Hallo,
gibt es seriöse Schätzungen, wie viel Energie das Internet weltweit
verbraucht, auch unter Einbeziehung der benötigten Energie für die
Herstellung der Infrastruktur wie Leitungen, Halbleiter, Satelliten,
Klimatisierung von Serverräumen usw.?
Es wird geschätzt, daß derzeit 20-25% der gesamten Stromerzeugung der
Welt für IT Zwecke benötigt wird. Habe ich irgendwo mal gelesen. Ob das
realistisch ist, weiß ich nicht.
Beim Strom einfach mal der Verbrauch der Sektoren Haushalte zur
Industrie von 1990 mit 2020 vergleichen. Das kommt näherungsweise gut
hin.
Bei Dir zu Hause früher ein Telefon, das aus der Telefonleitung gespeist
wurde. Bei 1h Telefonate im Durchschnitt und 40 Mio Haushalte waren das
rund 4kWh/Jahr*40Mio, aber nicht auf Deiner Stromrechnung.
Dein Telefonrouter benötigt in Ruhe rund 7W im Betrieg moderates surfen
10W. Da bist Du bei 80kWh/Jahr*40Mio.
Dazu kommt noch der Rechner mit Monitor, rund 80kWh (wenn nur 2h täglich
genutzt)
Das Smartphone nur täglich einmal wieder nachgeladen, kommen rund
5kWh/Jahr hinzu.
Bell schrieb:> Es wird geschätzt, daß derzeit 20-25% der gesamten Stromerzeugung der> Welt für IT Zwecke benötigt wird. Habe ich irgendwo mal gelesen. Ob das> realistisch ist, weiß ich nicht.
Das stimmt sicher nicht.
Der Stromverbrauch weltweit liegt ca bei ca. 23845 Terrawattstunden.
Siehe
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/239764/umfrage/weltweiter-stromverbrauch/
Wenn ich mit meinem Laptop mit geschätzten 10 Watt, 8 Stunden pro Tag,
300 Tage pro Jahr online bin:
10*8*300 = 24kWh
Wenn das ca. 1 Milliarde Menschen im Jahr machen:
24 kWh*1e9 = 24 Terrawatt.
Gesamter Stromverbrauch ist ca. 24000 Terrawattstunden.
Damit liegt der weltweite Verbrauch bei ca. 1 Promille.
Ok, viele haben einen PC, der mehr verbraucht. Dafür haben viele ein
Smartphone, das weniger verbraucht, und die wenigsten haben den PC 8
Stunden 7 Tage die Woche an.
Ok, die IT Infrastruktur ist da nicht dabei, ich gehe aber davon aus,
dass die Infrastruktur < 10% des Stromverbrauchs der Benutzer ausmacht.
Mit der groben Abschätzung liege ich also bei ca. 1 Promille.
Gruss,
Udo
Ranga Yogeshwar hat mal gesagt, dass bei Nutzung der Suchfunktion im
Internet, pro Anfrage soviel Energie verbraucht wird, wie eine 8 Watt
Energiesparlampe pro Stunde verbraucht. Das war allerdings vor 10
Jahren.
Heute wird das Internet wohl deutlich energieeffizienter aufgebaut sein,
als noch vor 10 Jahren.
Michael M. schrieb:> Ranga Yogeshwar hat mal gesagt, dass bei Nutzung der Suchfunktion im> Internet, pro Anfrage soviel Energie verbraucht wird, wie eine 8 Watt> Energiesparlampe pro Stunde verbraucht. Das war allerdings vor 10> Jahren.>> Heute wird das Internet wohl deutlich energieeffizienter aufgebaut sein,> als noch vor 10 Jahren.
Das war schon damals falsch. Eine Suchfunktion dauert vielleicht 0.2
Sekunden.
Wenn die Suche auf einem 1000 Watt Server ausgeführt wird, dann sind das
0.2/(60*60)*1000 = 0.06 Wattstunden. Eine 8 Watt Lampe braucht in der
Stunde 8 Wattstunden, also das 144 fache.
> Wie viel Energie benötigt das Internet?
Weltweit beträgt der Stromverbrauch der Informations- und
Kommunikationstechnik im Jahr 2018 etwa 2300 Terawattstunden (TWh).
