Ich suche einen günstigen Mikrocontroller mit Ethernet.
Folgende Anforderungen hätte ich:
- ARM Cortex M basiert
- Ethernet
- 1x SPI
- 1x I2C
- 4x I/O
- QFP oder SOP Gehäuse
Da reicht normalerweise was ziemlich kleines, wenn Ethernet nicht wäre.
Ein STM32F4 wäre etwas übertrieben für meine Anwendung.
Kann mir jemand einen günstigen Controller empfehlen, der diese
Anforderungen erfüllt?
Kleiner als Cortex-M3 wird's mit Ethernet nicht werden. Der Mehrpreis
von Cortex-M4 Controllern ist sehr überschaubar.
Wobei im Moment scheint es garkeine Cortex-M mit Ethernet tatsächlich zu
geben. Alles was ich in letzter Zeit dahingehend gesucht habe, hat 1-2
Jahre (!) Lieferzeit...
Pepe schrieb:> ESP32 ?
Du plenkst!
> Wenn du auf arm bestehst bekommst du irgendeine frickellösung ohne> support oder beispielcode.
Von CMX gibt es sehr gute Bibliotheken in diversen Ausbaustufen.
Unter anderem fuer den STM32F107.
Aber auch fuer die MIPSe von Microtschip.
Die sind in Verwendung deutlich weniger frickelig als ein ESP32.
Der STM32F107 wirkt ideal, aber sind die momentan dafür aufgerufenen
Preise (DigiKey >10€) normal oder dem Chipmangel geschuldet?
In meiner Erinnerung gab es für das Geld auch schon F4, F7 und H7.
Alex schrieb:> Da reicht normalerweise was ziemlich kleines, wenn Ethernet nicht wäre.
Dass du aber zum Controller noch einen PHY brauchst ist dir
hoffentlich klar. Das braucht praktisch jeder, ausser sehr
exotische Controller (weiss jetzt grad keinen).
Es sei denn du gibst dich mit der Performance eines W5100/W5500
zufrieden, dann brauchst du aber keinen Controller mit Ethernet
Core. Die W5100/W5500 haben alles drin und brauchen nur SPI-
Anbindung zum Controller. Oft reicht so eine TCP-On-Chip-
Implementierung voll aus und macht die Programmierarbeit
einfacher.
Alex schrieb:> Der STM32F107 wirkt ideal, aber sind die momentan dafür> aufgerufenen Preise (DigiKey >10€) normal oder dem Chipmangel> geschuldet?> In meiner Erinnerung gab es für das Geld auch schon F4, F7 und H7.
Die F1 Serie ist in einem älteren Prozess gefertigt. Grundsätzlich
müsste ein Controller aus der relativ neuen G4-Serie günstiger sein.
uff basse schrieb:> Es sei denn du gibst dich mit der Performance eines W5100/W5500> zufrieden
Für den "quick hack" nehme ich gerne eines dieser Boards.
avr schrieb:> Die F1 Serie ist in einem älteren Prozess gefertigt. Grundsätzlich> müsste ein Controller aus der relativ neuen G4-Serie günstiger sein.
Naja ein älterer Prozess muss nicht automatisch bedeuten, das ein Chip
günstiger ist, weil der Die kleiner ist. Alte Prozesse sind häufig
günstiger, weil die Maschinen längst abbezahlt sind und die Auslastung
geringer ist. Ich habe mal den STM32 Finder bemüht und der STM32F107
scheint in normalen Zeiten schon der günstigste STM32 mit Ethernet MAC
zu sein mit einem Preis von knapp 4$.
Nachdem das ganze sowieso nichts eiliges ist, warte ich noch einige
Monate in der Hoffnung, das der Markt sich wieder normalisiert. Der
Chipmangel wird sicherlich mit einer Überproduktion enden. Derweilen
widme ich mich anderen Projekten.
Die Frage ist, was bei dir günstig heißt. Ist ja starkt
stückzahlenabhängig (Hobby egal, Beruf - einige k oder > 100k?).
Z.B. https://www.silabs.com/mcu/32-bit-microcontrollers?tab=hardware -
Select columns - Ethernet
Einer der mächtigsten von denen mit viel Speicher,
EFM32GG11B820F2048GQ100, war mal bei 7-8Euro. Die mit wenigen Pins und
weniger Speicher sind sicher um einiges günstiger.
