Neue Intel Wafer Fabrik Nähe München

Gast #6910387
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Moin, wie es vermutlich die meisten hier mitbekommen haben, plant Intel 
ingesamt 110 Mia € in eine Wafer Fabrik in der Nähe münchens die 
nächsten 10mJahre zu investieren. Gebaut werden soll bereits 2024.

Was mich jetzt interessiert ist eigentlich welche Leute man für so eine 
Fabrik benötigt und auch wie viele.
Die Produktion wird komplett hochautomatisiert sein, Wirklich viel 
Arbeit gibts dann ja nicht zu tun.

Werden dann wirklich nur ein paar „wenige“ hundert Physiker und 
Elektrotechniker da drin sitzen oder stell ich mir das ganz falsch vor?
Gast #6910414
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Chip schrieb:
> Moin, wie es vermutlich die meisten hier mitbekommen haben, plant Intel
> ingesamt 110 Mia € in eine Wafer Fabrik in der Nähe münchens die
> nächsten 10mJahre zu investieren. Gebaut werden soll bereits 2024.
>
> Was mich jetzt interessiert ist eigentlich welche Leute man für so eine
> Fabrik benötigt und auch wie viele.

Meinst du die Fabrik in Penzing-Landsberg? Falls ja, ist die Antwort 
einfach: Die Anwohner und andere Bedenkenträger wollen diese nicht 
haben.
#6910418
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Selbst wenn die Fertigung hochautomatisiert über ein Transportsystem 
läuft, aber du brauchst ein paar Hanseln, die Testwafer fahren und 
auswerten, um die Qualität sicherzustellen. Dann brauchst du 
Instandhalter, die im einfachsten Fall eine Störung quittieren, aber 
auch eine Prozesskammer putzen können, Verschleißteile wechseln können, 
oder einen verklemmten Robbi wieder auf die Spur bringen. Dann brauchst 
du einen Prozessi, der Wafer mit Prozessabbruch händisch zu Ende fährt, 
ganze Heerscharen von Technikern, die die Anlagen für 
Reinstwasserversorgung, Gas- und Chemikalienversorgung und deren 
Entsorgung sicherstellen, Abluftreinigungsanlagen warten, den Reinraum 
am Laufen halten usw.
Das sind hochspezialisierte Leute. Die kannst du nicht eben mal 
einstellen und anlernen. Die wirbt man am liebsten von anderen FABs ab 
;-)
Gast #6910444
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Shorty schrieb:
> Wenn es "Bedenkenträger" gibt, dann gibt es auch Bedenken. ;)

Das ist richtig. Deshalb sollte Intel den Standort Bayern verwerfen und 
besser nach Dresden gehen. Irgendwann kriegen auch die dortigen 
Bedenkenträger heraus, dass Wohlstand erwirtschaftet werden muss.
(Firma: Funkenflug Industries) #6910541
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Wenn ich Intel wäre, dann würde ich meine Wafer-Produktion überall 
bauen, aber wegen der Strompreise garantiert nicht in Deutschland. Schon 
gar nicht in Bayern, wo man keinen Ökostrom will (weil verschandelt ja 
die "tolle" freistaatliche Landschaft), Stromtrassen will man auch 
nicht... da kann man sich mit energieintensiven Industriebauten nur 
Feinde machen.

Wenn, dann würde ich in Deutschland mit sowas in den Norden gehen, evtl. 
einen eigenen Offshore-Windpark dazubauen wenn ich mir wirklich grüne 
Produktionsbedingungen aufs Label drucken möchte. Da hätte ich es auch 
einfacher, Rohstoffe über den Seeweg zu bekommen.

Meine, in Deutschland sind schon so viele industrielle Großprojekte 
gescheitert... Transrapid, Cargolifter, Chip-Fabrik Frankfurt/Oder... 
mal sehen ob Tesla es besser macht, wenn nicht kann sich auch Intel da 
prima mit einreihen. Ich würde in jedes europäische Land gehen, aber 
nicht nach Deutschland.
#6910665
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Es ist ja nicht nur die Fab und deren Arbeiter, man brauch natürlich 
auch Chemielieferanten für die Prozesschemikalien (da dürften auch die 
Bedenkenträger ihre Freude finden), die bekommt man auch nicht überall 
und dann fehlt natürlich das Wichtigste: Eine Kristallzucht. Sogesehen 
ist vermutlich Dresden der besser Standort. Dort gibt es schon Fabs, die 
Chemieversorgung ist da, es gibt eine Waferzucht quasi in Wurfweite 
(Freiberg) und dann hat man auch Lieferanten für das ganze Vakuumgedöns 
um die Ecke. In München muss man das alles erst zusammensuchen... 
Schlussendlich ist daran Frankfurt auch gescheitert, die Infrastruktur 
drum herum muss da sein und die spezifischen Fachkräfte...
Moderator Persönliche Seite #6911485
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Christian B. schrieb:
> Schlussendlich ist daran Frankfurt auch gescheitert, die Infrastruktur
> drum herum muss da sein und die spezifischen Fachkräfte...

Die Fachkräfte gab's vormals aber durchaus in Frankfurt, daran lag es 
gewiss nicht. War ja letztlich eine der größten Chipfabriken des Ostens, 
für alle Bipolartechnologien (TTL, Analog). Die hatte dazumals auch 
einen nennenswerten Anteil Belegschaft aus Polen mit dabei.

Aber ja, viel Infrastruktur, vor allem eben Service der Tool-Lieferanten 
(und das sind nicht wenige) ist ein Thema. Ob die Siliziumscheiben von 
nebenan kommen oder weiter weg, spielt sicher nicht ganz so die große 
Rolle, die sind ja nicht so schwierig zu transportieren. Ob bei einem 
Ausfall eines Tools der Servicetechniker erst einen Flug von irgendwo 
buchen muss oder sich ins Auto setzt und in 'ner halben Stunde da ist 
(weil sie eine Niederlassung in der Nähe haben), ist da schon eher 
relevant.
#6911728
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Christian B. schrieb:
> und dann fehlt natürlich das Wichtigste: Eine Kristallzucht.

Wacker Burghausen ist da nur etwas mehr als Wurfreichweite.

Christian B. schrieb:
> In München muss man das alles erst zusammensuchen...
> Schlussendlich ist daran Frankfurt auch gescheitert, die Infrastruktur
> drum herum muss da sein und die spezifischen Fachkräfte...

Ich glaube da unterschätzt du München & Bayern. MUC ist immerhin 
Firmensitz von IFX, keine 100km weiter steht eine FAB.
#6911729
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Jörg W. schrieb:
> Christian B. schrieb:
>> Schlussendlich ist daran Frankfurt auch gescheitert, die Infrastruktur
>> drum herum muss da sein und die spezifischen Fachkräfte...
>
> Ob bei einem
> Ausfall eines Tools der Servicetechniker erst einen Flug von irgendwo
> buchen muss oder sich ins Auto setzt und in 'ner halben Stunde da ist
> (weil sie eine Niederlassung in der Nähe haben), ist da schon eher
> relevant.


Ich behaupte mal das solch eine Fabrik nicht dahin gebaut wird wo ein 
Service-Punkt vorhanden ist, sondern der Service-Punkt dort an der 
Fabrik errichtet wird.
Ist ja schließlich dann ein Umsatzstarker Arbeitsplatz, da kommt der 
Berg auch zum Prophet

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