Liebe DCF Experten,
ich habe vor Jahren ein 10 MHz DCF77 Frequenznormal gebaut. Ziemlich
klassischer Aufbau, Geradeausempfänger mit Quarzfiltern und AGC, 10 MHz
VCXO, PLL Chip NJ8820 von Plessey. Wenn ich die Ferritantenne um 180
Grad drehe, erzeuge ich - neben dem kurzzeitgen Pegeleinbruch - einen
180 Grad Phasensprung des Empfangssignals. Die PLL des Frequenznormals
reagiert auf diesen Phasensprung in der Art, das stets beim Drehen der
Antenne die Abstimmspannung zunächst ansteigt und dann wieder auf den
alten Wert runterregelt. Es passiert nie, daß die Spannung zunächst
sinkt und dann wieder auf den alten Wert hochregelt. Woran kann das
liegen? Der Empfänger enthält zwei Quarzfilter für 77,5 kHz, die
Durchlaßkurve ist bei -10 dB ca 10 Hz breit. Die Weitabselektion ist
über 80 dB, weil die Halterkapazität der Quarze kompensiert ist. Der
Empfänger hat eine Amplitudenregelung über 80 dB Pegelbereich, mit etwa
0,2 s Regelzeitkonstante, so daß die Sekundenpulse nur leichtausgeregelt
werden. Die PLL mit NJ8820 von Plessey macht den Phasenvergleich auf 2,5
kHz. Das Eingangssignal für die PLL habe ich versuchsweise mit einem
dritten Quarzfilter (B < 1Hz) gefiltert und im Pegel begrenzt, das
brachte keine Veränderung des Verhaltens. Das Problem tritt mit dem
analogen Sample & Hold Phasendetektor auf, der zweite Phasendetektor PDB
des NJ8820 spielt für das merkwürdige Verhalten keine Rolle.
Der Lockdetect der PLL bleibt gelockt, auch bei Drehen der Antenne. Ich
muß schon mehrfach hintereinander die Antenne drehen, damit der
Phasenfehler zu Unlock führt. Ein Problem von mangelnder Signalamplitude
beim Drehen der Antenne liegt nicht vor, das Signal hinter den
Quarzfiltern und dem Begrenzer bricht nicht nennenswert ein beim Drehen
der Antenne.
Hat einer eine Idee, weshalb die PLL auf den Phasensprung immer zunächst
mit ansteigender Frequenz reagiert? Kann das Schieflage der Quarzfilter
sein?
Hallo,
eine der relevanten Stellen im Dalba ist wohl diese hier:
"PDA Pin1 Analog output from the sample and hold phase comparator for
use as a ‘fine’ error signal. Output at (VDD2VSS)/2 when the system is
in lock. Voltage increases as fv phase lead increases; voltage decreases
as fr phase lead increases. Output is linear over only a narrow phase
window, determined
by gain (programmed by RB)"
Schätzungsweise wird bei einem 180°-Phasensprung der "feine" und lineare
Bereich verlassen und der Sprung wirkt wie eine Erhöhung der Frequenz.
mfg
Mal ganz dumm: Ob Anstieg oder Abfall der Regelspannung hängt vielleicht
davon ab, ob der Quarz schneller oder langsamer als die Nominalfrequenz
schwingt.
Detailierter:
Bei der Null-Grad-Stellung ist das Signal für einen Bruchteil (praktisch
unsichtbar) einer Sekunde zu schwach. Während dieser Zeit entsteht ein
Phasenfehler. Sobald das Signal wieder stark genug ist, wird der Fehler
langsam (deshalb sichtbar) ausgeglichen.
Seit einigen Jahren beobachte ich immer mehr nicht funktionierende DCF
Empfänger. Ein Blick auf einen Spektrum Analyzer zeigt dir auch warum
das so ist.
Christian M. schrieb:> Seit einigen Jahren beobachte ich immer mehr nicht funktionierende DCF> Empfänger. Ein Blick auf einen Spektrum Analyzer zeigt dir auch warum> das so ist.
Wärest Du so freundlich, uns normale Dummbattel ohne Spektrumanalysator
darüber aufzuklären? Ich habe inzwischen 3 Funkuhren, die ab und an die
falsche Zeit anzeigen und wüßte schon gern, woran das liegt.
Gruß Klaus (der soundsovielte)
Klaus S. schrieb:> Wärest Du so freundlich, uns normale Dummbattel ohne Spektrumanalysator> darüber aufzuklären?
Auch ein Langwellenradio zeigt Dir den Grund, nein, besser gesagt Du
hörst es. Die Oberwellen der allgegenwärtigen SNT-Pest versauen komplett
- wie hieß es doch ehemals so schön - den Äther.
Martin H. schrieb:> Die Oberwellen der allgegenwärtigen SNT-Pest versauen komplett> - wie hieß es doch ehemals so schön - den Äther
Das war schnell Danke!
Gruß Klaus (der soundsovielte)
Christian M. schrieb:> Ein Blick auf einen Spektrum Analyzer zeigt dir auch warum> das so ist.
Ursprünglich wollte jemand wissen, warum seine PLL immer nach oben
heraus regelt, wenn es einen provozierten Phasensprung auszuregeln gibt.
mfg
Danke für die zahlreichen Antworten. Das Datenblatt habe ich beachtet,
der Programming Resistor ist 20 MOhm, das Phasenfenster damit groß
genug: K-PHI ist 2,73 Volt / rad. Ich kann für 4,5V also 2 rad
Phasenfehler linear verarbeiten. Weil die 77,5 kHz mit Teilerfaktor 31
davor runtergeteilt werden ist der erlaubte Phasenhub auf 77,5 kHz 31
mal größer = 62 rad = +- 31 rad. 1 rad = 180 Grad / Pi = 57 Grad. Ich
kann den Ferritstab also rechnerisch 9 mal rumdrehen, bis der
Phasendetektor ausrastet. Praktisch taugt der Detektor nicht ganz so
viel und ist nicht 4,5 V aussteuerbar bis Unlock kommt. Die große
Reserve wollte ich haben, damit auch bei schlecht Wetter, Störungen und
Abendfading die PLL nicht gleich ausrastet.
Verhält sich denn bei Euren DCF-Normalen die PLL auch so "einseitig"?
Christian S. schrieb:> Ursprünglich wollte jemand wissen, warum seine PLL immer nach oben> heraus regelt, wenn es einen provozierten Phasensprung auszuregeln gibt.
Wenn der Phasensprung 180° ist, dann ist es theoretisch egal, ob man nun
rechts herum oder links herum zum neuen Ziel hinfährt. Der verwendete
PLL Schaltkreis macht's eben so herum. Darum.
W.S.
Martin H. schrieb:> Klaus S. schrieb:>> Wärest Du so freundlich, uns normale Dummbattel ohne Spektrumanalysator>> darüber aufzuklären?>> Auch ein Langwellenradio zeigt Dir den Grund, nein, besser gesagt Du> hörst es. Die Oberwellen der allgegenwärtigen SNT-Pest versauen komplett> - wie hieß es doch ehemals so schön - den Äther.
Aber die Störungen kommen doch immer bei vielfachen oder so zustande,
und nicht bei Teilen davon, oder hab ich was falsch verstanden?
(Oberwellen).
Haben SNT nicht mehr als 77kHz?
Jens B. schrieb:> Haben SNT nicht mehr als 77kHz?
Von 20 kHz bis ca. 500 kHz ist da alles dabei.
Seit neuestem werden auch Schaltregler-IC mit Frequenzen bis 1 MHz
beworben.
Frank schrieb:> Wenn ich die Ferritantenne um 180> Grad drehe,
Wird beim Drehen die Antenne mit der Hand berührt?
Wenn ja, sorgt das vielleicht für Verstimmung...
Beim Drehen der Antenne gibts auch eine Verstimmung. Der Pegel der
Antenne ändert sich aber vor allem durch die Bewegung über den
Nulldurchgang um zig dB. Die Phase kann theoretisch nur 0 oder 180 Grad
rauskommen. Meine PLL bekommt davon alles nur sehr sehr gedämpft mit,
weil die Quarzfilter mit ihrer schmalen Bandbreite lange nachklingeln.
Vor allem mit dem dritten Hilfsfilter und dem Begrenzer ist die AM beim
Drehen der Antenne komplett weg.
Frank H. schrieb:> ...Ich> kann den Ferritstab also rechnerisch 9 mal rumdrehen, bis der> Phasendetektor ausrastet.
Häh??? nach einer kompletten Drehung bist Du doch wieder bei null.
Nach deiner Rechnung könntest Du aber mit dem Teil vom Sender mit einer
bestimmten Geschwindigkeit wegrennen :D
> Verhält sich denn bei Euren DCF-Normalen
Hier wird eher niemand seine Antenne verdrehen.
> die PLL auch so "einseitig"?
Irgend eine Strategie zum Synchronisieren brauchts; entweder annähern
von "unten", oder von "oben". Ist doch im eingerasteten Zustang egal.
Wenn der Lock nach einer Drehung um 180 Grad nicht verloren gegangen
ist, dann ist die Lock-Anzeige für solche Fälle unbrauchbar, da falsch.
Wenn die Antenne nach einer Pause (zum Einregeln) nochmals um 180 Grad
gedreht wird, dann ist es -grundsätzlich- Zufall ob die Schwingung noch
synchron ist oder nicht. Der Teiler, die Drehrichtung oder die
Drehanzahl ändert daran nichts. Man darf die Antenne nicht (genauer
gesagt: nicht zu lange) in den gegenphasigen Bereich gedreht lassen.
Eine zu stark werdende Raumwelle kann (je nach Senderentfernung,
Tageszeit, Jahreszeit, ...) gleiches bewirken. Ein DCF-Frequenznormal
wird dann nicht sicher funktionieren können. Das "nicht sicher"
bedeutet, dass es relativ leicht -unerkannte- Unlocks geben kann. Es
gäbe zwar Verbesserungspotential, perfekt wird es nie.
2aggressive schrieb:> Häh??? nach einer kompletten Drehung bist Du doch wieder bei null.> Nach deiner Rechnung könntest Du aber mit dem Teil vom Sender mit einer> bestimmten Geschwindigkeit wegrennen :D
s. mein Eingangspost: Es passiert nie, daß die Spannung zunächst
sinkt und dann wieder auf den alten Wert hochregelt... Mit jeder halben
Undrehung der Ferritantenne steigt die Abstimmspannung weiter an und
regelt dann mit der PLL Eigen-Zeitkonstante von 15 sec wieder auf den
eingeschwungenen Zustand.
Laie schrieb:> Wenn der Lock nach einer Drehung um 180 Grad nicht verloren> gegangen> ist, dann ist die Lock-Anzeige für solche Fälle unbrauchbar, da falsch.
Nach meiner Erfahrung ist die Lockanzeige von PLL Chips oft wenig
brauchbar, weil der Restphasenfehler mit dem Restfrequenzfehler nicht
viel zu tun hat, weil ja dazwischen integriert bzw. differenziert wird.
Der Chip hat den Ausgang, ich habe ihn auf eine LED gegeben und nehme
das Leuchten wohlwollend zur Kenntnis. Mehr nicht. Man weiß dann, das
bei diesem Chip der Frequenz-Phasendetector PDB nicht mehr aktiv ist.
Lösung in Sicht: Anscheinend sind die Quarzfilter nicht perfekt
abgeglichen. Die Mittenfrequenz des ca 3 Hz breiten Filters ist um 0,4
Hz nach oben verschoben auf 77,5004 kHz. Wenn ich die Antenne drehe und
damit eine Doppelseitenband AM erzeuge, sind die beiden Seitenbänder
nach dem Quarzfilter nicht mehr gleich laut. Ich habe es getestet, in
dem mit einem Messsender mit 5 dBm und einer 1 m² großen Rahmenantenne
ein starkes CW Signal erzeugt wurde, ca 40 dB stärker als DCF. Wenn ich
das Signal auf 77501 Hz in die Luft stelle, springt die PLL beim Drehen
der Antenne immer zunächst runter.
Frank H. schrieb:> Lösung in Sicht
Die Antenne nicht andauernd befummeln, die Antenne nicht mit den Fingern
verstimmen, die Antenne nicht dauernd um einen beliebigen Punkt drehen,
und nicht mit der Antenne herumrennen?
Wo war dein Problem? Anscheinend reden wir an einer für dich
interessanten und verständlichen Lösung vorbei.
> Anscheinend sind die Quarzfilter nicht perfekt abgeglichen.
Wenns hilft dann gleiche diese perfekter ab. Falls nötig dann halt noch
perfekterer, wenn das auch nicht reicht: perfektererer :D
Das deine PLL (77,5kHZ) nach verlorener Synchronisation (völlig
verlorene Phasenlage nach befummeln der Antenne) zuerst heftig schneller
rennt ergibt immer Sinn: würde das Teil erst einmal viel langsamer
rennen dauerte die neusync länger.
Frank H. schrieb:> ...Die Mittenfrequenz des ca 3 Hz breiten Filters...
....
Frank H. schrieb:> ....weil die Quarzfilter mit ihrer schmalen Bandbreite lange nachklingeln....
Ist die extrem schmale BB so gewünscht oder vorgegeben? Ich persönlich
finde 3 Hz ein wenig zu schmal. Wenn du etwas umdesignen kannst, dann
vlt. 10-20 Hz BB bei -3dB? ;-)
Kaskadierte Filter oder Ladder?
Michael
Hallo Michael,
die Bandbreite wollte ich so haben. Das Frequenznormal braucht die
Sekundenpulse mit 100 ms Absenkzeit nicht auswerten, dafür hätte ich 10
Hz Bandbreite gebraucht. Ich habe damals billige Stimmgabelquarze
benutzt, so etwas:
https://www.shotech.de/de/cfv206-77-500azfb.html
Die Quarze haben eine Güte von 70000 sind also bestenfalls 1Hz breit als
Quarzfilter. Leider haben Sie -0,038 ppm / Grad**2 Temperaturgang, bei
25 Grad Erwärmung also 625 * -0,038 = -24ppm Drift. Das sind 1,8 Hz.
Weil der Empfänger halbwegs konstante Verstärkung haben sollte, habe ich
die Bandbreite nicht zu 1 Hz gewählt sondern auf 3 Hz erhöht. Im
Empfänger ist die Halterkapazität der Quarze kompensiert, so daß die
Weitabselektion des Filters gut ist, etwa 50 dB in +- 3 kHz. Ich habe
zwei Quarzfilter verbaut, damit schafft der Empfänger 100 dB
Weitabselektion. Wenn ich das Quarzfilter 10 Hz breit gemacht hätte, mit
einem riesigen Seriendämpfungswiderstand, wäre die Weitabdämpfung sicher
auch entsprechend schlechter geworden. Ein Ladderfilter aus zig Quarzen
habe ich mir damals nciht zugetraut, es wäre über Temperatur auch
wahrscheinlich elendig schlecht.
Hallo Frank,
danke für die Erläuterungen.
Du weißt aber sicher auch, dass Phasenfehler entstehen, sowie du auf die
Filterflanke gerätst? Dann spuckt dir die Gruppenlaufzeit in die
Suppe... :-(
Übrigens: Deine Schaltung des Empfängers wäre mal interessant... ;-)
Michael
Bitteschön...Mein Ziel war damals, einen kleinen Empfänger mit großem
logarithmischen Pegelbereich zu haben, um das DCF Signal überall messen
zu können. Er lief aus einem 9V Block und braucht kaum Strom. OP ist ein
LM358.
Das ist natürlich eine schöne Sache, wenn er mit nur 5V betrieben werden
kann. :-)) Danke für den Einblick.
Mein Projekt (momentan aus div. Gründen auf Eis) verwendet 3 heute teuer
zu bezahlende Quarze im großen Gehäuse (Bild 3). Hatte ich damals auf
einem Flohmarkt gekauft (Bild 3). Manuelle Durchlassekurve eines Filters
in Bild 2. Schaltbild in Nr. 1; das lässt sich wunderbar direkt
kaskadieren ;-)
Die Transen werden endgültig etwas andere Typen sein, etwa J310..
Große Hilfe war diese Unterlage:
https://www.bartelsos.de/_media/filter/quarzfilter/quarzfilter_rev2a.pdf
sowie ein sehr guter Mitschreiber hier ... ;-)
Mittlerweile hat sich ein 4. Q.-Exemplar eingefunden, aber wie gesagt
noch keine Zeit zum Testen.
Michael
Frank schrieb:> ich habe vor Jahren ein 10 MHz DCF77 Frequenznormal gebaut.
und jetzt einen furchtbaren Roman geschrieben. Masochist!
https://catch.app/itm/v1%7C370346318561%7C0
bei 4€ + Versand sogar mit Thermometer. Gibts seit 50 Jahren. Wo ist
Dein Problem?
Ramsel schrieb:> Wo ist Dein Problem?
Du hast wahrscheinlich überhaupt nichts verstanden oder -noch
wahrscheinlicher- nicht(s) gelesen, sorry...
Es geht hier nicht um eine Digitaluhr o.ä. ... ;-)
Hallo Michael,
deine Filterbandbreite ist doch auch schön schmal mit +- 1,2 Hz bei
-3dB. Wenn Du das viermal kaskadierst ist die Gesamtbandbreite nur noch
1,2 Hz. Für ein Frequenznormal kann es nach meiner Erfahrung mit meiner
Schaltung nicht schmal genug sein. Obwohl ich den Empfänger auf hohe
Großsignalfestigkeit gezüchtet habe (300 mV bei 78,125 kHz sind die
Blockinggrenze, die Antenne sollte auf einem Röhrenfernseher liegen
können, ohne daß Blocking kommt) und obwohl meine Schaltung in ca. +- 4
kHz schon 100 dB Selektion hat, gab es PLL Probleme auf der Arbeit im
arg gestörten Großraumbüro. Ich habe die auf Störungen in wenigen Hz
Frequenzabstand zu 77500 Hz. zurückgeführt. Mein 3 Hz breites Filter
scheint also noch zu breit zu sein. Deswegen kam später ein drittes
Filter mit Begrenzer vor den Eingang des PLL Chips NJ8820.
Wenn ich es heute noch mal bauen müßte, würde ich die Verstärkung besser
zwischen die drei Filter zu verteilen, also Filter und Gain immer
abwechselnd. Die beiden geregelten Transistoren hinter dem ersten Filter
werden von Signalen in 10 Hz Abstand sicher noch zu leicht übersteuert.
Deine großen Quarzfilter mit AT Schnitt sind viel temperaturstabiler als
die billigen kleinen Quarze mit ihrem parabelförmigen Temperaturgang.
Deswegen kannst Du den Quarzfilter problemlos schmalbandiger auslegen -
bis irgendwann der Temperaturgang des Filters an der Phase dreht und das
zu Nachregeln der PLL führt. Bei meiner analogen PLL mit ihrer kurzen
Regelzeitkonstante von 15 s ist das kein Thema.
FETs im Verstärker habe ich damals nicht genommen, weil der Verstärker
aus einem 9V Block mit 5V LDO dahinter lange laufen sollte. Die
Stromaufnahme war ca 3 mA, der selektierte FET in der Antenne zieht ca
1mA. FETs im Verstärker machen meiner Meinung nach nicht so viel Sinn,
weil ab Antennen-FET nirgendwo ein extrem hochohmiger rauscharmer
Eingang gebraucht wird. Die gute Kreuzmodulation von FETs wird auch
nicht gebraucht, weil die Quarzfilter ja nur eine Frequenz durchlassen.
Eine Schwierigkeit war die Schwingneigung des Verstärkers. Die Quarze
haben keinen Masseanschluß und es koppelt kapazitiv in das floatende
Metallgehäuse des Quarzes. Gelöst habe ich das, in dem ich die
Quarzröhrchen direkt horizontal auf die Masseseite der zweiseitigen
Leiterplatte, gelegt habe.
Frank H. schrieb:> deine Filterbandbreite ist doch auch schön schmal mit +- 1,2 Hz bei> -3dB. Wenn Du das viermal kaskadierst ist die Gesamtbandbreite nur noch> 1,2 Hz.
Moin,
hast du zufällig schon das o. verlinkte PDF gelesen? Da gibt es die
Antwort, die BB betreffend (auf S. 13 ff.). ;-)
Da ich meinen nicht mobil einsetzen möchte, kann ich mit Spannung und
Strom ein wenig großzügig umgehen. :-))
Den kompletten Empfänger siehst du oben; das Frontend (bis zum QF)
stammt im Original von Ralph
Berres:(http://df6wu.de/Bauanleitungen%20Messtechnik/DCF-Frequenznormal/).
Den vierten Quarz einfach noch dazudenken...
Michael
Frank H. schrieb:> Da habe ich nachher Lesestoff.
Und noch mehr:
Beitrag "DCF77 Phasenmodulation"
Ist zwar nicht direkt das Problem, aber auch lesenswert.
Und die Modulationstiefe des AM-Terms wurde seit ein paar Jahren schon
erhöht, was die Wiedergewinnung der reinen 77,5 kHz Schwingung zum
Synchronisieren nicht leichter machen dürfte. Ein evtl. vorgeschalteter
Begrenzer muss dann noch mehr wegschneiden.
ciao
gustav
Karl B. schrieb:> ...die Modulationstiefe des AM-Terms wurde seit ein paar Jahren schon> erhöht, was die Wiedergewinnung der reinen 77,5 kHz Schwingung zum> Synchronisieren nicht leichter machen dürfte....
Hallo Karl,
womit wir wieder mal bei der Frage sind:
Zu welchem Zeitpunkt ist es überhaupt möglich und sinnvoll, das
empfangene Signal möglichst ohne die absichtlich gewollte
Phasenverschiebung zu erhalten?
Es gibt nur zwei Zeitfenster, die überhaupt die Möglichkeit bieten:
a) >100 ms bis <200 ms nach Beginn der Sekunde (bei Übertagung einer
logischen 1) und
b) die 2 s andauernde Minutenmarke (mit 100% Trägerampl.).
In diesen Zeitfenstern findet keine PM statt, so dass mein
Phasendetektor nach dem Empfang eine "ordentliche, saubere" 77,5
khz-Schwingung ohne Phasenfehler vorfindet.
Verfahren nach a) hat außerdem den Nachteil der Amplitudenabsenkung!
Beim Auswerten nach b) muss der lokale Oszillator natürlich gehörig
kurzzeitstabil sein, beim Verfahren nach a) wäre etwa halb so stabil
ausreichend. ;-)
Michael
Durchgelesen habe ich noch nicht alles, aber die Abhandlung über die
einstellbare Bandbreite mittels variabler Kopplung ist mir neu und
interessant. Heute habe ich im Büro mal gemessen, was aus der
Ferritantenne so rauskommt. Es gibt massive Störungen, alle 100 Hz
kommen Netzoberwellen mit Nebenwellen. Das DCF Signal ist mit -75 dBu
nur 6 dB stärker als die Nebenwellen mit -81 dBu (300 km bis
Mainflingen). Mein Frequenznormal bleibt damit gerastet, es gibt aber
bereits 0,3 Hz Jitter bei 10 MHz, also 0,03 ppm bei 1s Meßzeit. Das
zeigt eigentlich, daß das Quarzfilter im Empfänger nicht schmal genug
sein kann. Lieber 1 Hz Bandbreite oder weniger. 10..20 Hz sind deutlich
zu viel, sonst hat der Empfänger in so einer Umgebung keine Chance. Zu
Haus gibt es ähnliche Verhältnisse, wenn die Ferritantenne direkt neben
einem Steckernetzteil liegt, mit Brückengleichrichter und Elko oder wenn
in 4m Entfernung nebenan der Induktionsherd das Essen kocht (-58 dBFS
macht der Herd an Oberwellen, DCF hat nur -70 dBFS). Gemessen habe ich
mit 1,5 Hz FFT Bandbreite. Ohne Induktionsherd gibts hier 44 dB
Störabstand (Nutzsignal -66 dBFS, Pegel bei 80 kHz -110 dBFS).
Karl B. schrieb:> nd noch mehr:> Beitrag "DCF77 Phasenmodulation"> Ist zwar nicht direkt das Problem, aber auch lesenswert.>> Und die Modulationstiefe des AM-Terms wurde seit ein paar Jahren schon> erhöht, was die Wiedergewinnung der reinen 77,5 kHz Schwingung zum> Synchronisieren nicht leichter machen dürfte. Ein evtl. vorgeschalteter> Begrenzer muss dann noch mehr wegschneiden.
Bei einem DCF77 Frequenznormal benötigt man sowiso Regelzeitkonstanten ,
welche eher in Richtung Stunde geht.
Entsprechend stabil muss auch der zu disziplinierenden Quarzoszillator
sein.
Hier kommt eigentlich nur ein Quarzofen mit besser 10exp-9 /Tag in
Frage, wenn man 10exp-9 als Stabilität anvisiert.
Das DCF Signal dient ausschließlich der Langgzeitstabilität.
Phasenmodulationen bei dem DCF77 Signal sind meines Wissens zeitlich
symetrisch, also werden sie über die Regelzeit einfach weg Integriert.
Die Amplitudenmodulation bekommt man durch genügend starke Begrenzung
unterdrückt.
Es gibt aber glaube ich noch einen anderen Weg. Ich meine die
Phasenmodulation und auch die Amplitudenmodulation verschwindet, wenn
man den Träger mehrmals quadriert. Dazu kann sich aber jemand anders mal
äußern, der mehr Ahnung von Mathe hat.
Frank H. schrieb:> Lieber 1 Hz Bandbreite oder weniger. 10..20 Hz sind deutlich> zu viel, sonst hat der Empfänger in so einer Umgebung keine Chance.
Ein 77,5KHz Filter mit 1Hz Bandbreite und weniger ist nicht ganz einfach
zu realisieren. Zudem sollte man auch eine Temperarurabhängigkeit der
Filterquarze berücksichtigen.
Bei mir werkelt ein Latterfilter mit 4 von diesen Monsterquarzen als
Filter. Die Bandbreite bei mir sind etwa 9Hz.
Ralph Berres
Frank H. schrieb:> ...wenn die Ferritantenne direkt neben einem Steckernetzteil liegt...
Nana, sowas macht man ja auch nicht.. :-))
....
> ..Mein Frequenznormal bleibt damit gerastet, es gibt aber bereits> 0,3 Hz Jitter bei 10 MHz, also 0,03 ppm bei 1s Meßzeit...
Start- und Endzeitpunkt des Messfensters exakt defifiniert oder wie es
gerade kommt, also "Random"? Beim Start/Stop während der Pseudo-PM
könnte ich mir das sehr gut vorstellen (abgesehen von allen anderen
Störeinflüssen, die Phasenabweichungen hervorrufen)... 8-)
Michael
Ralph B. schrieb:> Es gibt aber glaube ich noch einen anderen Weg. Ich meine die> Phasenmodulation und auch die Amplitudenmodulation verschwindet, wenn> man den Träger mehrmals quadriert. Dazu kann sich aber jemand anders mal
Mit einer squaring loop geht die BPSK weg. Das funktioniert
um so schlechter, je enger man filtert weil man Signalenergie
wegwirft. Da bin ich auch schon reingefallen. Ordentliche BPSK
hat nicht mal einen Träger, nur Seitenbänder.
Die Amplitudenmod. geht weg, weil der zu syncende VCO keine AM hat.
Quasi als Beifang. Die demodulierten Daten gibt's auch als
Beifang. Essentiell ist erst mal, dass man einen unmodulierten
Träger rekonstruiert.
Die Costas-Loop ist ähnlich.
Gerhard H. schrieb:> Ralph B. schrieb:>> Es gibt aber glaube ich noch einen anderen Weg. Ich meine die>> Phasenmodulation und auch die Amplitudenmodulation verschwindet, wenn>> man den Träger mehrmals quadriert. Dazu kann sich aber jemand anders mal>> Mit einer squaring loop geht die BPSK weg. Das funktioniert> um so schlechter, je enger man filtert weil man Signalenergie> wegwirft. Da bin ich auch schon reingefallen. Ordentliche BPSK> hat nicht mal einen Träger, nur Seitenbänder.>> Die Amplitude geht weg, weil der zu syncende VCO keine AM hat.> Quasi als Beifang.>> Die Costas-Loop ist ähnlich.
Ich habe das bei meinem Spectracom 8161 WWVB Frequenzstandard auf 60kHz
so gemacht, seit NIST um 2012 da BPSK drauf geknallt hat um mich zu
ärgern:-). Ich machte das in 2015 mit einem AD633 Vier-Quadranten
Multiplier und arbeite intern im 8161 mit 120kHz. Alles funktionierte
seitdem wieder Bestens und wie früher. Nur die stündlichen NIST
Zeitmarken fehlen seit dem BPSK Upgrade was beim Streifenschreiber die
zeitliche Beurteilung erschwert.
