Forum: Haus & Smart Home Solar Blitzschutzsicherung an geerdete Anlage anschließen


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von Galileo (Gast)


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Ich habe hier eine kleine Inselsolaranlage auf dem Hausdach mit 
Batteriespeicher und Wechselrichter. Ich möchte noch einen Schutz bei 
Blitzeinschlag einbauen und habe ein paar Fragen:

1. Sind die Überspannungssicherungen mit dem Aufdruck Plus und Minus 
identisch zu den Sicherungen mit dem Aufdruck L und N? Beide Varianten 
findet man bei der Suche nach "Solar Blitzschutz".

2. Über die Laderegler ist der Minuspol der Batterien mit der negativen 
Leitung der Solarmodule direkt verbunden. Außerdem verbindet der 
Wechselrichter den Minuspol der Batterien mit der Erdungsleitung des 
Insel-Stromnetzes und das ist wiederum geerdet. Also ist der Blitzschutz 
an der Minusleitung überflüssig und ich könnte doch auch direkt die 
Leitung erden, sodass die Spannungsspitze nicht erst durch die 
Laderegler und den Wechselrichter durch muss?

3. Wäre es idealer wenn ich eine Trennung hätte zwischen der Erdung der 
Elektronik und den Solarmodulen hätte?

4. Ist es sinnvoll das Gestell und die Rahmen der Solarmodule mit dem 
Blitzableiter zu verbinden? Einerseits könnte ein Blitzeinschlag so 
direkt abgeleitet werden, andererseits "lockt" man damit den Blitz auch 
näher zu den Solarmodulen, wo dann mehr Strom in die Kabel induziert 
werden kann.

von Käferlein (Gast)


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zu 1. Keine Ahnung.
zu 2. Das ist gut. Ich werde den Pluspol erden,
momentan ist das Panel potentialfrei. Muss ich aber
noch testen. Ich hoffe, dass ich mit der Insel zum
Herbst fertig werde.
Zu 3. Wenn du den Pluspol erden willst, ja.
Zu 4. Vorschrift ist das. Ich habe mich an die Erdung
der Sat-Anlage geklemmt.

von Käferlein (Gast)


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PS: Ohne Blitzschutz hätte ich die Inverter isoliert ans Gestell
anschrauben müssen. Fand ich nicht so toll. Also richtig geerdet
und auch Verbindungen überbrückt.

von oszi40 (Gast)


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Da sollte man nochmals gründlich darüber schlafen. Bei Gleichstrom hat 
man auch galvanische Elemente. In ungünstigen Fällen könnte der 
Blitzableiter auch zur "Opferanode" werden und mit der Zeit 
verschwinden?
Ansonsten ist über Blitzschutz bei Dehn.de viel zu lesen. 
https://www.dehn.de/de/blitzschutz-erdung-0

von Timo N. (tnn85)


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Galileo schrieb:
> Außerdem verbindet der
> Wechselrichter den Minuspol der Batterien mit der Erdungsleitung des
> Insel-Stromnetzes und das ist wiederum geerdet

Warum macht der das?

von Käferlein (Gast)


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Weil die Insel über N und PE mit dem Netz verbunden wird.

von Timo N. (tnn85)


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Käferlein schrieb:
> Weil die Insel über N und PE mit dem Netz verbunden wird.

Bitte was? Wer lässt über PE strom fließen?

von Galileo (Gast)


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Timo N. schrieb:
> Käferlein schrieb:
>> Weil die Insel über N und PE mit dem Netz verbunden wird.
>
> Bitte was? Wer lässt über PE strom fließen?

Über PE fließt (praktisch) kein Strom. Man setzt nur das Potential fest, 
denn sonst wandert es wer weiß wohin. Das ist praktisch überall üblich. 
In Kraftwerken wird N geerdet und bei einem stationären Wechselrichter 
macht man es auch.

von Galileo (Gast)


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Käferlein schrieb:
> zu 2. Das ist gut. Ich werde den Pluspol erden,
> momentan ist das Panel potentialfrei. Muss ich aber
> noch testen. Ich hoffe, dass ich mit der Insel zum
> Herbst fertig werde.

Warum den Pluspol erden und nicht den Minuspol?

> Zu 4. Vorschrift ist das. Ich habe mich an die Erdung
> der Sat-Anlage geklemmt.

