News ARM abseits der Mikrocontroller, neuer Einplatinenrechner mit x86-CPU uvm


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von Tam H. (Firma: Tamoggemon Holding k.s.) (tamhanna)


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Sowohl Russland als auch China verwenden ARM gerne abseits des Zweikampfs aus Mikrocontroller und Handy – sowohl vom Server als auch vom Laptop gibt es Neuigkeiten. Mit dem LattePanda 3 Delta steht ein auf x86-CPUs basierender Einplatinencomputer am Start, während GigaDevice und Seeed den GD32E103 als Ersatz für dedizierte CAN-Transciever heranziehen.

BitBlaze: Baikal-basierter Laptop

In Russland steht mit dem Baikal seit einiger Zeit eine ARM-CPU zur Verfügung, die acht mit bis zu 1.5GHz arbeitende Cortex-A57-Kerne mitbringt. Mit dem BitBlaze gibt es nun ein 15.6”-Notebook auf Basis der CPU.

(Bildquelle: BitBlaze.ru)

Sonst handelt es sich dabei im Allgemeinen um eine eher “fußgeherisch” konfigurierte Maschine. Der Arbeitsspeicher liegt in Form zweier SO-DIMM-Module vor und umfasst von Haus aus 16GB. Das auf IPS-Technologie basierende Display ist ein Touchscreen (lies: wahrscheinlich spiegelnd) und hat eine Auflösung von 1920x1080.

Wer eine Vorbestellung vornehmen möchte, kann dies unter https://bitblaze.ru/bitblaze-titan/ tun – die Webseite steht zum Zeitpunkt der Drucklegung leider nur in russischer Sprache zur Verfügung.

Huawei TaiShan-Server und CPU im Test

Huawei arbeitet mit dem TaiShan seit einiger Zeit an einem hauseigenen Server-Chip, der die Abhängigkeit von Intel und AMD reduzieren soll. Der US-amerikanische Nachrichtendienst Serve the Home bekam nun einen solchen Server in die Hände, und bietet unter https://www.servethehome.com/the-forbidden-arm-server-that-is-banned-in-the-us/ eine siebenseitige und sehr umfangreiche Bilderstrecke zur Hardware an. Das Fazit zum Server als Ganzes fällt dabei eher verhalten aus:

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Huawei ist so aufgestellt, dass die Gewinnspannen eher mit denen von Cisco vergleichbar sind. Wir hatten erwartet, dass die Qualität ähnlich wie bei Cisco sein würde. Stattdessen haben die Inspur-Server von den von uns untersuchten chinesischen Serveranbietern die bessere Qualität. Lenovo-Server sind wahrscheinlich eine Stufe über Huawei. Dann wäre dieser Huawei-Server der dritte. Der TaiShan 200 verfügt über viele sehr gute mechanische Designelemente, aber bei der Arbeit am Server gibt es ziemlich deutliche Unterschiede.

Zum eigentlichen Hauptprozessor gibt es unter https://www.servethehome.com/a-quick-look-huawei-hisilicon-kunpeng-920-arm-server-cpu/ dann eine weitere Benchmarkreihe. Die an sich im Jahre 2019 angekündigte CPU bekommt dabei brauchbare Bewertungen – die Tester bemerken allerdings, dass das System auf Huawei-interne Workloads optimiert ist:

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Mit der neuen CPU haben wir daran gearbeitet, sie für die Prime-Time bereit zu machen, aber das ist eine Herausforderung. Die Firmware scheint besser für Huawei-Arbeitslasten geeignet zu sein als für vieles, was wir versuchen, auszuführen.

GigaDevice / Seeed Studio: GD32E103 als Ersatz für MCP2551 / MCP2515

GigaDevice setzt den vor einiger Zeit begonnen Trend fort, die hauseigenen Mikrocontroller mehr und mehr als Ersatz für Fixed Function-ICs zu offerieren. Im Zusammenspiel mit dem Modulanbieter Seeed Studio gibt es nun ein neues Grove-CAN-Modul, das das bekannte Zweigespann aus MCP2551 und MCP2515 durch einen GD32E103 ersetzt.

(Bildquelle: Seeed, via Instagram: tam.hanna)

Das neue Modul enthält dabei eine Firmware, die die CAN FD – to – Serial-Funktionalität in Software nachbildet. Auf der unter https://www.seeedstudio.com/Grove-CAN-BUS-Module-based-on-GD32E103-p-5456.html bereitstehenden Webseite kann das Produkt um 5USD bezogen werden – das auf den beiden Klassikern basierende Modul kostet stattdessen 20.