Falls es interessiert, gibt es im Anhang meine Schaltung. Der Multiplier
sitzt zwischen dem Vorverstärker/Quarzfilter und der weiteren
Signalverarbeitungsbord.
Es gibt auch noch das LaFlame-Prinzip. Ein Kunde wollte das
auf seinem 70 MHz-Fernseh-Transponder-Navigations-IF-Signal mal
partout genauso implementiert haben, nur im FPGA statt analog.
Analog hatte das nämlich mal wunderbar funktioniert. Leider muss
man für "genau wie analog" eben entsprechend flott, Nyquistgerecht
samplen und das DSP-Voodoo geht dann eben auf der Abtastrate und
nicht mit daten-adäquater Rate. Ein UNGLAUBLICHER Aufwand im FPGA.
Gerhard
Klaus S. schrieb:> Ich habe inzwischen 3 Funkuhren, die ab und an die> falsche Zeit anzeigen und wüßte schon gern, woran das liegt.
An Störungen von Solar-Anlagen, Schaltnetzteilen, Power Line und anderem
Blödsinn. Geht mir genauso wie Dir, die Uhren synchronisieren nicht. Die
ach so oberflächlich grüne nachhaltige Jugend von heute muss ja
mindestens 3x täglich ihr Smartphone laden und dazwischen wird das
Ladegerät auch nicht ausgesteckt. Ich drifte ab.
Welchen Effekt Schaltnetzteile haben können, wird bei YT demonstriert.
Ich weiß die Zeit nicht mehr genau, irgendwann gegen Ende des Videos.
https://www.youtube.com/watch?v=bPBqQNa0EO0
Detlef schrieb:> ...Welchen Effekt Schaltnetzteile haben können, wird bei YT demonstriert....
Ja, die Störungen sind hinlänglich bekannt, genauso wie früher die 5.
Harmonische der TV-Zeilenfrequenz. Vielleicht sogar mit noch schlimmeren
Auswirkungen.. :-((
Nettes Teil, sofern man es nutzbringend einsetzen kann. ;-)
Grundsätzlich wissen wir, dass solche Störungen (z.B. durch Wandwarzen)
verursacht werden, wenn auch nicht alleine nur durch sie.
Wie kann man also den Empfänger und die Auswertung vor solchen störenden
Einflüssen schützen?
Für Empfangsteile, die in einem f-/t-Referenz arbeiten sollen, geht man
am besten noch ein, zwei Schritte weiter: Man kann mit einem sog.
"Missing Pulse Detektor" leicht sicherstellen, dass jede einzelne
77,5Khz-Schwingung empfangen wurde (oder im Fehlerfall auch nicht).
In hochwertigen Anwendungen eines Zeit- bzw. Frequenzreferenz-Systems
ist es schon von Bedeutung, ob man sich auf die Messung und den
Phasenvergleich verlassen kann. ;-) Bei Ausbleiben von nur einem
Nulldurchgang während des Zeitfensters kannst du die Messung bzw. den
Phasenvergleich in die Tonne kippen bzw. diese Messung darf nicht zur
Auswertung gelangen.
Bei den nötigen Integrationszeiten von einer Stunde oder mehr mag das
zwar nicht in jedem Fall von großer Bedeutung sein, es wäre aber
trotzdem (je nach Gewichtung des Messwerts) u.U. fatal, den lokalen
Ref.-Oszillator (OCXO) mit einem ungültigen Korrekturwert nachzuregeln.
Michael
La Flame: Vergiss es. Das passt hier allenfalls am Rande her.
Das war nur eine Komponente der Baugruppe und nach > 25 Jahren
auch für mich nur noch eine vage Erinnerung.
Der Hauptvorteil war, dass ein Offset der Multiplizierer nicht
gestört hat. In der früheren analogen Implementierung war das
offenbar ein Panik-Problem. Da gibt es heute auch in analog
was besseres.
Im Digitalen sind Gain == Skalierung und Offset einfach kein
Problem. Schon gar keines, das es wert ist, viel Rechenleistung
oder FlipFlops zu verbraten.
LaFlame, D. (1979). A Delay-Lock Loop Implementation Which is
Insensitive to Arm Gain Imbalance. IEEE Transactions on Communications,
27(10), 1632–1633. doi:10.1109/tcom.1979.1094314
Sci-hub hat's.
Gerhard
Ralph B. schrieb:> Bei einem DCF77 Frequenznormal benötigt man sowiso Regelzeitkonstanten ,> welche eher in Richtung Stunde geht.> Entsprechend stabil muss auch der zu disziplinierenden Quarzoszillator> sein.
Ich habe mir deine Unterlagen "Frequenznormal.mit 10EXP9 Stabilität" von
der FH Trier vor 14 Tagen runtergeladen. Der Aufwand ist wirklich sehr
beeindruckend, das Ergebnis genauso. Wie lange hast Du daran entwickelt?
Michael M. schrieb:> Start- und Endzeitpunkt des Messfensters exakt defifiniert oder wie es> gerade kommt, also "Random"?
Ich schaue auf mein Zeigerinstrument im DCF Normal, das hat ein
Drehspulmeßwerk, umschaltbar von Antennenspannung auf Störhub. Für den
Störhub ist es ein sehr sehr grobes Schätzeisen, es zeigt nur den Ripple
auf dem Phasendetektorausgang an - s. Schaltbild. Ist also ein
Phasenanzeiger und kein Frequenzanzeiger und für Störungen im
Sekundentakt auf Hz kalibriert. Das Gezappel dieses Meßwerks führte zu
meiner Eingangsfrage des Threads...
Frank H. schrieb:> ch habe mir deine Unterlagen "Frequenznormal.mit 10EXP9 Stabilität" von> der FH Trier vor 14 Tagen runtergeladen. Der Aufwand ist wirklich sehr> beeindruckend, das Ergebnis genauso. Wie lange hast Du daran entwickelt?
Gibt es die Seite auf der FH-Trier noch? Ich dachte sie sei längst
abgeschaltet. Alles was auf dieser Webseite lag findest du heute unter
df6wu.de
Übrigens waren es alles private Projekte welche nichts mit der FH-Trier
zu tun hatte. Ich hatte nur den ( damals für mich kostenlosen ) Server
für mich genutzt.
Ich habe an dem DCF77 Frequenznormal etwa ein Jahr entwickelt. Da gab es
viele Rückschläge, auch bei dem Quarzfilter.
Die Idee, es so zu realisieren, habe ich ein wenig bei Rohde&Schwarz
abgekupfert. Ich hatte auch viele Stunden mit Diskussionen mit einen
ehemaligen Rohde&Schwarz Mitarbeiter verbracht.
Zugegeben, es hat mich an meine ( auch intelektuellen ) Grenzen
gebracht.
Damals 1992 waren Rubidiumnormale noch unerschwinglich teuer.
GPS-Frequenznormale, wie sie heute angeboten werden , gab es damals noch
nicht.
Diese Aktion hat mich damals um die 1500 DMark gekostet, und ist heute
noch als Reserve in Betrieb.
Meine Intension war es die Zeitkonstante der Regelschleife digital zu
lösen, da eine Zaitkonstante im Stundenbereich analog nicht wirklich
realisierbar war.
Heute würde ich den Aufwand nicht mehr treiben und gleich ein GPS
Frequenznormal wählen.
Ralph Berres
Ralph B. schrieb:> Gibt es die Seite auf der FH-Trier noch? Ich dachte sie sei längst> abgeschaltet. Alles was auf dieser Webseite lag findest du heute unter> df6wu.de
Stimmt, ich habe es bei der FH Trier nicht mehr bekommen, sondern bei
Dir runtergeladen.
Ralph B. schrieb:> Heute würde ich den Aufwand nicht mehr treiben und gleich ein GPS> Frequenznormal wählen.
Das Projekt ist eine schöne Referenz, wenn man heute aus sportlichen
Gründen mit modernerer Technik (SDR-Ansatz & Mathematik & Statistik)
gleiches versucht. Mit primitiven Mitteln (fünf Euro Materialkosten)
liege ich derzeit bei bescheidenen 50E-9. Interessant fände ich den
Ansatz die Signale mehrerer Zeitsender mathematisch zu gekoppelt um
Wellenausbreitungseinflüsse zu mindern.
-
Noch eine Anmerkung zu...
Michael M. schrieb:> b) die 2 s andauernde Minutenmarke (mit 100% Trägerampl.).> In diesen Zeitfenstern findet keine PM statt, so dass mein> Phasendetektor nach dem Empfang eine "ordentliche, saubere" 77,5> khz-Schwingung ohne Phasenfehler vorfindet.
Da fehlt ein Komma. Tatsächlich sind es nur 0.2s, da die
Phasenmodulation ja immer aktiv ist.
Nicht ganz. Gesampelt wurde mit einem STM32. Der einzige Vorteil
gegenüber dem Audio-ADC ist, dass das Ergebnis besser für anderes
genutzt werden (Echtzeit halt).
Die DCF Empfänger haben einen Bandpass im HF Verstärker vor der PLL.
Mittenfrequenz ist 77,5 kHz und die Bandbreite nur 0,1 Hz bis wenige Hz.
Im digitalen lässt sich so ein Filter reproduzierbar rechnen, das ist
der große Vorteil zum Hardware-Filter. Die Sperrdämpfung des Filters ist
idealerweise größer 80 dB. Sinn des Filters ist, den Störschmutz von der
PLL fernzuhalten, s. meine Bilder von gestern.
Gerhard H. schrieb:> LaFlame, D. (1979). A Delay-Lock Loop Implementation Which is> Insensitive to Arm Gain Imbalance. IEEE Transactions on Communications,> 27(10), 1632–1633. doi:10.1109/tcom.1979.1094314> Sci-hub hat's.
Danke Gerhard. Da schau ich rein.
Laie schrieb:> Michael M. schrieb:>> b) die 2 s andauernde Minutenmarke (mit 100% Trägerampl.).>> In diesen Zeitfenstern findet keine PM statt, so dass mein>> Phasendetektor nach dem Empfang eine "ordentliche, saubere" 77,5>> khz-Schwingung ohne Phasenfehler vorfindet.>> Da fehlt ein Komma. Tatsächlich sind es nur 0.2s, da die> Phasenmodulation ja immer aktiv ist.
Ja, da hast du an einer Stelle recht:
Laut Definition/Beschreibung (PTB) findet die PM jeweils 0,2s nach
Beginn des Sek.-Impulses statt. Also ist die 58. Sekunde noch betroffen.
:-) und die PM setzt kurz vor Ende der 58. Sek. aus.
Ab dieser Stelle (59. sek.) gibt es ja keine Trägerabsenkung; also ist
die PM aufgrund der fehlenden Trägerabsenkung (Sek.-Beginn) lt.
Definition nicht vorhanden.
Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen. Wenn das so wäre, ist die
PTB-Beschreibung etwas unvollkommen. ;-(
Michael
Normalerweise würde ich dir zustimmen, weil mein Textverständnis (Output
dito) nicht besonders ist. Meine Aussage stammt allerdings aus den
Meßwerten eines anderen Threads:
Im Anhang liegt eine Darstellung mit den gemessenen Phasenverlauf des
DCF77. In jeder Sekunde sind je nach Datenbit zwei oder drei Bereiche
erkennbar. Einen trägerfreien (starkes Phasenrauschen), einen nicht
phasenmodulierten und einen +-15° modulierten Bereich...
Ein Bild sagt mehr alles tausend Worte. :-)
Laie schrieb:> Meine Aussage stammt allerdings aus den> Meßwerten eines anderen Threads:
Danke für die Rückmeldung und man lernt ja nie aus :-)).
Hast du bitte den Link dazu?
Michael
Auszug aus der Webseite der PCB
siehe
https://www.ptb.de/cms/ptb/fachabteilungen/abt4/fb-44/ag-442/verbreitung-der-gesetzlichen-zeit/dcf77.html
"Die Amplitude der DCF77 Trägerschwingung wird mit Sekundenmarken
moduliert: Zu Beginn jeder Sekunde, mit Ausnahme der letzten Sekunde
jeder Minute - als Kennung für den folgenden Minutenbeginn - wird die
Amplitude für die Dauer von 0,1 s oder 0,2 s phasensynchron mit der
Trägerschwingung auf etwa 15 % abgesenkt. Die Restamplitude ermöglicht
die Gewinnung einer kontinuierlichen Trägerschwingung und soll die
Nutzung des DCF77-Trägers als Normalfrequenzsignal erleichtern. Die
unterschiedliche Dauer der Sekundenmarken dient zur binären Kodierung
von Uhrzeit und Datum."
weiterhin steht doch
"Zusätzlich zur Amplitudenmodulation (AM) ist dem Träger von DCF77 ein
pseudozufälliges Phasenrauschen aufmoduliert. Dazu wird die Phase
entsprechend einer binären Zufallsfolge um den Phasenhub ±15,6°
umgetastet. Empfangsseitig lässt sich die verwendete Pseudozufallsfolge
als Suchsignal reproduzieren und mit dem im empfangenen DCF77 Signal
enthaltenen Phasenrauschen kreuzkorrlieren. Dies erlaubt eine genauere
und störungssichere Bestimmung der Ankunftszeitpunkte der empfangenen
Zeitsignale als die Auswertung der Trägerabsenkung (AM)."
und noch dieses
"Die Trägerfrequenz von DCF77 beträgt 77,5 kHz. Sie wird von einer
Atomuhr der PTB abgeleitet und weicht am Sendeort im Mittel über einen
Tag weniger als relativ 2 ·10-12, im Mittel über 100 Tage um weniger als
relativ 2 ·10-13 von dem durch die primären Atomuhren der PTB
vorgegebenen Sollwert ab. Die angegebene Unsicherheit entspricht der
erweiterten Unsicherheit (k=2), entsprechend einem
95%-Vertrauensintervall. Die Phasenzeit des Trägers - anders
ausgedrückt: der dem Sekundenbeginn nach UTC(PTB) folgende, in der PTB
empfangene Nulldurchgang der 77,5 kHz Trägerschwingung mit der
Periodendauer 12,9 µs - wird innerhalb einer willkürlich gewählten
Phasenzeitabweichung von (5,5 ± 0,3) µs in Übereinstimmung mit UTC(PTB)
gehalten. Hierzu wird in Braunschweig mit zwei speziellen
DCF77-Empfängern die Phasenlage des empfangenen Signals mit den
Sekundenimpulsen nach UTC(PTB) sowie einer von UTC(PTB) abgeleiteten
77,5 kHz Impulsfolge verglichen. Die beobachtbaren Phasen- bzw.
Frequenzschwankungen sind durch die Ausbreitung bedingt größer als
ursprünglich mit den Atomuhren am Sendeort realisiert"
Der Träger geht also nicht bis auf Null runter, sondern auf 15% Ich kann
mich erinnern das es mal 25% waren.
nebenbei bemerkt wird die Phasenmodulation im Loopfilter der PLL wieder
rausintegriert, wenn die Zeitkonstante nur groß genug ist.
Ralph Berres
Michael M. schrieb:> Hast du bitte den Link dazu?> Michael
Sicher:
Beitrag "Re: ATTINY85 als DCF77-Empfänger"Ralph B. schrieb:> nebenbei bemerkt wird die Phasenmodulation im Loopfilter der PLL wieder> rausintegriert, wenn die Zeitkonstante nur groß genug ist.
Grob überschlagen:
Beim DCF treten im ungünstigsten Fall 9*120 aufeinanderfolgende
Schwingungen mit gleicher Phase (rund 15°) auf. Bei z.B. einer Sekunde
Regelzeit wird der Phasenfehler grob etwa 0.015° (=15°*9*120/77500Hz/1s)
bzw. 0.0005 ppm (=.015°/360°/77500Hz) betragen. Bei größeren Regelzeiten
entsprechend geringer.
Ralph B. schrieb:> Die Regelzeitkonstante beträgt sinnvollerweise eher im Bereich einer> Stunde.>> Ralph Berres
Das denke ich auch, deshalb muß die PLL auch digital gerechnet werden.
Weil mein DCF Normal im Büro kaum noch funktioniert, obwohl ich nur 0,5
Hz Quarzfilterbandbreite habe, denke ich, der Störschmutz sollte noch
weiter reduziert werden, durch ein noch schmaleres Filter. Weil auch die
Quarzfilter dann an ihre Grenzen stoßen, sollte auch dieser 77,5 kHz
Bandpaß digital gerechnet werden. In Frage kommt deshalb ein Konzept mit
z.B Audio-ADC, der mit 192 kHz Abtastrate die 77,5 kHz samplen kann.
Dahinter käme ein Prozessor, der die Audiodaten per I2S Stream bekommt
und den Bandpaß und die PLL rechnet. Weil der Bandpaß mit B 0,1 Hz und
77500 Hz Mittenfrequenz eine Güte von ca 1 Million hat und weil er auch
eine hohe Sperrdämpfung erreichen soll, bietet sich nur die Realisierung
mittels eines IIR Filters an. Die Pole des Filters liegen also fast auf
dem Einheitskreis. Damit das Filter stabil bleibt, darf die digitale
Runderei der Filterkoeffizienten nicht zu grob sein. Ich schätze, daß
man im Prozessor deshalb mit 64 bit Auflösung rechnen muß. Aber auch das
kann man einem einfachen Prozessor sicher beibringen. Hat jemand gute
Programmierkenntnisse und kann sowas programmieren, z.B auf einem
Raspberry Pi oder einem STM32 ? Gibt es sowas schon fertig?
Das DCF Normal hätte dann nur zwei Chips, den ADC, den Prozessor und
einen TCXO, der per PWM vom Prozessor auf die Sollfrequenz gezogen wird.
In der CQDL hat mal der Prof Jochen Jirmann in den 90ger Jahren ein
DCF77 Normal auf Basis eines Mikrokontrollers veröffentlicht.
Das war ein paar Monate nach meiner Veröffentlichung.
Jochen Jirmann ist glaube ich Professor auf der Ubi in Coburg.
Er hat auch schon jede Menge Artikel in den UKW-Berichten
veröffentlicht.
Vielleicht solltest du dich mal mit ihm in Verbindung setzen.
Ralph Berres
Zunächst Danke an Ralph für die PTB-Texte, die ich ja auch kenne.
Beispielhaft folgendes PDF:
https://www.ptb.de/cms/fileadmin/internet/fachabteilungen/abteilung_4/4.4_zeit_und_frequenz/pdf/2004_Piester_-_PTB-Mitteilungen_114.pdf
... S. 354, unter Bild 8 ....
Dort: ..."Jeweils 0,2 s nach Sekundenbeginn wird das Schieberegister aus
dem Zustand Null neu gestartet und nach Ablauf eines vollständigen
Zyklus, etwa 7 ms vor der nächsten Sekundenmarke, wieder angehalten."...
Nun, wenn man diese Ausführung wörtlich (ohne Spekulation) nimmt, dürfte
es bei logischer "1" (=200ms Tr.-Abs.) in den zweiten 100ms keine PM
geben. Hier zeigt sich das in Form eines Zoom-Bilds:
https://www.mikrocontroller.net/attachment/541955/02_Zoomed.png aus dem
gleichen Thema/Beitrag, das "Laie" grad oben verlinkt hat.
Wenn ich mich irre, bitte Korrektur.
@Laie: Das verlinkte Bild zeigt etwas anderes, aber was ?
________________Frank H. schrieb:> ...obwohl ich nur 0,5> Hz Quarzfilterbandbreite habe, denke ich, der Störschmutz sollte noch> weiter reduziert werden, durch ein noch schmaleres Filter....
Ich habe Befürchtungen, dass du damit in eine Falle tappst. :-/
Denke an die Gruppenlaufzeiten... Sowie dein Filter (bedingt durch z.B.
thermische Effekte) das Signal auf der Flanke noch durchlässt, ist die
Phasentreue in Gefahr, trotz langer Integration!
Diese Erfahrung hatt auch Ralph gemacht, wenn ich recht erinnnere
und auch in dem Elektor-Projekt wurde darauf hingewiesen (Link ist
irgendwo im anderen Thema).
Michael
@Frank H.
Ein TCXO und ein Controller mit 64MHz, 12 Bit ADC, 32 kB Flash würde
schon reichen. Wenn die ADC-Samples von einigen Schwingungen (z.B. 100)
zu einem 77.5 kHz QI-Paar verrechnet werden, dann ist der Datenstrom
derart gering, dass er zu einem PC übertragen werden kann. Das ist
meiner Meinung nach bei der Programmentwicklung sehr wichtig, da sich
nur so Daten bequem analysieren (Frequenzspektrum, Langzeitmessung, ...)
lassen. Der Controller wäre während der Entwicklung also nur ein
Meß-/Steuerinterface. Das fertige Programm kann schließlich für den
Controller umgeschrieben werden. Für den letztendlichen Betrieb wäre
kein PC nötig.
Mit der Variante TCXO, 192kHz-I2S-ADC und Raspberry Pi habe ich keine
Erfahrung, klingt aber gut.
Alle Varianten setzen ein Interesse an Mathematik und Programmierung
voraus. Viel Zeit müsste auch investiert werden. Eine
Programmentwicklung aus der Ferne wäre meiner Meinung nach jedenfalls
schwierig.
Eine Alternative wäre der Nachbau. Vorschläge hätte ich da nicht.
Vielleicht den von Ralph B.?
Frank H. schrieb:> ... Mein Frequenznormal bleibt damit gerastet, es gibt aber> bereits 0,3 Hz Jitter bei 10 MHz, also 0,03 ppm bei 1s Meßzeit.
Wo liegt das genaue Ziel?
Laie schrieb:> Eine Alternative wäre der Nachbau. Vorschläge hätte ich da nicht.> Vielleicht den von Ralph B.?
Da mein DCF77 Frequenznormal hardwaremäßig extrem aufwendig ist ( es ist
ein richtiges TTL Grab ), würde ich aus heutiger Sicht entweder auf das
GPS Frequenznormal von SDR-Kits aus England setzen ( es übertrifft in
der Stabilität mein DCF-Normal ) oder wenn es unbedingt DCF77 sein soll,
dann würde ich mir das auf einen Mikrokontroller basierende Konzept von
Jochen Jirmann anschauen. Der hatte im wesentlichen mein Hardwarekonzept
in ein Softwarekonzept umgewandelt.
Der Aufwand im Empfänger, sowie die Notwendigkeit eines schon
ultrastabilen Quarzofen für die Kurzzeitstabilität ist auch hier
erforderlich.
Mein DCF77 ist so um 1994 entstanden. Zu einer Zeit wo
Rubidiumfrequenznormale noch unerschwinglich teuer waren,
GPS Frequenznormale ebenfalls ( wenn überhaupt erhältlich ).
Ich hatte mich zuvor schon mit verschiedenen rein analogen DCF77
Konzepten befasst, aber die Regelzeitkonstanten der PLL Regelschleife
war analog bestenfalls 1-2 Minuten realisierbar. Dann wurden die
Verluste in dem Kondensator der Regelschleife zu hoch.
Mikrokontroller gab es die 8051 Familie. Pic und Atmel gab es damal noch
nicht. Basiccompiler waren unerschwinglich teuer ( Keil-Elektronik )
und Assembler war nicht mein Ding. Programmieren habe ich mich schon
immer ( auch heute noch ) schwer getan.
Das war der Grund warum ich eine digitale Regelschleife mit einen
TTL-Grab gebaut habe.
Laie schrieb:> Frank H. schrieb:>> ... Mein Frequenznormal bleibt damit gerastet, es gibt aber>> bereits 0,3 Hz Jitter bei 10 MHz, also 0,03 ppm bei 1s Meßzeit.> Wo liegt das genaue Ziel?
ich erreichte bei mir etwa 7*10exp-10 also etwas besser als 1ppb
gemessen gegen ein später erworbenes Rohde&Schwarz
Rubidium-Frequenznormal und gegen das GPS Frequenznormal von SDR-Kits.
Ralph Berres
Michael M. schrieb:> @Laie: Das verlinkte Bild zeigt etwas anderes, aber was ?
(weicht zwar etwas vom TO-Thema ab - passt schon)
Mir ist nicht klar geworden wo es klemmt. Ich versuche einfach mal das
PTB-Bild "Bild 8" und das Thread-Bild
02_Zoomed.png" zusammen zu bringen:
Zunächst einmal sind die ersten 0.2 s einer Sekunde niemals
phasenmoduliert und die folgenden 0.8 s sind es immer.
Die roten und blauen Linien im Thread-Bild stehen für das p(t)-Signal am
Eingang vom DA-Gatter vom PTB-Bild. Das Signal ist dem Empfänger
bekannt, da es sich unabhängig vom Datenbit (PTB-Bild: "kodierte
Zeitinformation") sekündlich wiederholt ("aus dem Zustand Null neu
gestartet").
Die schwarze Linie im Thread-Bild ist das Meßsignal beim Empfänger und
steht quasi für das Ausgangssignal vom DA-Gatter vom PTB-Bild. Je nach
Datenbit entspricht es dem p(t)-Signal oder dem invertierten
p(t)-Signal.
Im mittleren Bereich vom Thread-Bild erkennt man den AM-Bereich. Links
davon sieht man die PM für das vorhergehende Datenbit und rechts davon
die PM vom aktuellen Datenbit. Wenn man bei der PM der aktuellen Sekunde
(rechts) genauer hinsieht, dann ist bei den blauen Linien die
Phasenänderung (bei perfektem Empfang) immer negativ. Das Datenbit ist
also eine "0". Bei der PM der vorgehende Sekunde (links) war es
andersherum und gesendete Datenbit war demnach eine "1".
Ralph B. schrieb:> ich erreichte bei mir etwa 7*10exp-10 also etwas besser als 1ppb
Zum sicheren Verständnis. Wenn man die DCF-Antenne abnimmt, welche
Abweichung würde man (mit Hilfe vom GPS-Frequenznormal) nach einer
Stunde feststellen?
Aus irgendeinem Grund habe ich noch keine Bilder über den Gesamtaufbau
gefunden. Gibt es einen Link?
Laie schrieb:> Wenn man die DCF-Antenne abnimmt, welche> Abweichung würde man (mit Hilfe vom GPS-Frequenznormal) nach einer> Stunde feststellen?
Irgendwas zwischen 10exp-7 und 10exp-8
deswegwn auch die Batteriepufferung und durchgehenden Betrieb.
Vermutlich ist hier die Referenzspannung des DA Wandlers der Grund. Ich
hatte hier ein normalen 78xx Regler eingesetzt.
Wollte ich irgendwann mal ändern doch seit ich das GPS Normal habe ist
das DCF77 eh nur noch Rückfallreserve.
Laie schrieb:> us irgendeinem Grund habe ich noch keine Bilder über den Gesamtaufbau> gefunden. Gibt es einen Link?
Das hatte ich vergessen zu fotografieren. Damals wie das Gerät
entstanden ist, hatte ich noch an keiner Veröffentlichung gedacht.
Jedermann verfügbares Internet gab es damals noch nicht.
Ralph Berres
Ralph B. schrieb:> In der CQDL hat mal der Prof Jochen Jirmann in den 90ger Jahren ein> DCF77 Normal auf Basis eines Mikrokontrollers veröffentlicht.
Danke für die Info. Das spannende an so einem Projekt ist für mich die
Entwicklungstätigkeit. Stumpf nachbauen möchte ich es nicht.
Ralph B. schrieb:> Programmieren habe ich mich schon> immer ( auch heute noch ) schwer getan.
Ich bin auch Hardware-Entwickler. Für ein DCF Projekt wäre es aber eine
spannende Sache für mich, Softwerkerei zu lernen.
Michael M. schrieb:> Ich habe Befürchtungen, dass du damit in eine Falle tappst. :-/> Denke an die Gruppenlaufzeiten.
Ich verstehe nicht, warum die Gruppenlaufzeit des schmalen Quarzfilters
ein Problem wird. Durch mein 0,5 Hz breites Filter kommt die AM von DCF
kaum noch durch, die Sekundeneinbrüche werden durch das schmale Filter
wunderbar weggeglättet. Die PLL bekommt, allein weil das Filter so
schmal ist, schon fast einen Sinus angeboten. Das ist für ein
Frequenznormal meiner Meinung nach optimal.
Wenn ich die PM (die glaube ich 600 Hz Bandbreite hat) auswerten wollte,
müßte das Filter die Modulation auch voll durchlassen. Dann wären
Gruppenlaufzeitfehler schlecht, genauso wie bei UKW Radios die
Gruppenlaufzeit der ZF Filter Klirrfaktor erzeugt.
Oder habe ich da was übersehen? Anbei das Spektrum von DCF, gemessen mit
Soundkarte mit 0,18 Hz breitem Filter. Der Träger verschwindet nicht.
so lange sich die Filterkurve nicht frequenzmäßig verschiebt, ist noch
alles in Butter.
