
Da gabs noch Analog, Digital, ...

Und wenn, könnte man ja weitere Elektronikteile mit dazu kaufen. Kleine 
Lochraster vorvertigen, und die Bauteile, bis zum Atiny dann mit dazu. 
Aber ich denke für nen 8-jährigen, wäre der ee2003 der Start.

von Michael W. (michael_w459)


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@Dieter Auf eine Unterseite davon war ich heute schonmal gestoßen 
(https://www.elektronik-labor.de/Lernpakete/SpielUndWissen.html). Fand 
ich spannend, ist aber nicht mehr lieferbar. Mit war allerdings 
entgangen, dass sich auf der Seit noch viel mehr zum Thema findet. 
Daher schonmal danke für die Empfehlungen. Die Adventskalender sind aber 
als Weihnachtsgeschenk nur bedingt tauglich ^^

@oszi40 An sowas habe ich auch schonmal gedacht, aber da würde ich den 
zweiten vor dem ersten Schritt gehen. Ich denke, ein Komplettpaket, 
welches bestimmte Grundlagen Stück für Stück erarbeitet, ist für den 
Anfang sinnvoller. Wenn ein grundlegendes Verständnis und genug Neugier 
da sind, würde ich auf Breadboard + reichlich Bauteilen umsteigen und 
dazu auch die Bücher aus meinem alten Polytronic Kasten und ggf. weitere 
Lektüre.

Da er sich auch für Computer und Technik interessiert, bin ich noch auf 
den Calliope Mini gekommen und überlege, das Thema von der Seite her 
anzugehen. Also erstmal einen spielerischen Einstieg in die 
Programmierung (z.B. mit 
https://www.foldio.tech/products/foldio-starter-set) und dann in 
Richtung Elektronik erweitern (z.B. 
https://www.franzis.de/maker/technik-fuer-kinder/die-grosse-baubox-coole-projekte-fuer-deinen-calliope-mini-lernpaket).


Grüße,
Michael.

von Fpgakuechle K. (fpgakuechle) Benutzerseite


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Michael W. schrieb:

> Kann mit jemand einen modernen, kindertauglichen Kasten als Einstieg
> empfehlen?

Nö einfach  "Kind an Kasten setzen und Ruhe ist" funktioniert nicht 
mehr.
Was funktioniert ist Gescheites make Buch kaufen und Filou beim 
Bauteilkauf unterstützen.

Also besorg dir:  ISBN: 3864903688 und lies das vor dem Stammhalter 
durch und besorg schon Materialien, beim zweiten Teil geht es an µC: 
ISBN: 978-1449344047 Allerdings gibt es die Fortsetzung nicht auf 
deutsch, da wirste wohl helfend und übersetzend daneben sitzen. Wobei 
bei Schaltplanen und code der übersetzungsaufwand ohnehin gering ist ...

Und Abo einer make-zeitschrift wäre vielleicht auch überlegenswert:
https://shop.heise.de/zeitschriften-abo/make/?LPID=27065_MA000002_16241_3_23&wt_mc=sea.abo.make.brand.google.brand.brand&gclid=EAIaIQobChMIh4fCwLiq9AIVF-h3Ch3eewxYEAAYASAAEgJxDPD_BwE

: Bearbeitet durch User
von Michael W. (michael_w459)


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Danke auch für die Tipps mit den Büchern und Seiten für Schaltungen. 
Aber auch die sind denke ich eher der 2. Schritt. Ich suche erstmal noch 
was zum "anfixen" ^^

Mal ne Frage zu dem ee2003 Kasten. Auf der Seite sind ja die Experimente 
als Schaltpläne verlinkt. Ein Teil davon ist sicher etwas 
anachronistisch (Verstärker für Tonbandgerät, Telefon-Signal-Zeugs...). 
Anderes ist bestimmt total spannend für ihn (Alarmanalagen und sowas). 
Sind die Sachen auch beschrieben und erklärt oder gibt es da nur die 
verlinkten Schaltpläne?

Grüße,
Michael.

von Michael W. (michael_w459)


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@Fpgakuechle Danke, das ist ja mal was. Ein Elektronik-Buch mit einem 
Kapitel "Elektrizität schmecken" hat bei mir sowieso gewonnen. Als Kind 
konnte ich mit der Zunge die Batteriespannung hinreichend präzise 
bestimmen und finde, dass das schonmal zu den Basics gehört ;-)

Weißt Du zufällig, ob es dazu ein fertig gepacktes Bauteil-Paket gibt, 
das uns über die ersten paar Wochen bringt?

Edit:
> Und Abo einer make-zeitschrift wäre vielleicht auch überlegenswert

Hihi, als erstes lese ich Plasmaschneider. Ich glaube, damit warte ich 
noch 1-2 Jahre. Ich weiß, dass meine Eltern damals nicht sehr begeistert 
waren, wenn Brandlöcher im Teppich waren und entwickle rückwirkend ein 
gewisses Verständnis.

: Bearbeitet durch User
von Manfred (Gast)


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oszi40 schrieb:
> Heute
> würde ich dem Filius ein paar bunte LEDs und Widerstände als
> Startkapital geben. Den Rest kann er bei Interesse im
> Elektronik-Kompendium ansehen. https://www.elektronik-kompendium.de/

Wie löst Du das Problem "Weihnachten"? Da muß ein Karton unter den Baum, 
den der Kurze direkt auspacken und loslegen kann - wie mit einem 
Feuerwehrauto oder der Rennbahn.

Ein paar Bauelemente und das www dazu bringen sicher einen besseren 
Lerneffekt, aber unter dem Weihnachtsbaum ein langes Gesicht!

Auch, wenn der Kasten nur (aus unserer Sicht) Unfug enthält, eine Lampe 
mit LDR, ein Solarventilatörchen ... irgendwas, was direkt zeitnah 
funktioniert muss her.

von PC-Freak (Gast)


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Also ich hab den Kasten glaub noch.
Da war ein ausfühliches A4 Buch dabei, wo jede Schaltung erklärt wurde. 
Bis zum UKW-Radio (abstimmbar). Und es hat auch funktioniert. Ich hatte 
die Kästen lange damals verwendet. Auch die Zusatzkästen mit Analog, 
Digital.
Und wiegesagt. Du kannst ja dann Bauteile beim blauen C oder Mouser, 
oder um die Ecke dazukaufen. Aber er hat erstmal ein Aufbaubrett, wo er 
bauen kann, und das ist erstmal wichtig.
Ein Breadboard wäre mir für 8 zu fummelig, zum starten.

von Manfred (Gast)


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Fpgakuechle K. schrieb:
> Und Abo einer make-zeitschrift wäre vielleicht auch überlegenswert

Viel übler und schlampiger beschrieben als bei make geht es kaum noch, 
aus meiner Sicht rausgeworfenes Geld.

von Michael W. (michael_w459)


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@Manfred
> Wie löst Du das Problem "Weihnachten"?

Guter Punkt, das ist das, was ich mit "anfixen" meinte. Für den 
8-jährigen ist ein schnelles Erfolgserlebnis wichtig aber ich will das 
eigentlich nicht mit 80€ für ne Handvoll einfachster Bauteile ohne 
Erweiterbarkeit erkaufen.

> Viel übler und schlampiger beschrieben als bei make geht es kaum noch

Das verlinkte Buch machte keinen schlechten ersten Eindruck, im 
Gegensatz zu diverse "make" Artikeln, die ich bei heise.de bisher 
gesehen hatte. Die Erfolgsquote bei Kids in dem Alter ist mit Sicherheit 
höher, als wenn ich mit https://www.elektronik-kompendium.de/ starten 
würde.

von Michael W. (michael_w459)


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@PC-Freak, danke für die Rückinfo

> Ein Breadboard wäre mir für 8 zu fummelig, zum starten.

Haben wie gesagt, damit schonmal gestartet. Er kam mechanisch gut damit 
zurecht und hat unsere Schaltungen auch umgebaut. Allerdings fehlte es 
an kindgerecht aufbereiteten Experimenten.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Michael W. schrieb:
> Da er sich auch für Computer und Technik interessiert, bin ich noch auf
> den Calliope Mini gekommen und überlege, das Thema von der Seite her
> anzugehen.

Es gibt auch den Adventskalender mit einem µC zum Programmieren von 
Conrad-Elektronik und auch von Franzis. Das wäre auch eine Option.

Der Experimentierkasten sollte als Basis unbedingt vorhanden sein, 
sofern es nicht bereits ein Meßgerät im Haus gibt:
https://www.conrad.de/de/p/conrad-components-10091-basic-mess-prueftechnik-elektronik-lernpaket-ab-14-jahre-192290.html

Diese sind ähnlich:
https://www.conrad.de/de/p/conrad-components-10104-profi-mikrocontroller-elektronik-lernpaket-ab-14-jahre-192286.html
https://www.conrad.de/de/p/franzis-verlag-67099-mach-s-einfach-controller-board-experimente-programmieren-maker-kit-ab-14-jahre-2290149.html

Für Arduino würde ich damit anfangen:
https://www.conrad.de/de/p/conrad-components-15000-conrad-arduino-fuer-young-makers-arduino-maker-kit-ab-14-jahre-1540133.html#productDescription

https://www.conrad.de/de/p/conrad-components-10174-arduino-verstehen-und-anpassen-lernpaket-ab-14-jahre-1384145.html

Altersgerechter wäre der Micro-Bit:
https://www.conrad.de/de/p/joy-it-ea-microbit01-electronic-adventure-die-reise-mit-dem-micro-bit-programmieren-experimentier-box-ab-8-jahre-2289397.html

Calliope finde ich etwas arg fade. Zum Micro-Bit findet man hier auch 
einiges https://www.elektronik-labor.de/Microbit/Praktikum.html

von Manfred (Gast)


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Michael W. schrieb:
>> Viel übler und schlampiger beschrieben als bei make geht es kaum noch
> Das verlinkte Buch machte keinen schlechten ersten Eindruck, im
> Gegensatz zu diverse "make" Artikeln, die ich bei heise.de bisher
> gesehen hatte.

Das Buch kenne ich nicht, lediglich ein paar Artikel, die heise mal 
veröffentlicht, die sind fast immer irgedwie windig.

Eine Weile her, make-Sonderheft ESP32 incl. ESP-Board für 24,95€, habe 
ich gekauft. Meine Erwartung war, damit zügig in Betrieb zu kommen, 
Pustekuchen. Der ESP hat beim Flashen ein Reset-Problem, was in der make 
natürlich nicht beschrieben wurde, also das Internet befragen müssen, 
bevor auch nur ein simples Blink funktionierte. Ein paar Dinge (Basic) 
sind beschrieben, die aber mit dem mit mitgelieferten Board garnicht 
mehr gehen.

Ich habe den Laden bestänkert und letztendlich nur 9,95 € bezahlt, mit 
einem ESP32 von Aliexpress hätte ich mich weniger geärgert - da wäre 
direkt klar gewesen, dass ich kein Lehrbuch bekomme. Das Heft wird nach 
wie vor ohne Korrekturen angeboten, ich bin verärgert über den Laden.

> Die Erfolgsquote bei Kids in dem Alter ist mit Sicherheit
> höher, als wenn ich mit https://www.elektronik-kompendium.de/ starten
> würde.

Im Elko gibt es viele Grundlagen erklärt. Ich bin zu weit weg davon, 
abzuschätzen, wie kindertauglich die wirklich sind. Ich denke, Du wirst 
zähneknirschend das Portemonnaie öffnen müssen, um das 
Weihnachtserlebnis zu erzeigen.