Ist die Sat-Anlage nur normal geerdet oder ist es richtig als 
Blitzableiter geeignet?

von Helge (Gast)


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Der Grobschutz gegen Blitzschlag sitzt im Sammler, meist auf dem Dach. 
Da gehören Geräte für deine Gleichspannung hin, also eben nicht welche 
für den Haushaltsverteiler, die sind nur für AC und viel kleinere 
Spannung.

Dieser Grobschutz wird mit dem äußeren Blitzschutz verbunden, wenns gar 
nicht anders geht mit einer möglichst geraden, kurzen Leitung an den 
Potentialausgleich, wenn der sehr gut ist. Der Grund dafür ist, daß ein 
Blitz dir krasse Transienten produziert, die du gar nicht erst ins Haus 
lassen willst. Jeder Meter Leitung, jeder Bogen oder gar Knick ist eine 
Induktivität.

Nach dem Grobschutz draußen kommt innen ein DC-Feinschutz vor deine 
Ladeelektronik, mit eigenem min. 16mm² an den Potentialausgleich. Dazu 
braucht dein Wechselspannungsausgang auch einen Feinschutz, aber halt 
den "gewöhnlichen" für AC.

Was wirklich notwendig ist, hängt von länderspezifischen Normen und dem 
Blitzrisiko ab, sowie vom Aufbau und den Leitungslängen.

von Timo N. (tnn85)


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Galileo schrieb:
> Über PE fließt (praktisch) kein Strom. Man setzt nur das Potential fest,
> denn sonst wandert es wer weiß wohin. Das ist praktisch überall üblich.
> In Kraftwerken wird N geerdet und bei einem stationären Wechselrichter
> macht man es auch.

Meine ursprüngliche Frage bezog sich darauf, dass der Wechselrichter den 
Minuspol mit der Erde verbindet. Da wollte ich wissen, warum?
In netzgekoppelten Anlagen wird überwacht, dass weder Minus noch Plus 
mit der Erde verbunden sind und es wird der Isolationswiderstand 
gemessen.

Meine zweite Frage bezog sich darauf, warum die Insel mit PE und N mit 
dem Netz verbunden ist und ich dachte er meinte eine Netzkopplung.

Das N mit PE vom WR an irgendeinem Punkt verbunden sind, wäre logisch. 
Am Besten vor einem FI, wenn man da noch Schutz einbaut.

von Heinz R. (heijz)


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Du darfst aussuchen:

Metallteile - somit Potentialausgleich nötig, min 6mm² nötig

Blitzschutz - min 16mm², direkte Leitungsverlegung - keine Ecken usw

Durch den den Potentialausgleich schaffst Du dir indirekt einen 
unterdimensionierten Blitzableiter der den Blitz quasi anzieht - 
nächstes Problem

Jetzt kommen die nächsten Experten:  ein Solarpanel  hat Schutzklasse 2 
- somit ist eine Erdung gar nicht zulässig

Sorry das ich Dir nicht wirklich helfen kann - stehe genau vor dem 
gleichen Problem

: Bearbeitet durch User
von Sven L. (sven_rvbg)


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Heinz R. schrieb:
> Jetzt kommen die nächsten Experten:  ein Solarpanel  hat Schutzklasse 2
> - somit ist eine Erdung gar nicht zulässig

Bei PV werden die Unterkonstruktion und darüber die Rahmen der Module 
mit dem Potentialausgleich verbunden um irgendwelche elektrostatischen 
Aufladungen etc. zu eliminieren.

Weiterhin ist die Erdnung des Modulfeldes wichtig, damit die 
Fehlererkennug im Wechselrichter korrekt funktionieren kann.

Es ist schon richtig, das im normalen Betrieb zwischen String und Erde 
keine Verbindung besteht, aber es können ja durch Äußere Einflüsse 
entsprechende Fehler auftreten und diese sollten dann auch detektiert 
werden können.

von Galileo (Gast)


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Helge schrieb:
> Was wirklich notwendig ist, hängt von länderspezifischen Normen und dem
> Blitzrisiko ab, sowie vom Aufbau und den Leitungslängen.