Aber wenn durch Temperatureinfluss sich die Mittenfrequenz eines 1Hz
breiten Filters nur geringfügig ändert und du damit mit den 77,5KHz auf
die Flanke des Filters triffst, dann ändert sich die Phase des Signales.
Bedenke du willst eine Regelzeitkonstante von 1 Stunde und mehr
realisieren.
Die Temperatur dürfte sich dann in dem gleichen Zeitraum nicht soweit
ändern, das du von der Mitte auf die Flanke gerätst.
Wenn du das Filter sowieso digital lösen willst, ist das vielleicht
nicht störend. Aber digitale Filter haben maximal nur einen
Dynamikbereich wie die nutzbare digitale Wortbreite ist.
Ralph
Ich hatte in den letzten einigen Monaten mit einem softwarebasierten
DCF77-Empfänger rumgespielt, zwar primär nur zum Zeitempfang, aber man
könnt den Ansatz auch Richtung Frequenznormal erweitern.
Der Analogteil ist einfach gehalten: ein nicht wirklich schmalbandiges
LC-Filterkonstrukt mit vier Spulen von der Stange für ein wenig
Vorselektion, danach zwei OpAmps für die Verstärkung. Am Ende landen
irgendwas zwischen 5mV und 25mV RMS am 12 Bit-DAC eines
STM32F103-Prozessors. Der ARM-Prozessor läuft mit 24MHz, das
DCF77-Signal wird mit 64kHz abgetastet.
Die Software implementiert eine AGC, einen I/Q-Mischer, eine
CIC-Filterkaskade und eine PLL. Der I-Anteil vom Software-Mischer wird
für die PLL verwendet, der Q-Anteil zur Demodulation der AM. Die
Bandbreite der CIC-Filterkaskade war so um die 20Hz wenn ich mich
richtig erinnere. Der Zeitzeichenempfang basierend auf der AM des
Signals funktioniert hervorragend. Insgesamt hat der Prozessor trotz der
ganzen Signalverarbeitung noch genügend Rechenleistung, um die
Amplitudenmodulation wie auf einem Scope im Roll-Modus flüssig auf einem
128x64 Pixel-OLED-Display darzustellen.
Getaket wird der µC von einem 8MHz-Standard-Quarz am STM32, da ist kein
OCXO oder ähnliches. Der µC wird über einen USB-Port mit Spannung
versorgt, das ist auch nicht wirklich stabil. Trotzdem: Ist die PLL nach
einiger Zeit auf der höchsten Zeitkonstante eingerastet, dann habe ich
an guten Tagen einen Variation in der Frequenz von weniger als 300ppb
über mehrere Stunden beobachtet. Ich wäre nicht überrascht, wenn sich
das mit einem verbesserten Analogteil, einer höheren Abtastrate (dann
mit einem schnelleren ARM-Prozessor) und einer stabileren lokalen
Zeitbasis möglicherweise sogar deutlich unter 100ppb drücken lässt.
Für ein ordentliches Frequenznormal wäre das zwar immernoch (zu) viel,
im Verhältnis von Hardware-Aufwand und -Kosten zu Ergebnis aber meiner
Meinung nach immernoch ganz ansehnlich.
Stephan M. schrieb:> 300ppb> über mehrere Stunden beobachtet.
das wären 3*10exp-7
das sollte von einen temperaturkompensierten Quarz schon erreichbar
sein. Ganz ohne DCF77
Stephan M. schrieb:> Ich wäre nicht überrascht, wenn sich> das mit einem verbesserten Analogteil, einer höheren Abtastrate (dann> mit einem schnelleren ARM-Prozessor) und einer stabileren lokalen> Zeitbasis möglicherweise sogar deutlich unter 100ppb drücken lässt.
das wären dann 1*10exp-7.
Ein guter Quarzofen hällt diese maximale Abweichung über ein Jahr.
schon die 64KHz Abtastrate ist für ein Frequenznormal viel zu wenig.
12 Bit vermutlich auch.
Stephan M. schrieb:> Für ein ordentliches Frequenznormal wäre das zwar immernoch (zu) viel,> im Verhältnis von Hardware-Aufwand und -Kosten zu Ergebnis aber meiner> Meinung nach immernoch ganz ansehnlich.
10exp-7 kann man mit einer analogen PLL aus den 70ger Jahren auch
erreichen.
Ralph Berres
Abdul K. schrieb:> Warum darf er keine Unterabtastung nehmen??
darf er. Aber er muss sicherstellen, das die Aliasingprodukte nicht
stören.
Ralph Berres
Ist es so, dass die Toleranz vom 8 MHz Systemtakt die Toleranz der
Samplerate von 64 KHz sind? Müsste
für eine genaue Frequenzmessung von DCF nicht der 8 MHz Clock aus einem
VCXO kommen, den die PLL steuert?
Frank H. schrieb:> Ist es so, dass die Toleranz vom 8 MHz Systemtakt die Toleranz der> Samplerate von 64 KHz sind? Müsste> für eine genaue Frequenzmessung von DCF nicht der 8 MHz Clock aus einem> VCXO kommen, den die PLL steuert?
weis ich nicht. Bei einer Frequenzmessung muss die Referenzfrequenz
nicht zwingend der Systemtakt des Prozessors sein.
Dioch hier geht es nicht um eine Frequenzmessung, sondern um die
Umwandlung des DCF77 Signales in ein digitales Wort. Dabei müssen aber
auch geringste Frequenzabweichungen auch erfasst werden.
Ob das mit einer Samplerate von 64 KHz realisierbar ist? Vielleicht
wissen hier einie Experten mehr darüber.
Ralph Berres
Frank H. schrieb:> Ist es so, dass die Toleranz vom 8 MHz Systemtakt die Toleranz der> Samplerate von 64 KHz sind?
Oft kann der ADC-Takt nur vom Systemtakt abgeleitet werden, was aber für
die Genauigkeit kein Problem ist, da die Abweichung (Jitter) bekannt ist
und sich rechnerisch berücksichtigen lässt.
> Müsste> für eine genaue Frequenzmessung von DCF nicht der 8 MHz Clock aus einem> VCXO kommen, den die PLL steuert?
Je instabiler die Referenz, desto besser müssen Empfangssignal,
ADC-Abtastrate, ADC-Genauigkeit, ... sein. Der CPU-Oszillator sollte
deshalb zumindest thermisch passiv stabilisiert ("100 ml Wasser und 1
Liter Dämmung") werden. Viel besser wäre ein VCXO oder eine
vergleichbare Referenz. Die Frequenz darf sogar variieren, sie muss nur
immer bekannt sein.
Die Referenz könnte auch für den Systemtakt verwendet werden. Vom Design
her fände ich es sauberer, die Referenz stattdessen als Taktquelle für
einen internen Timer zu verwenden.
Ralph B. schrieb:> Dioch hier geht es nicht um eine Frequenzmessung, sondern um die> Umwandlung des DCF77 Signales in ein digitales Wort. Dabei müssen aber> auch geringste Frequenzabweichungen auch erfasst werden.
Die CPU wird für ein genaues Zeitverhalten nicht benötigt. Das kann (und
muss bei modernen Controllern sogar) von der Peripherie des Controllers
gemacht werden. Die Peripherie ist, geschickt programmiert, äußerst
vielseitig. Auf der anderen Seite ist eine Zeitauflösung unter einem
Prozessortakt natürlich nicht möglich.
> Ob das mit einer Samplerate von 64 KHz realisierbar ist?
Eine Samplerate von 64 KHz bedeutend ja nicht einen Mittelwert über 16µs
zu erhalten. Entscheidend ist im wesentlichen wie schnell der
ADC-Sample-Kondensator geladen werden kann und das kann bei manchen
Controllern sogar 100 mal schneller gehen. Trotzdem wären die 64 KHz
nicht optimal. Erstrebenswert wäre ein guter Signal-Rauschabstand. Dabei
hilft ein schneller&grober-ADC mehr als ein genauer&langsamer-ADC.
Stephan M. schrieb:> Die Software implementiert eine AGC, einen I/ Q Mischer
Warum nimmst Du statt eines einfachen Mischers einen I Q Mischer? War
das ein fertiger Building Block in einer Library?
Er benutzt die beiden Ausgänge für unterschiedliche Funktionen, schrieb
er doch oben. Mit einem einfachen Mischer ginge das nicht, da Phasenlage
unbekannt bleibt.
Man hätte problemlos das Ausgangssignal eines Einzelmischers für beide
Funktionen nehmen können, weil beide Funktionen (AM Demodulation und PLL
Eingang zum PFD) keine Phaseninfo benötigen.
@ Frank
Vielleicht wäre es mal ganz interessant zu erfahren, welche Ziele du dir
hinsichtlich Stabilität und Genauigkeit mit den Modifikationen an
Empfangsteil bzw. Auswertung gesteckt hast.
Ich habe den Eindruck, dass du ohne Quarzofen als lokale Referenz mit
dem System nicht deutlich besser als einige 10^(-8) erreichen wirst.
Alleine der Ofen brächte dir bereits (ungeregelt) mind. eine
Größenordnung bessere Resultate an Kurzzeit-Stabilität... ;-)
Klar bedeutet das einen höheren Strombedarf...
Michael
@ Michael M.
Ich habe mir keine ppm Ziel für einen künftig zu entwickelndes DCF
Normal gesteckt. Meine Erwartungshaltung ist, das es viel besser als
mein vor 30 Jahren entwickeltes Stromsparteil geht. Damals hatte ich den
Empfangsteil auf viel Blocking, hohe Empfindlichkeit und extreme
Selektion gezüchtet. Außerdem sollte er mit 5V und wenigen mA
Stromaufnahme laufen und mit den billigen Quarzen für damals 1 DM
arbeiten. Ich habe das Empfangsteil damals in SMD aufgebaut, in
Zigaettenschachtelgröße, und konnte es in den Urlsub mitnehmen zum
messen der Empfangspegel. Die PLL schaffte es so eben, noch im
Großraumbüro zu locken, bei ca 0,03 ppm Störhub.
Eine digitale neue Version soll natürlich besser funktionieren, vor
allem mit noch mehr Störnebel zurecht kommen. Deshalb denke ich, das die
Banbreite weiter reduziert werden muß. Der zweite Vorteil der digitalen
Version ist, daß die PLL Regelzeitkonstante Stunden werden kann, was ich
wegen der Kondensatorleckströme mit meinen Hardware-Loopfilter nicht
erreichen kann.
Bei der Genauigkeit wird hier oft unterschlagen, daß jeder
Quarzoszillator neben der Kurzzeit-Stabilität auch eine Nenntoleranz
(Die Abgleichtoleranz bei Nenntemperatur, Nennlast, Nennspannung und
ohne Alterung) hat von vllt +-2 ppm bei einem TCXO. Diese Nenn-Toleranz
ist mit jedem noch so schlechten DCF Normal erstmal 0,0 ppm.
Die digitale Version mit externem Audio ADC, der mit 192 kHz Sample Rate
den ganzen Schmutz der Ferritantenne bekommt und dank seiner
unermesslichen Linearität von allen Störpegeln nicht beeindruckt wird
macht m.E. viel Sinn. Die Audio ADCs haben internes Oversampling und
unterdrücken alle Oberwellen-Mischprodukte bis zu zig MHz um vllt 80 dB.
Das funktioniert schmerzfrei. Die Prozessor-ADC haben so ein
Oversampling meines Wissens nicht. Wenn die mit 192 kHz oder vllt sogar
mit nur 64 kHz (wie bei Stephans Freqnormal) DCF abtasten, haben die zig
Nebenempfangsstellen bis zu einigen MHz oder höher, auf denen Rauschen
oder Störsignale auf 77,5 kHz runtergefaltet werden. Der OP oder
Transistorverstärker davor zur Filterung kann deshalb auf keinen Fall
weggelassen werden. Die Prozessor-internen ADC haben auch in den
seltensten Fällen 90 dB S/N oder mehr, so wie jeder billige Audio ADC.
Für hohe Störfestigkeit brauche ich jede Menge dBs. Mein analoge Mimik
rastet noch mit wenigen µV Antennenspannung ein, und hält 300 mV
Störpegel gleichzeitig aus. Mit einem 12 bit Wandler würde die Dynamik
rechnerisch nur 72 dB werden, d.h. bei 300 mV Maximalsignal auf z.B
78125 Hz (ich weiß, die gibt es nicht mehr) wird das Mindestsignal für
ein klapperndes LSB auf 77500 Hz 100 µV.
Leider habe ich keine Ahnung von Programmiererei, so daß dies Projekt
sicher Monate bis Jahre dauert.
Frank
bedenke daß das zu disziplinierende Referenzoszillator mindestens die
gleiche Stabilität aufweisen muss, welche du als Gesamtergebnis
anvisierst.
Und zwar über einen Zeitraum von mindestens der Regelzeitkonstante.
Also wenn du eine Stabilität deines DCF77 Normals von 10exp-9 erreichen
willst, und du dafür eine Regelzeitkonstante von mindestens 1 Stunde
benötigst, bedeutet das, das der Referenzoszillator freilaufend besser
10exp-9 für mindestens eben diese eine Stunde halten muss.
Das sind schon ganz schön hohe Anforderungen, welche nur die besten
Quarzöfen erreichen.
Der Referenzoszillator ist ausschließlich für die Kurzzeitstabilität
verantwortlich. Die Dauer der Kurzzeitstabilität ist mindestens die
Regelzeitkonstante.
Das DCF77 Signal ist auschließlich für die Langzeitstabilität zuständig.
Es soll das allmähliche wegdriften des Referenzoszillators
entgegenwirken.
Dementsprechend locker ist die PLL angebunden.
Auch der Regelbereich der PLL sollte in diesen Fall maximal +-2Hz
betragen.
Bei mir hat der Quarzoszillator eine Regelsteilheit von etwa 0,2HZ/
Volt.
Als DA Wandler für die Regelspannung zu erzeugen ist bei mir ein DAC16
also ein 16Bit DA-Wandler zuständig.
Ralph Berres
Moin,
falls es Euch eine alternative Möglichkeit interessieren sollte, ist
hier ein kurzer Erfahrungsbericht aus eigener Arbeit:
Ich verwende hier schon seit über 30 Jahren eine professionelle
Spectracom Anlage auf 8164 und 8161 bezogen. Beide verwenden eine aktive
Ferritantenne auf 60kHz für WWVB. Der Antennenausgang speist einen
mehrstufigen Verstärker mit einem einzigen herkömmlich geschalteten
60kHz Quarzfilter in Brückenschaltung dem zwei MC1350 Verstärker mit AGC
folgen.
Der Ausgang speist auf einer anderen Bord einen synchronen I/Q Detektor
mit zwei MC1496 an und digitaler 10MHz PLL als Referenz. Der eine
Ausgang vom I/Q Detektor ist die 60kHz Referenz für die 10MHz PLL. Der
andere Ausgang erzeugt eine AGC für den Antennenverstärker und dekodiert
mittels Bit-Slice Detektor die Time Code Signale die dann extern für
Zeit und Datumanzeigezwecke verwendet werden können.
Vor einiger Zeit musste ich den Spectracom I/Q-RX aufrüsten weil NIST in
2011 BPSK hinzugefügt hat und die BPSK Modulation brach die lokale 10MHz
PLL. Das Problem ließ sich aber mit einem AD633 Analogmultiplizierer und
einer kleinen Änderung im Synchron-RX Teil und dem digitalen Teil lösen.
Seitdem arbeitet der I/Q RX auf 120kHz. (Wer jetzt behauptet, 60kHz
lässt sich von 10Mhz nicht direkt ableiten, hat recht. Dort wird die
10MHz zuerst auf 20kHz herunter geteilt und dann auf 60kHz
verdreifacht). Nach der Änderung verdreifachte ich ein 40kHz Signal aus
der Teilerkette.
WWVB ist von mir über 1500km entfernt. Trotzdem ist der Empfang 100%
stabil und stark. Wenn ich den Ausgang des Antennenverstärker am Oszi
anschließe kann ich das lebende 60kHz Signal ohne Schwierigkeiten mit
klarem Sinus beobachten. Meine aktive 60kHz Antenne ist übrigens im
Keller montiert.
Anhand meiner langjährigen Erfahrung mit solchen Anlagen bin der
Meinung, dass das synchrone Empfangsprinzip allen anderen Methoden
deutlich überlegen ist. Ganz gleich ob herkömmlich oder mit DSP
realisiert.
Da die 10MHz PLL sowieso eine extrem schmale Bandbreite hat, braucht man
Empfangsselektivitaet nicht auf die Spitze treiben. Bei mir hat das
Quarzfilter einige 10Hz BB. Trotz moderner Schaltnetzteile und LED
Lampen machen die sich überhaupt nicht bemerkbar. Das I/Q
Empfangsprinzip ist überaus robust. Eine HP117 Anlage lief bis 2011 auch
störungsfrei.
Relativ zu einem stabilen lokalen Frequenzstandard kann man auf 10MHz am
Oszi einige Perioden (+/- 500-100 Grad) an schnellen Phasenschwankungen
beobachten die für Standardanwendungen durch eine genügend lange
Zeitkonstante gemittelt werden muss um für Frequenznachführung geeignet
zu sein. Beim 8164 ist die Nachfuehrzeitkonstante bis zu einigen Stunden
lang.
Bei mir verwende ich den 8161 nur als Phasenvergleicher um den
freilaufenden Rb85 Frequenzstandard zu überwachen. Über einige Stunden
verfolgt lässt sich der Phasenunterschied im 10e-11 Bereich ermitteln.
Der 8164 hat eine uC gesteuerte Frequenzkontrollschleife die einen
hochwertigen 10Mhz Frequenzstandard Ofenoszillator im Bereich von 10e-9
nachregelt; auch das funktioniert sehr gut.
Wer Interesse hat, kann sich die Spectracom
Schaltbildunterlagen/Handbücher vom Netz frei herunter laden.
Wie schon erwähnt hat sich die Anlage jahrzehntelang bei mir im
Heimlabor bewährt und ich bin der Ansicht, dass das Konzept durchaus
modernisierbar ist. Allerdings bin ich mittlerweile der Meinung, dass
GPS für eine Neuentwicklung natürlich mehr Sinn hat. Aber da die 60kHz
Anlage bei mir schon vorhanden ist, besteht wenig Grund auf GPS
umzusteigen, obwohl ich das auch mit einem Selbstbaugerät könnte. Der
Nachteil von GPS FS ist, dass der einige Zeit zum Einregeln braucht. Der
8161 funktioniert nach 15s als Phasenvergleicher. Die 10MHz FLL im 8164
dagegen braucht nach dem Einschalten einige Stunden um sich einzuregeln.
Auch der Quarzofen Oszillator braucht einige Stunden Zeit um stabil
genug zu werden. Die meisten Präzisionsoszillatoren haben eine gewisse
Einschalthysterese.
Gerhard
Vielen Dank für deine Ausführungen, Frank.
Mit ADCs, u-Prozessoren habe ich leider keinerlei Erfahrungen und
Praxis. Das könnte vielleicht noch später mal sein, dass ich mich damit
beschäftige. ;-)
Daher beschränke ich mich derzeit "nur" mit handgestrickter
Digitaltechnik, so wie im Beispiel von Ralph.
Was die Filterung des Empfangssignals angeht, hatte ich ja bereits
lesenwerte Literatur im Beitrag
Beitrag "Re: DCF77 Frequenznormal" aufgezeigt.
Besonders U. Bangert ist im Bereich Horologie m.E. Pflichtlektüre.
Du darfst natürlich deinen Weg mit noch schmalerer BB versuchen :-); ich
halte mich an die verfügbaren Quellen, die deinen Weg zwar als machbar
beschreiben (PTB), jedoch mit Unsicherheiten behaftet darstellen.
frank147 schrieb:> ...hat von vllt +-2 ppm bei einem TCXO. ...
Dazu nur kurz: (M)Ein "Isotemp"-OCXO liegt ohne besondere
Stabilisierungsmaßnahmen (Temp., Spannungsversorgung) um zwei
Größenordnungen in der Abgleichtoleranz und Alterungsdrift niedriger,
obwohl er gebraucht erworben wurde (15€).
In diesem Bereich ist die Grenze meiner Mess-Ausrüstung erreicht; ich
kann z.B. (noch) nicht entscheiden, ob mein Zähler (mit OCXO) oder das
DUT instabil ist. :-o)
Michael
Michael M. schrieb:> Was die Filterung des Empfangssignals angeht, hatte ich ja bereits> lesenwerte Literatur im Beitrag> Beitrag "Re: DCF77 Frequenznormal" aufgezeigt.
Hallo Michael,
die Lektüre habe ich mir verinnerlicht. "Abflachung und Verrundung der
Signalflanken" werden im Kapitel 7.3.2 Empfang der amplitudenmodulierten
Zeitsignale diskutiert. Für mich ist aber Kapitel 7.3.1 Empfang der
Normalfrequenz relevant.
Die Abflachung der Zeitsignale durch ein schmales Filter spielt offenbar
keine Rolle. Oder habe ich da was falsch verstanden? Die Zeitinformation
ist im Frequenzbereich genau nicht auf 77500 Hz sondern in AM ca. im
Bereich 77490...77510 moduliert. Für die Zeitinfo in PM ist der Bereich
ca. 77000...78000 Hz genutzt. Das schmale Filter unterdrückt die
Zeitinfo, aber nicht den Träger.
Frank
Hallo Frank,
a) Dekodierung der PM (und daraus Zeitsignale) ist logischerweise nicht
möglich. Möglich wäre das nur, indem man die AM benutzt.
b) Du willst Nulldurchgänge vom Träger haben, und zwar zeitlich exakte
Durchgänge.
Dein Filter beseitigt alle f-Anteile, die 1, vlt. 2 Hz neben 77500
liegen. Bereits der Sek.-Beginn ist lt. 7.3.2 nicht mehr genau
feststellbar (Ungenauigkeit bis zu 100 ms!).
Gleiches gilt für die Trager-0-Durchgänge zu jedem gewähltem Zeitpunkt.
Aufgrund der Abflachung/Verrundung erhältst du -wie U. Bangert schrieb-
ein Problem: Der exakte 0-Nurchgang wird um so schwerer bestimmbar, je
kleiner die Flankensteilheit (s. Rauschanteile im obigen Bild
Slope-to-Noise).
Für eine genaue Bestimmung des 0-Durchgangs ist also große
Flankensteilheit nötig; je eher du in der Signalkette dafür Sorge
trägst, desto größere Chancen hast du, diese Genauigkeit mit geringem
Toleranzfeld zu erreichen.
Michael
Michael M. schrieb:> b) Du willst Nulldurchgänge vom Träger haben, und zwar zeitlich exakte> Durchgänge.
Ich denke, zeitlich exakte Durchgänge brauche ich nicht: Wenn ich mein
vorhandenes DCF Normal betrachte, mit einem /31 Teiler und 2,5 kHz
Phasenvergleicherfrequenz, dann ist nur wichtig, daß über lange
Mittelungszeiten (Bei meinem Frequenznormal sind es 11 mHz
Eigenfreqeunz, also einige 10 s Mittelungseit) am Phasenvergleicher
gleich viele Nulldurchgänge vom geteilten 10 MHz Oszillator und von DCF
ankommen. Ein Puls zuviel vom DCF Empfänger, weil ein Blitzschlage
empfangen werden, wäre störend und sorgt für PLL Regelfehler. Das
schmale Quarzfilter im Empfänger hat reichlich Verzögerungszeit, sicher
schon über 100 ms. Weil aber aus dem Filter 77500 Impulse pro Sekunde
auch rauskommen, spielt für die Normalfrequenzerzeugung das Delay des
Filters keine Rolle.
Aus dem Sinus, der aus dem Quarzfilter kommt, muß im Signalweg ein
Komparator einen 77,5 kHz Rechteck machen. Dabei entsteht natürlich
zusätzlicher Jitter, der sich im Frequenzspektrum als breitbandiges
Rauschen bis zig MHz am Ausgang des Komparators bemerkbar macht. Dies
Rauschen wird von der PLL unterdrückt, weil sie nur Rauschen bis etwa 11
mHz durchläßt.
Frank
Ralph,
ich habe kein konkretes ppm Ziel im Auge. Das Papier von U. Bangert
http://ulrich-bangert.de/AMSAT-Journal.pdf habe ich auch inzwischen
gelesen, alles super interessant.
Im Prinzip geht es mir darum, mal mit digitaler Signalverarbeitung
anzufangen, weil ich denke, daß mit den beiden Chips Audio ADC und
Prozessor ein tolles DCF Normal baubar sein müßte. Besonders, wenn der
Quarzoszillator auch ein Quarzofen mit schöner Allan Varianz ist. und
wenn der Quarzoszillator auch als Referenzclock für den Prozessor dient
Das Hauptärgernis bei meinem Normal ist, das es bei Störungen im
Großraumbüro auch PLL Ausraster gibt, es also nicht genügend störfest
ist. Ich denke, daß mit weniger Rauschbandbreite durch gerechnete
Filterung die Sache besser werden muß. Außerdem kann deine extrem
aufwendige digitale Hardware, die für die lange PLL Zeitkonstante und
die Störerkennung notwendig ist, sicher auch gerechnet werden.
Wie man die Störfestigkeit verbessert für den Fall, daß die 77500 / 50 =
1550 te Oberwelle der Netzfrequenz (die typisch +- 180 mHz Fehler hat)
in der Luft stört, weiß ich noch nicht. Ich vermute, das langsame Drift
der Netzfrequenz die Ursache für die PLL Aussetzer ist und die 1550.
Oberwelle irgendwann durch den Quarzfilter passt und dann der S/N des
Empfangssignals doch zu schlecht oder sogar negativ wird. Vielleicht
kann ein zweites gerechnetes Filter mit größerer Bandbreite ein Noise
Gate Signal generieren, ähnlich dem Noise Blanker in KW Empfängern.
Frank
Frank H. schrieb:> Wie man die Störfestigkeit verbessert für den Fall, daß die 77500 / 50 > = 1550
te Oberwelle der Netzfrequenz (die typisch +- 180 mHz Fehler hat)
> in der Luft stört, weiß ich noch nicht.
Bist du dir da sicher, das die 1550. Harmonische irgendeinen Einfluss
hat? Ich nicht... :-/
M.E. kommen eher direkte Einstrahlungen im Empfangsteil (50 und 100 Hz)
in Frage; natürlich auch die "Wandwarzen".
Michael
Frank H. schrieb:> Das Hauptärgernis bei meinem Normal ist, das es bei Störungen im> Großraumbüro auch PLL Ausraster gibt, es also nicht genügend störfest> ist.
Da wäre aber die geeignete Massnahme eher die Antenne an einen
geeigneten Platz auserhalb des Störnebels zu postieren.
Frank H. schrieb:> Ich denke, daß mit weniger Rauschbandbreite durch gerechnete> Filterung die Sache besser werden muß.
Kann, aber ist nicht zwangsläufig so. Wenn ein Störprodukt einer der
vielen Wandwarzen genau auf die 77,5KHz fällt, erreichst du mit einen
noch so schmslen Filter garnichts. Unglücklicherweise ist die Frequenz
von solchen Störungen auch nicht konstant. Das die 77,5KHz getroffen
werden ist eher zufällig, was die Sache noch spannender macht.
Frank H. schrieb:> Außerdem kann deine extrem> aufwendige digitale Hardware, die für die lange PLL Zeitkonstante und> die Störerkennung notwendig ist, sicher auch gerechnet werden.
Kann man sicherlich. Siehe Beispiel von Herrn Prof. Jirmann.
Frank H. schrieb:> Wie man die Störfestigkeit verbessert für den Fall, daß die 77500 / 50 => 1550 te Oberwelle der Netzfrequenz (die typisch +- 180 mHz Fehler hat)> in der Luft stört, weiß ich noch nicht.
die 1550te Oberwelle wird sicherlich so wenig Energie haben, das sie
nicht mehr nennenswert stört. Die 50Hz sind ja schließlich keinem
Diracimpuls ähnlich, sondern eher sinusförmig.
Frank H. schrieb:> Ich vermute, das langsame Drift> der Netzfrequenz die Ursache für die PLL Aussetzer ist und die 1550.> Oberwelle irgendwann durch den Quarzfilter passt und dann der S/N des> Empfangssignals doch zu schlecht oder sogar negativ wird.
Ich vermute mehr, das irgendwelche Schaltnetzteilfrequenzen dafür
ursächlich sind, und wenn es Interferenzen zwischen mehreren
Schaltnetzteile sind, welche in deinen Empfänger Intermodulationen
erzeugen.
Übrigens auch Quarzfilter erzeugen Intermodulationen, wenn der
Summenpegel aua Nutzsignal und Störungen zu groß wird. Bei mir war der
Störpegel um fast 30db größer als das eigentliche 77,5KHz Signal.