LattePanda 3 Delta: Celeron mit Hardwarezugriff

Intels Entscheidung, die “als Mikrocontrollerersatz” vorgesehenen Mini-X86er abzukündigen, führte zu diversen Lustigkeiten. Seither versuchen Unternehmen wie LattePanda immer wieder, mit Notebookprozessoren Einplatinencomputer zu realisieren.

(Bildquelle: LattePanda)

Das neueste Produkt ist der 3 Delta, der auf einem Intel N5105 basiert. Auf der Platine finden sich ausserdem 8GB RAM und eine 64GB große eMMC-Karte; die UHD-GPU dürfte für Videodecoding und Co mehr als ausreichen. Für den GPIO-Zugriff verspricht LattePanda dabei eine Python-API, die auf folgendes GPIO-Komplement zurückgreifen darf:

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12x Analog Inputs
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Up to 23x Digital Input/Output (7 PWM)
3
1x UART
4
1x I2C
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1x SPI
6
1x Audio Connector
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1x 4-Pin RS232 Header
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1x Fan Port (4 Pin 1.25mm PWM 5V)
9
1x 4-Pin Header (Power and Switch)

Die bisher nur per Crowdfunding-Plattform erhältliche Platine soll bald bei verschiedenen Distributoren erhältlich sein. Weitere Informationen finden sich unter https://www.lattepanda.com/lattepanda-3-delta. Technische Daten gibt es auch in der unter http://docs.lattepanda.com/ bereitstehenden Dokumentation.

(Bildquelle: LattePanda, via http://docs.lattepanda.com/content/3rd_delta_edition/io_playability/)

Topologievergleich für IoT – oder – ohne Master geht es energiesparender

Über die Frage, wie man ein System des Internets der Dinge am effizientesten aufbaut, lässt sich hervorragend streiten. Im Paper “An energy-aware application module for the fog-based internet of military things” verglich ein pakistanisches Forscherteam eine sequentielle und eine Master-Slave-Architektur zur Verarbeitung von Sensordaten: das sequenzielle System erwies sich sowohl in Sachen Energieverbrauch als auch in Sachen Bandbreitenkonsumation als effizienter. Wer einen detaillierteren Blick auf die Ergebnisse werfen möchte, kann dies unter https://link.springer.com/article/10.1007/s43926-022-00024-z tun.


: Bearbeitet durch NewsPoster
von Daniel G. (denial)


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Der Text zum CAN Modul ist etwas irreführend. Nicht das Zweigespann aus 
MCP2551 und MCP2151 wird durch den GD32E103 ersetzt, sondern das aus 
Atmega168PA und MCP2151. Wollte man lediglich MCP2551+MCP2151 ersetzen, 
hätte man auch einen MCP25625 nehmen können. Es wird auch nichts in 
Software nachgebildet. Der GD32E103 hat einen richtigen CAN-FD 
controller in Hardware.

von Rudolph R. (rudolph)


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Dem SKU 114992978 CAN-Modul fehlt GND am CAN-Stecker.
Das ist auch etwas sehr sparsam mit Kondensatoren bestückt.
Den 120R in 0603?

Und interessant, GD32E103.
Ich habe das angehängte Board seit ein paar Wochen auf dem Tisch,
da ist ein GD32C103CBT6 drauf.
Das habe ich nur noch nicht veröffentlicht, weil immer noch nicht sicher 
ist, ob das überhaupt so funktioniert, der erste Schuss mit so allem was 
man vielleicht benötigen könnte. :-)
Und das Teil ist immer noch zickig, der CAN läuft bisher nicht, wobei 
wir durch zu wenig Endpunkte vom USB nur einen CAN verwenden können.

von Steffen H. (Firma: www.shotech.de) (mc_sho) Benutzerseite


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ich finde im aktuellen Datenblatt 1.1 keine Info zum CAN bei dem 
GD32E103. Im Datenblatt 1.0 war der noch da.

von Rudolph R. (rudolph)


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Steffen H. schrieb:
> ich finde im aktuellen Datenblatt 1.1 keine Info zum CAN bei dem
> GD32E103. Im Datenblatt 1.0 war der noch da.

Oh, interessant, ich hatte vorhin nur nach dem USB geschaut.
In der "Revision History" sieht man das CAN in der Version 1.7 aus dem 
Datenblatt gelöscht wurde, aktuell ist übrigens 1.10.
Das war Januar 2021.

Aus dem User-Manual wurde das CAN-Modul im Dezember 2020 gelöscht mit 
Version  1.5, aber nicht so richtig komplett, zum Beispiel Kapitel 8.4.9 
haben sie übersehen: "CAN0/1 AF remapping".

Den Bildern nach ist da aber ein GD32E103CBT6 bestückt.

Öh, ok, wäre interessant zu erfahren, warum die das Modul gelöscht haben 
und warum Seed das trotzdem benutzt.

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