Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug 3D Drückteile fügen - Hitze Netz Stahl


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von Josh (Gast)


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Guten Abend,

mir kam gerade eine Idee, allerdings fehlt mir ein "Drahtfliegengitter" 
bzw "Lichtschachtgitter" um das auf die Schnelle zu testen.

Ich stelle mir vor, zwei 3D Drückteile zu Fügen, indem man die Teile 
aneinander drückt und dazwischen ein Drahtgeflecht mit der Maschenweite 
eines Fliegengitters einbringt. Dieses wird mit einem Lötkolben oder 
durch Bestromung mit einem Labornetzteil erhitzt und dadurch schmelzen 
die Teile zusammen.

Die überstehenden Ränder werden abgeschnitten und das Gitter verbleibt 
im Bauteil.

Zusätzlich erhöht es durch die Armierung die Stabilität senkrecht zur 
Fügerichtung.

Kann das funktionieren?
Hat jemand die Möglichkeit das auszuprobieren und zu berichten?

LG
Josh

von Olaf (Gast)


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> Hat jemand die Möglichkeit das auszuprobieren und zu berichten?

Es gab mal eine Zeit wo Leute ihre brillianten Ideen selber
ausprobiert haben. Ich habe die Hoffnung das dieses Zeitalter
noch anhaelt. Was also genau ist in deiner Entwicklung schief gegangen?

Olaf

von pp (Gast)


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Josh schrieb:
> mir kam gerade eine Idee, allerdings fehlt mir ein "Drahtfliegengitter"
> bzw "Lichtschachtgitter" um das auf die Schnelle zu testen.

Könnte ich schon, allerdings fehlen mir

Josh schrieb:
> zwei 3D Drückteile

so sorry

von Nuff (Gast)


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Es wird ja immer schärfer.
Eine ganze Weile hieß es immer: "Ich habe da mal gerade eben eine Idee, 
hat jemand eine Lösung dafür parat?"
Jetzt sollen andere es auch möglichst gleich ausprobieren.
Echt der Hammer...

von Max M. (Gast)


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Also man legt an irgendwelche Stellen eines irgendwie geartetene Gitters 
mit irgendwelchen Eigenschaften der Wärmeausdehnung irgendeinen Strom 
an, damit sich das auf irgendeine Weise erwärmt und dabei irgendwas mit 
irgendeinem Kunststoff tut den man beidseitig gegenpresst.

Ja, da wird irgendwas passieren.

von pp (Gast)


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Max M. schrieb:
> den man beidseitig gegenpresst.

Ja, so geht Pressearbeit heute...

von Max M. (jens2001)


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Olaf schrieb:
> Es gab mal eine Zeit wo Leute ihre brillianten Ideen selber
> ausprobiert haben

Kenn ich noch!
Und wenn man Informationen brauchte ging man in eine Bücherei!
Zur erklärung:
Bücherei - Gebäude mit vielen Büchern.
Bücher (sing. Buch) - Objekt aus Papier mit aufgedruckten BUCHstaben und 
Bildern/Zeichnungen.
Papier - Kennt ihr vieleicht von A.... abwischen.

Heute entsorgt man seine gesamte Gehirninkontinenz im I-Net.

von J. T. (chaoskind)


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Sonst halten die Leute ihre Idee immer geheim und wollen nur ne Lösung.

Jetzt kommt mal einer, der ne Idee hat (die Güte der Idee sei mal 
ausgenommen), sie völlig uneigennützig ins Forum stellt und somit Gratis 
veröffentlicht und ihr habt nichts besseres zu tun als ihn 
niederzumachen.

Max M. schrieb:
> Also man legt an irgendwelche Stellen eines irgendwie geartetene Gitters
> mit irgendwelchen Eigenschaften der Wärmeausdehnung irgendeinen Strom
> an, damit sich das auf irgendeine Weise erwärmt und dabei irgendwas mit
> irgendeinem Kunststoff tut den man beidseitig gegenpresst.
> Ja, da wird irgendwas passieren.