Deswegen kamen bei mir auch diese riesen Klötze von Quarze in Einsatz.
Frank H. schrieb:> Vielleicht> kann ein zweites gerechnetes Filter mit größerer Bandbreite ein Noise> Gate Signal generieren, ähnlich dem Noise Blanker in KW Empfängern.
Das wird nichts nützen.
Suche einen geeigneten Standort für die Antenne, und wenn sie auf dem
Speicher unter dem Dach ist. Jedenfalls möglichst weit weg von
potentiellen Störquellen, wie Geräte mit Schaltnetzteil, Monitore etc,
und baue genügend großsignalfeste Empfänger wenigstens bis zum
Quarzfilter.
Das Quarzfilter auch noch digital ersetzen zu wollen, wird nichts
bringen.
So großsignalfest sind die AD-Wandler vermutlich nicht.
10Hz Bandbreite für das Quarzfilter sollte reichen. Wichtig ist die
weitabselektion die möglichst 100db und mehr erreichen sollte, und
natürlich das das Quarzfilter durch die Summe aller Störungen nicht
pegelmäßig an seine Grenzen stößt.
Michael M. schrieb:> M.E. kommen eher direkte Einstrahlungen im Empfangsteil (50 und 100 Hz)> in Frage; natürlich auch die "Wandwarzen".
Wenn 50Hz hier stören, dann stimmt aber was ganz gewaltig nicht an der
Konstruktion des Empfängers, bzw der nachfolgende DCF Auswertung.
Ralph Berres
Frank H. schrieb:> Michael M. schrieb:>> b) Du willst Nulldurchgänge vom Träger haben, und zwar zeitlich exakte>> Durchgänge.>> Ich denke, zeitlich exakte Durchgänge brauche ich nicht....
...
> ...dann ist nur wichtig, daß über lange Mittelungszeiten .... am> Phasenvergleicher gleich viele Nulldurchgänge vom geteilten 10 MHz> Oszillator und von DCF ankommen. Ein Puls zuviel vom DCF Empfänger,> weil ein Blitzschlage empfangen werden, wäre störend und sorgt für> PLL Regelfehler.
Du brauchst sie, die zeitlich exakten Durchgänge. Wie willst du sonst
eine Phasen-Abweichung erfassen, wenn z.B. bei t=0 die Phase exakt ist
(=90°) und bei t=x die Phase (übertrieben) um 180° verschoben ist
(XOR-Phasenvergleich)? Sind die 270° Realität oder das Ergebnis nicht
exakter 0-Durchgänge??
Dieser daraus resultierende Korrekturwert wird sehr wahrscheinlich
falsch sein (und zu Jitter führen).
Da hilft weder dein Loop-Filter noch eine lange Mittelung mehr... :(
Optimum wäre, die Korrekturwerte zu akkumulieren (und zu gewichten).
Eine herrliche Aufgabe für einen uC, aber es geht auch ohne das... ;-)
____
Gegen ausbleibende 0-Durchgänge hilft: Missing Pulse Detector (Bild).
Gegen scheinbar auftretende (durch vlt. repetitive Störpulse bedingte)
zusätzliche 0-Durchgänge hilft: Ein "erlaubtes" Zeitfenster kreieren
(z.B. ca. 5% der (Halb-)Periode), in dem der echte 0-Durchgang
naturgemäß kommen muss.
____> Aus dem Sinus, der aus dem Quarzfilter kommt, muß im Signalweg ein> Komparator einen 77,5 kHz Rechteck machen. Dabei entsteht natürlich> zusätzlicher Jitter, der sich im Frequenzspektrum als breitbandiges> Rauschen bis zig MHz am Ausgang des Komparators bemerkbar macht.
Lies dazu bitte mal: http://www.ham-radio.com/sbms/LPRO-101.pdf, Seite
17
Michael
Ralph B. schrieb:> Kann, aber ist nicht zwangsläufig so. Wenn ein Störprodukt einer der> vielen Wandwarzen genau auf die 77,5KHz fällt, erreichst du mit einen> noch so schmslen Filter garnichts......> Die 50Hz sind ja schließlich keinem> Diracimpuls ähnlich, sondern eher sinusförmig.
Ich habe mal ein paar FFTs gemacht von der Ausgangsspannung der
Ferritantenne, während die 5 cm neben einem Steckernetzteil liegt. Das
soll irgendwie die Störverhältnisse im Großraumbüro nachbilden. Aus dem
Steckernetzteil kommen alle 100 Hz Oberwellen raus weil der
Brückengleichrichter im Netzteil im 100 Hz Takt den Ladeelko dahinter
füttert. Der Gleichrichter macht also frische 100 Hz Oberwellen, die
nicht aus der Steckdose kommen. Interessant ist, daß der Pegel der
Netzoberwellen mit kleinerer FFT-Bandbreite sinkt. Mit 1 Million FFT
Punkten gibts 0,13 Hz FFT Bandbreite und die 100 Hz Oberwellen liegen
dann bei -86 dBFS, DCF ist bei -66 dBFS, gibt 20 dB Störabstand. Mit 11
Hz BW bei 16384 FFT Punktn steigt der Störpegel auf -73 dBFS, gibt also
etwa 7 dB S/N. -Das kann nur daran liegen, daß auf der Netzfrequenz
reichlich Jitter drauf ist. Anscheinend sind die 50 Hz der
Energieversorger nicht so Phasenrauscharm wie DCF77. :-)
Michael M. schrieb:> Gegen ausbleibende 0-Durchgänge hilft: Missing Pulse Detector (Bild).
Ich denke, es werden keine Nulldurchgänge ausbleiben, weil der
Quarzfilter auch mit 10 Hz Bandbreite endlos lang nachklingelt. Ich habe
das mal simuliert. Ein Bandpaß mit Güte 10.000 d.h 7,75 Hz Bandbreite
liefert nach 1ms ohne Eingangssignal immer noch 97,4 % der initialen
Amplitude. Er erfindet also fleißig Nulldurchgänge. Ein Missing Pulse
Detector hinter dem Quarzfilter kann deshalb keine einzelnen fehlenden
Pulse entdecken.
Ralph B. schrieb:> Wenn 50Hz hier stören, dann stimmt aber was ganz gewaltig nicht an der> Konstruktion des Empfängers, bzw der nachfolgende DCF Auswertung.
Das Spektrum im Großraumbüro hatte ich oben gepostet am 03.06.2022
15:53. Da sieht man auch alle 100 Hz bei 77,1 77,3 77,4 77,6 kHz
erhöhten HF Störpegel. Es geht nicht um 50 Hz die stören, sondern
tatsächlich um zuviel Schmutz auf 77,5 kHz.
Frank
Frank H. schrieb:> Michael M. schrieb:>> Gegen ausbleibende 0-Durchgänge hilft: Missing Pulse Detector (Bild).>> Ich denke, es werden keine Nulldurchgänge ausbleiben, weil der> Quarzfilter auch mit 10 Hz Bandbreite endlos lang nachklingelt. Ich habe> das mal simuliert. Ein Bandpaß mit Güte 10.000 d.h 7,75 Hz Bandbreite> liefert nach 1ms ohne Eingangssignal immer noch 97,4 % der initialen> Amplitude. Er erfindet also fleißig Nulldurchgänge. Ein Missing Pulse> Detector hinter dem Quarzfilter kann deshalb keine einzelnen fehlenden> Pulse entdecken.
Genauso ist es.
Der Missing-Puls Detektor müsste das Signal vor dem Quarzfilter
kontrollieren, kann er aber nicht, weil hier zuviel HF-Müll vorhanden
ist, um überhaupt funktionieren zu können.
Frank H. schrieb:> . Mit 11> Hz BW bei 16384 FFT Punktn steigt der Störpegel auf -73 dBFS, gibt also> etwa 7 dB S/N. -Das kann nur daran liegen, daß auf der Netzfrequenz> reichlich Jitter drauf ist. Anscheinend sind die 50 Hz der> Energieversorger nicht so Phasenrauscharm wie DCF77. :-)
Es bestätigt sich das was ich schon mal geschrieben habe.
Die Antenne gehört an einen möglichst störarmen Ort. Das ist meist
deutlich außerhalb des Innenraums und möglichst hoch.
Also am besten auf dem Dachboden als Kompromiss, oder sogar über dem
Dach.
Das hat sich bei Antennen allgemein bewährt.
Ralph Berres
Ralph B. schrieb:> Also am besten auf dem Dachboden als Kompromiss, oder sogar über dem> Dach.
Klar ist das die Lösung. Der Clou von DCF war aber, daß die Antenne auch
in Innenräumen sein konnte. Wenn ich die Antenne aufs Dach verfrachte,
kann dort gleich eine GPS Antenne hin. Ich habe den Ehrgeiz, das DCF
auch mit der Innenantenne wieder gehen soll.
Frank H.
Frank H. schrieb:> Der Clou von DCF war aber, daß die Antenne auch> in Innenräumen sein konnte.
Dann sollte man wenigstens eine Stelle mit den geringsten Störpegel
suchen.
Frank H. schrieb:> Wenn ich die Antenne aufs Dach verfrachte,> kann dort gleich eine GPS Antenne hin.
Aus heutiger Sicht, würde ich den Aufwand mit dem DCF77 auch nicht mehr
treiben.
Das GPS Frequenznormal von SDR-Kits ist relativ preiswert zu haben, und
dessen Stabilität von 10exp-9 nach einer viertel Stunde, übertrifft das
DCF77-Normal ohne Probleme. Nach einer Stunde liegt GPS eher bei
10exp-10 oder besser.
Um diese Stabilität mit DCF77 zu erreichen, muss man schon einen
erheblichen Aufwand treiben. Und viel besser als 10exp-9 wird es mit
vertretbaren Aufwand nicht.
Wer will kann sich ja einen Rubidiumfrequenznormal zulegen. Aber ich
meine hier jetzt nicht die ausgelutschten Efratom Kisten aus China
sondern eher sowas wie Rohde&Schwarz XRB oder ähnliches.
Ralph Berres
Frank H. schrieb:> ...Ich denke, es werden keine Nulldurchgänge ausbleiben, weil der> Quarzfilter auch mit 10 Hz Bandbreite endlos lang nachklingelt....
Ist das Sinn und Zweck des Ganzen?
Überleg doch bitte mal: Das Q-Filter klingelt mit seiner
Resonanzfrequenz. Angenommen, es sei "nur" 0,05 Hz fehlabgeglichen, dann
klingelt es eben mit (genau) dieser Frequenz. Abweichung = 5*10^(-6).
Und du möchtest die genaue Phasenlage des DCF-Trägers messen bzw.
bestimmen, um eine lokalen Oszillator nachzustimmmen? Finde bitte den
Fehler... ;-/
> Ein Missing Pulse> Detector hinter dem Quarzfilter kann deshalb keine einzelnen fehlenden> Pulse entdecken.
Sicher, hinter deinem Nadelöhr-Filter nicht.
Ich bleibe dabei (Irrtum möglich): Du verrennst dich mit deinem
superschmalen Filter, indem du dir alle Nachteile eines Filters
einhandelst. Die Großsignalfestigkeit (Ralph erwähnt es) ist ebenso
wichtig. Warum wohl (weniger Funk-Störungen mal eingeräumt)
funktionieren andere Schaltungs-Designs mit breiteren Filtern
einwandfrei bzw. liefern eindeutige Regelspannung?
> Ein Bandpaß mit Güte 10.000 d.h 7,75 Hz Bandbreite> liefert nach 1ms ohne Eingangssignal immer noch 97,4 % der initialen> Amplitude.
Und wie sieht die Praxis aus, also mit 77k5-Eingangssignal?
Leider habe ich momentan keine Mögllichkeit, dazu eigene Versuche zu
machen.
> Ich habe den Ehrgeiz, das DCF> auch mit der Innenantenne wieder gehen soll.
Dann müsstest du konsequenterweise als Erstes die Störer ausfindig
machen und beseitigen. ;-)
Michael
Michael M. schrieb:> Überleg doch bitte mal: Das Q-Filter klingelt mit seiner> Resonanzfrequenz. Angenommen, es sei "nur" 0,05 Hz fehlabgeglichen, dann> klingelt es eben mit (genau) dieser Frequenz. Abweichung = 5*10^(-6).>> Und du möchtest die genaue Phasenlage des DCF-Trägers messen bzw.> bestimmen, um eine lokalen Oszillator nachzustimmmen? Finde bitte den> Fehler... ;-/
Jetzt muss man aber auch die Frage stellen, wie lange das DCF77 Signal
fehlt, bzw wie lange das Filter klingelt bis der Signaldetektor
anschlägt.
Das sind sicherlich keine mehrere Sekunden.
Wenn also für ein paar zehn miliSekunden fälschlicherweise die
Klingelfrequenz des Quarzes als Sollwert vorliegt, wird das bei
Integrationszeiten von einer Stunde und mehr keinen nennenswerten
Regelfehler verursachen, der den Quarzofen um mehr als die gewünschte
Stabilität verreist.
Ralph Berres
Michael M. schrieb:>> Ich habe den Ehrgeiz, das DCF>> auch mit der Innenantenne wieder gehen soll.> Dann müsstest du konsequenterweise als Erstes die Störer ausfindig> machen und beseitigen. ;-)
Vor allem die Leitungsgebundenen ausbremsen.
Also die Antenne, oder Antenne und Modul, auf einen Kunststoffträger
montieren (weg von Strom und Metalleitungen) und die Leitung zum Modul
kräftig abblocken (induktiv) dann funktioniert DCF auch im Keller.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die schlimmsten Störungen über
Metall, in welcher Form auch immer, daherkommen.
Kurt
@ Ralph
Ich hätte eine Idee, dem Missing Pulse Detektor Funktion einzuhauchen:
Könnte man nach dem Frontend den Signalweg aufteilen, einerseits ein
einzelnes Q-Filter nach DJ6EV mit einer BB >= 100 Hz, darauf folgend den
Detektor; im 2. Weg dann das Q-Filter in jew. gewünschter BB?
Franks Quarze sind ja hinreichend günstig; evtl. hat er ja auch noch
Vorrat... ;-)
Ich stelle mir vor (ohne Prüfung/Nachweis), dass dann das Klingeln
erheblich geringer, vlt. sogar unbedeutend ist.
Ich hatte das in meinem Design auch nicht berücksichtigt, obwohl ich es
hätte wissen müssen. Auch die Mitleser hatten es nicht angemerkt...
Michael
Michael M. schrieb:> Könnte man nach dem Frontend den Signalweg aufteilen, einerseits ein> einzelnes Q-Filter nach DJ6EV mit einer BB >= 100 Hz, darauf folgend den> Detektor; im 2. Weg dann das Q-Filter in jew. gewünschter BB?
Könnte man prinziepiell machen, doch wird der Störabstand nach dem 100Hz
Quarzfilter eventuell nicht mehr ausreichend sein. Müsste man
ausprobieren.
Es hätte sogar den Vorteil das die Erkennung einer fehlende Periode
schon erfolgt, bevor es das schmalbandige Quarzfilter durchlaufen hat,
weil das schmalbandige Quarzfilter eine weit größere Signallaufzeit hat,
als das breitbandige Quarzfilter.
Das Ausgangssignal des Missing-Puls Detektor müsste dann mit einen
retriggerbaren monostabilen Multivibrator so lange gehalten werden wie
mindestens die doppelte Signallaufzeit des schmalen Quarzfilters
beträgt.
Beim ansprechen des Detektors muss die Signallaufzeit des schmalbandigen
Filters abgewartet werden, bei Bei Ende der Deteketion aber auch.
Solange schwingt das Filter mit seiner Eigenfrequenz weiter.
Für diese Zeit muss dann auch die Regelspannung und die
Phasenverschiebung zwischen Soll und Istwert festgehalten werden, damit
bei Einsetzen des Signales nicht zu Sprüngen kommen kann.
Ich bin aber immer noch der Meinung bin das die extrem lange Regelzeiten
solche Ereignisse soweit wegintegrieren, das sie sich nicht nennenswert
negativ auf die Ausgangsfrequenz auswirkt.
Ralph Berres
Moin rrank,
vielleicht kannst du mal eine Simu mit einem 100 oder 150 Hz breiten
Filter machen? Mir fehlen leider die Möglichkeiten... :-(
Wäre interessant, wie lange das klingelt.
Michael
Bitteschön. Das 10 mal breitere Filter mit Güte 1000 und B=77,5 Hz
klingelt auch 10 mal schneller aus als das Filter mit Güte 10.000. Die
97% Restpegel hat man bereits nach 0,1ms.
Gerhard O. schrieb:> Anhand meiner langjährigen Erfahrung mit solchen Anlagen bin der> Meinung, dass das synchrone Empfangsprinzip allen anderen Methoden> deutlich überlegen ist. Ganz gleich ob herkömmlich oder mit DSP> realisiert.> Da die 10MHz PLL sowieso eine extrem schmale Bandbreite hat, braucht man> Empfangsselektivitaet nicht auf die Spitze treiben.
Ich habe mir inzwischen die Spectracom Schaltpläane angeschaut:
Verstanden habe ich jetzt, warum zwein synchrone Demodulatoren verwendet
wurden. Der Ringmischer mit 0 Grad Phase an den Eigängen liefert 0 V DC
und hat die maximale Steilheit bei Phasenabweichungen. Deshalb wird er
für die PLL als Phasenvergleicher genutzt. Der andere Ringmischer mit 90
Grad Phase an den Eingängen liefert einen DC, der proportional zum
Eingangspegel ist. Er kann deshalb für die AGC genutzt werden. Bei
kleinen Phasenabweichungen ändert sich seine Ausgangsspannungen gar
nicht.
Der synchrone lineare Demodulator kann Störungen auf der HF, die durch
das Quarzfilter durchkommen, bis zu seiner Übersteuerungsgrenze
vertragen, ohne das sich die demodulierte Gleichspannung bzw die
Phasensteilheit ändern. Wenn Spectracom beispielsweise 10 dB
Aussteuerungsreserve vorgesehen hat, könnte ein Störer noch 10 dB
stärker sein, ohne daß die PLL oder die RSSI Spannung verändert wird. So
bekommt man noch Selektion geschenkt. Das ist der entscheidende Vorteil
gegen einen digitalen Phasenvergleicher mit Exklusiv-Oder-Gatter.
Leider geht aus den technischen Daten und der Abgleichanleitung des
Spectrcom nicht hervor, wieviel Headroom vorhanden sind.
Interessant sind noch drei Dinge an dem Gerät. Das Quarzfilter ist 30 Hz
breit, also ziemlich breit. Die Empfindlichkeit für PLL Lock ist 0,5 µV,
das ist extrem gut. Die PLL Zeitkonstante ist 100 kOhm * 120µF = 12 s.
Das ist von stundenlanger Zeitkonstante meilenweit entfernt.
Gerhard, hast Du mal mit einem Störsender auf 60,005 kHz versucht, die
PLL zum Ausrasten zu bringen?
Frank H. schrieb:> Die PLL Zeitkonstante ist 100 kOhm * 120µF = 12 s.> Das ist von stundenlanger Zeitkonstante meilenweit entfernt.
Wie sagte Helmut Kohl einmal
Entscheident ist was hinten raus kommt.
Oder anders wie stabil sind die 10MHz die da rauskommen?
Ralph Berres
Frank H. schrieb:> Gerhard, hast Du mal mit einem Störsender auf 60,005 kHz versucht, die> PLL zum Ausrasten zu bringen?
Moin,
Frank, Dein Wunsch ist mir Befehl;-)
habe ich gerade mal auf die Schnelle aus Neugier ausprobiert.
Ich habe einen HP3335A 80MHz Synthesizer mit einem BNC-Tee parallel zum
Antennenverstärker Kabel über ein 47n + 51 Ohm eingespeist. Bei 60.005Hz
wird der 8161 um -75dBm (50 Ohm Ausgang) herum unstetig und bei -70dBm
rastet er komplett aus. Bei -86dBm merkt man vom Störsignal überhaupt
nichts mehr. Also viel braucht es so nahe nicht.
Der 8161 rastet bei 60.000kHz noch bei -87dBm (untere Grenze des
HP3335A) richtig ein.
Die 60.005 kamen von einem LPRO Frequenzstandard.
Hoffe es beantwortet teilweise Deine Frage.
Gruß,
Gerhard
Ralph B. schrieb:> Frank H. schrieb:>> Die PLL Zeitkonstante ist 100 kOhm * 120µF = 12 s.>> Das ist von stundenlanger Zeitkonstante meilenweit entfernt.>> Wie sagte Helmut Kohl einmal>> Entscheident ist was hinten raus kommt.>> Oder anders wie stabil sind die 10MHz die da rauskommen?>> Ralph Berres
Wenn man den lokalen 10Mhz Ausgang vom 8161 gegen das Signal vom LPRO am
Oszi vergleicht, kann man typisch bis zu +/- 500 Grad schnelle
Phasenschwankungen sehen. Das ist auf 60kHz bezogen nicht schlimm, aber
bei 10MHz merkt ma es.
Am Oszi sieht das so als ob der 10MHz Sinus um einige Perioden andauernd
im Unter-Sekunden Bereich um die Mittenfrequenz hin und her schwankt.
Beim 8164 mit digitaler (FLL) Nachführung ist die Zeitkonstante 1000s.
Gerhard, das ging ja ganz schnell, vielen Dank und guten Morgen. Jetzt
wüsste ich nur noch gern, wie viel dBm aus der Ferrit Antenne
rauskommen, während die -75 dBm auf 60,005 kHz eingespeist werden.
Kannst Du noch ein T Stück benutzen und ein Spektrumanalysator
anklemmen?
Frank H. schrieb:> Gerhard, das ging ja ganz schnell, vielen Dank und guten Morgen.> Jetzt> wüsste ich nur noch gern, wie viel dBm aus der Ferrit Antenne> rauskommen, während die -75 dBm auf 60,005 kHz eingespeist werden.> Kannst Du noch ein T Stück benutzen und ein Spektrumanalysator> anklemmen?
Eigentlich ist es fast halb Drei Nachmittag:-)
OK. Habe den Antennenverstärker an den HP8553B 110MHz (11MHz
Unterbereich) S.A. angeklemmt. Anbei die Ergebnisse:
Die ZF Referenz ist -40dBm,
Scan width ist 500hz/Div
BW ist 300 Hz
Video Filter ist 10kHz
Wollte noch eine Höhere Auflösung versuchen und da ist mir plötzlich die
141T Speicherelektronik (hoffentlich nicht die CRT) zu Schaden gekommen
und keine Persistenz ist mehr da. Besser ausschalten und Fehlersuche ist
angesagt. Muß das Sichtgerät erst reparieren:-)
Naja, besser wie gar nichts...
Nachtrag:
Ich hab's noch einmal probiert, aber ohne Nachleuchtdauer ist da nichts
zu machen bei den kleinen Bandbreiten. Ich habe das 60.005 kHz Signal
hinzugefügt mit -75dBm und ich kann es rechts neben dem 60kHz WWVB
Signal gerade noch erkennen. Aber bis das Storage System wieder
funktioniert mache ich besser Pause.
Nachtrag2:
Auf 3Hz BW bezogen ist der Signal/Rauschabstand immerhin noch >50dB.
Auch wenn es am Bildschirm nicht sehr imposant aussieht. Der Signalpegel
vom Antennenverstärker in den 8161 hinein ist rund 12uV.
Falls es interessiert, ist im Anhang ein Bild eines nachgekupferten 8161
Spectracom 60kHz Quarzfilter AGC Verstärker aus dem Jahre 1986. hat mit
einem 8161 Mainframe gut funktioniert. Wollte mir damals meinen Eigenen
Spectracom nachbauen. Habe dann aus irgendeinen Grund (den ich vergessen
habe) nicht weitergemacht.
Das Layout machte ich mit Tango PCB und einen selbstgestrickten
Kupfermassefeldgenerator da Tango keine Polygons konnte.
Gerhard O. schrieb:> Wenn man den lokalen 10Mhz Ausgang vom 8161 gegen das Signal vom LPRO am> Oszi vergleicht, kann man typisch bis zu +/- 500 Grad schnelle> Phasenschwankungen sehen. Das ist auf 60kHz bezogen nicht schlimm, aber> bei 10MHz merkt ma es.> Am Oszi sieht das so als ob der 10MHz Sinus um einige Perioden andauernd> im Unter-Sekunden Bereich um die Mittenfrequenz hin und her schwankt.
das ist jetzt bei der (analogen mit 12Sek Zeitkonstante?) Pll des 8161
so?
Gerhard O. schrieb:> Beim 8164 mit digitaler (FLL) Nachführung ist die Zeitkonstante 1000s.
Ist hier dieser Effekt auch zu beobachten?
Ralph Berres
Ralph B. schrieb:> Gerhard O. schrieb:>> Wenn man den lokalen 10Mhz Ausgang vom 8161 gegen das Signal vom LPRO am>> Oszi vergleicht, kann man typisch bis zu +/- 500 Grad schnelle>> Phasenschwankungen sehen. Das ist auf 60kHz bezogen nicht schlimm, aber>> bei 10MHz merkt ma es.>> Am Oszi sieht das so als ob der 10MHz Sinus um einige Perioden andauernd>> im Unter-Sekunden Bereich um die Mittenfrequenz hin und her schwankt.>
Moin,
> das ist jetzt bei der (analogen mit 12Sek Zeitkonstante?) Pll des 8161> so?
Ja. Es ist eigentlich wegen der 12s Zeitkonstante verwunderlich, daß
diese Phasenexkursionen auf diese Art vorkommen. Allerdings sind diese
Schwankungen in der Geschwindigkeit in einen Zeitbereich observierbar.
Man hat den Eindruck, daß man diese Schwankungen atmosphärischen
Effekten in der Ausbreitung zugrunde legen kann. Es ist aber möglich,
daß diese Schwankungen durch Schaltungsimperfektionen des PD vorkommen.
Ich habe diesen Effekt auch bei einem HP117A LF-Comparator beobachten
können. Also tippe ich doch auf zeitliche Ausbreitungsschwankungen.
Diese Schwankungen sind bei Dämmerung und bei Tagesanbruch besonders
aktiv ausgeprägt. Ich würde schätzen, von ein paar mal pro s bis in den
Sekundenbereich. Der Phasenvergleich wird übrigens auf 120kHz gemacht
wegen meiner Frequenz Verdopplung um die BPSK zu eliminieren die NIST
vor 10 Jahren einführte.
>> Gerhard O. schrieb:>>> Beim 8164 mit digitaler (FLL) Nachführung ist die Zeitkonstante 1000s.>> Ist hier dieser Effekt auch zu beobachten?
Nein, weil ein DAC den OCXO einstellt. Das ist eine digitale FLL in
Firmware. Da ist kein Phasenbezug mit WWVB. Die Zeitkonstante läßt sich
mit DIP-Switch ändern. Bei Stromausfall wird der DAC Wert in NVRAM
gespeichert. Allerdings empfiehlt sich sowieso Batteriebetrieb des 8164.
Gerhard
>> Ralph Berres
https://testequipment.center/Product_Documents/Spectracom-8164-Specifications-77B66.pdf
In den technischen Daten des Spectracom 8164 steht, das das
Signal-to-Noise Ratio min -35 dB beträgt, also 35 dB mehr Rauschen als
Signal zulässig ist. Ich frage mich, ob das bedeutet, daß ein Störer auf
z.B. 60005 Hz 35 dB stärker sein kann als der Nutzträger auf 60000 Hz.
Das könnte ja möglich sein, wenn Spectracom die MC1496 Mischer mit 35 dB
Headroom eingepegelt hat. Und das könnte ja auch möglich sein, weil der
DC Offset der Mischer mit Trimmern abgeglichen wird. Dann wäre das Gerät
natürlich 35 dB besser als mein Frequenznormal mit digitalem
Phasendetektor.
Gerhard, ich kann deinen ersten Messungen aber nicht 35 dB Headroom
entnehmen. Du hast 12µV = -85 dBm auf 60 kHz als Nutzpegel. Die -70 dBm
vom Störer werden über den 50 Ohm Serienwiderstand leicht gedämpft und
von Ferritantenne (Ausgangswiderstand unbekannt) und 8164 (50 Ohm
Eingangswiderstand) irgendwie gedämpft. Kann man nur messen. Wenn die
Bildröhre wieder speichert...Ich drücke Dir die Daumen.
Ein Exklusiv-Oder Phasendetektor liefert 5V / 180 Grad Phasensteilheit
wenn ein 77,5 kHz Rechteck dem Phasenvergleicher zugeführt wird. Wenn
ein nur 6 dB stärkerer Störer gleichzeitig vorhanden ist, sinkt die
Phasensteilheit auf 1/3 d.h. 1,66V / 180 Grad ab. Da dürfte die PLL
instabil werden oder sie lockt auf die Frequenz des Störers, weil der
frequenzempfindliche Flip-Flop Phasenvergleicher sofort aktiv wird.
