Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug 3D Druck: Schichten trennen sich an Gehäusewand


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von rasz (Gast)



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Hey hey, ich habe ein Problem beim 3D-Druck von einem Gehäuse. Es 
separieren sich teilweise die äußeren Schichten der Gehäusewand. Anbei 
ein Bild der Layer, die sich separieren sowie die Darstellung im Slicer.

Weiß jemand, an welchen Einstellungen ich optimieren muss, damit sich 
die Situation verbessert? Drucktemperatur? Geschwindigkeit? Das Gehäuse 
druckt ca. 8 Stunden, daher ist ein durchprobieren aller Einstellungen 
etwas zeitintensiv. Ich hoffe daher auf Tipps von erfahreneren.

Bisher habe ich verschiedene PLAs ausprobiert. Mit allen tritt das 
Problem mehr oder weniger stark auf.

: Verschoben durch Moderator
von Chris L. (kingkernel)


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Welche Parameter nutzt du zum Drucken?

von Anselm (Gast)


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Zum testen erzeuge dir ein Teil mit einer 2cm langen Wand der gleichen 
Stärke und einer Höhe von 1cm. Wo ist da das Problem?

Btw, Das Problem hatte ich auch schon, aber meine Lösung war diese Wand 
dicker zu machen :)

von rasz (Gast)


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Chris L. schrieb:
> Welche Parameter nutzt du zum Drucken?

Ich hab mal einen Export der Einstellungen angehängt. Welche 
interessieren hier genau? Es gibt ja ein paar …

Anselm schrieb:
> Zum testen erzeuge dir ein Teil mit einer 2cm langen Wand der
> gleichen
> Stärke und einer Höhe von 1cm. Wo ist da das Problem?
>
> Btw, Das Problem hatte ich auch schon, aber meine Lösung war diese Wand
> dicker zu machen :)

Ja OK, keine schlechte Idee. ich probiere das mal. Trotzdem hoffe ich 
hier auf ein paar Vorschläge, die mich in die richtige Richtung leiten 
:)

von Drucker (Gast)


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Hi,

versuche generell deine Temperaturen etwas nach oben zu schieben und die 
Geschwindigkeit runter zu nehmen.
In den Abmessungen entsprechen die Modelle der gedruckten Realität? 
Stichwort "Extrusionsfaktor". Druck doch mal ein Probewürfel, das geht 
recht fix.
Dann kann man noch (ich kenne nur Prusaslicer, aber das sollte es bei 
allen geben) die Extrusionsbreite angeben, stimmt das? Hier würde ich 
auch mal SOLL und IST vergleichen.
Hast du eine Funktion "dünne Wände erkennen" und "extra 
Konturenhinzufügen"?

Leider schreibst du nichts über Slicersoftware und Drucker.

von Drucker (Gast)


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Drucker schrieb:
> Leider schreibst du nichts über Slicersoftware und Drucker.

OK, Prusaslicer, sorry, ich habe schon getippt als du das ini 
hochgeladen hast

von rasz (Gast)


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OK, die Wanddicken von 1mm oder 2mm funktionieren gut. Siehe Bild. Es 
ergeben sich stabile Wände. die 1,5mm Wand in der Mitte ist Mist. Das 
ist auch die Dicke mit der ich das Gehäuse gedruckt habe. Ich denke ich 
werde das Gehäuse mal mit 1mm und 2mm drucken und gucken was ein gutes 
Ergebnis liefert.

Die Dünne-Wände-Funktion war standardmäßig aus. Ich hab sie für den Test 
eingeschaltet und werde sie auch eingeschaltet lassen ab jetzt.

Allerdings habe ich auch mal den 20mm Calibration-Cube gedruckt. Die 
Breiten sind mit je 19,8mm wohl OK, oder? Er ist aber statt 20mm nur 
19mm hoch geworden. Da werde ich noch ein bisschen kalibrieren müssen.

von Nathan (Gast)


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Bei mir hat sich als Wandstärke für Gehäuse ein Vielfaches des 
Düsendurchmessers bewährt. Bei einer 0,4 mm Düse nehme ich je nach 
Gehäusegröße als Wandstärke entweder 1,6 oder 2,0 mm.

Ansonsten könnte es auch an einer leichter Unterextrusion liegen. Hast 
du deinen Extruder kalibriert, spricht die E-Steps am Drucker richtig 
eingestellt?

Beitrag #7029014 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Achim M. (minifloat)


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rasz schrieb:
> Da werde ich noch ein bisschen kalibrieren müssen

Nathan schrieb:
> die E-Steps am Drucker richtig eingestellt?

Düse auf Drucktemperatur heizen. Dann markierst du z.B. 12cm vor der 
Einlauföffnung das Filament mit einem Klebestreifen oder Eddingstrich. 
Dann den Extruder-Fördermotor 10cm laufen lassen. Danach Nachmessen ob 
er auch wirklich 10cm eingezogen hat, d.h. 2cm stehen geblieben sind.

Per Dreisatz die alten Extrudersteps in neue umrechnen, in die 
Maschinenparameter eingeben, speichern und nochmal das ganze zu 
Kontrolle.

rasz schrieb:
> Mit allen tritt das Problem mehr oder weniger stark auf.