Ich habe zwei Felder auf dem Dach. Das eine Feld hat etwa 5m Kabellänge 
und das andere 15m bis zu einem Sicherungskasten wo der grobe 
Überspannungsschutz rein soll. Jetzt ist der Kasten noch leer. Von dem 
Sicherungskasten sind es nochmal etwa 20m bis zu den Ladereglern, wo 
auch direkt die Batterien sind und der Wechselrichter.

von Galileo (Gast)


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Timo N. schrieb:
> Meine ursprüngliche Frage bezog sich darauf, dass der Wechselrichter den
> Minuspol mit der Erde verbindet. Da wollte ich wissen, warum?
> In netzgekoppelten Anlagen wird überwacht, dass weder Minus noch Plus
> mit der Erde verbunden sind und es wird der Isolationswiderstand
> gemessen.

Ob das alles so richtig ist weiß ich auch nicht. Aktuell habe ich aber 
auch eine Wallbox fürs E-Auto die zusätzlich die Batterie erdet, weil 
zwei Leitungen zur Spannungsmessung angeschlossen sind. Also die Leitung 
am Minuspol ist geerdet und wenn ich diese weglasse dann wird das 
spannungsabhängige laden nicht mehr funktionieren.


> Meine zweite Frage bezog sich darauf, warum die Insel mit PE und N mit
> dem Netz verbunden ist und ich dachte er meinte eine Netzkopplung.

Ich habe unter "Netz" das lokale Hausnetz verstanden, aber jetzt merke 
ich wie ungenau das Wort ist.

von Timo N. (tnn85)


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Galileo schrieb:
> Ob das alles so richtig ist weiß ich auch nicht. Aktuell habe ich aber
> auch eine Wallbox fürs E-Auto die zusätzlich die Batterie erdet, weil
> zwei Leitungen zur Spannungsmessung angeschlossen sind. Also die Leitung
> am Minuspol ist geerdet und wenn ich diese weglasse dann wird das
> spannungsabhängige laden nicht mehr funktionieren.

Auch das verstehe ich nicht. Ich bin mir jetzt nicht 100% sicher, aber 
warum das E-Auto den Minuspol mit PE verbinden sollte, weiß ich nicht.
Jedes mal wenn man einen Pol mit dem Erdpotential verbindet, birgt das 
die Gefahr, dass man sich beim Berühren des anderen Pol einen Schlag 
holt.
Bei den 800V von E-Auto und PV ist das tödlich.
Besser beide Pole floaten lassen und die Isolation zum PE überwachen. 
Dann kann man auch einen Pol (aus Versehen) anfassen und es passiert 
noch nichts.

von Galileo (Gast)


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Timo N. schrieb:
> aber
> warum das E-Auto den Minuspol mit PE verbinden sollte, weiß ich nicht.

In der Wallbox ist ein Mikrocontroller drin, der die Spannung der 
stationären Batterie misst (ein Kabelschuh an Plus, einer an Minus) und 
mit dem Auto über das Ladekabel kommuniziert. Selbst wenn ich die 
PE-Leitung unterbreche ist die Wallbox noch über das dünne Messkabel 
geerdet.

von Käferlein (Gast)


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Galileo schrieb:
> Warum den Pluspol erden und nicht den Minuspol?
>
Hatte oszi40 schon weiter oben geschrieben. Stichwort Opferanode.
Die Zentralbatterie meiner Telefonalage liegt deshalb auch mit
Plus an Masse.
>
> Ist die Sat-Anlage nur normal geerdet oder ist es richtig als
> Blitzableiter geeignet?
16 Quadrat und Erdspieß

Timo N. schrieb:
> Meine ursprüngliche Frage bezog sich darauf, dass der Wechselrichter den
> Minuspol mit der Erde verbindet. Da wollte ich wissen, warum?
> In netzgekoppelten Anlagen wird überwacht, dass weder Minus noch Plus
> mit der Erde verbunden sind und es wird der Isolationswiderstand
> gemessen.

Das gilt für sog. String Wechselrichter. Dort floatet das in
von VDRs festgelegten grenzen.
Man soll die mehrere 100V hohe Spannung zumindest einseitig
anpacken können.
Ich habe mich für je einen Mikrowechselrichter pro Panel entschieden,
da stellt sich die Frage gar nicht.

von Käferlein (Gast)


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PS:
Heinz R. schrieb:
> Jetzt kommen die nächsten Experten:  ein Solarpanel  hat Schutzklasse 2
> - somit ist eine Erdung gar nicht zulässig

Bei meinen Jinkos ist der Punkt für eine Erdungsschraube
extra gekennzeichnet.

von Heinz R. (heijz)


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Sven L. schrieb:
> Bei PV werden die Unterkonstruktion und darüber die Rahmen der Module
> mit dem Potentialausgleich verbunden um irgendwelche elektrostatischen
> Aufladungen etc. zu eliminieren

interessanter Artikel hierzu:
https://www.sonnenenergie.de/index.php?id=30&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=157

Käferlein schrieb:
> Ich habe mich für je einen Mikrowechselrichter pro Panel entschieden,
> da stellt sich die Frage gar nicht.

was hast DU dann mit der UK gemacht? an den Potentialausgleich 
angeschlossen?  Mit welchem Querschnitt?

