OPAMP schützen vs. Minimum Supply Voltage

Gast #6981322
Lesenswert?

Ich möchte einen OPAMP (LM358) verwenden, um eine +0,6V  und eine -0,6V 
Spannung per Spannungsfolger belastbarer zu machen.
Im Normalfall wird die Spannung höchstens mit ca. 3 bis 4 mA belastet.

An diesen Ausgangsspannungen können durch Bedienfehler eines Nutzers 
aber auf verschiedenen Wegen (falsches Gerät angesteckt, falsches Kabel 
gewählt) Kurzschlüsse auftreten.

Da ich in die Ausgangspfade keine zusätzlichen Widerstände einbauen 
möchte, dachte ich daran, je einen Widerstand in die Versorgungspannung 
des OPAMPs setzen. Wenn ich den Drop passend wähle, z.B. 330 Ohm bei 
+/-5V Versorgung des OPAMPs, sollte ich bei der zu erwartenden 
Normalbelastung mit ca. 3mA keine Probleme bekommen, den Gesamtstrom 
aber auf etwa 15mA begrenzen können.

Damit würde aber möglicherweise die Minimum Supply Voltage (LM358: 
+/-1,5V) unterschritten. Solange die Spannung dann einfach nur 
einbricht, wäre für mich alles ok, aber gibt es dabei eventuell 
irgendwelche Probleme, die man auf dem Schirm haben sollte?
Gast #6981423
Lesenswert?

Bzgl. Kurzschlussfest: Prinzipiell ja, aber:

Laut Datenblatt gilt das nicht mehr, wenn beide Verstärker im LM358 
betroffen sind, weil dann zu viel weggeheizt werden muss.

Die Verlustleistung auf einen Transistor umzuleiten klingt interessant, 
das werde ich mir mal ansehen. Lieber wäre mir zwar eine Lösung, die die 
Verlustleistung begrenzt statt sie zu verlagern (bin also für weitere 
Ansätze offen), aber das wäre schon mal eine Lösung.
Gast #6981441
Lesenswert?

Das wäre natürlich am besten.

Wo ist mein Denkfehler?
2 Verstärker  10V Spannungsdifferenz  40mA max. Strom pro Verstärker = 
800mW
Absolute Maximum Power Dissipation ist laut Datenblatt 600mW
Gast #6981589
Lesenswert?

Ich habe das Ganze mal aufgebaut, um daran ein bisschen messen zu können 
und es besser zu verstehen:
Einerseits liefert mein LM358 maximal 30mA statt 40mA, und andererseits 
ist der Kurzschlussstrom mit meinen +/- 0,6V scheinbar auf knapp 20 mA 
begrenzt.

Das hat mich erst mal verwirrt, ergibt aber Sinn, sobald man sich die 
Kurven für Current Sinking und Current Sourcing ansieht. Der LM358 kann 
für die +0,6V ca. 30mA liefern, aber bei den -0,6V nur ca. 20mA als 
Senke aufnehmen, folglich fließen beim Kurzschluss nur 20mA. D.h. 
alleine von diesem Aspekt her wäre der Chip in meiner Anwendung schon 
geschützt...

Als nächstes habe ich dann noch den Vorschlag mit dem Widerstand am 
Ausgang, aber im Feedbackpfad angewendet - das funktioniert genau wie 
gewünscht und und ist wirklich ein minimaler Bauteilaufwand => Perfekte 
Lösung!

Danke an alle!
Beitrag #6981775 wurde von einem Moderator gelöscht.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren