Gast
#6912748
Sagt mal, weil ich in letzter Zeit mit/an einem System arbeite, was Leute auf der Straße in 3D trackt, sie in Stickfigures zerlegt und dann ihre Bewegungsprofile analysiert, frage ich mich ob jemand mal sowas für 3D/Drucker oder Fräsen gebaut hat? Bei einem 3D Drucker (oder einer Fräse, wenngleich da die Geschwindigkeiten nie so hoch werden) hat man ja das Problem, dass bei hohen Geschwindigkeiten die Werkzeuge überschwingen, oder die Druckplatte oder andere Teile nicht 100% plan und winklig sind. Gleichzeitig ist die absolute Positionsgenauigkeit in 3D Druckern selten gut, da der Aufbau halt auch preiswert und leicht sein muss. Würde man einen Marker an das Werkzeug / die Düse heften und den mit einigen Kameras in 2D oder 3D tracken, könnte man ja die exakte Raumposition bestimmen und diese dann über einen Feedback-Loop so regeln, dass Überschwinger und Abweichungen von der Sollposition kompensiert werden. Im Prinzip wie Motorservos, nur halt mit einem Servo-Loop der direkt die Position des Werkzeugs und nicht von Antriebsteilen verwendet. Hat jemand eine Idee, ob das mal versucht wurde? Mit 12 Kameras macht unser Graka-Basiertes System immerhin locker 1000 frames pro Sekunde realtime mit Megapixelauflösung, und das ist mit Deep Learning basierter Klassifikation der verschiedenen Körperteile. Ein Marker würde viel viel schneller gehen. Wenn ein 3D-Drucker bei sagen wir um die 100 mm/s (die effektive Geschwindigkeit während des Überschwingens, die Verfahrgeschwindigkeit kann ja unabhängig davon 1000 oder mehr mm/s) um 0.1 mm überschwingt, würde man zumindest theoretisch mit ein paar weniger Kameras ja durchaus in machbare Bereiche kommen. Der große Vorteil wäre, dass so ein System in seiner Genauigkeit nur von der initialen Kalibration (Linsenverzerrung etc.) abhängt und man selbst mit ziemlich schiefen und mechanisch weniger robusten Aufbauten auskommen könnte / höhere Geschwindigkeiten für das selbe Geld im Aufbau erzielen kann. Solche Kameras kosten nur wenige hundert Euro und ein Rechner mit einer entsprechenden Graka ist auf für 2k zu haben. Wenn man da tausende Euro mechanischer Konstruktion einer Fräse spart, wäre das ja vielleicht sogar - neben der interessanten 3D-Drucker Anwendung - kommerziell interessant, oder?