Stehe genau vor der gleichen Frage und sehe die Verbindung durchaus als 
kritisch da ich gerade damit Blitze anziehe

von Timo N. (tnn85)


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Galileo schrieb:
> In der Wallbox ist ein Mikrocontroller drin, der die Spannung der
> stationären Batterie misst (ein Kabelschuh an Plus, einer an Minus) und
> mit dem Auto über das Ladekabel kommuniziert. Selbst wenn ich die
> PE-Leitung unterbreche ist die Wallbox noch über das dünne Messkabel
> geerdet.

Was ist das für eine Wallbox?
Über welches Auto sprechen wir hier? Die mir bekannten Wallboxen können 
alle nur Drehstrom/Wechselstrom laden. Ist das irgendwas besonders? Ein 
Gleichstromlader wirst du doch nicht besitzen.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Heinz R. schrieb:
> interessanter Artikel hierzu:
> 
https://www.sonnenenergie.de/index.php?id=30&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=157

Interessant schon, aber auch viel bla bla...

Blitzschutz ist ein Riesenthema für sich, da gibt es Firmen, die nichts 
anderes machen und was gestern noch richtig war ist heute schon falsch.

Die Idee die UK und den Modulramen (beides aus Metall und in direktem 
Kontakt) seperat zu betrachen ist schon leicht bescheuert. Ich kenne 
keine Möglichkeit Module isoliert auf die UK zu Montieren.

Den Rahmen als Hilfskonstruktion anzusehen ist okay.

Wie gesagt, in der Praxis führt man einen Potentialausgleich durch, 
wegen der auch im Artikel beschriebenen Aufladungen. Das der PA geerdet 
ist, hat noch den Vorteil, das man eben auch Isolationsfehler der 
Stringkabel erkennen kann. Es kommt immer mal wieder vor, das ein 
Stringkabel zwischen Modul und UK eingeklemmt und beschädigt wird. Wäre 
da nichts geerdet, dann stünde ggf. die ganze UK unter Spannung 
(Doppelfehler), das ist dann wenn man mit der einen Hand am Halter der 
Satschüssel hängt und mit der anderen am Modulfeld kein kribbelm mehr, 
sondern richtig gefährlich.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Galileo schrieb:
> In der Wallbox ist ein Mikrocontroller drin, der die Spannung der
> stationären Batterie misst (ein Kabelschuh an Plus, einer an Minus) und
> mit dem Auto über das Ladekabel kommuniziert. Selbst wenn ich die
> PE-Leitung unterbreche ist die Wallbox noch über das dünne Messkabel
> geerdet.

Mich würden hier auch mal Details interessieren, ich hab zwar schon ein 
paar Wallboxen in Betrieb genommen, aber da war nix dabei, was irgendwo 
an einer Batterie die Spannung misst. Wallboxen gibt es aber furchtbar 
viele, sodass man wieder mal nur spekulieren kann.

von Timo N. (tnn85)


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Sven L. schrieb:
> Mich würden hier auch mal Details interessieren, ich hab zwar schon ein
> paar Wallboxen in Betrieb genommen, aber da war nix dabei, was irgendwo
> an einer Batterie die Spannung misst. Wallboxen gibt es aber furchtbar
> viele, sodass man wieder mal nur spekulieren kann.

Nichts mit spekulieren. "Im Volksmund" versteht man unter Wallbox ein 
Gerät, dass man sich im Privatbereich oder bei kleinen Betrieben an die 
Wand kloppt und worüber dein Auto geladen wird.
Abgrenzend dazu gibt es öffentliche AC-Ladesäulen und 
DC-Schnellladesäulen (meist an den Autobahnen).

Die Wallboxen, zumindest die ich kenne, sind alles nur reine Schalter, 
die entweder bis 11kW oder 22kW Leistung als Drehstrom ins Auto 
durchleiten. Im Auto sitzt dann das eigentliche Ladegerät 
(Onboardcharger) und wandelt die 3x400V Wechselspannung in die für die 
Batterie des Fahrzeugs korrekte Gleichspannung um und läd damit die 
Batterie des Fahrzeugs.

