Litze auf Platine löten

Gast #7086852
Ich habe einen ringkerntransformator, der nur dünne 0.3mm Litzen 
isoliert herausführt. Kann ich diese direkt in ein Bohrloch stecken und 
rückseitig verlöten? Es besteht keine Bewegung auf dem kabel und mit 
vielen Vibrationen ist nicht zu rechnen. Die Ausgangsspannung ist 130V. 
Kommt sowas durch eine Prüfung?
Gast #7086927
Nils D. schrieb:
> Kommt sowas durch eine Prüfung?

Jein.

Die Litze wird eines Tages an der Platine abgefault sein, weil 
Flussmittel unter die Isolierung hochzieht.

Wenn sie sich dann nicht bewegen kann bis hin zu Schaltungsteilen die 
SELV berührbare Spannung haben, z.B. weil mit Heisskleber fixiert, ist 
das kein Sicherheitsrisiko sondern nur kaputt.

Merkwürdig allerdings, dass aus einem Trafo Litzen kommen sollen, 
normalerweise sind das Startdrähte, extra zum Einlöten und damit sie 
nicht rumschlabbern.

Wenn wirklich Litze, bietet sich das eincrimpen in einen Stecker an, 
dafür sind Litzen gebaut, notfalls in eine wartungsunfreundliche 
Einlöthülse

https://www.deutsch.molex.com/molex/products/group/direct_solder__boardin_crimp_terminals
Gast #7086959
>.
>
> Wenn wirklich Litze, bietet sich das eincrimpen in einen Stecker an,
> dafür sind Litzen gebaut, notfalls in eine wartungsunfreundliche
> Einlöthülse

Mein Bastelkniff: Litzenende in Aderendhülse verpressen, dann in 
Durchsteck-Lötauge verlöten. Beim Löten darauf achten dass nach 
Möglichkeit kein Lötzinn in die Litze gelangt. YMMV.

Die Aderendhülsen ohne KS-Farbkragen sind zu bevorzugen.

Natürlich ist das zweckentfremdeter Einsatz der AEH, aber solange es 
nicht um Serienfertigung geht - oder sich die Anschaffung von 
Einlöthülsen und ev. spezifisches Verarbeitungswerkzeug a.a.G. nicht 
rechnet...
Gast #7086970
> Und wie werden die Startdrähte mit den Litzen verbunden?

Hmm... Startdrähte, ja? Vllt. Starterkabel? ;)

Die starren Drähte von (Netz-)Trafowicklungen werden gerne per Hülse 
oder auch verlöten auf Anschlusslitzen überführt.
Diese Stellen werden aber auch gerne mit 1..2..3 Windungen der Litze 
weitergeführt und fest unter "Trafoisolationsband" miteingewickelt so 
dass da kaum Bewegung auf diese Verbindungsstellen zu wirken kommt.

Bei manchen Trafos sind ja die Anschlüsse (Drähte u./o. Litzen) 
zusätzlich in "Gummischläuche" oder "Textilschläuche" geführt: diese 
decken dann durchaus auch die o.g. Verbindungsstellen.
Gast #7087178
Nils D. schrieb:
> Es kommen mehrere kabel heraus, die aber nur aus Kupfer sind und
> keine kupferlitze.

Bei solchen kupferlack Starrdrähten ist Einlöten kein Problem, quasi 
vorgesehen, da gammelt nichts ab. Anlöten an eine Lötösenleiste ist auch 
nichts anderes.

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