Allein das Internet hat damit einen Anteil von 10 Prozent am weltweiten
Stromverbrauch.
https://de.wikipedia.org/wiki/Digitalisierung
Georg M. schrieb:> Weltweit beträgt der Stromverbrauch der Informations- und> Kommunikationstechnik im Jahr 2018 etwa 2300 Terawattstunden (TWh).> Allein das Internet hat damit einen Anteil von 10 Prozent am weltweiten> Stromverbrauch.>> https://de.wikipedia.org/wiki/Digitalisierung
Darin stehen nur unbewiesene Behauptungen...
Martin schrieb im Beitrag #7155119:
> Tatsache bleibt dass wer wirklich grün denkt, wer den klimawandel ernst> nimmt, wer zur letzten generation gehört sollte das internet nicht> nutzen.
Das ist sicher keine Tatsache, sondern eine Behauptung ohne Beweis.
Georg M. schrieb:> Allein das Internet hat damit einen Anteil von 10 Prozent am weltweiten> Stromverbrauch.
Wenn man mal die *orno-Seiten abschalten würde, wären es vielleicht noch
0,2% :-)
Udo K. schrieb:> Darin stehen nur unbewiesene Behauptungen...
Ja nun, Beweise wirst du nicht finden, nur bessere und schlechtere
Schätzungen.
Aber einen erklecklichen Anteil am Stromverbrauch machen Bitcoin-Miner
aus und Videostreaming.
Dann die dauerlaufenden Server die meist nichts zu tun haben.
Und ganz zum Schluss kommt dein PC.
F104G schrieb:> Wenn man mal die *orno-Seiten abschalten würde, wären es vielleicht noch> 0,2% :-)
Naja die _orno-Seiten sind nur was für junge Leute. Bei uns alten Säcken
ist dieses Bedürfnis zum Glück bereits abgestorben. Da hat man wieder
Zeit für interessantere Dinge :-)
> Wenn man mal die *orno-Seiten abschalten würde, wären es vielleicht noch> 0,2% :-)
Das Verbot jeglicher Werbung im Internet würde genauso 90 % der
Energie einsparen. Die wird pikanterweise obendrein noch per
Javascript dem unfreiwilligen Werbeopfer auferlegt.
Weg damit!
F104G schrieb:> Wenn man mal die *orno-Seiten abschalten würde, wären es vielleicht noch> 0,2% :-)
Damit wäre das Internet dann auch tot, es gibt ja ein Video
"The internet is for corn"...
> Ein 1-Sockel Server mit einem AMD EPYC liegt bei> 200-300W, plus Storage, und verarbeitet 128 Threads echt parallel.
Ja, dass Erzeugen von SPAM ist zu billig.
Endlich werden richtige Themen angesprochen. Aber auch die
Energiefresser im Haushalt sollten konsequent per Gesetz verboten
werden. Bei Kaffeemaschinen, Staubsaugern und Glühbirnen wurde bereits
vom Gesetzgeben reagiert.
Niemand braucht mehrere Monitore und Rechner mit 500W Netztteilen. Jeder
muss seinen Beitrag leisten. Auch die Klimaleugner mit drei Monitoren
und zwei Rechnern (und vielleicht dazu noch mit einem ausfahrbaren
Tisch!).
PS: Und die Anzahl der Google-Anfragen limitieren (z.B. max 10 pro Tag)
- das könnte ein guter Anfang sein!
Danke für die regen Antworten!
Ich frage mich grade, ob man kollaterale Sachen wie das Cryptomining
auch dem Internet-Energieverbrauch zuschlagen müsste.
Darüber hinaus hilft das Netz auf die eine oder andere Weise vielleicht
auch, Energie zu sparen. Hat jemand dazu eine Idee?
... schrieb:> Das Verbot jeglicher Werbung im Internet würde genauso 90 % der> Energie einsparen.
Sehr interessanter Gedanke!
MaWin schrieb:> Aber einen erklecklichen Anteil am Stromverbrauch machen Bitcoin-Miner> aus und Videostreaming.
Yep, das ist der teurere Anteil. Eine Google-Anfrage ist selbst mit der
gesamten dafür erforderlichen Infrastruktur vergleichsweise Kleinkram.
Bei Streaming spielen aber nicht nur bei Clients und Servern mit,
sondern ganz besonders die Netzwerk-Infrastruktur dazwischen.
Kai schrieb:> Ich frage mich grade, ob man kollaterale Sachen wie das Cryptomining> auch dem Internet-Energieverbrauch zuschlagen müsste.
