Hallo ich wollte mal fragen ob jemand im Raum Stuttgart Quereinsteiger
sucht für die Hardwareentwicklung? Ich habe Mechatronik studiert und
beschäftige mich seit ca. 2 Jahren mit Hardware, davon 1 Jahr intensiv.
Ich weiß - das ist nicht viel für Hardware aber es ist ein Anfang. Kann
ich realistisch auf eine Stelle hoffen oder lieber meine Mühe in
Software reininvestieren? Wie sieht der Arbeitsmarkt denn aus für
Hardwaredevs? In die Software kommt man ja relativ locker rein. Ich habe
im Hardwarebereich 2 Projekte vorzuweisen. Ein Flugcontroller -
praktisch mixed signal, ein paar Sensoren und ein uC auf einem Board.
Auf dem uC läuft ein LQ-Regler. Das zweite Projekt ist eine einfache
H-Brücke für nen DC-Motor. Das ist jetzt nicht so super kompliziert,
aber es ist ja auch ein Anfang... Bin ja kein 10 Jähriger Hardwaredev!
Irgendwo muss man anfangen... und ewig ziellos Fachbücher lesen bring ja
auch nichts.
Und verkaufe dich trotzdem nicht zu billig. Letztenendes sucht man
Fähigkeiten, und die scheinst du ja zu haben. Und 80% aller
Elektronikentwicklung sind Trivialkram, eher wird noch in der Software
herumgefuchst.
Hardwarewannabe schrieb:> Ich habe Mechatronik studiert
Auch abgeschlossen?
> beschäftige mich seit ca. 2 Jahren mit Hardware, davon 1 Jahr intensiv.
Als was? Als Angestellter? Als Freiberufler? Womit verdienst Du aktuell
den Lebensunterhalt?
Hardwarewannabe schrieb:> Ein Flugcontroller - praktisch mixed signal, ein paar Sensoren und ein> uC auf einem Board.
Überschaubar. Hast du da die Appnotes nachgezeichnet? Oder gar nur die
chinesischen Schaltplanschnipsel zusammenkopiert? Kannst du von jedem
einzelnen Bauteil sagen, wofür es da ist und warum du gerade dieses
Bauteil für dein Design ausgewählt hast?
> Auf dem uC läuft ein LQ-Regler.
Juckt den Hardwareentwickler nicht. Der sorgt nur dafür, dass die HW
stabil läuft. Und überzeugt den Softie im Zweifelsfall, dass die
Rechenleistung des verbauten Controller durchaus ausreicht, wenn man sie
vernünftig einsetzt...
Hardwarewannabe schrieb:> Das zweite Projekt ist eine einfache H-Brücke für nen DC-Motor.
Hmmm...
> Das ist> jetzt nicht so super kompliziert, aber es ist ja auch ein Anfang...
Das Problem ist, dass du Hardware entwicklen und dafür bezahlt werden
willst. Die wirklich guten Hardwareentwickler, die ich kenne, haben ihre
ersten "Projekte" mit 10 Jahren durchgezogen. Und dann die folgenden
Jahre viele kleine Fehler gemacht und daran gelernt. Das Studium füllte
bei denen nur die Informationslücken, die zum Verständnis der bis dahin
beobachteten Effekte gefüllt werden musten.
Die Hardwareentwickler, die erst in der Hochschule mit der Hardware
angefangen haben, sind dann die, die mit dem fast fertigen Gerät zum
EMV-Labor fahren und die Doku dafür schreiben.
Lothar M. schrieb:> Die Hardwareentwickler, die erst in der Hochschule mit der Hardware> angefangen haben, sind dann die, die mit dem fast fertigen Gerät zum> EMV-Labor fahren und die Doku dafür schreiben.
Muss ja auch irgend jemand machen ;)
Oliver
Hardwarewannabe schrieb:> Wie sieht der Arbeitsmarkt denn aus für> Hardwaredevs? In die Software kommt man ja relativ locker rein.
Woher diese Weisheit, wenn Du doch gar nicht in diesem Bereich
arbeitest?
Hardwarewannabe schrieb:> Ich habe Mechatronik studiert und> beschäftige mich seit ca. 2 Jahren mit Hardware, davon 1 Jahr intensiv.
Also studiert, aber nicht abgeschlossen?!
Hardwarewannabe schrieb:> Irgendwo muss man anfangen...
Geh ins BIZ und bewirb Dich auf Stellen.