Zu den anderen Ideen - hat man mit 8 Jahren die passende Denkstruktur, 
sich mit einem µC (Arduino) zu befassen? Wären LED mit Vorwiderstand, 
Relais als Summer, Multivibrator mit zwei Glühbirnen ... nicht 
sinnvoller? Ich sehe im Forum jede Menge "Arduinos", die nicht wissen, 
wie sie per BC_irgendwas ein Relais geschaltet bekommen, die braucht man 
nicht.

von PC-Freak (Gast)


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Manfred schrieb:
> Zu den anderen Ideen - hat man mit 8 Jahren die passende Denkstruktur,
> sich mit einem µC (Arduino) zu befassen? Wären LED mit Vorwiderstand,
> Relais als Summer, Multivibrator mit zwei Glühbirnen ... nicht
> sinnvoller? Ich sehe im Forum jede Menge "Arduinos", die nicht wissen,
> wie sie per BC_irgendwas ein Relais geschaltet bekommen, die braucht man
> nicht.

Eben. das ist auch mein Gedanke. Erst mal den Jüngling feststellen 
lassen, was ist ein Widerstand, was eine LED, was ein Transistor?

Deshalb wären die ee2003 und Co nicht so schlecht. Wenn auch älter. Wie 
gesagt, Bauteile kannst Du ja jede Menge dazu schmeissen. Du lötest auf 
Lochraster die Bauteile, so dass die passen, und er macht Versuche. Ein 
LM3900 ist dabei. Auf der Basis könntest Du dann evtl. TTL-IC's mit dazu 
packen.

Mit 12 und 14 ist die Zeit von dem Kasten vorbei. Klar. Aber er lernt 
bis dahin was. Und er kann es anfassen zum Begreifen.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Also den Roboterbausatz-Adventskalender im Kainka-Link vom 3. Post
https://www.b-kainka.de/Weblog/Logbuch211026.html
ganz am Ende der Seite finde ich super - werde ich mir vermutlich selber 
kaufen oder schenken lassen. Danke für den Tipp!

"Bekanntlich kommt das Kind im Weib durch das Gebären aus dem Leib. Da 
aber sich das Kind im Mann nicht solcherart befreien kann, ist es 
begreiflich, dass es bleibt und ewig in ihm lebt und leibt"
[alte Volksweisheit]

: Bearbeitet durch User
von Frieder S. (Gast)


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Michael W. schrieb:
> ich hoffe, das passt hier ins Forum. Unser Sohn hat sich zu Weihnachten
> einen Elektrobaukasten gewünscht. Wir hatten vor einiger Zeit schonmal
> zusammen am Breadboard ein wenig gebastelt, da ist er auf den Geschmack
> gekommen.

8 Jahre scheint mir reichlich früh.

Ich hatte als Kid (10+) einen Kosmos Elektromann. Nix mit Elektronik, 
rein Elektrik: Klingel, E-Motor, Mikrofon usw. Konnte man mit 10+ gerade 
so kappieren und hat auch Spass gemacht.

Um den Dreh rum hatte ich auch einen Märklin Metallbaukasten. Ich denke, 
da habe ich mindestens genau zo viel gelernt - halt im Mechanischen. 
Geschadet hat's mir ganz sicher nicht.

Viel später habe ich festgestellt, dass meine Kids ganz ähnliche 
Projekte in der Schule (naturw. Gymnasium, im Fach NWT) durchgezogen 
haben. Da waren die aber schon um die 13 ... 14 Jahre alt.

Überfordere den Kleinen nicht; du tust ihm damit sicher keinen Gefallen.

von Lotta  . (mercedes)


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ich würde für den Anfang nen Elektro-Magnetismus-Kasten nehmen.

Mit Dauermagneten basteln, die erste Spule und Magnetnadel.
Experimente mit ner Leuchtpappe, die nach Belichtung im
Dunkeln leuchtet!
Ne Alarmanlage mit Ruhekontakt, die beim Reißen eines dünnen
Drahtes oder beim Zuppen der Angelsehne Alarm gibt!

Oder wenns wirklich was mit Transis sein soll, ne Eltern-Abhör-Anlage
mit Mikrofon und Kopfhörer basteln! Absolut geil!
Leider bibts ja keine einfachen Radio-Baukästen mehr... :-((


mfg

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


Angehängte Dateien:

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Frieder S. schrieb:
> Um den Dreh rum hatte ich auch einen Märklin Metallbaukasten.

Ich bekam Weihnachten vor der Einschulung einen Trix-Metallbaukasten - 
siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Trix-Metallbaukasten - hat mich 
einige Jahre beschäftigt. Mit Motor für 4,5V Taschenlampenbatterie usw.

Mit 12-13 kamen die alten Radios vom Schrottplatz dazu, sowie die 
Radiobücher von Heinz Richter. Die 1960er auf die Jetztzeit zu 
übertragen ist schwierig. Aber trotz CPUs mit Milliarden Transistoren 
gibt es immer noch Einzeltransistoren, Dioden, Widerstände, Batterien 
auf makroskopischem Niveau.

Und es müssen nicht immer "niveaulose" Schaltungsempfehlungen ala 
Elektor-Knallfrosch sein, aber ein gutes Mittelmaß zwischen Helikopter 
und Sorglosigkeit im Umgang mit Messer, Gabel, Schere, Licht...

Stefan F. (2. Post von oben) hat das auf seiner Seite schön kindgerecht 
gemacht. Gefällt mir!

: Bearbeitet durch User
von Harald W. (wilhelms)


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Michael W. schrieb:

> Sind die Sachen auch beschrieben und erklärt oder gibt es da nur die
> verlinkten Schaltpläne?

Für die Beschreibungen und Erklärungen ist doch der Vater zuständig.
:-)

von Jobst M. (jobstens-de)


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Frieder S. schrieb:
> 8 Jahre scheint mir reichlich früh.

Wenn wirklich Interesse vorhanden ist, ist es das nicht.
Ich zumindest hatte den EE2003 nach wenigen Monaten komplett 
durchgespielt und wollte von den vorzementierten Wegen ausbrechen und 
selber den Weg bestimmen.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich die Interessen verschoben 
haben und Kinder heute weniger Interesse an sowas haben. Ohne App ist's 
halt uncool ...
Dies stimmt mit meinem Eindruck, dass es weniger brauchbare von diesen 
Bastelkästen gibt, überein.

Ich glaube, ein Steckbrett mit einer Ladung loser Bauteile hätte mir als 
Kind besser gefallen als der EE2003. Ich hätte mehr Platz zum Aufbauen 
gehabt und wäre flexibler. Außerdem ist es einfacher mit Ersatzteilen. 
Es geht ja schon mal etwas kaputt: "Oh, ich habe eine Leuchtdiode!" 
**blipp* ... und dann war die OA95 kaputt ...
Die lies sich noch einfach ersetzen. Ein Licht ging mir allerdings bei 
dem roten Transistor auf, als ich mit meinem Vater Ersatz im 
Fernsehladen besorgte: Die haben gar nicht dieses Platinchen dabei und 
heißen auch nicht "rot", "grün" oder "weiß"! Und mir wurde auch klar, 
dass es nicht nur 3 Typen gibt, wenn das "Buch" (Vergleichstabelle) so 
dick ist.
Als ich 10 war und eine Busfahrkarte bekam um zur Schule zu kommen, war 
ich häufiger bei dem Laden. Dann entdeckte ich mein erstes 
Elektronikbastelgeschäft ...

Man kann bei Steckbrettern Teile dazu kaufen, die nicht in ein Konzept 
passen müssen. (Außer dem Konzept 100mil)
Die Teile und die Pläne kann man ja durchaus in erster Zeit aus so einem 
Buch holen.

Mit analoger Technik zu beginnen, halte ich für den richtigen Anzatz. 
Begreifen wie Spannungen und Ströme zwischen den Bauteilen wirken und 
was sie überhaupt sind.

Und 2 Jahre später gibt es dann eine Hand voll Digitalbausteine (und 
eine Tüte 100nF) dazu.

Und weitere 2 Jahre später ein paar Mikrocontroller. DIL und nicht auf 
irgendwelchen Boards. Dazu entsprechende Programmerhardware.

So würde ich es machen.

Gruß
Jobst

von Jobst M. (jobstens-de)



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Josef L. schrieb:
> Radiobücher von Heinz Richter

**Kicher* die liegen hier direkt vor mir ... :-D

"Radiobasteln für Jungen"

Jetzt ist klar, warum das heute nicht mehr geht :-D

Gruß
Jobst

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Michael W. schrieb:
> Mal ne Frage zu dem ee2003 Kasten. Auf der Seite sind ja die Experimente
> als Schaltpläne verlinkt. Ein Teil davon ist sicher etwas
> anachronistisch (Verstärker für Tonbandgerät, Telefon-Signal-Zeugs...).
> Anderes ist bestimmt total spannend für ihn (Alarmanalagen und sowas).
> Sind die Sachen auch beschrieben und erklärt oder gibt es da nur die
> verlinkten Schaltpläne?

Hallo,

die Kästen hatte ich "früher" selbst gehabt, bzw. heutzutage liegt der 
Inhalt woanders verteilt bei den Elektroniksachen herum und viele 
Bauteile habe ich dem Unwissen oder der starken Beanspruchung 
geopfert...

Im Begleitheft sind nacheinander so zehn, zwanzig Schaltungen gezeigt, 
die man damit aufbauen kann. Dabei ist ein Schaltbild, ein etwa 
einseitiger Text, der aufbauend auf den bereits vorausgesetzten Kästen 
erklärt, was die Schaltung tun soll und wie sie funktioniert. Dabei wird 
auf Mathematik und Kennliniendiagramme verzichtet. Dabei ist noch ein 
Din-A-4-großer Plan, der zeigt, wie die Bauteile auf der Lochplatte 
anzuordnen sind und welche zweipoligen Bauteile dazwischen festzuklemmen 
sind. Durch die Löcher werden von unten die berühmten Haarnadelfedern 
eingesteckt, von oben kommen spezielle Federn drauf, so daß die Bauteile 
auf den Plättchen dann mittels der Drahtenden der zweipoligen Bauteile 
befestigt werden können.

Dabei waren Alarmanlagen, Verstärkerschaltungen im weitesten Sinn, 
Oszillatoren, ein Sägezahnoszillator mit großem Trafo, es ging vom 
Diodenempfänger sogar bis bis zum Mittel-/ Kurzwellen oder UKW-Superhet, 
die diese Filterspulen auf Plättchen benötigen und als Krönung gab es 
einen  vorgefertigten Fernseh-bau-Kasten, der aber wohl über das 
Jugend-Budget hinaus geht, ähnlich wie es für Modellbahnen Sachen gibt, 
die eher für Erwachsene gedacht sind. Quelle war gewöhnlich eine 4.5V 
Flachbatterie oder die 9V-Batterien.

Man konnte damals die Philips Einzelteile auch nachkaufen, aber ein 
Transistor auf Plättchen kostete etwa 3,++ DM und die passiven Bauteile 
waren ähnlich extrateuer. Das war noch VOR der Zeit als ich Conrad, 
Pollin oder Reichelt kannte.

