Hallo,
es passt zwar nicht ganz so rein aber trotzdem arbeite ich sehr viel mit
3D-Druck und drucke damit viele verschiedene Halterungen, Gehäuse für
PCB-Platinen, Verbindungsteile die auch kompliziertere Strukturen haben.
Alle Teile sind von mir mit SpaceClaim entworfen worden.
Leider bin ich Arbeitsloser deswegen dachte ich, dass ich mal
zwischendurch Aufträge annehmen kann, die was mit 3D-CAD-Design bzw
3D-CAD-Konstruktionen zu tun haben.
Wie nennt sich dieser Beruf überhaupt? CAD-Designer? CAD-Konstrukteur?
Es ist halt so dass ich keine Ausbildung dafür habe, aber trotzdem viele
Beispiele dafür zeigen kann um andere zu überzeugen.
Wenn ich auf diese Seite gehe
https://www.stepstone.de/gehalt/CAD-Konstrukteur-in.html dann steht da
Technischer Zeichner. Ist das nicht sowas von veraltet? Wo leben die
eigentlich? Und wie gesagt, die verlangen immer eine Berufsausbildung
dafür. Ich habe nur einen Abschluss Mediengestalter für Print den ich
vor 20 Jahren gemacht habe, aber nie ausgeübt habe. Weil Mediendesign
für mich viel zu langweilig ist, weshalb ich nur mit CAD arbeiten kann.
Und keine 3D-Grafik bitte. Ich mag keine computeranimierte
Hollywoodfilme. Und keine Gebäudedesign bitte, sondern Plastikteile für
Kamerahalterungen, PCB-Gehäuse, Drohnen, Haushaltgeräte, Halterungen für
Motoren etc...
Und die wichtigste Frage: Wo kann ich mich bewerben, wo ich auch
reinpasse?
Gruß
werbinich? schrieb:> Leider bin ich Arbeitsloser deswegen dachte ich, dass ich mal> zwischendurch Aufträge annehmen kann, die was mit 3D-CAD-Design bzw> 3D-CAD-Konstruktionen zu tun haben.
Ernst nehmen kann man das erst mal nicht.
Bei deinen 3-D Gehäusen kommt es doch nicht auf Genauigkeit an.
Im Maschinenbau, Holzkonstruktionen, Bau usw. braucht es tiefgreifendere
3-D Kenntnisse.
Oder allein Festigkeit (FEM).
Warum lernen oder studieren das Leute jahrelang?
Sieh es ein, du bist zu klein dafür.
Einfach bewerben, deinen Werdegang und deine Ausbildung klar
kommunizieren. Und bei der Bewerbung natürlich ein paar Proben deiner
Arbeit beilegen.
Mehr als eine Absage kannst du ja nicht bekommen, aber genug Firmen sind
mittlerweile froh wenn sie jemanden finden, der überhaupt noch arbeiten
will.
Es gibt durchaus Firmen die genau deine Qualitäten benötigen und auch
nicht mehr.
Im Industriebereich braucht’s zum Konstrukteur noch mächtig mehr Wissen
über Fertigungsprozesse, Normen, Werkstoffkunde, Sicherheit usw.
Du bedienst sozusagen eine Nische. Kann ein bisschen dauern genau den zu
finden der dich braucht.
Nicht aufgegeben & viel Erfolg
Hauspapa
Nope schrieb im Beitrag #7101628:
> Handwerk hat goldenen Boden
Das ist ein ammenmärchen. Die ganzen IHK und HWK abzocker sorgen schon
dafür, dass da nichts golden ist.
Boris J. schrieb:> Das ist ein ammenmärchen. Die ganzen IHK und HWK abzocker sorgen schon> dafür, dass da nichts golden ist.
Und das kannst du ja auch sicher belegen?
werbinich? schrieb:> Alle Teile sind von mir mit SpaceClaim entworfen worden.> Leider bin ich Arbeitsloser deswegen dachte ich, dass ich mal> zwischendurch Aufträge annehmen kann, die was mit 3D-CAD-Design bzw> 3D-CAD-Konstruktionen zu tun haben.> Wie nennt sich dieser Beruf überhaupt? CAD-Designer? CAD-Konstrukteur?
Also Selbständig.
