Wie kann ich dieses IC auslöten ?

OP #6993011
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Hallo,

Ich wollte einmal nachfragen, ob jemand einen Tipp hat, wie ich am 
besten das auf dem Bild abgebildete IC auslöten kann ?

(Es handelt sich um einen SCR (Silicone Controlled Rectifier) und die 
Platine ist aus einem Ladegerät, das IC soll ausgetauscht werden).

Die Beinchen habe ich abbekommen, aber ich habe keine Ahnung, wie ich 
den "IC-Körper" von dem großen Lötpad herunterbekommen soll.
Ich habe schon versucht mit Entlötlitze an allen vier seiten das Lot 
herauszusaugen, aber da kam nicht viel.
Desweiteren weiß ich nicht, ob es nur ein großes Lotpad ist, oder auch 
ein Klebepad, also das IC auch noch mit Klebstoff gehalten wird.
Habe gelesen, man soll die ganze Platine auf eine Kochplatte mit 
niedriger Stufe legen, sodass es von unten gleichmäßig erwärmt wird.
Heißluftföhn müsste ich mir besorgen (habe aktuell nur einen normalen 
Lötkolben) und wenn ich von oben mit dem Heißluftföhn drangehe, dann 
gehen die kleinen Bauteile drumrum 100-pro zuerst ab, daher bin ich mir 
da nicht sicher ob das Sinn macht.

Hat zufällig jemand sowas schon mal abbekommen und kann ein paar Tipps 
geben ?

Gruß
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OP #6993046
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Hallo, danke für den Hinweis.

Ich habe das grade mal ausprobiert, das Problem ist aber, das Lot will 
nicht unter das Pad fließen. Egal wo ich mit dem Lötkolben ansetze und 
Lot zuführe, es bildet sich immer ein großer Klumpen am Rand und das Lot 
fließt nicht auf/unter das Pad (Der Lötkolben steht schon auf Maximum, 
laut Typenschild hat er 48W).

Gruß
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #6993053
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Felix K. schrieb:
> und das Lot fließt nicht auf/unter das Pad
> (Der Lötkolben steht schon auf Maximum, laut Typenschild hat er 48W).
Der ist zu schwach. Er bekommt nicht genug Wärme in die Leiterplatte. 
Das kann auch an einer langen, dünnen, filigranen Lötspitze liegen.

Ich nehem dafür das Handstück WSP80 von Weller mit einer kurzen dicken 
Lötspitze. Mit sowas wie hier abgebildet, da geht das dann:
https://www.voelkner.de/products/2357041/Weller-WSP-80-Loetkolben-24V-80W-Meisselform-50-450C-inkl.-Loetspitze.html
Gast #6993078
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Felix K. schrieb:
> wenn ich von oben mit dem Heißluftföhn drangehe, dann
> gehen die kleinen Bauteile drumrum 100-pro zuerst ab, daher bin ich mir
> da nicht sicher ob das Sinn macht.
Es geht ja nicht darum, das Bauteil mit dem Fön abzulöten, sondern 
darum, die Platine vorzuwärmen. Wenn die Platine Raumtemperatur hat, 
muss der Lötkolben die Temperatur um etwa 280 °C erhöhen, wenn die 
Platine schon auf 100 °C  aufgeheizt ist, muss der Lötkolben nur noch 
200 °C 'zuführen'. Das ist schonmal fast ein Drittel weniger.
OP #6993083
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Lothar M. schrieb:
> Ich nehem dafür das Handstück WSP80 von Weller mit einer kurzen dicken
> Lötspitze. Mit sowas wie hier abgebildet, da geht das dann:
Die Lötspitze, die ich nutze entspricht von der Form her genau der 
verlinkten.
Dann sind es wohl zu Wenig Watt.

Fabian H. schrieb:
> Ansonsten: Viel hilft viel. Schön viel Lötzinn nehmen, dass da ein
> richtiger Ball entsteht.
Ich habe schon drangehalten bis ein richtiger Ball entsteht, das Problem 
es bleibt ein Ball und fließt nicht unter das Pad.

Denis schrieb:
> Heißluft geht auch, rest mit Alufolie abdecken.
Welche Temperatur würdet ihr denn beim Heißluftföhn empfehlen (wenn ich 
alles andere mit Alufolie abdecke ?
OP #6993094
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Dussel schrieb:
> Es geht ja nicht darum, das Bauteil mit dem Fön abzulöten, sondern
> darum, die Platine vorzuwärmen. Wenn die Platine Raumtemperatur hat,
> muss der Lötkolben die Temperatur um etwa 280 °C erhöhen, wenn die
> Platine schon auf 100 °C  aufgeheizt ist, muss der Lötkolben nur noch
> 200 °C 'zuführen'. Das ist schonmal fast ein Drittel weniger.