Mich hat das damals interessiert, wiel ich schon immer das Innenleben 
von Radio und Fernsehen verstehen wollte. Heutzutage mit Internet und 
schneller leichter Informationsbeschaffung, sofort auf den Bildschirm, 
Software in allen Geräten, ist die Frage, wo für ein in dieser Umgebung 
aufgewachsenes Kind der Ansatzpunkt entsteht, um in diese Technikwelt 
einzusteigen. Wer nur programmieren möchte, kann dies auch rein am PC 
machen, ohne Hardware aufzubauen.

mit freundlichem Gruß

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Jobst M. schrieb:
> Josef L. schrieb:
>> Radiobücher von Heinz Richter
>
> **Kicher* die liegen hier direkt vor mir ... :-D
>
> "Radiobasteln für Jungen"
>
> Jetzt ist klar, warum das heute nicht mehr geht :-D

Mittelwelle ist abgeschaltet...

von Jobst M. (jobstens-de)


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H. H. schrieb:
> Jobst M. schrieb:
>> Josef L. schrieb:
>>> Radiobücher von Heinz Richter
>>
>> **Kicher* die liegen hier direkt vor mir ... :-D
>>
>> "Radiobasteln für Jungen"
>>
>> Jetzt ist klar, warum das heute nicht mehr geht :-D
>
> Mittelwelle ist abgeschaltet...

Nur in Deutschland. Rund herum wird auf Mittelwelle noch gesendet und 
man kann diese Sender auch hier empfangen. Aber das meinte ich nicht.

Gruß
Jobst

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Michael W. schrieb:
> Kann mit jemand einen modernen, kindertauglichen Kasten als Einstieg
> empfehlen?

Vielleicht so etwas:

https://www.alternate.de/BUKI/Electronik-Experte-Experimentierkasten/html/product/1679640

Der erscheint mir auf den ersten Blick ganz vernünftig. Praktische 
Erfahrungen mit dem Kasten habe ich nicht.

Batterien nicht vergessen! Sonst ist Weihnachten versaut.

> Idealerweise sogar einen, der später in Richtung
> Arduino-Programmierung und sowas erweiterbar ist...

Zuerst würde ich (weil das damals® so war) an die Zugabe eines 
Multimeters denken. Links spare ich mir, die lassen sich überall finden.

Dann würde ich an "Ersatzteile" und Breadboards denken. Beispiele:

https://de.aliexpress.com/item/850064380.html
https://de.aliexpress.com/item/1005002723952444.html
https://de.aliexpress.com/item/1005002776819670.html
https://de.aliexpress.com/item/1005002739136953.html

Das folgende wäre auch interessant, aber ich sehe nicht, dass da eine 
deutsche Anleitung dabei ist. Also müsste der Papa da betreuend 
eingreifen:

https://de.aliexpress.com/item/1005003340628878.html

Allgemein, bei 8 Jahren kann man schon über den eigenen Werkzeugkasten 
für den Junior nachdenken. Vielleicht ein typischer Laubsägekasten. 
Verbessert die Motorik und testet die Wundheilung :)

: Bearbeitet durch User
von Fpgakuechle K. (fpgakuechle) Benutzerseite


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Michael W. schrieb:
> @Fpgakuechle Danke, das ist ja mal was. Ein Elektronik-Buch mit einem
> Kapitel "Elektrizität schmecken" hat bei mir sowieso gewonnen. Als Kind
> konnte ich mit der Zunge die Batteriespannung hinreichend präzise
> bestimmen und finde, dass das schonmal zu den Basics gehört ;-)
>
> Weißt Du zufällig, ob es dazu ein fertig gepacktes Bauteil-Paket gibt,
> das uns über die ersten paar Wochen bringt?

Mir sind diverse China Sortimente unter dem Stichwort "ELEGOO 
STarterkit" aufgefallen, ob die was taugen ist dahin gestellt, ich hab 
hier genug alten Kram der verbastelt werden will. Wichtiger ist 
gescheites Werkzeug, Multimeter und ne stabile Unterlage. Aber da sollte 
alles in dem Buch stehen.

https://www.google.com/search?q=ELEGOO+STarterkit&source=lnms&tbm=isch&sa=X
>
> Edit:
>> Und Abo einer make-zeitschrift wäre vielleicht auch überlegenswert
>
> Hihi, als erstes lese ich Plasmaschneider. Ich glaube, damit warte ich
> noch 1-2 Jahre.
Ja ist halt ne Frage wie man diesen Zeitschriften umgeht, das Lesen und 
damit die regelmäßige Konfrontation mit Fachbegriffen war schon viel 
geistiger Anstoß auch wenn das meiste aus den Computerheften jahrelang 
unverständlich. Es lohnt vielleicht ein Blick in die 'damaligen' 
Computer-kids Magazine, um zu erkennen, das es das ideale Magazin das 
einen die 'blauen Flecken' beim Lernen abnimmt nicht gibt. "Wo gehobelt 
wird, da fallen Späne", wie die 'Alten zu sagen pflegten. Ich schätze an 
einem Abo, das Bedienen der 'Sammelleidenschaft' und den regelmäßigen 
Anstoss sich wieder mit dem Thema zu beschäftigen.

https://www.kultmags.com/mags.php?folder=QW1pZ2EgTWFnYXppbg==

Im Zusammenhang mit 'Fehler beim Aufbau erkennen' fällt mir noch das 
ein:
 ISBN:978-3772348150 .
IMHO kann aber beim Thema 'eigene Fehler finden' kein Buch die 
ultimamative Antwort sein, da hilft nur Erfahrung, Frustresistenz und 
vielleicht Vorbilder: https://www.youtube.com/watch?v=xhQ7d3BK3KQ - 
"Fehler machen ist Teil vom Lenrprozeß"

von Fpgakuechle K. (fpgakuechle) Benutzerseite


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Neben den oben genannten DDR-Kinder-Bespaßungs-Spielkästen gibt es ja 
auch die Lehrmaterialen wie sie in Schule und Lehre verwenden 
werden/wurden. Den Polytronic-ABC-Baukasten aus der damaligen 
DDR-Produktion zähle ich dazu. Dann gab es auch noch weitere 
Polytronic-Kästen, die sogenannten 'Schulbaukästen' für den Physik/ESP 
Unterricht hin bis zu Oszilloskop-Experimentieranleitungen.

Auch wenn die Kästen grösstenteils vom 'Zahn der Zeit zernagt' sein 
sollten, die Anleitungshefte, findet man zuweilen als pdf oder als 
Altpapier.

https://www.kinder-technik.de/ddr-polytronic-schul-baukasten-als-pdf-handbuch/
https://hc-ddr.hucki.net/wiki/lib/exe/fetch.php/elektronik/fa_polytronic_mikroelektronik.pdf
http://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/Polytronik-Baukasten/PolyTronic.htm

: Bearbeitet durch User
von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Jobst M. schrieb:
> "Radiobasteln für Jungen"

Wenn du daneben noch das legendäre "Werkbuch für Jungen" legst entsteht 
ein Wurmloch in eine andere Dimension :)

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Hannes J. schrieb:
> das legendäre "Werkbuch für Jungen"

Das habe ich noch. War als Kind eine Fundgrube und es waren auch 
Bauanleitungen für Radios dabei (mit Röhren der D-Serie).

Als mein Vater sah, daß ich eine Anleitung zum Bau eines Radios mit 
RV12P2000 aus einem alten Buch abgezeichnet habe (das hätte natürlich 
nie funktioniert), da war ein Radiomann zu Weihnachten fällig.

Hannes J. schrieb:
> Batterien nicht vergessen! Sonst ist Weihnachten versaut.

Ist mir passiert. Und zu der Zeit gab es nicht an Tankstellen Batterien 
zu kaufen.

Ich bin mit den Experimentierkästen von Kosmos aufgewachsen. Angefangen 
beim Elektromann, dann Radiomann (welcher mein liebster war) und diverse 
andere Elektronikkästen. Ging bis zum Superhet, wobei die Schaltungen 
schon sehr tricky waren um mit den wenigen Bauteilen auszukommen.

Die heutigen Kästen von Kosmos sind nur noch ein Abklatsch. Fertig 
bestückte Leiterplatte, in ein Pappgehäuse gebaut - fertig ist das 
Radio. Nix experimentieren.

Woran liegt das? Hat die Jugend kein Interesse am experimentieren? Muß 
alles zack-zack sofort funktionieren? Liegt das an der Über-Information 
durch das Internet?

Die Grundlagen haben sich nicht geändert, wie ein Transistor 
funktioniert muß man immer noch verstehen und das geht am besten durch 
Experimente.

von Tom (Gast)


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Ich fand die Kosmoskästen als Kind super. Ich hatte erst einen kleineren 
roten und später zu Geburtstag/Weihnachten einen größeren blauen.
Bausätze von Conrad gingen immer kaputt bis zu einem gewissen 
Alter(vermutlich hatte ich zu lange die Bauteile gebraten)..da war der 
Kasten schon besser.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Mohandes H. schrieb:
> Woran liegt das?

Es liegt an den Eltern. Die sind es die diese Art von 
Kosmos-Unterhaltungkästen kaufen.

: Bearbeitet durch User
von HildeK (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Ich bin mit den Experimentierkästen von Kosmos aufgewachsen.

Ich auch, zusammen mit einer elektrischen Eisenbahn. Das hat mich im 
Alter von knapp über 10 so geprägt, dass nur eine Berufsrichtung in 
Frage kam - eben nicht Polizist, nicht Lokführer oder Feuerwehrmann.

Mohandes H. schrieb:
> Die heutigen Kästen von Kosmos sind nur noch ein Abklatsch.
Wenn das so ist, dann ist es sehr schade. Ich habe das nicht 
weiterverfolgt.
Aber die alten waren kindgerecht aufgebaut und erklärt.

von Petra (Gast)


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Wie wäre es mit Fischer Technik? Hat zwar keine diskreten Bauteilkästen 
mehr, aber mit seinen Prozessormodul Robotics ist es sehr universell 
verwendbar. Der Vorteil ist, man kann sich eine Hardware dazu bauen, die 
das gebaute umsetzt. https://www.fischertechnik.de/de-de/produkte/lernen
Bei Ebay gibt es auch die älteren Bausätze.
Der Große Nachteil ist der Preis, dafür hält es mehrere Generationen...

von Rainer D. (rainer4x4)


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HildeK schrieb:
> Mohandes H. schrieb:
>> Ich bin mit den Experimentierkästen von Kosmos aufgewachsen.
> Ich auch, zusammen mit einer elektrischen Eisenbahn.
Ich auch, aber nach div Stabilbaukästen. Eine Eisenbahn hatte mein 
Buruder, die pflegt er heute noch.
Jepp, nach Kosmos Elektromann kam das Kosmos Elektroniklabor und der 
Radiomann, und nach und nach die Heinz Richter Elektronikbücher.
Kosmos hatte tolle Baukästen, wenn man in das Thema eingearbeitet war 
konnte man auch abseits der Bauanleitungen experimentieren!
Ich würde mich dort wieder orientieren, aber meine Enkel scheinen meine 
Elektro-/Elektronikbegeisterung nicht geerbt zu haben. Allerdings, mit 
erst 3 und 5 Jahren kann sich noch was entwickeln.

Ich selbst hab schon als Kleinkind mit einer Fussbank auf Papas Werkbank 
gesessen. Ich erinnere mich noch an eine Perle heissen Lötzinns, die auf 
mich zugerollt kam. Ich dachte ich könne sie aufheben...... :-(

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Mohandes H. schrieb:
> Muß alles zack-zack sofort funktionieren?

Klar! Keine Phantasie, keine Frustrationstoleranz! Siehe Lego: Zu Anfang 
gab es nur die ganz einfachen Bausteine. Zwei kleine 4er übereinander, 
zwei 8er nebeneinander drauf - fertig ist ein Tisch für die Puppenstube 
oder ein Eierbecher für die Puppe. Oder sonstwas. Heute gibt es gefühlt 
hunderte Spezialkästen im 200€-Segment mit zig Spezialteilen, aus denen 
sich nur genau ein Dingsda bauen lässt - Raumstation, Monsterfahrzeug, 
neuerdings sogar eine Schreibmaschine (oh, wie "vintage") ...

