Verzinktes Stahlblech (0,8 mm) weichlöten?

Gast #7107530
Ist verzinktes Stahlblech (0,8 mm) ohne Probleme weichzulöten? War 
gestern im Baumarkt und bin nicht weitergekommen. Selbst die Auswahl des 
Lötwasser/Flussmittels gestaltete sich schwierig (Temperatur, 
verschiedene Metalle, Gas-/Elektrolöten). Es sollen Blech in der 
Größenordnung von 12 cm x 12 cm bis 20 cm x 50 cm untereinander verlötet 
werden.

Es wäre nett, wenn mir jemand auf die Sprünge helfen kann.

Kicky
#7107607
Kicky schrieb:
> Ist verzinktes Stahlblech (0,8 mm) ohne Probleme weichzulöten?

Ja. Erst mit Salzsäure das Zink runter machen. Dauert etwa 1 Sekunde. 
Dann mit Lötöl ST als Flussmittel löten, bzw. einem anderen Mittel, das 
Zinkchlorid enthält.
Wald- und Wiesenstahl ist vergleichsweise einfach zu löten, bei einer 
kurz zuvor von Oxyd befreiten Oberfläche klappt das sogar mit normalem 
Röhrenlot.
Gast #7107625
Kicky schrieb:
> bis 20 cm x 50 cm untereinander

Nimm eine Gas-Lötlampe (möglichst mit Piezozünder außen) od. Lötkolben 
mindestens 200W. Flussmittel ist wichtig. Ist im Baumarkt in der 
GWS-Abteilung zu finden. Etwas üben an frischer Luft wäre nützlich.
Gast #7108192
Uwe S. schrieb:
> Erst mit Salzsäure das Zink runter machen.

Und warum soll er das tun? Er will nicht schweißen, wo das Zink 
verbrennen würde, reine Zinkbleche lassen sich direkt löten. Man darf 
gerne vorher mit Stahlwolle oder feinem Schmirgelleinen drüber ziehen.

Ein Kommentar schrieb:
> Anleitung findest du auf Youtube unter "Dachrinne löten"

Oh weh, wie bloß habe ich gebaut, als es noch kein Internet gab und 
nicht jeder Dämel irgendwelchen Unfug auf youtube veröffentlicht hatte? 
Ja, ich habe die Teile genommen und den Lötkolben benutzt, natürlich den 
'großen'. Wenn das nicht so richtig lief, gab es eine Dose Lötfett 
unbekannter Zusammensetzung und gut war's.

"Dachrinne löten" ist unpassend, das war früher Blei-Zink, aber ist seit 
Jahren eine Zinklegierung ohne Blei, Handelsbezeichnung "Titanzink". Das 
Zeug lässt sich, wenn es noch nicht bewittert wurde, mit 60/40 
Elektroniklot ohne jeglichen Zusatz hervorragend löten.

Wenn es schon bewittert war, braucht man Flußmittel, was angeblich Zink 
in Salzsäure sein soll. Das zugehörige Lot war dann andersherum als für 
die Elektronik, 40/60.

Blecharbeiten wie einen Firstabschluß oder Dunsthut aus Titanzinkblech 
machen Spaß! Ich habe mehr als einmal erstaunte Blicke geerntet, wer das 
schöne Teil denn gebaut habe.
Gast #7108237
Uwe S. schrieb:
>>> Erst mit Salzsäure das Zink runter machen.
>> Und warum soll er das tun?
> Weil Zink in Weichlot nichts verloren hat, dessen Eigenschaften
> verändert.

Du stellst also nicht die Lötbarkeit an sich in Frage, sondern willst 
eine höhere Festigkeit erreichen.

Akzeptiert !
Gast #7108263
Kicky schrieb:
> Es wäre nett, wenn mir jemand auf die Sprünge helfen kann.

Du brauchst einen schmalen Löt-Spalt zwischen den überlappenden Blechen.
Dort rinnt das Lötzinn rein.

Ich hab zwar auch erst einmal sowas gelötet, geht aber recht einfach, 
wenn du genug Wärme zusammenbringst, was das größte Problem ist. 
Normalerweise gasbetriebene schwere Kupferkolben . Insb. wenns dicht 
sein soll. Mit Heißluftpistole+Schlitzdüse kannst auch probieren, mit 
Heißluft habe ich mal mehrere Heizungsventile zugelötet, selbst so 
dauerte es gute 1/4 Stunde, bis das Zinn schmolz .
Gast #7108350
Uwe S. schrieb:
> Weil Zink in Weichlot nichts verloren hat, dessen Eigenschaften
> verändert. Insbesondere bei ner Spaltlötung, und darum handelt es sich
> hier ja.