Quereinsteiger von wo ? Welches Wissen bringst du von dort mit ?
> In die Software kommt man ja relativ locker rein.
Naja, Software ist nicht Software. Da gibt's tonnenweise verschiedene
Technologien und Anforderungen.
Interdisziplinaer ist immer gut. Mann muss es aber breitklopfen.
Guck mal hier, Stellenauschreibungen, die hier im Subforum zu finden
sind:
Stellenangebot: FPGA Entwickler für Messgeräte (m/w/d) Swabian
Instruments GmbH (Stuttgart) ×
Stellenangebot: Hardware-Entwickler(m/w/d) Pilz GmbH & Co. KG
(Ostfildern bei Stuttgart) ×
Stellenangebot: Software-Entwickler(m/w/d) Pilz GmbH & Co. KG
(Ostfildern bei Stuttgart) ×
Dreimal Stuttgart und Umgebung - hast Du Dich da schon drauf beworben?
Lothar M. schrieb:> Und überzeugt den Softie im Zweifelsfall, dass die Rechenleistung des> verbauten Controller durchaus ausreicht, wenn man sie vernünftig> einsetzt...
Und dann wird 8 Monate optimiert damit es auf Kante gerade so
funktioniert und beim Firmware Update ist der Speicher eigentlich auch
zu knapp aber was solls, dafür spart man sich 5ct pro Controller, das
sind 400€ im Jahr!!!
Ich bin diese dummen Debatten hinsichtlich "sparen" bei Bauteilen
einfach nur leid. Die 8 Monate mehr Entwicklungszeit oder Limitierungen
bei Updates und die daraus resultierende Arbeitszeit bekommt die übliche
Klitsche mit ihren Stückzahlen nicht heraus. Selbst im Konzern schaffst
das nur bei ganz speziellen Produkten die in wirklich hoher Stückzahl
laufen. Selbst 100.000 Geräte/Jahr sind noch wenig.
Oder dann werden irgendwelche I2C IC eingebaut die nicht im Mainline
Kernel sind, dafür spart man aber 7ct pro Bauteil. Toll Hans-Peter! Bei
den 1000 Geräten die wir im Jahr verkaufen war das ja der Geniestreich
des Jahrhunderts, allein die Zeit welche ich für Einbindung sofern es
überhaupt einen gibt des Treibers benötige sorgt dafür, dass sich das
nicht rechnet und dann hat es einen Grund, wieso dieser Treiber nicht im
Kernel ist. Das Teil kannst als ungetesteten Sondermüll betrachten, ergo
noch mehr Testaufwand. Aber toll, dass du als Hardwareentwickler so an
die Wirtschaftlichkeit denkst und mir als "Softi" etwas "verklickern"
möchtest.
Hardware Entwickler die nicht 5m weiter denken und wie die Schwaben auf
den letzten Cent schauen sind ein echtes Problem. Die daraus
entstehenden Kosten sieht oft keiner direkt und den Buhman kann man dann
elegant der Software Entwicklung zuschieben.
Anti Glasses Gang schrieb:> Aber toll, dass du als Hardwareentwickler so an> die Wirtschaftlichkeit denkst und mir als "Softi" etwas "verklickern"> möchtest.
und damit hat er ja auch Recht - denn er muß sich an Vorgaben der
Kosteneinsparung halten ... und die werden vom Chef vorgegeben, ganz
einfach.
Ansonsten eigene Firma aufmachen - da kann man dann seine Träumchen
verwirklichen.
Anti Glasses Gang schrieb:> Hardware Entwickler die nicht 5m weiter denken und wie die Schwaben auf> den letzten Cent schauen sind ein echtes Problem.
die bekommen dann Stress von oben, weil es anderswo auf der Welt noch
billiger geht! Nennt sich Globalisierung und genau das will ja die
Mehrheit.
Anti Glasses Gang schrieb:> Die daraus> entstehenden Kosten sieht oft keiner direkt und den Buhman kann man dann> elegant der Software Entwicklung zuschieben.
selber Schuld, wenn ich Ihr Euch gegenseitig angiftet - Problem nicht
verstanden!
Anti Glasses Gang schrieb:> Hardware Entwickler die nicht 5m weiter denken und wie die Schwaben auf> den letzten Cent schauen sind ein echtes Problem.
Ich frage immer meine Softies: "Was möchtet ihr denn gerne?"
