Forum: Haus & Smart Home python TCP Server


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von JoMil (Gast)


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Hi, für eine Anwendung nutze ich einen TCP Server. Dieser läuft auf 
einem Linux Rechner und wurde in python implementiert.

Sobald Nachrichten empfangen werden soll nur ein ACK Message 
zurückgesendet werden. Mir gelingt bisher nur das versenden von den 
empfangen Daten.

Es gibt die Funktion sendto, allerdings ist es mir nicht gelungen ein 
ACK Nachricht an den Client zu senden.

von foobar (Gast)


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Probier's mal mit sendall.  Sendto ist was anderes.

von JoMil (Gast)


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Ok danke.

Eigentlich müsste ja nur der String zurückkommen so wie ich es bereits 
gemacht habe oder?
1
data = "Data received" + " Time: " + time.strftime("%H:%M:%S") + "\n"

von Paul A. (hefezuechter)


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Zeile 27:
1
print("Frame: " + str(cnt) ...

Die Variable cnt bekommt an keiner Stelle einen Wert zugewiesen. Du 
meintest vielleicht str(data)?

Greetz Paul.

von Ein T. (ein_typ)


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Paul A. schrieb:
> Zeile 27:
>
>
1
> print("Frame: " + str(cnt) ...
2
>
>
> Die Variable cnt bekommt an keiner Stelle einen Wert zugewiesen. Du
> meintest vielleicht str(data)?

Korrekt. Ich bezweifle auch, daß "SERVER_PORT = XXXX" den gewünschten 
Effekt hat.

von Mario M. (thelonging)


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JoMil schrieb:
> allerdings ist es mir nicht gelungen ein ACK Nachricht an den Client zu
> senden.

Wenn man alle genannten Fehler raus macht, funktioniert es doch?

von Εrnst B. (ernst)


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JoMil schrieb:
> TCP Server

beißt sich in deiner Implementierung mit

JoMil schrieb:
> Nachrichten

--> TCP ist ein Stream. Du kriegst die Bytes in der richtigen 
Reihenfolge. Aber: es ist nicht gesagt, dass jedes "read" exakt einem 
"write" an der Gegenstelle entspricht. Das Packet könnte fragmentiert 
worden sein, dann kriegst du die Daten evtl. auf mehrere reads verteilt, 
oder es könnten mehrere writes zusammengefasst worden sein (NAGLE am 
Server), dann kommen in einem read mehrere "Nachrichten" auf einmal.

Das muss dein Code abhandeln können.

Fieserweise funktioniert sowas beim Testen immer ganz toll, wenn Sender 
und Empfänger "localhost" sind.

Einfache Option wäre, auf mqtt oder http statt plain TCP zu setzen. Ist 
in python ja genauso fix eingebaut.

von Ein T. (ein_typ)


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Εrnst B. schrieb:
> --> TCP ist ein Stream. Du kriegst die Bytes in der richtigen
> Reihenfolge. Aber: es ist nicht gesagt, dass jedes "read" exakt einem
> "write" an der Gegenstelle entspricht. Das Packet könnte fragmentiert
> worden sein, dann kriegst du die Daten evtl. auf mehrere reads verteilt,
> oder es könnten mehrere writes zusammengefasst worden sein (NAGLE am
> Server), dann kommen in einem read mehrere "Nachrichten" auf einmal.

Bitte informiere Dich, was ein Betriebssystemkernel mit empfangenen 
TCP-Fragmenten macht, bevor er sie an den Userspace weitergibt. Und 
bitte gib niemandem mehr einen "Rat" in diesen Dingen, bevor Du es nicht 
absolut sicher weißt. Vielen Dank.

von Εrnst B. (ernst)


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Ein T. schrieb:
> Bitte informiere Dich, was ein Betriebssystemkernel mit empfangenen
> TCP-Fragmenten macht, bevor er sie an den Userspace weitergibt.

