Guten Abend,
mir kam gerade eine Idee, allerdings fehlt mir ein "Drahtfliegengitter"
bzw "Lichtschachtgitter" um das auf die Schnelle zu testen.
Ich stelle mir vor, zwei 3D Drückteile zu Fügen, indem man die Teile
aneinander drückt und dazwischen ein Drahtgeflecht mit der Maschenweite
eines Fliegengitters einbringt. Dieses wird mit einem Lötkolben oder
durch Bestromung mit einem Labornetzteil erhitzt und dadurch schmelzen
die Teile zusammen.
Die überstehenden Ränder werden abgeschnitten und das Gitter verbleibt
im Bauteil.
Zusätzlich erhöht es durch die Armierung die Stabilität senkrecht zur
Fügerichtung.
Kann das funktionieren?
Hat jemand die Möglichkeit das auszuprobieren und zu berichten?
LG
Josh
> Hat jemand die Möglichkeit das auszuprobieren und zu berichten?
Es gab mal eine Zeit wo Leute ihre brillianten Ideen selber
ausprobiert haben. Ich habe die Hoffnung das dieses Zeitalter
noch anhaelt. Was also genau ist in deiner Entwicklung schief gegangen?
Olaf
Josh schrieb:> mir kam gerade eine Idee, allerdings fehlt mir ein "Drahtfliegengitter"> bzw "Lichtschachtgitter" um das auf die Schnelle zu testen.
Könnte ich schon, allerdings fehlen mir
Josh schrieb:> zwei 3D Drückteile
so sorry
Es wird ja immer schärfer.
Eine ganze Weile hieß es immer: "Ich habe da mal gerade eben eine Idee,
hat jemand eine Lösung dafür parat?"
Jetzt sollen andere es auch möglichst gleich ausprobieren.
Echt der Hammer...
Also man legt an irgendwelche Stellen eines irgendwie geartetene Gitters
mit irgendwelchen Eigenschaften der Wärmeausdehnung irgendeinen Strom
an, damit sich das auf irgendeine Weise erwärmt und dabei irgendwas mit
irgendeinem Kunststoff tut den man beidseitig gegenpresst.
Ja, da wird irgendwas passieren.
Olaf schrieb:> Es gab mal eine Zeit wo Leute ihre brillianten Ideen selber> ausprobiert haben
Kenn ich noch!
Und wenn man Informationen brauchte ging man in eine Bücherei!
Zur erklärung:
Bücherei - Gebäude mit vielen Büchern.
Bücher (sing. Buch) - Objekt aus Papier mit aufgedruckten BUCHstaben und
Bildern/Zeichnungen.
Papier - Kennt ihr vieleicht von A.... abwischen.
Heute entsorgt man seine gesamte Gehirninkontinenz im I-Net.
Sonst halten die Leute ihre Idee immer geheim und wollen nur ne Lösung.
Jetzt kommt mal einer, der ne Idee hat (die Güte der Idee sei mal
ausgenommen), sie völlig uneigennützig ins Forum stellt und somit Gratis
veröffentlicht und ihr habt nichts besseres zu tun als ihn
niederzumachen.
Max M. schrieb:> Also man legt an irgendwelche Stellen eines irgendwie geartetene Gitters> mit irgendwelchen Eigenschaften der Wärmeausdehnung irgendeinen Strom> an, damit sich das auf irgendeine Weise erwärmt und dabei irgendwas mit> irgendeinem Kunststoff tut den man beidseitig gegenpresst.> Ja, da wird irgendwas passieren.
Warum diese Überheblichkeit? Tut es wirklich so sehr weh, zu sagen "Das
wird aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnung der Materialien
vermutlich nicht funktionieren"?
Hallo
Max M. schrieb:> Kenn ich noch!> Und wenn man Informationen brauchte ging man in eine Bücherei!> Zur erklärung:> Bücherei - Gebäude mit vielen Büchern.> Bücher (sing. Buch) - Objekt aus Papier mit aufgedruckten BUCHstaben und> Bildern/Zeichnungen.> Papier - Kennt ihr vieleicht von A.... abwischen.
Es gab mal Zeiten da wurden "Straßenbahnen" von Pferden gezogen, war ein
Arbeitstag 16h+ lang, hatten Typen wie - na nennen wir sie einfach mal
Max oder auch Olaf um ein klein wenig "menschlicher" zu machen(Auf
unverschämte "Klötze" gehören "unverschämte "Keile") keine Möglichkeit
ihre Überheblichkeit Weltweit zur Schau zu stellen, Leserbriefe waren da
das Maximum und die wurden zum Glück "vor gefiltert".
Das alles ist sehr lange her und hat mit der heutigen Wirklichkeit sehr
wenig zu tun.
Man muss mit der Zeit gehen - und zwar nicht nur technologisch.
Die TV Anstalten und Tageszeitungen lernen das (zum Teil) gerade, so
manche aber im vorgestern verharren nicht.