Was meinst du was kommt zurück? Richtig: gar nichts. Oder bestenfalls
noch "Genauso wie bisher!" Denn wenn man nichts Neues oder Anderes
definiert, dann ist man hinterher nicht Schuld, wenn es irgendwo klemmt.
Oder die Jungs fordern gleich am Anfang so viel Rechenleistung ("Um für
die Zukunft gewappnet zu sein!"), dass alleine das Entwärmungskonzept
mehr kostet als die Steuerung, die nach einer gewissen Diskussions-
und Reifezeit herauskommt und danach 10 Jahre lüfter- und problemlos
ausgeliefert wird...
Lothar M. schrieb:> Was meinst du was kommt zurück? Richtig: gar nichts.
Tja, ich weise als oberste Priorität immer darauf hin, dass zunächst zu
prüfen sei, ob der IC im Mainline Kernel unterstützt wird. Und ich gebe
den Entwicklern dann meist eine Liste an IC und Familien aus dem
aktuellen Kernel für z.B. Portexpander, sie mögen doch bitte einen davon
nehmen.
Rat Mal was der Hardware Mensch macht? Richtig, nix. Der sieht die ZIP
Datei beim Hersteller und sagt "Treiber Check" obwohl man ihm erklärt
hat, dass das nicht reicht. Und auf den Hinweis nochmal nachzufragen
bevor etwas selektiert wird wird gerne verzichtet. Man ist ja der kluge
Hardwareentwickler.
Dann ist man 2 Wochen im Urlaub, in Abwesenheit wurde bereits der erste
Schuss erstellt und bestellt und den mag ich doch bitte in Betrieb
nehmen nach dem Urlaub.
Rate Mal was auf der Platine dann verbaut ist.
Irgendein Chinesen IC ohne Treiber. Datenblatt hat 5 Seiten und die
Hälfte der Register steht buchstäblich TBD im Datenblatt. Das Datenblatt
ist 8 Jahre alt, es gibt kein neueres.
Der Chinese hätte ja zudem zugesichert, dass es einen Treiber gäbe und
man musste leider schon 50.000 kaufen da es keine Samples gab. Und da
muss jetzt unbedingt ein Treiber her.
Tja, so kann man halt seine Entwicklerzeit verblasen. Aber Hauptsache
man ist agil, will aber gleichzeitig seinen Mitarbeitern keine
Entscheidungsbefugnis einräumen und trifft die mitunter dümmsten
Entscheidungen. Wenn ich im derzeitigen Jahrtausend noch immer in
getrennten Abteilungen bei Hard- und Software denke hab ich den
Anschluss verpasst.
Anti Glasses Gang schrieb:> Ich bin diese dummen Debatten hinsichtlich "sparen" bei Bauteilen> einfach nur leid. Die 8 Monate mehr Entwicklungszeit oder Limitierungen> bei Updates und die daraus resultierende Arbeitszeit
Dieser Tage (Monate?, Jahre!) spielt leider bei der Bauteilauswahl ein
ganz anderes Kriterium die Hauptrolle: Lieferbarkeit.
M.A. S. schrieb:> Anti Glasses Gang schrieb:>>> Ich bin diese dummen Debatten hinsichtlich "sparen" bei Bauteilen>> einfach nur leid. Die 8 Monate mehr Entwicklungszeit oder Limitierungen>> bei Updates und die daraus resultierende Arbeitszeit>> Dieser Tage (Monate?, Jahre!) spielt leider bei der Bauteilauswahl ein> ganz anderes Kriterium die Hauptrolle: Lieferbarkeit.
Meine Erfahrungen sind aus pre Pandemie Zeiten. Da war so etwas absolut
kein Thema.
Habe einfach das Unternehmen gewechselt, mir ist dieser Unfug zu blöd
geworden.
Und wenn jetzt einer darauf besteht irgendwo so einen Schrott IC
verbauen zu müssen schreibe ich halt den Treiber, ich werde ja eh
bezahlt, ob das Release jetzt eine Woche früher oder später kommt
interessiert mich nicht wirklich. Ich teile zwar mit, dass es
unwirtschaftlich und hinsichtlich Wartung Wahnsinn ist, aber am Ende des
Tages ist mir so etwas mittlerweile scheissegal. Ist ja nicht meine
Firma...