Oh. Jetzt wird's spannend. Welche magische Veränderung, die meinen 
Aussagen oben widerspricht, sollte der Kernel denn deiner Meinung nach 
am TCP-Datenstrom vornehmen?

von JoMil (Gast)


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Weiß heir jemand wie man die Länge vom Datenstream ermitteln und 
ausgeben kann?
1
 data = data.decode()

von Mario M. (thelonging)


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Decode gibt einen String zurück und die Länge von Strings ermittelt man 
mit len().

von JoMil (Gast)


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Ok thanks

von Ein T. (ein_typ)


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Εrnst B. schrieb:
> Ein T. schrieb:
>> Bitte informiere Dich, was ein Betriebssystemkernel mit empfangenen
>> TCP-Fragmenten macht, bevor er sie an den Userspace weitergibt.
>
> Oh. Jetzt wird's spannend. Welche magische Veränderung, die meinen
> Aussagen oben widerspricht, sollte der Kernel denn deiner Meinung nach
> am TCP-Datenstrom vornehmen?

Hast Du Dich informiert? Wenn ja: zu welchen Erkenntnissen bist Du dabei 
gelangt?

von Εrnst B. (ernst)


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Ein T. schrieb:
> Wenn ja: zu welchen Erkenntnissen bist Du dabei
> gelangt?

Dass du keine Ahnung hast.

von DPA (Gast)


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Εrnst B. hat recht. Wenn ich "Hallo" und "Welt" sende, ist das aus TCP 
sicht das selbe, wie "HalloWelt" zu senden. Es gibt eine Sequenznummer, 
die funktioniert wie ein byte offset in einen ring buffer. Und die Ack 
Nummer, die sagt, bis hier hab ich alles gekriegt. Eine Info, wo ein 
Paket anfängt und endet, gibt es in den Daten nicht. Die Grösse der IP 
Pakete, in denen die Daten übertragen werden, ist begrenzt. Und es gibt 
eine window size, die auch noch limitiert, wie viel auf einmal gesendet 
werden darf, für congestion control. Die Daten können also beliebig in 
TCP Pakete verteilt werden. Das ist nicht wie ein IP Paket, das 
aufgespalten & wieder zusammengesetzt wird.

von JoMil (Gast)


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Guten Morgen Ernst B.,

du hast am 28.06.2022 16:27 einen Beitrag gepostet.
Was meinst du das muss der Code abhändeln können?
Meinst du auf Client oder Server Seite?

von Ein T. (ein_typ)


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Εrnst B. schrieb:
> Ein T. schrieb:
>> Wenn ja: zu welchen Erkenntnissen bist Du dabei
>> gelangt?
>
> Dass du keine Ahnung hast.

Erfreulicherweise habe ich die und weiß daher, wie IP-Fragmentierung 
funktioniert und in welcher Softwarekomponente sie stattfindet. Genau 
das sehe ich bei Dir leider nicht, daher: bitte informiere Dich, bevor 
Du anderen etwas Falsches erzählst. Viel Glück!

von Ein T. (ein_typ)


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DPA schrieb:
> Εrnst B. hat recht. Wenn ich "Hallo" und "Welt" sende, ist das aus TCP
> sicht das selbe, wie "HalloWelt" zu senden. Es gibt eine Sequenznummer,
> die funktioniert wie ein byte offset in einen ring buffer. Und die Ack
> Nummer, die sagt, bis hier hab ich alles gekriegt. Eine Info, wo ein
> Paket anfängt und endet, gibt es in den Daten nicht. Die Grösse der IP
> Pakete, in denen die Daten übertragen werden, ist begrenzt. Und es gibt
> eine window size, die auch noch limitiert, wie viel auf einmal gesendet
> werden darf, für congestion control. Die Daten können also beliebig in
> TCP Pakete verteilt werden. Das ist nicht wie ein IP Paket, das
> aufgespalten & wieder zusammengesetzt wird.

Das ist korrekt, hat aber nichts mit dem Userspace-Prozeß zu tun, sie 
"Ernst B." in seinem Beitrag 
Beitrag "Re: python TCP Server" behauptet. Von der 
Fragmentierung und Defragmentierung bekommt der Userspace-Prozeß nämlich 
gar nichts mit und das hat auch nichts mit der Anzahl read()-Aufrufe zu 
tun.

von Jemand (Gast)


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Ein T. schrieb:
> Erfreulicherweise habe ich die und weiß daher, wie IP-Fragmentierung
> funktioniert und in welcher Softwarekomponente sie stattfindet. Genau
> das sehe ich bei Dir leider nicht, daher: bitte informiere Dich, bevor
> Du anderen etwas Falsches erzählst. Viel Glück!