Achso ok, danke für die Erklärung jetzt verstehe ich.
Dann probiere ich mal Camping-Kochplatte auf kleiner Stufe + Lötkolben 
und Heißluftföhn (den ich mir noch leihen muss) ebenfalls auf kleiner 
Stufe + Lötkolben, vllt. klappt eine dieser Varianten.
#6993110
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Felix K. schrieb:
> das Problem
> es bleibt ein Ball und fließt nicht unter das Pad.

das muss es doch nicht nur die Temperatur transportieren bist das Zinn 
unter dem IC flüssig wird!
Evtl. wenn alles schon flüssig ist, ist das Teil geklebt? das kann man 
testen wenn das Zinn schön flüssig ist mit der Spitzzange das IC 
versuchen vorsichtig zu drehen, ist das Zinn flüssig wird der Kleber 
sich nicht wehren, wenns nicht geht war das Zinn noch nicht flüssig!

schau auch mal auf der Rückseite von der Platine unterm IC ob da nicht 
VIAs sind!
Untere thermal VIAs und eine große Fläche sind echt übel
OP #6993238
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Ok, danke bisher für die Tipps, ich habe jetzt "mit viel gutem Willen" 
es hinbekommen das Teil auch ohne Heißluftföhn oder Herdplatte zu 
entfernen.

Die Preisfrage ist jetzt (wie Ihr euch sicher denken könnt) wie bekomme 
ich jetzt das neue Teil gescheit aufgelötet ?
Ich habe schon mal das Pad und die beiden kleinen Pads für die zwei Pins 
vorverzinnt, das Problem ist aber jetzt, da die Lötfläche zwischen dem 
IC und dem Pad ist, kann man nicht gleichzeitig den Lötkolben anhalten 
und das Bauteil draufdrücken, es geht immer nur eines.
Ich habe schon versucht, das Lot auf dem Pad durch hin und her-bewegen 
des Kolbens gleichmäßig zum fließen zu bringen, was auch klappte, aber 
um dann das IC aufzudrücken, ist eine zu lange Zeitspanne erforderlich, 
in der das Lot wieder erstarrt.

Das ist im Moment mein Problem.
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#6993250
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Da ist viel zu viel Lötzinn drauf! Nimm Entlötlitze und mache 80% 
herunter. Das reicht dann immer noch, wenn du viel Flussmittel 
dazugibst. Und wie sieht die Rückseite aus? Sind da viele Vias, durch 
die man evtl. auch durchlöten könnte? Wenn dein Lötkolben bei so einer 
kleinen Fläche schon Probleme macht, ist er definitiv zu schwach!
Persönliche Seite #6993266
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Ich würde nur ein Pad vorverzinnen, und zwar das, welches am einfachsten 
zu löten ist (im Bild wäre das das rechts oben). Von allen anderen Pads 
das Zinn mit Entlötlitze etc. entfernen.

Dann Bauteil aufsetzen und mit dem vorverzinnten Pad anlöten und richtig 
ausrichten. Wenn es richtig sitzt (und vor allem plan aufliegt!), dann 
die anderen Pads löten.

Für das große Pad einen Lötkolben mit großer Spitze ansetzen, warm 
werden lassen und dann Lötzinn zuführen, so dass es unter das Bauteil 
fließt.
Gast #6993617
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Bei Bleifrei hast du ohne Zugabe von Bleizinn keine Chance.
Oben in der Fuge zwischen Blech und Platine ordentlich Bleizinn.
Dazu noch genügend Lötkolbenpower.

Einlöten.
Überflüssiges Zinn absaugen.
Die kleinen Pin anlöten.
Von oben Druck geben und wieder an der Fuge mit ordentlich Zinn 
erwärmen.

Ordentlich heist, dass die Spitze im Zinn schön versenkt ist.
Um eine gute Wärmeübertragung zu sichern.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #7749328
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Steffen W. schrieb:

Reicht da Alu echt aus?

Es geht darum, dass keine heiße Luft dorthin kommt und evtl. sogar die Bauteile wegbläst. Ist Aluminium luftdurchlässig?

Aber ein Tipp: wenn du sowas vorher noch nie gemacht hast, dann übe erst mal an ein paar Opferplatinen. Denn man glaubt es nicht, wie schnell sich so eine Leiterplatte delaminiert. Und dann mutieren mindestens die Durchkontaktierungen in diesem Bereich zu unkalkulierbaren Wackelkontakten.

BTW: für eine neue Frage mit völlig anderen Bauteilen einfach einen neuen Thread beginnen. Wenn ein älterer Thread nützliche Informationen enhält, dann kannst ja einfach den Link dorthin in deine Frage kopieren.

#7749384
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Wenn der Lötkolben schon grenzwertig wenig Leistung hat, dann schiebe die Lötspitze bis zum Anschlag in die Heizpatrone. Früher, bei unteregelten Lötkolben, hat man die Spitze recht weit rausgezogen, um die Temperatur runter zu bekommen. für normale Lötstellen passt es dann, aber große Flächen bekmmst du so nicht mehr gescheit warm.

#7749469
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Dussel schrieb:

Wenn die Platine Raumtemperatur hat, muss der Lötkolben die Temperatur um etwa 280 °C erhöhen, wenn die Platine schon auf 100 °C aufgeheizt ist, muss der Lötkolben nur noch 200 °C 'zuführen'.

Unsinn, wenn die Platine auf 100°C vorgeheizt ist, muss selbst bei bleifreiem Lötzinn der Lötkolben nur noch etwa weniger als 130K beisteuern. Normalerweise verwendetes bleifreies Lötzinn wird bei knapp unter 220°C flüssig.

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