Das einzige was die Wallbox noch kann ist, dem Ladegerät im Fahrzeug 
über den CP (Pilotkontakt) über eine 1khz PWM mitzuteilen, welchen 
maximalen Strom das Fahrzeug aus dem Netz ziehen darf. Angefangen bei 6A 
bis 80A laut https://de.wikipedia.org/wiki/SAE_J1772
Alles über 32A (für 22kW Wallboxen) ist eher für die Amis gedacht, da 
die ja kein 400V 3-Phasensystem haben und das dann über den Strom 
ausgleichen müssen.

Gleichstrom kommt da gar nicht vor.
Das einzige was ich mir vorstellen kann ist, dass der Galileo irgendein 
altes Elektromobil hat, dass eine herstellerspezifische Ladelösung hat, 
die aber so kein Standard ist.

von Käferlein (Gast)


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Heinz R. schrieb:
> was hast DU dann mit der UK gemacht? an den Potentialausgleich
> angeschlossen?  Mit welchem Querschnitt?
16Quadrat am Dachhaken. Das musste ich an 4 Dachhaken machen.
> Stehe genau vor der gleichen Frage und sehe die Verbindung durchaus als
> kritisch da ich gerade damit Blitze anziehe
Da im Microinverter PE am Gehäuse liegt, und dieser an die
Unterkonstruktion angeschraubt ist, habe ich mich zur Erdung
der Konstruktion entschieden. Die Anlage zieht also so der so
den Blitz an.
Zumal es von der SAT-Anlage kein weiter Weg ist und ich noch
16Quadrat da habe.

von Heinz R. (heijz)


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Sven L. schrieb:
> Blitzschutz ist ein Riesenthema für sich, da gibt es Firmen, die nichts
> anderes machen und was gestern noch richtig war ist heute schon falsch

genau das ist ja mein Problem:

Wie Du sagst ist Blitzschutz ein sehr komplexes Thema
Aber wenn ich jetzt der Photovoltaik-Anlage  mit 6mm² einen 
Potentialausgleich schaffe - genau damit sorge ich doch für einen 
murksigen Laienhaften Blitzableiter der nie funktionieren wird und noch 
weit größere Schäden verursacht?

von Galileo (Gast)


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Sven L. schrieb:
> Galileo schrieb:
>> In der Wallbox ist ein Mikrocontroller drin, der die Spannung der
>> stationären Batterie misst (ein Kabelschuh an Plus, einer an Minus) und
>> mit dem Auto über das Ladekabel kommuniziert. Selbst wenn ich die
>> PE-Leitung unterbreche ist die Wallbox noch über das dünne Messkabel
>> geerdet.
>
> Mich würden hier auch mal Details interessieren, ich hab zwar schon ein
> paar Wallboxen in Betrieb genommen, aber da war nix dabei, was irgendwo
> an einer Batterie die Spannung misst. Wallboxen gibt es aber furchtbar
> viele, sodass man wieder mal nur spekulieren kann.

Es ist eigentlich eine normale einphasige AC-Wallbox mit CCS Typ2 
Stecker und maximal 7,2kW. Die einzige Besonderheit ist die 
Batterieüberwachung. Ich kann halt eine untere Spannungsgrenze 
einstellen ab der der Ladevorgang beendet wird. Es wäre ja blöd wenn 
abends das Auto geladen wird bis im Haus das Licht ausgeht weil die 
stationäre Batterie vollständig entladen wurde.

Ich habe mir jetzt aber nochmal die Erdung genauer angeschaut. Im 
Wechselrichter habe ich eine geschraubte Drahtbrücke gesehen. Wenn ich 
die rausnehmen müsste der Minuspol von der Erdung getrennt sein. Dann 
muss ich nur noch die Erdungsleitung zur Wallbox unterbrechen damit der 
Minuspol nicht mehr geerdet ist.

Heinz R. schrieb:
> Aber wenn ich jetzt der Photovoltaik-Anlage  mit 6mm² einen
> Potentialausgleich schaffe - genau damit sorge ich doch für einen
> murksigen Laienhaften Blitzableiter der nie funktionieren wird und noch
> weit größere Schäden verursacht?