Gerhard O. schrieb:> Wollte noch eine Höhere Auflösung versuchen und da ist mir plötzlich die> 141T Speicherelektronik (hoffentlich nicht die CRT) zu Schaden gekommen> und keine Persistenz ist mehr da.
Wenn es nicht klappt: Ich messe die 77,5 kHz mit meiner Asus Xonar U7
MK2 Soundkarte für 100 €, die mit 192 kHz Samplerate läuft. Meine
Spektrumsoftware dafür ist der AudioTester, ist ShareWare für wenig
Geld. Du kannst Auflösebandbreiten von 3 kHz...0,18 Hz einstellen! Da
sieht man das Gras wachsen.
Ich muß mal deren Patent 4.525.685 lesen...
Frank H. schrieb:> https://testequipment.center/Product_Documents/Spectracom-8164-Specifications-77B66.pdf>> In den technischen Daten des Spectracom 8164 steht, das das> Signal-to-Noise Ratio min -35 dB beträgt, also 35 dB mehr Rauschen als> Signal zulässig ist. Ich frage mich, ob das bedeutet, daß ein Störer auf> z.B. 60005 Hz 35 dB stärker sein kann als der Nutzträger auf 60000 Hz.> Das könnte ja möglich sein, wenn Spectracom die MC1496 Mischer mit 35 dB> Headroom eingepegelt hat. Und das könnte ja auch möglich sein, weil der> DC Offset der Mischer mit Trimmern abgeglichen wird. Dann wäre das Gerät> natürlich 35 dB besser als mein Frequenznormal mit digitalem> Phasendetektor.>> Gerhard, ich kann deinen ersten Messungen aber nicht 35 dB Headroom> entnehmen. Du hast 12µV = -85 dBm auf 60 kHz als Nutzpegel. Die -70 dBm> vom Störer werden über den 50 Ohm Serienwiderstand leicht gedämpft und> von Ferritantenne (Ausgangswiderstand unbekannt) und 8164 (50 Ohm> Eingangswiderstand) irgendwie gedämpft. Kann man nur messen. Wenn die> Bildröhre wieder speichert...Ich drücke Dir die Daumen.
Danke für die guten Wünsche. Ich werde noch dieses W.E. Anfangen. Ohne
gut funktionierenden S.A. fühle ich mich fast nackt:-)
Danke. Meine Angaben bezogen sich in dem Fall noch ohne Störsignal,
geschätzt vom S.A. Ergebnis.
Ich habe dann noch etwas mit der Störsendereinstellung experimentiert.
Wenn der Störsender stärker ist, dann rastet er auf den ein solange die
Frequenz noch innerhalb des Abstimmbereichs des 10Mhz XO. ist. Nur wenn
die Spannung des Störträgers bei 5Hz Ablage ungefähr im selben
Pegelbereich liegt, dann weiß er nicht mehr an wem er sich halten soll
und dann rastet es ganz aus oder springt herum.
Man kann noch bis zu 15Hz Ablage phase lock bekommen.
>> Ein Exklusiv-Oder Phasendetektor liefert 5V / 180 Grad Phasensteilheit> wenn ein 77,5 kHz Rechteck dem Phasenvergleicher zugeführt wird. Wenn> ein nur 6 dB stärkerer Störer gleichzeitig vorhanden ist, sinkt die> Phasensteilheit auf 1/3 d.h. 1,66V / 180 Grad ab. Da dürfte die PLL> instabil werden oder sie lockt auf die Frequenz des Störers, weil der> frequenzempfindliche Flip-Flop Phasenvergleicher sofort aktiv wird.>
Ja, das denke ich auch. Allerdings ist im 8161 ein MC1496 dafür
verantwortlich.
Vor über 20 Jahren arbeitete ich an einen Erdmagnetischen Modem für SAGD
im Bereich bis zu 10m auf 10kHz und da verwendete ich ein ähnliches
Konzept auf Basis vom XR2211 als Analog Tracking Filter mit digitaler
PLl zur Datenextraktion. Da konnte ich mit einem Signal/Rauschabstand
unter 20dB noch einwandfrei arbeiten. Meine Erfahrungen damals waren,
daß Analog PLLs auf Basis von XR2211/MC1496 in solchen Anwendungen
definitiv besser funktionieren als rein digitale Lösungen.
Ich kann mir aber vorstellen wenn man eine DSP Lösung haben will, daß
das auch sehr gut, wenn nicht noch besser funktionieren könnte, wenn man
dasAnalog Signal entsprechend abtastet und aufbereitet. Allerdings ist
DSP nicht mein Ding.
> Gerhard O. schrieb:>> Wollte noch eine Höhere Auflösung versuchen und da ist mir plötzlich die>> 141T Speicherelektronik (hoffentlich nicht die CRT) zu Schaden gekommen>> und keine Persistenz ist mehr da.>> Wenn es nicht klappt: Ich messe die 77,5 kHz mit meiner Asus Xonar U7> MK2 Soundkarte für 100 €, die mit 192 kHz Samplerate läuft. Meine> Spektrumsoftware dafür ist der AudioTester, ist ShareWare für wenig> Geld. Du kannst Auflösebandbreiten von 3 kHz...0,18 Hz einstellen! Da> sieht man das Gras wachsen.
Danke, das ist gut zu wissen. Ich werde mir das näher ansehen.
>> Ich muß mal deren Patent 4.525.685 lesen...
Da muß man sehr viel Geduld haben:-)
Hast Du schon mal daran gedacht einen 8161/8164 für einen günstigen
Preis zu erstehen? Da die Dinger ohne Modifikation nicht mehr für WWVB
geeignet sind, gibt es sie gebrauch oft sehr günstig bzw
nachgeschmissen. Da die Schaltunterlagen leicht erhältlich sind, stünde
vielleicht einem DCF77.5 Umbau wenig entgegen. Das Quarzfilter dürfte
wahrscheinlich die einzige wirkliche Schwierigkeit sein. Das Gerät ist
wegen des sehr übersichtlichen und modularen Aufbaus zum "Spielen"
geradezu prädestiniert. Die 10MHz auf 77.5kHz Frequenzteilerkette müsste
man entsprechend modifizieren.
Man könnte auch einfach einen AD9850 DDS Baustein als 32-bit
fraktionalen Frequenzteiler "mißbrauchen" um auf 77.5kHz herunter zu
teilen.
Hat DCF77.5 auch BPSK verpasst gekriegt wie WWVB? Beim 8161/4 und HP117A
führte das zum kompletten Versagen. Bei mir baute ich einen AD633 Analog
Frequenzmultiplizierer rein um die BPSK zu neutralisieren, weil die 180
Grad Phasensprünge sich dann aufheben. Intern arbeitet der 8161 jetzt
auch digital mit 120kHz. Die Zeit Code Extraktion funktioniert übrigens
noch, weil sie immer noch in ASK mitmoduliert wird. Allerdings mache
nichts damit.
Mein 8164 hat eine recht abenteuerliche Geschichte und Irrfahrt, was
meinen Besitz betrifft. Es begab sich so: In den 80er Jahren kaufte ich
das Gerät für unser Labor in der Arbeit als Modernisierung für den
HP117A. 17 Jahre später wurde die Firma verkauft und "wandelte" sich mit
dem Resultat, daß alles "anders" gemacht werden soll. Nach Kündigung von
15K+ Personal und vielen Abteilungen, entschied ich mich in 1998 meine
eigenen Wege zu gehen. Mein ehemaliges Labor wurde wie Vieles anderes
aufgelassen. Viele Jahre später sah ich dann ganz zufällig in der Bucht
den 8164er, den wir hatten, zum Verkauf angeboten. Ich erkannte das
besagte Gerät, weil es noch unsere alte Inventarnummer vorne drauf
hatte. Ich entschied mich sofort, dann das Gerät von einer Firma (mit
der ich vorher betrieblich zu tun hatte) zu kaufen. Nach vielen Jahren
fand sich das Gerät, das ich selber gekauft hatte, also in guten Zustand
wieder in meinen Händen:-). Leider ging die hochwertige aktive
Ferritantenne beim damaligen Tumult verloren. Aber das macht nichts. Ich
habe ja die Originalantenne mit dem 8161er.
Meine Antenne habe ich übrigens im Keller montiert weil sie dort sehr
gut funktioniert. Am Ausgang des Quarzfilterverstärkers innen im 8161
kann man bei normalen Ausbreitungsbedingungen ein ziemlich sauberes
60kHz Sinus Signal am Oszi beobachten.
Im Anhang sind ein paar Movies, falls es interessiert:
Der erste zeigt den Phasenvergleich zwischen LPRO und dem 10MHz Tracking
Signal (WWVB) als Lissajous Präsentation.
Das zweite zeigte es als Normales Oszibild wo man die Phasenbewegungen
gut verfolgen jann.
Das letzte zeigt den Phasenvergleich zwischen LPRO und 8164 OCXO, mit
WWVB diszipliniert.
Gruß,
Gerhard
Gerhard O. schrieb:> Hat DCF77.5 auch BPSK verpasst gekriegt wie WWVB?
Ich glaube, DCF dreht nur 15 Grad die Phase.
Spannende Geschichte über den Erwerb deines 8164. Kaufen will ich so ein
Teil nicht, das Thema Frequenznormal interessiert mich mehr generell und
weil ich von Programiererei keine Ahnung habe, denke ich, könnte das ein
schönes Startprojekt werden.
Zu deinen Oszillogrammen kann ich Nichts sagen, ich habe mir mein Normal
noch nicht gegen ein Rb Normal mit Lissajous Figuren angeschaut.
Phasenrauschen und Jitter haben mich bisher immer nur von 10 Hz...100
MHz Offset interessiert, aber noch nicht im mHz und µHz Abstand, wie es
hier wichtig wird.
Dein zweites normales Oszibild 6526.mov, bei dem man die
Phasenbewegungen verfolgen kan: Sieht schon eindrucksvoll aus. Vllt wäre
es viel stabiler, wenn Du nicht 1500 km vom Sender entfernt wärst,
sondern näher dran. Wenn ich das richtig verstehe, hast Du 12µV
Antennenspannung mit dem Vorverstärker, ist ja auch schon sehr mager,
nur noch 27 dB von der 0,5µV Untergrenze entfernt. Gibt es ein
Schaltbild von der Ferritantenne?
Gruß, Frank
Die obig erwähnte Frequenzverdopplung könnte man auch mal bei DCF77
probieren. Hier zur Unterdrückung der Überlagerung von Bodenwelle und
Ionosphäreninversion. Bekanntlich löscht sich oder invertiert sich das
Signal mehrfach täglich je nachdem wie weit der Empfänger vom Sender
entfernt ist. Gibt's das schon in irgendeiner Schaltung?
Frank H. schrieb:> Gerhard O. schrieb:>> Hat DCF77.5 auch BPSK verpasst gekriegt wie WWVB?>> Ich glaube, DCF dreht nur 15 Grad die Phase.
Danke. Es hat mich bis jetzt wegen der geographischen Gegebenheiten auch
nicht sonderlich berührt:-)
Im Anhang ist ein Schnappschuss meiner Antenne im Kaltraum im Keller.
Die Antenne ist ca 30cm lang. Ich habe sie etwas südöstlich
ausgerichtet. Die Wand im Hintergrund ist parallel mit dem Meridian.
Viel Unterschied macht die Ausrichtung ausser in der ortagonalen
Stellung nicht. Nur in einem ganz schmalen Bereich fällt dann der
Empfang aus. Benimmt sich ähnlich wie die Ausrichtung alter MW
Kofferradios auf den Sender.
>> Spannende Geschichte über den Erwerb deines 8164. Kaufen will ich so ein> Teil nicht, das Thema Frequenznormal interessiert mich mehr generell und> weil ich von Programiererei keine Ahnung habe, denke ich, könnte das ein> schönes Startprojekt werden.
Ja. Ich finde diese Technik auch irgendwie interessant. An sich
funktioniert die LW Geschichte extrem zuverlässig auch über die große
Entfernung von Edmonton nach Ft. Collins
> Zu deinen Oszillogrammen kann ich Nichts sagen, ich habe mir mein Normal> noch nicht gegen ein Rb Normal mit Lissajous Figuren angeschaut.> Phasenrauschen und Jitter haben mich bisher immer nur von 10 Hz...100> MHz Offset interessiert, aber noch nicht im mHz und µHz Abstand, wie es> hier wichtig wird.> Dein zweites normales Oszibild 6526.mov, bei dem man die> Phasenbewegungen verfolgen kan: Sieht schon eindrucksvoll aus. Vllt wäre> es viel stabiler, wenn Du nicht 1500 km vom Sender entfernt wärst,> sondern näher dran. Wenn ich das richtig verstehe, hast Du 12µV> Antennenspannung mit dem Vorverstärker, ist ja auch schon sehr mager,> nur noch 27 dB von der 0,5µV Untergrenze entfernt. Gibt es ein> Schaltbild von der Ferritantenne?
Leider nicht. Auseinandernehmen will ich die Antennenanordnung nicht
freiwillig, weil die PVC Umhüllung ganz zusammengeklebt ist und man es
aufsägen müsste. Dabei muß man extrem vorsichtig vorgehen, weil die
Antennenstäbe sehr stoßempfindlich sind und leicht brechen können. Vor
Fallenlassen durch ungeschickte Hände wird gewarnt:-)
Ich habe irgendwo gelesen, daß innen sechs 25cm lange
Ferritantennenstäbe zusammen gelegt sind und mit einem C auf 60kHz
resonant ist. Der Verstärker ist eine zweistufige NPN Schaltung übers
Antennenkabel versorgt. Viel Strom kann er nicht brauchen weil der
Speisewiderstand über 12V einige KOhm groß ist.
Die Antenne soll mindestens 15m vom 8161 aufgestellt werden, weil es
sonst möglicherweise schwingen könnte. Bei mir ist der Abstand nur 5m.
Habe aber augenscheinlich trotzdem keine Probleme diesbezüglich.
Mit 12uV sieht das Signal am Ausgang des Quarzfilter AGC Verstärker ganz
ordentlich auch. Es ist ein 60kHz Sinus mit etwas Störumhüllung.
Was die Phasenbewegung betrifft, sollte man berücksichtigen, daß der
Ausbreitungsjitter um den Faktor 177 Multipliziert darstellt wird. Ist
also auf 60kHz bezogen nicht so schlimm. Ich vermute, daß atmosphärische
Bewegungen, Einfluß der Sonneneinstrahlung auf due Ionosphärischen
Schichten die Ausbreitung etwas beeinflußt. Während der Abenddämmerung
und Morgengrauen sind die Phasenbewegungen grausig anzusehen. Wenn man
dann due Phase gegen den LPRO vergleicht und aufzeichnet, sieht man
einige 10us an Jitter. Das geht aber nach den Tagesänderungen wieder
weg. Während der Nacht und am Tag, ist due Ausbreitung in der Regel
stabil.
Ohne die 120kHz Aufbereitung, stört die BPSK derart, daß kein Phase lock
möglich ist. Der HP117A versagt auch total. Mit dem AD633 geht die
Entfernung def BPSK wunderschön. Der Umbau ist dank der großen und
großzügigen internen Bauweise leicht durchzuführen.
Übrigens, das letzte Bild habe ich falsch beschrieben. Es zeigt einen
Vergleich zwischen dem LPRO und einem selbstgebauten GPS Frequenznormal.
Mit dem 8161 kann man über einige Stunden Vergleich bis um einige Teile
um 10e11 machen. Beim LPRO kriege ich während des ganzen Tages bei
korrekter Einstellung des C-Felds eine gerade Linie am Phasenrecorder.
Das entspricht einer Abweichung von NIST um oder unter 10e-11. die
Methode ist also durchaus noch nützlich, auch wenn man mit GPS eine
Ausweichmöglichkeit hat.
Am Ende ist es so, daß auch die GPS Disziplinierung auf beste
Genauigkeit einige Stunden bedarf und ich wenig Lust habe den teuren
OCXO oder LPRO durch permanenten Betrieb zu verschwenden. (Meine GPS
Zeitkonstante ist über 8 Stunden). Abgesehen davon, weisen hochwertige
OCXO doch eine gewisse Einschalthysterese auf, so daß nan OCXOs in der
Hinsicht besser durchlaufen lassen sollte. Der Quarz hat ja auch nur
einen begrenzten Abgleichbereich. Ab einen Zeitpunkt lässt er sich dann
nicht mehr nachziehen. Da ist das WWVB Konzept in so fern angenehm, weil
der nach 10s Einschaltzeit auf WWVB angebunden ist. Beim Frequenzzähler
merkt man kaum die Phasenschwankungen der Referenz und brauche nicht auf
den LPRO oder GPS warten.
Ich habe übrigens vor einiger Zeit einen 1970er Generation 304D Tracor
Rb-Standard wieder ins Leben gerufen. Dem Handbuch nach soll der eine
etwa zehnfach bessere Alterungsrate haben wie z.B. der LPRO. Aber das
nützt mir wenig, weil ich wenig Lust habe, 1.2kWh am Tag zu verprassen.
Das ist in der heutigen Zeit uncool. Das Teil braucht auch fast eine
volle Stunde Anwärmzeit bis der Rb-Lock überhaupt möglich ist. Ich mußte
auch schon allerhand darin reparieren. Die Rb Lampe wird dort ähnlich
wie mit einer CD-Zündung mit Trafo gestartet. Aber ein tolles Gerät ist
es schon, weil da noch kein Mikroprozessor werkelt. Das Gerät ist
vollkommen diskret und mit TTL verwirklicht. Der Physikteil ist 20x12cm
groß und sehr gut isoliert. Aber man kann alles durchmessen. Ist
natürlich schon eine tolle Laborkuriosität.
Kommt also darauf an was man machen will.
Zeit zum Mittagessen...
Gerhard
>> Gruß, Frank
Wenn ich die US Patentschrift 4,525,685 richtig verstehe, sind im
Spectracom 8164 zwei 10 MHz Oszillatoren. Einer wird mit der analogen
PLL mit 12s Zeitkonstante geregelt. Der zweite wird mit der digitalen
PLL über 3 * 1000s Zeitkonstante und extrem viel Störerkennungs-Know How
auf den ersten 10 MHz Oszillator geregelt (Spalte 4 , Zeile 26). Ist
auch eine extreme Materialschlacht.
Gerhard, sind deine Jittermessungen am Ausgang des ersten analog
geregelten 10MHz Oszillators oder am Ausgang des digital geregelten
zweiten Oszillators?
frank147 schrieb:> Wenn ich die US Patentschrift 4,525,685 richtig verstehe, sind im> Spectracom 8164 zwei 10 MHz Oszillatoren. Einer wird mit der analogen> PLL mit 12s Zeitkonstante geregelt. Der zweite wird mit der digitalen> PLL über 3 * 1000s Zeitkonstante und extrem viel Störerkennungs-Know How> auf den ersten 10 MHz Oszillator geregelt (Spalte 4 , Zeile 26). Ist> auch eine extreme Materialschlacht.
Moin,
Die "Materialschlacht" ist wegen des sehr übersichtlichen und modularen
Aufbau nicht so schlimm wie man auf den ersten Blick vermuten könnte.
Auf der Rückwand findet sich der Quarzfilter AGC Verstärker und die
100kHz-10MHz Frequenzverteiler Baugruppe.
Auf der Bodenplatte unten die synchrone Empfängerschaltung und die erste
"schnelle" PLL. Darüber, in der gleichen Größe, die 8031er
Mikroprozessor Schaltung die den hochwertigen OCXO über einen 18-Bit DAC
nachstimmt. Da diese Nachstimmung nur sehr infrequent erfolgt ist die
Frequenzubsicherheit nur von Stabilität des OCXO abhängig. Auch ohne
WWVB Nachführung bleibt der OCXO hochstabil auf der letzten DAC
Einstellung. Sonst findet sich nur noch der Netztrafe linkes am Seiten
Panel montiert, und auf der rechten Seite der OCXO und Bord und der
Streifenschreiber. Ich ersetzte übrigens das originale SRAM mit einer
NVRAM Version mit interner Li-Zelle. Bei Netzausfall stellt er sich dann
sofort wieder auf die letzte DAC Einstellung ein. Die
Frontplattenauslegung kennst Du ja vom Handbuch. Alles in allen ist es
ein gut funktionierendes und schön aussehendes Gerät.
Das OCXO Netzteil ist im 8164 immer an. Eine einfache Schaltung zeigt
über ein Warn LED einen etwaigen Netzausfall an, der mit einem Taster
zurückgesetzt werden kann.
Auf der Rückseite ist noch ein Molexstecker mit internen Signalen und
dem WWVB Zeitdatenstrom. Da könnte man einen uC Auswerter bauen um die
Zeit und das Datum anzuzeigen. Aber das lohnt sich nicht wirklich.
Ich muß beim 8164 noch den AD633 BPSK Upgrade machen. Bis jetzt
verwendete ich nur den 8161 zur Steuerung des 8164. (Ich lasse den 8164
meist ausgeschaltet um den OCXO der schon viele Jahre an Laufzeit auf
den Buckel hat, nicht unnötig weiter zu "Altern". Für normale
Laborarbeit ist der LPRO mit einen 7-Kanal 10MHz Leitungsverstärker
zuständig der alle Meßgeräte über RG-58 versorgt).
Beitrag "Re: Zeigt her Eure Kunstwerke !"
Da Streifenschreiberpapier extrem schwer und nur teuer zu bekommen ist,
entwickelte ich eine digitale Version mit Arduino und Thermischen
Drucker der mit billigen Papier das gleiche Resultat liefert. Siehe
hier:
Beitrag "Re: Zeigt her eure Kunstwerke (2020)"
Muß ich aber erst in ein Gehäuse einbauen. Verhunzen möchte ich den 8164
aber nicht. Deshalb ein externer "Streifenschreiber". Der
Phasenvergleich mit Streifenschreiber ist sehr aufschlußreich und
nützlich. Damit kann man externe Geräte wie Frequenzzähler genau
abgleichen. Auch überwache ich damit die Langzeitabweichungen des LPRO
mit WWVB. (obwohl ich das auch mit dem GPSDXO machen könnte). Ich habe
übrigens einen lokalen GPS Sekundärsender in Betrieb, der die GPS
Signale mit einer hohen Aussenantenne empfängt und dann im Labor wieder
verstärkt ausstrahlt. Das ist angenehm, weil alles mit GPS im Haus auch
funktioniert. Siehe auch hier:
Beitrag "Re: Zeigt her eure Kunstwerke (2015)">> Gerhard, sind deine Jittermessungen am Ausgang des ersten analog> geregelten 10MHz Oszillators oder am Ausgang des digital geregelten> zweiten Oszillators?
Meine Jittermessungen bezogen sich nur auf den PLL stabilisierten ersten
10MHz XO mit einem kleinen Quarz auf der Empfängerbord.
Auch wenn die Integrationszeitkonstante berechnungsmäßig 12s beträgt,
kann das PLL Schleifenfilter doch auf die Ausbreitungsphasenschwankungen
In Realzeit reagieren. Nur beim ersten Einschalten, brauchen die 816x
rund 10s um in den Lock Status, durch eine grüne/rote LED angezeigt, zu
geraten.
Wenn man die nachgeführte OCXO Frequenz mit dem LPRO am Oszi
vergleicht, sieht man nur extrem langfristiges Driften über viele
Stunden.
Hoffe, daß gibt Dir einen hilfreichen Überblick meines "Spielzeugs".
Gruß,
Gerhard
Abdul K. schrieb:> Die obig erwähnte Frequenzverdopplung könnte man auch mal bei DCF77> probieren. Hier zur Unterdrückung der Überlagerung von Bodenwelle und> Ionosphäreninversion.
Wie soll das gehen? Mit getrennten Antennen für Bodenwelle und
Raumwelle? Die Raumwelle soll dann eine Richtantenne für 77 kHz sein
und aus ein paar Grad Erhebungswinkel empfangen? Dazu müßten die
Antennen ziemlich groß sein, einige Wellenlängen lang.
Gerhard O. schrieb:> Hoffe, daß gibt Dir einen hilfreichen Überblick meines "Spielzeugs".
Danke. Und nachdem ich jetzt in "zeigt her Eure Kunstwerke" geschmökert
habe, sehe ich, das Du ja mehrere Frequenznormale hast. Und der 8164
scheint mir kaum noch zu toppen zu sein, da steckt ja endlos
Gehirnschmalz drin.
Und das Teil von Jochen Jirmann muß ich auch noch anschauen...
Gruß, Frank
Frank H. schrieb:> Wie soll das gehen?
Wir wollen ja nicht übertreiben, nur eine Antenne.
Wenn die Frequenz verdoppelt wird und dann wieder halbiert, ist die
abundzu auftretende temporäre Phaseninversion weg.
Ansonsten würde diese versuchen, den lokalen Oszillator um 180° zu
drehen. Später dann wieder zurück. Was für eine Normalfrequenz
unproduktiv ist.
Hier noch ein Innenbild vom 8161 und 8163. auch der HP117A LF Comparator
ist gezeigt. Die Bilder sind allesamt vom Internet.
Der 8164 sieht dem 8163 etwas ähnlich.
Abdul K. schrieb:> Das erste Bild sieht wie die Hifi-Teile aus den 80ern innen aus.> Viel> Luft 😝🤣
Ich sage dazu "großzügiger" Aufbau mit Potenzial für Erweiterungen.
Da konnte man noch mit "Wurstfingern" hantieren, anstatt mit Mikroskop
und Mikromanipulatoren:-)
Wenn ich da an 0.5x0.5mm BGA und 0101 Hühnerfutter denke...
Gerhard O. schrieb:> Ich habe irgendwo gelesen, daß innen sechs 25cm lange> Ferritantennenstäbe zusammen gelegt sind und mit einem C auf 60kHz> resonant ist.
Hi,
vielleicht ist das Teil für Dich auch interessant:
Fundstelle im Netz:
[Zitat:]
"...Der Stab besteht aus "Vitrovac". Er ist 35cm lang und hat eine sehr
hohe Permeabilität. Die Spule hat 8000 Windungen. Die "HF"-Spannung wird
mit einem Verstärker mit hoher Eingangsimpedanz abgegriffen. Der
Ausgangswiderstand beträgt 100 Ohm. Das elektrische Feld ist mit einer
Kupferfolie abgeschirmt, die an beiden Enden geschlitzt ist, um
Wirbelströme zu vermeiden..."
[/Zitat]
Quelle:
https://www.viehl-radio.de/homeda/vlf.htmlhttps://www.viehl-radio.de/homeda/vlf.html#an
Frage mich, wie komme ich an das Material "Virtovac" ran. Nicht nur an
die einzeln gewalzten dünnen Folien, sondern an solch einen
Ferrit-Ersatzmaterial-Stab wie auf Seite 5 des Links.
ciao
gustav
Karl B. schrieb:> Hi,> vielleicht ist das Teil für Dich auch interessant:
Hallo Gustav,
vielen Dank für Deine interessanten Information. Da ich mich sonst nicht
mit LW Empfang beschäftige als FA-Hobby, außer WWVB Empfang, war mir
das Material "Vitrovac" noch unbekannt. Wäre eigentlich ganz nett sich
davon geeignetes Material verschaffen zu können. Die Bilder geben leider
keinen Aufschluss auf die Organisation des Kerns. Ich vermute, zur
Minimierung von Wirbelströmen, dass er das Blech in dünne Streifen
geschnitten hat und geklebt. Ist natürlich nur eine wilde Vermutung von
mir. Man könnte ja freundlich bei ihm nachfragen. Auch dürfte der extrem
dünne Draht sehr schwierig zu handhaben sein, weil der wahrscheinlich
nur Zugkräfte im Gramm Bereich aushalten dürfte. Trotzdem,
Faszinierend;-)
Der HP117A LF Comparator hat übrigens eine aktive statisch geschirmte
1-m (Rahmen/Ring) Drahtantenne mit Quarzfilter
Gegentakt-Nuvistorverrstärker drin. Das interessante daran ist, dass der
Verstärker mit 27V versorgt wird und jene für Heiz- und Anodenspannung
ohne weitere Verarbeitung ausgenützt wird. Eine spätere Version dieser
Antenne hatte dann allerdings JFETs drin. Diese Antenne funktionierte
damals sehr gut. Ist halt im Vergleich zur Spectracom Antenne recht
groß, unhandlich und relativ schwer.
Ja, die Langwellen haben ihren besonderen Reiz. Bei mir hier kann ich
auf 201 und 266kHz noch zwei ADF Funkbaken mit dem Grundig 2001 RX
empfangen, was mich übrigens wundert, weil ADFs in der modernen Aviation
angeblich alle ausgestorben sein dürften.