Wenn du deinen Kopf kräftig genug auf die Tischkante schlägst, merkst du 
eventuell noch, dass IP an dieser Stelle völlig irrelevant ist.

von Ein T. (ein_typ)


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Jemand schrieb:
> Wenn du deinen Kopf kräftig genug auf die Tischkante schlägst, merkst du
> eventuell noch, dass IP an dieser Stelle völlig irrelevant ist.

So lautet nun einmal der Fachausdruck, kleiner Grashüpfer. Die Aussage 
"Das Packet könnte fragmentiert worden sein, dann kriegst du die Daten 
evtl. auf mehrere reads verteilt," bezieht sich auf genau diesen 
Fachausdruck. Vielleicht solltest Du Deinen Kopf nicht immer so schlecht 
behandeln.

von Jemand (Gast)


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Ein T. schrieb:
> Jemand schrieb:
>> Wenn du deinen Kopf kräftig genug auf die Tischkante schlägst, merkst du
>> eventuell noch, dass IP an dieser Stelle völlig irrelevant ist.
>
> So lautet nun einmal der Fachausdruck, kleiner Grashüpfer. Die Aussage
> "Das Packet könnte fragmentiert worden sein, dann kriegst du die Daten
> evtl. auf mehrere reads verteilt," bezieht sich auf genau diesen
> Fachausdruck. Vielleicht solltest Du Deinen Kopf nicht immer so schlecht
> behandeln.

Mitnichten, das ist bloß das, was du krampfhaft verstehen willst. Ich 
hoffe doch, dass du nicht gleich anfängst von Dateisystemen oder der 
Post zu reden, denn dort gibt es diese Fachbegriffe ebenso, und mit IP 
haben die dort nichts zu tun.

von Daniel A. (daniel-a)


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Ein T. schrieb:
> Das ist korrekt, hat aber nichts mit dem Userspace-Prozeß zu tun, sie
> "Ernst B." in seinem Beitrag
> Beitrag "Re: python TCP Server" behauptet. Von der
> Fragmentierung und Defragmentierung bekommt der Userspace-Prozeß nämlich
> gar nichts mit und das hat auch nichts mit der Anzahl read()-Aufrufe zu
> tun.

DIe Aussage von Εrnst B war:

Εrnst B. schrieb:
> --> TCP ist ein Stream. Du kriegst die Bytes in der richtigen
> Reihenfolge. Aber: es ist nicht gesagt, dass jedes "read" exakt einem
> "write" an der Gegenstelle entspricht.

Und da hat er absolut recht damit. Und wie TCP funktioniert, ist hier 
keineswegs irrelevant. Bei TCP werden die Daten beliebig auf TCP Pakete 
verteilt. Diese enthalten keine Information darüber, welcher Teil des 
Datenstroms zu welchem Write der Gegenstelle gehört. Ergo kann die 
Gegenstelle das nicht wissen. Ergo kann sie nicht sicher stellen, das es 
ein Read für jedes Write gibt. So einfach ist das.

Ein T. schrieb:
> Jemand schrieb:
>> Wenn du deinen Kopf kräftig genug auf die Tischkante schlägst, merkst du
>> eventuell noch, dass IP an dieser Stelle völlig irrelevant ist.
>
> So lautet nun einmal der Fachausdruck, kleiner Grashüpfer. Die Aussage
> "Das Packet könnte fragmentiert worden sein, dann kriegst du die Daten
> evtl. auf mehrere reads verteilt," bezieht sich auf genau diesen
> Fachausdruck. Vielleicht solltest Du Deinen Kopf nicht immer so schlecht
> behandeln.

Naja, der Ausdruck "fragmentiert" war in dem Zusammenhang eventuell 
unglücklich gewählt. Es gibt IP Fragmente, aber es gibt keine TCP 
Fragmente. IP und die IP Fragmente sind hier in der Tat irrelevant. Es 
werden nicht immer alle Daten eines write() Aufrufes ins selbe TCP Paket 
gepackt. Und es sind nicht die Pakete, die von TCP Durchnummeriert sind, 
sondern die Daten. Und die HOPs zwischen den 2 Geräten mit der TCP 
Verbindung könnten die Daten auch nochmal neu verteilen.