Natürlich! Genauso wie Computergaming.
Als erstes sollte man Redbull verbieten:
https://de.globometer.com/recycling-redbull.php
Weltweit werden 68 Millionen Tonnnen Aluminium produziert.
Um ein Kilo zu schmelzen braucht man 700 Wattstunden.
Das sind ca. 0.2 % des weltweiten Stromverbrauchs.
Die 4 Milliarden Redbull Dosen pro Jahr machen zwar nur 0.1%
des Aluverbrauchs aus, aber der Zucker ruiniert unser Gesundheitssystem.
Siehe Robert Lustig, die bittere Wahrheit über Zucker:
https://www.youtube.com/watch?v=dBnniua6-oM
Gruss,
Udo
Udo K. schrieb:> Wenn das ca. 1 Milliarde Menschen im Jahr machen:
Es gibt ca. 5 Mrd. Internetnutzer weltweit.
https://www.enviam-gruppe.de/energiezukunft-ostdeutschland/verbrauch-und-effizienz/stromverbrauch-internetUdo K. schrieb:> Ok, die IT Infrastruktur ist da nicht dabei, ich gehe aber davon aus,> dass die Infrastruktur < 10% des Stromverbrauchs der Benutzer ausmacht.
Wie ebenfalls obiger Quelle zu entnehmen ist, benötigt die IT
Infrastruktur in Deutschland bereits bereits 13 TWh/a. Also mehr als 50%
Deines geschätzten weltweiten Benutzerstromverbrauchs allein durch die
Infrastruktur in Deutschland.
from Monday to Sunday for Future schrieb:> Endlich werden richtige Themen angesprochen. Aber auch die> Energiefresser im Haushalt sollten konsequent per Gesetz verboten> werden. Bei Kaffeemaschinen, Staubsaugern und Glühbirnen wurde bereits> vom Gesetzgeben reagiert.
Bevor nicht die (Leuchtreklame) Werbung in der Stadt drastisch
eingeschränkt wird, mache ich da nichts. Die braucht nicht nur Energie,
sondern führt zur Verblödung.
Stetes Ärgernis für mich sind Sender mit "Zwangs-HD", die keine
niedrigeren Auflösungen erlauben. Nachrichten schauen geht auch mit
640x480, aber bei solchen HD-Kanälen werden mein Modem und auch der
Laptop recht heiß.
Vermutlich geht auch viel Rechenleistung für Werbung drauf, wenn ich mir
z.B. Webseiten mit ca. 100 cookies und Einbettung entsprechend vieler
ad-server ungefiltent anschauen würde. ublock und noscript sind also
Stromsparprogramme.
(prx) A. K. schrieb:> Eine Google-Anfrage ist selbst mit der> gesamten dafür erforderlichen Infrastruktur vergleichsweise Kleinkram.
Auch Kleinvieh macht Mist! Vielleicht ist der Energiebedarf pro Anfrage
vernachlässigbar klein, aber wieviele Anfragen werden pro Minute
abgeschickt?
Eben, ohne Regulierung wird auch diese Sache böse ausgehen.
J.-u. G. schrieb:> Es gibt ca. 5 Mrd. Internetnutzer weltweit.
Die aber nicht alle 8h/Tag ständig online sind. Schon 1 Mrd. ist hoch
gegriffen.
>> https://www.enviam-gruppe.de/energiezukunft-ostdeutschland/verbrauch-und-effizienz/stromverbrauch-internet>> Udo K. schrieb:>> Ok, die IT Infrastruktur ist da nicht dabei, ich gehe aber davon aus,>> dass die Infrastruktur < 10% des Stromverbrauchs der Benutzer ausmacht.>> Wie ebenfalls obiger Quelle zu entnehmen ist, benötigt die IT> Infrastruktur in Deutschland bereits bereits 13 TWh/a. Also mehr als 50%> Deines geschätzten weltweiten Benutzerstromverbrauchs allein durch die> Infrastruktur in Deutschland.
Bei einem Stromverbrauch von ca. 100 Watt / 8-Kerne-Intel-CPU sind das
ca. 352 Millionen Prozessorkerne, die das ganze Jahr über laufen.
Das sind ca. 4 Prozessorkerne für jeden Deutschen, die zu 100% das ganze
Jahr laufen.
Kommt mir arg übertrieben vor, oder wird in Deutschland so viel
simuliert?
