Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik CAN Bauteile? Gibt es das?


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von Janosch K. (Gast)


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Gibt es CAN Bausteine, wie ADC, DAC, LCD, Sensoren etc pp.
Also anstelle von I2C, SPI etc einfach gleich mit CAN?

von Harald (Gast)


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Es gab mal IO-Expander mit direktem CAN-Anschluss von Microchip. 
Letztlich waren das werksprogrammierte Controller. Aber alles recht 
unflexibel und umständlich in der Parametrierung.
Ein Peripherie-Chip direkt mit CAN ergibt nicht so richtig Sinn, da 
Baudrate und Datenstruktur von außen parametriert werden müssten. Nur in 
seltenen Fällen dürfte dann noch das starre Kommunikationsschema in den 
Anwendungsfall passen.

von Programmierer (Gast)


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Kommt drauf an was du unter "Baustein" verstehst. Es gibt Firmen die so 
etwas als komplettes Gerät herstellen:

https://www.microcontrol.net/portfolio/io-module/box/%c2%b5can-1-ai-box/

von Peter D. (peda)


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Es gab mal von Philips den P82C150.

von Uwe B. (uwebre)


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Harald schrieb:
> Es gab mal IO-Expander mit direktem CAN-Anschluss von Microchip.

Gibt es immer noch, sogar in lieferbar:
MCP25020 - No A/D
MCP25025 - No A/D, 1-wire CAN
MCP25050 - With A/D
MCP25055 - With A/D, 1-wire CAN

Direkter Anschluß nicht wirklich, es wird zusätzlich ein Transceiver 
benötigt. (MCP2551)

> Letztlich waren das werksprogrammierte Controller. Aber alles recht
> unflexibel und umständlich in der Parametrierung.

Ja. mit dieser Anleitung aber hinzubekommen:
http://liionbms.com/php/programming_MCP250xx.php

> Ein Peripherie-Chip direkt mit CAN ergibt nicht so richtig Sinn,

Doch, schon. Bei uns ein kleiner CAN-Knoten für Tasten in einem 
Bedienteil und eine Handfernbedienung an einer SPS im 
Baumaschinenbereich. Einfach, klein, preiswert.
Heute würde ich eher einen kleinen PIC mit CAN drin nehmen, ist 
flexibler.

Uwe

: Bearbeitet durch User
von Harald A. (embedded)


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Uwe B. schrieb:
> Gibt es immer noch, sogar in lieferbar:

Hatte mir jetzt nicht die Mühe gemacht danach zu suchen. Aber es zeigt 
sich einmal wieder, dass Microchip im Gegensatz zu manch anderen 
Herstellern lange zu seinen Produkten steht.

> Doch, schon. Bei uns ein kleiner CAN-Knoten für Tasten in einem
> Bedienteil und eine Handfernbedienung an einer SPS im
> Baumaschinenbereich. Einfach, klein, preiswert.

An einer SPS würde dann ja CAN-OPEN für 99% der potentiellen Anwender 
mehr Sinn haben. Aber okay, für Nischenanwendungen konnte man das 
durchaus machen.

> Heute würde ich eher einen kleinen PIC mit CAN drin nehmen,
> ist flexibler.

Oder einen LPC11C24, hat den Transceiver mit an Bord und kostet in 
normalen Zeiten 1,50€.

von Uwe B. (uwebre)


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Harald A. schrieb:

> An einer SPS würde dann ja CAN-OPEN für 99% der potentiellen Anwender
> mehr Sinn haben.

Schon, was den typischen Industrieautomatisierer betrifft. Aber das 
macht die Sache für die kleinen Stückzahlen aufwändig und teuer. Da die 
Knoten nicht frei verkauft werden spielt die Konfigurierbarkeit von 
CANopen keine Rolle. Es geht auch nicht um sicherheitsrelevante 
Funktionen. Auch kann Layer2-Kommunikation problemlos mit CANopen 
Teilnehmern auf einem Bus laufen wenn man sich minimal Gedanken um die 
ID-Vergabe macht.

