Hallo,
möchte über's Wochenende was verspritzen. Dazu haben ich einen Silikon
1K Dichtstoff auf Oxim-Basis, neutral vernetzend, beschafft. Die
Kartusche hat 310ml und wie so oft werde ich nur eine rel. geringe Menge
verbrauchen.
Bisher war es stets so, dass eine angebrochene Kartusche nach Monaten
ausgehärtet war. Obwohl ich den Ausgang der Spitze mit reichlich
Klebeband luftdicht verschlossen habe.
Die Kartusche hat eine aufgedruckte Haltbarkeit von 2 Jahren. Dann ist
sie wohl auch ungeöffnet ausgehärtet, oder gibt es andere Erfahrungen?
Ich würde also gerne den großen Rest der angebrochenen Kartusche so
lange wie möglich verwendbar halten. Wer hat mit welchen Methoden welche
Erfahrungen gesammelt?
Gerald
Metrische Schraube oder besser Nagel oder Blindniet mit wirklich
passendem Durchmesser verwenden! Hält locker 1-2 Monate, aber eben nur,
wenn es wirklich passt.
Braucht man das Silikon noch seltener, dann halt ab und an den "Stopfen"
ziehen, das daran ausgehärtete Silikon entfernen, den Stopfen in neues
Silikon eindrücken...
Man könnte mit dem Rest in der Kartusche eine Torte aus Silikon
modellieren und diese dann verleihen. Bei Hochzeiten, Geburtstagen, etc.
versuchen sich die Gastgeber ohnehin zu übertrumpfen und stellen Torten
auf die Tische, die sich unter der Last biegen, aber nie gegessen werden
können.
Da ist es hilfreich, wenn man mehrere künstliche Torten vorrätig hat,
die bei Bedarf auch wieder vom Fußboden hochfedern, ohne zu zerschellen.
Meine angebrochenen Silikon und Acryl KArtuschen sind alle noch gut,
gerade getestet.
Alle verschlossen mit selbst gedruckten Verschlusskappen wie oben
gepostet.
Allerdings hab ich meinen Verschlusskappen noch einen Dichtring gegönnt.
Atemschutz (Gasfilter A, Kennfarbe Braun) und
Chemikalien-Schutzhandschuhe aus Nitril bei der Verarbeitung tragen.
Da die Freisetzung von 2-Butanonoxim etwa zwei bis vier Stunden nach
Beginn der Arbeiten ihren Höhepunkt erreicht und über mehrere Tage
andauern kann, müsse der betroffene Bereich über mehrere Tage gesperrt
und währenddessen gut gelüftet werden.
Na denn viel Spaß noch, oder vlt. schon, falls sie Dir schon abgefallen
sind
Gute Besserung!
Amsel schrieb:> Atemschutz (Gasfilter A, Kennfarbe Braun) und> Chemikalien-Schutzhandschuhe aus Nitril bei der Verarbeitung tragen.
Genau, hol raus die schwere Kanone, da sitzt ein frecher Spatz.
Für den interessierten Leser:
"Enthalten Produkte mehr als ein Prozent freies 2-Butanonoxim, müssen
sie deshalb bereits heute mit dem Xn-Gefahrensymbol für
„gesundheitsschädlich“ gekennzeichnet werden [...] Sogenannte
„low-MEKO“-Produkte mit niedrigeren Konzentrationen sind allerdings nach
wie vor kennzeichnungsfrei."
Quelle: Dein Link
Meine Kartusche ist nicht nur „low-MEKO“ sondern „MEKO-free".
Also brrrr - Brauner, alles im Lot - kein Grund zur Panik.
Ist nur die weit verbreitete "German Angst" vor allem und jedem.
Der Deutsche Michl muss immer erst mal spontan abkacken.
Uwe S. schrieb:> Metrische Schraube oder besser Nagel oder Blindniet mit wirklich> passendem Durchmesser verwenden! Hält locker 1-2 Monate, aber eben nur,> wenn es wirklich passt.
Die mitgelieferte Spritzdüse hatte innen genau 3mm (mit Bohrerschaft
ermittelt), also habe ich einen Stift mit 3.2mm aus Alu gedreht und
eingedrückt. Der dichtet nun perfekt. Zusätzlich sollte man einen
passenden O-Ring an der Verschraubung der Düse montieren, denn das
Gewinde dort ist alles andere als dicht. Werde die Kartusche mal in zwei
Monaten prüfen.
