Platin oder Edelstahlstift in Leiterplatte löten

OP #7012104
Hallo,

hat jemand Erfahrung ob man Stahlstifte 1-2mm2 oder noch besser 
Platinlegierte Stifte in eine Leiterplatte gelötet bekommt?
Die Idee ist diese Stifte dann in ein Elektrolyt einzutauchen.
Ich brauche den Aufbau für ein biologischen Versuchsaufbau und Kupfer 
ist da aufgrund seiner Toxität ein Problem.

Danke
Gast #7012144
Gold oder vergoldet ist keine Option?

Das wäre ziemlich sicher gut lötbar mit normalen Loten. Ich habe sowohl 
schon Gold als auch vergoldet schon verlöete, klappt gut.

Nadeln gibt es fertig für Testadapter:
https://ingun.com/produkte/kontaktstifte/ict-fct-kontaktstifte/
Verlötet werden üblicherweise die Hülsen, die Nadeln stecken dann da 
drin.

Das ist eine ziemlich dicke Hartvergoldung. Ob das biologisch taugt, 
kann ich leider nicht sagen. Die Unterlage besteht leider oft aus 
Nickel. Ab einer bestimmten Dicke der Vergoldung gilt das als dicht. Wie 
das bei den Biologen ist, weiß ich leider nicht.

Sonst müsste man halt Goldstifte nehmen. Die Frage ist, ob das Gold 
Legierungsbestandteile wie Silber haben darf oder nicht.
Gast #7012176
> hat jemand Erfahrung ob man Stahlstifte 1-2mm2 oder noch besser

Edelstahl laesst sich ganz normal loeten wenn du ein spezielles
Flussmittel auf Basis von Phosporsaeure hast.

Also erst damit benetzen, dann einmal verzinnen, dann das Flussmittel 
entfernen und dann normal loeten wie immer.

Platin wuerde ich ja gerne testen, aber meine 1kg Barren schafft mein 
Weller nicht. Haette ich wohl doch besser mal JBC gekauft. :-D

Olaf
#7012214
Olaf schrieb:
> Edelstahl laesst sich ganz normal loeten wenn du ein spezielles
> Flussmittel auf Basis von Phosporsaeure hast.

du willst aber auf einer Platine kein flußmittel welches Phosphorsäure 
beinhaltet. Normalerweise ist Edelstahl nicht weichlötbar. Jedenfalls 
nicht mit Zinnlot. Hartlöten macht die Platine nicht mit, ist also egal, 
ob man Edelstahl theoretisch hartlöten könnte.
Das einzige, was mir einfällt währe: eine Hülse zu verwenden und darin 
Edelstahl und Kupferstift miteinander verpressen. Das Kupferende kann 
man dann Einlöten. Möglicherweise gehen für diesen Zweck auch Kontakte 
von diversen Steckverbinderherstellern. Dazu müsste man den Durchmesser 
des Edelstahlstifts kennen. Diese Teile kann man dann leicht verpressen, 
da die entsprechende Hülse schon am Stift montiert ist. Der Stift indes 
lässt sich normalerweise leicht löten.
#7012238
Wenn Vergolden zu aufwendig ist:
Man kann Edelstahl gut hartlöten (gägniges Silberlot).
Wenn man die Stifte mit dem Hartlot nur überzieht in dem Bereich, 
sollten sie danach weich lötbar sein und der Rest ist weiter blanker 
Edelstahl.
Gast #7012295
Ich kenne deine Möglichkeiten nicht, aber evtl. gibt es Einpressstifte 
aus Edelstahl - sowas wie die von Broxing, die leider nicht aus 
Edelstahl zu sein scheinen.
Gast #7012324
Ulrich B. schrieb:
> hat jemand Erfahrung ob man Stahlstifte 1-2mm2 oder noch besser
> Platinlegierte Stifte in eine Leiterplatte gelötet bekommt?


Ist zwar offtopic weil ohne Löten:
Edelstahl ist ein weiter Begriff, das meiste ist Eisen mit Chrom. Für 
Chemie nehme ich meist Platinelektroden. Selbst da gibt es noch 
ausreichend Probleme. Davon ab hat man auch noch mehrere Übergänge 
(Platin-Lot-Verzinnung-Kupfer) an denen Spannungen generiert werden 
können.

Bei Widerstandsmessungen ist das eher unwichtig. Evtl. besser direkt mit 
Platindraht an den Messeingang ohne diverse Legierungen dazwischen. Dann 
ist die Leiterplatte nur noch der Halter.

Konnektieren kann man auch gut mit 3D gedruckten Elektrodenhaltern und 
einer Leiterplatte mit Federkontakten
Gast #7012857
> Das bestreite ich. Es hängt sicherlich von der Legierung ab, ob oder
> nicht.

Ich hab schon diverse Legierungen ganz normal mit ganz normalen
Loetzinn geloetet. Wichtig ist nur das Flussmittel.

https://www.monotaro.com/g/01270487/
https://www.marutsu.co.jp/pc/i/65485/
https://www.amazon.co.jp/%E5%A4%AA%E6%B4%8B%E9%9B%BB%E6%A9%9F%E7%94%A3%E6%A5%AD-goot-BS-4A-%E3%82%B9%E3%83%86%E3%83%B3%E3%83%AC%E3%82%B9%E7%94%A8%E3%83%95%E3%83%A9%E3%83%83%E3%82%AF%E3%82%B9%E3%82%BB%E3%83%83%E3%83%88/dp/B004ANN7TE

Das gibt es in Japan ganz normal im Elektronikgeschaeft. Die liefern 
zwar auch ein Loetzinn mit, aber das braucht man nicht. Bei uns 
natuerlich etwas schwer zu bekommen wenn man nicht mal im fernen Osten 
Urlaub machen will. Aber es gibt vergleichbare Flussmittel auch hier.

https://www.amazon.de/FELDER-Lötöl-Flussmittel-Weichlöten-Edelstahl/dp/B01822D1XA

https://www.edelstahl-rostfrei.de/fileadmin/user_upload/ISER/downloads/MB_836.pdf

Nur wie schon erwaehnt, erst einmal damit verzinnen und dann das 
Flussmittel entfernen. Sobald einmal Zinn drauf ist kann man es ganz 
normal wie alles andere loeten.

Olaf
#7014538
Ulrich B. schrieb:
> Die Idee ist diese Stifte dann in ein Elektrolyt einzutauchen.
> Ich brauche den Aufbau für ein biologischen Versuchsaufbau und Kupfer
> ist da aufgrund seiner Toxität ein Problem.

Wie wäre es dann mit Graphitstiften (Bleistiftminen gibt es bis herab zu 
0,5mm) oder gar Carbonfasern?
Die kann man natürlich nicht löten, aber klemmen. Vllt sogar an den 
Enden vergolden.
Gast #7014560
Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit. Normal lötbare Stifte 
verwenden, und diese dann galvanisch veredeln. Ich habe mal galvanisch 
versilbert, das war ganz easy. Vergolden müsste auch gehen. Was die 
Chemikalien betrifft => Internet oder Chemiker fragen.

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