Warum diese Überheblichkeit? Tut es wirklich so sehr weh, zu sagen "Das 
wird aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnung der Materialien 
vermutlich nicht funktionieren"?

von Alter Sack der aber weis das 2ß022 ist (Gast)


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Hallo

Max M. schrieb:
> Kenn ich noch!
> Und wenn man Informationen brauchte ging man in eine Bücherei!
> Zur erklärung:
> Bücherei - Gebäude mit vielen Büchern.
> Bücher (sing. Buch) - Objekt aus Papier mit aufgedruckten BUCHstaben und
> Bildern/Zeichnungen.
> Papier - Kennt ihr vieleicht von A.... abwischen.

Es gab mal Zeiten da wurden "Straßenbahnen" von Pferden gezogen, war ein 
Arbeitstag 16h+ lang, hatten Typen wie - na nennen wir sie einfach mal 
Max oder auch Olaf um ein klein wenig "menschlicher"  zu machen(Auf 
unverschämte "Klötze" gehören "unverschämte "Keile") keine Möglichkeit 
ihre Überheblichkeit Weltweit zur Schau zu stellen, Leserbriefe waren da 
das Maximum und die wurden zum Glück "vor gefiltert".
Das alles ist sehr lange her und hat mit der heutigen Wirklichkeit sehr 
wenig zu tun.
Man muss mit der Zeit gehen - und zwar nicht nur technologisch.
Die TV Anstalten und Tageszeitungen lernen das (zum Teil) gerade, so 
manche aber im vorgestern verharren nicht.
Das zu jenen Zeitgenossen nun mal älter sind ist prinzipbedingt, was 
aber nicht bedeutet das man als älterer so werden muss, manche 
akzeptieren und erkennen das zeiten sich nicht nur technologisch 
ändern...

Ganz einfach:
Bücher als solches - gerade im Technischen Umfeld- haben an Relevanz 
verloren(Verloren bedeutet übrigens nicht das sie überhaupt keine 
Relevanz haben - aber das wird sowieso von entsprechenden Zeitgenossen 
die das nicht hören wollen sowieso wieder überlesen werden und aus dem 
Zusammenhang gerissen werden...) genau wie der im sich im Kämmerchen 
einschließende Frickler der alles mühsam und aus veralteten Quellen 
(selbst heute gibt es keine aktuellen Fachbücher - wie denn auch?) 
selbst macht schon länger auf verlorenen Posten steht.
Nein "das Internet" und das Schwarm wissen ist genau für so etwas da - 
warum das Rad 1000 mal neu erfinden warum nicht eventuell Expertenwissen 
(aber nicht "versteckt" in ein überteuerten und unbekannten Fachbuch von 
den man als Laie sowieso 90% nicht verstehen kann) nutzen und andere 
indirekt auch mit Ideen und Informationen versorgen?


Alter Sack der aber weis das 2ß022 ist

von Alter Sack der aber weis das 2ß022 ist (Gast)


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Alter Sack der aber weis das 2ß022 ist schrieb:
> so
> manche aber im vorgestern verharren nicht.

so manche die im Vorgestern verharren aber immer noch nicht.

von Josh (Gast)


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An alle die meckern. Ich wollte und hätte es sofort ausprobiert, wenn 
ich eben alle Materialien zum Versuch gehabt hätte. Was fehlt hab ich 
geschrieben.

Mangels Geduld dachte ich, es kann jemand die 5 Minuten aufbringen oder 
von eigenen vergangenen Versuchen oder aus Erfahrung berichten.

Dienstag kann ich ein Gitter besorgen, dann kanns losgehen.

Für alle, die mit dem Wärmeausdehnungskoeffizienten kommen: Wirkt sich 
das bei dem gitter wirklich so drastisch aus?
Ich meine im inneren des drucks hat man ja auch nicht 100% Fügefläche 
bei x% infill. Wenn man auf der Außenfläche 50% erreicht, weil sich das 
Gitter anders dehnt und damit Lücken entstehen, dann ist das doch sehr 
gut und sicherlich stabiler als die "infill-haftkraft".

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das funktioniert, kann aber 
falsch liegen.

von J. T. (chaoskind)


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Josh schrieb:
> Für alle, die mit dem Wärmeausdehnungskoeffizienten kommen: Wirkt sich
> das bei dem gitter wirklich so drastisch aus?