Das mit ein read pro write funktioniert höschstens solange man kleine 
writes macht, und genug zeit vergeht, das dass gesendet, empfangen und 
verarbeitet wird, bevor wieder was gesendet wird, und auch nichts 
dazwischen was ändert. Also reine Glückssache.

von Εrnst B. (ernst)


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JoMil schrieb:
> Was meinst du das muss der Code abhändeln können?
> Meinst du auf Client oder Server Seite?

Wenn der Sender ein
write("Hallo");
write("Welt");


macht, kann es sein, dass der Client einmal ein
read mit "Hallo" und einmal ein read mit "Welt" zurückbekommt.
Beim Loopback-Interface ist das recht wahrscheinlich.

Es kann aber auch sein, dass dort nur ein read zurückkommt, mit 
"HalloWelt". (*)

Es kommt aber nie "WeltHallo" zurück, auch wenn das hier so ein Typ zu 
glauben scheint.

Es könnte auch sein, dass der Empfänger drei reads mit "Hall","oWe","lt" 
bekommt (bei größeren Datenblöcken, bei den paar Demo-Bytes eher nicht)

Kurz: TCP garantiert dir, dass deine Bytes in der richtigen Reihenfolge 
ankommen, aber weder der Kernel, noch Python, noch irgendeine RFC 
garantieren dir, dass jedem "write" beim Sender exakt ein "read" beim 
Empfänger entspricht.

Kann ja auch nicht sein, der Sender dürfte völlig legal ein Write mit 
8192 bytes machen, und der Empfänger das in einer Schleife mit Reads a 
1024 bytes einlesen.


*)[[ Exkurs: mit setsockopt TCP_NODELAY wird das unwahrscheinlicher. Ist 
aber kein Fix, sondern ein Verringern der Symptome ]]

von Daniel A. (daniel-a)


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Um das ganze auch noch zu demonstrieren, hier ist ein Beispiel, wo 2 
write in 1em read resultieren:
1
dpa@phenix:~$ strace -e read nc -l -p 8080
2
read(3, "\177ELF\2\1\1\0\0\0\0\0\0\0\0\0\3\0\267\0\1\0\0\0\0\0\0\0\0\0\0\0"..., 832) = 832
3
read(3, "\177ELF\2\1\1\0\0\0\0\0\0\0\0\0\3\0\267\0\1\0\0\0\0\0\0\0\0\0\0\0"..., 832) = 832
4
read(3, "\177ELF\2\1\1\3\0\0\0\0\0\0\0\0\3\0\267\0\1\0\0\0`\27\2\0\0\0\0\0"..., 832) = 832
5
read(3, "\177ELF\2\1\1\0\0\0\0\0\0\0\0\0\3\0\267\0\1\0\0\0\0\37\0\0\0\0\0\0"..., 832) = 832
6
^Z
7
[1]+  Stopped                 strace -e read nc -l -p 8080
8
dpa@phenix:~$ fg
9
strace -e read nc -l -p 8080
10
--- SIGCONT {si_signo=SIGCONT, si_code=SI_USER, si_pid=2340, si_uid=1000} ---
11
read(4, "Hello World!\nThe quick brown fox"..., 16384) = 58
12
Hello World!
13
The quick brown fox jumps over the lazy dog!
14
^Cstrace: Process 4389 detached
15
16
dpa@phenix:~$
1
dpa@phenix:~$ strace -e write nc 127.0.0.1 8080
2
Hello World!
3
write(3, "Hello World!\n", 13)          = 13
4
The quick brown fox jumps over the lazy dog!
5
write(3, "The quick brown fox jumps over t"..., 45) = 45
6
^Cstrace: Process 4393 detached
7
8
dpa@phenix:~$

von Ein T. (ein_typ)


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Daniel A. schrieb:
> DIe Aussage von Εrnst B war:
>
> Εrnst B. schrieb:
>> --> TCP ist ein Stream. Du kriegst die Bytes in der richtigen
>> Reihenfolge. Aber: es ist nicht gesagt, dass jedes "read" exakt einem
>> "write" an der Gegenstelle entspricht.
>
> Und da hat er absolut recht damit.

Bis zu diesem Punkt hat das auch niemand bezweifelt.

> Naja, der Ausdruck "fragmentiert" war in dem Zusammenhang eventuell
> unglücklich gewählt.

Genau dies ist der Punkt.

> Es gibt IP Fragmente, aber es gibt keine TCP Fragmente.