Udo K. schrieb:> Bei einem Stromverbrauch von ca. 100 Watt / 8-Kerne-Intel-CPU sind das> ca. 352 Millionen Prozessorkerne, die das ganze Jahr über laufen.>> Das sind ca. 4 Prozessorkerne für jeden Deutschen, die zu 100% das ganze> Jahr laufen.
Da gibt es schon etwas mehr Verbraucher als nur Prozessoren. Als erstes
fällt mir da z.B. die Klimatisierung der Rechenzentren etc. ein. Und
auch der Bedarf von Speichersystemen und Übertragungstechnik (Mobilfunk)
spielt eine Rolle.
J.-u. G. schrieb:> Da gibt es schon etwas mehr Verbraucher als nur Prozessoren. Als erstes> fällt mir da z.B. die Klimatisierung der Rechenzentren etc. ein. Und> auch der Bedarf von Speichersystemen und Übertragungstechnik (Mobilfunk)> spielt eine Rolle.
Wird sicher so sein. Aber ich gehe davon aus, dass die Prozessoren den
Hauptteil ausmachen. Die Kühlung in Rechenzentren ist heutzutage dank
höherer Temperatur recht effizient. Die Modems brauchen sicher auch
etliches an Strom, aber davon gibt es viel weniger.
DANIEL D. schrieb:> Was ist mit den Millionen Netzwerkswitchen die verbraten mehr als so> mancher Desktop Rechner.
Auf jeden Switch kommen N Rechner/Benutzer, damit spielen die in erster
Näherung keine grosse Rolle.
from Monday to Sunday for Future schrieb:> Auch Kleinvieh macht Mist! Vielleicht ist der Energiebedarf pro Anfrage> vernachlässigbar klein, aber wieviele Anfragen werden pro Minute> abgeschickt?
Laut google 3.8 Millionen.
Udo K. schrieb:> (prx) A. K. schrieb:>>> Bei einem Stromverbrauch von ca. 100 Watt / 8-Kerne-Intel-CPU>>>> Wie kommst du auf diesen Wert?>> Hier zum Beispiel:
Das ist der Stromverbrauch während die Benchmarks laufen. Läuft dein
Heim-PC 24 Stunden 7 Tage die Woche auf Vollast?
"Idle power consumption can be reduced to a mere 5.19W average with the
default Windows Power Saver plan. Under this power plan, the 12600K
retained a reasonable degree of system responsiveness and averaged 9.88W
while in use for simple work tasks like typing and photo editing."
https://www.pcinvasion.com/intel-i5-12600k-gaming-performance-review/2/
Udo K. schrieb:> Auf jeden Switch kommen N Rechner/Benutzer, damit spielen die in erster> Näherung keine grosse Rolle.
Dafür laufen die Tag und Nacht, und alle paar km braucht man wieder
einen. Dann hängen da noch die Funkmasten und andere Switche dran.
Dann WLAN in jeder Schule, MC Donalds, Rewe Markt, Firma, das läppert
sich.
(prx) A. K. schrieb:> Das ist der Stromverbrauch während die Benchmarks laufen. Läuft dein> Heim-PC 24 Stunden 7 Tage die Woche auf Vollast?
Lies meine Text nochmal. Ich bezog mich auf eine zu 100% laufende CPU,
und mit den 13 Terrawattstunden die die IT Infrastruktur angeblich
verbraucht,
kann jeder Deutsche 4 CPU Kerne zu 100% das ganze Jahr betreiben.
Machen die alle Bitcoin-Mining?
DANIEL D. schrieb:> Dafür laufen die Tag und Nacht, und alle paar km braucht man wieder> einen. Dann hängen da noch die Funkmasten und andere Switche dran.>> Dann WLAN in jeder Schule, MC Donalds, Rewe Markt, Firma, das läppert> sich.
Wie schon gesagt, kommt trotzdem auf jeden Switch viele Benutzer.
Und auch (moderne) Switches haben einen Standby Modus.
Als Vergleich:
Der Deutsche trink im Durchschnitt 68 Liter Tee:
https://www.teeverband.de/files/bilder/Presse/Marktzahlen/TeeReport_2020_ES.pdf
Der Stromverbrauch zum Tee Kochen liegt ungefähr bei 0.1% des
Gesamtstromverbrauchs in DE von 556 Terawattstunden.
Das ist ca. so viel wie mein geschätzter (und sicher falscher)
Stromverbrauch für Laptops/PCs/Smartphones.
