Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Verständnisfrage bei der Auswahl eines Schaltnetzteils


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von Hanno F. (Gast)


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Hallo,

möchte mir ein Schaltnetzteil von Meanwell zulegen, um einen 24V Akku zu 
laden. Bei den bisher gesichteten Geräten ist die Spannung wohl mittels 
Trimmer in einem gewissen Bereich einstellbar, z.B. 26-31.5V (Voltage 
Adj. Range).

Kann ich nun solch ein 200 Watt Netzteil einfach auf 28V einstellen und 
an einen leeren 24V Akku anschließen, oder geht das dann gleich in 
Überlast und schaltet ab?

Ausgesucht habe ich mir im PDF die Ausführung RSP-200-27:
https://www.pollin.de/productdownloads/D352489D.PDF

Falls das nicht hinhaut, auf was muss ich bei der Auswahl eines 
Schaltnetzteil zum Akkuladen achten?

Gruß Hanno

von Εrnst B. (ernst)


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Hanno F. schrieb:
> auf was muss ich bei der Auswahl eines
> Schaltnetzteil zum Akkuladen achten?

Wie es bei Überstrom reagiert.
Das RSP-200 schaltet dann ab, und nach einer Weile wieder an, wieder ab, 
... ist also als Ladegerät ungeeignet.

Du brauchst eins, bei dem in dieser Tabellen-Spalte was von "Constant 
Current Limiting" steht.

: Bearbeitet durch User
von N. M. (mani)


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Hanno F. schrieb:
> oder geht das dann gleich in Überlast und schaltet ab?

Das kommt vermutlich auf den Akkutyp und dessen Ladezustand an. Optimal 
finde ich es nicht.

Protection Type wird im Datenblatt als Hiccup Mode angegeben. Sprich, 
bei 105-135% (bei dir 7,8-10,1A) schlägt dieser Schutzmechanismus zu und 
schaltet erst Mal den Ausgang ab. Nach einer gewissen Zeit (auf einer 
Homepage [1] sprechen sie im Bereich von Sekunde(n) ) versucht es das 
Netzteil erneut.
Das könnte dann gerade bei letzten Akkus am Anfang auftreten. Und wenn 
das dann immer 1s dauert und es fast keine Ladung in den Akku bekommt...

[1] 
https://www.power-supplies-australia.com.au/blog/mean-well-power-supply-hiccup-mode


Edit: zu langsam 😄

: Bearbeitet durch User
von Olaf (Gast)


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> Falls das nicht hinhaut, auf was muss ich bei der Auswahl eines
> Schaltnetzteil zum Akkuladen achten?

Du musst ein Ladegeraet auswaehlen und kein Schaltnetzteil. Es mag ja 
sein das es Ladegeraete gibt die intern ein Schaltnetzteil haben, aber 
das ist trotzdem etwas ganz anderes. Man erwartet da naemlich einen 
spannungsweichen Ausgang, einen einstellbaren Maximalstrom, eine gewisse 
Genauigkeit der eingestellten Spannung letzeres vielleicht sogar noch in 
Abhaengigkeit der Temperatur und ausserdem noch diverse 
Sicherheitsmassnahmen.
Irgendwas hinzufummeln das nicht dafuer gedacht ist wird in Brand oder 
Explosion enden, bestenfalls in einer kurzen Akkulebensdauer.

Olaf

von Lada (Gast)


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Olaf schrieb:
> Du musst ein Ladegeraet auswaehlen und kein Schaltnetzteil. Es mag ja
> sein das es Ladegeraete gibt die intern ein Schaltnetzteil haben, aber
> das ist trotzdem etwas ganz anderes. Man erwartet da naemlich einen
> spannungsweichen Ausgang, einen einstellbaren Maximalstrom,

Praktisch einen einstellbaren Konstantstrom.

> eine gewisse
> Genauigkeit der eingestellten (Anm.: Maximal- und damit eben sog.
> "Ladeschluß-") Spannung - letzeres vielleicht sogar noch in
> Abhaengigkeit der Temperatur und ausserdem noch diverse
> Sicherheitsmassnahmen.

Und je nach Akkutyp (den Du nicht nanntest) sogar noch mehr...

Ohne den Akkutyp (und die Verschaltung, und ob ein BMS vorhanden,
und was das genau KANN...) zu kennen braucht man genaugenommen nicht
mal zu versuchen, irgendwie einen angepaßten Lader auszuwählen -
es ist nicht sinnvoll machbar.

> Irgendwas hinzufummeln das nicht dafuer gedacht ist wird in Brand oder
> Explosion enden, bestenfalls in einer kurzen Akkulebensdauer.

