Hallo zusammen,
ich bin auf der Suche nach Primär- oder Sekundärzellen für den Bau eines
Batterie/ Akkupacks mit folgenden Anforderungen:
Temperaturbereich: 10 ... 85 °C
Systemspannung: 6...9 V
Dauerentladestrom: 200-400mA je nach Betriebszustand
Kapazität: 10Ah
Ein heißer Anwärter ist die Saft LSH20 bzw. alle kleineren Geschwister
auf Basis von Lithium-Thionylchlorid.
Welche Sekundärzelle(ntechnologie) wäre für die Anforderungen geeignet?
Danke & LG
Bernd
Bernd.B. schrieb:> Dauerentladestrom: 200-400mA je nach Betriebszustand
Das ist keine sinnvolle Forderung, damit wird die Zelle ja mit mehr als
3 W aufgeheizt, bei 85 Grad reiner Unsinn. Es soll Ladeschaltungen
geben...
Georg
Georg schrieb:> Das ist keine sinnvolle Forderung, damit wird die Zelle ja mit mehr als> 3 W aufgeheizt, bei 85 Grad reiner Unsinn. Es soll Ladeschaltungen> geben...>> Georg
Hallo Georg,
ich verstehe deine Antwort nicht.
Wie kommst du auf 3 W?
Es geht um DauerENTladestrom.
Bitte führe deinen Beitrag etwas genauer aus.
Danke & LG
Akkumulatoren und 85°C wird sehr schwer. Selbst die sonst Sanftmütigen
LiFePo4s hören bei maximal 60-70°C auf! Es gab/gibt noch flüssig NaCl
Akkumulatoren (u.A. Zebrabatterie genannt), die mögen es noch heißer
unter Normbedingungen - aber das wäre vermutlich mit Kanonen auf Spatzen
geschossen :P
Vielleicht macht es da ja sinn statt auch elektrochemisch auf
elektrostatisch Speicher zu gehen? Sprich: Kondensatoren.
Es gibt "normale" Kondensatoren, die locker +85°C Schaffen, wenn man die
105°C (++) Typen nimmt.
Oder man nimmt sogar eine ganze Bank aus SuperCaps. Da habe ich schon
oft in den Datenblättern gesehen, das die mit herabgesetzter Spannung
auf +85°C (und drüber) Spezifiziert werden.
Hier ein paar Beispiele für solche SuperCaps
https://www.vishay.com/docs/28421/220edlc-enycap.pdf > 2,3V/+85°C
https://www.vishay.com/docs/28450/230edlc-hv-enycap.pdf > 2,6V/+85°C
Für 6-9V würde ich also min. 4 Stück in Reihe nehmen. Mit der Kapazität
müsste man dann noch mal schauen.
Netter Nebeneffekt: Die Saft-Zellen können nicht wirklich Impulsstrom
(falls das eine Anforderung wäre, Laut DaBla 4Amax/100ms bei 20°C und
einer Zellspannung >=3V (also nur sehr voll)). Beides parallel hätte
hohe Kapazität und hohe Impulsbelastbarkeit bei einem weiten
Temperaturverlauf.
Die Frage ist allerdings, ob du die 10AH aus jeweils aus Primär und
Sekundär brauchst, oder Beides zusammen diesen Wert erfüllen sollte.
10AH an SuperCaps wäre schon ein Schuhkarton in Plattfußgröße ;)
Georg schrieb:> Bernd.B. schrieb:>> Es geht um DauerENTladestrom.>> Sorry, falsch gelesen. Das ist für eine Zelle mit 10 Ah natürlich kein> Problem.
Doch, wenn es Thionyl-Zellen sind, dann sind 400mA bei einer 10Ah-Zelle
durchaus ein Problem. Also Datenblatt anschauen ...
Wie viele Zyklen soll der Pack aushalten und bei welcher Temperatur wird
geladen?
85 Grad Entladen kann man mit LiIo (LFP und auch NCM) auch machen wenn
man bei der Lebensdauer Abstriche macht und passende Zellen wählt.
Jens G. schrieb:> Doch, wenn es Thionyl-Zellen sind, dann sind 400mA bei einer 10Ah-Zelle> durchaus ein Problem. Also Datenblatt anschauen ...
Bin mit nicht sicher auf welche Datenblätter du dich beziehst, für die
LSH 14 oder LSH20 ist es in jedem Fall kein Problem.
LG
Chris R. schrieb:> Wie viele Zyklen soll der Pack aushalten und bei welcher Temperatur wird> geladen?> 85 Grad Entladen kann man mit LiIo (LFP und auch NCM) auch machen wenn> man bei der Lebensdauer Abstriche macht und passende Zellen wählt.
100 Zyklen sind ausreichend
Laden bei 20°C
Welche Typen wären hier geeignet?
Bernd.B. schrieb:> Jens G. schrieb:>> Doch, wenn es Thionyl-Zellen sind, dann sind 400mA bei einer 10Ah-Zelle>> durchaus ein Problem. Also Datenblatt anschauen ...>> Bin mit nicht sicher auf welche Datenblätter du dich beziehst, für die> LSH 14 oder LSH20 ist es in jedem Fall kein Problem.>> LG
Da gibt es reichlich zu finden, die als Monozelle keine 400mA sinnvoll
liefern (z.B. deutlich reduzierte Arbeitsspannung und Kapazität, bzw.
viel Verlust. Die Dinger sind recht hochohmig, deswegen der Hinweis auf
das Datenblatt.
Chris R. schrieb:> frag mal SDI bezüglich ihrer> HighCap Serie an.
Da dachte ich zuerst mal an Ronald Reagans Weltraumabwehr, aber Google
förderte dann Samsung zutage.
Georg
Georg schrieb:> Sorry, falsch gelesen. Das ist für eine Zelle mit 10 Ah natürlich kein> Problem.
Wie kommst du auf das dünne Brett, dass sich Zellen mit 3W erwärmen,
wenn man 3W hineinsteckt?
Wo käme in dem Fall die Energie her, die man nach dem Laden einem Akku
entnehmen könne?
Ein Handy mit der heute üblichen Ladeleistung von 15W wird nur mild
handwarm. Verheize mal 15W in einem Handygroßen Widerstand, dann wirdst
du deinen Irrtum erkennen :-)
Korrektor schrieb:> Wie kommst du auf das dünne Brett, dass sich Zellen mit 3W erwärmen,> wenn man 3W hineinsteckt?
Weil bei Dauerladung irgendwann die Zelle voll ist. Und damit du was zu
meckern hast, was ja wichtiger ist als jede Sachfrage.
Georg
Georg schrieb:> Korrektor schrieb:>> Wie kommst du auf das dünne Brett, dass sich Zellen mit 3W erwärmen,>> wenn man 3W hineinsteckt?>> Weil bei Dauerladung irgendwann die Zelle voll ist. Und damit du was zu> meckern hast, was ja wichtiger ist als jede Sachfrage.>> Georg
Nur wird die Beladung bei Li-Zellen dann abgebrochen, statt die in
Flammen aufgehen zu lassen. Sind ja keine NiXX oder Pb-Zellen, die ein
munteres Weiterladen bei erhöhter Alterungsrate noch eine Weile tapfer
ertragen können.