Jetzt aber genug davon - sonst können wir uns das nicht mehr leisten.
Udo
Udo K. schrieb:> Das war schon damals falsch. Eine Suchfunktion dauert vielleicht 0.2> Sekunden.> Wenn die Suche auf einem 1000 Watt Server ausgeführt wird, dann sind das> 0.2/(60*60)*1000 = 0.06 Wattstunden. Eine 8 Watt Lampe braucht in der> Stunde 8 Wattstunden, also das 144 fache.
Bist du Milchmädchen von Beruf? ALLE Seiten müssen zunächst indiziert
werden, der Index muss ständig aktuell gehalten werden. Dazu müssen
erstmal die Bots das Internet abgrasen und die Seiten in Suchindexe
einpflegen. Die Crawler laufen rund um die Uhr, nichts mit 0,2s. Die
0,2s beziehen sich nur auf die Abfrage des Indexes. Außerdem muss deine
Suchanfrage noch archiviert werden mit sammt deinen
Browser-Fingerprints, IP usw. Jeder Seitenlink, den du in der
Suchmaschine aufrufst, meldet das an die Suchmaschine zurück um die
Sortierung für die Zukunft anzupassen. Über die aktualisierten Daten
laufen dann wieder rund um die Uhr Dienste drüber, um die Suchergebnisse
zu sortieren.
Außerdem müssen alle Daten an Rechenzentren (angemietet bei Amazon, MS
usw.) der NSA und des FBI (seperat) übermittelt werden. Da laufen dann
noch auswertende Algorithmen drüber.
Der Energieverbrauch der Paketvermittlung ist da noch gar nicht
berücksichtigt.
Hallo
Insgesamt wird eine eindeutige Aussage sehr schwer werden da es ja viele
Definitionen geben kann:
Zählt dir Herstellung der hardware mit dazu? Ist noch ein recht leicht
zu definirender Punkt, es gibt aber vieles was halt ein wenig aber nicht
ganz dazu gehört.
Nebenbei:
Was wird denn durch das "Internet" und all seine Dienste eingespart -
z.B. an Gebäuden in Form von Läden, an Büros, an Fahrten, bezüglich der
ganz praktischen Geldbeschaffung und herstellung?
Und vor allem und ganz Fundamental:
Martin schrieb im Beitrag #7155119:
> Tatsache bleibt dass wer wirklich grün denkt, wer den klimawandel ernst> nimmt, wer zur letzten generation gehört sollte das internet nicht> nutzen.>> Insbesondere energieintesnsives wie video streamen oder google crawlbots> müssen verboten werden!
Und wofür lebt man dann eigentlich wenn man diesen Grundgedanken
weiterspinnt?
Krankenhäuser und Backupsyteme bei Feuerwehr, Notstromversorgung, das
Militär die meist nie gebraucht werden und der Katastrophenschutz
ansich sind Energie"vernichter" ohne Ende - warum diese nicht
abschalten.
Aller Verkehr der nicht mit Biologischer Antriebskraft verrichtet wird
braucht jede menge Energie.
usw.
Das alles sind aber die Dinge die unser Leben lebenswert, einfacher und
zum großen Teil angenehm machen - verzichten muss man wenn man nicht
mehr am Leben ist...
Der neue ironische Titel auch den Grabstein lautet dann nicht mehr:
"Er starb Reich und Gesund, seine Erben danken es ihn"
sondern
"Er starb Reich, Gesund und hat sich nie was gegönnt auch keine Bildung
und Unterhaltung außer einmal als er zu Fuß seine Wohnhöhle mal
verlassen hat und die Wohnhöhle seiner Nachbarn in 20km Entfernung
besuchte"
Maxe schrieb:> Bist du Milchmädchen von Beruf? ALLE Seiten müssen zunächst indiziert> werden, der Index muss ständig aktuell gehalten werden.
Das stimmt sicher. Aber auf eine eine Indizierung kommen Tausende wenn
nicht sogar Millionen Suchabfragen. Ich würde daher schätzen, dass die
Indizierung weniger Energie braucht.
Helmut H. schrieb:> Hier die Aufteilung des Stromverbrauchs in deutschen Rechenzentren laut> https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Rechenzentren-in-Deutschland-2022
Das bezweifle ich ja nicht (*). Trotzdem kann mit der Energie jeder
Deutsche 4 CPU Kerne zu 100% ein Jahr lang betreiben. Das kommt mir
halt viel vor. Aber was weiss ich schon, welche Simulationen etwa im
Aktienmarkt tagtäglich laufen.