Bei gegebenen Umständen (Frage weist auf relativ wenig Erfahrung hin)
wäre die simpelste Vorgehensweise bestimmt der Kauf eines auf das
Akkupack angepaßten Laders.

Alle evtl möglichen anderen Optionen (SNT mit Steuereingang und
Zusatzschaltung (U und I Messung), SNT + DC-DC mit CV+CC Funktion),
was je nach Akkupack vielleicht (!) ginge) fallen im Vergleich dazu
unter "wahrscheinlich unnötige Schwierigkeiten" - und billiger muß
das trotz Mehrarbeit auch nicht werden.

von Lada (Gast)


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Lada schrieb:
> den Du nicht nanntest

@TO

von Εrnst B. (ernst)


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Olaf schrieb:
> Du musst ein Ladegeraet auswaehlen

Nachdem der TO bei Pollin unterwegs war:

https://www.pollin.de/p/hp-autozubehoer-batterie-ladegeraet-20514-smart-12-24-v-10-a-851881

https://www.pollin.de/p/absaar-batterie-ladegeraet-pro-8-0-12-24-v-8a-851697

https://www.pollin.de/p/prouser-automatiklader-ibc7500b-12-24-v-bluetooth-851606

usw.

Welches genau nun das "Beste" ist, hängt wohl auch vom bislang 
unbekannten Akku ab.

Wenn's was zum Selberbasteln und von Meanwell sein soll:

https://www.pollin.de/p/meanwell-led-schaltnetzteil-hlg-120h-24b-24-v-5-a-535903

CC/CV-Schaltnetzteil mit (in Grenzen) einstellbarer Spannung&Strom.

Lohnt aber (abgesehen von den fehlenden "Features") preislich kaum wenn 
man da noch Polklemmen etc dazurechnet, die bei den fertigen Ladegeräten 
schon dranhängen.

: Bearbeitet durch User
von Hanno F. (Gast)


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Olaf schrieb:
> Du musst ein Ladegeraet auswaehlen und kein Schaltnetzteil.

Ich habe schon ein fettes linear geregeltes Ladegerät, die Verluste sind 
mit 58% jedoch erheblich. Um mit 160W zu laden, muss ich vorne 380W rein 
lassen. An einer Steckdose ist das rel. egal, ich muss jedoch ohne 
Steckdose laden.

Εrnst B. schrieb:
> Wenn's was zum Selberbasteln und von Meanwell sein soll:
> https://www.pollin.de/p/meanwell-led-schaltnetzteil-hlg-120h-24b-24-v-5-a-535903
> CC/CV-Schaltnetzteil mit (in Grenzen) einstellbarer Spannung&Strom.

Super, die HLG-Reihe passt perfekt, gibt es auch in 240W und 320W.
Besten Dank für den Tipp.

von Evert D. (evert)


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Es geht so.

von Manfred (Gast)


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Hanno F. schrieb:
> Super, die HLG-Reihe passt perfekt, gibt es auch in 240W und 320W.

Ich würde mal vorsichtig gucken, was das Netzteil macht, wenn die 
Netzspannung wegfällt und der Akku voll ist. Also anstatt des Akkus ein 
Labornetzteil an den Ausgang und messen, ob da mehr als ein paar mA 
rückwärts rein fließen.

Ziemlich sicher gibt es Schaden, wenn der Akku verpolt angeschlossen 
wird, eine fette Schottkydiode samt Schmelzsicherung rettet Netzteile.

von MaWin (Gast)


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Hanno F. schrieb:
> Kann ich nun solch ein 200 Watt Netzteil einfach auf 28V einstellen und
> an einen leeren 24V Akku anschließen

Nein.

> oder geht das dann gleich in
> Überlast und schaltet ab?

Ja, HiCup, steht im Datenblatt.

Du brauchst ein Ladenetzteil, das bei hohem Strom mit der Spannung 
runter geht.

Da die Spannungsgrenze nicht exakt genug für LiIon und nicht 
temperaturkompensiert für Bleiskkus ist, besorge dir lieber ein 
Ladegerät.

von Michael O. (michael_o)


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Die verlinkten Spuelsachen sind nett um mal eine Autobatterie zu laden. 
Wenn Du etwas für unbeaufsichtigt Dauerbetrieb auch mit Entnahme aus dem 
Akku suchst Ding die meist ungeeignet. Nach ziehen des Steckers fließt 
meist ordentlich Strom zurück ins Ladegerät, das Programm muß immer 
wieder neu gewählt werden und der Ladestrom reicht nicht für wirkliche 
Nutzung. Dafür gibt es gute Spielsachen z.B. von Victron, Mastervolt und 
anderen.

MfG
Michael

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