VG,
Gerhard
Karl B. schrieb:> Frage mich, wie komme ich an das Material "Virtovac" ran. Nicht nur an> die einzeln gewalzten dünnen Folien, sondern an solch einen> Ferrit-Ersatzmaterial-Stab wie auf Seite 5 des Links.
<
https://vacuumschmelze.de/Produkte/Weichmagnetische-Werkstoffe-und-Stanzteile/Amorpher-Werkstoff---VITROVAC>
Die dicken Stäbe sind wohl Stapel von Folien. Das schnelle
Abkühlen für das amorphe Material geht mit Folie nun mal leichter.
Ich sehe das aber eher als Luxusproblem an. Bei mir tut ein Lucent/HP
KS24361 Dienst, das einen MTI-260 5-MHz-Ofen steuert, und noch einen 2.
als hot spare. Der MTI-260 ist schon ohne GPS fast so gut wie Rubidium.
Gruß,
Gerhard
Karl B. schrieb:> Frage mich, wie komme ich an das Material "Virtovac" ran. Nicht nur an> die einzeln gewalzten dünnen Folien, sondern an solch einen> Ferrit-Ersatzmaterial-Stab wie auf Seite 5 des Links.
<
https://vacuumschmelze.de/Produkte/Weichmagnetische-Werkstoffe-und-Stanzteile/Amorpher-Werkstoff---VITROVAC>
Die dicken Stäbe sind wohl Stapel von Folien. Das schnelle
Abkühlen für das amorphe Material geht mit Folie nun mal leichter.
Ich sehe das aber eher als Luxusproblem an. Bei mir tut ein Lucent/HP
KS24361 Dienst, das einen MTI-260 5-MHz-Ofen steuert, und noch einen 2.
als hot spare. Der MTI-260 ist schon ohne GPS fast so gut wie Rubidium.
Ich habe die Ausgangsschaltung etwas geändert, damit ich 10 statt
5 MHz bekomme.
< http://www.hoffmann-hochfrequenz.de/downloads/DoubDist.pdf >
Tja, wenn das Löschen des doppelten Artikels nicht funktioniert,
dann bleibt er eben hier.
Gruß,
Gerhard
Mit den MTI-250 habe ich auch schon gearbeitet. Die sind recht stabil
und klein und brauchen wenig Ofenleistung.
Läßt Du Deine Frequenznormale immer durchlaufen? Ich hätte nur Bedenken
wegen endlicher Abgleichmöglichkeit durch zu viel Quarzalterung. Mein
8164 hatte ja im Labor meinerzeit auch schon an über 10 Jahre auf seinen
Buckel. Als ich ihn zurück bekam, mußte ich erst die Grobeinstellung
etwas verdrehen um wieder in den optimalen Arbeitsbereich zu geraten.
Elektronisch, mit der DAC-Feineinstellung, war er schon längst aus dem
Toleranzbereich der FW.
Ich habe noch einen alten HP5245M Frequenzzähler, der mindesten 35 Jahre
durchgehenden Betrieb auf seinen Buckel hatte und schon relativ nahe am
Ende des Grobabstimmbereichs geraten ist. Der ist definitiv gealtert.
Am Rande...
In den 90ern beschäftigte ich mich mit dem Bau eines 5MHz
SC-Quarzschnitt Oszillator. Da ist mir aufgefallen, daß sich bei Drehung
der Anordnung um 90 Grad auf dem Tisch die Frequenz um ein paar bpm
änderte. Am Phasenrecorder konnte man es deutlich sehen. Ich hatte
allerdings eine Ferritspule in der Schaltung. So kann ich nicht
Bestimmtheit angeben ob der Quarz oder die Spule vom Erdmagnetfeld
beeinflußt wurde. Wenn der Oszillator wieder in die ursprüngliche Lage
gebracht wurde, stellte sich wieder die alte Phasenlage ein.
Normalerweise ist dieser Effekt in den meisten Fällen belanglos. Der
Quarz hatte übrigens einen angegebenen Gütewert Q von 5e6 und man mußte
den Quarzquerstrom genau einregulieren um den Quarz nicht zu überlasten
und im optimalen Bereich zu betreiben. Ich machte das übrigens mit einer
Tektronix AM503 Stromzange.
https://tf.nist.gov/general/pdf/906.pdf
Abdul K. schrieb:> Wenn die Frequenz verdoppelt wird und dann wieder halbiert, ist die> abundzu auftretende temporäre Phaseninversion weg.> Ansonsten würde diese versuchen, den lokalen Oszillator um 180° zu> drehen. Später dann wieder zurück. Was für eine Normalfrequenz> unproduktiv ist.
Klingt gut.
Ein Q von 5e6 auf 5 MHz ist eine ziemlich Ansage. Mehr
als 2.4e6 auf 5Meg habe ich noch nicht gesehen.
Ich hatte einen Morion MV-89A-Oszillator, der mit einer
Abstimmspannung > 1V nicht mehr wollte. Ich habe ihn aufgefeilt,
der Quarz hatte diese Daten:
nominal frequency at room temp.
F = 4999868.18548896
Q = 2058123.87937723
L = 5.31149294399851
C = 1.90768447144417E-16
R = 81.074358418583
C0= 2.8136087840004E-12
B-Mode at room temperature / 27°C
F = 5456268.74855202
Q = 2070228.75819907
L = 5.60406600257822
C = 1.51825777903696E-16
R = 92.8026816958027
C0= 2.50200142407676E-12
fundamental at room temp.
F = 1706530.674
Q =12634
L = 2.882184522
C = 3.017798817E-15
R = 2446.1
C0= 3.400172339E-12
--------------------------
Nominal frequency at 87.8°C
F = 4999977.73472294
Q = 2210624.24356611
L = 5.31056260615351 5310652606 nH
C = 1.90793506338953E-16 0.00019079350 pF
R = 75.4698598161708
C0= 2.67067707950378E-12
B-Mode at 88°C
F = 5445966.6930594
Q = 1559143.3579169
L = 4.56636349264629
C = 1.87033681366853E-16
R = 100.216511187362
C0= 3.02668789364201E-12
Fundamental @ 88°c
F = 1706366.18003318
Q = 7829.11559388434
L = 2.67725816365808
C = 3.24941770179082E-15
R = 3666.31393448872
C0= 3.28464263904697E-12
Gemessen mit ZVB8. Ich frage mich, wass diese
normgerechten Anpassungsschaltungen eigentlich
sollen. Die frisch kalibrierten Portkabel direkt
von der ECAL-Unit kann man eigentlich nur
verschlimmbessern.
Das Quarzmessprogramm des DG8SAQ-VNWA liefert im
wesentlichen die gleichen Ergebnise.
Mein eigenes Programm braucht noch etwas Pflege
bis ich das ohne Gesichtsverlust veröffentlichen
kann.
Zum Gravitationseinfluss auf den Quarz hat R.Vig
was geschrieben WIMRE, und Driscoll auch. Da
existieren sogar Schaltungen mit verschieden
angeordneten Quarzen, die sich gegenseitig kompensieren.
Braucht man aber nur in Kampfhubschraubern oder so.
Das Ferrit hat da keine Schuld.
Meine Normale lass ich nicht an. Vielleicht ein paar
Tage bevor ich sie brauche, dann hat sowieso das GPS
das letzte Wort. Die Ausnahme sind die 2 MV89A
im TimePod-Einschub.
Ich versuche gerade 8 MTI-260 gaaanz langsam an den im
GPS zu locken und wenn sie dann phasenstarr sind mit
Wilkinsons zusammen zu combinern. Das müsste einen
förderlichen Einfluss auf das Phasenrauschen haben.
Gruß, Gerhard
Hallo Gerhard,
> Ein Q von 5e6 auf 5 MHz ist eine ziemlich Ansage. Mehr> als 2.4e6 auf 5Meg habe ich noch nicht gesehen.
...
Diese Quarze waren Bliley Labormuster mit ausgemessenen mitgelieferten
Kenndaten seitens Bliley. Gemessen habe ich das Q selber nicht. Deren
Betriebstemperatur war mit 85DEGC angegeben. Ich hatte damals den
aktuellen Umkehrpunkt experimentell ermittelt und eingestellt und war
auch in dem angegebenen Bereich.
Ich habe keinen ZVB8. Ich kannte nur den alten Original ZVB aus den
80ern. Ich könnte mit meinen Mitteln Quarze nur mit dem HP8405A Vector
Impedance Meter und Vector Voltmeter mit HP3335A Synthesizer als
Frequenzquelle ähnlich wie bei Dir in der Standardschaltung ausmessen.
Ich muß da also mit recht alten Gerätschaften arbeiten:-)
Was die anderen Effekte betrifft, gab ich damals der Spule die Schuld
weil ich den Oszillator nur horizontal drehte. Der Gravitationszug
sollte da nichts ausmachen. Bleibt also nur Erdmagnetfeldwirkung auf
irgendwelche magnetisch empfindliche Komponenten. Ich hätte fast Lust
mit den Blileyquarzen irgendwann wieder weiter zu machen. Ich müsste
allerdings wieder alles aufbauen.
Ich habe auch noch einen FTS1130 im Betrieb. Der ist auch extrem stabil
wie LPRO Vergleiche ergaben.
Der alte Tracor 304D ist übrigens langzeitmäßig etwas stabiler als der
LPRO. Nur braucht der mir mit 50VA zu viel Strom.
Aber vorerst muß ich erst den 141T reparieren. Ist aber eine Plage mit
dem schweren Apparat am Tisch umzugehen.
Mir scheint, hochstabile Oszillatoren sind bei Dir auch von großem
Interesse. Danke für Deinen Bericht.
Mich wundert, daß Du den Quarz auch im Fundamental Modus
charakterisiertest. Normalerweise sind die ja für 3. O.T. Modus
vorgesehen.
Ich hatte mal große Probleme einen XRE OCXO von RS stabil zu kriegen.
Nach langer Fehlersuche ergab sich ein schadhafter Heiz-Transistor von
der Temperaturreglung. Großartig war das Teil dann leider trotzdem
nicht. Mit dem MTI-250 nicht zu vergleichen. Leider. Nett gebaut, sonst,
das Teil.
Gruß,
Gerhard
Nachtrag
Ich las mal einen Bericht wo HP einen Dual-mode SC-cut Oszillator
konstruierte um durch Mischen der beiden Frequenzen die Temperatur
abzuleiten. Darauf mal zu kommen. Allerdings kommerzialisierte HP dieses
Konzept aber nicht.
Ralph B. schrieb:> Hier mal die LT-Spice-Datei von meinem Quarzfilter zum spielen.>> In diesen sind die Quarzersatzdaten mit berücksichtigt.>> Ralph
Danke. Werde mir es später ansehen.
Einen VNA braucht man eigentlich nicht um Quarze zu messen. Ein
genauer Synthesizer und ein Voltmeter sind eigentlich genug.
Ich habe die wichtigsten Resonanzen gemessen um ein grundlegendes
Simulationsmodell machen zu können. Es gibt noch genug Überraschungen
mit activity dips, die je nach Temperatur anders sind.
Dein Problem mit dem 141T trifft mich auch mit dem W&G SNA-33.
1 Hz Filterbandbreite bei 26 GHz, den Synthesizer muss man erst
mal bauen können. Und dann bootet das Ding sein DOS 6.22 ins Nirvana.
Unwürdiger Tod.
Hier war neulich ein Gast, der offensichtlich ein funktionsfähiges
Exemplar hatte. Der hat sich leider nie mehr gemeldet. Andere haben
exakt den gleichen Effekt. Wir haben einen Faden auf EEVblog aufgemacht.
Bisher aber nur gemeinsames Wundenlecken.
Sehr zu empfehen: die timenuts-Liste auf febo.com
Die alten Kämpen von HP sind auch dort.
Gruß, Gerhard H. DK4XP
Gerhard H. schrieb:> Einen VNA braucht man eigentlich nicht um Quarze zu messen. Ein> genauer Synthesizer und ein Voltmeter sind eigentlich genug.> Ich habe die wichtigsten Resonanzen gemessen um ein grundlegendes> Simulationsmodell machen zu können. Es gibt noch genug Überraschungen> mit activity dips, die je nach Temperatur anders sind.
Ja. Ich werde mich bei Gelegenheit wieder damit beschäftigen.
>> Dein Problem mit dem 141T trifft mich auch mit dem W&G SNA-33.> 1 Hz Filterbandbreite bei 26 GHz, den Synthesizer muss man erst> mal bauen können. Und dann bootet das Ding sein DOS 6.22 ins Nirvana.> Unwürdiger Tod.
Das ist wirklich schade. Tut mir leid, das hören zu müssen. Da ist
wahrscheinlich Zusammenarbeit mit ähnlichen Besitzern angesagt.
Vielleicht kann man die Betriebssoftware neu laden, falls korrupte
Dateien das Problem ist. Wünsche jedenfalls Viel Erfolg eine
(unerwartete) Lösung zu finden.
Was den 141T betrifft, besteht Hoffnung. Ich habe schon nachgesehen.
Scheint entweder ein Bildröhren Kontakt/Lötfehler zu sein oder ein
interner CRT Kontaktfehler. Wenn ich mit einen Schraubendrehergriff die
CRT Fassung leicht antappe, funktioniert es wieder eine Zeitlang. Es
scheint mit der Floodgun Heizung etwas zu tun zu haben, weil es danach
ein paar Sekunden braucht bis die Bildschirmfläche wieder ausgeleuchtet
ist oder wieder verschwindet wenn der Fehler wieder auftritt. Wenn es so
weit funktioniert, ist auch die übliche Speichermanier wieder da und ich
kann das Bild normal speichern oder die Nachleuchtdauer einstellen.
Es ist nervig, altes T&M am ordentlichen Funktionieren zu erhalten.
Ich werde mal die Fassung abziehen und alle Lötstellen begutachten. Ich
hoffe allerdings, es ist keine interne gebrochene
Elektrodenpunktschweißstelle die da brach. Ist mir vor Jahrzehnten bei
einer QQE03/12 passierte, die dann nur noch über 12.6V heizbar war. Als
armer Schüler, für den der Preis einer neuen Röhre ein kleines Vermögen
darstellte, war das eine bittere Pille.
>> Hier war neulich ein Gast, der offensichtlich ein funktionsfähiges> Exemplar hatte. Der hat sich leider nie mehr gemeldet. Andere haben> exakt den gleichen Effekt. Wir haben einen Faden auf EEVblog aufgemacht.> Bisher aber nur gemeinsames Wundenlecken.
Ich halte Dir den Daumen.
>> Sehr zu empfehen: die timenuts-Liste auf febo.com> Die alten Kämpen von HP sind auch dort.
Ja Danke. Die sind mir bestens bekannt.
Gruß,
Gerhard, VE6AQO, ex DC0FC:-)
>> Gruß, Gerhard H. DK4XP
Gerhard O. schrieb:> Elektrodenpunktschweißstelle die da brach. Ist mir vor Jahrzehnten bei> einer QQE03/12 passierte, die dann nur noch über 12.6V heizbar war. Als> armer Schüler, für den der Preis einer neuen Röhre ein kleines Vermögen> darstellte, war das eine bittere Pille.
aaahhh, QQE06/40 in meinem selbstgebauten Transverter zum Betrieb
mit FT505. Plötzlich war die Anodenspannung weg und 100 ms später
das Schirmgitter. :-( Damals Praktikant. Tut mir heute noch weh.
Gerhard H.
Gerhard H. schrieb:> Gerhard O. schrieb:>>> Elektrodenpunktschweißstelle die da brach. Ist mir vor Jahrzehnten bei>> einer QQE03/12 passierte, die dann nur noch über 12.6V heizbar war. Als>> armer Schüler, für den der Preis einer neuen Röhre ein kleines Vermögen>> darstellte, war das eine bittere Pille.>> aaahhh, QQE06/40 in meinem selbstgebauten Transverter zum Betrieb> mit FT505. Plötzlich war die Anodenspannung weg und 100 ms später> das Schirmgitter. :-( Damals Praktikant. Tut mir heute noch weh.>> Gerhard H.
Das kann ich Dir nachfühlen. Ob eine Diode in Sperrrichtung zwischen G2
und der Anodenversorgung das verhindert hätte? Habe ich aber in der
Literatur nie gesehen. Man sollte meinen, daß dies vielleicht ein
effektiver Schutz gewesen wäre. Kann mir vorstellen, wie hell das
geblitzt haben muß, und dann der sinkende Magen...
Moin,
Mein 141T geht mittlerweile wieder. Der Fehler ließ sich tatsächlich an
der CRT Fassung bestätigen. Lötstellen waren aber alle gut. Ich zog die
Fassung ein paar Mal ab und steckte sie wieder drauf und der Fehler
verschwand bis jetzt. Vielleicht war es ein Oxydfilm zwischen
Fassungssteckbuchse und CRT Anschlußstift. Die Röhrensockellötstellen
des Herstellers sahen alle gesund aus, obwohl es natürlich auch dort
einen Oxydfilm zwischen Draht und Lötzinn im Inneren des Hohlen
Sockelstiftes geben könnte. Worst case wäre natürlich ein innerer Fehler
des CRT Elektrodenkomplexes und diversen Heizfäden. Falls der Fehler
wiederholt auftreten sollte, löte ich die CRT Sockelstiftlötstellen
nach.
Gruß,
Gerhard
Frank H. schrieb:> Glückwunsch zur Reparatur! Es ist immer schwierig, die alten Messgeräte> am Leben zu halten, ich kenne das auch zur Genüge.>> Gruß,> Frank
Danke Frank. Aber andrerseits ist es befriedigend, mit der damaligen
Technik umgehen zu können und gute Service Unterlagen zur Verfügung zu
haben. Der besagte 141T machte übrigens Jahrzehntelang keine Mucken.
Was für mich spezifisch ein Greuel wäre, sind moderne Instrumente die
ohne spezielle Hersteller SW nicht mehr gewartet werden können. Ganz
abgesehen davon gibt es kaum noch vollständige und brauchbare Service
Unterlagen. Manchmal sind die Serviceunterlagen nur zur Eingrenzung von
Modulfehlern gedacht. Schaltbilder und Komponenten Layoutpläne kann man
vergessen.
Gebrauchte SA der achtziger Jahre sind auch ein großes Risiko.
Ich hätte mir durchaus einen moderneren gebrauchten S.A leisten können.
Andrerseits ist es schwierig einen bezahlbaren gebrauchten S.A. mit z.B.
10Hz B.B. zu finden. Das macht der HP8552B. Mit PLL Stabilisation ist
auch die Einstellung nicht zu schlimm. Wenn ich die Frequenz wirklich
genau wissen muß, blende ich in Synthesizer Signal mit ein.
Erschwingliche moderne, neue SA. mit 10Hz BB sind auch nicht mehr so
reichlich gesäht. Auch Mitlaufgeneratoren sind nicht immer
mitintegriert.
Das einzige wo viele moderne S.A. wesentlich besser sind, ist der
Dynamikbereich. Da ist der 8554B schon weniger befriedigend. Ich dachte
allerdings schon daran den Eingangsmischer, aber speziell den zweiten
Mischer mit einem Mischer mit höheren Dynamikbereich zu ersetzen. 20dB
müsste sich da vll. noch herausholen lassen. Der zweite Mischer von
2.05GHz auf 500 Mhz ist eine einzelne Schottkydiode. Da kann man nicht
viel erwarten. Ein DBM wäre da günstiger.
Ich komme mit den Geräten betrieblich ganz gut zurecht und es muß nicht
alles Prozessorgesteuert sein. Mir macht es Spass so viel wie möglich
aus den alten Geräten herausholen zu können. Und die Bedienung ist
extrem intuitiv. Für jede Funktion gibt es direkten Zugang ohne
Menüführung. Ergonomisch sind nicht alle modernen Geräte unbedingt
befriedigend.
Der 141T mit den HF Einheiten bis zu 40GHz+ war damals der erste
serienmäßige SA. mit kalibrierten Eigenschaften und Breitband
YIG-Oszillator Abstimmung, vor dem es nichts Vergleichbares gab. Alle
folgenden SA wurden nach diesen Konzeptionellen Grundlagen
weiterentwickelt.
Gruß,
Gerhard
Gerhard O. schrieb:> Da ist der 8554B schon weniger befriedigend. Ich dachte> allerdings schon daran den Eingangsmischer, aber speziell den zweiten> Mischer mit einem Mischer mit höheren Dynamikbereich zu ersetzen. 20dB> müsste sich da vll. noch herausholen lassen. Der zweite Mischer von> 2.05GHz auf 500 Mhz ist eine einzelne Schottkydiode. Da kann man nicht> viel erwarten. Ein DBM wäre da günstiger.
Der HP8554 hat wenigstens einen Gegentaktmischer am Eingang sitzen,
welche +10dbm Oszillatorleistung bekommt.
Der HP8555 ist da, was Eigenklirrfaktor betrifft, wesentlich schlechter
dran.
Der hat nur einen Eintaktmischer im Eingang, welche auserdem nur einen
Oszillatorpegel von +3dbm bekommt. Dementsprechend schlecht ist er.
Ich hatte, nachdem ich erfolglos in meinen Kenwood TS700 UKW-Transceiver
nach dem schlechten Oberwellenabstand von nur 50db gesucht habe,
erkennen müssen, das der schlechte Oberwellenabstand vom HP8555 selbst
verursacht wurde.
Daraufhin hatte ich den Einschub komplett umgebaut. Siehe
df6wu.de/Bauanleitungen%20Messtechnik/UKW-Berichte%20Bauanleitungen/HP85
55A-Umbau.pdf
Ralph Berres
Hallo Ralph,
Danke für Deine Hinweise.
Den 8555 verwende ich nur wenig, in Hinblick, daß der 8554
Frequenzbereich mäßig ausreicht.
Auf die Umbauinformationen des 8555 kann ich leider nicht zugreifen. Da
stimmt der Link nicht. Auch ein "www." Vorne dran half nicht.
Prinzipiell hätte ich Interesse den 8554 umzubauen, aber, lieber würde
ich aber an einen Zweiten arbeiten um nicht in einer Katastrophe zu
enden.
Was Dynamik betrifft, dürfte der erste Mischer hier mächtig mitspielen.
Wenn ich z.B. ein Testsignal vom HP8640 SG anschließe, der ein sehr
sauberes Signal liefert, sehe ich auch schon bei -20dBm Kompression. Das
merkt man wenn man, den HF-Abschwächer schaltet und die Harmonischen
sich dann um mehr als in 10dB Schritten ändern. Ich bin mir auch nicht
sicher ob der Mischer nicht doch irgendwie beschädigt ist. Pegelmäßig
stimmt alles und es funktioniert über den gesamten FB. Aber irgendwie
bin ich mir trotzdem nicht sicher. Muß mal die Specs. durchgehen und
versuchen den SFDR zu verifizieren.
Ein DBM mit höherer Dynamik könnte man als Baugruppe einbauen und dann
in das 2.05GHz ZF Filter mit einem Kopplungsstift oder Induktiv
einkoppeln. Den Originalmischer kann man ja leicht ausbauen und mit
einer 2.05Ghz Einkoppel SMA Buchse versehen.
Der zweite Mischer macht mir auch Kopfzerbrechen. Aber da sollte es
Probleme nur innerhalb der 2.05GHz Filterbandbreite geben.
Auf jeden Fall wird es notwendig sein die vorherrschende Operation mit
Messwerten zu dokumentieren um Verbesserungen bzw. Verschlimmbesserungen
beurteilen und vergleichen zu können.
Naja, vielleicht was für die kommenden Wintermonate...
Gruß,
Gerhard
Gerhard O. schrieb:> Ich bin mir auch nicht sicher ob der Mischer nicht doch irgendwie> beschädigt ist.
Wenn die Nullinie ohne Eingangssignal den Pegel nach Serviceanleitung
hat, sollte die Symmetrie passen, d.h. alle vier Dioden sind noch ok.
Die alten breitbandigen SA von HP hatten Oberton-Mischer. Bei einem
Breitband-Sweep konnte man schön sehen, wie mit jedem neuen Oberton
das Grundrauschen eine neue Treppenstufe erklomm.
Das war auch der Grund, warum ich den SNA-33 gekauft hatte. Der hat
einen Grundwellen-Mischer und einen Synthesizer der so hoch kann
wie es gebraucht wird, und keine Snap-off-Diode, die beliebige
Obertöne einer Grundwelle erzeugt.
Gerhard H.
Gerhard O. schrieb:> Was Dynamik betrifft, dürfte der erste Mischer hier mächtig mitspielen.
Der HP8554 hat immerhin einen Gegentaktmischer mit vermutlich +10dbm LO
Pegel am Eingang. Das ist schon wesentlich besser als bei dem HP8555
welches einen Eintaktmischer mit 0dbm LO am Eingang besitzt.
Der zweite LO ist garnicht mal mehr so kritisch weil davor das Signal
schon auf etwa 30MHz Bandbreite gefiltert ist.
Ich habe meinen HP8555 einen zusätzlichen Weg für den Bereich bis 1,8GHZ
spendiert. Der hat einen tripple-Balange-Mischer.
Das hat sich ganz enorm bemerkbar gemacht. Vielleicht kann man damit bei
dir auch noch ein paar db im-freien Dynamibereich rausholen.
Ralph Berres
Gerhard H. schrieb:> Der hat> einen Grundwellen-Mischer und einen Synthesizer der so hoch kann> wie es gebraucht wird, und keine Snap-off-Diode, die beliebige> Obertöne einer Grundwelle erzeugt.
Der HP8555 erzeugt die Oberwellen mit dem er mischt, in der
Eingangsmischerdiode.
Das heist, die Eingangsmischerdiode erzeugt auch die Oberwellen aus dem
Yigoszillator.
Synthesizer die bis 20GHz gingen , gab es damals noch nicht.
Eine Snap-off-Diode wird nur in der Synchronisierungseinheit benötigt,
welche den Yig-Oszilltor an den Oberwellen eines Quarzoszillators
anbindet. Die Snap-off-Diode erzeugt dann einen Frequenzkamm, dessen
Linienabstand der Frequenz des Quarzoszillators entspricht.
Mit einer Sample&Hold-Schaltung wird dann eine Regelspannung für die
FM-Spule erzeugt.
Ralph Berres
Moin,
Danke für das Flöhe ins Ohr setzen und Hinweis bezüglich der Triple
balanced Mixers. Ich hatte mich schon lange nicht mehr an HF Produkten
interessiert. Der MCA-35LH könnte für den 8554 von Interesse sein, weil
RF/LO 2-3.5GHz tauglich sind und der ZF-Ausgang, den man natürlich hier
als Eingangsport verwenden würde, immerhin bis nach 10Mhz runtergeht und
auf 1500MHz raufgeht. Da könnte man zwei Mischer umschaltbar verwenden.
Im Prinzip würde der Frequenzbereich brauchbar sein. Der IP3 ist auch
ziemlich brauchbar. Im Bereich bis 1GHz, sind die IP3 Werte besonders
gut. Sogar eine 10dB Dynamikbereich-Verbesserung wäre nett.
Im Prinzip könnte man das Ganze realisieren, daß keine permanenten
Veränderungen am 8554 gemacht werden müssen.
Vielleicht besorge ich mir einen repräsentativen Mischer, konvektioniert
mit SMA Buchsen, wenn erhältlich und mache einen Test. Nan könnte den
gesamten Gegentaktmischer und Resonator-Einkopplung durch eine passende
Platte ersetzen und das ZF Signal in den Resonator einkoppeln.
Allerdings müsste man sich Gedanken mit der Breitband-Anpassung an den
Resonator machen. LO-Power sollte gerade noch reichen, ansonsten man
noch einen passenden MMIC Verstärker dazwischenlegen müsste.
Ich muß mal mit den Daten arbeiten um abschätzen zu können welcher
Dynamikbereich damit möglich wäre. Vielleicht probiere ich diesen Winter
tatsächlich aus. Allerdings würde ich mir noch gerne einen zweiten 8554
zum Testen finden wollen um den Vorhandenen 8854 nicht zu großen Risiken
aussetzen.
Übrigens habe ich mir Gedanken gemacht ob es nicht vorteilhaft wäre den
freischwingenden Cavity 1500MHz zweiten L.O. mit einer PLL zu versehen
und Quarz stabilisieren. Vielleicht könnte man nur ein ADF4351 Signal
einspeisen und den Cavity Oszillator damit synchronieren zu versuchen.
Möglicherweise würde das bei schmalen Wobbelbreiten das Seitenband
Rauschverhalten verbessern.
Man könnte Vieles...:-)
Gruß,
Gerhard
Hallo Gerhard
hattest du meine Webseite aufrufen können?