Genau davor habe ich Angst. Schlimmstenfalls holt man sich den Blitz ins 
Haus wodurch sämtliche Elektronik zerstört werden könnte und ein Brand 
entstehen kann. Extrem hoch kann das Risiko aber nicht sein, denn trotz 
Boom bei den Balkonkraftwerken habe ich noch keine aktuellen Geschichten 
aus der Richtung gehört. Ein Balkonkraftwerk wird ja meist weniger 
professionell installiert, ohne Blitzschutz und mit kurzen Leitungen zu 
den Verbrauchern.

von oszi40 (Gast)


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Heinz R. schrieb:
> mit 6mm²

Bei direktem Einschlag bleibt davon nur ein schwarzer Strich an der 
Wand. Kollegen haben schon den dicken Blitzableiter bei einem direkten 
Einschlag kurz glühen gesehen. Genau deswegen wird der Blitzableiter 
z.B. auch mit Abstandshaltern auf dem Dach verlegt. Es wäre sicher 
sinnvoll, mal mit einer örtlichen Blitzschutzfirma über Deine 
Installation zu sprechen.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Heinz R. schrieb:
> Wie Du sagst ist Blitzschutz ein sehr komplexes Thema
> Aber wenn ich jetzt der Photovoltaik-Anlage  mit 6mm² einen
> Potentialausgleich schaffe - genau damit sorge ich doch für einen
> murksigen Laienhaften Blitzableiter der nie funktionieren wird und noch
> weit größere Schäden verursacht?
Naja wie viele Gebäude werden denn noch mit äußerem Blitzschutz gebaut?
Und selbst wenn man den hat, dann ist das auch kein Garant für 
irgendwas, wenn der Blitz direkt einschlägt. Ich denke, wenn das 
passiert, hat man eh andere Probleme.

Deinen murksigen Blitzableiter hast Du aber druch allerlei andere 
Leitungen die irgendwo in's Gebäude führen.

Mir hat mal einer erzählt da hat der Blitz 50m vor dem Haus in's 
Telekomkabel eingeschlagen, das in der Erde liegt... .

Galileo schrieb:
> Es ist eigentlich eine normale einphasige AC-Wallbox mit CCS Typ2
> Stecker und maximal 7,2kW. Die einzige Besonderheit ist die
> Batterieüberwachung. Ich kann halt eine untere Spannungsgrenze
> einstellen ab der der Ladevorgang beendet wird. Es wäre ja blöd wenn
> abends das Auto geladen wird bis im Haus das Licht ausgeht weil die
> stationäre Batterie vollständig entladen wurde.
Machs nicht so spannend, wie heisst das Teil?

Bei Fronius fragt die Wallbox den WR ab. In der App kan man SoC Grenzen 
für den Akku einstellen.

von Heinz R. (heijz)


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oszi40 schrieb:
> Es wäre sicher
> sinnvoll, mal mit einer örtlichen Blitzschutzfirma über Deine
> Installation zu sprechen.

Das Haus hat keinen Blitzschutz - es soll aktuell auch keiner 
nachgerüstet werden
Die Frage ist doch:
Potentialausgleich an die Solarkonstruktion - oder besser weg lassen?

von Christian M. (likeme)


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ab <drei Platten empfehle ich einen Potentialausgleich sonst bitzelts an 
den Panelen (Berührungsspannung) und der WR erkennt keinen Leck Strom im 
Fall eines Defektes einer Platte.

: Bearbeitet durch User
von Timo N. (tnn85)


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Heinz R. schrieb:
> Das Haus hat keinen Blitzschutz - es soll aktuell auch keiner
> nachgerüstet werden

Also keinen externen Blitzschutz (Blitzableiter).
Einen internen Blitzschutz (Überspannungsgerät SPD) Typ 1 +2 würde ich 
auf jeden Fall einbauen. Und zwar für DC und auch für deine AC Anlage 
(beim SLS).

Das heißt dann auch Potentialschiene, die mit dem Funamenterder 
verbunden ist.
16mm² PE zur PV konstruktion.

von Käferlein (Gast)


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Heinz R. schrieb:
> Die Frage ist doch:
> Potentialausgleich an die Solarkonstruktion - oder besser weg lassen?

Wenn die Konstruktion nicht geerdet ist, der Mikrowechselrichter
ein nicht geerdetes Gehäuse hat und dein Panel keinen Erdanschluss hat,
solltest du keinen Potentialausgleich anbringen.

