Forum: Haus & Smart Home Wechselrichter ,Solaranlage, weniger Leistung


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von Micha H. (micha_h675)


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Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen.
Weniger oder gleiche Solarleistung bei mehr installierten Solarmodulen.
Die Solarmodule sind parallel geschaltet. Kann es sein das andere Module 
den Strom "verbrauchen". Einige sind nach Westen gerichtet, einige nach 
Süden und einige nach Osten. Ich verstehe das Problem in dem Sinne 
nicht, dass in dem Solarmodul doch Dioden den Rückfluss des Stromes 
verhindern.

von H. H. (hhinz)


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Micha H. schrieb:
> Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen.
> Weniger oder gleiche Solarleistung bei mehr installierten Solarmodulen.
> Die Solarmodule sind parallel geschaltet. Kann es sein das andere Module
> den Strom "verbrauchen". Einige sind nach Westen gerichtet, einige nach
> Süden und einige nach Osten.

Genau das passiert, und kann dir sogar die Module zerstören.


> Ich verstehe das Problem in dem Sinne
> nicht, dass in dem Solarmodul doch Dioden den Rückfluss des Stromes
> verhindern.

Die üblichen schützen aber nur bei Reihenschaltung der Module, als 
Bypass. Du brauchst Dioden in Reihe zu den einzelnen Modulen, nicht 
parallel.

von Dieter (Gast)


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Micha H. schrieb:
> Kann es sein das andere Module den Strom "verbrauchen".

Falsch verschaltet, wäre sowas möglich, jedoch gehen diese  Module dann 
schnell kaputt.

Mache eine ordentliche Zeichnungsskizze der Verschaltung und notwendige 
technische Angaben. Denn so wird das nur ein Rätselraten.

Zum Beispiel Ausrichtung/Neigung und Leistungsangaben, sowie 
Nennspannung, zu den Teilflächen.

von Micha H. (micha_h675)


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Vielen Dank für deine Information. Ich habe so etwas befürchtet, habe 
noch ein paar Schottky Dioden mit 10 A daliegen.

von H. H. (hhinz)


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Micha H. schrieb:
> Vielen Dank für deine Information. Ich habe so etwas befürchtet,
> habe
> noch ein paar Schottky Dioden mit 10 A daliegen.

Bedenke, dass die nur bei sehr guter Kühlung 10A vertragen.

von Uli Pete (Gast)


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Ich habe bei mir auch keine drin weil ich dachte die währen eingebaut.
Welche Dioden würdet ihr da empfehlen?
Module 100Watt Lehrlauf gut 130V
Module 200Watt Lehrlauf gut 42V

von Helge (Gast)


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Für die 100W-Module dürften sich z.B. BYD96 eignen, je nach 
Stringspannung auch andere.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Uff sowas ist Blödsinn. Man hängt keine Module verschiedener Bauarten 
mit Dioden zusammen. Die 100W-Module sehen mir nach Dünnschichtkacke 
aus, die haben verglichen mit guten Silizium-Modulen sowieso schon einen 
extrem miesen Wirkungsgrad.

Wenn dann nimmt man für sowas Wechselrichter mit mehr als einem 
MPP-Tracker (ein MPP-Tracker pro String) oder mehrere kleine 
Wechselrichter.

von MaWin (Gast)


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H. H. schrieb:
> Genau das passiert, und kann dir sogar die Module zerstören.

Na ja.

Ich denke, als Voraussetzung darf gelten dass es baugleiche Module sind.

Auf Grund der Vielzahl von in Reihe geschalteten Zellen darf man auch 
vom Mittelwert der Diodenkennlinie ausgehen "gleiche Sortierung".

Würde man nun ein 39V Leerlauf, 33V MPP Modul so belasten dass es 
maximalen Ertrag gibt, fliesst viel Strom nach aussen in den 
Wechselrichter und wenig Strom durch die Reihenschaltung der Dioden 
intern ab.