Da TCP auf IP aufbaut, können natürlich auch TCP-Daten fragmentiert 
werden. Aber darum kümmert sich sowohl auf Sender- als auch auf 
Empfängerseite der IP-Stack (mithin: der Kernel) der beteiligten 
Betriebssysteme. Mit der Anzahl von read(2) und write(2)-Aufrufe in den 
beteiligten Userspace-Programmen hat die IP-Fragmentierung aber nichts 
zu tun, und deswegen hat dieser Fachausdruck auch nichts in Erklärungen 
zu diesem Thema zu suchen -- insbesondere dann nicht, wenn sich die 
Erklärungen an einen offensichtlichen Anfänger richten.

von Ein T. (ein_typ)


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Εrnst B. schrieb:
> Es kommt aber nie "WeltHallo" zurück, auch wenn das hier so ein Typ zu
> glauben scheint.

Warum sollte ich so etwas Abwegiges glauben? Ich weiß ja, wie TCP/IP 
funktioniert. Deswegen benutze ich Fachausdrücke wie "Fragmentierung" 
auch nicht falsch.

> Kurz: TCP garantiert dir, dass deine Bytes in der richtigen Reihenfolge
> ankommen, aber weder der Kernel, noch Python, noch irgendeine RFC
> garantieren dir, dass jedem "write" beim Sender exakt ein "read" beim
> Empfänger entspricht.

Ja, natürlich, das ist die Idee hinter TCP, das ist ja kein UDP. Aber 
dieses Verhalten hat nichts mit Fragmentierung zu tun.

von Daniel A. (daniel-a)


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Weisst du, das Missverständnis hätte sich vermeiden lassen. Du musst 
immer daran denken, wie andere das was du Sagst verstehen werden. Es 
entstand der Eindruck, dass du die kompletter Aussage ablehnst, nicht 
nur das Beispiel für einen Fall, wo die Problematik eintreten kann. Du 
hättest einfach sagen können, es stimmt dass X, aber Y hat nichts damit 
zu tun. Statt dem hier:

Ein T. schrieb:
> Bitte informiere Dich, was ein Betriebssystemkernel mit empfangenen
> TCP-Fragmenten macht, bevor er sie an den Userspace weitergibt. Und
> bitte gib niemandem mehr einen "Rat" in diesen Dingen, bevor Du es nicht
> absolut sicher weißt. Vielen Dank.

Was hast du erwartet, wie andere das hier verstehen würden?
Und besonders nett war es auch nicht, du stellst damit seine Kompetenz 
in frage, wegen solch einer Belanglosigkeit. Das ist auch nicht gut für 
dein soziales Ansehen. Wenn andere sehen, wie du jemanden so behandelst, 
könnten sie dich für ein Arschloch halten. Naja, Morgen wird sicher ein 
besserer Tag.

von Ein T. (ein_typ)


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Daniel A. schrieb:
> Weisst du, das Missverständnis hätte sich vermeiden lassen. Du musst
> immer daran denken, wie andere das was du Sagst verstehen werden.

Ja, natürlich. Der ursächliche Fehler lag und liegt aber nicht bei mir, 
sondern bei dem Herrn, der in diesem Zusammenhang den Fachausdruck 
"Fragmentierung" mißbraucht hat.

> Ein T. schrieb:
>> Bitte informiere Dich, was ein Betriebssystemkernel mit empfangenen
>> TCP-Fragmenten macht, bevor er sie an den Userspace weitergibt. Und
>> bitte gib niemandem mehr einen "Rat" in diesen Dingen, bevor Du es nicht
>> absolut sicher weißt. Vielen Dank.
>
> Was hast du erwartet, wie andere das hier verstehen würden?

So, wie es da steht: nämlich, daß das besagte Verhalten nichts mit 
Fragmentierung zu tun hat. Ich habe diesen Fachausdruck sogar zitiert 
und damit verdeutlicht, daß es genau um diesen Punkt gint.

> Und besonders nett war es auch nicht, du stellst damit seine Kompetenz
> in frage, wegen solch einer Belanglosigkeit.

Wer Fachausdrücke mißbraucht, muß sich die Frage nach seiner Kompetenz 
gefallen lassen. Die Formulierung von Ernst war: "Aber: es ist nicht 
gesagt, dass jedes "read" exakt einem "write" an der Gegenstelle 
entspricht."

