Hallo,
ich möchte mehrere Relais mit einer batteriebetriebenen Schaltung (12V)
ansteuern. Ich wählte bistabile Relais (mit einer Spule), damit diese im
statischen Zustand keine Energie benötigen.
Die angehängte Schaltung mit dem L293D habe ich mir ausgedacht und - zu
meiner großen Verwunderung - funktioniert diese sogar. Nur beim Messen
des Ruhestroms musste ich schlucken: 55mA bei 12V. Das sind dauerhaft
660mW was ich etwas viel finde.
Da ich Elektronik nur selten plane stehe ich jetzt etwas auf dem
Schlauch: Wie finde ich eine nicht so energiehungrige Alternative zu dem
Bauteil?
Viele Grüße!
Der Gelegenheitselektroniker schrieb:> Wie finde ich eine nicht so energiehungrige Alternative zu dem> Bauteil?
Nimm einen einzelnen Transistor pro Relais.
Hallo, danke für die schnelle Antwort. Ich habe mich wirklich mit dem
Bauteil verrannt so dass ich gar nicht die einfachste Lösung gesehen
habe.
Aber dann brauche ich zwei Transistoren je Relais a la CMOS (wäre kein
Problem); müssen diese Transistoren dann nicht aufeinander abgestimmt
sein? Denn sonst habe ich einen fast-Kurzschluss beim Umschalten.
Der Gelegenheitselektroniker schrieb:> Nur beim Messen des Ruhestroms musste ich schlucken: 55mA bei 12V.
Die Stromaufnahme hängt von den gesetzten Logikpegeln ab. Bei 55mA musst
du einen arg ungünstigen Zustand gewählt haben - sagt das Datenblatt.
Warum schaltest du die En-Eingänge fest auf H, wenn dich die
Stromaufnahme stört? Bei dem L293D von TI kämest du mit En=L wenigstens
auf typ. 10mA runter, was natürlich für Batteriebetrieb immer noch
ziemlich untragbar ist.
Wenn du jetzt verraten würdest, wieviel Strom deine Relais benötigen,
könnte man dir vielleicht eine stromsparende Alternative vorschlagen.
Die 12V Relais haben eine Spule von 360Ohm und müssen mit typ. 400mW
umgeschaltet werden laut Datenblatt. Auf meinem Breadboard klappte ein
Umschalten (also 0,9 -> 11,x V) mit 22µF in Serie schon ganz gut. Zur
Sicherheit würde ich 100µF einsetzen wollen.
Vom Prinzip brauche ich ja nur einen Pull-Push--Ausgang je Relais. Ich
weiß nicht, ob man sich den diskret mit MOSFETs einfach aufbauen kann
(siehe Frage oben). Zumindest habe ich das noch nie versucht. Ein
Wunsch-IC dürfte die Ausgänge auch auf Open-Drain schalten können - also
für alle Ausgänge gleichzeitig. Denn ich habe am µC noch genau einen IO
frei. (Hatte schon überlegt damit den IC komplett abzuschalten; aber
dann wirft der natürlich wieder die Relais um. Eigentor.)
Der Gelegenheitselektroniker schrieb:> Wie finde ich eine nicht so energiehungrige Alternative zu dem Bauteil?
Bei Versendern nach Halbbrücken-IC gucken und dann jedesmal im
Datenblatt nach der Ruhestromaufnahme.
Sanyo LB1909M, 0.1uA ausgeschaltet.
Aber in Zeiten der IC Knappheit eher nicht beschaffbar.
Der Zahn der Zeit (🦷⏳) schrieb:> Korrektur: Da ist eine Diode falsch:> | | | 10k | | +> | '-' | ###
Irgenwie fühle ich mich bei diesen ASCII-Art Schaltplänen immer in die
80er Jahre des vorigen Jahrhunderts versetzt. Wegen irgendwelcher nicht
abgeschalteten Formatierungsmechanismen besteht regelmäßig Unfallgefahr
bis zur Unlesbarkeit .
Heutzutage gibt es nun wirklich genug Möglichkeiten, vernünftig und
sicher lesbare Schaltpläne zu erzeugen.
