Nachlauf eines Ventilators in einer Vespa

OP #7162420
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Hallo an Alle,

dies ist mein erster Beitrag, habe in der Suchfunktion gesucht, aber 
nichts passendes gefunden.

Ich habe eine Vespa 250 Bj.2011, die, wie alle Vespas von 2010 bis 
heute, das Problem hat, dass nach Benutzung der Vespa, sie für die 
nächsten 2-3 Stunden nicht mehr anspringt.

Grund: Der Auspuff heizt bei Stillstand den darüberliegenden Tank auf, 
in dem sich die Benzinpumpe befindet. In der Benzinpumpe gibt es eine 
Dichtung, die bei Wärme sich ausdehnt und die Pumpe blockiert.

Den Tank will ich jetzt isolieren und zusätzlich einen Ventilator 
installieren, der nach dem Abstellen der Vespa, die Wärme aus dem 
Motorraum fernhalten, bzw. rausblasen soll. Dieser Ventilator kann gerne 
immer bei Betrieb laufen, aber, WICHTIG, dass nach dem Abstellen und 
Zündungs-AUS, der Ventilator ca. 1min nachläuft.
Ich bräuchte also ein Schaltrelais, welches eine einstellbare 
Nachlaufzeit und als Spannungsquelle 12V Dauerstrom hat, für die 
Schaltspannung jedoch das Zündungsplus herhält, bzw der Spannungsabfall 
als Triggersignal genommen wird.

Kennt Ihr ein solches Bauteil? Evtl. könnte man auch als Trigger ein 
Thermostat nehmen, welches bei ca. 30°C schaltet.

Für Hilfe wäre ich sehr dankbar!
LG Christoph
Gast #7162672
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Gerald B. schrieb:
> Du brauschst einen Bimetallschalter NO (normaly open), der
> selbstrückstellend ist, mit passender Temperatur

Wenn es aber sehr warm ist (in der Sonne geparkt) könnte der Schalter 
nicht mehr abschalten, sodass der Ventilator den Akku leer saugt. Da 
vielleicht doch besser zeitbasiert. Man könnte sich mit einer 
Spannungsüberwachung behelfen, aber wie sinnvoll wäre es den Lüfter 
stundenlang laufen zu lassen?
Gast #7162687
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Hallo Christoph,

2-3 Stunden scheint mir ein bisschen lang. Wird er Auspuff überhaupt so 
heiß? Haste das mal mit IR Thermometer o.ä. nachgemessen?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Problem bis heute so produziert 
wird. Kann es wohl sein, dass die Vespa nicht mehr ganz serienmäßig ist?

Welches Modell ist das eigentlich? Ist das ein Viertakter?

Gruss PiaggioFahrer
OP #7163442
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Ich bi in einem Vespaforum, das Problem ist bei allen das Gleiche. Nach 
einer längeren Fahrt, springt sie nicht mehr an, nach 2-3 Stunden schon. 
Vespa tauscht auch die Pumpen recht problemlos kostenfrei, aber nicht 
mehr bei meiner, die von 2011 ist. Zudem wurde ca. 1 Jahr nach 
Herstellung die Pumpe schon getauscht.
Meine Vespa ist eine 250 GTS Einspritzer. D.h. sie hat auch keinen 
Vergaser mit Schwimmerkammer, die ja alleine schon mit dem Reservoir der 
Schwimmerkammer anspringen würde. Vergasermotoren haben ja auch keine 
Benzinpumpe, da wird die Gewichtskraft genutzt, und statt einem 
Benzinhahn benutzt man heutzutage ein Unterdrucksystem, die den 
Benzinfluss sperrt, wenn kein Unterdruck im Ansaugkanal vorliegt.

Es gäbe natürlich noch theoretisch die Möglichkeit eine externe 
elektrische Benzinpumpe zu kaufen und zu verbauen, aber ganz so billig 
wird das auch nicht.
Die Vespa ist völlig serienmäßig. Zudem haben Hunderte anderer Vespa 
Besitzer das Problem bis heute. Selbst bei nur wenige Monate alten 
Rollern.
Gast #7163511
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Christoph schrieb:
> Die Vespa ist völlig serienmäßig. Zudem haben Hunderte anderer Vespa
> Besitzer das Problem bis heute. Selbst bei nur wenige Monate alten
> Rollern.

Ist wie bei Chinakram, solange die Leute den Mist kaufen, produziert man 
den Mist weiter. Dumm ist, wenn man es weiß und den Mist trotzdem kauft.