Das stimmt bis hierher. Aber dann folgt seine Erklärung:

"Das Packet könnte fragmentiert worden sein, dann kriegst du die Daten 
evtl. auf mehrere reads verteilt, oder es könnten mehrere writes 
zusammengefasst worden sein (NAGLE am Server), dann kommen in einem read 
mehrere "Nachrichten" auf einmal."

Er erklärt den vorgenannten Umstand also direkt mit der Fragmentierung, 
und das ist, egal, wie man es dreht und wendet, schlicht und ergreifend: 
falsch. Deswegen habe ich ihn freundlich gebeten, sich in diesem 
Zusammenhang nochmals über die Funktion des kernelseitigen IP-Stack zu 
informieren und sich mit Ratschlägen an Dritte bitte zurückzuhalten, bis 
er das getan hat. Wer sich von solchen freundlichen Bitten angegriffen 
fühlt, der will sich wohl angegriffen fühlen. Aber Pardon, dafür bin 
dann nicht mehr ich verantwortlich.

von Jemand (Gast)


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Ein T. schrieb:
> [...]

Heulst du eigentlich gleichermaßen bei Netzwerkprotokollen rum, die den 
Begriff Fragmentierung benutzen, damit aber gar nicht IP-Fragmentierung 
meinen?

von Ein T. (ein_typ)


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Jemand schrieb:
> Ein T. schrieb:
>> [...]
>
> Heulst du eigentlich gleichermaßen bei Netzwerkprotokollen rum, die den
> Begriff Fragmentierung benutzen, damit aber gar nicht IP-Fragmentierung
> meinen?

Lieben Dank für Deinen überaus wertvollen Beitrag zur Diskussion.

von Sebastian (Gast)


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Ein T. schrieb:
> Das stimmt bis hierher. Aber dann folgt seine Erklärung:
> "Das Packet könnte fragmentiert worden sein, dann kriegst du die Daten
> evtl. auf mehrere reads verteilt, oder es könnten mehrere writes
> zusammengefasst worden sein (NAGLE am Server), dann kommen in einem read
> mehrere "Nachrichten" auf einmal."
> Er erklärt den vorgenannten Umstand also direkt mit der Fragmentierung,
> und das ist, egal, wie man es dreht und wendet, schlicht und ergreifend:
> falsch.

Na ja. Wann kommt denn ein UDP-Paket NICHT in einem Rutsch im Userspace 
an? IP reassembly hat damit direkt nichts zu tun. Aber so ein Fall kann 
auftreten wenn Empfangspuffer zu klein sind, also bei grossen Paketen. 
Und grosse Pakete werden eher in mehrere frames fragmented und 
reassembled als kleine.

Ich fand den Rat von Ernst, bis auf die ungenaue Begründung, recht 
hilfreich. Und ich empfinde eine Aufforderung, solche Hilfe wegen eines 
Details zu unterlassen, als recht arrogant. Aber YMMV.

LG, Sebastian

von Ein T. (ein_typ)


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Sebastian schrieb:
> Na ja. Wann kommt denn ein UDP-Paket NICHT in einem Rutsch im Userspace
> an? IP reassembly hat damit direkt nichts zu tun. Aber so ein Fall kann
> auftreten wenn Empfangspuffer zu klein sind, also bei grossen Paketen.

Das ist aus mehreren Gründen ein anderer Fall: erstens geht es hier im 
TCP, zweitens geschieht die IP-Fragmentierung nunmal im IP-Protokoll, 
also auf der Netzwerkschicht unterhalb des UDP-Protokolls. Um 
IP-Fragmentierung und -Reassembly kümmert sich der IP-Stack im Kernel 
des Betriebssystems -- in einem Linux-Kernel Version 5.4 in der Funktion 
ip_local_deliver() (net/ipv4/ip_input.c:240), die ihrerseits wiederum 
ip_is_fragment() (include/net/ip.h:386) und ip_defrag() 
(net/ipv4/ip_fragment.c:474) verwendet, um zu prüfen, ob ein IP-Paket 
fragmentiert ist, und es defragmentiert, wenn dies der Fall ist. All das 
findet unterhalb der UDP- auf der IP-Schicht anhand des IP-Feldes 
"Identification" im 5. und 6. Byte des IP-Headers statt.