Stahlbeton funktioniert so gut, weil Stahl und Beton ähnliche 
Wärmeausdehnungskoeffizienten haben.
Auf der anderen Seite ist Kunststoff ja recht flexibel.
Ich hab weder Gitter noch 3D-Drucker, daher kann ich auch nicht testen.

von Dieter W. (dds5)


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Es gibt ein ähnliches Verfahren ohne das Gitter zum Heizen der 
Schweißstelle.
Das kennt man unter dem Begriff Spiegelschweißen.

von Patrick L. (Firma: S-C-I DATA GbR) (pali64)


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Josh schrieb:
> Kann das funktionieren?
> Hat jemand die Möglichkeit das auszuprobieren und zu berichten?

Ja das kann Funktionieren, bei Spezialteile für die Industrie 
unterbrechen wir den 3D-Druckprozess, und fügen ein gitter ein.
Nachher wird der 3D-Druckprozess fortgesetzt und das Gitter ist fest 
eingebettet wir machen das auch mit Glasfaser für hohe Stabilität,
oder Metallgitter für EMV Verträglichkeit.

Das mit dem Lötkolben wird nur bei dünnen sachen klappen, aber mit 
Aceton als beispiel klappt das bei sehr vielen 
Kunststoffen(Kaltverschweißt).

73 55

von Josh (Gast)


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J. T. schrieb:
> ähnliche Wärmeausdehnungskoeffizienten

Ok, dann hab ich das doch richtig verstanden.

Dieter W. schrieb:
> Spiegelschweißen

Kannte ich nicht, das ist aber das Prinzip, nur ohne dass die Ränder so 
rausfließen und es nur innen verschmilzt.

Patrick L. schrieb:
> unterbrechen wir den 3D-Druckprozess

Das mache ich auch, mir geht es vorrangig ums Fügen, nicht ums einbetten 
von Gegenständen.

Patrick L. schrieb:
> Lötkolben

Danke für die Einschätzung. Ich teste es sobald wie möglich.

Patrick L. schrieb:
> Aceton

PETG drucke ich hauptsächlich... ist einfach der beste Allrounder.

von fun fact (Gast)


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Es gab mal USB-Haken mit Heizdraht und Heisskleber...

von Josh (Gast)


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fun fact schrieb:
> Es gab mal USB-Haken mit Heizdraht und Heisskleber...

??

von Flipss (Gast)


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fun fact schrieb:
> Es gab mal USB-Haken mit Heizdraht und Heisskleber...

Hehe, ja. Da gibt es sogar ein Youtube Video zu. Wurde so wirklich 
angeboten.

von Flipss (Gast)


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Hier der Link:
https://www.youtube.com/watch?v=Ze8jifMh034

Zum Thema:

Ich finde die Idee mit dem Gitter auf jeden Fall interessant. Lasse dich 
da nicht durch die forentypische Maulerei beeindrucken :-)

Du kannst ja dann mal berichten, ob und wie es dann geklappt hat.

von Josh (Gast)


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Ha, interessant.

Ich les da einfach drüber hinweg, melde mich dann wenn ich ein Gitter 
habe.

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Ich finde die Idee zumindest überlegenswert.

Aber ich vermute, dass die Stromverteilung durch das Metallgitter und 
demzufolge auch dessen Erwärmung viel zu ungleichmäßig für eine 
tatsächliche Nutzung mit definiertem Ergebnis ist.

Aber: "Versuch macht kluch ..."

Bin gespannt!

Nachsatz: Wenn es sich nicht um ein "Gitter" (also ein Widerstandsnetz 
mit ganz vielen Knotenpunkten), sondern um parallel verlaufende 
Heizdrähte handeln würde, könnte ich mir schon eher ein brauchbares 
Ergebnis vorstellen.

Im Idealfall um einen einzigen mäandernden Heizdraht ...

: Bearbeitet durch User
von Patrick L. (Firma: S-C-I DATA GbR) (pali64)


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Josh schrieb:
> PETG drucke ich hauptsächlich... ist einfach der beste Allrounder.

Das ist wohl wahr, nur PET-G lässt sich Nicht mit Aceton kalt 
verschweißen.

Achte aber bei dem Gitter dass es Feinmaschig genug ist, da PET-G ein 
sehr schlechter Wärmeleiter ist.

Alternativ: (Wenn du Conductiv Filament hast) kannst du zuletzt ein 
Lineargitter aufdrucken, dieses kannst du dann Bequem Bestromen und die 
Schweißstelle erwärmen und Verschweißen. Dieses Prinzip verwenden wir 
für Gehäuse die erst später bestückt werden, da kann man dann den Deckel 
bequem Verschweißen. (Siehe Bild +STL File) Dies Prinzip verwende ich 
bei HDGlass, ein speziell beständiges PET-G Derivat.