> Aber okay, für Nischenanwendungen konnte man das
> durchaus machen.

> Oder einen LPC11C24, hat den Transceiver mit an Bord und kostet in
> normalen Zeiten 1,50€.

Interessant, aber: (Farnell, LPC11C22)
Bestellen Sie heute nach, Bestand kommt in der Woche vom 04.01.23


Uwe

von grundschüler (Gast)


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SN65HVD230 CAN bus transceiver communication module For Arduino

von A. S. (Gast)


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Janosch K. schrieb:
> Gibt es CAN Bausteine, wie ADC, DAC, LCD, Sensoren etc pp.
> Also anstelle von I2C, SPI etc einfach gleich mit CAN?

Es gibt für CAN nur sehr beschränkte Anwendung für "einfache" Bauteile.

SPI stellt per CS, I2C per 7 Bit Adresse einen "direkten" Kanal zum Chip 
her und Du kannst nach Datenblatt tun, was Du möchtest.

Bei CAN teilen sich alle jemals denkbaren Devices einen 12 oder 29 Bit 
großen Adressraum. Es gibt keinen Master, keinen Slave. Das müsste man 
alles über weitere Layer absprechen und implementieren, die dann auch 
kein CAN allein mehr wären.

von Harald A. (embedded)


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Uwe B. schrieb:
> Interessant, aber: (Farnell, LPC11C22)
> Bestellen Sie heute nach, Bestand kommt in der Woche vom 04.01.23
>
11 Monate läuft heutzutage ja schon fast unter Expresslieferung.

Spaß beiseite, der LPC11C24 hat neben den wichtigsten CAN-Funktionen 
auch die CAN-Open Grundfunktionen in der ROM-Library sozusagen immer 
dabei. Wenn das für den TE interessant ist, mit Hilfe der Beispiele ist 
man wirklich sehr schnell dabei, einen einfachen rudimentären CAN Knoten 
aufzusetzen.

von Uwe B. (uwebre)


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Harald A. schrieb:

> 11 Monate läuft heutzutage ja schon fast unter Expresslieferung.

Elektronik macht derzeit wirklich keinen Spaß. Die einfachsten Bauteile 
sind nicht zu bekommen. Selbst Steckverbinder werden monatlich 
geschoben.
Ich hatte schon an Umschulung zum Schäfer gedacht. Allerdings fiel mir 
dann die Sache mit den Wölfen ein. Die haben es auch nicht einfach, die 
Schäfer :-(

> Spaß beiseite, der LPC11C24 hat neben den wichtigsten CAN-Funktionen
> auch die CAN-Open Grundfunktionen in der ROM-Library sozusagen immer
> dabei.

Ich werde mit das auf jeden Fall mal ansehen. Die Entwicklungsboards 
sind immerhin lieferbar. (Die Eval-Boards für die Motorcontroller von ST 
schon lange nicht mehr..)

Uwe

von Uwe B. (uwebre)


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A. S. schrieb:

> Es gibt für CAN nur sehr beschränkte Anwendung für "einfache" Bauteile.
>
> SPI stellt per CS, I2C per 7 Bit Adresse einen "direkten" Kanal zum Chip
> her und Du kannst nach Datenblatt tun, was Du möchtest.

Du vergleichst Äpfel mit Kartoffeln. SPI und I2C ist für die 
Datenübertragung zwischen Chips, allenfalls zwischen Platinen in einem 
Gerät designt. Buslängen im Zentimeterbereich. Es gibt keine Kontrolle 
ob Daten korrekt übertragen werden.

> Bei CAN teilen sich alle jemals denkbaren Devices einen 12 oder 29 Bit
> großen Adressraum.

Buslängen bis in den Kilometerbereich, Übertragungssicherung schon in 
der Hardware. Durch differezielle Übertragung gut sicher gegen 
Störeinstrahlung.