Hardwarewannabe schrieb:> Ich habe Mechatronik studiert und> beschäftige mich seit ca. 2 Jahren mit Hardware, davon 1 Jahr intensiv.> Ich weiß - das ist nicht viel für Hardware aber es ist ein Anfang.> Kann> ich realistisch auf eine Stelle hoffen oder lieber meine Mühe in> Software reininvestieren?
Aarg, lerne verständlicher Deutsch, nicht so ein pseudo-Finanzgebrabbel
von milchbärtigen Banklehrlingen: "Mühe reinvestieren" - so eine
Hohlphrase!
> Wie sieht der Arbeitsmarkt denn aus für> Hardwaredevs?> Bin ja kein 10 Jähriger Hardwaredev!
Herrgottsakra, keiner sagt 'Hardwaredev' . In welcher Kindergardenwelt
lebst du noch?! Du willst Hardware entwickeln, also musst du die
Tätigkeiten während einer Hardwareentwicklungen kennen und drauf haben.
Also:
-durchklingeln
-Oszi bedienen
-bauteile prüfen
-Kabel konfektionieren
...
> Irgendwo muss man anfangen... und ewig ziellos Fachbücher lesen bring ja> auch nichts.
Das klingt nicht nach Quereinsteiger, das klingt nach Ungelernten der
gern auf Firmenkosten angelernt werden möchte, aber 0-Plan hat.
Anfangen ist simple, besorg dir eine Lochrasterplatine und baue darauf
ein mikrocontrollersystem. Kein Chinabausatz sondern alles from the
scratch . Oder bau dir ne Funkstation auf. Transceiver kann man gerne
kaufen, aber schon am Verkabeln der Antenne zeigt sich wer Grundbegriffe
(50/75 Ohm Kabel) drauf hat und wer nicht.
Um mal was Sinnvolles beizutragen:
Denkst du, du könntest den Job machen? Gut, dann musst du nur noch den
Personaler davon überzeugen und die Sache ist geritzt.
Als jemand der ohne Studium aus der Werkstatt zu einem Ingenieursposten
gekommen ist (Auch wenn ich mir immernoch nicht sicher bin, ob ich mich
Ing. nennen darf? Steht zumindest so auf meinem Arbeitsvertrag :) ) rate
ich dir den persönlichen Kontakt zu suchen. Jobmessen, Firmenevents,
etc. Dort kommst du oft mit den Personalern direkt ins Gespräch, kannst
überzeugen und eventuell sogar ein Erstgespräch absahnen. Und das alles
ohne dich groß in einem Anschreiben erklären zu müssen. Denn das lesen
die laut eigener Aussage eh selten.
Für die zählt im Endeffekt nur was du kannst und ob du persönlich in das
Team/Unternehmen passt. Wenn das so ist, sind alle Seiten zufrieden.
Ein super Einstieg für dich wäre ein Ingenieurs-Dienstleister. Die sind
offener was Quer- und Berufseinsteiger angeht. Ich würde dich übrigens
eher letzterem zuordnen, denn du hast ja schon Mechatronik studiert.
So sammelst du genau das, was du jetzt am meisten brauchst:
Berufserfahrung.
Gehaltsmäßig würde ich mit 45-50k anfangen und du schaust, dass du alles
an Wissen und Erfahrung mitnimmst, was du bekommen kannst. Tätigkeit
geht hier vor Gehalt. Das große Geld kommt dann nach 3-5 Jahren wenn du
dein Handwerk einigermaßen beherrscht und nochmal den Job wechselst.
Wenn du gut bist, natürlich noch schneller. Das liegt dann ganz alleine
bei dir.
Ich wünsch dir viel Glück!
3. Welt-Land Schweiz schrieb:> Gehaltsmäßig würde ich mit 45-50k anfangen und du schaust, dass du alles> an Wissen und Erfahrung mitnimmst, was du bekommen kannst.
na da hat aber einer die berufswelt gründlich missverstanden, kein Ing
wird eingestellt damit er Wissen/KnowHow mitnehmen kann, sondern das er
welches mitbringt. In Lehrbetrieben mag das anders sein, aber darum geht
es hier wohl nicht. Früher hat man sogar für seine Ausbildung gezahlt
("Lehrgeld") und manchen Berufen ist es immer noch so (bspw
'Pilotenschein', Fahrerlaubnis).