Ach ja?
Und du kennst nicht die Schmelzpunkte von Dachrinnen-Lot und Zink?
#7109511
Bissi schwachbrüstig für die grossen Bleche. Geh in den nächsten 
Baumarkt und kauf dir ne  Gas Lötlampe, die ist billiger und vielfach 
leistungsfähiger.
Nach dem verlöten musst du die Lötstelle saubermachen, damit sich die 
Salzsäure im Lötwasser nicht weiterfrisst.
#7109634
Manfred schrieb:
> Du stellst also nicht die Lötbarkeit an sich in Frage, sondern willst
> eine höhere Festigkeit erreichen.
>
> Akzeptiert !

In dem Fall das Festigkeit und ggfs. Temperaturwechselbeständigkeit 
besser als 60/40 Sn/Pb sein sollen:

Zinn-Blei-Lot mit 1% Antimon benutzen.

Lötet auch hervorragend, die Verbindung hält aber länger .-)
Gast #7109642
Kicky schrieb:
> Vielen Dank für die Antworten.
> Kann ich diesen Kolben und dieses Lötwasser zum Löten der Bleche nehmen?
> Kolben 200 W: https://www.ebay.de/itm/134141818828
> Lötwasser: https://www.ebay.de/itm/121637153278

Also ich habe mal mit einem 150 Watt Zinkblech in der Stärke gelötet. 
Das war gerade so an der Grenze dass es möglich war. Teilweise musste 
man ewig lange warten bis das Blech warm genug wurde, und man konnte 
auch nur sehr kleine Bereiche so sehr Aufwärmen dass das Lötzinn flüssig 
würde.

Für verzinktes Blech nimmt man das Lot für Dachrinnen welche auch aus 
verzinkten Blech sind, und auch das entsprechende Lötwasser für 
Dachrinnen.

Also oder mehr 300 Watt sind sicher nicht zu viel Leistung.
Gast #7109924
Kicky schrieb:
> Kolben 200 W: ...
Uli S. schrieb:
> Bissi schwachbrüstig für die grossen Bleche.

Du hast schon mehr als SMD selbst gelötet - scheinbar nicht.

Kicky schrieb:
> Stahlblech (0,8 mm)
Geht mit deutlich weniger als 200 Watt, der Kolben hat mehr als genug 
Leistung.

Ich sammele in leeren Konservendosen Kronkorken und Schraubdeckel. Wenn 
voll, wird eine weitere Dose mit drei Punkten draufgelötet. Das geht mit 
dem 'alten' Weller Magnastat mit 8er Spitze klaglos, bei 40 Watt 
Nennleistung. Zuvor die Oberfläche angucken, die grünlichen muß man 
zuvor anschleifen.

DANIEL D. schrieb:
> für Dachrinnen welche auch aus verzinkten Blech sind,

Dachrinnen sind nicht verzinkt , das komplette Material ist eine 
Zinklegierung, Zink mit geringen Zuschlägen Titan und Kupfer:
https://www.rheinzink.de/produkte/material-oberflaechen/titanzink/
Gast #7110002
Rudi Ratlos schrieb:
> Du brauchst einen schmalen Löt-Spalt zwischen den überlappenden Blechen.
> Dort rinnt das Lötzinn rein.

Bei dir war wohl jeglicher naturwissenschaftliche Unterricht vergebens. 
Mit "rinnen" hat das nichts zu tun - das würde nämlich nur in 
Schwerkraftrichtung funktionieren.
Gast #7110031
Manfred schrieb:
> DANIEL D. schrieb:
>
>> für Dachrinnen welche auch aus verzinkten Blech sind,
>
> Dachrinnen sind nicht verzinkt , das komplette Material ist eine
> Zinklegierung, Zink mit geringen Zuschlägen Titan und Kupfer:
> https://www.rheinzink.de/produkte/material-oberflaechen/titanzink/

Trollo es gibt da auch Dachrinnen aus verzinktem Stahl, und genau solche 
habe ich gelötet und genau solche hat man lange Zeit nur verwendet.
Gast #7110131
Forist schrieb:
> Bei dir war wohl jeglicher naturwissenschaftliche Unterricht vergebens.
> Mit "rinnen" hat das nichts zu tun - das würde nämlich nur in
> Schwerkraftrichtung funktionieren.

Unsinn!
Du hast noch nie Cu-Rohr gelötet!

Antwort schreiben

Eine eigene Frage? Dieser Thread ist über 4 Jahre alt. Stell sie in einem eigenen Thread – dort lesen mehr Leute mit, und sie wird öfter und schneller beantwortet.

Neuen Thread starten

Eine Lösung, Ergänzung oder Rückmeldung zu diesem Thread? Dann antworte hier.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.