Sinnvoll ist alles, was die Phantasie, das (Weiter-)Denken anregt, 
Zusammenhänge aufzeigt.

von Peyer (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Woran liegt das? Hat die Jugend kein Interesse am experimentieren? Muß
> alles zack-zack sofort funktionieren? Liegt das an der Über-Information
> durch das Internet?

Michael W. schrieb:
> Idealerweise sogar einen, der später in Richtung
> Arduino-Programmierung und sowas erweiterbar ist...

Ich denke da besteht ein Zusammenhang. Die Möglichkeiten sind heute so 
gewaltig, man kann sich nur einen Teilaspekt rauspicken. Und das soll 
dann halt modern sein. Für die Kinder eher tragisch.

von Teamleiter (Gast)


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Michael W. schrieb:
> Die haben zwar gute Bewertungen, scheinen mir aber [...] überteuert.

Zwei Erkenntnisse der Neuzeit:

1.) Alles, was nicht aus China kommt, ist überteuert.
2.) Gute Bewertungen zählen nicht, es zählt einzig billig.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Josef L. schrieb:
> Zu Anfang gab es nur die ganz einfachen Bausteine.

Kaufe heute mal eine Tüte Dachziegeln. Mit einer Tüte kommt man 
garantiert nicht aus ,und die ist schon so teuer dass einem schwindelig 
wird.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> eine Tüte Dachziegeln

palim palim?

Ich habe eine Tüte gefunden, aber das ist wohl eher was für die 
Weihnachtskrippe. Gibt es die Miniatursteinbaukästen noch? Hat aber 
nichts mit Elektronik zu tun, falls nicht jemand auf die Idee käme, in 
einem damit gebauten Modellhaus Stromkabel fachmännisch unter Putz zu 
verlegen und Steckosen und Beleuchtung zu installieren :-)

von Steineschichter (Gast)


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Josef L. schrieb:
> Miniatursteinbaukästen

Du meinst sicher nicht diese:

https://anker-bausteine.de/

die gibt es noch, allerdings finanziert man beim Kauf des selben nicht 
den 1.402.000.001 Chinesen, sondern nur die paar Angestellten einer 
kleinen Thüringer Firma.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/72/Kamenna_stavebnice_10A.jpg?uselang=de

von oszi40 (Gast)


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Teamleiter schrieb:
> Zwei Erkenntnisse der Neuzeit:
Barby und Bild

Dann bleibt wohl nur noch Fingers Welt? :-) Ist nicht ganz ernst 
gemeint!
https://www.fingers-welt.de/home.htm

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Steineschichter schrieb:
> Du meinst sicher nicht diese

Doch, genau die! Ein alter Kasten wurde mal bei "Bares für Rares" 
vorgestellt und verkauft. Wenn man mit Lego vergleicht, passen die 
Preise ja.

Also für 8 Jahre würde ich noch nicht mit Elektronik, sondern mit 
Elektrotechnik anfangen. Batterien, Birnchen, Elektromagnet, Summer / 
Klingel, Elektromotor (da war der offene aus dem Trix-Baukasten mit 
U-Magnet super!) usw.

Mir wurden noch Experimente wie Lametta (echtes!) an 
Taschenlampenbatterie (ja, 4.5V!) durchbrennen lassen, Draht glühen 
lassen usw. vorgeschlagen - darf heute sicher alles nicht mehr sein. Der 
Hersteller könnte ja fürs abgebrannte Haus haftbar gemacht werden.

Früher war mehr Lametta!

von Jobst M. (jobstens-de)


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Hannes J. schrieb:
> Wenn du daneben noch das legendäre "Werkbuch für Jungen" legst entsteht
> ein Wurmloch in eine andere Dimension :)

Nein, es passiert nichts ... liegt die ganze Zeit darunter.

Auch ein sehr geiles Buch zum basteln, was man in dieser Qualität heute 
vergebens sucht.

Josef L. schrieb:
> Also für 8 Jahre würde ich noch nicht mit Elektronik, sondern mit
> Elektrotechnik anfangen. Batterien, Birnchen, Elektromagnet, Summer /
> Klingel, Elektromotor (da war der offene aus dem Trix-Baukasten mit
> U-Magnet super!) usw.

Bei mir musste es mit 8 Elektronik sein. Elektrotechnik gehörte da zwar 
schon irgendwie dazu, war aber alleine langweilig.
Den Legomotor und Lämpchen hatte ich ja schon mit 4 in Betrieb gesetzt.

Aber das kommt natürlich auf das Kind an. Und das müssen die Eltern 
beurteilen.


Gruß
Jobst

von oszi40 (Gast)


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Josef L. schrieb:
> darf heute sicher alles nicht mehr sein

Das ideale Buch fuer alle echten Kerls zuwischen 8 und 88
ISBN 978/3/570/22046/7 Leider viele Jahre zu spaet gefunden.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Michael W. schrieb:
> Allerdings fehlte es an kindgerecht aufbereiteten Experimenten.

Dem könnte abgeholfen werden indem in µC eine kleine Artikelsammlung 
begonnen würde für kindgerechte Experimente.

von Fpgakuechle K. (fpgakuechle) Benutzerseite


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Dieter D. schrieb:
> Michael W. schrieb:
>> Allerdings fehlte es an kindgerecht aufbereiteten Experimenten.
>
> Dem könnte abgeholfen werden indem in µC eine kleine Artikelsammlung
> begonnen würde für kindgerechte Experimente.

Dann fang mal an!
Aber mas machste wenn sich rausstellt, das es zwar Papagerechte aber 
keine kindergemäße Mikrocontroller-Experimente gibt?!

Oder das ein Kind keine Anleitung lesen mag, sondern lieber zusieht wie 
Papa spass hat?

Oder die Experimente die das Kind gerne macht, Papa auf die Palme bringt 
(elkos platzen lassen).

Oder der Fachmann im Papa die kindliche Vorgehensweise als "du machst ja 
lles kaputt" vehement ablehnt, weil die Kosten das Familienbudget 
belasten.

(Jeri Ellsworth berichtet, das ihr Vater deshalb an seinem Job eine 
Kiste für sie aufstellte damit andere alte Geräte reinlegten, die Jeri 
dann zerlegen konnte) https://youtu.be/g05Wfqv-8es?t=550

--
Josef L. schrieb:
> Mir wurden noch Experimente wie Lametta (echtes!) an
> Taschenlampenbatterie (ja, 4.5V!) durchbrennen lassen, Draht glühen
> lassen usw. vorgeschlagen -
> Früher war mehr Lametta!

Oder die Alufolie aus einer Schokoladentafel! (ist heute wohl alles in 
Plastik verpackt)
Zwei Drähte vom Eisenbahntrafo, einer per Krokodilsklemme an die Folie, 
der andere an eine Nadel (Mamas Nähkästchen) und dann Muster in die 
Folie brennen :-) - Hurra, mein erster Punktschweisser ;-)

Bei der Gelegenheit hat man gelernt, das der Eisenbahntrafo eine 
Bimetall Thermosicherung hat, als nicht nur Unfug gelernt ;-).
Und was eine feuerfeste Unterlage (altes Holzbrett aus der 
Schreinerwerkstatt neben an) bedeutet und das die Eltern wert 
drauflegen, das ein Feuerlöscher im Haus ist und am Weihnachtsbaum mit 
echten Kerzen ein Eimer mit Wasser zu stehen hat.

--
oszi40 schrieb:
> Das ideale Buch fuer alle echten Kerls zuwischen 8 und 88
> ISBN 978/3/570/22046/7 Leider viele Jahre zu spaet gefunden.

Für Mädchen resp. Töchter gibt es das:
 ISBN:978-3897777286

Super gut gemacht, keine Bleiwüste, sondern eher wie Aquarell-Comic 
gezeichnet und alles Alltagsutensilien. Aber halt nichts Elektro sondern 
Mädchenkram: Strandlicht, Küchlein backen, Umhängetasche improvisieren, 
...

(sei nur der Vollständigkeit halber hier erwähnt).

: Bearbeitet durch User
von Marek N. (Gast)


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Fpgakuechle K. schrieb:
> du machst ja lles kaputt

Au ja, da werden Erinnerungen wach!
Mit 8 fand ich es auch spannender, auf alten Platinen die Widerstände zu 
knacken und mich zu wundern, das sie in der Mitte weiß sind.
Oder Glasdioden durchglühen lassen mit dem Netzteil von der Autorennbahn 
und mich wundern, dass dieses nach einer kurzen Zeit "Ping" macht und 
dann kein Strom rauskommt.

von Fpgakuechle K. (fpgakuechle) Benutzerseite


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Marek N. schrieb:
> Fpgakuechle K. schrieb:
>> du machst ja lles kaputt
>
> Mit 8 fand ich es auch spannender, auf alten Platinen die Widerstände zu
> knacken und mich zu wundern, das sie in der Mitte weiß sind.
> Oder Glasdioden durchglühen lassen mit dem Netzteil von der Autorennbahn
> und mich wundern, dass dieses nach einer kurzen Zeit "Ping" macht und
> dann kein Strom rauskommt.

Und dieses - 'Lernen' durch (kaputt) doing -  kommt in dem oben 
empfohlenen Buch (Charles Platt "Make:Elektronik") auch vor, deshalb 
schätze ich dieses Werk (Untertitel: "Respektlos lernen!") ;-) (siehe 
Anhang).

: Bearbeitet durch User
von Lothar J. (black-bird)


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Mich hat der DDR-Polytronik-Baukasten mit seinem pädagogisch sehr guten 
Anleitungsheft zur Elektronik (und Beruf) gebracht. Zusammen mit einem 
(Sonneberger) Metallbaukasten (ebenfalls gute Anleitung) und Vaters 
H0-Modelleisenbahn mit seinen (augenzwinkerden) "Hilfeersuchen", beim 
Verdrahten zu helfen ;)

Heute hat meine Enkelin genau so viel Spaß mit diesen (reparieren und 
erweiterten) Kästen. Kleine Bausätze (Weihnachtsbaum, Würfel, ...) unter 
Anleitung löten kann sie auch fast alleine.
Farblose lesen, Bauelemente ihrer Funktion zuordnen geht gut. Die 
grundlegenden Funktionen von Schaltern, Lampen, Widerständen, Elkos und 
Dioden hat sie verstanden und fängt damit an, selbst zu experimentieren. 
Leider auch zum Schaden der Bauelemente.

Aber Hand aufs Herz: das haben wir doch genauso gemacht.

Mit einer pädagogisch guten Anleitung, die die Phantasie im Kind weckt 
und dem Spieltrieb Raum gibt, kann man fast alles den Kindern Lehren.

Blackbird

von Michael W. (michael_w459)


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>> Mir wurden noch Experimente wie Lametta (echtes!) an
>> Taschenlampenbatterie (ja, 4.5V!) durchbrennen lassen, Draht glühen
>> lassen usw. vorgeschlagen -
>> Früher war mehr Lametta!
>
> Oder die Alufolie aus einer Schokoladentafel! (ist heute wohl alles in
> Plastik verpackt)

Bei uns gab es diese Schokoeier mit gold-glänzendem Faden zum Aufhängen. 
Der Faden war aus Stoff, die goldene Umwicklung elektrisch leitend. 
Unter Spannung begann die zu glühen, mit etwas Glück konnte man damit 
den Faden zum Brennen bringen. Mit kindlicher Kreativität hatten wir zu 
Silvester dann unsere ersten fern-zündbaren Feuerwerkskörper.

