Wärmepumpe Leistungsaufnahme steigt mit Temperatur

OP (Firma: Brainit GmbH) #7158176
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Hallo allerseits,

ich beobachte das schon länger, hab aber keine (physikalische) Erklärung 
dafür: ich bereite Warmwasser mit meiner Wärmepumpe, und da der 
(Drehstrom-)Kompressor an einem eigenen Zähler hängt, kann ich dessen 
Leistungsverbrauch auch aufzeichnen.

Speziell bei der WW-Bereitung sieht man, dass der Kompressor mit etwa 
1100 Watt beginnt, Vorlauftemperatur dürfte da so 45 °C sein, und dann 
fast linear auf 1400 Watt ansteigt (Vorlauftemperatur am Ende etwa 55°).

Warum ist das so? Setzt das Kältemittel mit steigender Temperatur mehr 
Widerstand entgegen? Lässt es sich schwerer komprimieren / verflüssigen?

Ich würde ja verstehen wenn der Kompressor konstante Leistung aufnähme, 
aber die thermische Leistung mit steigenden Temperaturen abnimmt.

Leider habe ich keine Aufzeichnungen zum Temperaturverlauf, um auf den 
Verlauf der thermischen Leistung zu schließen.
Angehängte Dateien:
OP (Firma: Brainit GmbH) #7158194
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Sascha W. schrieb:
> Je höher die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle In und Out, desto
> höher auch die Leistungsaufnahme.

Ich vergaß zu erwähnen: Quelle ist Erdkollektor, also relativ 
konstant/träge.

Sascha W. schrieb:
> Wenn die gleichbleiben würde, so
> müsste ja der COP steigen, der fällt aber mit steigender
> Temperaturdifferenz.

Einen sinkenden COP würde ich ja verstehen, aber nicht die steigende 
(elektrische) Leistungsaufnahme.

Achtung auch auf die begrifflichkeiten: es gibt hier Quelle und Senke, 
und noch Hub und Spreizung. "Temperaturdifferenz" alleine sagt zu 
wenig...
Gast #7158228
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Michael R. schrieb:
> Speziell bei der WW-Bereitung sieht man, dass der Kompressor mit etwa
> 1100 Watt beginnt, Vorlauftemperatur dürfte da so 45 °C sein, und dann
> fast linear auf 1400 Watt ansteigt (Vorlauftemperatur am Ende etwa 55°).
> Warum ist das so?

Mit der Vorlauftemperatur steigt auch die Kondensationstemperatur, sie 
ist etwa gleich. Wenn du bei höherer Temperatur kondensierst brauchst du 
höheren Druck. Druck und Temperatur sind sozusagen verbunden, es gibt 
Diagramme für jedes Kältemittel.
Um den höheren Druck zu erzeugen braucht es eben mehr Leistung, also 
auch elektrisch mehr Leistungsaufnahme.
OP (Firma: Brainit GmbH) #7159368
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Thomas O. schrieb:
> wie lange dauert die Warmwasserbereitung im Winter wenn du jetzt schon
> fast einen Stunde brauchst? Ist das einen ON/OFF Wärmepumpe oder wird
> der Kompressor drehzahlgeregelt? Wie Groß ist dein WW-Speicher?

Die dauert im Winter etwa gleich lang wie im Sommer (Erdwärme).

Was ist an einer Stunde ungewöhnlich? WP ist on/off (also nicht 
modulierend) und der Speicher hat 300 Liter. Allerdings heize ich bei 
PV-Überschuss auf 55°C hoch (sonst nur etwa 45°C)
Gast #7159386
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Hans K. schrieb:
> 2 Wärmepumpen hintereiner um aus 8 Grad 80 Grad zu machen,das ist
> eine 2 stufige Wärmepumpe,

80°C braucht kein Mensch. Falls es um Warmwasserbereitung im 
Mehrfamilienhaus geht, hat man das Problem falsch angepackt. Da gibt es 
Lösungen für WP die mit weniger Temperatur hinkommen. Für die Heizung 
gilt dasselbe. Heizkörper etwas größer machen und du kommst mit 55°C 
hin.
Heute nimmst du ein R32 Gerät was mit einem Verdichter auskommt. Ist 
billiger und effizienter.
#7159627
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Hans K. schrieb:
> Wie sieht es bei 2 stufigen Wärmepumpen aus?

Egal ob du nun von warm nach kalt oder von kalt nach warm pumpst. Egal 
wieviele Stufen du hasst: Es ist immer eine Frage des Kältemittels.

Kältemittel gibt es viele, natürliche, synthetische und proprietäre.
Ammoniak (R717) hat Vorteile. CO2 (R744) auch. Nur lassen sich 
Kleinanlagen für EFH nicht Konkurrenzfähig damit bauen.

Schieb dir das mal im Kältemittelrechner zurecht.
https://reftools.danfoss.com/spa/tools#/

Dann weisst du auch warum R32 bei EFH-Kleinanlagen so beliebt ist, 
Supermärkte neuerdings gern auf CO2 setzen und NH3 weiterhin in 
Rechenzentren zum Einsatz kommt.

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