Hallo Leute,
ich beschäftige mich gerade mit dem Thema Verstärker. Bin gerade in der
Simulation am rumspielen und habe dort schon einen Class A Verstärker
simuliert.
Dieser läuft in der Simulation zumindest bei 1 KHz, bei 1 MHz sinkt die
Ausgangsamplitude logischerweise (weil ich wahrscheinlich einen anderen
FET bräuchte).
Nun frage ich mich welche Größen für den MOS-Fet alle relevant sind,
damit eine Verstärkung bei 1 MHz eine ähnliche Größe wie bei einem KHz
hat.
Reicht es aus nach der Gateladung, der Kapazität und der Anstiegszeit
des MosFets zu schauen? Oder gibt es hier noch mehr Größen?
Was wären denn typische Werte für 1 MHz?
Natürlich weiß ich das Ströme, Spannungen und SOA auch passen müssen.
Dies denke ich eher irrelevant, da es sich hier um eine
Kleinleistungverstärker Schaltung handelt.
Eine Explizite Anwendung habe ich hierfür nicht, es handelt sich hier
nur um eine Spielerei und Interesse.
Es wird mir ein Rätsel bleiben, warum immer wieder Leute für lineare
Anwendungen wie ein A-Endstufe MOSFETs statt einfacher Transistoren
nehmen. MOSFETs sind wunderbar für Schaltanwendungen geeignet. Für
lineare Anwendungen sind einfache Transistoren von Vorteil.
Günni schrieb:> Es wird mir ein Rätsel bleiben, warum immer wieder Leute für> lineare> Anwendungen wie ein A-Endstufe MOSFETs statt einfacher Transistoren> nehmen. MOSFETs sind wunderbar für Schaltanwendungen geeignet. Für> lineare Anwendungen sind einfache Transistoren von Vorteil.
Ja das habe ich auch schon gelesen, aber mich würde halt interessieren
wie man es mit FETs auch hinbekommen könnte ;)
Thomas schrieb:> Nun frage ich mich welche Größen für den MOS-Fet alle relevant sind,> damit eine Verstärkung bei 1 MHz eine ähnliche Größe wie bei einem KHz> hat.
Vor allem der Zufall.
Deine Schaltung ist zu primitiv.
Sie stützt sich auf eine zufällige Steigung der RDS vs. UGS Kennlinie
eines MOSFETs.
Die Lage der Kurve ist exemplar- und temperaturabhängig also überhaupt
nicht reproduzierbar.
Hohe Frequenzen werden vor allem von der Gate-Kapazitat gegenüber dem
Drain reduziert. Um so hochohmiger die Ansteuerung, um so übler wird es.
Leider braucht der MOSFET für eine bestimmte Ausgangsleistung eine
bestimmte Chipgrösse, man kann also die Kapazität nicht beliebig
reduzieren. Die Kurve muss innerhalb der SOA des Transistors liegen.
Die Schaltung ist praxisuntauglich.
Nach Datenblatt steigt der Drainstrom zwischen einer Gatespannung VGS
von 2 nach 3 V von 0 auf 50 A. Das ist ein gutes Schaltverhalten und die
Gatespannung ist auch noch temperaturabhängig. Wenn man solch ein
Bauteil linear betreiben möchte, könnte man beispielsweise eine
Gatevorspannung von 3 V wählen und einen Widerstand in der Sourceleitung
vorsehen, der bei dem gewünschten Arbeitspunktstrom einen
Spannungsabfall von 0,5 V hat.
Wer nun auf die Idee kommt und den gesamten Strombereich des MOSFETs
ausnutzen möchte, würde einen Arbeitsstrom von 25 A vorsehen. Dann
fallen am Widerstand schon 12,5 W an Leistung an und je nach Spannung
über dem MOSFET wird dessen maximal mögliche Verlustleistung (bei
größtmöglicher Kühlung) locker überschritten. Das geht also schon mal
nicht.
Wählt man als Arbeitspunkt einen deutlich kleineren Strom, kommt man
schnell in den Bereich, in dem die Kennlinie zwischen Drainstrom und
Gatespannung stark gekrümmt ist. Ohne Linearisierung durch einen
Widerstand in der Sourceleitung lässt sich die gewünschte lineare
Kennlinie eines A-Verstärkers nicht erzielen. Mit der oben dargestellten
Schaltung ist eine A-Endstufe mit "vernünftigen" Aussteuerbereich nicht
realisierbar.
Günni schrieb:> Es wird mir ein Rätsel bleiben, warum immer wieder Leute für lineare> Anwendungen wie ein A-Endstufe MOSFETs statt einfacher Transistoren> nehmen.
Sie gelten als "moderner. :-)
Harald W. schrieb:>> Es wird mir ein Rätsel bleiben, warum immer wieder Leute für lineare>> Anwendungen wie ein A-Endstufe MOSFETs statt einfacher Transistoren>> nehmen.>> Sie gelten als "moderner. :-)
Sie können auch deutlich mehr, wenn man die richtigen Mosfets wählt,
und die richtige Schaltungstechnik.
MaWin schrieb:> Sie stützt sich auf eine zufällige Steigung der RDS vs. UGS Kennlinie> eines MOSFETs.>> Die Lage der Kurve ist exemplar- und temperaturabhängig also überhaupt> nicht reproduzierbar.
Aha. ...und deshalb gibt es für jeden einzelnen Transistor ein separates
Datenblatt, oder wie?