https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrgeld
3. Welt-Land Schweiz schrieb:> Ein super Einstieg für dich wäre ein Ingenieurs-Dienstleister. Die sind> offener was Quer- und Berufseinsteiger angeht. Ich würde dich übrigens> eher letzterem zuordnen, denn du hast ja schon Mechatronik studiert.> So sammelst du genau das, was du jetzt am meisten brauchst:> Berufserfahrung.> Gehaltsmäßig würde ich mit 45-50k anfangen und du schaust, dass du alles> an Wissen und Erfahrung mitnimmst, was du bekommen kannst. Tätigkeit> geht hier vor Gehalt. Das große Geld kommt dann nach 3-5 Jahren wenn du> dein Handwerk einigermaßen beherrscht und nochmal den Job wechselst.> Wenn du gut bist, natürlich noch schneller. Das liegt dann ganz alleine> bei dir.
Lol glaubst du wohl selber nicht den Müll den du hier verpzapfst.
Er ist bereits Ing und sollte dementsprechend auch höher pokern.
Bewerben und schauen. Diensleister ist die letzte Wahl, wenn alle andere
nicht funktioniert. Dann lieber doch noch Software. Die Hardwareromantik
legt sich eh nach wenigen Jahren. So toll ist das nicht... Hobby nicht
mir Beruf verwechseln ;)
Meister mit Leisten schrieb:> 3. Welt-Land Schweiz schrieb:>> Gehaltsmäßig würde ich mit 45-50k anfangen und du schaust, dass du alles>> an Wissen und Erfahrung mitnimmst, was du bekommen kannst.>> na da hat aber einer die berufswelt gründlich missverstanden, kein Ing> wird eingestellt damit er Wissen/KnowHow mitnehmen kann, sondern das er> welches mitbringt. In Lehrbetrieben mag das anders sein, aber darum geht> es hier wohl nicht. Früher hat man sogar für seine Ausbildung gezahlt> ("Lehrgeld") und manchen Berufen ist es immer noch so (bspw> 'Pilotenschein', Fahrerlaubnis).>> https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrgeld
Naja er soll ja nicht mit der Info hausieren gehen, sondern darauf
pochen was er bereits kann und auch bereit ist sich in neue Materie
einzuarbeiten. Die Unternehmen reagieren dann oft mit einer verlängerten
Probezeit und so haben beide Parteien was in der Hand.
Wie gesagt: ist ja auch seine Sache, was er sich zutraut. Das muss man
natürlich auch dementsprechend im Lebenslauf und im Gespräch verpacken
können.
Mit "Hallo, ich suche einen Einstieg für 3 Jahre, dann wechsel ich wegen
der Kohle" wird das natürlich nix :-)
Meister mit Leisten schrieb:> Eben, er kann nix ausser vorgefertigte teile zusammstecken. Also so eine> Art "Malen nach Zahlen" https://de.wikipedia.org/wiki/Malen_nach_Zahlen> und das nennt er nun 'Quereinstieg" als Hardwareentwickler ...
Aber genau dieses Malen nach Zahlen hat man in fast allen Projekten
immer wieder. Würth z.B. hat für Schaltregler Auslegungsberechner die
dir direkt anzeigen was für Teile du brauchst. ST geht sogar noch weiter
und verzichtet in den Datenblättern auf Auslegungsdetails und verweist
stattdessen direkt auf deren Toolsuite.
Diese schnöden Parameter in die Tools hacken, Bauteile raussuchen und im
CAD anlegen, wäre genau so eine Aufgabe für Interessierte die ein
erfahrener Entwickler auch gerne abgibt.
Wenn er dann noch lernwillig ist und die Berechnung irgendwann mal
selber versteht, kann er möglicherweise auch in andere Aufgaben
reinwachsen.
Felix schrieb im Beitrag #7105254:
> Lol, kleiner fake Ing. Hat die Intelligenz nicht ganz gereicht fürs> Studium? Den Ing Titel wirst du niemals führen.
Und solche Interessierten sind auch zu mehr zu gebrauchen als
Zeugnisinhaber, die sonst nix haben als den Abschluß.
Erinnert mich mit Grausen an z.B. "Dipl-Ing." von Siemens, die entsetzt
rückfragen und diskutieren ob der Querschnittsverjüngung bei einer
100x10mm Cu-Schine durch vier 17er Bohrungen.