Interessanterweise wird uns armen Endverbrauchern von den Grünen immer
das schlechte Gewissen eingeredet...
Jetzt aber wirklich genug davon.
Udo
(*) Ein bischen bezweifle ich es schon - es dürfte ja alles andere als
einfach sein zu den genauen Daten zu kommen.
Ich kenne auch die Faustformel, dass etwa 10% der Energie für das
Internet aufgewendet werden müssen und ca. 20% für die IT insgesamt.
Die vielen kleinen und großen Rechenzentren nicht vergessen. Wir haben
20 Server, von denen nur zwei von außen sichtbar sind (als Teil des
Internet).
Die Kühlung der Serverräume verursacht nach Faustformel doppelt so hohe
Kosten wie der Stromverbrauch der Server selbst.
Switche sind auch nicht zu unterschätzen: unser "Core" hatte 3 NT mit
jeweils 2 kW. Die hat Cisco da sicher zum Spaß eingebaut.
Udo K. schrieb:> Das war schon damals falsch. Eine Suchfunktion dauert vielleicht 0.2> Sekunden.> Wenn die Suche auf einem 1000 Watt Server ausgeführt wird, dann sind das> 0.2/(60*60)*1000 = 0.06 Wattstunden. Eine 8 Watt Lampe braucht in der> Stunde 8 Wattstunden, also das 144 fache.
Welch Glück, dass der Anfragende unmittelbaren Zugriff auf den Server
hat ...
kleiner Admin schrieb:> Ich kenne auch die Faustformel, dass etwa 10% der Energie für das> Internet aufgewendet werden müssen und ca. 20% für die IT insgesamt.
Halte ich für komplett falsch, weil vom Haushaltsanteil abgeleitet, Und
der berücktsichtigt eben nicht die Stromaufwendungen für Transport
(Bahn, zunehmend auto, gering Transportbänder). Die Aufwendung für
prozesswärme (Elektrostahlöfen etc. pp. dürfte auch immens sein). Ich
tippe da eher auf einstelligen bereich 1% für Internet und co.
Man könnte ja schauen wie sich der Gesamtenergiebedarf für Länder
verändert wenn sie Internet einführen. beispielsweise Mongolei oder
Nordkorea. Das dürfte den bedarf nur gering verändern.
Percy N. schrieb:> Welch Glück, dass der Anfragende unmittelbaren Zugriff auf den Server> hat ...
Dank Lastverteilung hat er den, oder wie glaubst du managed google 64000
Anfragen pro Sekunde?
> Ich würde daher schätzen, dass die> Indizierung weniger Energie braucht.
Der Qualitaet der Suchergebnisse legt nahe, dass fuer die
Indizierung ueberhaupt keine Energie aufgewendet wird.
Wozu auch. Als erstes kommen immer die "Werbeeinblendungen".
Das wirklich gesuchte Ergebnis findet sich irgendwo ab Seite 20.
Aber auch nur, wenn Mann mit einem + davor auf die Wichtigkeit
hingewiesen hat.
Udo K. schrieb:> Bevor nicht die (Leuchtreklame) Werbung in der Stadt drastisch> eingeschränkt wird, mache ich da nichts. Die braucht nicht nur Energie,> sondern führt zur Verblödung.
Vielleicht sollten wir zu rein textbasierten Webseiten zurückkehren als
ersten Schritt. Dann wäre der Lynx-Browser auch wieder sehr sinnvoll.
Michael M. schrieb:> Heute wird das Internet wohl deutlich energieeffizienter aufgebaut sein,> als noch vor 10 Jahren.
"wird wohl" heißt eigentlich "würde mir wünschen".
Aber denke mal an das schiere Datenvolumen für eine poplige
Durchschnittsseite.
Einmal Google aufgerufen = etwa 1.5 MB
Einmal Ebay aufgerufen = etwa 2.5 MB
Einmal Ali aufgerufen = etwa 6 MB
Das war schon mal deutlich weniger. Und wenn man an die Zeiten von
Fidonet usw. zurückdenkt, dann war das damals um Größenordnungen
weniger. Ich denke mal, daß das Internet heutzutage insgesamt keineswegs
energieeffizienter ist als früher. Alles und jedes ist weitaus
aufgeblähter und solche Dinge wie Tracker, Textvorschläge während des
Tippens, Umwege über NSA et.al. und so sind da noch gar nicht
einbezogen.