Der Mischer den ich verwende ist ein dreifach balangierter Ringmischer
aus dem Hause Municom. Es trägt die Bezeichnung ZX05-42MH und sitzt in
einen Gehäuse mit 3 SMA Buchsen. Der geht auch tiefer als 10MHz.
Dahinter folgt zur Anpassung des Ausganges ein Verstärker mit einen
ERA5, welches über einen 270Ohm Arbeitswiderstand an 20V betrieben wird.
Dadurch bekommt man etwa 10db Verstärkungsüberschuss.
Ich würde in der zweiten Mischstufe den freischwingenden Cavity
Oszillator nicht durch einen AD4351 ersetzen. Der hat garantiert mehr
Seitenbandrauschen.
Ralph Berres
Ralph B. schrieb:> Hallo Gerhard>> hattest du meine Webseite aufrufen können?>> Der Mischer den ich verwende ist ein dreifach balangierter Ringmischer> aus dem Hause Municom. Es trägt die Bezeichnung ZX05-42MH und sitzt in> einen Gehäuse mit 3 SMA Buchsen. Der geht auch tiefer als 10MHz.>> Dahinter folgt zur Anpassung des Ausganges ein Verstärker mit einen> ERA5, welches über einen 270Ohm Arbeitswiderstand an 20V betrieben wird.>> Dadurch bekommt man etwa 10db Verstärkungsüberschuss.>> Ich würde in der zweiten Mischstufe den freischwingenden Cavity> Oszillator nicht durch einen AD4351 ersetzen. Der hat garantiert mehr> Seitenbandrauschen.>> Ralph Berres
Hallo Ralph,
Ja. Ich konnte auf Deine Webseite zugreifen.hatte allerdings noch keine
Muße zum studieren.
Ich bin jetzt schon fast versucht später in diesem Jahr Deinem Beispiel
nachzugehen. Das alles lässt sich relativ sauber durchführen. Ein SMA
Mischer Modul wäre mir am liebsten. Gibts da Kühlungsprobleme mit dem
ERA-5?
Den Verstärkungsüberschuss könnte man auch mit einer Inline-Pad zwischen
Mischer und ERA-5 "vernichten" auch wenn es die Rauschzahl
verschlechtert. Ob der ERA-5 durch L.O. feedthrough leakage übersteuert
werden würde?
Wie sind den eigentlich die neuen Low-cost Siglent und Rigol, Hameg S.A.
Im Vergleich was den Dynamikbereich betrifft? Um wieviel besser wie der
8554 sind die eigentlich? Ich habe leider keinen Zugang mehr zu wirklich
High-End Geräten von RS/Anritsu und KS. Ich vermute, die sind auch in
dieser Beziehung um 20-40dB besser. Aber da ich nur noch Hobbyist bin...
Naja, mit etwas Erfahrung kann man auch mit dem 8554 realistische
Harmonische Messungen machen. Man kann z.B. die Sender
Fundamentalfrequenz mit einem Notchfilter reduzieren und dann geht es
meistens. Man muß halt immer mit dem HF-Abschwächer verifizieren ob die
Harmonischen beim Schalten exakt 10dB verändern oder um mehr. Das ist
dann ein klares Zeichen von Mischerübersteuerung. Bis zu 60dB
Unterschied lassen sich bei sorgfältiger Bedienung noch leicht
rausholen.
Ich werde mal mit zwei HP8640 und Wiltron RL Brücke als Power Divider
einen Zwei-Ton Test machen um den tatsächlichen IP3 Wert meines 8554 zu
ermitteln.
OK wegen ADF4351. Man könnte auch ein sehr sauberes 100MHz Quarzsignal
erzeugen und dann mit rauscharmen Verstärker und Selektion die 15.
Harmonische isolieren und als Injection-Lock Signal verwenden. Aber so
schlecht ist er ja auch im Originalzustand nicht. Der Mischerumbau ist
da zielführender.
Gerhard
Gerhard O. schrieb:> Ein SMA> Mischer Modul wäre mir am liebsten.
Das ist ein Mischermodul mit SMA Buchsen.
Ich meine ich habe den mit der ZF Seite als Eingang benutzt. Dadurch
geht der Eingang bis fast DC runter.
Den gleichen Mischer gibt es auch als Baustein zum auflöten auf einer
Platine.
Gerhard O. schrieb:> Gibts da Kühlungsprobleme mit dem> ERA-5?
Nöö ich habe den in ein kleines Kästchen aus Platinenmaterial
untergebracht.
Gerhard O. schrieb:> Den Verstärkungsüberschuss könnte man auch mit einer Inline-Pad zwischen> Mischer und ERA-5 "vernichten" auch wenn es die Rauschzahl> verschlechtert. Ob der ERA-5 durch L.O. feedthrough leakage übersteuert> werden würde?
Ich würde eher am Ausgang des Era5 den Pegel vernichten. Der Era5 kann
+19dbm Pegel am Ausgang. Wenn der norminale Pegel am Mischereingang
-30dbm beträgt, sind es am Ausgang des Mischers -37dbm. Der ERA5
verstärkt etwa um 20db, sind also am Ausgang des ERA5 -17dbm. Das packt
er locker, ohne das IM Verhalten zusehr zu verschlechtern.
Gerhard O. schrieb:> Wie sind den eigentlich die neuen Low-cost Siglent und Rigol, Hameg S.A.> Im Vergleich was den Dynamikbereich betrifft? Um wieviel besser wie der> 8554 sind die eigentlich?
Also ich kann dir zu dem Rohde&Schwarz FTP1500 was sagen. Finger weg.
Das Teil ist ein Rauschgenerator.
Den Rigol kenne ich nicht. Aber der Siglent der zweitbilligsten Linie
ist wirklich brauchbar.
Von der Messqualität sind die heutigen Geräte auch nicht soviel besser,
als die alten analogen Kisten. OK sie haben heute mehr Software
implementiert, was die Bedienung erleichtern kann.
Aber der intermodulationsfreie Dynamikbereich ist nach wie vor etwa
80db.
Für größeren Dynamikbereich must du in die Premiumklasse gehen, da gehen
dann auch mal 100db. Aber zu fast 6stelligen Kosten.
Gerhard O. schrieb:> aja, mit etwas Erfahrung kann man auch mit dem 8554 realistische> Harmonische Messungen machen. Man kann z.B. die Sender> Fundamentalfrequenz mit einem Notchfilter reduzieren und dann geht es> meistens.
Das muss ich bei meinen Spektrumanalyzer nicht mehr.
Da sehe ich keine Oberwellen, wenn ich den Mischer mit -30dbm
aussteuere.
Den HP8555 habe ich schon lange nicht mehr. Sattdessen einen Tek492 den
ich am meisten verwende, einen Taketa Riken TR4111 den ich selten
benutze und einen Anritsu MS8604A der auch nicht so gut ist wie der
Tek492
Gerhard O. schrieb:> Ich werde mal mit zwei HP8640 und Wiltron RL Brücke als Power Divider> einen Zwei-Ton Test machen um den tatsächlichen IP3 Wert meines 8554 zu> ermitteln.
Die IP3 Werte sind bei den HP8554 8555 nicht so sehr das Problem,
sondern die IP2 Werte, besser gesagt der Eigenklirrfaktor des ersten
Mischers im Analyzers.
Gerhard O. schrieb:> Man könnte auch ein sehr sauberes 100MHz Quarzsignal> erzeugen und dann mit rauscharmen Verstärker und Selektion die 15.> Harmonische isolieren und als Injection-Lock Signal verwenden. Aber so> schlecht ist er ja auch im Originalzustand nicht. Der Mischerumbau ist> da zielführender.
Eben. Ich würde keine Baustellen aufmachen, welche wenn überhaupt nur
maginale Verbesserungen bringen. Dann kann man auch gleich einen neuen
Spektrumanalyzer bauen. Stabil genug ist er ja eigentlich auch, denn
sonst würden 100HZ oder weniger ZF Bandbreite keinen Sinn machen.
Ralph Berres
Ich muss noch eine Info zu meinem
Beitrag "Re: DCF77 Frequenznormal" loswerden:
Die PM des Trägers findet in absolut jeder Sekunde statt, egal, ob
eine Trägerabsenkung vorliegt oder nicht.
Das bedeutet also, dass auch in der allerletzten Sekunde vor dem
Min.-Wechsel PM vorliegt wie in allen anderen Sekunden auch. Das hat mir
der Arbeitsgruppenleiter der PTB heute bestätigt.
Daraus folgt, dass nur die zweiten 100 ms langen Zeitfenster (0,1 bis
0,2 Sekunden nach Tr.-Absenkung) frei von PM sind und der Träger 100%
beträgt. Ausnahme ist die letzte Sekunde: Dort ergeben sich dann 0,2 s
ohne PM, da ja keine logische 0 in AM übertragen wird.
Das zur Richtigstellung, denn ich war lt. Definition der PTB zu einem
anderen Schluss gekommen. :-(
__
Noch ein Zitat von J. Jirmann aus seinem Artikel in der cq-DL 10/2000:
..."Die Ausnutzung dieser Genauigkeiten gelingt nur, wenn man die
AM-Zeitmodulation und den schnellen Phasencode vollständig aus dem
DCF-Signal entfernt und auch die unvermeidlichen Umwandlungen von
Amplituden- in Phasenmodulation so gering wie möglich hält. Gerade die
einfachen Schaltungen besitzen hier erhebliche Defizite: Die
Regelspannung und damit die Frequenz des Quarzoszillators "wackelt" bei
jedem Sekundenimpuls. ....
.... Das phasensprungfreie Entfernen der Zeitmodulation ist der
Knackpunkt in allen DCF-Empfängern. Meist wird dies durch
Begrenzerstufen versucht, aber bei den meisten einfachen DCF-Normalen
sieht man die Sekundenimpulse noch auf der Regelspannung des
Quarzoszillators." ...
Falls jemand von euch in der Folgezeit (nach Okt. 2000) weitere Beiträge
zum Thema von J. Jirmann kennt oder besitzt, wäre ich daran sehr
interessiert. :-)
Michael
Die Ankündigung und das Einfügen ist in der PTB-Mitteilung 4/2004
beschrieben.
M.W wird die Kennung nicht mehr gesendet (Irrtum vorbehalten). Steht im
selben PDF.
Michael
Michael M. schrieb:> Noch ein Zitat von J. Jirmann aus seinem Artikel in der cq-DL 10/2000:> ..."Die Ausnutzung dieser Genauigkeiten gelingt nur, wenn man die> AM-Zeitmodulation und den schnellen Phasencode vollständig aus dem> DCF-Signal entfernt und auch die unvermeidlichen Umwandlungen von> Amplituden- in Phasenmodulation so gering wie möglich hält. Gerade die> einfachen Schaltungen besitzen hier erhebliche Defizite: Die> Regelspannung und damit die Frequenz des Quarzoszillators "wackelt" bei> jedem Sekundenimpuls. ....> .... Das phasensprungfreie Entfernen der Zeitmodulation ist der> Knackpunkt in allen DCF-Empfängern. Meist wird dies durch> Begrenzerstufen versucht, aber bei den meisten einfachen DCF-Normalen> sieht man die Sekundenimpulse noch auf der Regelspannung des> Quarzoszillators." ...
Der Grund, warum die 'Frequenz des Quarzoszillators "wackelt"' ist weder
die Phasen- noch die Amplitudenmodulation. Es liegt stattdessen an der
Granularität der Phase beim DCF77. Die PTB schreibt in ihrer
"PTB-Mitteilungen 114":
"...in der PTB kontinuierlich durchgeführten
Zeitdifferenzmessungen dazu genutzt, den
Stand der vom Sender abgestrahlten Sekunden-
marken sowie die Phasenzeit des ausgesendeten
Trägers zu kontrollieren und ggf. nachzuregeln.
Falls sich Abweichungen ergeben, die signifi-
kant größer als die typischen Schwankungen
sind, werden über eine Fernwirkanlage von
Braunschweig aus die notwendigen Korrektu-
ren vorgenommen. Hierzu ist es möglich, in je-
dem der Steuerkanäle die Phase des erzeugten
DCF77-Trägers und der phasenkohärent aufmo-
dulierten Zeitinformation in Schritten von ± 0,1
µs zu schieben."
Die mittlere Phase über eine Sekunde (eigene Messung - siehe Bild) kann
sich nur in 100 ns Schritten (=2.79 Grad) ändern. (Die Phase während
einer Sekunde ist dabei selbstverständlich stufenlos.)
Seltsamerweise springt die Phase nicht nur bei einer nötigen
Nachführung, sondern alterniert die meiste Zeit (grob etwa alle 1 bis 4
Sekunden) zwischen zwei Phasenwerten. Dieses "normale" Springen ist aber
nicht zufällig: Falls das Bit der Amplitudenmodulation Null ist findet
kein Sprung statt, bei einer Eins gibt es einen Sprung zur anderen
Phase. Möglicherweise ist diese zweitweise (!!!) Koppelung/Kodierung an
das Bit der Amplitudenmodulation nur ein Artefakt von deren Technik zur
Phasennachführung.
Gerhard O. schrieb:> Ich verwende hier schon seit über 30 Jahren eine professionelle> Spectracom Anlage auf 8164 und 8161 bezogen. Beide verwenden eine aktive> Ferritantenne auf 60kHz für WWVB.
......
>> WWVB ist von mir über 1500km entfernt. Trotzdem ist der Empfang 100%> stabil und stark.
Gibt das bei dir keine Phasenfehler durch Überlagerung mit dem MSF60 in
England, der ja exakt die gleiche Frequenz benutzt?
Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich dessen
Ausbreitungsbedingungen gewaltig ändern, wenn über dem Nordpol das
Polarlicht flackert.
Hp M. schrieb:> Gerhard O. schrieb:>> Ich verwende hier schon seit über 30 Jahren eine professionelle>> Spectracom Anlage auf 8164 und 8161 bezogen. Beide verwenden eine aktive>> Ferritantenne auf 60kHz für WWVB.> ......>>>> WWVB ist von mir über 1500km entfernt. Trotzdem ist der Empfang 100%>> stabil und stark.
Moin,
>> Gibt das bei dir keine Phasenfehler durch Überlagerung mit dem MSF60 in> England, der ja exakt die gleiche Frequenz benutzt?
Wegen der großen Entfernung zwischen MSF60 und uns und wegen der relativ
hohen Sendeleistung von WWVB habe ich noch nie irgendwelche Störungen
bemerkt. Aber das will wenig heißen, weil ich normalerweise nur auf das
LOCK-LED schaue. Wenn es grün ist, dann funktioniert es;-)
>> Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich dessen> Ausbreitungsbedingungen gewaltig ändern, wenn über dem Nordpol das> Polarlicht flackert.
Da kann ich nichts darüber bemerken weil ich meine Anlage nur dann
einschalte wenn ich sie brauche. Ich kann mir vorstellen, dass es großen
Wirbel gibt. In der Morgendämmerung und Nachtübergang sind große Phasen-
und Feldstärkeunstetigkeiten zu beobachten. Wenn man das mit dem
Streifenschreiber aufzeichnet ist das Phänomen gut dargestellt.
Es besteht für mich keine wirkliche Notwendigkeit sie durchlaufen zu
lassen und ist auch uncool wegen unnötigen Stromverbrauch. Ich verwende
sie nur für kurzfristige Sachen und Überwachung des LPRO (Der sowieso
kaum irgendeiner Nachstellung bedarf). Als Frequenzzähler Zeitbasis ist
die direkte 10MHz Anbindung an 60kHz ausreichend um normale Messungen zu
machen. Die stört der Phasenjitter relativ wenig.
Ich habe eigentlich, was Justierung betrifft, nur Interesse an
Langzeitvergleiche der Frequenz um genaue Frequenzstandards zu
justieren. Um eine Auflösung im 10E-11 Bereich zu erreichen muss man
über viele Stunden arbeiten. Die direkte Phasenanbindung lokaler 10MHz
Frequenzstandards scheitert wegen dem multiplizierten Phasenjitter, der
auf 10MHz bezogen, rund 177 mal stärker ausgeprägt ist. Deshalb
verwendet auch der 8164 eine digital FLL (Frequenz Lock Loop ) mit einer
Integrationszeit von typisch 16 Minuten. Aber erst nach einigen Stunden
ist der lokale Standard ordnungsgemäß eingeregelt. Wenn es nur auf die
Frequenzgenauigkeit ankommt ist phasenstarre Anbindung an WWVB oder
DCF77 nicht wirklich notwendig.
Gruß,
Gerhard
Laie schrieb:> Seltsamerweise springt die Phase nicht nur bei einer nötigen> Nachführung
Ein interessanter und schicker Plott. In welcher Entfernung von
Mainflingen wohnst Du? Nach 2900 s sehe ich eine Nachführung um 100 ns.
Eine analoge PLL in einem Frequenznormal, die diesem 100 ns Sprung
folgen möchte, muß bei geschätzten 10 s PLL Zeitkonstante dann 10 s lang
die Frequenz von 77500 Hz auf 77500,00077 Hz erhöhen, d.h. um 10exp-8.
Dein Plott zeigt schön, warum die analogen PLLs mit ihren kurzen
Zeitkonstanten nicht wesentlich stabiler sein können.
Laie schrieb:> sondern alterniert die meiste Zeit (grob etwa alle 1 bis 4> Sekunden) zwischen zwei Phasenwerten
Auch das spricht dafür, daß eine analoge PLL in einem Frequenznormal mit
10 s Zeitkonstante noch eine sehr knappe Zeitkonstante hat.
Frank H. schrieb:> Dein Plott zeigt schön, warum die analogen PLLs mit ihren kurzen> Zeitkonstanten nicht wesentlich stabiler sein können.Frank H. schrieb:> Laie schrieb:>> sondern alterniert die meiste Zeit (grob etwa alle 1 bis 4>> Sekunden) zwischen zwei Phasenwerten>> Auch das spricht dafür, daß eine analoge PLL in einem Frequenznormal mit> 10 s Zeitkonstante noch eine sehr knappe Zeitkonstante hat.
Mit einer analogen PLL ist eine ausreichend große Zeitkonstante
eigentlich nicht realisierbar.
Denn sie sollte mindestens 1000 Sekunden betragen um eine Stabilität von
10exp-9 zu erreichen. Das wird man nur mit einer digitalen Lösung
erreichen können.
Wenn man gar einen Rubidiumfrequenznormal mit dem DCF77 Signal
disziplinieren will, dann sind Zeitkonstanten im 24-Stundenbereich und
länger erforderlich.
Bei diesen langenZeitkonstanten wird die Phasenmodulation einfach
wegintegriert, und spielen keine Rolle mehr.
Ralph Berres
Ralph B. schrieb:> ...wird die Phasenmodulation einfach wegintegriert, und spielen keine Rolle
mehr.
Ralph,
was schätzt du, um wieviel würde sich die nötige Zeitkonstante
verkürzen, wenn es die Phasenmodulation im DCF nicht gäbe?
Zu deiner Schaltung: Ist sie genauso Typen-bestückt wie angegeben, also
tatsächlich ein 78L05 als Ref verbaut? Damals gab es doch sicher schon
Schöneres... ;-)
Michael
Michael M. schrieb:> as schätzt du, um wieviel würde sich die nötige Zeitkonstante> verkürzen, wenn es die Phasenmodulation im DCF nicht gäbe?
Keine Ahnung. Wie ich das Gerät gebaut habe, gab es die Phasenmodulation
noch nicht.
Michael M. schrieb:> also> tatsächlich ein 78L05 als Ref verbaut? Damals gab es doch sicher schon> Schöneres... ;-)
Ich weis. Aber damals war die Auswahl noch nicht so groß
Heute würde ich eine echte Referenz nehmen.
Ralph Berres
Ralph B. schrieb:> Wie ich das Gerät gebaut habe, gab es die Phasenmodulation> noch nicht.
Bist du da ganz sicher? Ich habe etwas von "ab 1983" gelesen...
(PTB-Mitt. in 2004)
Michael
Michael M. schrieb:> Bist du da ganz sicher? Ich habe etwas von "ab 1983" gelesen...> (PTB-Mitt. in 2004)
Zumindest war es mir nicht aufgefallen.
Allerdings hatte ich damals noch keinen Spektrumanalyzer
Ralph Berres
Frank H. schrieb:> In welcher Entfernung von> Mainflingen wohnst Du?
Mainflingen liegt 270 km entfernt. Das Signal sieht hier natürlich nicht
immer so gut wie im Bild aus. Der Grund der Welligkeit ist nicht der
Empfang sondern die Abweichung vom freilaufendem lokalen Oszillator.
Dabei wurde das Signal sogar extra für das Bild mit einem 2000 Sekunden
Hochpass geglättet. So richtig schlecht ist der Oszillator aber trotzdem
nicht. Eine Richtungsänderung von -45 Grad nach +45 Grad entspricht
nämlich einer Frequenzänderung von nur 1 ppb.
Das Bild zeigt übrigens nur drei der vier (erkennbaren) Arten von
Signalverläufen:
1. Alternieren nach Bitwert der Amplitudenmodulation. (vor "09 Uhr")
2. Alternieren nach unbekannten Muster ("09 Uhr" bis "10 Uhr")
3. Verschiebung der Phase um 100 ns (bei "09 Uhr" und "10 Uhr")
4. Annehmen beliebiger Phasenwerte zwischen zwei Phasen. Auf den ersten
Blick sieht das wie ein verrauschtes Signal aus. Die Meßwerte liegen
aber klar innerhalb eines 100 ns Bandes. (Dieses Verhalten tritt im Bild
nicht auf.)
Für Punkt 3 gibt es einen Grund. Warum gibt es die drei anderen
Arten? Komisch.
> Nach 2900 s sehe ich eine Nachführung um 100 ns.> Eine analoge PLL in einem Frequenznormal, die diesem 100 ns Sprung> folgen möchte, muß bei geschätzten 10 s PLL Zeitkonstante dann 10 s lang> die Frequenz von 77500 Hz auf 77500,00077 Hz erhöhen, d.h. um 10exp-8.> Dein Plott zeigt schön, warum die analogen PLLs mit ihren kurzen> Zeitkonstanten nicht wesentlich stabiler sein können.
Das sehe ich auch so. Nachts erreiche ich gelegentlich für einige
Minuten bei den Sekundenmeßwerten der Phase eine Standardabweichung von
4 ns. Trotzdem darf man diesen Wert nicht für die Genauigkeitberechnung
verwenden. Diese kann senderbedingt (wegen der Sprünge) nicht besser als
etwa +-50ns (Genauigkeit) sein. Bei Dunkelheit kommt noch die Abweichung
wegen der Raumwelle hinzu, die u.U. noch um ein vielfaches höher ist.
Für mich ist das übrigens der wichtigste Vorteil von GPS gegenüber dem
DCF77. Bei GPS braucht man keine problematisch langen Regelzeiten um die
nächlichen Schwankungen durch die Raumwelle zu mildern.
> Auch das spricht dafür, daß eine analoge PLL in einem Frequenznormal mit> 10 s Zeitkonstante noch eine sehr knappe Zeitkonstante hat.
Um Störsignale zu filtern dürften die 10 Sekunden trotzdem sehr
wirkungsvoll sein.
Bei größeren Zeitkonstanten verlagert sich nach meiner Meinung der
Entwicklungsfokus irgendwann vollständig auf den lokalen Oszillator. Bei
Regelzeiten von einer Stunde muss dieser extrem stabil sein. Bei meinem
Oszillator würde z.B. eine Änderung der Versorgungsspannung von 1 mV
innerhalb der Regelzeit zu einer Abweichung von mehreren ppb führen.
Inspiriert durch deinen Thread und dem Frequenznormal von Ralph B. habe
ich übrigens die "1 ppb Schwelle" (zuvor: 50 ppb) inzwischen geknackt,
weniger werden es aber nicht werden. Da bräuchte ich professionelle
Module oder viel mehr Erfahrung.
Ralph B. schrieb:> Bei diesen langenZeitkonstanten wird die Phasenmodulation einfach> wegintegriert, und spielen keine Rolle mehr.
Für die 100 ns Sprünge bzw. das Alternieren gilt das gleiche. Auch diese
werden wegintegriert. Bei der Bestimmung eines -Zeitpunktes- anstelle
einer Frequenz sollte man aber beide Fehler getrennt voneinander sehen,
da sich dort die verschiedenen Eigenarten bemerkbar machen.
- Phasenmodulation:
Wenn synchron zum Sekundenbeginn über eine Sekunde gemessen wird (wie
bei meiner Messung), dann hat die Phasenmodulation überhaupt keine
Auswirkung auf die mittlere Phase. Falls nicht synchron gemessen wird,
dann beträgt der Fehler bei ungünstigster Verschiebung 20.4 ns (0.57
Grad). Der Fehler wird geringer, wenn über mehrere Sekunden gemittelt
wird. Über z.B. 100 Sekunden sind es nur noch 0.2 ns. (Die Zahlen
stammen aus einer Simulation.)
- "...in Schritten von ± 0,1 µs zu schieben..." (s.o.):
Dieser +-50 ns Fehler besteht immer. Der Fehler wird durch Mitteln
(praktisch) nicht geringer und bleibt deshalb auch z.B. bei einem
Mittelwert über
eine Stunde bei +-50 ns.
Die Phasenmodulation ist also demnach praktisch grundsätzlich
bedeutungslos. Das Schieben bzw. Alternieren der Phase hingegen nur bei
der Frequenzmessung über eine große Zeit.
Laie schrieb:> Wenn synchron zum Sekundenbeginn über eine Sekunde gemessen wird (wie> bei meiner Messung), dann hat die Phasenmodulation überhaupt keine> Auswirkung auf die mittlere Phase.
Synchron zum S.-Beginn dürfte m.E. extrem schwierig zu erreichen sein.
Wo genau beginnt/endet deine Messung?
a)Während der ersten ms?
b)Bei unter 100 ms nach S.-Beginn?
c)Zwischen 100 und 200 ms?
Wenn die Zeit mit PM komplett im Messfenster liegt, darf sich die PM
natürlich nicht auswirken.
> ...dann beträgt der Fehler bei ungünstigster Verschiebung 20.4 ns...
Rechne mal bitte die dazugehörige sprungartige f-Abweichung aus. ;-)
> Die Phasenmodulation ist also demnach praktisch grundsätzlich> bedeutungslos.
Je nach gewähltem Messfenster bzw. -Verfahren eben nicht (meine
Meinung). Was an Unsicherheit garnicht erst vorhanden ist, braucht
auch niemals ausgemittelt oder wegintegriert werden.
Michael
EDIT:
> ....vom freilaufendem lokalen Oszillator.....
Welcher Art? XO, TCXO oder OCXO?
Laie schrieb:> Für Punkt 3 gibt es einen Grund.
Hmm.
Offen gestanden verstehe ich das nicht. Welchen Grund sollte
es bei einem atomgenauen Sendesignal geben, einfach mal die
Phase um 100ns zu verschieben?
Macht man das ein Mal pro Stunde, ist das eine Korrektur
im Bereich 10e-11. Ziemlich viel für ein Signal, das im
Mittel auf 10e-13 genau ist...
Vor der BPSK Umstellung in 2013 war WWVB schon seit Jahrzehnten
stündlich 15m lang mit 15 Grad Phasenverschiebungsablage ausgestattet um
für die damals fast auschließlich verwendeten Streifenschreiber
Phasenvergleichsmethoden automatisch eine Zeitmarke mitgeliefert zu
bekommen. Seit der Umstellung auf BPSK gibt es sie nicht mehr.
Die stündlichen 100n Ablagen bei DCF77 sollten eigentlich nicht sehr
störend sein, oder sehe ich es falsch?
Michael M. schrieb:> Laie schrieb:>> Wenn synchron zum Sekundenbeginn über eine Sekunde gemessen wird (wie>> bei meiner Messung), dann hat die Phasenmodulation überhaupt keine>> Auswirkung auf die mittlere Phase.>> Synchron zum S.-Beginn dürfte m.E. extrem schwierig zu erreichen sein.> Wo genau beginnt/endet deine Messung?> a)Während der ersten ms?> b)Bei unter 100 ms nach S.-Beginn?> c)Zwischen 100 und 200 ms?>> Wenn die Zeit mit PM komplett im Messfenster liegt, darf sich die PM> natürlich nicht auswirken.>
Genau, es muss nur der 800 ms Block mit der Phasenmodulation der
jeweiligen Sekunde enthalten ist. Ob man nun über 800 ms, 1000 ms oder
auch 915 ms mittelt spielt praktisch keine Rolle. Um das 100 ms
Sendesignal beim AM-Datenbit nicht zu verschenken messe ist über 900 ms
und um nicht "hart" bei vollem Sendesignal "einzusteigen" erweitere ich
das Intervall auf beiden Seiten um 20 ms. (Eigentlich grenzt das schon
an Homöopathie.)