Man kann Designer sein, da ist das CAD nur das Hilfsmittel, oder
Kontrukteur, da folgt die Form hoffentlich der Funktion, oder CAD
Zeichner, da setzt man das was andere wollen im CAD um.
Bei CAD Zeichner mochten die meisten Firmen ein bestimmtes Programm,
z.B. Catia, hast du nicht und kannst du dir nicht leisten.
Als Colani fühlst du dich wohl eher nicht.
"Ich setze ihre Idee in eine 3d-druckbate CAD Datei um, mit SpaceClaim.
werbinich? schrieb:> Wo kann ich mich bewerben
Beim zukünftigen Kunden, wenn du das selbständig machen willst. Du musst
halt gefunden werden, weniger bei Gulp, mehr bei Fiverr und myHammer und
man macht eben ein Konstruktionsbüro auf wie er:
https://www.kb-assfalg.de/konstruktionsleistungen.html
Boris J. schrieb:> Nope schrieb:>> Handwerk hat goldenen Boden>> Das ist ein ammenmärchen. Die ganzen IHK und HWK abzocker sorgen schon> dafür, dass da nichts golden ist.
Mit einem CAD Tool umgehen zu können bringt quasi nichts. Dazu denken
viele dass sie damit umgehen können, was aber selten der Fall ist.
Hab schon öfter erlebt dass bei mir in der Konstruktionsabteilung neue
Praktikanten mit "sehr guten Catia/NX/Solid Works Kenntnissen"
eingestellt wurden, die gerade mal den Grundkurs an der Uni besucht
hatten. Die Kurse kann man Reihenweiße in die Tonne treten.
Aber selbst wenn du CAD perfekt beherrscht, bringt es dir noch kaum
etwas.
Zu jedem Teil was konstruiert wird, kommt noch ein Berg anderer Aufgaben
dazu.
FEM Simulationen (Festigkeitsnachweiße), Topologieoptimierungen (Das
Ding ist dem Chef immer zu schwer), Normenkontrollen,
Bauraumuntersuchungen, Toleranzanalysen, interne
Konstruktionsrichtlinien. Und das waren die Dinge die mir jetzt gerade
erst mal so eingefallen sind.
Sind jetzt eher Dinge die ein typischer Maschinenbau/Fahrzeugtechnik
Ingenieur bedenken muss, denke aber nicht dass es bei den Technischen
Produktdesignern viel anders sein wird.
Außer du konstruierst einen Briefkasten, dann kannst dir die
Berechnungen sparen ob das Ding auch 300 km/h auf der Autobahn aushält.
Aber wie andere hier schon schrieben, es gibt Gründe wieso man dafür
jahrelang studiert. Vor allem in Deutschland musst mit irgendeinem
Abschluss nachweißen was du kannst
Handwerker schrieb:> Boris J. schrieb:>> Das ist ein ammenmärchen. Die ganzen IHK und HWK abzocker sorgen schon>> dafür, dass da nichts golden ist.>> Und das kannst du ja auch sicher belegen?
Natürlich nicht, weil die IHK mit dem Handwerk nichts zu tun hat.
Davon abgesehen: die Beiträge sind bei der IHK wirklich nicht hoch und
fair gestaffelt, Freigrenzen gibt es sowieso.
Insofern: selbstverständlich hat Handwerk goldenen Boden - gerade zur
Zeit.
Meister machen, Ein-Mann-Unternehmen gründen, dann noch pünktlich,
zuverlässig und zurückrufen? -> Die Kunden fressen Dir aus der Hand.
Aber zum technischen Zeichner/Konstrukteur:
Wird auf jeden Fall gesucht. Die ganzen Zusatzqualifikationen
(Werkstoffkunde, Fertigungsprozesse) lernen alle erst während der Arbeit
- dafür sind die Anforderungen je nach Branche viel zu unterschiedlich.
Eine vernünftige Firma wird Dich einarbeiten.
Und davon ab: längst nicht alle Konstruktionen sind kritisch bzgl.
Festigkeit. Es gibt auch viele, die einfach nur gut aussehen und
anfassen lassen müssen.
Auto99 schrieb:> Die Kurse kann man Reihenweiße in die Tonne treten
So, wie deinen Deutschkurs.