Die Dichtmasse härtet übrigens sehr gemächlich und ist lange
verarbeitbar. Es entsteht auch kein ätzender Gestank, man riecht
überhaupt nichts. Die Chancen stehen also gut, dass die Kartusche zwei
Jahre nutzbar bleibt.
Die Spritzdüsen mit den gelben Deckeln sind wider Erwarten nicht so der
Hit, denn erstens ist viel Volumen in der Kappe, welches mit Silikon
voll laufen wird und zweitens dichtet die gelbe Schraubkappe nicht
wirklich gut. Taugt eher, wenn man die Kartusche laufend in Benutzung
hat. Richtig dicht geht anders. Die Dinger bringe ich morgen wieder
zurück.
Gerald T. schrieb:> also habe ich einen Stift mit 3.2mm aus Alu gedreht und> eingedrückt. Der dichtet nun perfekt.
Super! Das sollte ja sogar komplett dicht sein, falls die
Kartuschenspitze innen wirklich glatt ist.
Bei dem O-Ring unten wäre ich allerdings skeptischer. Der kann sogar
kontraproduktiv sein, je nach Material. Nicht wenige Elastomere lassen
Gase/Dämpfe ziemlich ungehindert (durch sich selbst) durch.
Eine der besten Dichtungen die je erfunden wurden, ist ein sauberer
Formschluss aus PE/PE oder PP/PP, so wie es bei Kartuschen ja auch der
Fall ist. An dem Gewinde hatte ich nie Probleme, aber das heißt
natürlich noch nicht, daß all diese Verschraubungen auch 100% dicht
ausgeführt sind.
Kannst ja zu gegebener Zeit mal berichten...
Uwe S. schrieb:> Nicht wenige Elastomere lassen> Gase/Dämpfe ziemlich ungehindert (durch sich selbst) durch.
Ist bekannt. Da die Dichtmasse durch Feuchtigkeit härtet, wird das
passen. Gerne hätte ich einen O-Ring aus Silikon verbaut, hatte aber
keinen in der richtigen Größe vorrätig :-(
> An dem Gewinde hatte ich nie Probleme, aber das heißt> natürlich noch nicht, daß all diese Verschraubungen auch 100% dicht> ausgeführt sind.
Das Gewinde hatte ziemlich Spiel, ist also alles andere als gasdicht.
Werde in zwei Monaten berichten.
"alte" Holzschrauben haben vor dem Kopf einen gewindefreien und konisch
verlaufenden Teil.
Also, schaut mal in die Kiste mit den alten Holzschrauben nach.
Das ergibt bessere Abdichtung als bei den neueren Spax, die haben ein
schneidendes Geweinde, der innere Radius des Gewindes ist deutlich
kleiner als der äußere. Da wird eher das Düsenende freigeschnitten als
gedichtet.
Bei metrischen Schrauben mit blankem Schaft vor dem Kopf ist es auch so,
dass dieser Bereich dünner ist als das Gerwinde
Die Spitzen bekommt man wahrscheinlich nicht wirklich dicht, ich werfe
die immer weg; kosten ja nicht viel.
Wenn man dann das Gewinde an der Kartusche schon sauber macht, passen
dank geschickter Normung die Kappen von Tomatenmarktuben.
Da gibt es zwei Arten: kleine (sind bei den ToMa-Tuben meiner Freundin
aus dem Bioladen drauf) und größere (z.b. Oro di Parma). Die größeren
passen ...
Die sammle ich schon immer auf Vorrat.
Wenn das Kartuschengewinde sauber ist, dichten diese Kappen prima.
Also bei mir funktioniert das mit der Schraube. Das was die Schraube
nicht abdichtet, dass dichtet das Silikon ab welches Fest trocknet. Über
Monate.
Bei uns heißt es übrigens Pfuscherpaste, weil man damit den Pfusch
korrigiert.
Die Spitze ist aber nur ein Teil, das undicht werden kann.
Der Boden der Kartusche, bzw der Stempel, der eingedrückt wird, ist auch
eine potentielle Leckquelle.
Neue Kartuschen sind da gerne mal mit etwas Wachs (o.ä.) abgedichtet.
Wird der Stempel reingedrückt, ist das nicht mehr sicher dicht.
So jedenfalls bei Sikaflex erlebt.
Ich schraube die Spitze ab und decke das Ende mit Frischhaltefolie oder
einer ähnlichen haftenden Folie ab. Dann schraube ich die Spitze wieder
stramm drauf oder ich mache ein Gummiband mehrfach drum. Gut eignen sich
abgeschnittene Ringe von einem Fahrradschlauch. So kann es bis zu einem
Jahr halten wenn die Kartusche nicht im warmen lagert.