> Es gibt keinen Master, keinen Slave.
> Das müsste man alles über weitere Layer absprechen und implementieren

Das mußt du bei SPI und I2C auch. Daß es bei CAN keinen Master gibt 
macht die Sache eher einfacher, jeder Teilnehmer kann losplappern wenn 
er etwas zu melden hat, es wird bei dem interessierten Empfänger 
ankommen. Dafür sorgt die Hardware. (Layer1)

Ich nehme an Janosch geht es um Hausautomation. Für Selbstbauprojekte 
wäre CAN durchaus eine gute Wahl, es gibt günstige Chips dafür, auch in 
THT, sicher, mit Netzwerk- oder gar Telefonleitung zu vernötteln.

Uwe

von A. S. (Gast)


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Uwe B. schrieb:
> Du vergleichst Äpfel mit Kartoffeln. SPI und I2C ist für die
> Datenübertragung zwischen Chips, allenfalls zwischen Platinen in einem
> Gerät designt. Buslängen im Zentimeterbereich. Es gibt keine Kontrolle
> ob Daten korrekt übertragen werden.

ich habe auf die Frage des TO geantwortet. Nicht ob SPI oder I2C besser 
ist.

Janosch K. schrieb:
> Gibt es CAN Bausteine, wie ADC, DAC, LCD, Sensoren etc pp.

Für SPI/I2C bekomme ich 1000e verschiedene ADCs, für CAN vermutlich 
nicht so viele.

Wenn der TO Hausautomation machen will, dann gilt:

A. S. schrieb:
> Das müsste man
> alles über weitere Layer absprechen und implementieren, die dann auch
> kein CAN allein mehr wären.

von Manfred (Gast)


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Janosch K. schrieb:
> Also anstelle von I2C, SPI etc einfach gleich mit CAN?

Ich weiß nicht, ob die Motorola 68HCx05-Controller noch gefertigt 
werden, die gab es mit CAN-Interface anstatt SPI.

von Thomas (kosmos)


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ich denke soetwas wirds nicht geben, da sind zuviele Dinge die 
Konfiguriert werden müssen.

Also mit welcher CAN-ID sendet so ein fertiger A/D Wandler, welche 
Geschwindigkeit...und wenn man da noch irgendwelche DIP Schalter 
verwenden muss wird das zu teuer.

von Janosch K. (Gast)


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ich hätte gedacht, bei dem Aufwand für Can wäre ein mini EEPROM das 
geringste Problem.
Voreingestellte werde die dann enstsprchend konfiguriert werden

von Harald (Gast)


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Janosch K. schrieb:
> Gibt es CAN Bausteine, wie ADC, DAC, LCD, Sensoren etc pp.
> Also anstelle von I2C, SPI etc einfach gleich mit CAN?

Ich denke, da liegt auch noch ein grundsätzliches Missverständnis vor: 
SPI und I2C sind Bussysteme für den Austausch zwischen Peripherie und 
Prozessor auf Platinenebene. CAN ist dagegen ein Feldbus, das ist kaum 
vergleichbar.

Janosch K. schrieb:
> ich hätte gedacht, bei dem Aufwand für Can wäre ein mini EEPROM das
> geringste Problem.

Was willst Du denn überhaupt machen?

von A. S. (Gast)


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Janosch K. schrieb:
> ich hätte gedacht, bei dem Aufwand für Can wäre ein mini EEPROM das
> geringste Problem.

Dann brauchst Du aber einen "Konfigurator". D.h. Du musst eine bestückte 
Platine erst mit einem Schnüffel irgendwie bespaßen. Oder das IC vor der 
Bestückung in die Hand nehmen und nachher markieren.

Das mag im ersten Augenblick trivial klingen, aber wenn Du Dich damit 
befasst (und mehrere ICs auf einer Platine erlaubst), wirst Du auf 
Probleme stoßen. Probleme, die keiner braucht, da es Alternativen gibt.

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