Natürlich habe ich auch "echte" Schaltungseditoren, die hatte ich auch
schon in den 80ern, aber 1. finde ich die ASCII-Idee interessant (wenn
auch mächtig umständlich) und 2. will ich nicht extra ein File anlegen,
um es hochladen zu können. Dazu ist mir diese Schaltung zu klein. Und
mein Spleen zu groß.
Spätestens wenn es eine Möglichkeit gäbe, per Cut-and-Paste eine Grafik
einzubetten (wie bei Messengern), würde ich auch nicht mehr auf die
ASCII-Idee kommen.
Und ich bitte 1k Mal um Entschuldigung, wenn ich mir die Grafik
versehentlich versaut habe. Es ist mir unwahrscheinlich peinlich. Schön
dass du dich hier auch um eine Antwort auf die Frage bemühst, danke
dafür deinen erhellenden Beitrag, die wieder bestätigt: Wer helfen will,
braucht nur eine einzige kleine Schwäche zu zeigen, und schon gibt es
statt Dank einen Shitwind von den noch Klügeren.
Harald W. schrieb:> Nimm einen einzelnen Transistor pro Relais.
Das ist ein bistabiles relais. Das braucht ne H brücke.
Es sollte genügend fet basierte dinger geben die das können und
ruhestrom nähe null haben. MX1508 z.b. kasnn sogar "tristate".
Beim üblichen china board braucht aber schon die 5V regelung mit R und
zehnerdiode massig strom. Rauswerfen und einen 7805 reinmachen hilft.
Pepe T. schrieb:> Das ist ein bistabiles Relais. Das braucht ne H brücke.
Ein 1/2-H-Brücke, also ein einfacher MOSFET-Gate-Treiber tut es auch.
Die gibt es auch mit mehreren Kanälen, aber die Suche ist nicht so
einfach, weil nicht gut unterschieden werden kann, ob nur einfache
Ausgänge (1 Transistor) oder Gegentakt ist - was du brauchst. Dann gibt
es noch die mit 2 Ausgängen, von denen einer mehrere 100 V hochgelegt
werden kann.
Ich verwende z. B. in einer ähnlichen Anwendung die IX4428, für dich
kämen eher IX4427 oder IX4426 in Frage, oder die stärkeren IXDF604, oder
vielleicht auch IX4424G im DIL-Gehäuse. Dann habe ich noch irgendwelche
von Microchip im DIL-Gehäuse, aber ich will hier keine Marktübersicht
erstellen.
Pepe T. schrieb:> Ohne C brauchts eine ganze H.
Was vermutlich kleiner und kompakter ist, für 3 Relais reichen mit etwas
Intelligenz übrigens nur 4 Halbbrücken.
Pepe T. schrieb:> Ja, wenn man die kondensator-schaltung vom OP macht. Ohne C brauchts> eine ganze H.MaWin schrieb:> Was vermutlich kleiner und kompakter ist
Richtig, aber leider sind auch doppelt so viele Ausgänge am µC
erforderlich, was bei offensichtlich mindestens 8 Relais nicht unbedingt
einfach machbar ist und ein K.O.-Kriterium sein kann. Und ob der TO
("Gelegenheitselektroniker") die Firmware ändern kann, spielt ggf. auch
eine Rolle.
Da wäre die Frage, welche "Technolgien" er anwenden kann und welche
Arbeitsumgebung es bei ihm gibt. Einzelnes Hobby-Projekt? Platzbedarf
egal? Bauteile aus der Bastelkiste? Firmware aus dem Netz? Möglichst
keine SMDs? Dann käme eher mein 1. Vorschlag in Frage.
Oder Serienfertigung in einer Firma, der Einkauf wird die Teile
beschaffen und er oder die SW-Entwicklung passt die Firmware und der
Layouter das Layout an? Dann eher ein (exotischer)
Mehrfach-H-Brückentreiber, vielleicht mit SPI oder I2C statt parallel
angesteuert...
Der Zahn der Zeit (🦷⏳) schrieb:> Richtig, aber leider sind auch doppelt so viele Ausgänge am µC> erforderlich, was bei offensichtlich mindestens 8 Relais nicht unbedingt> einfach machbar ist und ein K.O.-Kriterium sein kann.
Notfalls hängt man ein Schieberegister per SPI an den µC