Schaltet man ein zweites Modul parallel, das im Schatten (völliger 
Dunkelheit) gerade keinen Strom erzeugt, so schaltet man eine zweite 
Reihe von Dioden in Leitrichtung zum ersten parallel, der durch die 
Dioden in Leitrichtung abfliessende Strom wäre derselbe, in Summe 
fliesst also doppelt so viel Strom ab und der Strom zum Wechselrichter 
fällt etwas niedriger aus, sagen wir 10%. Wobei ein MPPT dann 
nachregelt, also etwas mehr rausholt.

Keines der PV-Module geht von dem intern abfliessenden Strom kaputt. 
Dazu müssten schon 2 sehr unterschiedliche psrallel geschaltet werden.

In der Praxis ist es sogar noch besser: weil das nicht von der Sonne 
bestrahlte Modul kälter ist, ist dessen Diodenvorwärtsspannung höher, 
der bei gegebener Spannung intern fliessende Strom also geringer.

Und es kommt noch besser, weil auch in der falschen Himmelsrichtung 
nicht Nacht ist, bringt es noch 30% vom richtig ausgerichteten Modul, 
bringt also mehr als es durch intern fliessenden Strom verbraucht und 
steigert so die Gesamtleistung.

Ohne jede Chance der Zerstörung durch den Stromfluss.

Arbeiten die Module ohne MPP Regler direkt auf einen Akku gibt es 
sowieso keine Moglichkeit, dass ein Modul einen Strom in Leitrichtung 
durch ein parallel geschaltetes anderes Modul schickt, die Batterie 
zwingt die Spannung immer zu niedrig. Und hoffentlich schliesst deren 
Laderegler bei vollem Akku die Module kurz so dass es auch dann kein 
Problem gibt.

ABER: geht ein Modul so kaputt, dass es eine oder mehrere Zellen 
kurzschliesst, UND ist es mit mehr als 1 anderen noch heilen Modul 
parallel geschaltet, dann kann es ein mehrfaches seiner Modulleistung 
intern durch die Dioden ableiten, mit entsprechender Verlustleistung und 
Leiterbahnüberlastung und kaputt gehen. Da war es aber vorher schon 
kaputt.

Bei Ladereglern die bei vollem Akku keinen Strom aus den Modulen ziehen, 
fliesst der ganze Strom intern ab. Das kann ein Modul ab, 
Leerlaufspannung. Und sind die parallelen Module baugleich und nicht 
kaputt, teilt er sich such nicht zu Lasten eines Moduls ungleich auf und 
überlastet es daher nicht.

von Uli Pete (Gast)


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Ben B. schrieb:
> Uff sowas ist Blödsinn. Man hängt keine Module verschiedener Bauarten
> mit Dioden zusammen. Die 100W-Module sehen mir nach Dünnschichtkacke
> aus, die haben verglichen mit guten Silizium-Modulen sowieso schon einen
> extrem miesen Wirkungsgrad.
>
> Wenn dann nimmt man für sowas Wechselrichter mit mehr als einem
> MPP-Tracker (ein MPP-Tracker pro String) oder mehrere kleine
> Wechselrichter.

Also mal ganz langsam. Meine 100W Module sind Dünnschicht. Und weil sie 
schon da sind ist und ich den Platz habe ist mir der Wirkungsgrad egal. 
Also Dünnschichtkacke is nicht.
Wenn man Keinen Platz hat sollte man die aber nicht verwenden.
Funktionierende Module wegwerfen ist Dünnschisskake.
Und das mit dem MPPT kannst du mir ja mal erklären und durchrechnen.
Also ich habe 36 Module a 100W Parallel liegen. Ich habe genau einen 
Mppt dran. Der hat was bei 300€ Gekostet. Ausgangsspannung sind 48V. Es 
gibt soweit mir bekannt keine Mppt Laderegler mit viel größerer 
Eingangsspannung als 160v.

von Andreas M. (elektronenbremser)


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Von Victron gibt's mindestens welche für 250 Volt.

von sommersonne (Gast)


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H. H. schrieb:
> Micha H. schrieb:
>...
>> Die Solarmodule sind parallel geschaltet. Kann es sein das andere Module
>> den Strom "verbrauchen". Einige sind nach Westen gerichtet, einige nach
>> Süden und einige nach Osten.
>
> Genau das passiert, und kann dir sogar die Module zerstören.