Wühlhase schrieb:> Meister mit Leisten schrieb:>> Eben, er kann nix ausser vorgefertigte teile zusammstecken. Also so eine>> Art "Malen nach Zahlen">> und das nennt er nun 'Quereinstieg" als Hardwareentwickler ...>> Aber genau dieses Malen nach Zahlen hat man in fast allen Projekten> immer wieder. Würth z.B. hat für Schaltregler Auslegungsberechner die> dir direkt anzeigen was für Teile du brauchst.> Diese schnöden Parameter in die Tools hacken, Bauteile raussuchen und im> CAD anlegen, wäre genau so eine Aufgabe für Interessierte die ein> erfahrener Entwickler auch gerne abgibt.
Was du beim Entwurf einer Stromversorgung beschreibst ist IMHO näher
dran am tatsächlichen Hardware entwickeln als das was der TO kann.
"Malen nach Zahlen" ist was für Ungelernte, eine einfache Tätigkeit die
nach Vorgaben durch andere stupide abgearbeitet wird. So wie das
Zusamenschrauben/stecken eines Conrad-Bausatzes (was kein Ing. (gerne)
macht, weil er damit kein Geld/Zeit gegenüber einen Fertiggerät spart
und auch keine/kaum wesentlich Anpassungen an Kunden-Wünsche ist (Es sei
denn, der wesentliche Kundenwunsch ist die Farbe des Gehäuses ;-)),
Bei dem Entwurf mit Konfigurationstool dagegen, muss man schonmal die
"Eingabeparameter" formulieren können (Leistungsaufnahme, Umgebung,
Welligkeit, Kurzschlussfest,Verlustleistung,...) woran schon viele
scheitern. ("Wo ist jetzt der Haken für "Das Gerät funktioniert auch in
der Wüste mit viel Sand und reichen Arabern? (Parameter: Schutzklasse,
Umgebungstemperatur; kann teuer sein, Bedienpersonal ungebildet deshalb
Beschriftung in Landessprache oder sebsterklärend oder Idiotensichere
(robuste) Betriebsarten)
> Wenn er dann noch lernwillig ist und die Berechnung irgendwann mal> selber versteht, kann er möglicherweise auch in andere Aufgaben> reinwachsen.
Was bedeudet "lernwillig" ?!
Manche scheinen das mit "Nachahmen/Imitation eines Vortänzers" zu
verwechseln und pochen dann darauf, das man jeden
"Quer[rulanten]-Einsteiger" anlernen könnte.
Gefordert ist dagegen, das der neuangestellte (auch fachfremd
ausgebildet) schon 80% kann, und sich die fehlenden 20% selbstständig
erarbeitet (weil es keinen "Vortänzer" in der Firma und überhaupt gibt).
Meister mit Leisten schrieb:> Was du beim Entwurf einer Stromversorgung beschreibst ist IMHO näher> dran am tatsächlichen Hardware entwickeln als das was der TO kann.
Kein Ing macht den ganzen Tag wirklich hochkomplizierte Dinge. Und schau
dir die ganzen Konfigurationstools für Schaltregler mal selber an: So
kompliziert wie du das beschreibst sind die heute nicht mehr: Ein- und
Ausgangsspannung, übertragene Leistung, Schaltfrequenz, das wars
meistens schon. Für das was noch fehlt gibt's Vorschläge.
Und passende Bauteile beim Distri suchen und im CAD anlegen ist auch
nix, wofür man studiert haben muß.
Um solchen Trivialkram reiße ich mich nicht, sowas kann gerne jemand
anders machen wenn ich das am Ende nochmal kurz kontrollieren kann.
Ich kenne aber auch so einige HW-Entwickler, die ihre Arbeit
ungebührlich überhöhen, man denke nur an die leidige Diskussion über
45°/90°-Winkel in Leiterzügen, die gelegentlich mal wieder auftaucht.
Und das man eine halbe Stunde überlegt und diskutiert, wo man das Via
jetzt an den Abblock-C setzt. Ein Abblock-C iregendeines Trivial-ICs.
(Manchmal sind solche Diskussionen ja sogar berechtigt, oft eben aber
auch nicht.)
Ich persönlich fand schon immer die Dinge am Interessantesten, die
anderen zu kompliziert waren. Nicht daß ich immer sofort den Durchblick
hätte, das habe ich gewiss nicht, trotzdem sind das die Sachen mit denen
ich mich gerne mal befasse und hin und wieder gelingt es mir dann doch
mal, den Kram zu durchdringen. Ich mache einfache Dinge aber nicht
unnötig kompliziert, sowas mag ich nicht leiden aber mir scheint, daß
genau das einige hier machen.