Ich habe gestern noch ein wenig nachgehakt, weil Sohnemann schon von 
konkreten Schaltungen berichtet hat, die er im Schulhort gebaut hat. 
Tatsächlich schon mit "richtigen" Bauelementen. Also hab ich heute 
Morgen mal dort angerufen und bekam den folgenden Kasten empfohlen:

https://www.handwerk-gmbh.eu/handwerk.de/Preishits-297/Electronic-Grundbaukasten.html

Von dem wenigen, was ich da erkennen kann (und vom gehörten), ist das 
schon ziemlich gut für den Einstieg und geht schon recht tief (für die 
Altersgruppe) in die Materie. Die Anleitung scheint auch gut genug zu 
sein, dass die Kids im Schulhort damit alleine zurecht kommen.

Ich hab mich daher jetzt für diesen Kasten entschieden. Wenn erste 
Fortschritte da sind, werde ich ein Breadboard und verschiedene 
Online-Artikel ergänzen. Mal sehen, was sich daraus entwickelt.

Ein ganz herzliches Dank an alle für die vielen hilfreichen Kommentare 
und Empfehlungen. Hab viel aus dem Thread mitgenommen und werde den 
sicher noch einige male hervorholen.

Viele Grüße,
Michael.

: Bearbeitet durch User
von Lothar J. (black-bird)


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Das "Werkbuch für Jungen" halte ich auch für ein sehr gutes Buch für den 
Anfang.

Blackbird

von PC-Freak (Gast)


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Hallo Michael,
ich hab mir den Link mal angeschaut.

Dort steht: Sehr beliebt bei Kindern im Vorschulalter!

Ich meine, dass der zu einfach ist. Die Kosmos-Kästen, oder mein 
Vorschlag mit dem ee2003 wären da länger anhaltemder beim Sprössling.

Grüße nochmals

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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PC-Freak schrieb:
> Dort steht: Sehr beliebt bei Kindern im Vorschulalter!

Man muss dazu sagen, dass die Hersteller mit dem Alter oft übertreiben.

Der Makeblock Codey Rocky (in Scratch und Python programmierbarer 
Roboter) wird ab 6 Jahren empfohlen. Da mag auf seltene Genies 
zutreffen, aber normal ist das nicht.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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oszi40 schrieb:
> Josef L. schrieb:
>> darf heute sicher alles nicht mehr sein

The Golden Book of Chemistry wurde angeblich von US-Bibliotheken 
ausgelistet, nachdem sich ein Pfadfinder durch das Buch dazu angeregt 
fühlte zu versuchen einen nuklearen Reaktor zu bauen.

Irgendwo muss man dann doch eine Grenze ziehen.

> Das ideale Buch fuer alle echten Kerls zuwischen 8 und 88
> ISBN 978/3/570/22046/7 Leider viele Jahre zu spaet gefunden.

Experimenten die man sein lassen sollte:

Theo Gray's Mad Science: Experiments You Can Do at Home - But Probably 
Shouldn't https://www.amazon.com/-/de/dp/1579127916

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Hannes J. schrieb:
> Experimenten die man sein lassen sollte:

Da erhebt sich auch die Frage, ob man seine 8-jährigen Sprößlinge bei 
Sendungen wie https://de.wikipedia.org/wiki/Nicht_nachmachen! zuschauen 
lassen sollte - hängt sicher sowohl von den Kindern als auch den Eltern 
ab.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Josef L. schrieb:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Nicht_nachmachen!

Am schönsten fand ich immer, wie sich die beiden Helden der Sendung 
einen Ast abfreuen.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Michael W. schrieb:
> Morgen mal dort angerufen und bekam den folgenden Kasten empfohlen:
>
> 
https://www.handwerk-gmbh.eu/handwerk.de/Preishits-297/Electronic-Grundbaukasten.html

Ach, dieses Zusammenklick-System. Das gibt es unter verschiedenen Marken 
und in unterschiedlichen Ausführungen. Der OEM (Elenco?) scheint mit dem 
Vertrieb ziemlich erfolgreich zu sein.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Hannes J. schrieb:
> Preishits-297

Naja, 89 Euro finde ich heftig teuer

> 1250 Experimente

Ich würde gerne mal einen Blick in die Anleitung werfen. Mein Bach sagt 
mir, dass das Öffnen des Kartons und der Tüten darin als jeweils 1 
Experiment gezählt wird.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Hannes J. schrieb:
> Ach, dieses Zusammenklick-System

Da gabs doch noch was mit weißen flachen Bausteinen, auch mit den 
Verbindungsdrähten als Bausteine, die mit Magneten aneinanderhielten. Wo 
man das Schaltbild direkt nachlegen konnte!

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Ich hatte mir - allerdings als Student, damals für meinen 15 Jahre 
jüngeren Cousin gedacht - den Philips-Kasten nachgebaut. Habe ich aber 
schonmal im Detektor-Thread vorgestellt.

von Schlaumaier (Gast)


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Josef L. schrieb:
> Ich habe eine Tüte gefunden, aber das ist wohl eher was für die
> Weihnachtskrippe. Gibt es die Miniatursteinbaukästen noch?

Jaja immer alles Kaufen. Ist klar.  Selbst gemacht kosten die kaum 5 % 
vom Kaufpreis. Bei Investitionskosten von 14 Euro für die Form und 6 
Euro für ein Kg Gussmasse bekomme ich locker mehre 1000 Steine.

Ich weiß das weil ich so was hin+wieder für den Modellbau mache 
(Irgendwo müssen meine Arduinos doch hin;) ). Die Formen habe ich von 
ETSY o. über Ebay. Als Gussmasse liebe ich Keraform. Das Zeug ist 
steinhart und sehr sehr Detailtreu. Man kann es sogar schleifen und 
Bohren. Danach entweder anmalen oder mit Farbe(Pulver z.b.) an mischen.

Was ein passenden Baukasten für das Kind angeht. Wieso nicht ein 
Starter-Paket von Arduino. 
https://kinderprogrammieren.de/spielsachen/experimentierkaesten/miuzei-fuer-arduino-projekte-vergleich/ 
<- mal so ein "Test" dazu.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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@Schlaumaier
> Was ein passenden Baukasten für das Kind angeht. Wieso nicht ein
> Starter-Paket von Arduino.

"Das ... Starter Kit für Arduino Projekte bringt die MINT-Fächer (...) 
Kinder ab etwa 10 Jahren näher."

Abgesehen vom schlechten Deutsch der Webseite, ist das also ab 10 Jahren 
gedacht, wo ich es auch eher hinverorten würde. Aber was mitgeliefert 
wird sieht passabel aus, für den Preis.

von Andrew T. (marsufant)


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Josef L. schrieb:
> Da gabs doch noch was mit weißen flachen Bausteinen, auch mit den
> Verbindungsdrähten als Bausteine, die mit Magneten aneinanderhielten. Wo
> man das Schaltbild direkt nachlegen konnte!

vermutlich meinst Du

Braun Lectron

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Andrew T. schrieb:
> Braun Lectron

Das isses! Auf ebay zu Schnäppchen- bis Wucherpreisen, von leerer 
Schachtel bis komplett zu finden.

von Schlaumaier (Gast)


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Josef L. schrieb:
> Abgesehen vom schlechten Deutsch der Webseite, ist das also ab 10 Jahren
> gedacht, wo ich es auch eher hinverorten würde.

Altersempfehlungen sind das was der Name sagt. EMPFEHLUNGEN

Die Frage ist einfach. Interessiert sich das Kind etwas für Technik. 
Dann sind die ca. 2 Jahre wirklich nicht das Problem. Davon abgesehen 
bin ich der Meinung das so Kästen am Anfang zusammen mit einen 
Erwachsenen bespielt werden sollten.

Und mit 8 Jahren ist er alt genug das der die Teile in ein Steckboard 
steckt und nicht in den Mund.

Wenn man aber ein Kasten sucht wo das Kind mit "Ruhig gestellt" werden 
soll, dann würde ich nicht dazu raten. Dann wäre vielleicht 
Lego-Mindstrom o. Fischertechnik eher geeignet. ;)   Wer halt Ruhe vor 
sein Kind kaufen will, muss auch dafür tief in die Tasche greifen.

Davon abgesehen halte ich die Arduinos für sicher. 5 Volt haben bisher 
noch keinen gekillt von den ich weiß bzw. gelesen habe. Und wenn das 
Kind mal ein paar Bauteile grillt, sind das nur Cent Artikel.

Was er braucht ist halt eine gute Anleitung. Oder ein sehr gutes Buch 
was ihn Schritt für Schritt ALLES erklärt. Ich würde das "arduino 
kompendium elektronik programmierung und projekte" empfehlen. Ist zwar 
keine Dada-Sprache mit komischer Figur aber sehr einfach zu verstehen.


Und Papa lernt vielleicht auch noch was. ;)

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Schlaumaier schrieb:
> am Anfang zusammen mit einen Erwachsenen bespielt

Auch meine Meinung. Man sollte wissen wann man seine Kleinen allein 
lassen kann/sollte.

> wo das Kind mit "Ruhig gestellt" werden soll
Ogott bloß nicht; aber wenn es da nach den Hausaufgaben ran darf, wenn 
draußen Mistwetter ist (außer der Hund muss raus), ist doch OK. 
Natürlich gibt's Kinder die zappelig werden wenn etwas nicht gleich 
funktioniert, da muss man was tun. Wenn es dann gleich alles an die Wand 
schmeißt, ist es eh zu spät. Aber dass der Sprößling alle halbe Stunde 
kommt mit "Papa kannst du mir mal helfen?" oder "Mama guck mal was ich 
gebastelt hab" (sorry für die Stereotype), das gehört dazu.

Schlaumaier schrieb:
> Ist zwar keine Dada-Sprache mit komischer Figur
Figur ala Einstein wäre kein Problem, aber wenn das Kind später von 
Baby- auf Kinder- auf Erwachsenensprache umlernen muss: das ist 
überflüssig.

von Walter T. (nicolas)


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Ich würde in dem Alter auch eher Bausatz anstelle Baukasten empfehlen.

Eine Zeit lang habe ich mal jeden Bausatz, den ich in die Finger 
bekommen habe, beschrieben, siehe hier: 
http://dl1dow.de/rubrik/bausatz/d_loetuebung.htm . Allerdings habe ich 
das irgendwann aufgegeben, weil das Interesse weg war.

Mit meinem Neffen (ähnliches Alter) habe ich dieses Jahr noch die 
"yourDroid Kit: DS1302 rotation LED clock" aufgebaut. Hat Spaß gemacht, 
dauerte aber.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Walter T. schrieb:
> eher Bausatz anstelle Baukasten

Bausatz hat den Vorteil, dass die Bastelei hinterher erhalten bleibt und 
nicht zugunsten anderer Schaltungen wieder zerlegt werden muss! Die 
nötigen Erklärungen, warum was wie funktioniert muss man dann halt 
selber liefern, oder eben ein entsprechend altersgerecht bebildertes und 
geschriebenes Buch dazu - dass die Sprößlinge alle Erklärungen selber 
mit Smartphone schon im Internet suchen (und dann auch das Richtige 
finden und nicht auf Esoterik-Seiten landen) darf man nicht erwarten. 
Das können manchmal 16-Jährige noch nicht.

von Pi S. (knisterbein)


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Michael W. schrieb:
> ich hoffe, das passt hier ins Forum. Unser Sohn hat sich zu Weihnachten
> einen Elektrobaukasten gewünscht. Wir hatten vor einiger Zeit schonmal
> zusammen am Breadboard ein wenig gebastelt, da ist er auf den Geschmack
> gekommen.