Würde mein Moped so rumzicken, käme es gnadenlos weg. Das springt seit 
Jahrzehnten an, wenn ich es sage. Aber eine Vespa ist offensichtlich so 
hipp, da ist eine zuverlässige Funktion nicht so wichtig.

Na dann viel Freude beim rumfrickeln und Geld aus dem Fenster werfen.
OP #7163584
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@mopedfahrer:

Ja, Vespa ist bei Weitem nicht mehr das, was es früher war.
Als ich 16 war, hatte ich eine Vespa50. Die lief problemlos.Bis auf 
Unterbrecherkontakte, die fraß sie wie nix (Anmerkung: Ja, Kondensatoren 
wurden auch getauscht, elektronische Zündungen gab es damals nicht).

Diese Vespa scheint auch nicht mehr unbedingt in Italien gefertigt 
worden zu sein.
Habe sie einer Freundin abgekauft, die in Geldnöten war. Mit 67 Jahren 
ist Vespa fahren im rücksichtslosen Berliner Verkehr auch nichts mehr 
für mich. Da fahre ich lieber meinen Mazda MX-5 :-)
#7177341
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Ist das wirklich eine quellende Dichtung? Dann würde man das einfachst 
durch ein anderes Material abstellen können.

Die Schilderung läßt aber darauf schließen, daß es sich hier womöglich 
(wie bei vielen PKW Motoren auch!) um ein "Hot-Fuel-Handling" Problem 
handelt.

Der Kraftstoff wird also so stark erhitzt (hier jetzt wohl lokal in der 
Pumpe), daß er Blasen bildet und damit den Vergaser bzw. Einspritzung 
"verstopft". Nach der Abkühlung fallen die Blasen zusammen und das 
Problem ist wie von Zauberhand weg.

Im PKW Bereich wird daher der Sprit mit der elektrischen Benzinpumpe 
immer "im Kreis gepumpt" und nur der benötigte Teil im Motorraum 
abgezweigt. Damit kann sich der Sprit nicht zu stark erhitzen und eine 
Blasenbildung bleibt aus.

Tatsächlich gab es Motoren, bei denen das sehr problematisch war und 
selbst bei längerem Halt an der Ampel geschehen konnte (z.B. VW/Porsche 
914). Bei einem "heiß" geparkten Fahrzeug ging das ganz schnell. Leider 
darf "Umpumpen" nicht im Stillstand geschehen (nicht beaufsichtigt, 
Brandgefahr).

Da hilft dann wirklich nur eine sehr gute Dämmung gegen die Wärmequelle 
oder externe Kühlung wie hier vorgeschlagen.
OP #7178132
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Hallo Thomas R.,

ja, man nennt das Dampfblasenbildung. Das hatten auch Vergaserautos, 
deren Spritleitungen zu nah an Kühlschläuchen oder Vergaservorwärmung 
oder Auspuffkrümmer vorbeigeführt wurden.

Bei der Vespa i.e. wird auch nur ein gewisser Teil des Benzins 
verwendet, der andere Teil geht zurück in den Tank.

Bin im Moment ziemlich beschäftigt mit anderen Dingen. Aber mittlerweile 
sind alle bestellten Teile angekommen. Und ich habe mal einen weiteren 
Test bei "nur" 20°C Außentemperatur gemacht. 10km gefahren. Abgestellt. 
Sofort wieder angelassen, Motor lief. Nach 20 Minuten nochmal probiert: 
Motor springt nicht an. Erst nach ca. 3h sprang der Motor wieder an.
#7179757
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Klarer Fall von Dampfblasenbildung.

Dürfte in deinem Fall aber durch die Strahlungswärme vom Auspuff kommen, 
nicht Konvektion. Ein einfacher Ventilator kann die Infrarotstrahlung 
nicht aufhalten. Früher hätte man ein Stück Asbest dazwischen gelegt. 
Was immer heute der Ersatz ist…

Kann aber sein, daß der Ventilator es schnell genug schafft, die 
Oberfläche des Auspuffs runterzukühlen, so daß die Strahlung nicht mehr 
erheblich ist.
OP #7179865
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Es gibt heutzutage hochglänzende Alufolien, die auf der Rückseite 
kleben. Gibt es in verschiedenen Dicken. Wird auch im Automobilbau 
verwendet, um die Strahlungswärme des Auspuffs nicht in den Innenraum 
gelangen zu lassen ( meist als Halbschale über dem Auspuff, aber unter 
dem Bodenblech).
Hatte ich auch schon geplant, damit den kompletten Tank zu isolieren. 
Werde jetzt wohl auch noch die Leitungen isolieren.
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