> Je nach gewähltem Messfenster bzw. -Verfahren eben nicht (meine> Meinung). Was an Unsicherheit garnicht erst vorhanden ist, braucht> auch niemals ausgemittelt oder wegintegriert werden.
Die langen Regelzeiten hat man natürlich aus andereren Gründen. Von der
PM wäre nämlich schon bei kurzen 10 Sekunden wenig nachweisbar. Bei
einem Messfenster von einer Sekunde wäre der Unterschied deutlich.
>> ....vom freilaufendem lokalen Oszillator.....> Welcher Art? XO, TCXO oder OCXO?
Von ganz spezieller Art: :-)
Es ist ein diskret aufgebauter XO (mit Trennstufe) dessen Spannung
zweistufig (2 x TL431) stabilisiert wurde. Alles ist mit 2 kg Metall
(Wärmekapazität) verbunden und liegt in einer Wolldecke verpackt in
einem Karton. Der Karton ist in eine weitere Wolldecke eingeschlagen und
steht in einem fensterlosen Raum ohne Außenwand.
Genau genommen befindet sich ein zweiter Oszillator neben dem XO. Dieser
ermöglicht als Temperatursensor eine gewisse Korrektur der
Temperaturabhängigkeit. Genau braucht die nicht zu sein, da die Frequenz
variabel sein darf. Wichtig ist nur ein möglichst linearer Verlauf über
die Zeit.
Gerhard O. schrieb:> Die stündlichen 100n Ablagen bei DCF77 sollten eigentlich nicht sehr> störend sein, oder sehe ich es falsch?
Stören tut/täte das eigentlich nur bei sehr speziellen Anforderungen.
Die Frage ist zumindest für mich erstmal eine andere: Gibt es dieses
häufige Schieben wirklich!
Egon D. schrieb:> Laie schrieb:>>> Für Punkt 3 gibt es einen Grund.>> Hmm.> Offen gestanden verstehe ich das nicht. Welchen Grund sollte> es bei einem atomgenauen Sendesignal geben, einfach mal die> Phase um 100ns zu verschieben?>> Macht man das ein Mal pro Stunde, ist das eine Korrektur> im Bereich 10e-11. Ziemlich viel für ein Signal, das im> Mittel auf 10e-13 genau ist...
Tja, dann mal die ganze Geschichte.
Vor einigen Wochen habe ich dieses Alternieren über 100 ns festgestellt.
In den PTB-Dokumenten konnte ich (zunächst) keine Begründung finden. Für
mich musste die Ursache ganz klar ein Programmfehler sein. Ich kürze das
mal auf zwei Tests ab:
1. Es wurde ein Prüfsender gebaut, der die Phasen- und
Amplitudenmodulation vom DCF77 funktionstüchtig beherrscht.
Ergebnis: Bei diesem Sender tritt das Alternieren nicht auf.
2. Es wurde in etwa fünf Meter Abstand ein zweiter Empfänger
aufgestellt. Dieser war galvanisch vom Rest getrennt und arbeitete mit
einem anderen Antennentyp, Controllertyp, Quarz, CPU-PLL-Multiplier,
anderen Verarbeitungszeiteinheiten und vor allem mit einem ganz anderen
Ansatz zur Phasenmessung.
Ergebnis: Das Alternieren tritt auf und zwar in gleicher Höhe zum
gleichen Zeitpunkt.
Fazit:
Kein Programmfehler. Das Alternieren muss "aus der Luft kommen" und
wegen der exakten Synchronität zur DCF-Sekunde kann es eigentlich nur
vom DCF77 stammen (und keine Art Schwebungseffekt sein).
Tage später bin ich dann zufällig bei den PTB-Dokumenten über den
Abschnitt über die Schiebung (s.
Beitrag "Re: DCF77 Frequenznormal") gestolpert. Das
Alternieren kann man damit zwar nicht erklären, dass Wandern aber schon.
Das für eine Atomuhr eigentlich nicht zu erklärende viel zu häufige
Auftreten einer Phasenschiebung "habe ich mir so zurechtgelegt", dass
Änderungen (z.B. Bodenfeuchte?) in der nahen Umgebung der Antennenanlage
einen Einfluss auf die Phase haben könnten und ein häufiges Schieben
nötig machen. Wunschdenken? :-\
Bis jetzt ist der Zusammenhang der gemessenen Sprünge mit der
PTB-Phasenschiebung nur eine Annahme von mir. Selbst das Vorhandensein
der Sprünge ist nicht bewiesen. (Weitere Messungen müsste aber ein
anderer mit eigenem Ansatz machen.)
Laie schrieb:> Um das 100 ms> Sendesignal beim AM-Datenbit nicht zu verschenken messe ist über 900 ms> und um nicht "hart" bei vollem Sendesignal "einzusteigen" erweitere ich> das Intervall auf beiden Seiten um 20 ms.
Also Start bei < 100 ms nach S.-Beginn und Ende kurz nach dem S.-Beginn.
Richtig verstanden?
Du willst ja das AM-0-Bit noch mitnehmen. Also hast du dort (oder bei
exakt 200 ms) auch den Sprung in der Trägeramplitude auf 15 -> 100%.
Geregelter Empfänger oder mit einem "harten" Begrenzer?
Am Ende der PM (7 ms vor Ende der Sekunde) erweiterst du deine Messzeit
um 20 ms? Dann bist du ganz locker schon in der nächsten Sekunde (und
nächsten Trägerabsenkung). :-/
Darüber würde ich mir Gedanken machen...
> (Eigentlich grenzt das schon an Homöopathie.)
Das muss man auch, wenn man exakte Ergebnisse erwartet. :-)
___________
Wie sieht dein Phasenvergleicher aus? XOR oder etwas aufwändigeres
(Synchron-Demod.)? Bei welcher Frequenz wird dein Vergleich gemacht?
Michael
Laie schrieb:> Alternieren kann man damit zwar nicht erklären, dass Wandern aber schon.> Das für eine Atomuhr eigentlich nicht zu erklärende viel zu häufige> Auftreten einer Phasenschiebung "habe ich mir so zurechtgelegt", dass> Änderungen (z.B. Bodenfeuchte?) in der nahen Umgebung der Antennenanlage> einen Einfluss auf die Phase haben könnten und ein häufiges Schieben> nötig machen. Wunschdenken? :-\
Schick doch deine interessante Messung mal der PTB, vllt antworten die
ja...
Arbeitsgruppenleiter
Dr. Andreas Bauch
Telefon: (0531) 592-4420
E-Mail:
andreas.bauch(at)ptb.de
Gruß, Frank
Ich möchte das nicht unnötig groß (bzw. mich zum Volldeppen) machen.
Eigentlich müsste doch hier im Forum ein Experte mit praktischer
Erfahrung zu diesem Thema unterwegs sein.
Die Frage ist, ob bei einer Langwellensendeanlage (inkl. Antenne und
naher Umgebung) eine Phasenänderung von einigen Grad über einige Stunden
zu erwarten ist, welche unabhängig vom Empfängerstandort den gleichen
Wert hat.
Ich kann nur von eigenen Erfahrungen mit WWVB über 1500km Entfernung
sprechen.
Mit dem LPRO als Phasenreferenz auf 10MHz bezogen sehe ich am Oszi vom
angebundenen Spectracom 8161 10MHz PLL Ausgang ein andauerndes
Jitterverhalten von einigen 10Mhz Perioden (+/- 200-500ns) mit einer
Aktivität im <10Hz Bereich. Da die 10MHz ein 177faches der 60kHz ist,
sind die andauernden Phasenschwankungen auf 60kHz bezogen, im 1.69E-9
Bereich oder ca. 1.7ns. Man sieht es eigentlich nur wenn die
Trägerfrequenz vervielfacht wird. Inwieweit der Jitter vom Spectracom
PLL Filterverhalten beeinflußt wird, habe ich nicht näher untersucht.
Es hat sich in der Praxis herausgestellt, daß dieser Jitter beim
Frequenzzähler eine gewisse milde (viele Sekunden) Unstetigkeit in der
Zähleranzeige im +/- 1Hz Bereich verursacht. Wenn man den LPRO auf den
Zähler Eingang gibt und den Spectracom als externe Zeitbasis am Zähler
verwendet, gibt es ab und zu solche +/- 1Hz Unstetigkeiten die bei
reinen Betrieb überhaupt nicht vorkommen.
Hoffe es hilft einen praktischen Eindruck von der LW Praxis zu erhalten.
Laie schrieb:> Ich möchte das nicht unnötig groß (bzw. mich zum Volldeppen) machen.
Wir sind hier im Thread jetzt bei 184 Antworten. In Antwort 19 habe ich
meine Eingangsfrage für gelöst erklärt. Seitdem sind hier nur noch die
Vollprofis dabei. Die Volldeppen sind woanders unterwegs. :-)
Gruß, Frank
erhard O. schrieb:> Hoffe es hilft einen praktischen Eindruck von der LW Praxis zu erhalten.
Mit einem "LPRO" (ich musste erst nachschlagen - soviel zu Volldeppen)
sollte man über einige Stunden eine Phasendifferenz zum WWVB nachweisen
können. Aber auch nur dann, wenn es diese tatsächlich gibt und nicht vom
WWVB rausgeregelt wird. Mit 1500 km ist der Sender leider ziemlich weit
entfernt. Die Raumwelle müsste leichtes Spiel gegenüber der Bodenwelle
haben und die Phase zu sehr verfälschen.
Beim DCF77 müsste man aber mit deiner Ausstattung das vermutete
DCF77-Alternieren als Jitter im Sekundenbereich sehen können. Die
Raumwelle würde jedenfalls in diesem Zeitbereich noch stabil genug sein.
Deine Kellerantenne ist zwar beeindruckend, aber für über 6000 km dann
doch zu mickrig. :-)
Du bringst mich aber auf eine Idee. Ich versuche mal in der
Dokumentation zum WWVB zu forschen, ob es dort Hinweise auf eine
Nachregelung und dessen Häufigkeit gibt.
Frank H. schrieb:> Schick doch deine interessante Messung mal der PTB....
Dem kann ich nur zustimmen; Hr. Dr. Bauch ist wirklich hilfsbereit
(macht sich auch schlau, falls er es nicht selbst weiß). :-)
> Seitdem sind hier nur noch die Vollprofis dabei....
Danke für das Kompliment Frank, jedoch bezeichne ich mich nur als
interessierter Laie, der sich von Ast zu Ast mühsam hinaufhangelt. Zum
(Voll-)Profi in Sachen DCF reicht's noch lange nicht. ;-)
@ Laie (leider ohne Namen):
Es wäre nett, wenn du die Fragen im Beitrag
Beitrag "Re: DCF77 Frequenznormal" doch noch
beantworten könntest.
Für diesen Phasensprung (egal, ob regelmäßig oder nicht) hätte ich auch
gerne eine plausible Erklärung (wenn es sie geben sollte). Immerhin
entspricht der Sprung um 100 ns in der Phase einer plötzlichen
f-Änderung von knapp 600 Hz. Was die Phasenvergleichsstufe davon hält,
kann man sich lebhaft ausmalen....
Das Steuersignal aus Braunschweig ist ja wohl sicher nicht davon
betroffen, denke/hoffe ich.
Michael
Michael M. schrieb:> Geregelter Empfänger oder mit einem "harten" Begrenzer?
Die Verstärkung wird "mit dem Lötkolben" geregelt. Für ortsfeste
Experimente reicht das. Die Ausgangsamplitude liegt hier immer im
Bereich von 3 mV und ist mit rund 1 % weit vom erlaubten Maximalwert
entfernt. Von der Simulation her dürfte übrigens eine Übersteuerung
keinen Phasenfehler (wegen der 60000 Schwingungen) bewirken. Ganz sicher
bin ich mir nicht und es ist deshalb auch ein Punkt auf einer langen
Liste möglicher Fehlerquellen.
Ein wichtigerer Punkt auf der Liste betrifft beispielsweise die
DCF77-Signale die nicht über die Antenne sondern über einen anderen Weg
(E-Feld per Erde, Netzanschluss, Aufbau, ...) empfangen werden. Diese
sind in Stärke und Phase nicht über die Zeit konstant und verfälschen
den Phasenwert. Deshalb verwende ich einen symmetrischen Aufbau beim
Empfänger (zwei Empfangsspulen, zwei Verstärker, zwei ADC-Eingänge). Ob
das wirklich nötig oder noch zu wenig ist, ist noch unklar.
Ein anderer Punkt ist die verwendete Rechteckfensterfunktion für die
Meßwerte. Andere Fensterfunktionen schützen zwar besser vor
Fremdsignalen, aber das Rauschen war dort (wegen der schlechteren
Signalausbeute) höher als mit der Rechteckfunktion. Aber ist die
Rechteckfunktion deswegen wirklich besser?
Ein weiterer Punkt ist...
usw.
> Wie sieht dein Phasenvergleicher aus? XOR oder etwas aufwändigeres> (Synchron-Demod.)?
Wie du bei diesem Post bemerkt hast, ist hier alles digital. Von
Analogtechnik habe ich wenig Ahnung (deshalb der Gastname). Von der
Präzision eines Quarzfilters (das LTspice Modell von Ralph B. weiter
oben) war ich deshalb äußerst beindruckt. Ich bezweifel, dass man in
gleicher Qualität in Echtzeit auch mit einem Controller möglich wäre.
> Bei welcher Frequenz wird dein Vergleich gemacht?
Es wird rechnerisch direkt ein 77500 KHz Signal überlagert, welches aus
dem Referenztakt berechnet wird. Aus dem IQ-Summenpaar über eine Sekunde
wird dann die Phase berechnet - Fertig. :-)
Michael M. schrieb:> Für diesen Phasensprung (egal, ob regelmäßig oder nicht) hätte ich auch> gerne eine plausible Erklärung (wenn es sie geben sollte). Immerhin> entspricht der Sprung um 100 ns in der Phase einer plötzlichen> f-Änderung von knapp 600 Hz. Was die Phasenvergleichsstufe davon hält,> kann man sich lebhaft ausmalen....
Als Analog-Laie kann ich das leider nicht. Ist das denn wirklich so
schlimm? Die 600 Hz gelten ja nur für rund eine Sekunde und die Stufe
muss ja auch mit der Phasenmodulation von 465 ns fertig werden (, die
allerdings nur für einige Millisekunden). Außerdem wären die Sprünge
eine "wunderschöne" Erklärung für das Wackeln der Regelspannung.
Beim durchstöbern der WWVB-Infos bin ich in in "Special Topic 50 years
of time dissemination with DCF77" auf einen Hinweis gestoßen. In der
deutschen Variante "PTB-Mitteilungen_2009_Heft_3" heißt es dann:
"Demgegenüber langsam
sind die durch Temperaturschwankungen und
geringfügige Verstimmungen der Antennenan-
passung hervorgerufenen Phasenzeitschwan-
kungen des abgestrahlten Trägers und der
phasenkohärent aufmodulierten Zeitsignale
am Sendeort. Diese können bis zu etwa ± 0.1 µs
betragen, bezogen auf die Atomuhr-Ausgangs-
signale, von denen sie abgeleitet werden."
Klarheit bringt mir das irgendwie nicht. Zumindest gibt es eindeutig
eine nennenswerte Phasenzeitschwankung die sich durchaus im
Stundenbereich bewegen kann. Ein häufiges Schieben ist keine unsinnige
Vorstellung. Zwecks Klarheit könnte man (Freiwillige?) vielleicht doch
mal bei der PTB nachfragen. Die müssen ja nicht erfahren, dass es um
nichts wichtiges (der Wirtschaft!) geht.
Laie schrieb:> Beim durchstöbern der WWVB-Infos bin ich in in "Special Topic 50> years> of time dissemination with DCF77" auf einen Hinweis gestoßen. In der> deutschen Variante "PTB-Mitteilungen_2009_Heft_3" heißt es dann:>> "Demgegenüber langsam> sind die durch Temperaturschwankungen und> geringfügige Verstimmungen der Antennenan-> passung hervorgerufenen Phasenzeitschwan-> kungen des abgestrahlten Trägers und der> phasenkohärent aufmodulierten Zeitsignale> am Sendeort. Diese können bis zu etwa ± 0.1 µs> betragen, bezogen auf die Atomuhr-Ausgangs-> signale, von denen sie abgeleitet werden."
Also, bei mir konnte ich nie mehr wie 2ns +/- Abweichungen gegenüber dem
LPRO während stabiler Tagesausbreitung feststellen. Während der Nacht
ist es schlechter und noch variabler während der Morgendämmerung oder
Abenddämmerung.
Der LPRO hält seine Phase normalerweise tagelang innerhalb einer 10Mhz
Periode solange die C-Feld Einstellung sorgfältig mit Hilfe von WWVB
einjustiert wurde.
Wenn ich mal Zeit habe, werde ich vll. Versuchen diese Szenario
aufzuzeichnen.
>> Klarheit bringt mir das irgendwie nicht. Zumindest gibt es eindeutig> eine nennenswerte Phasenzeitschwankung die sich durchaus im> Stundenbereich bewegen kann. Ein häufiges Schieben ist keine unsinnige> Vorstellung. Zwecks Klarheit könnte man (Freiwillige?) vielleicht doch> mal bei der PTB nachfragen. Die müssen ja nicht erfahren, dass es um> nichts wichtiges (der Wirtschaft!) geht.
Laie schrieb:> Zwecks Klarheit könnte man (Freiwillige?) vielleicht doch> mal bei der PTB nachfragen. Die müssen ja nicht erfahren, dass es um> nichts wichtiges (der Wirtschaft!) geht.
Das ist dem Bereichsleiter ziemlich egal, vermute ich. Wenn er mit Infos
(die nicht dokumentiert sind) helfen *kann,* dann tut er das, so meine
Erfahrung in jüngster Vergangenheit. Also nur Mut...! :-))
______
Das sind natürlich etwas andere Voraussetzungen, wenn du auf der
"volldigitalen" Schiene bist. Da kann ich nun nicht mitreden, denn
hier (und die Planung) wird überwiegend analog sein.
Digital nur dort, wo es analog nicht sinnvoll wäre (Zähler/Teiler usw.,
genaue Zeitglieder und natürlich DAC & Co.).
Der Empfänger ist rein analoge Technik, ein Mix von verschiedenen
Veröffentlichungen (u.a. Ralph Berres Frontend, J. Jirmann, F. Krug, H.
Steder (Quarzfilter))
Michael
Laie schrieb:> Tja, dann mal die ganze Geschichte.>> Vor einigen Wochen habe ich dieses Alternieren über> 100 ns festgestellt.>> [...]>> Fazit:> Kein Programmfehler.>> [...]>> Bis jetzt ist der Zusammenhang der gemessenen Sprünge> mit der PTB-Phasenschiebung nur eine Annahme von mir.> Selbst das Vorhandensein der Sprünge ist nicht bewiesen.
Vielen Dank erstmal für die ausführliche Schilderung.
Du hast das Ganze ja akribisch untersucht; sehr
interessant.
An einen simplen programmiertechnischen Irrtum mag ich
auch nicht glauben, wenn der Effekt bei zwei verschieden
realisierten Empfängern auftritt.
Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass es sich um ein
Artefakt handelt, das nicht gesendet wird, sondern erst
bei der Auswertung auftritt. Ich würde diesen Verdacht
nicht äußern, wenn mir nicht selbst schon solche Fehler
beim Auswerten von Messreihen unterlaufen wären...
Ein paar weiterführende Fragen dazu:
1. Du verwendest nicht zufällig einen 10MHz-Oszillator
als lokale Referenz? Falls ja: Was passiert, wenn Du
statt dessen 5MHz, 8MHz, 12MHz oder 16MHz als lokale
Referenz nimmst -- ändert sich dann die GRÖSSE der
Phasensprünge oder das MUSTER?
2. Es gibt keine Stelle im Programm, an der die Phasenlage
der Trägerfrequenz GANZZAHLIG als Vielfaches der
Referenztaktperiode ausgedrückt wird?
@ Gerhard O.
Ich habe versucht mir einen Reim auf die 2 ns zu machen.
Das müsste ja die Abweichung zwischen dem Spectracom und dem LPRO sein.
Also beim DCF77 beträgt die in Braunschweig (270 km) am Tag gemesssene
Standardabweichung der relativen Frequenz bei einer Mittelungszeit von
einer Stunde 23e-12 (PTB-Mitteilungen_2009_Heft_3, Bild 19) was etwa 80
ns Fehler bei der Zeitmessung bedeuten würde. Auch nach dem Bild 10
liegt dieser Wert bei grob 100 ns. Und nach Bild 15 wäre bei 1500 km
hauptsächlich ein Raumwellenanteil zu erwarten welcher die Phase noch
instabiler machen müsste. Dass die 2 ns richtig gemessen wurden, glaube
ich auch. Nur leider passt das nicht zusammen. :-[
Und der Post von "Egon D." klingt (zu Recht) auch nicht hoffnungsvoll.
:-[[
@Michael M.
Im Moment denke ich über einen letzten Versuch aus. Wenn der positiv
ausfällen sollte, dann bekommt Herr Bauch von mir eine Mail.
Laie schrieb:> @ Gerhard O.> Ich habe versucht mir einen Reim auf die 2 ns zu machen.>> Das müsste ja die Abweichung zwischen dem Spectracom und dem LPRO sein.> Also beim DCF77 beträgt die in Braunschweig (270 km) am Tag gemesssene> Standardabweichung der relativen Frequenz bei einer Mittelungszeit von> einer Stunde 23e-12 (PTB-Mitteilungen_2009_Heft_3, Bild 19) was etwa 80> ns Fehler bei der Zeitmessung bedeuten würde. Auch nach dem Bild 10> liegt dieser Wert bei grob 100 ns. Und nach Bild 15 wäre bei 1500 km> hauptsächlich ein Raumwellenanteil zu erwarten welcher die Phase noch> instabiler machen müsste. Dass die 2 ns richtig gemessen wurden, glaube> ich auch. Nur leider passt das nicht zusammen. :-[>> Und der Post von "Egon D." klingt (zu Recht) auch nicht hoffnungsvoll.> :-[[>> @Michael M.> Im Moment denke ich über einen letzten Versuch aus. Wenn der positiv> ausfällen sollte, dann bekommt Herr Bauch von mir eine Mail.
Ich fürchte ihr habt mich da falsch verstanden. Der 2ns Jitter bei mir
ist keine Abweichung in der Art einer Ablage oder Offset. Diese
beobachteten 2ns sind ein periodischer Jitter symmetrisch um die
Standardfrequenz herum mit einer Jitterfrequenz im unteren Hertzbereich,
nur durch Ausbreitungsphänomen verursacht. Es ist keine Offset bzw. eine
konstante Abweichung.
Das konnte ich mit Vergleich meines GPSDO auch bestätigen. Wenn man den
LPRO mittels Phasenvergleich über mehrere Stunden genau mit WWVB in
bestmöglichen Gleichlauf bringt, dann ist das Phasenverhältnis zwischen
GPSDO und LPRO für Tage hinaus nahezu konstant. Das beweist, daß die
60kHz von WWVB absolut kontrolliert und mit der offiziellen NIST
Standardfrequenz in Einklang ist, da auch GPSDO und WWVB im Einklang
sind.
Gerhard O. schrieb:> Der 2ns Jitter bei mir
Ich habe das so verstanden: Dein 2ns Jitter ist auf 10 MHz gemessen, am
PLL Ausgang deines Spectracom 8161. Richtig? Oder hast Du die 60 kHz am
Ausgang der Quarzfilter im Spectracom gemessen?
Frank H. schrieb:> Gerhard O. schrieb:>> Der 2ns Jitter bei mir>> Ich habe das so verstanden: Dein 2ns Jitter ist auf 10 MHz gemessen, am> PLL Ausgang deines Spectracom 8161. Richtig? Oder hast Du die 60 kHz am> Ausgang der Quarzfilter im Spectracom gemessen?
Ja. Ich habe den 10MHz Jitter vom Spectracom auf 60kHz normalisiert. Die
10MHz weist je nach Empfangsbedingungen 1-3 Perioden Jitter auf wie man
am Oszi in Variabler Persistance Mode schön darstellen kann. Das
Frequenzverhältnis zwischen 10MHz und 60kHz ist rund 177. Zum Beispiel
wären 3 Perioden bei 10Mhz rund 300ns Jitter. Dividiert durch 177 sind
es dann rund 1.69ns.
Wie schon erwähnt ist der Empfangsjitter während Morgengrauen und
Dämmerung am stärksten. Tagesausbreitung ist stabiler als in der Nacht.
Solarstürme lassen sich übrigens auch beobachten. Da wird die Phase
recht bewegt.
Ich könnte mal interessehalber die 60kHz vom Spectracom mit einem Signal
vom LPRO vergleichen der die Standardfrequenz für den HP3335 Synthesizer
bereitstellt. Nur fürchte ich, daß wegen dem schlechten S/N Verhältnis
im ns Bereich auf dem Oszi schwer darstellbar ist und der Umweg über
10MHz mehr Sinn hat.
Abgesehen davon arbeitet seit der NIST Umstellung von WWVB auf BPSK
Modulation in 2013 der Spectracom auf 120kHz um die BPSK durch
Analogverdopplung mit einem AD633 zu eliminieren. Damals modifizierte
ich den 8161 Auf diese Weise. Der AD633 ist zwischen Quarzfilter
Verstärker und Synchrondemodulator angeordnet und speist diese Bord mit
120kHz.
Da der Multiplizier auf Analogbasis funktioniert sind die
Zeitinformationenbits von WWVB noch vorhanden und lassen sich in
normaler Weise mit dem Bitslicer extrahieren. Die PLL im 8161 wurde
dahingehend modifiziert um auf 120kHz zu arbeiten. Insgesamt gesehen hat
sich an der Operationsweise nichts geändert, ausser daß der
Streifenschreiber Phasendetektor doppelt empfindlich ist.
Danke für die Klarstellung! Jetzt verstehe ich es
(hoffentlich) richtig. Es passt auf jeden Fall.
Dann beträgt der Empfangsjitter mit einer 30 cm langen
Antenne in 1500 km Entfernung bei einer
Regelzeitkonstante von 12 s also etwa 2 ns.
Hier liegt der Jitter tagsüber mit einer 5 cm
langen Antenne in 300 km Entfernung über eine
Sekunde gemessen etwa bei 15 ns.
Von der Größenordnung her passt das sogar zu meinen
Werten.
-
Der Hauptgrund für meine Mißverständnis ist der
von mir bei deinen Werten angenommene Zusammenhang
mit der PTB-Angabe:
> "Demgegenüber langsam> sind die durch Temperaturschwankungen und> geringfügige Verstimmungen der Antennenan-> passung hervorgerufenen Phasenzeitschwan-> kungen...
Diese Phasenzeitschwankungen beziehen sich doch auf
viel kleinere Frequenzen als der Jitter in der
Hertz-Größenordnung. Oder verstehe ich das falsch?
Gerhard O. schrieb:> Ich könnte mal interessehalber die 60kHz vom Spectracom mit einem Signal> vom LPRO vergleichen der die Standardfrequenz für den HP3335 Synthesizer> bereitstellt. Nur fürchte ich, daß wegen dem schlechten S/N Verhältnis> im ns Bereich auf dem Oszi schwer darstellbar ist und der Umweg über> 10MHz mehr Sinn hat.
Genieße besser den Tag! Ich habe die Befürchtung, dass sich diese 100 ns
Sprünge als Spuk erweisen werden. Als richtig erweist sich vielleicht
nur mein Gastname. Vor allem dieses Alternieren mit seinen verschiedene
Arten finde ich äußerst verdächtig. Beide Empfänger (besser die
Programmcodes) haben sehr ausgeprägte Nebenkeulen im Empfangsspektrum
(so äußern sich halt schlampige digitale Aufbauten). Vielleicht entsteht
alles aus einer Überlagerung mit einem anderen Sender? Schnelltests
dahingehend deuten allerdings nicht darauf hin. - Mich macht das Ganze
langsam verrückt. Mir brummt schon um die Mittagszeit der Schädel. :-)
Gerhard O. schrieb:> Ich könnte mal interessehalber die 60kHz vom Spectracom mit einem Signal> vom LPRO vergleichen
Das dürfte Größenordnungen stärker jittern, weil die Bandbreite dann
durch dein Quarzfilter auf ca. 10 Hz begrenzt wird. Am PLL Ausgang ist
die Bandbreite viel kleiner, nämlich 1 / 6,28 / 12 s = 0,013 Hz. Die PLL
unterdrückt Gejitter mit mehr als 0,013 Hz wie ein Tiefpaß zweiter
Ordnung, bei 1,3 Hz sollte sie schon ca. 80 dB dämpfen.