Ja, auf dem Mond vielleicht, wenn auf der Schattenseite die totale 
Finsternis herrscht...

Statt hier die Orakel zu befragen, besorge Zangenamperemeter mit 
Gleichstrommessbereich und miss die Ströme zu/von den einzelnen Modulen.

Alternativ die ganze Parallelschaltung mit einem konstanten Widerstand 
angemessener Leistung belasten (Reihenschaltung H7-Glühlampen), dabei 
Spannung messen und nach einander die Stecker der einzelnen Module 
abziehen.

Dabei dürfte die Stromsenke, sprich das defekte Modul, durch 
Spannungsanstieg identifizierbar sein.

Die Dioden können in der Schublade bleiben, in der sie sich befinden.
(Gleiche) Module gehen nicht durch die Rückspannung einer 
Parallelschaltung kaputt.
Und es fließt auf der Erde auch kein Strom in suboptimal ausgerichtete 
Module, solange es überhaupt noch hell ist.
(In der Nacht aus einem direkt, ohne Laderegler angeschlossenen Akku 
allerdings schon.)

von H. H. (hhinz)


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sommersonne schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Micha H. schrieb:
>>...
>>> Die Solarmodule sind parallel geschaltet. Kann es sein das andere Module
>>> den Strom "verbrauchen". Einige sind nach Westen gerichtet, einige nach
>>> Süden und einige nach Osten.
>>
>> Genau das passiert, und kann dir sogar die Module zerstören.
>
> Ja, auf dem Mond vielleicht, wenn auf der Schattenseite die totale
> Finsternis herrscht...

Ach, von dort kommst du also.

von Dieter (Gast)


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MaWin schrieb:
> Und hoffentlich schliesst deren
> Laderegler bei vollem Akku die Module kurz so dass es auch dann kein
> Problem gibt.

Das ist so nicht ganz richtig, weil nicht jede Solarzelle hat höchstens 
pro zwanzig Zellen in einem Solarpanel eine Bypassdiode parallel 
verschaltet. Der Grund ist dort erklärt (die magischen 12,5V):

https://photovoltaikbuero.de/pv-know-how-blog/die-unbekannten-bereiche-der-solarzellenkennlinie/

MaWin schrieb:
> ABER: geht ein Modul so kaputt, dass es eine oder mehrere Zellen
> kurzschliesst, ...
> Da war es aber vorher schon kaputt.

Genau für diesen Fall sind die Rückflusssperrdioden absolut sinnvoll, 
weil sich sonst mehr als das total defekte Modul verabschiedet. Das 
begrenzt den Schaden wesentlich, wenn das passieren sollte.

In der Regel geht, in Parallelschaltung die voll bestrahlte Solarfläche 
kaputt, wenn die Frequenzdrosselung einsetzt und der Wechselrichter 
keine Leistung mehr abholt. In dem Falle hat das senkrecht bestrahlte 
Solarfeld im Westen, weil die Sonne westlich steht die maximale 
Erwärmung und damit niedrigere Diodendurchlassspannung von beiden 
Solarfeldern. Die dreißig Prozent des östlich ausgerichteten Solarfeldes 
bringt in dem Falle dann die Zellen im westlich ausgerichteten Solarfeld 
zum wesentlich früheren Kaputtgehen.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Und das mit dem MPPT kannst du mir ja mal erklären und durchrechnen.
Könnte ich machen, habe ich aber nach Deinem vor Lernresistenz nur so 
strotzenden Posting keine Lust mehr drauf. Es wäre Perlen vor die Säue 
geschmissen.

: Bearbeitet durch User
von Helge (Gast)


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Ältere CIGS-Module können sich rapide verschlechtern und Strom aus dem 
System ziehen. So 2 mal im Jahr alle durchmessen (120W-Baustrahler als 
Last und Spannung messen) und/oder Dioden finde ich sinnvoll.

Beitrag #7109081 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Uwe D. (monkye)


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Uli Pete schrieb:
> Ben B. schrieb: Ich habe genau einen
> Mppt dran. Der hat was bei 300€ Gekostet. Ausgangsspannung sind 48V. Es
> gibt soweit mir bekannt keine Mppt Laderegler mit viel größerer
> Eingangsspannung als 160v.