Das zu jenen Zeitgenossen nun mal älter sind ist prinzipbedingt, was
aber nicht bedeutet das man als älterer so werden muss, manche
akzeptieren und erkennen das zeiten sich nicht nur technologisch
ändern...
Ganz einfach:
Bücher als solches - gerade im Technischen Umfeld- haben an Relevanz
verloren(Verloren bedeutet übrigens nicht das sie überhaupt keine
Relevanz haben - aber das wird sowieso von entsprechenden Zeitgenossen
die das nicht hören wollen sowieso wieder überlesen werden und aus dem
Zusammenhang gerissen werden...) genau wie der im sich im Kämmerchen
einschließende Frickler der alles mühsam und aus veralteten Quellen
(selbst heute gibt es keine aktuellen Fachbücher - wie denn auch?)
selbst macht schon länger auf verlorenen Posten steht.
Nein "das Internet" und das Schwarm wissen ist genau für so etwas da -
warum das Rad 1000 mal neu erfinden warum nicht eventuell Expertenwissen
(aber nicht "versteckt" in ein überteuerten und unbekannten Fachbuch von
den man als Laie sowieso 90% nicht verstehen kann) nutzen und andere
indirekt auch mit Ideen und Informationen versorgen?
Alter Sack der aber weis das 2ß022 ist
An alle die meckern. Ich wollte und hätte es sofort ausprobiert, wenn
ich eben alle Materialien zum Versuch gehabt hätte. Was fehlt hab ich
geschrieben.
Mangels Geduld dachte ich, es kann jemand die 5 Minuten aufbringen oder
von eigenen vergangenen Versuchen oder aus Erfahrung berichten.
Dienstag kann ich ein Gitter besorgen, dann kanns losgehen.
Für alle, die mit dem Wärmeausdehnungskoeffizienten kommen: Wirkt sich
das bei dem gitter wirklich so drastisch aus?
Ich meine im inneren des drucks hat man ja auch nicht 100% Fügefläche
bei x% infill. Wenn man auf der Außenfläche 50% erreicht, weil sich das
Gitter anders dehnt und damit Lücken entstehen, dann ist das doch sehr
gut und sicherlich stabiler als die "infill-haftkraft".
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das funktioniert, kann aber
falsch liegen.
Josh schrieb:> Für alle, die mit dem Wärmeausdehnungskoeffizienten kommen: Wirkt sich> das bei dem gitter wirklich so drastisch aus?
Stahlbeton funktioniert so gut, weil Stahl und Beton ähnliche
Wärmeausdehnungskoeffizienten haben.
Auf der anderen Seite ist Kunststoff ja recht flexibel.
Ich hab weder Gitter noch 3D-Drucker, daher kann ich auch nicht testen.
Josh schrieb:> Kann das funktionieren?> Hat jemand die Möglichkeit das auszuprobieren und zu berichten?
Ja das kann Funktionieren, bei Spezialteile für die Industrie
unterbrechen wir den 3D-Druckprozess, und fügen ein gitter ein.
Nachher wird der 3D-Druckprozess fortgesetzt und das Gitter ist fest
eingebettet wir machen das auch mit Glasfaser für hohe Stabilität,
oder Metallgitter für EMV Verträglichkeit.
Das mit dem Lötkolben wird nur bei dünnen sachen klappen, aber mit
Aceton als beispiel klappt das bei sehr vielen
Kunststoffen(Kaltverschweißt).
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J. T. schrieb:> ähnliche Wärmeausdehnungskoeffizienten
Ok, dann hab ich das doch richtig verstanden.
Dieter W. schrieb:> Spiegelschweißen
Kannte ich nicht, das ist aber das Prinzip, nur ohne dass die Ränder so
rausfließen und es nur innen verschmilzt.
Patrick L. schrieb:> unterbrechen wir den 3D-Druckprozess
Das mache ich auch, mir geht es vorrangig ums Fügen, nicht ums einbetten
von Gegenständen.
Patrick L. schrieb:> Lötkolben
Danke für die Einschätzung. Ich teste es sobald wie möglich.
Patrick L. schrieb:> Aceton
PETG drucke ich hauptsächlich... ist einfach der beste Allrounder.
Hier der Link:
https://www.youtube.com/watch?v=Ze8jifMh034
Zum Thema:
Ich finde die Idee mit dem Gitter auf jeden Fall interessant. Lasse dich
da nicht durch die forentypische Maulerei beeindrucken :-)
Du kannst ja dann mal berichten, ob und wie es dann geklappt hat.
Ich finde die Idee zumindest überlegenswert.
Aber ich vermute, dass die Stromverteilung durch das Metallgitter und
demzufolge auch dessen Erwärmung viel zu ungleichmäßig für eine
tatsächliche Nutzung mit definiertem Ergebnis ist.
Aber: "Versuch macht kluch ..."