W.S.
Udo K. schrieb:> ... eingeschränkt wird, mache ich da nichts.
Also bevor andere nichts machen, macht er auch nichts. Endlich ist
Wahrheit es raus. Je nach Threadthema wird die Vorbildfunktion
herausgehoben, dann würden die meisten nachziehen.
Hans H. schrieb:> Vielleicht sollten wir zu rein textbasierten Webseiten zurückkehren als> ersten Schritt.
Das würde viel Aufwand sparen. Was allein an Traffik durch die Skripte,
Bilder und Videos verursacht werden. Auch frisst das so viel Power, dass
die Endgeräte immmer mehr Leistung in den Prozessoren brauchen. Der
DRM-Schutz und die Verschlüsselung treibt das noch zusätzlich in die
Höhe.
Scheitern ist geil schrieb:> Halte ich für komplett falsch, weil vom Haushaltsanteil abgeleitet, Und> der berücktsichtigt eben nicht die Stromaufwendungen für Transport> (Bahn, zunehmend auto, gering Transportbänder). Die Aufwendung für> prozesswärme (Elektrostahlöfen etc. pp. dürfte auch immens sein). Ich> tippe da eher auf einstelligen bereich 1% für Internet und co.
Mit "Energie" meinte ich den reinen Stromverbrauch, nicht die
Primärenergie, die in der Industrie gerne auch mit Öl und Gas realisiert
wird.
Hinzu kommt der ganze WAN-Bereich. Alle Anschlüsse enden in den grauen
Kästen am Straßenrand, die aktive Komponenten haben.
Die VoIP-Telefone werden auch gerne per PoE vom zentralen Switch aus
versorgt. Bei uns ist wegen Fax/GLT auch noch die analoge Telefonanlage
in Betrieb. (So viel zum Sparen.)
Spektakulär sind natürlich die Supercomputer: Der neue LEVANTE für die
Klimaforschung hat 1000kW und läuft natürlich 24/7 (Platz 63 der
HPC-Top500).
Unsere Racks sind noch auf 4kW ausgelegt, moderne Installationen legen
inzwischen auf >24kW aus. (Ein Rack ist grob gerechnet etwa 1qm
Grundfläche in einem RZ).
Udo K. schrieb:> Percy N. schrieb:>>> Welch Glück, dass der Anfragende unmittelbaren Zugriff auf den Server>> hat ...>> Dank Lastverteilung hat er den, oder wie glaubst du managed google 64000> Anfragen pro Sekunde?
Klar, völlig leistungsfrei von meinem smarty zu googles server in
transatlantien und wieder zurück. Oder hat google alle paar Milchkannen
entfernt ein mirror-system?
kleiner Admin schrieb:> Unsere Racks sind noch auf 4kW ausgelegt
Meine hatten bis 16kW beim Virenscanner plus KLIMATIESIERUNG plus USV.
Man sollte auch die Millionen Fritzboxen die nun 24 h laufen müssen,
weil kein Strom vom Amt mehr kommt, nicht vergessen. Kleinvieh macht
auch Mist!
Udo K. schrieb:> Wenn ich mit meinem Laptop mit geschätzten 10 Watt, 8 Stunden pro Tag,> 300 Tage pro Jahr online bin:>> 10*8*300 = 24kWh
Davon funktioniert noch keine Google Anfrage oder kein Cloud Speicher.
Und deine Datenbits kommen damit bestenfalls bis zum nächsten
Daten-Knoten in der Straße.
from Monday to Sunday for Future schrieb:> Niemand braucht mehrere Monitore und Rechner mit 500W Netztteilen. Jeder> muss seinen Beitrag leisten. Auch die Klimaleugner mit drei Monitoren> und zwei Rechnern (und vielleicht dazu noch mit einem ausfahrbaren> Tisch!).
Richtig so! Und alle dürfen nur noch unter einer Decke heizen (max 3m²).
Autofahren ist auch zu Ende und elektrische Zahnbürste 1x im Monat
(max.)
Der Endsieg gegen das Klima ist dann sicher. Am deutschen Wesen soll die
Welt genesen.
Kai schrieb:> wie viel Energie das Internet weltweit verbraucht
Zu viel.
Technologie war ein Fehler.