Sonnst 16 Quadrat.

von Helge (Gast)


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Galileo schrieb:
> Das eine Feld hat etwa 5m Kabellänge
> und das andere 15m bis zu einem Sicherungskasten wo der grobe
> Überspannungsschutz rein soll. Jetzt ist der Kasten noch leer. Von dem
> Sicherungskasten sind es nochmal etwa 20m bis zu den Ladereglern

Ich würde wenigstens 16mm² zum Potentialausgleich legen, sowohl vom 
Sammler mit dem Grobschutz als auch von den Panel-Gestellen. Bei 20m wie 
du sagst Feinschutz vor die Laderegler. Nach Möglichkeit Bögen, Knicke 
bei den Erdungsleitungen vermeiden.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Heinz R. schrieb:
> Potentialausgleich an die Solarkonstruktion - oder besser weg lassen?

Wenn der Blitz in's Gebäude schlägt, denkst Du wirklich das er so 
wählerisch ist, sich zwischen + und - oder dem Potentialausgleich zu 
entscheiden?

Überspannungsschutz funktionier übrigens genau so, das alle Leiter auf 
das gleiche Potential angehoben werden, so das die Differenz zwischen 
den Leitern theoretisch wieder Null ist...

von Heinz R. (heijz)


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Sven L. schrieb:
> Wenn der Blitz in's Gebäude schlägt, denkst Du wirklich das er so
> wählerisch ist, sich zwischen + und - oder dem Potentialausgleich zu
> entscheiden?

a, das denke ich tatsächlich - zumindest theorretisch und in meinem 
Sonderfall mit Modul-WR

+ / - der WR sind potentialfrei

ALllerdings haben leider wiederum die WR ein geerdetes Gehäuse, werden 
an die UK geschraubt....

Timo N. schrieb:
> Einen internen Blitzschutz (Überspannungsgerät SPD) Typ 1 +2 würde ich
> auf jeden Fall einbauen. Und zwar für DC und auch für deine AC Anlage
> (beim SLS)

SLS habe ich keinen. hier sind noch NH-Sicherungen drin, werde wohl 
einen Typ 1 + 2 erst mal nach dem Zähler installieren, weniger Theater 
mit dem verplombten Bereich - der schützt ja erst mal vor Überspannung 
aus der Netzversorgung

Da bei mir aber kein DC sondern 400V 3phasig AC von den Solarzellen 
kommt - würdest Du hier einen 2. Überspannungsschutz vorsehen?  Oder 
besser diese Leitung vor dem Überspannungsschutz einspeisen?

von Sven L. (sven_rvbg)


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Heinz R. schrieb:
> a, das denke ich tatsächlich - zumindest theorretisch und in meinem
> Sonderfall mit Modul-WR
>
> + / - der WR sind potentialfrei
Und Du meinst nicht, das die Energie des Blitzes so groß ist, das Sie im 
Wechselrichter einfach vom Eingang zum Netzanschluss "hüpft"?

So 1cm je kV sagt man...

von Heinz R. (heijz)


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Sven L. schrieb:
> Und Du meinst nicht, das die Energie des Blitzes so groß ist, das Sie im
> Wechselrichter einfach vom Eingang zum Netzanschluss "hüpft"?

Das wird er auf alle Fälle tun, da hast Du schon recht

Nur fällt ein Blitz ja nicht einfach vom Himmel - er entsteht zwischen 2 
Polen

Wenn mein Nachbar jetzt z.B. eine geerdete Dachrinne hat - solange ich 
kein Erdpotential auf dem Dach habe - alles gut

Aber genau das schaffe ich mir doch durch so einen Potentialausgleich?

Dem Blitz ist es doch erst mal egal welcher Kabelquerschnitt hinter der 
Erdung steckt - wie diese verlegt ist?

Den Schaden habe anschließend ich, der Blitz hat sich halt das 
höchstgelegene Erdpotential gesucht...

von Käferlein (Gast)


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Heinz R. schrieb:
> Da bei mir aber kein DC sondern 400V 3phasig AC von den Solarzellen
> kommt - würdest Du hier einen 2. Überspannungsschutz vorsehen?  Oder
> besser diese Leitung vor dem Überspannungsschutz einspeisen?

Ist ja genau so wie bei mir.
Ich habe S20K275 und eine 3,15A Flink mit Sandfüllung in den
Inverter gebaut. Bei der Gelegenheit auch gleich eine längere
Netzstrippe.