Staunender schrieb:> Aha. ...und deshalb gibt es für jeden einzelnen Transistor ein separates> Datenblatt, oder wie?
Das zwar nicht, aber in den Diagrammen sind "typische" Verläufe
dargestellt und für die Temperaturabhängigkeit sind mehrere Kennlinien
für unterschiedliche Temperaturen dargestellt. Die Breite der
Toleranzstreuungen für den einzelnen Transistor sind in den Daten
angegeben. Hier ist derjenige im Vorteil, der Lesen und das Gelesene
verstehen kann.
>Dann sag doch mal wie hoch der Ruhestrom bei Eingangsspannung = 0 ist?>Die Schaltung ist übelster Mist.
Ich glaube der Ruhestrom war noch nie bei der Wahl hin zum Klasse A
Verstärker ein Kriterium, das sieht man ja auch bei den sog. high end
amp "Heizöfen" :-)
Thomas schrieb:> Günni schrieb:>> Es wird mir ein Rätsel bleiben, warum immer wieder Leute für>> lineare>> Anwendungen wie ein A-Endstufe MOSFETs statt einfacher Transistoren>> nehmen. MOSFETs sind wunderbar für Schaltanwendungen geeignet. Für>> lineare Anwendungen sind einfache Transistoren von Vorteil.>> Ja das habe ich auch schon gelesen, aber mich würde halt interessieren> wie man es mit FETs auch hinbekommen könnte ;)
Ja, und warum muß es für einen Kleinleistungsverstärker so ein Monster
von Mosfet sein, mit all seinen parasitären Monsterkapazitäten? In
Deinem Aufbau können max. 50mA Ids fließen, warum also einen 30A-Typen?
Und an Leistung kommen gerade <70mW zusammen - das schafft jeder
Kleinleistungstransistor.
Ansonsten ist die Schaltung, wie andere schon schrieben, kompletter
Mist, weil nicht praxistauglich, weil jedes Exemplar innerhalb eines
Typen individuelle Streuungen seiner Parameter hat. Rückkopplung wurde
ja schon genannt, um das sauberer zu bekommen.
Günni schrieb:> Es wird mir ein Rätsel bleiben, warum immer wieder Leute für lineare> Anwendungen wie ein A-Endstufe MOSFETs statt einfacher Transistoren> nehmen. MOSFETs sind wunderbar für Schaltanwendungen geeignet. Für> lineare Anwendungen sind einfache Transistoren von Vorteil.
MOSFETs sind einfache Transistoren... Ob man BJTs oder FETs nimmt ist in
erster Linie erstmal irrelevant. Jeder 2. Opamp ist mit FETs aufgebaut.
Thomas schrieb:> Nun frage ich mich welche Größen für den MOS-Fet alle relevant sind,> damit eine Verstärkung bei 1 MHz eine ähnliche Größe wie bei einem KHz> hat.
Im Grunde sind fast alle Größen des MOSFETs relevant.
Beipiele:
1) Gate-Induktivität, Gate-Widerstand und Gate-Source-Kapazität
limitieren die Umladung deines Gates. Je kleiner alle Werte sind, umso
besser erlauben sie dir die Umladung des Gates.
2) Gate-Drain-Kapazität (CGD), auch Miller-Kapazität genannt wegen des
allzeit beliebten Miller Effekts
(https://de.wikipedia.org/wiki/Millereffekt). Wenn du das Gate
ansteuerst mit einer positiven Spannung, dann sinkt in Klasse-A Betrieb
die Spannung am Drain. Wenn dein Verstärker eine Spannungsverstärkung
von A besitzt, dann ist die Spannungsänderung an der Millerkapazität
demnach die Kombination aus Steuerspannung plus der Verstärkten Spannung
am Ausgang:
Wenn die Kapazität bspw 1pF beträgt und die Spannungsverstärkung 1000
ist, dann belastet diese Kapazität deinen Gateknoten wie eine Kapzität
nach Ground mit dem Wert: 1pF * 1001 = ~1nF.
Diese Vervielfachung des kapazitiven Einflusses, ist ein echter
Bandbreiten-Killer.
Es gibt verschiedene Methoden das in den Griff zu bekommen. Unter
anderem die Kaskoden-Schaltung: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaskode.
3) Die Bandbreite deines Ausgangs ist in erster Linie von der Kapazität
des Ausgangsknoten (Millerkapazität, Drain-Source-Kapazität) und deinem
Drain Widerstand (+Lastwiderstand) bestimmt und bildet einen Tiefpass
erster Ordung mit der Zeitkonstante R*C. Wenn man die Ausgangsbandbreite
erhöhen will kann bspw. Der Drain Widerstand verringert werden, was
allerdings zu mehr Stromverbrauch und weniger Spannungsverstärkung
führt, oder man schafft es, die Kapazität zu verringern.
Der Mosfet, den du verbaust, ist ein richtig großer Brummer. Verwende
lieber einen kleineren FET oder gehe über auf einen Bipolartransistor.
Bei Bipolartransistoren (BJTs) hast du idR eine deutlich größere Auswahl
an kleinen Typen für solche Anwendungen. .Kleinsignaltechnisch sind FET
und BJT relativ gleich, bis auf die Tatsache, dass ein BJT eine steilere
Kennlinie besitzt und ohne Emitter-Widerstand zur Rückkopplung schwer
stabil zu halten ist.