Hallo Michael

Du kannst deinem Sohn einen Wunsch erfüllen, und ihm einen Kasten zu 
Weihnachten schenken und ihm die Freude daran erhalten. Aber betrachte 
was du geschrieben hast:

> Wir hatten vor einiger Zeit schonmal
> zusammen am Breadboard ein wenig gebastelt, da ist er auf den Geschmack
> gekommen.

Und genau da liegt aus meiner Perspektive der richtige Ansatz. Du hast 
mit ihm zusammen etwas ausprobiert und dies hat deinen Sohn fasziniert. 
Egal was du deinem Sohn kaufts, es sollte auch dich ansprechen, weil du 
idealerwiese danach wiederum mit ihm zusammen damit spielst. Es ist in 
erster Linie die Zeit, die man mit dem Kind zusammen investiert, die das 
Resultat prägt, sowohl für das Kind wie für dich. Und glaube mir, wie 
jemand Anderer bereits erwähnte, es wird nicht lange dauern und dein 
Sohn möchte einen Lötkolben haben.

Seit zehn Jahren (meist 2x Woche) betreue ich Kinder bei ihren eigenen 
Projekten (ich dann Schwerpunkt Elektronik) und habe für mich viel 
gelernt. Vor allem meine eigene Erinnerung, als hätte ich bereits sehr 
früh alles gelernt, musste ich schnell wieder über Bord werfen. Kinder 
lernen ohne es zu bemerken (wir auch) und brauchen in erster Linie einen 
«Schubs», Vorbilder und Zeit von uns Erwachsenen. Wenn das Kind die 
Freude daran verliert, dann kann die Ursache bei der Überforderung 
liegen, bei der Erfahrung, dass es nichts für das Kind ist oder am 
Ausbleiben von Unterstützung.

Was es braucht:
- Das Kind signalisiert es (hat dein Sohn bereits getan)
- Jemand der das Kind unterstützt (du bist ja da und hast damit 
begonnen)
- eine Umgebung in dem das Werken und Entdecken möglich ist (und auch
 bleibt)
- ein paar Grundmaterialien (klar das kann zu Anfang ein Elektrokasten 
sein)
- Zeit deinerseits Geduld und Kontinuität
- höre dem Kind zu
- Ideen, was man ausprobieren könnte
- Manchmal ein paar Ideen und Vorschläge

Was es nicht braucht:
- Kritik der Erwachsenen, Besserwisserei

Es hat keinen negativen Einfluss, wenn das Kind etwas aus der eigenen 
Idee heraus ausprobieren möchte, das aus unserer Sicht garantiert 
scheitern wird. Lass es Scheitern, der Lerneffekt daraus ist 
beträchtlich und Kinder stecken einen Misserfolg unglaublich gut weg (im 
Gegensatz zu uns Erwachsenen) . Lob, wenn er angebracht ist (Kinder 
lernen sehr schnell, wenn Lob am falschen Platz steht). Natürlich darf 
man auch seine Meinung beigeben, aber meist ist sie nicht gefragt.
Ist ein Projekt zu gross, dann sage ich nicht als Erstes, dass es zu 
gross sein könnte sondern suche mir einen Weg den Anfang dazu 
vereinfacht zu machen. «Versuche mal nur dies oder das und dann sehen 
(machen) wir weiter», oder mach den Vorschlag zu einem Model (geht in 
der Elektronik leider schlecht).
Ein gute Methode ist, das Kind eine Zeichnung anfertigen zu lassen, 
damit man die Vorstellung des Kindes erahnen kann, damit man ein 
gemeinsames «Bild» vor Augen hat. Dieses Bild benutzt man als gemeinsame 
Basis. Gleichzeitig lernt das Kind sich auszudrücken und seine 
Vorstellungen zu konkretisieren.
Übrigens, Jungs zeichnen nicht gerne, noch weniger gerne lesen sie (die 
Regel mit Ausnahmen). Ich schaffte es auch schon mal, dass ein Junge 
eine Anleitung tatsächlich zuerst gelesen hat, bevor er sein Projekt 
fortsetzen konnte. Jung wollen möglichst schnell ein Resultat sehen (das 
Ziel erreichen), was oft nicht einfach zu handhaben ist. Aus diesem 
Grund ist ein Baukasten mit «viel Anleitung» vielleicht nicht perfekt. 
Tja, heute kann man sich Video’s anschauen. Manchmal mag es hilfreich 
sein, dennoch bin ich kein grosser Freund davon.

Wir sollten uns mit den Kindern beschäftigen, nicht die Kinder 
beschäftigt wissen.

Die Kinder die ich jeweils betreue sind im Alter ab 9 Jahren. In diesem 
Alter kann man ihnen z.B: den Umgang mit dem Lötkolben beibringen. 
Nächsten Monat werde ich wieder mit 10 Kindern einen elektronischen 
Würfel löten, was kein Einsteigerprojekt ist. Aber unter viel Anleitung 
(2 Coach’s werden uns begleiten) bin ich mir sicher, dass es alle 
schaffen werden. Ich habe es kürzlich mit einer Mädchengruppe 
durchgeführt und es klappte hervorragend. Wenn man die Unterschiede der 
Arbeitsweise von Jungs und Mädchen ein wenig kennt, kann man bereits am 
Anfang die Weichen stellen.
Jungs wollen schnell fertig werden, lassen sich sehr schnell ablenken, 
halten sich oft nicht an behindernde Vorgehensweisen (abwarten wenn man 
einen Schritt erledigt hat).
Mädchen hingegen arbeiten meist konzentrierter, haben die bessere 
Feinmotorik, was beim Löten einen grossen Vorteil darstellt.
Arduino mit Kindern empfinde ich als sehr schwierig, weil Programmieren 
eine äusserst abstrakte Denkweise fordert und eben auch Grundkenntnisse 
der Elektrotechnik gefordert wären. Mehrere Versuche (ab 12)  muss ich 
als gescheitert betrachten. Natürlich sind die Kinder jeweils mit 
Begeisterung dabei aber ganz selten ist ein Kind darunter, das 
anschliessend selber weiter macht oder nach Unterstützung nachfragt. 
Andere Leute versuchten es dann mit Raspberry und das Ergebnis aus 
meiner Warte waren noch weniger nachhaltig.
(Vielleicht ändere ich meine Meinung dazu, weil ich im neuen Jahr eine 
Einladung zu einem Kurs (Roboter für Kinder) Folge leisten werde und mir 
da vielleicht die Schuppen von meinen Augen fallen werden)

Was aber scheinbar funktionieren soll ist das Spielen mit kleinen 
Robotern. Da wird ja Programmieren in bildlichen Schritten vorgemacht 
und das Kind lernt, dass Programmieren eine Anreihung von kleinen 
Einheiten zu einem Ablauf bedeutet (ist doch schon viel). Aber um dies 
zu erreichen benötige ich keinen Roboter oder Arduino, ein PC mit LOGO 
reicht allemal aus.

Zu Logo: (es gibt heute sicher viele andere Ansätze)
«Einführung in die Programmierung mit Logo» Springer ISBN 
978-3-658-04832-7
von Juraj Hromkovic

Wer die Möglichkeit, die Lust und Freude am Arbeiten mit Kindern hat, 
tut es einfach!
Versteht meinen Post bitte nicht als Ratschlag, sondern als Motivation 
sich mit Kindern zu beschäftigen. Ich habe keine pädagogische Ausbildung 
(schade) aber auch mit der Freude an der Zusammenarbeit mit Kindern und 
etwas gutem Willen kann man viel bewegen.
Und, ich bin überzeugt davon, dass Mädchen sich genauso für Technik 
interessieren und dies auch sehr gut können. Schieben wir diese längts 
überholten Vorurteile schleunigst vom Tisch.

viel Erfolg

Knisterbein

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Pi S. schrieb:
> Mädchen hingegen arbeiten meist konzentrierter, haben die bessere
> Feinmotorik, was beim Löten einen grossen Vorteil darstellt.

Das habe ich auch gemerkt. Als ich mir mal zu viel vorgenommen hatte, 
bekam ich Unterstützung von meiner Frau und meiner damals 7 jährigen 
Tochter. Die haben beide ziemlich schnell gelernt, tiptop sauber zu 
löten und auch die Bauteile an die richtigen Stellen zu setzen - obwohl 
sie von Elektronik an sich Null Ahnung hatten (und haben).

Mich wundert, dass Elektronik immer noch überwiegend Männersache ist.

: Bearbeitet durch User
von Jens B. (dasjens)


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Marek N. schrieb:
> Fpgakuechle K. schrieb:
>> du machst ja lles kaputt
>
> Au ja, da werden Erinnerungen wach!
> Mit 8 fand ich es auch spannender, auf alten Platinen die Widerstände zu
> knacken und mich zu wundern, das sie in der Mitte weiß sind.
> Oder Glasdioden durchglühen lassen mit dem Netzteil von der Autorennbahn
> und mich wundern, dass dieses nach einer kurzen Zeit "Ping" macht und
> dann kein Strom rauskommt.

Oha, hab ich unter einem anderen Namen gepostet? ^^

von Jens B. (dasjens)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Pi S. schrieb:
>> Mädchen hingegen arbeiten meist konzentrierter, haben die bessere
>> Feinmotorik, was beim Löten einen grossen Vorteil darstellt.
>
> Das habe ich auch gemerkt. Als ich mir mal zu viel vorgenommen hatte,
> bekam ich Unterstützung von meiner Frau und meiner damals 7 jährigen
> Tochter. Die haben beide ziemlich schnell gelernt, tiptop sauber zu
> löten und auch die Bauteile an die richtigen Stellen zu setzen - obwohl
> sie von Elektronik an sich Null Ahnung hatten (und haben).
>
> Mich wundert, dass Elektronik immer noch überwiegend Männersache ist.

Die Entwicklung vielleicht. Aber geh mal dahin wo Geräte repariert 
werden, da sitzen die Frauen und löten.
Was man kann kann man halt, und Frau auch.

Das Problem bei Kindern, heute wollen die was ganz anderes als 
morgen....

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Jens B. schrieb:
> heute wollen die was ganz anderes als morgen....

Du meinst sicher: Morgen wollen sie was ganz anderes als heute, aber ich 
hab's schon bestellt...

Da habe ich andere Erfahrungen: "Papaaa, aber du hast versprochen...!!!"

: Bearbeitet durch User
von Wühlhase (Gast)


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Ich würde mal noch diese Seite hier ins Rennen werfen:
dieelektronikerseite.de

Sehr gut erklärt gerade für Kurze, wie ich finde. Und ein paar 
Kaufempfehlungen, damit der Kurze was zum Auspacken hat, findest du dort 
auch.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Josef L. schrieb:
> Da habe ich andere Erfahrungen: "Papaaa, aber du hast versprochen...!!!"

Papa: Wir gehen heute ins Kino, wenn du morgen die Treppe putzt.
Kind: OK
Ein Tag später...
Papa: Wann putzt du denn die Treppe?
Kind: Welche Treppe?
Papa: Wir hatten eine Vereinbarung.
Kind: Warum soll ich jetzt auch noch die Treppe putzen? Sei froh das ich 
dich gestern ins Kino begleitet habe.

: Bearbeitet durch User
von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Stefanus, lass gut sein - Kinder loten ihre Grenzen aus. Nicht gut an 
kommt "Aug um Aug, Zahn um Zahn".