> Ich fand den Rat von Ernst, bis auf die ungenaue Begründung, recht
> hilfreich. Und ich empfinde eine Aufforderung, solche Hilfe wegen eines
> Details zu unterlassen, als recht arrogant. Aber YMMV.

Das Problem ist halt, daß sich so etwas dann festsetzt. Mir sind schon 
eine ganze Reihe von Benutzern mit falschen, dennoch aber felsenfesten 
Überzeugungen über den Weg gelaufen, die sich nicht einmal durch 
Verweise auf einschlägige Fachliteratur, die korrekten RFCs oder dem 
Zeigen des entsprechenden Kernelcode von ihren falschen Vorstellungen 
abbringen ließen. Wenn man mit solchen Leuten gemeinsam eine Lösung 
finden muß, kann das sehr enervierend werden. Deswegen halte ich es 
besonders bei Anfängern für sinnvoll, einen gewissen Wert auf 
Korrektheit zu legen.

von Εrnst B. (ernst)


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Ein T. schrieb:
> erstens geht es hier im
> TCP, zweitens geschieht die IP-Fragmentierung nunmal im IP-Protokoll,
> also auf der Netzwerkschicht unterhalb des UDP-Protokolls.

So, und jetzt denk etwas weiter, das Gesamtsystem betrachten.

Was könnte die Ursache für die IP-Fragmentierung sein?
Was ist eine "path mtu discovery"?
Wieso hat jetzt auf einmal ICMP was damit zu tun?
Welchen Einfluss hat diese MTU auf die TCP MSS?
Welchen Einfluss könnte die TCP MSS darauf haben, wie "reads" und 
"writes" auf Sender- und Empfängerseite zusammenpassen?

von Ein T. (ein_typ)


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Εrnst B. schrieb:
> Was könnte die Ursache für die IP-Fragmentierung sein?
> Was ist eine "path mtu discovery"?
> Wieso hat jetzt auf einmal ICMP was damit zu tun?
> Welchen Einfluss hat diese MTU auf die TCP MSS?
> Welchen Einfluss könnte die TCP MSS darauf haben, wie "reads" und
> "writes" auf Sender- und Empfängerseite zusammenpassen?

Ich empfehle Dir gerne entsprechende Fachliteratur, wenn Du möchtest. 
Ein ganz guter Einstieg ist "Computer Networks" von Andrew S. Tanenbaum 
(ja, dieser Tanenbaum).

von Εrnst B. (ernst)


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Und ich empfehle dir, es einfach mal auszuprobieren.

Schnapp dir strace und netcat, wie Daniel, bastel dir eine Verbindung 
mit verstellbarer MTU dazwischen, und Teste.

Und wenn du dann feststellst, dass die MTU und damit IP-Fragmentierung 
doch einen Einfluss auf TCP haben, kannst du ja immer noch deine 
Fachliteratur und die Linux-Sourcen nach dem Grund dafür durchforsten.

von Daniel A. (daniel-a)


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Ein T. schrieb:
> Das Problem ist halt, daß sich so etwas dann festsetzt.

Das mag sein, aber dass muss jeder selbst lernen, dass man nicht alles 
für bare münze nehmen kann. Tatsächlich ist es so, dass so ziemlich jede 
nicht-tautologische Aussage falsch, ungenau, oder in gewissen fällen 
nicht richtig, ist. Ich habe noch nie eine Erklärung gesehen, die 
unbestreitbar richtig wäre.

Nur schon was mir in der Schule alles für Blödsinn erzählt wurde. 
Elektronen umkreisten Atome (keiner weiss so genau, wie man sich diese 
X-dimensinale Wahrscheinlichkeitswolken am besten vorstellt). a^2 + b^2 
= c^2 (das Universum ist nicht euklidisch). Die Erde ist eine Kugel 
(Eher ein Rotationsellipsoid, aber auch nur näherungsweise). CPUs führen 
Instruktionen aus (sieh führen heutzutage Microcode aus. Wobei, auch das 
ist eine Simplifizierung). Hardware ist Physisch (dann lernt man von 
FPEGAs). etc.

Kann man endlos weiterführen. Dass muss jeder für sich selbst lernen, 
dass nie etwas komplett richtig ist. Man kann nichts wissen. Man kann 
nur sein Verständnis von Sachverhalten verbessern. Schritt für schritt.

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