Die guten Selection Guides von früher finde ich da leider nicht mehr auf
die Schnelle. Ev. mal bei mouser nach verfügbaren EVA Bords filtern.
Im Wiznet W7500 werkelt ein ARM Prozessor.
Habe ein eval board und keine schlechte Erfahrung damit gehabt. War
nicht lang im Einsatz, dabei lief er aber ohne Probleme.
Wollte es nur genannt haben
DerEgon schrieb:> Kann man die Wiznet-ARMe denn selbst programmieren, oder ist man auf> Gedeih und Verderb auf den Wiznet-IP-Stack angewiesen?
Meines Wissens ist der IP-Stack in Hardware vorhanden.
DerEgon schrieb:> denn selbst programmieren
Das verhält sich wie ein normaler M0+ der HW-seitig mit einem w5500(?)
verbunden ist. Es gibt allerlei Beispiele (mbed, platformio) ich hatte
ihn damals mit Segger Studio programmiert.
Christian K. schrieb:> Weiterer Vorteil des Wiznet W7500, er ist verfügbar.
Der W5500 aber auch:
https://www.mouser.de/ProductDetail/WIZnet/W5500?qs=2vh%252B45pPFtzthUpYPd4pqA%3D%3D
Der große Vorteil des W5500 ist, der PHY ist bereits integriert.
Ein externer PHY + 25MHz Takt ist vom Layout her schon etwas
anspruchsvoll.
Wir hatten z.B. das Problem, daß bei Störimpulsen (ESD-Test) der PHY
(LAN8720) abgestürzt ist und leider dessen Resetpin nicht zum LPC4375
geführt war. Wir mußten zur Abhilfe eine Abschirmblech in das Gerät
einbauen.
Hach ja die guten Luminary. Wir hatten zum Zeitpunkt der Abkündigung
eine relativ komplexe Firmware mit Ethernet fast fertig. Sind dann zu ST
(F207) gewechselt
Gut an den Dingern war auch, dass sie ihre HAL-Bibliotek in einem
ROM-Bereich gleich mitgebracht haben
Die TI TIVA haben auch die PHY onboard.
Und ein ROM-Lib.
Ansonsten mit externer PHY:
- LPC1768
- STM32F107
- kein ARM: RX62/63
- kein ARM: Microchip PIC32
- wenn der Preis nicht stoert: X-Port
Ein paar Exoten koennte ich auch noch aufzaehlen (eCog1X)...
> Für Mondpreise (50€) sind sie noch bestellbar
Einrn LM3S3748 habe hier auch noch. Aber gerade der hat kein Ethernet.
Der kleinste davon waer wohl der STM32F107.
Andi B. schrieb:> Die Frage ist, was bei dir günstig heißt. Ist ja starkt> stückzahlenabhängig (Hobby egal, Beruf - einige k oder > 100k?).
Klar sind die Preise in hohen Stückzahlen geringer, trifft ja auf die
meisten Bauelemente zu, aber ein „günstiger“ Baustein wird auch in
großen Stückzahlen noch günstig bleiben.
Christian K. schrieb:> Der W7500P hat die PHY integriert.
Der ist zwar nicht günstig wie ein STM32F107 in normalen Zeiten, aber
man spart sich auch den PHY, klingt für mein Vorhaben sehr interessant.
Alex schrieb:> Andi B. schrieb:>> Die Frage ist, was bei dir günstig heißt. Ist ja starkt>> stückzahlenabhängig (Hobby egal, Beruf - einige k oder > 100k?).>> Klar sind die Preise in hohen Stückzahlen geringer, trifft ja auf die> meisten Bauelemente zu, aber ein „günstiger“ Baustein wird auch in> großen Stückzahlen noch günstig bleiben.
Das hast du falsch verstanden. Für einige meiner beruflichen Projekte
darf ein Cortex-M3 nicht viel mehr als 1€ kosten. Für andere darf sogar
ein popeliger 16bitter PIC über 5€ kosten. Für meine privaten Projekte
ist auch 8€ günstig genug. Also solange du weder sagst was du unter
günstig meinst, also konkret in Euros, bzw. nicht mal deine
Rahmenbedingungen angibst, ist dir nicht zu helfen.
Soweit ich weiß gibt es für den RP2040 eine Emulierung von RMII mithilfe
der PIO Module mit fertig portierten lwIP. Dürfte auch eine Idee sein
mal zu probieren.