73 55

: Bearbeitet durch User
von Matthias B. (turboholics)


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von Doris (Gast)


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Josh schrieb:
> Für alle, die mit dem Wärmeausdehnungskoeffizienten kommen: Wirkt sich
> das bei dem gitter wirklich so drastisch aus?
> Ich meine im inneren des drucks hat man ja auch nicht 100% Fügefläche
> bei x% infill. Wenn man auf der Außenfläche 50% erreicht, weil sich das
> Gitter anders dehnt und damit Lücken entstehen, dann ist das doch sehr
> gut und sicherlich stabiler als die "infill-haftkraft".

Wenn die "infill-haftkraft" nicht genug ist, man kann die Fügeflächen 
auch konstruktiv so ändern dass sie vollflächig sind.

von Josh (Gast)


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Doris schrieb:
> konstruktiv so ändern

Missverständnis. Ich wollte die durchgehende, aber nicht vollständig 
verschmolzene Fügefläche mit dem infill vergleichen.
Theoretisch hält die Fügefläche so mindestens genauso gut zusammen wie 
ein Schnitt entlang eines layers mit infill.

von Josh (Gast)


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Also ein Gitter konnte ich immer noch nicht auftreiben, hatte aber eine 
andere zündende Idee, da hier von meanderförmigen Draht gesprochen 
wurde.

Meine Ezigarrette ist ja genau dazu gemacht: einen Draht zu erhitzen.

Also habe ich mehrere Tantaldrähte irgendwie gebogen und zwischen zwei 
PETG flächen eingespannt.

Kurz den Knopf gedrückt bis es etwas gebruzelt und an einer Stelle auch 
gequalmt hat.

Nach kurzer Abkühlzeit konnte ich die Teile nur noch abbrechen. Es hält 
für mein Empfinden genauso stark wie die Layer selbst.

Überraschend stabile Verbindung würde ich sagen.

von Josh (Gast)


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Die Bruchstelle nach roher Gewaltanwendung.

von Patrick L. (Firma: S-C-I DATA GbR) (pali64)


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Josh schrieb:
> Die Bruchstelle nach roher Gewaltanwendung.

Wie zu erwarten :-)

Danke dass du uns an deinem Experiment teilnehmen lassen hast :-)
War Interessant.

Wie ich dir oben schon geschrieben habe, machen wir das mit Hilfe eines 
Conductiv Layers.
Die Schweißstellen halten dann derart stark dass es neben der 
Schweißstelle bricht und IP67 Konform ist das heißt man kann es bis 50m 
unterwasser testen und ist dicht.

Bei der von mir geposteten Form legt mann mit 2 unabhängigen 
Stromversorgungen Strom an.
eine Stromversorgung Horizontal an den Aussenkontaktflächen und eine 
Vertikal.
Das gepostete STL-File Braucht pro Steg 200mA um vollständig zu 
verschmelzen
Also dort im Beispiel an der Stirnseite (8 stege) 1.6A. und ist in paar 
Sekunden verschweißt.
Auf dem Deckel wird bei dem Muster ein Druck von 1Kg aufgebracht damit 
die Verbindung wasserdicht ist.

von Josh (Gast)


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Patrick L. schrieb:
> Wie zu erwarten :-)

Es ist aber schon beeindruckend wie es einfach Stücke aus dem Boden 
gerissen hat. Das hätte ich nicht in dem Ausmaß erwartet.

Patrick L. schrieb:
> mit Hilfe eines Conductiv Layers

Das hatte ich oben schon bewundert, aber vergessen darauf zu antworten. 
Ich habe mich noch keine Sekunde mit Conductive Filament beschäftigt. 
Und da diese Möglichkeit ganz ähnlich ist  werde ich erstmal damit 
Erfahrung sammeln.

Danke auf jeden Fall für den Einblick in euren Prozess.

von Josh (Gast)


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Matthias B. schrieb:
> Reparieren von Kunststoffstossstange

Danke für den Link, das war neu für mich. Aus Opas Zeiten liegt hier 
noch so ein Ding herum, aber ich kannte den Einsatzzweck dafür nicht.

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