Busfahrer schrieb im Beitrag #7105679:
> Ich finde Dinge am Interessantesten, die anderen zu einfach sind. Low> hanging fruits. Warum 10 Jahre Studium, wenn man auch per> Corona-Teststation in einem Jahr zum Multimillionär werden kann?
Teilweise richtig - nur die Einsicht kommt bei vielen gar nicht, weil
sie Träumer sind.
Wühlhase schrieb:> Und passende Bauteile beim Distri suchen und im CAD anlegen ist auch> nix, wofür man studiert haben muß.
Du hast den Sinn eines Studiums nicht ganz verstanden.
Wühlhase schrieb:> Um solchen Trivialkram reiße ich mich nicht, sowas kann gerne jemand> anders machen wenn ich das am Ende nochmal kurz kontrollieren kann.
Deswegen nennt sich das Ganze auch Arbeit und nicht Zucker schlecken
oder Hobby-Arbeit.
Wühlhase schrieb:> Ich kenne aber auch so einige HW-Entwickler, die ihre Arbeit> ungebührlich überhöhen
völlig egal.
Wühlhase schrieb:> Ich persönlich fand schon immer die Dinge am Interessantesten, die> anderen zu kompliziert waren. Nicht daß ich immer sofort den Durchblick> hätte, das habe ich gewiss nicht, trotzdem sind das die Sachen mit denen> ich mich gerne mal befasse und hin und wieder gelingt es mir dann doch> mal, den Kram zu durchdringen.
mit welchen Zielvorstellungen denn?
Wühlhase schrieb:> Ich mache einfache Dinge aber nicht> unnötig kompliziert, sowas mag ich nicht leiden aber mir scheint, daß> genau das einige hier machen.
das behauptet so ziemlich jeder von sich.
Busfahrer schrieb im Beitrag #7105679:
> Wühlhase schrieb:>> Ich persönlich fand schon immer die Dinge am Interessantesten, die>> anderen zu kompliziert waren.>> Ich finde Dinge am Interessantesten, die anderen zu einfach sind. Low> hanging fruits. Warum 10 Jahre Studium, wenn man auch per> Corona-Teststation in einem Jahr zum Multimillionär werden kann?
Tja, so sind die Menschen halt alle unterschiedlich. Ich werde bei
solchen Sachen mittelfristig fürcherlich unproduktiv und bin froh daß es
Menschen gibt, die anders sind als ich, andere Dinge können und lieber
machen als ich.
Aufgabenteilung ist etwas Wunerbares.
Wühlhase schrieb:> Kein Ing macht den ganzen Tag wirklich hochkomplizierte Dinge. Und schau> dir die ganzen Konfigurationstools für Schaltregler mal selber an: So> kompliziert wie du das beschreibst sind die heute nicht mehr:> mal, den Kram zu durchdringen. Ich mache einfache Dinge aber nicht> unnötig kompliziert, sowas mag ich nicht leiden aber mir scheint, daß> genau das einige hier machen.
Nein es ist nicht unnötig kompliziert, beim Entwurf einer
Stromversorgung auch mal an die Einsatzbedingungen zu denken.
Wenn Parametrisierungstool Angaben dazu nicht bringt, muss man sie eben
an einem Prototypen ermitteln. Auch das ist nicht kompliziert. Entwurf
praxistauglicher dinge ist ohnehin eher umfangreich und breit, statt
kompliziert weil tief. Das kann man einem fachfremden Quereinsteiger,
also statt einem studierten Informatiker auch einem studierten
Mathematiker abarbeiten lassen.
Wobei es sich beim TO wohl eher nicht um einen Quereinsteiger, sondern
um einen Ausbildungs-Ab'brecher' handelt. Einer, der nicht einsteigen
sondern in die Hardwareentwicklung ein'brechen' will. SCNR
In Beitrag "Re: Sucht jemand Quereinsteiger?" ist es IMHO gut
beschrieben was einen Entwickler ausmacht. Entscheidend ist weniger das
Niveau, als die Dauer und dammit die Breite auf dem man sich mit
Hardware beschäftigte. Und da scheint mir beim TO nicht zehn, nicht zwei
Jahre Erfahrungstiefe vorzuliegen, auch nicht null, sondern eher minus
zwei Jahre. Es fehlt eben die Jugend/Kindheits/Hobbyerfahrung, die jetzt
der AG dem Quereinbrecher nebenher beibringen soll.