Ich hatte noch keine Gelegenheit den Inverter zu zerlegen und zu
analysieren. Was hier mit der Post kommt, wird modifiziert
und kommt schnellstmöglich unter das Panel. Habe zwei Inverter
in Betrieb, auf den dritten warte ich noch. Dann bestelle ich
einen vierten zum experimentieren und für Ersatz.

von Timo N. (tnn85)


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Heinz R. schrieb:
> Da bei mir aber kein DC sondern 400V 3phasig AC von den Solarzellen
> kommt - würdest Du hier einen 2. Überspannungsschutz vorsehen?  Oder
> besser diese Leitung vor dem Überspannungsschutz einspeisen?

Naja von den Solarzellen kommt immer DC. Du meinst aber, dass du einen 
Modul-WR hast und somit direkt hinter den Modulen schon AC vom Dach 
kommt. Dreiphasige 400V Modul-WR kenn ich allerdings nicht...

Aber nein. Ich würde bei Modul-WR vermutlich auch nichts machen. Dann 
wird halt einer gegrillt. Der Schaden bei einem String-WR wäre viel 
größer.
Die Hoffnung bliebt dann, dass der Blitz über den besser leitenden Weg 
über den Potentialausgleich Richtung Erde geht. Deswegen 16mm². Ob das 
in der Praxis auch passiert, ist eine andere Frage.

von Käferlein (Gast)


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Timo N. schrieb:
> Naja von den Solarzellen kommt immer DC. Du meinst aber, dass du einen
> Modul-WR hast und somit direkt hinter den Modulen schon AC vom Dach
> kommt. Dreiphasige 400V Modul-WR kenn ich allerdings nicht...

Bei mir sind das drei Module mit je einem Wechselrichter.
Da die Wechselrichter netzgeführt sind, ergibt das Drehstrom.
Für Inselbetrieb habe ich einen Adapter der L1 L2 und L3
parallelschaltet. Dann machen die vom Batteriewechselrichter
geführten Solarwechselrichter halt Wechselstrom.

von Heinz R. (heijz)


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Timo N. schrieb:
> Dreiphasige 400V Modul-WR kenn ich allerdings nicht...

Es gibt schon 3phasige WR- schau mal bei Hoymiles

Ich habe hier allerdings 3 x 1phasige WR im Einsatz - je 2000W

Es hat sich einiges getan bei den Solar-WR

von Sven L. (sven_rvbg)


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Heinz R. schrieb:
> as wird er auf alle Fälle tun, da hast Du schon recht
>
> Nur fällt ein Blitz ja nicht einfach vom Himmel - er entsteht zwischen 2
> Polen
>
> Wenn mein Nachbar jetzt z.B. eine geerdete Dachrinne hat - solange ich
> kein Erdpotential auf dem Dach habe - alles gut
Naja da habe ich schon Geschichten gehört, das sich Blitze eben nicht 
logisch verhalten, von wegen höchster Punkt und so...

von Käferlein (Gast)


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Heinz R. schrieb:
> Ich habe hier allerdings 3 x 1phasige WR im Einsatz - je 2000W

Bei so einer großen Anlage ist die Blitzschutzerdung doch
kein nennenswerter Kostenfaktor mehr.

Wieviel Wp hast du an einem WR?

von Heinz R. (heijz)


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Käferlein schrieb:
> Bei so einer großen Anlage ist die Blitzschutzerdung doch
> kein nennenswerter Kostenfaktor mehr.
>
> Wieviel Wp hast du an einem WR?

die Anlage hat 10 kWp - 3 WR - je 2000W Watt

Es geht mir in keinster Weise darum was einzusparen, habe nur Angst es 
zu verschlimmbessern

Richtiger Blitzschutz ist halt ein Thema für sich - da kann man nicht 
mal kurz auf bequemem Weg die Kabel durchs Haus ziehen

von Galileo (Gast)


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Sven L. schrieb:
> Machs nicht so spannend, wie heisst das Teil?

Keine Ahnung, habe ich auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden und es steht 
keine Marke oder Modellnummer drauf.



Heinz R. schrieb:
> die Anlage hat 10 kWp - 3 WR - je 2000W Watt

Warum nicht ein großer?

von Jayden B. Blue (Gast)


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In der Blitzfibel von Dehn sind einige Abbildungen wie die PVA mit/ohne 
Blitzschutz gemacht wird.

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