Auto99 schrieb:> Außer du konstruierst einen Briefkasten
Uff, zufälligerweise kenne ich jetzt gerade eine
Briefkastenanlagendesignerin. Selbst wenn die nicht bei 300km/h getestet
werden, ist die Konstruktion auch nicht ohne, müssen manchmal irgendwo
reingefummelt werden können und natürlich einfach zu fertigen.
Chris D. schrieb:> Natürlich nicht, weil die IHK mit dem Handwerk nichts zu tun hat.> Davon abgesehen: die Beiträge sind bei der IHK wirklich nicht hoch und> fair gestaffelt, Freigrenzen gibt es sowieso.
Danke, darauf wollte ich hinaus.
Chris D. schrieb:> Und davon ab: längst nicht alle Konstruktionen sind kritisch bzgl.> Festigkeit. Es gibt auch viele, die einfach nur gut aussehen und> anfassen lassen müssen.
Was du suchst / finden musst ist eine Nische. Nicht jeder möchte mit
einem unflexiblen "Grossunternehmen" zusammenarbeiten (Wartezeiten z.B.,
Stückzahlen zu gering...)
Wenn du "mal schnell eben, unkompliziert" anbieten kannst ist das ein
Vorteil. Versuchs einfach - und ein Gewerbeschein kostet nix bis wenig.
Good Luck!
MaWin schrieb:> Auto99 schrieb:>> Die Kurse kann man Reihenweiße in die Tonne treten>> So, wie deinen Deutschkurs.
Tut mir wirklich leid dass ich seit jeher große Probleme mir richtiger
Rechtschreibung habe. Könnte daran liegen dass bei mir bereits in der
Grundschule Legasthenie diagnostiziert wurde.
> Auto99 schrieb:>> Außer du konstruierst einen Briefkasten>> Uff, zufälligerweise kenne ich jetzt gerade eine> Briefkastenanlagendesignerin. Selbst wenn die nicht bei 300km/h getestet> werden, ist die Konstruktion auch nicht ohne, müssen manchmal irgendwo> reingefummelt werden können und natürlich einfach zu fertigen.
Kann nur jemand sagen der keine Ahnung hat welche Anforderungen in
anderen Bereichen gestellt werden. Natürlich kann ein Briefkasten hier
und da ein paar Problemchen bereiten, aber sicherlich saßen an einem
Briefkasten noch nicht Wochenlang zahlreiche Ings die sich darüber den
Kopf zerbrechen mussten
Auto99 schrieb:> Kann nur jemand sagen der keine Ahnung hat welche Anforderungen in> anderen Bereichen gestellt werden.
Ja, und es soll der Sage nach immer noch Bereiche geben in denen keine
Raketen gebaut werden ... komm einfach mal runter.
Auto99 schrieb:> Kann nur jemand sagen der keine Ahnung hat welche Anforderungen in> anderen Bereichen gestellt werden.
Und diese "anderen Bereiche" sind jetzt der Großteil der Welt? Ganz
sicher nicht.
Auto99 schrieb:> Natürlich kann ein Briefkasten hier> und da ein paar Problemchen bereiten, aber sicherlich saßen an einem> Briefkasten noch nicht Wochenlang zahlreiche Ings die sich darüber den> Kopf zerbrechen mussten
Wer sinnerfassend lesen kann dürfte von ganz alleine darauf kommen, daß
genau diese Arbeiten dem TS sicher nicht vorschweben und ich denke, das
weiß er auch.
Was kannst du, was der Sohn vom Chef oder ein Werkstudent nicht für ein
Taschengeld machen kann?
Das musst du dir überlegen, weil genau die Frage entweder direkt im
Bewerbungsgespräch auftaucht oder intern bei den Personalern.
Vor allem mit dem Werkstudenten. Die sind billig und in der Regel
willig.
Du hast doch sicher Fähigkeiten, die jemand frisch von der Uni nicht
hat. Raus damit, den Personalern anbieten.
Personaler sind wie Einkäufer, nur dass sie statt Schrauben Menschen für
die Firma einkaufen. Wer den geforderten Job macht und das beste
Preis-Leistungs-Verhältnis bietet gewinnt, der Rest darf am Daumen
lutschen. Nettigkeiten gibt es da nicht.