Wie Knisterbein schon schrieb, sie können sehen oft die Probleme nicht, 
das ist learning by doing. Die Radios aus den 1930/40er Jahren die ich 
in den 1960ern vom Schrott holte spielten auch noch, weil sie nicht ewig 
dort lagen. Der Selbstbau eines Röhrenempfängers mit 12 scheiterte 
jedoch kläglich, einfach weil die mechanischen Möglichkeiten (Chassisbau 
etc.) nicht da waren. Ich konnte halt nur anhand der Richter-Bücher 
nachvollziehen wie es funktioniert, einen kleinen Transistorradio 
geschenkt bekommen und nach kurzer Zeit zerlegt, selber Transistoren 
besorgt und damit weiter experimentiert. Meine Eltern konnten mir da 
nicht helfen, außer einen geeigneten Tisch bereitstellen, der auch 
Brandflecken aushält.

von Hans-Georg L. (h-g-l)


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Ich beschäftige mich momentan auch mir diesen Problem. Mein Enkel ist 
bald 8 und in der 2. Klasse. Nachdem wir kürzlich ein Gespräch unter 
Männer hatten, und ich ihm erklärt habe das er den ganzen Elektronik 
Kram, der hier in 2 Zimmern verteilt ist einmal erben wird, hat er 2 
Tage darüber nach gedacht und mir erklärt er hätte nun Interesse ;-). 
Alle Baukästen, die ich mir bisher angesehen habe waren von den 
Bauteilen total überteuert und über den pädagogischen Wert der 
Anleitungen kann man nicht streiten, weil er einfach nicht zur Verfügung 
steht. Im Internet habe ich bisher das gefunden:

https://www.kreativekiste.de/einfachen-motor-aus-kupferlackdraht-bauanleitung 
kinder basteln
https://www.darc.de/der-club/distrikte/p/ortsverbaende/31/bastelprojekte/#c163006
https://maker-faire.de/diy-ideen-corona-zeit/
http://nmp24.de/?Elektronik-Baukasten:Anleitungen

Meine Erfahrung mit dem Enkel und den Kisten Fischertechnik die ich ihm 
gekauft habe war, das ich Kugelbahnen gebaut habe und er damit eine Zeit 
gespielt hatte. So wird es mit der Elektronik auch sein. Deshalb habe 
ich beschlossen auf kleine Lochrasterplatinen Bauteile oder einfache 
Schaltungen zu löten, die er miteinander verbinden kann. Heute ist auch 
ein 15er Pack von Breadboards eingetroffen die ich da auch einbinden 
werde. Er soll einfach nur spielen und eventuell soviel Spaß dabei 
haben, das er es vielleicht auch mal lernen will.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Die Baukästen von littleBits sind perfekt, um den Spieltrieb zu fördern. 
Allerdings auch sauteuer. Man müsste sie sich für ein Wochen ausleihen 
können, das wäre cool.

https://eyeslovetosee.de/littlebits

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> littleBits

Das ist ja sozusagen das Braun-Konzept, nur mit moderneren Ideen und 
Bauteilen. Und ohne Deckel drauf, so dass man das Bauteil sieht. Aber 
ich denke bei Braun waren die Kästchen unten durchsichtig, so dass man 
das Teil bzw. den Verbindungsdraht sehen konnte. Wenn nicht, war ein 
wichtiger Lerneffekt vertan. Kann aber sein, dass es vergossen war, 
damit man ein defektes Teil nicht tauschen kann, sondern neu kaufen 
musste (auch ein Lerneffekt, Bereich VWL/BWL) - weiß das jemand Näheres?

von Pi S. (knisterbein)


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Josef L. schrieb:
> weiß das jemand Näheres?

natürlich liegst du richtig, Josef. Bei Braun Lectron sind die 
Unterteile der Kästchen transparent. Ich habe erst letzte Woche ein 
Konvolut von Braun Lectron geschenkt bekommen und muss mir dann die Zeit 
nehmen, die Teile zu reinigen, Magnete die schwach sind ersetzen, etc.
Ach habe ich als Junge davon geträumt, mit soetwas mal rumspielen zu 
dürfen. Mein Physiklehrer hatte es im Schulzimmer, aber er hat nie etwas 
damit gezeigt (vermutlich war noch Budget da). Viele Jahre (>40) später 
habe ich ihn einmal darauf angesprochen. Er hatte es bereits vergessen 
was das damals war. Aber er erinnerte sich noch daran, dass ich ihm 
einmal eine Röntgenröhre brachte.
So geht die Zeit und Lectron, um wieder darauf zurück zu kommen, hat 
auch seine Tücken. Aber die Idee finde ich heute noch bestechend.
Gruss
Pi

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Pi S. schrieb:
> Mein Physiklehrer hatte es im Schulzimmer

Ich denke auch es war eher für Schulen gedacht, insbesondere 
Berufsschulen, schon preislich. Ich finde das Prinzip bestechend, also 
eine Schaltung aus dem Lehrbuch direkt wie Dominosteine zusammenlegen zu 
können. Bei anderen Kästen hat man immer das Gepfriemel mit den Drähten, 
eventuell den Haltefedern, und irgendwann sind die Bauteiledrähte auch 
verbogen oder brechen ab. Und bei den Steckboards vermisse ich den 
Aufdruck, welche Pins miteinander verbunden sind. Das immer im 
Hinterkopf haben zu müssen, ich weiß nicht. Was wie verbunden ist sieht 
man jedenfalls nicht direkt. Dann eher Bausatz mit fertigem PCB 
zusammenlöten, aber bitte nicht mit 4 Ebenen und Vias.

von Jobst M. (jobstens-de)


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Hannes J. schrieb:
> versuchen einen nuklearen Reaktor zu bauen.

... und dann macht es Bumm und alle Kühe fallen um ...

Gruß
Jobst

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Es wird albern, aber: Loriots Weihnachten bei Hoppenstedts, das war (wie 
auch sonst alles) "fein beobachtet". Was sagt uns das über 
Experimentierkästen, außer: strapazierfähige Unterlage verwenden?

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Hans-Georg L. schrieb:
> Meine Erfahrung mit dem Enkel und den Kisten Fischertechnik die ich ihm
> gekauft habe war, das ich Kugelbahnen gebaut habe und er damit eine Zeit
> gespielt hatte. So wird es mit der Elektronik auch sein.

Es gab damals die Fischertechnikbaukästen em1 bis em3. Da konnte man 
testen, ob das Kind eher eine mechanische oder elektrische Laufbahn 
einschlägt.

Für das elektrische (elektronische) Interesse, gab's noch den 
Fischertechnik Computing Baukasten.

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Da ich in den 90ern meinen C64er leider verkauft habe, musste ich die, 
auf Seite 12 im Fischertechnik Computing Baukastenbaubuch abgebildete, 
Fischertechnikbausteinelängensortiermaschine nun mit Relais steuern. 
Mikrocontroller wie Atmel oder Arduino gab es damals noch nicht. 😃

von Klaus (Gast)


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Josef L. schrieb:
> Es wird albern, aber: Loriots Weihnachten bei Hoppenstedts, das war (wie
> auch sonst alles) "fein beobachtet". Was sagt uns das über
> Experimentierkästen, außer: strapazierfähige Unterlage verwenden?

Man könnte draus lesen, dass nicht immer die hippesten Geschenke 
kindgerecht sind - nur weil das Mutti (oder Pappi) im Moment toll 
finden.

von Icke (Gast)


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Es muss ja nicht um hippe Geschenke gehen, aber ich glaube wenn man sich 
fragt, was sinnvoll für ein Kind ist, ist es gut.
(1) Es sollte dem Kind Spaß machen damit zu spielen.
(2) Es sollte irgendwie didaktisch sinnvoll (dennoch kindgerecht) sein.
(3) Darf nicht in 'Zwang' ausarten. Wenn Kind das Gefühl hat 
Hausaufgaben zu machen wird es keinen Spaß haben.
(4) Ersatzteile verarbeiten können wegen learn by fail.

Punkt (2) ist ein rieeesengroßes Problem bei allem was es gibt. Ich fand 
die Kosmos Kästen der späten 80er gar nicht so schlecht. Ich kann mich 
auch noch selber daran erinnern und rückwirkend wird mir klar, was mir 
persönlich hätte anders erklärt werden müssen. Dennoch gibt es einfach 
leider einfach nichts(!) vergleichbares mehr zu kaufen.
Die Steckanleitungen ohne Erklärungen finde ich nicht lohnend, da fehlt 
einfach das Konzept und deswegen finde ich die Make:electronics auch 
suboptimal für 8-jährige.
Arduino ist zum Blut lecken, was Elektronik angeht meiner Meinung nach 
das falsche Pferd. Erst recht mit 8. Da ist ja alles blackbox.

Wenn es etwas gäbe, was liebevoll durchdacht ist, gut präsentiert ist 
und wo ich problemlos Teile ersetzen könnte, wäre ich so froh dass ich 
auch gerne einen guten Preis zahlen würde.

Und alle nicht vergessen: es gibt auch die normal begabten Kinder. Weil 
ihr durch auseinandernehmen, Intuition und Datenblatt lesen alle 
sgelernt habt, trifft das auf die Mehrzahl der Kinder nicht zu und denen 
gefällt eine Comic-Figur unter Umständen besser als Fließtext.

Ich bleibe hier auf jeden Fall dran. Das Thema beschäftigt mich auch und 
es gibt so viele nostalgische Einwürfe und Ideen. Danke den Postern.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Icke schrieb:
> gefällt eine Comic-Figur unter Umständen besser als Fließtext.

Deswegen war Yps auch so erfolgreich. Comic + Gimmick, nicht jedes war 
didaktisch "wertvoll", aber man konnte ja nachhelfen: Warum furzt ein 
Furzkissen, warum klebt eine Klebehand, irgendwas blieb immer hängen. 
Und jede Menge Spaß. Und die Kinder lernten noch das Warten. Warten auf 
das nächste Heft. Vorfreude, nicht alles sofort haben. Und evtl. noch 
selber vom Taschengeld zahlen.

: Bearbeitet durch User
von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Josef L. schrieb:
> warum klebt eine Klebehand

Da fällt mir gerade auf, dass diese Frage noch nie gestellt habe. ich 
habe keine Ahnung, warum es klebt. Aber jetzt hast du meine Neugier 
getriggert. Da gibt's bestimmt was von der Sendung mit der Maus...

von Schlaumaier (Gast)


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Michael M. schrieb:
> Fischertechnik Computing

Diese Baukästen (ich hab einen hier) brauchten ein Computing-Interface. 
Und zwar das Interface für den richtigen Computer . Hier ein Foto von 
den Teil und eine Liste der Computer. Ich habe das mit den Anschluss an 
LPT1: (IBM-PC)

Von diesen Interface aus, wurden dann die Kabel an die Motoren gesteckt.

Das ganze ist so alte Technik da muss der Papa für ins Museum.

Ach ja, es gab sogar einen Plotter dazu. Kostete ca. 600 DM (Ohne 
Interface das kostete 149 DM) und hatte eine Wiederholgenauigkeit von 
0.5 mm lt. Angaben des Herstellers. Ich habe den mal auf einer 
Modellbauausstellung in Aktion gesehen und die Angabe stimmte.