Tja, da liegst Du „leicht“ daneben: 
https://greenakku.de/Ladegeraete/Solarladeregler/MPPT-Solarladeregler/Victron-SmartSolar-MPPT-RS-450-100-Tr-Solarladeregler-36-62V::3236.html

von MaWin (Gast)


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Dieter schrieb:
> nicht jede Solarzelle hat höchstens
> pro zwanzig Zellen in einem Solarpanel eine Bypassdiode parallel
> verschaltet.

Doch, davon kann man bei kommerziell angebotenen Modulen ausgehen, sonst 
könnten sie bei Teilverschattung Schaden nehmen.

> Der Grund ist dort erklärt

Eher FUD. Vielleicht vor 30 Jahren mal relevant.

> weil sich sonst mehr als das total defekte Modul verabschiedet.

Nein.
Dafür gibt es keinerlei physikalisch mögliche Ursache, also erneut FUD.

Die meisten PV Module bestehen sowieso schon auf ihrem Glas aus mehreren 
parallelen Strängen - ohne Dioden in Leitrichtung.

z.B hier ist vollkommen typisch:

https://de.enfsolar.com/pv/panel-datasheet/crystalline/50917

120 Zellen für 34V macht 2 mal 60, und es sind 3 Dioden drauf, eben alle 
20, und sie sperrt daher keinen Rückstrom sondern erlaubt im Gegenteil 
bis zum doppelten ihres Nennstromes.

von Dieter (Gast)


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MaWin schrieb:
> Eher FUD. Vielleicht vor 30 Jahren mal relevant.

Der Hinweis ist heutzutage dennoch nicht verkehrt zu prüfen, ob die 
Module eine solche haben.

https://photovoltaikbuero.de/pv-know-how-blog/bypassdiodencheck-1/

Allerdings gibt es schon wieder Bestrebungen an den Dioden wieder mehr 
zu sparen:

https://www.energetica-pv.com/verschattungsverluste-bei-pv-modulen-neueste-e-isp-technologie-einzigartig-und-von-energetica-patentiert/

MaWin schrieb:
> Nein.
> Dafür gibt es keinerlei physikalisch mögliche Ursache, also erneut FUD.

Hier liegst Du nicht ganz richtig.

> Die meisten PV Module bestehen sowieso schon auf ihrem Glas aus mehreren
> parallelen Strängen - ohne Dioden in Leitrichtung.

Das ist heutzutage aber so ausgereizt, dass die Reserven zu parallel 
geschalteten Solarflächen (Strängen) nicht mehr ausreichen, wenn bei 
voller Bestrahlung, d.h. ein Solarfläche (Strang) steht so ausgerichtet 
ist, dass die Sonne genau senkrecht zu Zellenfläche steht, die anderen 
Solarflächen (Stränge) demgegenüber versetzt sind und der Wechselrichter 
ausgeschaltet wurde. Wichtig bei diesem Betriebsfall ist, dass der 
Wechselrichter auf Null gedrosselt wurde oder ganz ausgefallen ist.

Mit der Rückstrommethode (30% des Nennstroms) und IR-Messung wird der 
Effekt gemessen, bewertet und geprüft, ob bereits Schäden (Erkennbar als 
Hotspots) vorhanden sind.


Allerdings habe ich für den TO noch etwas Interessantes, was vielleicht 
Ursache sein könnte:
https://photovoltaikbuero.de/pv-know-how-blog/potenzial-induzierte-degradation-an-photovoltaikmodulen-pid/

von Andreas M. (elektronenbremser)


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MaWin schrieb:
> Dieter schrieb:
>
>> nicht jede Solarzelle hat höchstens
>> pro zwanzig Zellen in einem Solarpanel eine Bypassdiode parallel
>> verschaltet.
>
> Doch, davon kann man bei kommerziell angebotenen Modulen ausgehen

Das stimmt leider nicht. Ich habe 2 100 Watt Module mit jeweils 72 
Zellen gekauft. In der Anschlussbox sind 2 Dioden in Reihe zum Plus- und 
Minusanschluss als Bypassdioden für das ganze Modul, Dioden für 
Teilflächen sind keine vorhanden!

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