Ich suche für einen Power Detector (ADL5906, 10 MHz TO 10 GHz) einen DC
Block Kondensator. Auf welche Eigenschaften muss man da achten, dass er
über einen möglichst weiten Frequenzbereich funktioniert?
Das Datenblatt spricht "nur" von einem 0402 10nF, an anderer Stelle auf
einem Evalboard ist auch ein 100nF 0402 drauf, aber kein genauer Typ
angegeben bzw. nicht auffindbar. Das Bauteil muss doch kritisch sein?
Thomas Korner schrieb:> Ich suche für einen Power Detector (ADL5906, 10 MHz TO 10 GHz)> einen DC> Block Kondensator. Auf welche Eigenschaften muss man da achten, dass er> über einen möglichst weiten Frequenzbereich funktioniert?> Das Datenblatt spricht "nur" von einem 0402 10nF, an anderer Stelle auf> einem Evalboard ist auch ein 100nF 0402 drauf, aber kein genauer Typ> angegeben bzw. nicht auffindbar. Das Bauteil muss doch kritisch sein?
Nimm jeden beliebigen X5S oder X7R 10nF das passt schon.
Thomas Korner schrieb:> Das Datenblatt spricht "nur" von einem 0402 10nF, an anderer Stelle auf> einem Evalboard ist auch ein 100nF 0402 drauf, aber kein genauer Typ> angegeben bzw. nicht auffindbar. Das Bauteil muss doch kritisch sein?
Man kann beim Hersteller nachsehen. Die haben üblicherweise S-Parameter
und Impedanzveräufe, Kerkos sind eigentlich recht gut spezifiziert in
der Hinsicht.
Beispiel Murata:
https://ds.murata.co.jp/simsurfing/index.html?lcid=en-us
Da kannst du schön vergleichen:
Ein 0402er (GRM022R60J104KE15) hat 5,3Ohm Impedanz @6GHz
Ein 0201er (GRM033R61C104KE18) 6,3 @ 6GHz
...
Macht wohl also einen Unterschied, aber irgendwie auch wieder nicht so
viel. Ob der eine Rolle spielt, kann uns ein HFler bestimmt sagen :-)
Kondensatoren haben typischerweise eine Resonanzfrequenz oberhalb der
Kondensator induktives Verhalten zeigt.
Die Höhe der Resonanzfrequenz hängt von der Bauform, der Baugröße und
der Kapazität ab. 10nF Kondensatoren haben ihre Resonanzfrequenz oft
sogar noch unter 1GHz.Wobei die Größe 402 etwas besser sind als 0805
oder 1206
Den Kondensator sollte man bei so breitbandigen Anwendungen mit gerade
soviel Kapazität dimensionieren, wie unbedingt notwendig.
Wenn die untere Grenzfrequenz z.B. 10MHz ist dann reichen oft auch
1000pF aus.
Es gab mal in den UKW Berichten ein Artikel, bei dem es um eine
Rauschquelle bis 10GHz ging. Da hatte man 2 Kondensatoren senkrecht
nebeneinander auf die Leiterplatte gelötet, was die Einbrüche im
Frequenzgang bedingt durch die Eigenresonanzen der Kondensatoren
erträglicher gemacht hat.
Was entgegen allgemeiner Meinungen nur schlecht funktioniert, ist das
parallelschalten mehrere Kondensatoren verschiedener Kapazitäten.
Da bildet dann die Kapazität des kleinen Kondensator mit der
Induktivität des großen Kondensator ( dessen Verhalten auf Grund hoher
Frequenz induktiv geworden ist ) einen Schwingkreis, welches sich
störend bemerkbar macht.
Es gibt spezielle Kondensatoren mit höhere Kapazitäten, welche höhere
Eigenresonanzen haben.
Thomas Korner schrieb:> Ich suche für einen Power Detector (ADL5906, 10 MHz TO 10 GHz) einen DC> Block Kondensator. Auf welche Eigenschaften muss man da achten, dass er> über einen möglichst weiten Frequenzbereich funktioniert?
Diese Frage taucht hier gefühlt alle drei Wochen auf. Siehe diese
Beiträge bzw. Threads:
Beitrag "Re: Gibt es billige DC-Block-Kondensatoren für 2,45 GHz?"Beitrag "Re: Gibt es billige DC-Block-Kondensatoren für 2,45 GHz?"Beitrag "Re: Welchen 100nF Entkoppelungskondensator für bis zu 7GHz"Beitrag "Re: DC Block Kondensator auswählen"Ralph B. schrieb:> Die Höhe der Resonanzfrequenz hängt von der Bauform, der Baugröße und> der Kapazität ab. 10nF Kondensatoren haben ihre Resonanzfrequenz oft> sogar noch unter 1GHz.Wobei die Größe 402 etwas besser sind als 0805> oder 1206
Eher irgendwo zwischen 10 MHz und 50 MHz, je nach Bauform, siehe obige
Messungen.
> Was entgegen allgemeiner Meinungen nur schlecht funktioniert, ist das> parallelschalten mehrere Kondensatoren verschiedener Kapazitäten.
Das funktioniert ganz hervorragend, wenn man es richtig macht:
Beitrag "Re: Welchen 100nF Entkoppelungskondensator für bis zu 7GHz". Wenn es
breitbandig von x GHz bis in den einstelligen kHz-Bereich sein soll,
wird man auch keine andere Wahl haben.
> Es gibt spezielle Kondensatoren mit höhere Kapazitäten, welche höhere> Eigenresonanzen haben.
Die Eigenresonanzfrequenz ist unkritisch für Anwendungen als
Koppelkondensator. Siehe die verlinkten Threads/Beiträge (insb. auch
Beitrag "Re: DC Block Kondensator auswählen").
Buchfink schrieb:> Macht wohl also einen Unterschied, aber irgendwie auch wieder nicht so> viel. Ob der eine Rolle spielt, kann uns ein HFler bestimmt sagen :-)
Kommt eben darauf an, ob man ums letzte dB-Bruchteil kämpft.
Normalerweise reichen Standardteile. Man sollte nur die Kapazität nicht
zu klein wählen.
Mario H. schrieb:> Man sollte nur die Kapazität nicht> zu klein wählen.
Wegen XC? Es fällt mir schwer, mir das vorzustellen, bei 10pF komme ich
auf 2,7Ohm.
Also dürften andere Parameter eine viel größere Rolle spielen.
Aber vielleicht gibts ja einen Effekt den ich nicht kenne.
Thomas Korner schrieb:> dass er> über einen möglichst weiten Frequenzbereich funktioniert?
Was soll dieses Geschwurbel? Was meinst du wieviel verschiedene
Interpretationsmöglichkeiten es zu diesem "Möglichst" gibt?
Ausserdem widersprichst du dir indirekt selbst indem du dein
Thema
Thomas Korner schrieb:> für DC Block bei 6GHz
nennst und damit ganz offensichtlich keinen "weiten
Frequenzbereich" meinst.
Buchfink schrieb:> Wegen XC? Es fällt mir schwer, mir das vorzustellen, bei 10pF komme ich> auf 2,7Ohm.
Bei 10 MHz (Spezifikationsuntergrenze des vom TO genannten ADL5906) und
10 pF ist |X_C| = 1,59 kOhm, wenn ich mich nicht verrechnet habe.
Schau Dir mal die Messwerte in
Beitrag "Re: Gibt es billige DC-Block-Kondensatoren für 2,45 GHz?" an.
Der 100 nF schlägt sich am besten.