Aber wenn Papa + Sohn was coolen von Fischer-Technik bauen wollen was 
Stand der Dinge ist. : https://www.fischertechnik.de/de-de/3d-drucker

Es gibt aber auch moderne Spielzeuge. Der Papa muss dann mal hier bei 
Fischertechnik gucken. : 
https://www.fischertechnik.de/de-de/produkte/spielen/robotics

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Schlaumaier schrieb:
> https://www.fischertechnik.de/de-de/produkte/spielen/robotics

Das schaut zumindest super aus, und ein 8-Jähriger kann sicher die 
Bausteine zusammensetzen. Aber fürs Programmieren braucht es sicher 
ältere, also zB die Eltern, oder größere Geschwister. Interesse weckt es 
sicher, und dann mit spielen wenn es fertig ist auch. Interaktion 
Selbstfahr-Roboter mit Familienkatze (wenn sie nicht schon den 
Reinigungsroboter liebt, weil der so schön schnurrt und sie drauf 
rumfahren kann :-)

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Schlaumaier schrieb:
> Ach ja, es gab sogar einen Plotter dazu.

Den hatte ein Klassenkamerad, fand ich sehr geil. Leider war er damals 
mit der Programmierung überfordert und ich durfte noch keinen Computer 
haben. Für meine Eltern waren das damals Gehirn-Verdummumgs-Maschinen 
mit Videospielen. Wofür der C64 eine Tastatur hatte, verstanden sie 
damals noch nicht.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Wofür der C64 eine Tastatur hatte

Unsere Schule hatte 1972/3 einen hp-Rechner
http://www.hpmuseum.net/display_item.php?hw=51
an dem habe ich mit 17/18 meine Facharbeit gemacht. Aber rein nur 
programmieren an so einer Blackbox, das ist für jüngere eher ungeeignet. 
Da muss sich auch schon noch was anderes tun. Programmieren erfordert 
logisches Denkvermögen, Abstraktion usw. - ab 10 vielleicht, eher 12. 
Spielerisch oder im Team vielleicht.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Josef L. schrieb:
> an dem habe ich mit 17/18 meine Facharbeit gemacht

Mit so einem Mini-Drucker statt Bildschirm? Das muss ja anstrengend 
gewesen sein. Ich kann mir gar nicht so recht vorstellen, wie man damit 
gearbeitet hat.

von Schlaumaier (Gast)


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Josef L. schrieb:
> Aber fürs Programmieren braucht es sicher
> ältere, also zB die Eltern, oder größere Geschwister.

Jein.

Das wird mit eine Kinder-Programmiersprache programmiert. Nennt sich 
LOGO oder so.

Hier ist CD wo auf den Cover zu sehen ist, wie das Programmiert wird.

https://www.fischertechnik.de/de-de/produkte/spielen/robotics/93296-robo-pro-software

Im Prinzip erstellt das Kind mit Symbolen Ablaufdiagramme die der 
Compiler dann in "richtigen" Code umwandelt.

Bild-4 zeigt die IDE ;) Wenn man es so nennen mag.

Der Vorteil die ich sehe ist, das diese Ablaufdiagramme auch in 
EDV-Kursen genutzt werden und man so logisches Verständnis für das 
Programmieren lernt.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Schlaumaier schrieb:
> Ablaufdiagramme

Das ist eine super Idee! Letzlich dasselbe wie die 
Braun-Elektronikkästen, wo man das Schaltbild einfach zusammenlegen 
konnte, ist hier aufs Programmieren übertragen worden!

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Josef L. schrieb:
> Das ist eine super Idee!

Die Siemens-Logomodule für Hutschienenmontage lassen sich auch mit 
Symbolen programmieren.

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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> Braun Lectron

Hatte ich ganz vergessen, das hatte ich auch. Das Design ist klasse. 
Irgendwo hatte ich mal gesehen wo jemand sich neue, fast beliebige 
Bausteine selber gemacht hatte. Im Endeffekt bin ich aber immer wieder 
bei Basteleien mit vielen Kabeln gelandet und später dann beim Löten.

> Kind 8 Jahre

Ist für ein Kind mit 8 Jahren aber zu hoch, es sei denn das Kind ist ein 
Überflieger.

Früher sind ja auch viele Kinder durch die Modelleisenbahn zur Elektik 
und dann zur Elektronik gekommen.

Fischer Technik ist auch ein guter, spielerischer Einstieg. Beginnt mit 
erweiterten Lego-Bausteinen und ist ausbaufähig bis Robotik u.ä.

Einen Lego-Stein habe ich noch. Den mit einer Glühbirne. Ich war gerade 
in der Schule und überlegte mir warum die Birne nicht mit einem Draht 
daran leuchtet ... mein Vater wußte die Antwort und so begann für mich 
die lebenslange Leidenschaft.

Was ich absolut geliebt habe war der Stabilbaukasten von Märklin! Über 
die Jahre sind die Teile immer weiter verbastelt worden bis nichts mehr 
übrig war. Mehr als ein Motor war nicht drin, reine Mechanik, aber viel 
gelernt und viel Spaß gehabt. Und parallel dazu gab es ja die Kosmos 
Experimentierkästen.

Leider sind die Kosmos Experimentierkästen heute nur noch schön bunt und 
reißerisch verpackt aber so einen Kasten wo man die Grundlagen 
spielerisch lernt und immer weiter lernt bis hin zum ersten Radio gibt 
es nicht mehr. Der Kosmos Radiomann war neben dem Stabilbaukasten mein 
liebster Kasten. Ebenfalls verbastelt bis nichts mehr davon übrig blieb. 
Aber, mit Erweiterungskästen, einen Superhet geschafft.

Den Nürnberger Trichter gibt es nicht. Wenn ein Kind Interesse zeigt, 
dann sollte man das fördern. Je nach Interesse, eher mechanisch, 
elektronisch oder programmiertechnisch. Mit 8 Jahren eher auf 
mechanischer Ebene mit Tendenz zur Elektrik ... und dann (spielerisch) 
weiter.

von Marek N. (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Wenn ein Kind Interesse zeigt,
> dann sollte man das fördern. Je nach Interesse, eher mechanisch,
> elektronisch oder programmiertechnisch.

Auch die Musik bitte nicht vergessen!
Wir hatten im Kindergarten ein Klavier, auf dem wir auch mal 
gelegentlich beim Spielen rumgeklimpert haben, aber leider konnte es uns 
niemand erklären :-( Warum gibt es schwarze und weiße Tasten? Warum sind 
sie so seltsam angeordnet? Wofür sind die Pedale?...

Und Sprachen!
Jedes Kind, das die Möglichkeit hat, mehrsprachig aufzuwachsen, 
vergrößert sein Potenzial.

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Marek N. schrieb:
> Auch die Musik bitte nicht vergessen!
> Sprachen.

Unbedingt! Aber hier geht es ja um Technik.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Mohandes H. schrieb:
> Marek N. schrieb:
>> Auch die Musik bitte nicht vergessen!
> Unbedingt! Aber hier geht es ja um Technik.

Muss ja nicht sein - ein gescheiter Elektronikbaukasten hat ein Klavier 
oder zumindest was ähnliches drin, und vielleicht sogar ein Theremin 
(vgl. Titelmelodie bei "Inspektor Barnaby").

von Tim S. (Gast)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Ich halte auch nicht viel von den Kosmos Produkten.
>
> 8 Jahre ist auch noch sehr früh. Bis er gut genug englisch kann, um
> Datenblätter zu lesen wird es noch einige Jahre dauern.

Tja in anderen Ländern bekommen Kinder ab der ersten Klassen 
Englischunterricht und Filme werden nicht synchronisiert.

Beitrag #6892130 wurde vom Autor gelöscht.
von Joe S. (physikus)


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Schlaumaier schrieb:
>
> Jein.
>
> Das wird mit eine Kinder-Programmiersprache programmiert. Nennt sich
> LOGO oder so.
Soweit ich weiß ist LOGO eine "richtige" Programmiersprache (nicht nur) 
für Kinder. Toll ist dabei die Turtle-Graphik 
[https://de.Wikipedia.org/wiki/Turtle-Graphik]. Mit einem entsprechenden 
Treiber können/ konnten sogar "richtige" Hardware-Igel angesteuert 
werden, die auf einem großen Blatt Papier herumfahren und -malen...;-)
>
> Hier ist CD wo auf den Cover zu sehen ist, wie das Programmiert wird.
>
> 
https://www.fischertechnik.de/de-de/produkte/spielen/robotics/93296-robo-pro-software
>
> Im Prinzip erstellt das Kind mit Symbolen Ablaufdiagramme die der
> Compiler dann in "richtigen" Code umwandelt.
>
> Bild-4 zeigt die IDE ;) Wenn man es so nennen mag.
>
> Der Vorteil die ich sehe ist, das diese Ablaufdiagramme auch in
> EDV-Kursen genutzt werden und man so logisches Verständnis für das
> Programmieren lernt.
Sowas Ähnliches gibt es auch unter Linux, z.B. für den Raspberry PI.
Siehe hier: https://de.Wikipedia.org/wiki/Scratch_(Programmiersprache)
Beim Raspberry PI kann damit sogar die GPIO angesteuert werden...:-)

von Schlaumaier (Gast)


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Joe S. schrieb:
> Sowas Ähnliches gibt es auch unter Linux, z.B. für den Raspberry PI.

Mann (ich) lernt halt nie aus. Selbst in diesen Forum lerne ich noch 
was.
Ich hab von den Sratch Zeug noch nie was gehört.

Aber da man mein Arudino-Vorschlag (weit oben) zerrissen hat , wegen 8 
Jahre und so. kam halt die Idee auf, Fischer-Technik zu nehmen. Und da 
habe ich nur von meinen Erfahrungen berichtet. Eine Beere ist in den 
Fall hier, auch nix anderes wie ein schneller Arduino. (Ich benutze zum 
Coden sogar die selbe Software).

Nach einen Blick in mein Bücherregal Abt. "Bücher die teuer waren du 
aber nie nutzt" habe ich festgestellt das ich die verlinkte CD + DICKEN 
Handbuch sogar habe. Da ist wirklich alles perfekt und einfach !! 
erklärt.

Also vom Kostenfaktor mal abgesehen könnte das für den TO als 
Weihnachtsgeschenk was sein.

von Martin G. (Firma: kamaste.it GmbH) (myg63)


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Grundlagen Grundlagen Grundlagen!

Wenn Du gleich an Arduino denkst gibts das nur Frust.

Ich empfehle die Reihenfolge:
Batterie
Lämpchen
Widerstand
Schalter Taster

Bei mir haben damals die Fischertechnik Kästen elektromechanik, 
Elektronik und Digitale Module dann letztendlich in das Informatik 
Studium, Elektrotechnik  und Physik geführt. Parallel dazu habe ich mit 
Schuco Bahn und Rokal Eisenbahn mein elektrotechnisches Verständnis 
erzeugt.
Mir macht Elektrotechnik mit Informatik Spaß weil ich es verstehe - weil 
ich Grundlagen spielerisch gelernt habe als Kind.

von Bastler (Gast)


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Martin G. schrieb:
> Grundlagen Grundlagen Grundlagen!
>
> Ich empfehle die Reihenfolge:
> Batterie
> Lämpchen
> Widerstand
> Schalter Taster

Genau! Mit solch einem einfachen Baukasten begann ich als Sechsjähriger
meine Bastelaktivitäten. Den erwarb meine Mutti preisgünstig in der
PX (Army & Air Force Exchange Service).

Damit lenkte sie meinen Forscherdrang in ungefährliche Bahnen. Denn
zuvor stocherte ich aus Neugier einmal mit einem langen Nagel in der 
Steckdose herum. Die Folge war ein greller Lichtblitz und ein lauter
Knall. :-)

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