Bin gespannt!
Nachsatz: Wenn es sich nicht um ein "Gitter" (also ein Widerstandsnetz
mit ganz vielen Knotenpunkten), sondern um parallel verlaufende
Heizdrähte handeln würde, könnte ich mir schon eher ein brauchbares
Ergebnis vorstellen.
Im Idealfall um einen einzigen mäandernden Heizdraht ...
Josh schrieb:> PETG drucke ich hauptsächlich... ist einfach der beste Allrounder.
Das ist wohl wahr, nur PET-G lässt sich Nicht mit Aceton kalt
verschweißen.
Achte aber bei dem Gitter dass es Feinmaschig genug ist, da PET-G ein
sehr schlechter Wärmeleiter ist.
Alternativ: (Wenn du Conductiv Filament hast) kannst du zuletzt ein
Lineargitter aufdrucken, dieses kannst du dann Bequem Bestromen und die
Schweißstelle erwärmen und Verschweißen. Dieses Prinzip verwenden wir
für Gehäuse die erst später bestückt werden, da kann man dann den Deckel
bequem Verschweißen. (Siehe Bild +STL File) Dies Prinzip verwende ich
bei HDGlass, ein speziell beständiges PET-G Derivat.
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Josh schrieb:> Für alle, die mit dem Wärmeausdehnungskoeffizienten kommen: Wirkt sich> das bei dem gitter wirklich so drastisch aus?> Ich meine im inneren des drucks hat man ja auch nicht 100% Fügefläche> bei x% infill. Wenn man auf der Außenfläche 50% erreicht, weil sich das> Gitter anders dehnt und damit Lücken entstehen, dann ist das doch sehr> gut und sicherlich stabiler als die "infill-haftkraft".
Wenn die "infill-haftkraft" nicht genug ist, man kann die Fügeflächen
auch konstruktiv so ändern dass sie vollflächig sind.
Doris schrieb:> konstruktiv so ändern
Missverständnis. Ich wollte die durchgehende, aber nicht vollständig
verschmolzene Fügefläche mit dem infill vergleichen.
Theoretisch hält die Fügefläche so mindestens genauso gut zusammen wie
ein Schnitt entlang eines layers mit infill.
Also ein Gitter konnte ich immer noch nicht auftreiben, hatte aber eine
andere zündende Idee, da hier von meanderförmigen Draht gesprochen
wurde.
Meine Ezigarrette ist ja genau dazu gemacht: einen Draht zu erhitzen.
Also habe ich mehrere Tantaldrähte irgendwie gebogen und zwischen zwei
PETG flächen eingespannt.
Kurz den Knopf gedrückt bis es etwas gebruzelt und an einer Stelle auch
gequalmt hat.
Nach kurzer Abkühlzeit konnte ich die Teile nur noch abbrechen. Es hält
für mein Empfinden genauso stark wie die Layer selbst.
Überraschend stabile Verbindung würde ich sagen.
Josh schrieb:> Die Bruchstelle nach roher Gewaltanwendung.
Wie zu erwarten :-)
Danke dass du uns an deinem Experiment teilnehmen lassen hast :-)
War Interessant.
Wie ich dir oben schon geschrieben habe, machen wir das mit Hilfe eines
Conductiv Layers.
Die Schweißstellen halten dann derart stark dass es neben der
Schweißstelle bricht und IP67 Konform ist das heißt man kann es bis 50m
unterwasser testen und ist dicht.
Bei der von mir geposteten Form legt mann mit 2 unabhängigen
Stromversorgungen Strom an.
eine Stromversorgung Horizontal an den Aussenkontaktflächen und eine
Vertikal.
Das gepostete STL-File Braucht pro Steg 200mA um vollständig zu
verschmelzen
Also dort im Beispiel an der Stirnseite (8 stege) 1.6A. und ist in paar
Sekunden verschweißt.
Auf dem Deckel wird bei dem Muster ein Druck von 1Kg aufgebracht damit
die Verbindung wasserdicht ist.
Patrick L. schrieb:> Wie zu erwarten :-)
Es ist aber schon beeindruckend wie es einfach Stücke aus dem Boden
gerissen hat. Das hätte ich nicht in dem Ausmaß erwartet.
Patrick L. schrieb:> mit Hilfe eines Conductiv Layers
Das hatte ich oben schon bewundert, aber vergessen darauf zu antworten.
Ich habe mich noch keine Sekunde mit Conductive Filament beschäftigt.
Und da diese Möglichkeit ganz ähnlich ist werde ich erstmal damit
Erfahrung sammeln.
Danke auf jeden Fall für den Einblick in euren Prozess.
Matthias B. schrieb:> Reparieren von Kunststoffstossstange
Danke für den Link, das war neu für mich. Aus Opas Zeiten liegt hier
noch so ein Ding herum, aber ich kannte den Einsatzzweck dafür nicht.