Bei mir hat ein einziges Filament allergisch reagiert. Nach dem E-Steps 
einstellen ist dieses Filament immer noch zickig, aber das Ergebnis 
durch die Bank aller meiner PLA-Filamente einfach besser.

und noch Einer schrieb im Beitrag #7029014:
> Dieser Plastikdreck

... ist ein tolles Hobby und in der Industrie inzwischen auch nicht mehr 
wegzudenken. Besser, als alles aus Metall-Vollmaterial raus zu dröhnen.

mfg mf

: Bearbeitet durch User
von Wolfgang (Gast)


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rasz schrieb:
> Das Gehäuse druckt ca. 8 Stunden, daher ist ein durchprobieren
> aller Einstellungen etwas zeitintensiv. Ich hoffe daher auf Tipps
> von erfahreneren.

Die Erfahrung sagt, dass man solche Parameter an einem kleinen Probeteil 
herausfährt und nicht immer gleich ein ganzes Teil mit 8h Druckzeit 
produziert.

von Einer (Gast)


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Nathan schrieb:
> Bei mir hat sich als Wandstärke für Gehäuse ein Vielfaches des
> Düsendurchmessers bewährt. Bei einer 0,4 mm Düse nehme ich je nach
> Gehäusegröße als Wandstärke entweder 1,6 oder 2,0 mm.

Genau meine Erfahrung.

von Patrick L. (Firma: S-C-I DATA GbR) (pali64)


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Wenn man sehr dünne Wände macht, muss man "Hand anlegen".
4+1 Tipps was man tun kann, manchmal reicht schon einer davon:
1) die Extrusionsmenge rauf setzen (in der Regel >100% ~ 115%)
2) Die Temperatur ebenfalls um etwa 5° Erhöhen.
3) Die Druckgeschwindigkeit für den Bereich um etwa 20% reduzieren.
4) Die Schicht dicke etwas reduzieren
5) Hat man die Fuzzy Skin Funktion verhindert ebenfalls sehr 
Zuverlässig solche Aufsplittungen ;-) grad bei sehr dünnen Wänden.

Dies rührt daher, dass der Kunststoff sich quasi abstößt.(Hat man eine 
Extruderkamera, sieht mann das schön wie die "Wurst" grad nach dem Druck 
ein Abgang macht).
Der FlashPrint & der XYZ-Print Slicer, haben extra eine Funktion dafür.
Dein Bild mit den 3 Wänden, zeigt klar eine Unterextrusion, zwischen den 
"Würsten" ist Luft.
Ich drucke sehr oft dünne Wände, habe damit aber keine Probleme.
Hängt aber auch sehr stark mit dem Verwendeten Material zusammen, 
PEN-PET oder ApolloX neigen kaum zu solchen Problemen, ABS und 
PLA so wie PET-G sehr stark.

: Bearbeitet durch User
von John (Gast)


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Auf dieser Seite gibt es eine Übersicht über diverse 3D-Druck-Probleme, 
deren Ursache und mögliche Abhilfen:

https://www.simplify3d.com/support/print-quality-troubleshooting/

 -> Under-Extrusion

von Einer (Gast)


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rasz schrieb:
> OK, die Wanddicken von 1mm oder 2mm funktionieren gut. Siehe Bild. Es
> ergeben sich stabile Wände. die 1,5mm Wand in der Mitte ist Mist.

Warum auch immer das passiert, ich denke es ist am Ende ein Software-Bug 
oder mindestens irgendein Fehleinstellung.

Wenn die Extrusionsbreite 0,4mm beträgt, kann man mit 3 Schichten nur 
maximal 1,2mm erreichen. D.h. es fehlen bei Dir 0,3mm.

Der Slicer müsste vier Schichten für die Wand ansetzen, wovon er 
mindestens eine innere Schicht dünner druckt (0,3mm anstatt 0,4mm) oder 
beide innere Schichten mit 0,35mm statt 0,4mm druckt.

Ich habe noch nie Probleme bei "krummen" Wandstärken gehabt und es 
gerade mit Cura (etwas betagte Version) überprüft, der macht z.B. bei 
1,4mm schon 4 Schichten, eine davon ist eben sehr dünn.

von Einer (Gast)


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So sieht es bei mir in Prusa aus, von 1,0mm bis 2,0mm in Schritten zu 
0,1mm.

von Hans W. (Firma: Wilhelm.Consulting) (hans-)


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Einer schrieb:
> Warum auch immer das passiert, ich denke es ist am Ende ein Software-Bug
> oder mindestens irgendein Fehleinstellung.

zu 99% underextrusion wie oben geschrieben.
Wenn sich das sowieso auseinander machen lässt, miss einfach mal nach 
wie breit so eine Schicht ist.
Würde mich nicht wundern, wenn du bei 0.35mm statt der eingestellten 
0.45 bist.

Möglicherweise auch etwas zu kalt gedruckt. Wobei die einstellungen 
schon ok wären... also ggf mal die temperatur nachmessen, wenn das 
xyz+extruder kalibrieren nicht hilft.

die 20mm cubes sind übrigens mist... => 
https://www.youtube.com/watch?v=lYmFXrmC5p0
Habe ich zuerst auch nicht geglaubt, das ist aber tatsächlich wesentlich 
unproblematischer.
Einerseits fallen Messfehler durch die 100mm weniger ins Gewicht und 
anderseits mache man weniger da die Ecken rund sind.

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