Wir sollten das Internet und sämtliche Technologie sofort Abschalten!
Bell schrieb:> Es wird geschätzt, daß derzeit 20-25% der gesamten Stromerzeugung der> Welt für IT Zwecke benötigt wird. Habe ich irgendwo mal gelesen. Ob das> realistisch ist, weiß ich nicht.
Wurden die Bitcoinminer da rausgerechnet?
Es ist ja nicht nur das Internet, wie oft steht irgendwo ein PC der Tag
und Nacht an ist welcher eine stupide einfache Aufgabe übernimmt, z.b
ein Zutrittskontrollsystem, oder vergleichbare Dinge. Überall stehen PCs
welche Tag und Nacht an sind, welche irgendeine primitive Aufgabe
übernehmen die im Grunde von einem dicken Mikrocontroller übernommen
werden könnte
Udo K. schrieb:> DANIEL D. schrieb:>> Was ist mit den Millionen Netzwerkswitchen die verbraten mehr als so>> mancher Desktop Rechner.>> Auf jeden Switch kommen N Rechner/Benutzer, damit spielen die in erster> Näherung keine grosse Rolle.
Jede Vermittlungsstelle/Technikstandort braucht, je nach Größe, schon
mehrere kW. Das macht in Summe auch was aus.
Letztens ist bei einem KDG-Technikstandort für eine 70k-Stadt und deren
Umland die 80A-Sicherung gefallen, weil die Klimaanlagen so viel zu tun
hatten und die USV etwas ineffizient war. Nach Tausch der USV und
Abschaltung einer der 4 Klimaanlagen liegt man jetzt bei ~50A bei
jeweils allen 3 Phasen. Dauerlast. Und das ist kein großer Standort.
Der Verbrauch der lokal gespeisten Verstärker fürs Koax-Netz ist da noch
nicht eingerechnet.
Reinhard S. schrieb:> Jede Vermittlungsstelle/Technikstandort braucht, je nach Größe, schon> mehrere kW. Das macht in Summe auch was aus.>> Letztens ist bei einem KDG-Technikstandort für eine 70k-Stadt und deren> Umland die 80A-Sicherung gefallen, weil die Klimaanlagen so viel zu tun> hatten und die USV etwas ineffizient war. Nach Tausch der USV und> Abschaltung einer der 4 Klimaanlagen liegt man jetzt bei ~50A bei> jeweils allen 3 Phasen. Dauerlast. Und das ist kein großer Standort.>> Der Verbrauch der lokal gespeisten Verstärker fürs Koax-Netz ist da noch> nicht eingerechnet.
Interesssant, dass sind dann ca. 0.25 Watt pro Einwohner. Das bestätigt
meine Vermutung, das die meiste Leistung beim Endbenutzer anfällt.
Der Umfang der Rechner im Bereich Grossfinanz, Bitcoin-Mining,
Überwachung, oder Simulation ist sicher gewaltig. Das sind aber alles
eigene "Wirtschaftszeige", die im Bereich Finanzen oder Militär auch ihr
eigenes Internet verwenden. Bitcoin Mining etwa braucht viel
Rechenleistung aber wenig Internet. Und in der Frage des TE ging es ja
ums Internet.
Jedenfalls müsste der TE mal definieren was genau zum Internet
dazugehört, weil heute hängt jede Firma irgendwie am Internet,
und daher würde das Internet ca. 24000 Terrawattstunden oder 100% der
weltweiten Energie verbrauchen.
Video Streaming geht auf einem modernen Laptop/Handy ohne dass viel
Energie verbraucht wird. Das läuft in spezieller Hardware, da geht
nicht mal der Lüfter am Laptop an - braucht also nicht viel Strom auf
Benutzerseite, und ist in den 0.1% meiner Abschätzung inkludiert.
Auf Seite TCP/IP wird sich da wahrscheinlich auch nicht viel ändern, die
Geräte senden sowieso immer, wenn nix da ist dann halt Nullen.
Udo K. schrieb:> Interesssant, dass sind dann ca. 0.25 Watt pro Einwohner. Das bestätigt> meine Vermutung, das die meiste Leistung beim Endbenutzer anfällt.
Da fehlen dann aber trotzdem noch hunderte weitere Switche und Umsetzer.
Weil da sicher kein 70.000 Port Switch verbaut ist, und man ewig lange
Leitungen zu jedem Haus gelegt hat.